Literaturgefluester

2014-07-22

Romanschreibwerkstatt

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:54

Im Sommer schwebt mir ja immer eine Schreibwerkstatt vor, wahrscheinlich habe ich immer noch das Gefühl nicht vollkommen zu sein und lernen zu müssen, obwohl ich schon lang genug schreibe und auch schon einiges kann, das Feedback fehlt mir wohl zur Überzeugung und so kann ich mich an einen Sommer vor einigen Jahren erinnern, als ich noch nicht bloggte, wohl aber die „Standard Gewinnspiele“ eifrig verfolgte und da war auch eines mit einer Schweibwerkstatt in irgendeinem Schloß in NÖ oder sonstwo, ich habe natürlich nichts gewonnen, nur das Angebot erhalten, mit einer Ermäßigung trotzdem teilzunehmen.
Habe gedacht, das kann ich auch allein, bin in die Sommerfrische hinausgefahren, die ich schon damals machte und habe nicht recht gewußt, wie mache ich nun eine Schreibwerkstatt allein für mich?
Ein diesbezügliches Kärtchen von Friedrich Hahns Angeboten und einige Krimis hatte ich als Kursmaterial.
So habe ich mich, glaube ich, noch einmal durch die „Bachmanntexte“ gelesen, einen Krimi von Kurt Bracharz, den ich dann 2005 bei der Text und Kritik Werkstatt in Vorarberg persönlich kennenlernen sollte genommen und bin mit ihm die Traisen vorangefahren.
Schreibwerkstätten, ich habe schon geschrieben, daß ich noch aus einer Zeit komme, wo es das nicht gab und man solches nicht kannte, das heißt wohl, in Amerika hat es das schon gegeben, das war aber weit und ohne Internet für mich nicht so leicht erreichbar und das alte sozialistische Leipziger Literaturinstitut und ich glaube auch die „Schule des Schreibens“ mit ihren fünzehn goldenen Regeln, sonst war das in den Siebziger- und Achtzigerjahren sehr verpönt, denn schreiben kann man nicht lernen, das bekommt man durch den Musenkuß etc.
Trotzdem ist der „Arbeitskreis schreibender Frauen“, in dem ich, wie ich ja immer schreibe, sozialisiert wurde, soetwas gewesen, obwohl die Kritik die dort geübt wurde, wie ich noch immer glaube nicht sehr konstruktiv war, zumindest habe ich sie nicht so empfunden und sie hat mich damals auch nicht weitergebracht.
Ich habe das Schreiben, glaube ich, wohl wirklich allein gelernt, durch learning by doing, lesen, zu Veranstaltungen gehen und als ich es, wie ich behaupte, schon ein bißchen konnte, im Jahr 2000 etwa, habe ich einen der hinteren Preise beim „Luitpold Stern Wettbewerb“ gewonnen und wurde in die Schreibwerkstatt der Gewerkschaft eingeladen, die ich als sehr angenehm empfand, weil da geschrieben und gelesen, aber nicht sehr viel herumgenörgelt wurde.
Inzwischen hat sich das Bild geändert, jetzt gibt es die Schreibkurse in den VHS, wo sich die Autoren ihr Zubrot verdienen, unzählige Schreibwerkstätten und Akademien und auch das Institut für Sprachkunst, Leipzig und Hildesheim, wo man, wenn man genommen wird, im Parnaß ist, weil da wahrscheinlich gleich in Verlagsnähe. Ddie Wochenendschreibschulen oder auch das Writerseminar punkten dagegen mit dem Spaß und der Freude die man haben kann, wenn man sich selbst ein solches Wochenende finanziert.
Seit es das Internet gibt, kann man aber auch sehr viel umsonst mitschnuppern und das Writerseminar bietet auch immer Probeseminare an, die ich sehr produktiv finde, aber wie erwähnt, ich behaupte ja, ich kann schon schreiben.
Trotzdem faszinieren mich diese Angebote immer und ich surfe auch sehr viel in ihnen, da gibt es ja die Anni Bürkl und auch andere, die ihre Online und auch andere Romanschreibwerkstätten haben und meinen, daß man das braucht, weil man im Kämmerlein zu Haus seine blinden Flecken hat und allein nicht wissen kann, was die Leser interessiert, sondern in der eigenen Suppe schwimmt.
Vielleicht geht es mir so, habe ich ja nicht sehr viel Aufmerksamkeit und Feedback bei meinen inzwischen schon fast fünfunddreißig selbstgemachten Büchern.
Da schummelte ich jetzt ein bißchen, denn das Fünfunddreißigste ist noch eher eine Idee, aber es gibt die „Hierarchien“ und die beiden Fachbücher, so daß es wieder stimmt und so denke ich immer, wenn ich in den Sommermonaten in die „Sommerfrische“ aufbreche und auch, so wie jetzt etwas neues beginne, ich sollte das mit einer Schreibwerkstatt tun.
Wie tue ich das allein? Da bin ich nicht mehr so ganz unbeleckt und naiv, wie damals, als ich eine Schreibwerkstatt machen wollte und nicht wußte, wie das geht?
Jetzt habe ich auch einiges Material, das mir dabei helfen könnte, wenn ich mir den Coach, der mir angeblich oder auch tatsächlich zu einer Verlagsveröffentlichung verhilft, nicht leisten will und ich bin ja ohnehin im Selfpublishing gut unterwegs, bin ich ja eine Pionierin desselben, weil ich das schon seit 2000 praktiziere.
So beginne ich ein neues Werk meist auch mit einem Schreiblernbuch, da haben sich ja auch schon einige bei mir angesammelt, den Fry habe ich mir sogar gekauft, einige andere in den Schränken gefunden, jetzt habe ich kein Buch, aber die Minilektionen der „Schule des Schreibens“, die im Internet monatlich Gratisseminare anbieten, das nächste wird am 26. 8. zum Thema „Dialog“ sein und da habe ich sicher einiges zu lernen, denn ich glaube, ich bin nicht sehr gut im Dioalogschreiben. Es wird aber besser und so habe ich gestern, die Miniaufgabe, die man einschicken soll, gemacht und hingeschickt. Jetzt bin ich gespannt und kann mit meiner „Inneren Stadt“ beginnen, da war ich schon wieder recht produktiv, habe ich ja schon vor einigen Monaten, als ich noch an meinen beiden noch nicht fertigen Sachen korrigierte, einige diesbezügliche Artikel geschrieben, Notizen gemacht, Ideen gesammelt, von denen ich das „Deja vue“ wahrscheinlich verwerfe. Eine Fritzi Jelinek und Einen Theo Hardenberg wird es im neuen wahrscheinlich nicht geben.
Aber dafür könnte sich das Miranda Schutzengelchen vielleicht mit dem dritten Weltkrieg beschäftigen und denken oder fürchten, daß der vielleicht demnächst in der Ukraine beginnt und Magdalena Himmelbauer, die Ururgroßmutter, die 1914 eine Frühgeburt hatte, als sie hörte, daß ihr Albert gefallen sei, könnte einen eigenen, den vierten Handlungsstrang bekommen.
Dazu muß ich natürlich viel recherchieren und sehr geduldig sein, wenn es nicht gleich so läuft, wie ich es will, aber ich habe schon Erfahrung und eigentlich vor, die letzte Sommerfrischewoche, bevor wir auf Urlaub fahren, eher mit dem Recherchieren und den Durchlesen der Miniaufgaben, die ich schon habe, zu verwenden, als mit dem Schreiben zu beginnen, obwohl ich da die ersten vier Szenen schon weiß.
Miranda Schutzengelchen, 18, sitzt im Studentenzimmer, nimmt den ersten Joint und hört vom Flugzeugabschuß in der Ukraine. Das Weitere ergibt sich dann, die Vision des dritten Weltkrieges oder die Vorstellung, die Ururgroßmutter zu sein. Dann gehts zu Valenina Schneeberger, die Sozialarbeiterin in einer Drogenberatungsstelle mit namen „Change“ ist, die besucht ihre Mutter und ihre Doppelmutter. Sie hat ja zwei bzw. ist sie in einer WG mit zwei Frauen aufgewachsen und der Lehivater und Samenspender Bruno Leiter macht sich vielleicht auf ein Sommerfest auf. So weit so wahat so könnte es losgehen, das Weitere ist noch ungewiß und sollte sorgfältig erarbeitet werden. Im Elsaß kann ich mich ja vielleicht auch ein bißchen auf erste weltkriegspuren begehen und wenn ich den august in der Sommerfrische gut überstanden habe und mit dem Rohkonzept noch nicht ganz fertig bin oder auch wenn, im September in Wien auf Innere Stadttourismustage gehe um mich weiter inspirieren zu lassen.
So weit so what, ich bin, wie man sehen kann, sehr kreativ und als ich im Juni ein bißchen in das Seminar der „Schule des Schreiben“s über die Ausbildung dort hineinschnupperte, konnte ich eine sehr schöne Unterscheidung lesen, die haben die Schreibenden nämlich in Genies, die brauchen keine Schule und heißen Kafka, Joyce, Bernhard, etc, talentierte, das sind dann die die man später in Klagenfurt und auf den deutschen Buchpreislisten findet und kreative, die, die sich ihr Hobby oder Leidenschaft selbst mit einer Ausbildung finanzieren und später dann auch selberpublizieren und das war es, was mich ja immer etwas störte, drei Leute bekommen einen Preis oder einen Ausbildungsplatz, hundert bewerben sich dafür und was ist mit den 97 anderen, zu denen ich ja auch gehöre, habe ich mich schon immer gefragt?
„Die Schule des Schreibens“ und auch das „Writersstudio“ und andere scheinen ihren Klienten eine tröstliche Antwort zu geben, obwohl man sich über die Kreativität und das Hobby auch streiten kann und ich mir ja noch immer denke, wenn sich die Leute vielleicht auch für etwas anderes als das, was auf den Buchpreislisten steht, interessieren, wäre das ganze kein Problem.
Und eine Schreibgruppe, seit der ich seit eineinhalb Jahren mehr oder weniger regelmäßig gehe, gibt es inzwischen ja auch, die mit Ruth und Robert, wo sich Fritz Widhalm, Ilse Kilic und auch noch einige andere treffen und ich jeweils ein paar Szenen für die „Brüderschaft“, als auch eine für die „Anna“ geschrieben habe.

