Literaturgefluester

2014-07-15

ÖVP-Sommerfest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:52
Eva Jancak © Harald Stockinger

Eva Jancak © Harald Stockinger

Ich bin ja irgendwie in vielen Karteien, weil ich schon lange zu sehr vielen Veranstaltungen gehe. Erst in letzter Zeit versuche ich mich auch Blogbedingt, auf Literarische zu konzentrieren und es wird ohnehin eher überall eingespart und der Zugang zu Buffets, siehe „Alpha“ limitiert und nur per persönlicher Einladungskarte mit Anmeldung und Vorweisen vorberhalten.
In die ÖVP-Kartei scheine ich aber geraten zu sein, kann ich mich ja an eine sehr tolle Veranstaltung etwa 2003 oder 2004 in der ÖVP Akademie bei Schönbrunn erinnern, wo recht wenig Leute waren, der inzwischen verstorbene Christoph Wagner ein Sptzenmenu mit, ich glaube, Muscheln zelebrierte und irgendeine Zeitung vorgestellt wurde, die ich etwa ein Jahr zugeschickt bekam.
Da habe ich gefragt, wie ich in die Kartei geraten bin, was mir niemand sagen konnte, bin ich ja eher nicht ÖVP zentriert, sondern eine sozialistische Arbeitertochter und parteilose Kummunistin, wie ich mich so bezeichnen würde. Zu der ÖVP gibt es aber einen anderen Bezug, allerdings erst später, als ich ich schon in der Kartei war, nämlich durch meine „Ohrenschmaus Jurytätigkeit“, denn Franz Joseph Huainigg der Initiator ist oder war ÖVP Behindertensprecher und wir habven unsere Jury Sitzungen auch einge Male im ÖVP Parlamentsklub im Parlament abgehalten.
Jetzt ist eine Einladung zu einem Sommerfest in die ÖVP Arkaden beim Rathaus gekommen, da ist die ÖVP-Clubszentrale, das weiß ich noch von den Demonstrationen gegen Schwarz Blau Anfang 2000, an denen ich mich beteiligt habe.
Kurz nach fünf habe ich die Arkaden erreicht, mußte meinen Namen sagen und bekam ein Bändchen, wie im Krankenhaus, die ich eigentlich sehr hasse, umgehängt, ein knallgelbes Bändchen, die ÖVP-Farbe zur Identifizierung und bin dann eine Zeitlang in den Arkaden hin-und herspaziert und habe mich sehr eingeperrt gefühlt, denn das Gelände war nach außen abgeriegelt und mit Security bzw. den jungen Frauen in den gelben Jacke bei der Aufnahme verstellt.
Es kamen dann die Leute, wurden immer mehr, zuerst kaum welche, die ich kannte und ich hatte den Eindruck ich wäre zwischen ÖVP-Funktionäre geraten.
Dann wurden die Getränkestände eröffnet, es gab Knabberstangerln mit Aufstrichen und man mußte sich an die Tische stellen, um mitzunaschen, was auch recht schwierig war, weil die Leute sich untereinander zu kennen schienen und niemanden dazuließen.
Dann rief mich schon Eva Singer, die ehemalige Mitarbeiterin von Franz Joseph Huainigg und „Ohrenschmaus-Organisatorin“ an und beim Buffet wurde hinter abgesperrten Tischen ein Spanferkel gebraten, Ketchupflaschen und Pfefferonigläser hingestellt.
Das war dann bald von Leuten umringt, während um sechs Michael Spindelegger, der Parteiobmann und Vizeokanzler mit einer Rede begann, von der nur wenig zu verstehen war und mir nicht sehr viel als das „Erneuern der bürgerlichen Werte“ im Gedächtnis blieb.
Danach gab ein Buffetgedränge, ich war ziemlich weit vorn, füllte meinen Teller mit zwei Bratwürsteln, Spanferkelstücken und den Beilagen an und es war dann gar nicht so schwer, wie vermutet zurückzukommen, hätte ich doch fast an eine Rauferei gedacht.
Es gab auch genügend zu essen und ich habe mich mit einer Frau, die sich, wie sie mir sagte, auch vor der Drängerei gefürchtet hat, sehr nett unterhalten.
Es gab auch freundliche Leute unter den vielen sich Kennenden, Michael Spindelegger ging herum und reichte allen die Hand und ich begann nach dem Mojito zu suchen, den manche Leute in der Hand hielten und fand ihn erst sehr spät auf der anderen Straßénseite Da gab es dann auch bequeme Polstersessel zum Niedersetzen, allerdings auch recht schwierig einen Platz zu bekommen, obwohl auf der Einladung etwas von „gemütlich“ stand.
Ich bin allerdings mit einem sehr freundlichen Fotografen und einem ÖVP-Bürgermeister ins Gespräch gekommen und als ich wieder zurückgegangen bin, bin ich auch auf ein paar Leute gestoßen, die ich von Veranstaltungen kenne.
Dann tauchten plötzlich Schwedenbomben auf, in Schachteln auf den Tischen und zu manchen konnte man hingehen und „Darf ich?“ fragen, bei anderen schrieen die Leute „Das ist Unsers!“ und rißen einen die Schachtel weg, wenn man danach greifen wollte und ich dachte, die ÖVP wäre eine christliche soziale Partei, die gerne an das Teilen und an andere denkt und die meisten Leute sahen auch sehr wohlhabend aus und waren elegant gekleidet.
Jetzt habe ich aber auch eine Einladung zu einem Coming together in den fünften Bezirk erhalten, wo die Bezirksvorstehung die Künstler mit der Wirtschaft zusammenbringen will, mal sehen wie das wird, vielleicht gibt es da weniger Gedränge, haben solche Maßenveranstaltungen immer eine eigene Dynamik und der Drang nicht genug zu bekommen, scheint offenbar weitverbreitet und ist wahrscheinlich auch bei mir vorhanden.

