Literaturgefluester

2014-07-10

Jugend eines Schriftstellers

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

Das Bild des jungen Peter Handke ist am Cover von Adolf Haslingers Buch aus dem „Residenzverlags“,abgebildet auf einem Schüler oder Studentenausweis.
„Peter Handke – Jugend eines Schriftstellers“, Fund aus dem Bücherschrank und zu dem kürzlich stattgefundenen Bachmannlesen nicht ganz unpassend, wurde Peter Handke doch am 6.12. 1942 in Griffen geboren, auch wenn er mit seiner Mutter für kurze Zeit nach Berlin übersiedelte, wo sie sich verheiratete.
Ich bin, das habe ich schon geschrieben, keine besondere Handke-Expertin, habe ich den Schriftsteller in den Siebzigerjahren als zu experimentell empfunden, was sich als ich dann das „Wunschlose Unglück“ las, als Irrtum herausstellte.
Aber in den Anfängen meines Interesses an der Literatur habe ich mir den „Hausierer“ gekauft und das „Wunschlose Unglück“ lange nicht lesen wollen. Der spätere Handke hat sich gewandelt, der vor einem Jahr verstorbene Salzburger Literaturprofessor hat sich aber in diesen Band mit Handkes Jugend beschäftigt und sehr genau und ausführlich mit zahlreichen Fotos und Briefstellen, das beschrieben, was auch im „Wunschlosen Unglück“ steht, das Buch beginnt mit der Geburt und endet mit der Scheidung und dem Satz, daß Handke sich entschließt seine Tochter Amina alleine aufzuziehen „Aber das steht alles in einem anderen Buch.“
Also zu diesem, Handke ist mit dem Stiefvater, der Mutter und dem kleinen Bruder von Berlin wieder nach Griffen zurückgekommen, in die Nähe des „ote“ des Großvaters, in das slowenische Dorf, hat die Volksschule besucht und später ein kirchliches Internat, wo die Schüler Priester werden sollten, hat viel gelesen und einen Deutschlehrer gehabt, der das Talent des Schülers frühzeitig erkannte und förderte. Es gibt ein Bild, wo Lehrer und Schüler in wehenden Mänteln spazieren gehen und ich dachte „Wie fortschrifttlich!“
Handke ist dann aber nach Klagenfurt gefahren, hat sich Graham Greens „Die Kraft und die Herrlichkeit“ gekauft und noch einen anderen Roman, in dem ein Bordell vorkam.
Bücher die in dem Internat verboten waren, die Lehrer fanden es und verhörten Handke, der gar nicht wußte, was ein Bordell war, die Lehrer wußten es und so wechselte er ins öffentliche Gymnasium nach Klagenfurt und begann nach der Matura in Graz Jus zu studieren, damit er viel freie Zeit für das Schreiben hat.
Es gab einen regen Briefwechsel mit der Mutter, Handke schickte Geld für die Geschwister und, daß sich die Mutter eine Waschmaschine kaufen konnte. Er gab Nachhilfestunden, war ein eifriger Student, die letzte Staatsprüfung legte er dann nicht mehr ab, weil er schon berühmt war.
Der Erfolg kam in den frühen Sechzigerjahren, mit ersten Texten in den „Manuskripten“, er hatte einige Förderer, wurde in die „Gruppe 47“ und in die USA eingeladen, schrieb die „Hornissen“ und die „Publikumsbeschimpfung, lernte Libgart Schwarz kennen, wurde rasch zum Beatpoeten, mit seinen langen Haaren und den eleganten Anzügen, die Beatles verehrte er auch und vor allen hat er viel gelesen.
Frühe Texte beziehungsweise Auszüge daraus sind in dem Buch auch enthalten, das sehr interessant ist, weil er mir Peter Handke wieder etwas näherbringt.
Ich habe ja vor einigen Jahren eine Veranstaltung in der „Gesellschaft für Literatur“ über Handke und Bernhard und ihre Zusammenhänge besucht und darauf einen Hankde Spezialisten auf meine Seite bekommen, der mir eine Menge Links schickte.
Das „Wunschlose Unglück“ habe ich vor ein paar Jahren gelesen und auch ein paar andere Bücher, die schon den poetischen Peter Handke zeigen, der Elke Heidenreich, wie sie in einer der „Literaturclubsendungen“ erklärte, gar nicht gefällt. Mir ist er vielleicht auch ein wenig fremd, habe mich aber mich für seine Biografie interessiert und so auch ein interessantes Buch gelesen, das mein Handke Wissen auffrischte. Ich kann mich auch an einige Artikeln in der Zeitschrift Brigitte, aus der Zeit, wo er in Salzburg, vorher hat er in Paris gelebt, lebte erinnern, an die Nacht in Ö1 zum sechzigsten Geburtstag kann ich mich auch erinnern. Es gibt viele Werke, viele Preise und auch viel Sekundärliteratur und Veranstaltungen über ihn, die den Dichter näher bringen können, der auch viele widersprüchliche Seiten, wie beispielsweise, die „Serbien-Konroverse“ aufzuweisen hat.

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