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Die Frauen der Schaurinia

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:16

Jetzt bin ich endlich in Slowenien angekommen und zwar in Istrien, wo in der Zwischenkriegszeit, die Frauen mit Körben auf dem Kopf und wenn sie es sich leisten konnten, einem Esel, durch die Dörfer gingen, Eier gegen ein Stück Leinen, Gewürze, Schnaps etc eintauschten und sie dann am Markt vom Triest verkauften.
Es lebe das Matriachat, die Männer waren bei den Kindern zu Hause, bestellten die Felder, manchmal versoffen sie sich auch.
Katina ist so eine Schaurinka und während sie mit ihrem Esel durch die Gegend zieht, denkt sie an die Zeit zurück, als sie sechzehn war und vom Vater das erste Mal mit ihrer Schwester losgeschickt wurde. Die Mutter hat ihnen den Korb mit der Leinwand, dem Petrolium, dem Pfeffer etc gegeben, die Teta Ursa,die erfahrenste Eiersammlerin, alles genau erklärt.
„Hart verhandeln, ehrlich zahlen!“ und der Vater sagte „Ihr werdet euch schon nicht verirren. Alle Straßen führen nach Rom und alle Wege zurück nach Grasice.“
Von der Mutter kommt, glaube ich, noch das „Bei Schlechtwetter gehst du, bei Schönwetter kommst du!“ oder umgekehrt.
Es ist ein hartes armes Leben, das die Frauen da auf ihren Wegen führen, es gibt aber eine herzliche Solidarität, sie werden von den Bauern mehr oder weniger freundlich aufgenommen, bekommen was zu trinken und ein Stückchen Brot, können übernachten und haben manche Freundinnen unter den Bäuerinnen, die Teta Nina beispielsweise oder die Teta Fila, deren Männer krank oder geizig sind, sie erzählen sich Geschichten, zum Beispiel von dem Mann der sehr viel trank, dann versprach damit aufzuhören, er verblödete daran, die Frau pflegte ihn, der Arzt kam ihn wöchentlich besuchen, einmal fand er ihn nicht im Bett, sondern im Weinkeller, denn er hatte sich nur krank gestellt.
Ein Zigeuner schenkt Katina ihr erstes Eselchen, sie borgt den armen Frauen manchmal Geld, das sie nicht immer zurück bekommt und manchmal wird ein Kind auf den Weg geboren.
Katina, die in den Nachbarsohn einen guten Mann findet, passiert das nicht, sie bekommt aber jedes Jahr ein Kind, das seine Mutter dann nicht sehr oft sieht, denn sie muß morgens weg und kommt erst, wenn überhaupt, spät nachts nach Haus und fragt sie höchstens, was sie ihr mitbringen wird?
„Kipfel, Feigen, süße Sachen!“
Für viel mehr reicht es nicht und als Katina einmal allen ihren vier Kindern ein Hemd kauft, hat sie alle ihre Lira ausgegeben und ist ihre ersten Wege als junge Frau auch barfuß gegangen, weil kein Geld für Schuhe da war und sie noch beim Schuster waren.
Denn das Leben ist hart, es werden Steuern eingetrieben und die Karabineri erwischen sie manchmal beim Schnapsschmuggeln oder nehmen ihnen ihre Eier weg, weil sie keine Erlaubnis hatten.
Da hilft nur der Wein, die Geschichten oder auch die Zauberei, die in den istrischen Dörfern der Zwischenkriegszeit eine große Rolle spielt. Da wird von Hexen und von Zauberern erzählt und im Anhang wird der 1939 geborene Marjan Tomsic als Vetreter des magischen Realismus genannt und das Buch im Klappentext als „Kollektiver Roman und Dokument des Matriachats, der Grenzüberschreitung in sprachlicher und kultureller Hinsicht“ bezeichnet.
Wohl wahr, überschreiten die Frauen ja ständig die italienische und slowenische Grenze, sprechen Italienisch und auch andere Sprachen, obwohl sie wahrscheinlich nicht viel zur Schule gingen.
Die Handlung ist in verschiedene Kapitel gegliedert, die Namen wie „Das schickt euch der Onkel, dem Ihr den Esel gestohlen hat“ oder „Soll doch alles beim Teufel sein, die Butte, das Ferkel und der Wein“, tragen und so wird der Roman, der von Johann Strutz aus dem slowenischen Übersetzt wurde, recht form- und plotlos erzählt.
Von Marjan Tomsic, der im Klappentext als „der kongeniale Erzähler Istriens“ beschrieben wird, ist im Internet nicht besonders viel zu finden, so gibt es den „Wikipedia-Eintrag“ beispielsweise nur auf Slowenisch. Es gibt aber im Anhang ein ausführliches Nachwort von Silvija Borovnik und auch eine Erklärung, die erläutert, wie es „vom „Original zur Übersetzung kam.
Dazu passt gut Veronika Seyrs „Forellenschlachten“, als kleiner Denkanstoß, daß es diese Solidarität und vielleicht auch die ganzen Eierfrauen nicht mehr gibt, das ich zufällerweise knapp vor der „Hermagoras-Verlagsspende“ bekommen habe, ansonsten hat mich das Buch sehr an B.Traven und seinen „Karren“ erinnert, denn dort sind die „Carreteros“ ja auch mit Sack und Pack, über die Paßhöhen gezogen.