Werbeanzeigen

4 Kommentare »

  1. bin an dem tag bei den arkaden vorbeigeradelt und hab mich schon gewundert ob der vielen menschen in geld, falsch gelb wollte ich schreiben. wünsche dir einen schönen sommer!

    Kommentar von ilse — 2014-07-19 @ 23:04 | Antworten

  2. Ebenfalls alles Gute und viel Kreativität, hab dich nicht gesehen, nur ein paar Japaner und habe mich gefragt, was sich die wohl denken und ob die auch mit Spanferkel essen wollen?
    Und die jungen Frauen mit den gelben Jacken, die den Eingang kontrollieren, waren, vermute ich einmal, prekär beschäftigte Studentinnen oder Sommerpraktikanten.

    Kommentar von jancak — 2014-07-20 @ 03:18 | Antworten

    • naja die japaner sah ich auch, aber kein ferkel. wobei ich ja kein ferkel esse.
      schönen sommer, dein literaturgeflüsterbuch hat mir der helmhart geliehen, fand es interessant, ein blog ist ja schon ein zeitdokument, auch wenn ich ihn nicht regelmäßig lese.
      regengrüße, i

      Kommentar von ilse — 2014-07-22 @ 14:18 | Antworten

  3. Habe ich bemerkt, daß du ihn zu lesen scheinst und das freut mich auch sehr! Gerade heute habe ich eine Rezension zum Buch von Lev Detela bekommen, der im „Log 141“, fast zwei Seiten darüber geschrieben hat und auch meint, daß man sich mit der Parallelliteratur, die abseits vom großen Literaturbetrieb passiert, beschäftigen soll. Im „Literaturgeflüster“ bekommt man darüber Informationen und das Spanferkel war sehr gut!

    Kommentar von jancak — 2014-07-22 @ 15:22 | Antworten


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: