Literaturgefluester

2014-07-20

Erste Entwürfe

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:33

Als ich am Freitagmittag in der Sommerhitze beim Mc Donald am Bahnhof St. Pölten bei einem Cheeseburger TS gesessen bin und mein schwarz rotes China-Notizbuch aufgeschlagen habe, hat mich prompt einmal die Verzweiflung gepackt.
Denn da stand zwar schon etwas hingeschmiert, schon seit ein paar Monaten habe ich mir immer wieder, meist am Wochenanfang ein paar Notizen gemacht, über was ich als nächstes schreiben könnte. Denn immer über über Bücher und über alte Leute soll es ja nicht sein.
So kam einmal die Idee mit dem Todesentwürfen, Todestag 13. 3. 2033 und bis dahin alles aufgelesen.
Nicht schon wieder, aber Papier ist geduldig und aufschreiben kann man es ja einmal, damit es nicht verloren geht und man nichts vergißt.
Dann kam Sybille Lewitscharoff und die Aufregung mit den Retortenkindern bei ihrer „Dresdner Rede“ und die sagte, bei einer „Blauen Sofa Sendung“, daß sie sich wünschte, das jemand darüber schreibe.
Könnte ich, wäre ein interessantes Thema dachte ich und korrigierte vorläufig weiter. Ein paar Namen sind dann auch gekommen, da stehe ich ja sehr auf schöne, sprechende und hatte vor ein paar Jahren eine Diskussion mit Frau Haidegger, ob die Sophie Hungers so heißen dürfe?
Bei mir darf ja nie etwas sein, während die anderen ungestraft ihre Vermittler Thomas Bernhard oder Bernhart nennen und alle sind entzückt.
Also habe ich gesammelt und bin auf eine Valentina Schneeberger, eine Magdalena Himmelbauer, ein Miranda Schutzengelchen und nach dem ÖVP- Fest auf einen Hans Leitner, der auf allen Listen steht und sein Lebn in einem alten schwarzen Anzug auf allen Festen mit Bravour meistert.
So etwas Ähnliches hatte ich schon, aber ich bin ja überzeugt, daß einem seine Lebensthemen ohnenin nicht loslassen und es auch den anderen so geht.
Einige alte Bekannte, wie der Psychiater Theo Hardenberg aus der „Frau auf der Bank“, die Fee Felizitas, Fritzi Jelinek aus der „Absturzgefahr“ und die Nika Weihnachtsfrau sind auch noch in das Buch gekommen und das habe ich in der Sommerhitze gelesen und gedacht, darüber will ich einen Roman bzw. mein fünfunddreißigstes Indie Buch machen?
„Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“ und eh schon wissen, ist das dann, was darauf folgt, diesmal nicht einmal so sehr. Ich habe mich damit nur in den etwas kühleren Hammerpark gesetzt und etwas von „Zeit lassen“ gedacht und, daß es ohnehin egal ist, wenn ich es nicht kann, dann schreibe ich dasselbe noch einmal, weil es ja ohnehin niemanden interessiert und die anderen dürfen auch einen Roman nach dem anderen schreiben.
Am Samstagmorgen habe ich mir die Notizen noch einmal durchgesehen und mir neue gemacht, beziehungsweise gedacht, wenn ich etwas über Gen-Reproduktion schreiben will, sollte ich erst einmal ordentlich recherchieren, denn sehr viel weiß ich ja nicht davon, habe mir die „Dresdner Rede“ durchgelesen, die sehr interessant ist, denn erstens ist das mit den „Halbwesen“ nur ein ganz kleiner Teil daraus und zweites ist mir klar geworden, woher ihre Abneigung gegen Selbstmörder kommt, hat sich ja ihr Vater , ein Gynäkologe umgebracht und wenn man gedrillt ist, für alles die abgehobensten Ausdrücke zu verwenden, dann passiert halt sowas mit den Halbwesen, was bei einem Roman entzückt, bei einer Rede Empörung und Aufschreie auslöst.
Ich bin auch auf ein paar Homepages von Kinderwunschkliniken gegangen und habe mir die Eingangsvideos angegschaut, wenn man über 35 ist und schon ein Jahr auf das Kind wartet, soll man keine Zeit verschwenden und sich gleich einen Termin ausmachen. Ich habe auch Judith Schalanskys Entgegnung gelesen und schon hatte ich ein mögliches Szenario für „Innere Stadt“ oder „Deja vue“, vielleicht fällt mir noch ein anderer Titel ein.
Valentina Schneeberger ist 35, Sozialarbeiterin am OWS und bei ihrer Mutter Dora und deren Freundin Leonie Schwanninger aufgewachsen und ihr Leih- oder Samenvater ist der schwule Architekt Bruno Leitner, jetzt ist er 65, lebt irgendwo mit der Mindestrente bzw. Grundsicherung in einer kleinen Wohnung und davon am Abend zu den diversen Buffets zu gehen und sich so charmant durchs prekäre Leben zu bringen. Ein paar Politiker könnte er vielleicht auch beraten und sein Wunschsterbedatum ist der 13. 3. 33. Bücher die er bis dahin fertiglesen will, hat er, glaube ich keine und er scheint auch nicht den Bücherschrank zu frequentieren, denn die Männer interessieren sich ja nicht so sehr dafür und Valentina Schneeberger hat auch noch eine Klientin, die achtzehnhährige Miranda Berger, die mit einer Psychose nach Drogeneinnahme vielleicht eingeliefert wurde, sich jetzt für ein Schutzengelchen hält und von ihrer Ururoma erzählt, die im August 1914 vor Schreck eine Frühgeburt hatte, als sie erfuhr, daß ihr Albert in Frankreich oder sonstwo gefallen war.
Das könnte schon für ein Einstiegsseznario herhalten und wenn ich jetzt geduldig daran arbeite, das was ich über den Word war I oder die Genreproduktion brauche, recherchiere und aufpasse mich nicht zu sehr zu wiederholen, kann das fünfunddreißigste Buch in sechs Wochen, vier Monate, zwei Jahren, etc entsehen.
Ich will mich da auch nicht mehr unter Druck setzen, ich bin so schnell, wie ich kann, aber, daß ich an mir arbeiten will, um besser zu werden und weiterzukommen, nehme ich mir auch immer vor und dagegen spricht auch nichts.
Das wäre vorläufig wieder alles. Die Einstiegsszene oder so habe ich noch nicht, nur die Idee, das in drei Handlungssträngen aufzubauen, Valentina Schneeberger, Bruno Leitner, Miranda Schutzengelchen, bekommen je eine und erzählen ihre Geschichten.
Dazwischen könnte ich ja, wie geplant ein wenig auf Sommerschreibwerkstadt gehen, da liegen ja noch die Minilektionen von der „Schule des Schreibens“ im Wohnzimmer oder in der Stadt spazieren gehen, mich an ein paar Passanten heften und versuchen daran weiterzukommen, ob mir das in St. Pölten gelingt, bin ich zwar skeptisch und bis ich im September in Wien herumrennen kann, habe ich vielleicht schon die Einstiegsszenen geschrieben.
Mal sehen, ich muß ja nichts überstürzen, sondern kann alles kommen lassen, wie es kommt, finde es bis jetzt aber spannend und bin zufrieden, weil das ja ein spannender Plot werden könnte und wenn es außer mir ohnehin keinen interessiert, brauche ich mich auch nicht unter Druck setzen.

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