2014-07-21

Entwurf einer möglichen Laudatio oder Dankesrede

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:39

Stell dir vor da ist Literatur und keiner geht hin oder da sitzt eine und schreibt und schreibt und keinem interessierts.
So denke ich, könnte es bei mir der Fall sein, der seit einundvierzig Jahren unermüdlich schreibenden Frau, der es nicht und nicht gelingt damit Aufsehen zu erregen und in den Literaturbetrieb hineinzukommen und schon gar nicht zu einem Preis, Veza Canetti, Erich Fried, Anton Wildgans etc fallen mir da ein, für den das eine mögliche Dankesrede wäre.
Aber das sind mit Ausnahme der ersten, ohnehin alles alte Männer und für den „Reinhard Priessnitz-Preis“ werden die jungen experimentellen Talente gesucht und man muß auch nicht immer nach Preisen und Anerkennung schielen, höre ich auch immer, aber die hatte ich ja eigentlich nie und außerdem will ich mir eine mgöiche Laudatio schreiben, für den „Literaturgeflüsterpreis“ vielleicht oder Dankesrede, weil man sich nicht selber laudatieren kann und auch keine Preise geben, aber wenn es kein anderer tut und man, wie die Psycholigin weiß, ein bißchen Anerkennung braucht, um weiterzumachen, nicht aufzugeben, nicht zu verhungern und zu verdursten….
Also da ist eine, die hat sich vor einundvierzig Jahren eingebildet, schreiben zu können, noch vor der „Knödelmatura“ und gleich damit begonnen.
Ja, die Hauptschullehrerin Frau Else Linser und die Frau Professor Friedl waren da vielleicht günstige Gönnerinen und das Talent ein bißchen entwickelt, aber die anderen, da war der alte Senior-Psychologiestudent, der hat die erste Erzählung von der Hure und der Nonne, wie hat sie nur gleich geheißen, eine interessante Broschüre genannt, was auch ein bißchen verwirrend war.
Dann kam der Gerhard K. und die Monika J. und hielten die „Einladung zum Tee“ für schlecht, die Monika Jensen hat mich aber in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht, den ich damals jung und dumm, ein bißchen für die „Gruppe 47“ gehalten habe.
Aber da war ja auch die Marie Therese Kerschbaumer dabei, und die Elfriede Haslehner habe ich dort kennengelernt, die Christa Stippinger, die Elfriede Awadalla und und und
Also geschrieben und geschrieben, die ersten Schreibblokaden und Krisen waren schon vorbei und der erste Preis oder Preiserl, wie es der Gerhard nannte, den für das rollenunkonforme Kinderbuch „Mädchen dürfen pfeifen Buben dürfen weinen“ ist Anfang der Achtzigerjahre auch gekommen.
So klein war der gar nicht, hat er ja auch einen halben Kinderbuchpreis bekommen und den „Theodor Körner Preis“ habe ich auch einmal erhalten, aber den bekommen fast alle, die sich darum bewerben. Wenn es also nicht weiter geht, ist über die literarische Qualität nicht viel zu sagen und viel weiter als bis zu ein paar „Luitpold Stern Preise“, die sich eigentlich an kreative Gewerkschaftsmitglieder wandten, ist es nicht gegangen.
Obwohl ich 1987 in die GAV aufgenommen wurde und meine Texte dann sehr dumm und patschert überall herumschickte, die Manuskripte an „Suhrkamp“ und „Fischer“, Auszüge an Literaturzeitschriften und fast überall ein „Leider nein, Seien Sie nicht böse, lassen Sie sich nicht entmutigen, betrachten sie es nicht als Werurteil!“, hörte.
Aber nein, natürlich nicht, ich machte weiter, auf jeden Fall und, um jeden Preis, konnte es aber trotzdem nicht verhindern, daß mich ein bißchen die Resignation einholte und die Depression packte.
Denn wenn man das Gefühl hat, aufzustehen, nur um wieder hinzufallen…
Circa zweitausend hat mir dann der Alfred mein erstes Buch selbst gemacht und mir die „Wiener Verhältnisse“ zum Geburtstag geschenkt und ich dachte „Wow so schön, so schnell, so billig!“, ab jetzt wird jedes Buch von mir erscheinen und das ist ja auch, nur habe ich mich damit leider in ein Fettnäpchen gesetzt, das scheint mir ja sehr leicht zu fallen, denn „Eigenverlag, nein, das wollen wir nicht!“
Das heißt inzwischen zwar Selfpuplishing und scheint anderswo sehr erfolgreich, aber nein, bei mir doch nicht, ich habe mich wahrscheinlich sowohl mit meinen inzwischen schon zweiunddreißig Selbstgemachten und zwei auf der Warteliste und das Fünfunddreißigste vielleicht im Entstehen, als auch mit dem „Literaturgeflüster“ weg vom Fenster gebracht, bei dem ich ohnehin noch nicht sehr war, nicht drinnen im Literaturbetrieb, nur draußen oder daneben, was ich eigentlich nicht ganz verstehe, denn so schlecht bin ich ja nicht, vielleicht ein bißerl dumm und patschert beim Vermarkten. Der Rest ist Schweigen und die Depression breitet sich weiter aus, denn jetzt kommen schon die Zwanzigjährigen daher und jeder scheint Bücher zu schreiben, aber bei mir scheint das nicht zu gehen, aber stop und halt, wolltest du dir nicht eine Laudatio schreiben, für den Literaturgeflüsterpreis den ich mir verleihen würde, wenn ich das könnte, dürfte…

Denn ein bißchen Anerkennung braucht der Mensch, meint die Pssychologien und da ist also eine, die schreibt und schreibt, obwohl es niemanden interessiert und sie hört trotzdem nicht auf.

Zweiunddreißig selbstgemachte Bücher, zwei auf der Warteliste, eines die „Hierachien“ bei einem Kleinstverlag, zwei Fachbücher in anerkannten Verlagen. Da scheint das Unmögliche zu gehen und sogar recht leicht zu sein. Seit Jahren Texten in Anthologien, beispielsweise in der von der „Linken Wort Lesung beim Volksstimmefest und sechs Jahre Literaturgeflüster, das zwar auch etwas selbstgemachtes ist, aber auch ein umfangreichews Archiv der literarischen Veranstaltungen der letzten Jahre, die ich besuchte und eines meiner „Indie  Bücher“ ist das „Literaturgeflüstertextebuch“, das eigentlich auch aus einer Verzweiflungskrise entstanden ist und von einigen, wie beispielsweise dem GAV Generalsekretär Gerhard Jaschke sehr gelobt wurde und da ist es mir zwar nicht gelungen, eine „Literaturhaus-Rezension“ zu bekommen, dennn nein, das geht doch nicht, dafür ist das Geld nicht da, da müßen wir schon sparsein sein. Aber Manfred Mayer Limburg hat mich angerufen umd mir mitrgeteilt, daß im „Log“ eine sehr schöne zwei Seiten Rezension darüber erschienen ist, an der ich meine Freunde haben werde. Also geht es schon ein bißchen, wenn man nicht aufgibt und nicht zu ungeduldig ist.

Denn da ist eine, die interessiert sich sehr für Literatur und schreib und liest und hat vielleicht schon ein bißchen was zusammengebracht.

2014-07-20

Erste Entwürfe

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:33

Als ich am Freitagmittag in der Sommerhitze beim Mc Donald am Bahnhof St. Pölten bei einem Cheeseburger TS gesessen bin und mein schwarz rotes China-Notizbuch aufgeschlagen habe, hat mich prompt einmal die Verzweiflung gepackt.
Denn da stand zwar schon etwas hingeschmiert, schon seit ein paar Monaten habe ich mir immer wieder, meist am Wochenanfang ein paar Notizen gemacht, über was ich als nächstes schreiben könnte. Denn immer über über Bücher und über alte Leute soll es ja nicht sein.
So kam einmal die Idee mit dem Todesentwürfen, Todestag 13. 3. 2033 und bis dahin alles aufgelesen.
Nicht schon wieder, aber Papier ist geduldig und aufschreiben kann man es ja einmal, damit es nicht verloren geht und man nichts vergißt.
Dann kam Sybille Lewitscharoff und die Aufregung mit den Retortenkindern bei ihrer „Dresdner Rede“ und die sagte, bei einer „Blauen Sofa Sendung“, daß sie sich wünschte, das jemand darüber schreibe.
Könnte ich, wäre ein interessantes Thema dachte ich und korrigierte vorläufig weiter. Ein paar Namen sind dann auch gekommen, da stehe ich ja sehr auf schöne, sprechende und hatte vor ein paar Jahren eine Diskussion mit Frau Haidegger, ob die Sophie Hungers so heißen dürfe?
Bei mir darf ja nie etwas sein, während die anderen ungestraft ihre Vermittler Thomas Bernhard oder Bernhart nennen und alle sind entzückt.
Also habe ich gesammelt und bin auf eine Valentina Schneeberger, eine Magdalena Himmelbauer, ein Miranda Schutzengelchen und nach dem ÖVP- Fest auf einen Hans Leitner, der auf allen Listen steht und sein Lebn in einem alten schwarzen Anzug auf allen Festen mit Bravour meistert.
So etwas Ähnliches hatte ich schon, aber ich bin ja überzeugt, daß einem seine Lebensthemen ohnenin nicht loslassen und es auch den anderen so geht.
Einige alte Bekannte, wie der Psychiater Theo Hardenberg aus der „Frau auf der Bank“, die Fee Felizitas, Fritzi Jelinek aus der „Absturzgefahr“ und die Nika Weihnachtsfrau sind auch noch in das Buch gekommen und das habe ich in der Sommerhitze gelesen und gedacht, darüber will ich einen Roman bzw. mein fünfunddreißigstes Indie Buch machen?
„Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“ und eh schon wissen, ist das dann, was darauf folgt, diesmal nicht einmal so sehr. Ich habe mich damit nur in den etwas kühleren Hammerpark gesetzt und etwas von „Zeit lassen“ gedacht und, daß es ohnehin egal ist, wenn ich es nicht kann, dann schreibe ich dasselbe noch einmal, weil es ja ohnehin niemanden interessiert und die anderen dürfen auch einen Roman nach dem anderen schreiben.
Am Samstagmorgen habe ich mir die Notizen noch einmal durchgesehen und mir neue gemacht, beziehungsweise gedacht, wenn ich etwas über Gen-Reproduktion schreiben will, sollte ich erst einmal ordentlich recherchieren, denn sehr viel weiß ich ja nicht davon, habe mir die „Dresdner Rede“ durchgelesen, die sehr interessant ist, denn erstens ist das mit den „Halbwesen“ nur ein ganz kleiner Teil daraus und zweites ist mir klar geworden, woher ihre Abneigung gegen Selbstmörder kommt, hat sich ja ihr Vater , ein Gynäkologe umgebracht und wenn man gedrillt ist, für alles die abgehobensten Ausdrücke zu verwenden, dann passiert halt sowas mit den Halbwesen, was bei einem Roman entzückt, bei einer Rede Empörung und Aufschreie auslöst.
Ich bin auch auf ein paar Homepages von Kinderwunschkliniken gegangen und habe mir die Eingangsvideos angegschaut, wenn man über 35 ist und schon ein Jahr auf das Kind wartet, soll man keine Zeit verschwenden und sich gleich einen Termin ausmachen. Ich habe auch Judith Schalanskys Entgegnung gelesen und schon hatte ich ein mögliches Szenario für „Innere Stadt“ oder „Deja vue“, vielleicht fällt mir noch ein anderer Titel ein.
Valentina Schneeberger ist 35, Sozialarbeiterin am OWS und bei ihrer Mutter Dora und deren Freundin Leonie Schwanninger aufgewachsen und ihr Leih- oder Samenvater ist der schwule Architekt Bruno Leitner, jetzt ist er 65, lebt irgendwo mit der Mindestrente bzw. Grundsicherung in einer kleinen Wohnung und davon am Abend zu den diversen Buffets zu gehen und sich so charmant durchs prekäre Leben zu bringen. Ein paar Politiker könnte er vielleicht auch beraten und sein Wunschsterbedatum ist der 13. 3. 33. Bücher die er bis dahin fertiglesen will, hat er, glaube ich keine und er scheint auch nicht den Bücherschrank zu frequentieren, denn die Männer interessieren sich ja nicht so sehr dafür und Valentina Schneeberger hat auch noch eine Klientin, die achtzehnhährige Miranda Berger, die mit einer Psychose nach Drogeneinnahme vielleicht eingeliefert wurde, sich jetzt für ein Schutzengelchen hält und von ihrer Ururoma erzählt, die im August 1914 vor Schreck eine Frühgeburt hatte, als sie erfuhr, daß ihr Albert in Frankreich oder sonstwo gefallen war.
Das könnte schon für ein Einstiegsseznario herhalten und wenn ich jetzt geduldig daran arbeite, das was ich über den Word war I oder die Genreproduktion brauche, recherchiere und aufpasse mich nicht zu sehr zu wiederholen, kann das fünfunddreißigste Buch in sechs Wochen, vier Monate, zwei Jahren, etc entsehen.
Ich will mich da auch nicht mehr unter Druck setzen, ich bin so schnell, wie ich kann, aber, daß ich an mir arbeiten will, um besser zu werden und weiterzukommen, nehme ich mir auch immer vor und dagegen spricht auch nichts.
Das wäre vorläufig wieder alles. Die Einstiegsszene oder so habe ich noch nicht, nur die Idee, das in drei Handlungssträngen aufzubauen, Valentina Schneeberger, Bruno Leitner, Miranda Schutzengelchen, bekommen je eine und erzählen ihre Geschichten.
Dazwischen könnte ich ja, wie geplant ein wenig auf Sommerschreibwerkstadt gehen, da liegen ja noch die Minilektionen von der „Schule des Schreibens“ im Wohnzimmer oder in der Stadt spazieren gehen, mich an ein paar Passanten heften und versuchen daran weiterzukommen, ob mir das in St. Pölten gelingt, bin ich zwar skeptisch und bis ich im September in Wien herumrennen kann, habe ich vielleicht schon die Einstiegsszenen geschrieben.
Mal sehen, ich muß ja nichts überstürzen, sondern kann alles kommen lassen, wie es kommt, finde es bis jetzt aber spannend und bin zufrieden, weil das ja ein spannender Plot werden könnte und wenn es außer mir ohnehin keinen interessiert, brauche ich mich auch nicht unter Druck setzen.

2014-07-19

Feiertag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:46

Hurrah, hurrah, ich bin wieder einmal zweimal fertig, nämlich mit dem Korrigieren der „Brüderschaft“, die jetzt an den „Digitaldruck“ gehen und hoffentlich bald als mein dreiunddreißigsten „Selbstgemachtes“ erscheinen kann und der „Anna kämpft gegen das Vergessen“, die samt dem Gedicht von Richard Weihs, das an den Anfang kommt, vom Alfred zu einem Buch gesetzt werden kann.
Meine Leser werden es bemerkt haben, das mich das Korrigieren und das ständige Fehlerfinden, etwas nervte und ungeduldig machte, obwohl ich ja schon weiß, das es nach dem Fertigwerden des Rohentwurfes einige Monate dauert, bis es druckfertig ist.
Dabei verändere ich an den Inhalten meistens kaum etwas mehr, sondern schaue es nur immer wieder durch, um Fehler zu finden, obwohl ich ja in meiner Orthografie nicht so sicher bin, die alte Rechtschreibung verwende und das von meinen Lesern auch immer wieder vorgeworfen bekomme.
Man bemüht sich aber, obwohl ich in Gedanken schon seit einigen Wochen oder Monaten bei meinen nächsten Projekt bin und da auch schon ungeduldig wurde, wann ich endlich damit anfangen kann. Habe ich ja schon im Juni davon geschrieben, daß ich gerne in Wien auf Recherche und Spurensuchen gehen würde.
Einige Ideen habe ich auch schon in mein schwarzes chinesisches Notizbuch aufgeschrieben, aber es ist noch nichts Konkretes, beziehungsweise einige sehr verschiedene und auch sich widersprechende Ideensplitter, die noch ausgereift gehören.
Aber jetzt bin ich schon in der dritten Sommer beziehungsweise zweiten Sommerfrischenwoche in Harland, weil ich die erste Juliwoche ja in Wien, am Tag bei der Sommerakademie und am Abend mit dem „Bachmannhören“ verbrachte.
Vorige Woche bin ich dann nach Harland gekommen, wo ich die Sommerfrische im letzten Jahr ja sehr ausgiebig mit einem „Stadtschreibeprojekt“ zelebriert habe und mit dem Korrigieren, des „Literaturgeflüsterbuchs“ auch rechtzeitig fertig geworden bin.
Diesmal habe ich zwei Texte mitgenommen und war die letzten Tage sehr ungeduldig, wann ich endlich fertigwerde.
Am Mittwoch war es dann mit der „Brüderschaft“, wo es ja schon eine „Vorschau“ gibt, so weit und am Donnertag bin ich mit der „Anna“ fertiggeworden.
Da muß ich in Wien noch einige Seiten ausdrucken, weil ich in Harland keinen funktionierenden Drucker habe, habe aber den Text schon den Alfred geschickt und bin frei für das Neue, was, wie meine Leser wahrscheinlich ebenfalls wissen, mir sehr wichtig ist.
Bin ich ja sehr ungeduldig und auch schnell im Rohentwurf. Dann bin ich nach ein paar Wochen damit fertig, korrigiere die nächsten Monate und schwöre im „Literaturgeflüster“ hoch und heilig, mir für das nächste Projekt aber wirklich viel Zeit zu lassen, möglichst ein Jahr, um wieder in ein paar Wochen fertig zu sein.
Dann mache ich eine Vorschau, bekomme keine Reaktion darauf und wenn das Buch fertig ist, stelle ich ein Foto davon ins Netz, mache eine kleine Aussendung an die NB, an das Literaturhaus, an den ORF und die „Alte Schmiede“ und das war es dann schon, mit der „Anna“ habe ich dann das vierunddreißigste Selbstgemachte und das sollte man eigentlich feiern.
Wenn ich schon keine Preise bekomme, sollte ich das selber, beziehungsweise mit dem „Literaturgeflüster“ tun, das ja gerade den sechsten Geburtstag gehabt hat.
Ich habe in den einundvierzig Jahren, in denen ich so beharrlich, verzweifelt und verbittert so vor mich hinschreibe, schon meine Rituale entwickelt.
Meistens putze ich in Wien die Fenster, wenn der Text an den Alfred abgegangen ist, das kann ich nächsten Montag oder Dienstag tun und gehe zum Friseur, das habe ich heute in St. Pölten gemacht und auch gleich mit dem Recherchieren für das Nächste Werk, für das ich schon ein paar Notizen in meinen Büchern habe und das „Innere Stadt“ oder „Deja vue“ heißen könnte, begonnen.
In der Sommerfrische marschiere ich ja meistens durch St. Pölten, gehe zum Mc Donald und zum „Thalia“ und schaue meine Notizen durch und in meinen bisherigen Büchern beginne ich dann meistens auch zu lesen, sowohl, um mich zu inspirieren, als auch um mich nicht zu sehr zu wiederholen.
Bis vor kurzem hatte ich ja auch das Gefühl, vielleicht ein wenig ausgeschrieben zu sein, weil ich immer schneller und immer hektischer werde und wohl auch immer verbitterter, weil kein Feedback und keine Anerkennung kommt, obwohl ich das zunehmend versuche selbst zu tun und auch gegen meine Schnelligkeit nicht mehr ankämpfen werde.
Soll sie sein und, daß die meisten Autoren ihre Themen haben, über die sie schreiben, ist wohl auch bekannt. Ich bin halt eine nicht sehr abgehobene, realistische Schreiberin, die schon viele Themen angerissen hat und sich jetzt auf ihren Recherchezügen mit etwas Neuen beschäftigen will, wenn sie das findet.
Diese und nächste Woche werde ich ab Mittwoch noch in Harland sein, dann gehts zwei Wochen ins Elsaß, bin abgelenkt und werde Neues sehen, bis dahin werde ich wohl in Harland oder bei meinen Radtouren Studien machen.
Mal sehen wie es wird, wenn, wie im vorigen Jahr, im August, der Rohentwurf, damals von den „Dreizehn Kapitel“ entstehen, sollte, ist es auch nicht schlimm.
Wird aber im Elsaß wahrscheinlich nicht passieren.
Ab nun also recherchieren, bzw. das Fertigwerden feiern und dann natürlich lesen. Da gibt es ja die Sommerlektüre, eine ideelle Slowenienreise, die noch nicht ganz angetreten ist, dank der freundlichen Bücherspende des „Hermagoras-Verlags“. Dann habe ich wieder einen Krimi bzw. einen erotischen Roman von „Lago“ angeboten bekommen. Da habe ich nicht „Nein“ gesagt, obwohl ich wegen meiner Bücherliste wirklich aufpassen soll, wenn ich die bis Jahresende schaffen will und dann habe ich mir diese und letzte Woche einige Videos über den Zerfall der DDR und die letzten Tage der Honeckers angeschaut, durch ein Interview, das ich von Dürs Grünbein hörte, bin ich darauf gekommen. Das war dann ein Sog, in den ich gezogen wurde, obwohl ich mich in meinem neuen Projekt ja nicht mit der DDR beschäftigen will.
Ein Bücherregal für Harland, weil ich ja wirklich keinen Platz mehr für meine Funde, Abverkaufskäufe und Rezensionsexemplare habe, haben wir letzte Woche auch bestellt und jetzt bin ich offen für die Sommerfrische,froh, daß ich mit dem Korrigieren fertig bin und freue mich auf meine nächsten beiden Bücher, die ich auch schon ein bißchen vorgestellt habe, so daß sich die Interessierten ein Bild machen können.
Habe ich ja bei der „Alternativen Buchmesse“, das „Gruftiemädel“ auf der Brüderschaft gelesen. Beim „Margaretner Fest für Kunst und Kultur“ den Beginn der „Anna“ und im „Werkl im Goethhof“ habe ich beide Bücher vorgestellt, so daß es da ja schon ein paar Erfahrungswerte gibt.
Den Text für die „Anna“ habe ich am Donnerstag geschrieben, das Bild müßen wir noch machen. Ich denke eines meiner übervollen Bücherregale in der Krongasse, wäre da passend, denn die Anna hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre mögliche Demenz durch das Lesen von Büchern und das darüber Bloggen zu bekämpfen.

2014-07-18

Das fünfzigste Jahr

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:04

Weiter geht es mit der Kärntner intellektuellen Prominenz, denn es geht ums „Fünfzigste Jahr“ oder zu den „Bekenntnisses eines Priesters“, des 1963 in Wien geborenen Peter Deiblers, der Deutsch-und Biologielehrer an Wiener Hauptschulen war, Theologie studierte und seit 2011 Pfarrer in Klagenfurt-Welzenegg, sowie Gefangenen und Flüchtlingsseelsorger der Diözese Gurk ist, Kurzfilme, Bilder und Skulpturen aus und herstellte und auch das Libretto zu Bruno Strobls Kirchenoper „Sara und ihre Männer“ schrieb, die 2012 beim Carinthischen Sommer aufgeführt wurde.
Ein beachtliches Werk für einen Fünfzigjährigen, der im 2014 bei „Hermagoras“ erschienen „Fünfzigstenjahr“ seinen privaten und beruflichen Jahreserlebnissen in Gedankensplittern, die mal in Ich,-mal in Er Form geschrieben werden, Ausdruck gibt.
„Zwischensumme eines Reisenden“ heißt es in der Buchbeschreibung.
„Der Versuch einer Rechtfertigung in einer Sprache, die oft ironisch, bissig, poetisch oder philosphisch ist. Erzählte Spiritualität oder eigentlich die Geschichte der Zeit selbst…“
Los geht es in den sechsundsiebzig Stücken im August mit einer Sizilienreise, das Ich oder der Erzähler erlebt Lampedusa, bekommt von seiner Nachbarin, die nach Wien zum Studium fährt, erzählt, daß sie nicht nach Sizilien möchte, weil ihr das zu gefährlich ist, kommt mit drogenkonsumierenden Afrikanern, die drei Herkunftsländer und viele Sprachen haben, ins Gespräch und hofft, daß die große Romafamilie sich während der Schiffsüberfahrt nicht zu dicht neben ihm plaziert.
Danach geht es zum Freundesbesuch nach Istambul und wieder heim in die Gemeinde, in den Schulunterricht, wo sich die Klassen Unterricht zur „Demokratischen Meinungsbildung und zu den Sakramenten“ wünschen. Eine Geburtstagsfeier eines Achtundziebzigjährigen wird geschildert, ein Brief an den Bischof geschrieben und an den Dissidenten, den kritischen Priester, der dann doch nur wegen der Frauen, nicht wegen seiner Kritik aus der Kirche ausgetreten ist, erinnert.
Über das Asylanten- oder korrekter Asylwerberheim auf der Saumalm, das berühmt-berüchtigte, wird berichtet, vom Besuch beim Zahnarzt erzählt und die Führung einer Pfarre mit einem Radiosender, sprich Ö1 mit dem Radiokolleg, Wolfgang Kos und Alfred Treiber, verglichen.
Von den Kindern die zur Beichte gehen wird berichtet und vom Spaß zu Ostern, wenn der Priester alle mit dem Weihwasser naß spritzen darf und im Pfarrcafe die Milch vergesser hat, so daß der Kaffee schwarz getrunken werden muß.
Iraner und Afrikaner werden getauft, die Schüler melden sich zu Matura an und die Einsamkeit des des Priesters, wenn dann alle bei den Weihnachts- und Osterfeiern bei ihren Familien sitzen, wird erwähnt. Dazwischen werden Priesterkollegen geschildert und Vorträge in Buchhandlungen über die philosophischen Lektüreerlebnisse, gehalten.
Über Ulrich Seidls „Paradies:Liebe, Paradies:Glaube und Paradies Hoffnung“ schreibt der Autor in der Kirchenzeitung und erläutert seinen Lesern, daß die Filmtrilogie nicht dem Theaterstück von Ödon von Horvath, sondern dem Korintherbrief nachempfunden wurde, Horvath hatte seine Inspiration aber wohl auch daher.
Wir begleiten den Priester zur Gesundenuntersuchung und zum Optiker, können seine Gedichte lesen und reisen mit ihn am Ende seines Jahres nach Spanien und Marrakesch, wo „der Tag mit dem Hanenruf beginnt, der den Muezzin weckt.“
Haben so einen interessanten Einblick in das Leben eines Pfarrers mit allen seinen Herausforderungen, kreativer Schaffenskraft bekommen und erfahren, was sowohl privat als auch beruflich in einem Jahr passiert, was ich sehr interessant fand, da ich mich mit dem Alltag eines katholischen Pfarrers bisher nicht sehr beschäftigt habe, sondern durch die Workcamps, die ich als Studentin machte, eher nur mit evangelischen Pfarrern zusammenkam, die sich nicht mit dem Zölibat auseinandersetzen müßen und Familien haben. Die sozialen Heraus-und Anforderungen von Kirche, Schule und Gemeinde bleiben wohl bei beiden Priestergruppen gleich und auf den letzten siebzig Seiten des Buches, dem schon in der Beschreibung und im Klappentext erwähnten Essay „Bürger- und Messianische Kirche“, zeigt uns Pfarrer Deibler sein philosophisches Können, in dem er vom „Gleichnis über die Pharisäer“ zur Medienkritik kommt und hier die unterschiedlichen Bewertungen, die er zwischen Kirche und Gesellschaft sieht, anprangert.
So meint er etwa, daß der Berichterstattung über den Mißbrauch in den kirchlichen Institutionen in der Presse ein viel höherer Stellenwert eingeräumt wurde, während man bei den Mißständen in den Heim am Wiener Wilhelminenberg sehr schnell zur Tagesordnung überging.
„Sind öffentliche Kinderheime weniger interessant? Oder hat die Wiener Stadtregierung stärker eingegriffen in die Berichterstattung als zuvor die Kirche?“, fragt er listig pfiffig auf Seite 212.
Er spricht auch vom Massenkonsumenten, der bis zur öffentlichen Meinung geht, was man am Gebrauch von Twitter, Facebook, sowie an den Computerspielen sehen kann, erwähnt Julian Assange und kommt dann zu Papst Benedikts Warnung vor den Präservativen auf seiner Reise in das aidsverseuchte Afrika, die die Presse seiner Meinung nach unverhältnismäßig breit und aus dem Zusammenhang gerissen, dargestellt hat, denn was soll man von einem Papst in Fragen der Empfängisverhütung schon erwarten?
Das gleich sieht man, füge ich hinzu, nachdem ich mir in den letzten Tagen einige Margot Honeckder Videos angesehen habe, auch an der Empörung über die über achtzigjährige alte Dame, die sich am 7. Oktober 2009 in ihrem Haus in Chile mit Freunden zusammensetzte, die DDR-Fahne hißte, einen den DDR-Song über Rosa Luxemburg sang und den „sechzigsten Jahrestag der DDR“ feierte.
Ein Video das im Internet landete und höchstwahrscheinlich nicht von ihr hineingestellt wurde.
Ein höchst interessantes Buch also „Das fünfzigste Jahr“ mit der privaten und der öffentlichen Meinung eines kulturell interessierten katholischen Priester, das man wahrscheinlich nicht nur im Shop des Behelfsdienst der Diözöse Gurk ,sondern auch im Buchhandel kaufen kann.
Die Präsentation hat am 12. Juni im Diözesanhaus Klagenfurt stattgefunden, Bilder lassen sich dazu im Internet ansehen und wenn ich etwas kritisieren darf, so fehlt ein Anfang mit einem ausführlichen Verzeichnis der zitierten Bücher und sollte vielleicht noch hinzugefügt werden.

2014-07-17

Durch die Gleitsichtbrille

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:08

Bevor es nach Slowenien geht, kommen wir nach Kärnten, hat der „Mahorjeva-Hermagoras-Verlag“ seinen Sitz in Klagenfurt und der 1958 geborene Gerard Kanduth ist Richter am dortigen Landesgericht und seit 2002 Präsident des Kärntner Schriftstellerverbandes.
„Durch die Gleitsichtbrille“ – „Ein heiter-ironisches Panoptikum“ ist in vier Teile aufgegliedert.
„Ländliche Perspektiven“ heißt die erste und da geht es zuerst zur „Aufnahmsprüfung“ in ein wahrscheinlich Klagenfurter Gymnasium mit den hoffnungsvollen Buben eines Kärntner Dörfchens samt deren aufgeregten Mütter, die dem routinierten Schulpsychologen die Vorteile der Hauptschule nicht glauben wollten und die junge Lehrerin „keinen intellektuellen Unterschied zwischen Landschädel und Stadkopf gelten ließ“. Das ist wahrscheinlich immer noch sehr realistisch, obwohl es Peter Handke vor mehr als fünfzig Jahren auch nicht besser gegangen ist.
In der zweiten Geschichte „Nächtigungen“ geht es in die schlaflosen Stunden eines Bürgermeisters, denn morgen ist Gemeinderatsitzung und der Tourismus, für den er verantwortlich ist, ging zurück. Die Touristen kommen trotz Ehrenurkunden und Sektgeschenken nicht mehr und sogar die importierten Braunbären begeben sich auf Flucht.
„Im Grenzstein“ bekriegen sich zwei oder ein Sturschädel wegen eines Grenzsteins, den zwar die eigenen Söhne ausgegraben haben, den Vater aber in den finanziellen Ruin und in die psychiatrische Anstalt brachte.
Der Herr Richter wird es wissen und schon einigen Sturschädeln vor seinem Richtertisch begegnet sein und beteuert im Vorwort, daß seiner Geschichte nicht Gottfried Kellers „Romeo und Julia dem Lande“ als Vorbild diente.
Dann geht es in „Strandgeschichten“, zum Sommer passend, in den Urlaub und zwar zuerst auf Pauschalreise nach Griechenland. Vater, Mutter und zwei Kinder in ein Zweisterne-Paradies auf Kreta, das von einem grantigen Ehepaar samt Tochter geführt wird. Der Vater säubert den Pool um Mitternacht, ist auf den „Doughnut-Verkäufer“ der am Strand seine Krapfen verkaufen will, böse, am Schluß wird aber trotzdem niemand erschossen, obwohl die Griechen ihre Gewehre, wie die Schweizer im Kleiderschrank haben sollen und es geht mit dem Bus zum Flughafen zurück.
„Nachmitags am Strand von Cavallino“ erzählt die Geschichte eines illegalen arabischen Souvenierverkäufers, der seine Waren zu einem „Good prize“ verkaufen will.
Dann wirds besonders zynisch, wird da doch, wenn ich mich nicht irre, Donna Leon und ihr Commissario Brunetti aufs Korn genommen. Denn es wird von einer Lady gesprochen und „Commissario Brancino“, der in Ungnade fällt, wird in Band siebzehn der Serie, die schließlich nie erscheinen wird, plötzlich von Meran nach Jesolo versetzt, soll einen Mord an einer blonden Frau aufklären und geht mit gepunkteten Unterhosen schwimmen, womit er den Unmut eineiger älterer Damen erregt.
Böse, böse, dabei ist der Brunetti eigentlich eine ganz sympathische Figur mit einer sympathischen Familie und sozialen Touch und die Serie, die, glaube ich, schon an die Zahl dreißig geht, einige davon habe ich gelesen, einige stehen noch auf meiner Liste, wird von den Lesern wahrscheinlich nicht nur im Sommer heiß begehrt.
In den „Kulturellen Streifzügen durch Kärtnen“ geht es zuerst mit den eingeladenen Künstlern und Intellektuellen den Lendway-Kanal hinunter, die anderen müßen draußenbleiben und dann zum Interview ins Parkhotel nach Villach, um zuletzt dem Lesachtaler Dichter Engelbert Obernosterer zu huldigen, mit dem ich einmal ein Buch tauschte und ihn während unserer Schiwoche in Obergail, besuchen wollte, was aber nicht zustande kam.
In der „Angewandten Rhetorik“ geht es um das Dies und Das des Lebens, der Frühpensionierung eines wirklichen Hofrats beispielsweise, die dann doch nicht möglich ist, weil man wegen des Staatsbankrotts, leider bis achtzig arbeiten muß.
„Eine kleine juristische Vogelkunde“ gibt es auch und der Papa ißt sich während des Ansehens einer Wahlübertragung mit Nougat und Marzipanpralinen, wahrscheinlich einen Diabetes an.
Um Fußball geht es natürlich auch und um einen Volkshochschulkurs für „Kosmische Anfänger“ und am Schluß wird es bei der „Jahresbilanz“ wieder politisch grauslich, denn da haben wir das Nulldefizit erreicht, die Krankenstände reduziert und alle müßen arbeiten bis sie umfallen oder sich vorher freundlicherweise selbst entsorgen und der „billig Prosecco und der unecht-Lachs“ wird auch noch eingespart.
Köstlich das heitere Panoptikum eines Klagenfurter Richters und Dichterpräsidenten und man hat von der Welt und Kärtnens politischen Situation und seiner Kulturschaffenden beim Lesen des kleinen Büchleins viel erfahren.

2014-07-16

Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:00

Jetzt kommt ein Einschub beziehungsweise Vorgriff aus meiner endloslangen Leseliste, die schon manche Gemüter erregte, ein dünnes Bändchen, das schnell am Morgen in der Badewanne zu lesen ist, bevor es in der Sommerfrische literarisch nach Slowenien beziehungsweise nach Klagenfurt gehen wird und da habe ich mir wohl einmal in der „Buchlandung“ um einen Euro aus der Abverkaufskiste Martin Walsers Rede zum „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“ mit einer Laudatio des kürzlich verstorbenen Frank Schirrmacher gekauft, da mich Literatur, die große, wie die kleine sehr interessiert und bin bisher nicht zum Lesen gekommen.
Zum Lesen der Sonntagsrede in der Frankfurter Paulskirche von 1998, zum Lesen der Bücher des 1927 in Wasserburg am Bodensee geborenen Martin Walser, den ich nur kurz mit dem Robert verwechselte, schon.
So stehen, glaube ich, sowohl das „Fliehende Pferd“ als auch der „Springende Bunnen“ in meinen Regalen und „Tod eines Kritikers“, 2002 erschienen und viel Aufsehen erregt, habe ich mir aus dem Internet besorgt.
Martin Walsers Publikationsverzeichnis, der sich sehr für deutsche Klassik, für Goethe und Schiller interessiert, ist sehr lang und einige seiner Romane habe ich noch auf seiner Liste und ein paar seiner Interwiews habe ich auf dem blauen Sofa beim Frankfurt oder Leipzig Surfen auch immer wieder gehört.
Jetzt also die Sonntagsrede zum deutschen Friedenspreis und der berühmte deutsche Autor geht die auch hintergründig scheinbar gemütlich an und spricht anfangs von den Bäumen über die er in seiner schönen Rede zum schönen Sonntag sprechen will.
Aber nein, sie muß ja kritisch sein, also zitiert er 1989 einen idealistischen Ostspion der verurteilt wurde, während die westlichen Spione straffrei blieben und zitiert seine Kritiker, die ihm vorwarfen in seinen Büchern nicht immer über Auschwitz und den Holocaust zu schreiben, aber Goethe hat das auch nicht immer über die französische Revolution getan.
1945 war Walser achtzehn Jahre alt und Frank Schirrmacher führt in seiner Laudatio an, daß er damals im Gefangenenlager wieder lesen durfte und seine verlorene Jugend mit Adalbert Stifters Nachsommer begann, dann kommt er zu Franz Kafkas Verwandlung, der eines schönen Morgens aufwacht und sich als Käfer wiederfindet, so ist es wahrscheinlich vielen Deutschen 1945 und denen im Osten 1989, füge ich hinzu, gegangen. Ihre Identität hatten sie verloren und mußten sich erst in eine neue finden.
„Walser zeigt, was es heißt, in einer Geschichte zu leben, deren Ende man nicht kennt. Also zeigt er, was heißt, in der Gegenwart zu leben“, zitiert Schirrmacher weiter und ruft zum Lesen von Martin Walser auf.
Ein paar Jahre später ist, ich habe es schon erwähnt“ „Der Tod eines Kritikers, Martin Walsers Abrechnung mit dem im vorigen Jahr verstorbenen Marcel Reich-Ranicki, erschienen, die ihm viel Kritik und Widerspruch einbrachte.
Zehn Jahre vor der Sonntagsrede scheint ihm das schon mit „Über Deutschland reden“ passiert zu sein, wie Schirrmacher weiter anführt. Ein widersprüchlicher vielschichtiger Dichter also an dem man viele Facetten erkennen kann, so daß es sich lohnt sich mit ihm auseinanderzusetzen und auch in dem kleinen fünfzig Seiten Büchlein gibt es viele Denkanstöße mit denen man über unser Leben und unsere Geschichte weitersinnieren kann.
Über die Deutsch Deutsche und sicher auch über die Österreichische, wie Martin Walser kurz anskizziert und in seiner Sonntagsrede über das Verdrängen spricht, weil man sich nicht mit allem was in dieser Welt passiert beschäftigen kann, weil man dann ja keine Bücher mehr schreiben könnte.
Soll sich der Schriftsteller in die Gesellschaft einmischen? Diese Gretchenfrage wird auch irgendwo gestellt und Martin Walser hat sie auch durch seine Bücher und seinen Reden beantwortet und Frank Schirrmacher, der vor einigen Jahren ja angeblich oder tatsächlich auch zum Opfer und Helden eines Romanes bzw Krimis wurde, dem Ähnliches vorzuwerfen ist, als es bei Walsers „Tod eines Kritikers“ war, obwohl sich die beiden Autoren des „Sturmes“ davon distanzierten, hat Marcel Reich-Ranicki ja noch kurz vor seinem Tod im Krankenhaus besucht. Jetzt habe ich vor kurzem von Franz Schirrmachers Tod erfahren und gestern Martin Walsers Friedenspreisrede vom Jahr 1998 nachgelesen. Ich höre mir in den letzten Jahren, wenn es geht, immer die Live-Aufzeichnungen aus der Paulskirche an und heuer wird, das habe ich ergooglet, der mir bis jetzt unbekannte Jaron Lanier den Friedespreis bekommen.
Ob ich seine Preisrede und die Laudatio, der Laudator scheint noch nicht fest-beziehungsweise in Wikipedia zu stehen, auch einmal nachlesen kann?

2014-07-15

ÖVP-Sommerfest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:52
Eva Jancak © Harald Stockinger

Eva Jancak © Harald Stockinger

Ich bin ja irgendwie in vielen Karteien, weil ich schon lange zu sehr vielen Veranstaltungen gehe. Erst in letzter Zeit versuche ich mich auch Blogbedingt, auf Literarische zu konzentrieren und es wird ohnehin eher überall eingespart und der Zugang zu Buffets, siehe „Alpha“ limitiert und nur per persönlicher Einladungskarte mit Anmeldung und Vorweisen vorberhalten.
In die ÖVP-Kartei scheine ich aber geraten zu sein, kann ich mich ja an eine sehr tolle Veranstaltung etwa 2003 oder 2004 in der ÖVP Akademie bei Schönbrunn erinnern, wo recht wenig Leute waren, der inzwischen verstorbene Christoph Wagner ein Sptzenmenu mit, ich glaube, Muscheln zelebrierte und irgendeine Zeitung vorgestellt wurde, die ich etwa ein Jahr zugeschickt bekam.
Da habe ich gefragt, wie ich in die Kartei geraten bin, was mir niemand sagen konnte, bin ich ja eher nicht ÖVP zentriert, sondern eine sozialistische Arbeitertochter und parteilose Kummunistin, wie ich mich so bezeichnen würde. Zu der ÖVP gibt es aber einen anderen Bezug, allerdings erst später, als ich ich schon in der Kartei war, nämlich durch meine „Ohrenschmaus Jurytätigkeit“, denn Franz Joseph Huainigg der Initiator ist oder war ÖVP Behindertensprecher und wir habven unsere Jury Sitzungen auch einge Male im ÖVP Parlamentsklub im Parlament abgehalten.
Jetzt ist eine Einladung zu einem Sommerfest in die ÖVP Arkaden beim Rathaus gekommen, da ist die ÖVP-Clubszentrale, das weiß ich noch von den Demonstrationen gegen Schwarz Blau Anfang 2000, an denen ich mich beteiligt habe.
Kurz nach fünf habe ich die Arkaden erreicht, mußte meinen Namen sagen und bekam ein Bändchen, wie im Krankenhaus, die ich eigentlich sehr hasse, umgehängt, ein knallgelbes Bändchen, die ÖVP-Farbe zur Identifizierung und bin dann eine Zeitlang in den Arkaden hin-und herspaziert und habe mich sehr eingeperrt gefühlt, denn das Gelände war nach außen abgeriegelt und mit Security bzw. den jungen Frauen in den gelben Jacke bei der Aufnahme verstellt.
Es kamen dann die Leute, wurden immer mehr, zuerst kaum welche, die ich kannte und ich hatte den Eindruck ich wäre zwischen ÖVP-Funktionäre geraten.
Dann wurden die Getränkestände eröffnet, es gab Knabberstangerln mit Aufstrichen und man mußte sich an die Tische stellen, um mitzunaschen, was auch recht schwierig war, weil die Leute sich untereinander zu kennen schienen und niemanden dazuließen.
Dann rief mich schon Eva Singer, die ehemalige Mitarbeiterin von Franz Joseph Huainigg und „Ohrenschmaus-Organisatorin“ an und beim Buffet wurde hinter abgesperrten Tischen ein Spanferkel gebraten, Ketchupflaschen und Pfefferonigläser hingestellt.
Das war dann bald von Leuten umringt, während um sechs Michael Spindelegger, der Parteiobmann und Vizeokanzler mit einer Rede begann, von der nur wenig zu verstehen war und mir nicht sehr viel als das „Erneuern der bürgerlichen Werte“ im Gedächtnis blieb.
Danach gab ein Buffetgedränge, ich war ziemlich weit vorn, füllte meinen Teller mit zwei Bratwürsteln, Spanferkelstücken und den Beilagen an und es war dann gar nicht so schwer, wie vermutet zurückzukommen, hätte ich doch fast an eine Rauferei gedacht.
Es gab auch genügend zu essen und ich habe mich mit einer Frau, die sich, wie sie mir sagte, auch vor der Drängerei gefürchtet hat, sehr nett unterhalten.
Es gab auch freundliche Leute unter den vielen sich Kennenden, Michael Spindelegger ging herum und reichte allen die Hand und ich begann nach dem Mojito zu suchen, den manche Leute in der Hand hielten und fand ihn erst sehr spät auf der anderen Straßénseite Da gab es dann auch bequeme Polstersessel zum Niedersetzen, allerdings auch recht schwierig einen Platz zu bekommen, obwohl auf der Einladung etwas von „gemütlich“ stand.
Ich bin allerdings mit einem sehr freundlichen Fotografen und einem ÖVP-Bürgermeister ins Gespräch gekommen und als ich wieder zurückgegangen bin, bin ich auch auf ein paar Leute gestoßen, die ich von Veranstaltungen kenne.
Dann tauchten plötzlich Schwedenbomben auf, in Schachteln auf den Tischen und zu manchen konnte man hingehen und „Darf ich?“ fragen, bei anderen schrieen die Leute „Das ist Unsers!“ und rißen einen die Schachtel weg, wenn man danach greifen wollte und ich dachte, die ÖVP wäre eine christliche soziale Partei, die gerne an das Teilen und an andere denkt und die meisten Leute sahen auch sehr wohlhabend aus und waren elegant gekleidet.
Jetzt habe ich aber auch eine Einladung zu einem Coming together in den fünften Bezirk erhalten, wo die Bezirksvorstehung die Künstler mit der Wirtschaft zusammenbringen will, mal sehen wie das wird, vielleicht gibt es da weniger Gedränge, haben solche Maßenveranstaltungen immer eine eigene Dynamik und der Drang nicht genug zu bekommen, scheint offenbar weitverbreitet und ist wahrscheinlich auch bei mir vorhanden.

Forellenschlachten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:08

Bevor es nach Slowenien geht, noch nach Ex-Jugoslawien, beziehungsweise zu dreiunddreißig Briefe aus dem vergessenen Krieg der ORF Journalistin Veronika Seyr, die von 1988 bis 1997 Auslandskorrenspondentin in Moskau und Belgrad war und ihre diesbezüglichen Erfahrungen im „Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft“ herausgegeben hat.
Und da ist ja vor kurzem eine Rezensionsanforderung des Verlags an mich gekommen und nach einer Verzögerung auch das Buch und ich muß sagen, da hätte ich etwas versäumt, wenn das an mir vorbeigegangen wäre, obwohl ich die Neuzehnneunzigerjahre ja sehr bewußt und aktiv erlebt habe.
Im April 1991, da war ich über Ostern in Japan, ist meine Mutter gestorben, ich habe dann meinen Vater bis zu seinem Tod Ende 95 betreut, das heißt, ich bin zwei bis dreimal täglich von meiner Wohnung bzw. Praxis in seine gefahren und eine Zeitlang hat sich meine Wohnung in Harland in St. Pölten befunden und die Praxis in der Gumpendorferstraße, bis ich mir die in der Reinprechtsdorferstraße mietete und wir in der Gumpendorferstraße wohnten. Im Zug bin ich mit den bosnischen Flüchtlingen in Berührung gekommen, mit der Tante Dora aus Belgrad habe ich eifrig korrespondiert und sie 1998 war das, glaube ich, auch besucht, ein paar Bücher über die politische Situation habe ich sicher auch gelesen.
Trotzdem oder deshalb ist vieles an mir vorbeigegangen, so daß ich das Buch allen an der Politik Interessierten wirklich nur empfehlen kenn.
Außer dem World war one, der sich heuer zum hundertsten Mal jährt, gab es vor zwanzig Jahren über der österreichischen Grenze den Balkan Krieg. Wolfgang Petritsch, der, als wir in Belgrad waren, österreichischer Botschafter dort war, hat das Vorwort geschrieben und Veronika Seyr eine mutige und offene Frau genannt und so beginnen die Briefe aus dem vergessenen Brief an eine Katja, das Buch ist der Tochter Julia gewidmet, in Belgrad, Ende September 1991.
Veronika Seyr hat gerade in der schönsten Villengegend Belgrads in einer Straße, die auf Deutsch „Opfer von Dachau oder Mauthausen Straße“ heißen würde, ein ORF-Büro errichtet, sie wohnt dort auch mit ihrer Tochter und dem russischen Kindermädchen. Sie ist offenbar Alleinerzieherin und will als solche auch nicht bevorzugt werden, kann nicht schlafen, weil in der Nacht die Bomber über ihrem Kopf dröhnen, die „gazela“ heißen und am Nachmittag bringen sie die Verwundeten ins Militärkrankenaus.
Das sind meist junge Burschen, die von der Schule in den Krieg geschickt wurden.
„Mama, laß mich nicht sterben, ich habe noch nicht gelebt“, heißt so auch die Kapitelüberschrift und als Veronika Seyr in der Belgrader Hauptstraße in einem Cafhaus sitzt, sieht sie zwei junge Burschen mit Holzbeinen vorrüberhumpeln, die über die Straße wollen, aber nicht durch die Unterführung können, so hält der Verkehrspolizist, den Verkehr für sie an.
Man sieht Veronika Seyr hat Talent zum schreiben und versteht packend zu erzählen, andererseits wäre es auch schwer und vielleicht auch langweilig, den Kriegsereignissen zu folgen.
Im zweiten Brief gehts zuerst nach Vukovar und dann nach Albanien. In Vukovar sind die Serben eingefallen und haben alle Häuser mit „Hier ist Serbien, das ist ein serbisches Haus“, bemalt und die Fahrt in das Armenhaus Albanien ist gespenstig. Es wurde ihnen schon geraten Verpflegung und Benzin mitzunehmen, einen Dolmetscher, der all das übersetzt, haben sie auch und im einzigen offen Hotel reserviert. Die Kinder überfallen sie dann am Straßenrand, betteln um Süßigkeiten und werfen mit Steinen, wenn sie keine bekommen und ein Vater prügelt wegen der kummunistischen Proaganda seinen Sohn, als der die erhaltenen Süßigkeiten in den Mund stecken will, der bösen Ausländer wollten ihn möglicherweise vergiften.
Im Hotel ist dann kein Platz, die Reservierung ist nicht angekommen, sie müßen im kalten Auto schlafen und das noch dazu vom Rezeptionisten bewachen lassen.
Im dritten Brief ist Weihnachten, Julia und das Kindermädchen sind in Wien, Veronika muß Dienst schieben, ärgert sich darüber und hört sich ein Konzert von einem Potestsänder „Wenn du schon ein ganzes Volk hassen mußt, dann versuch jeden einzelnen zu hassen. Es wird dir nicht gelingen“, an, das seltsamerweise von der Zensur nicht verboten wurde.
Dann gehts ins schöne Dubrovnik und ins Holiday Inn, wo auch Radovan Karadic mit seiner Leichwächterschar residiert, die sie dann beim Frühstück trifft. Radovan Karadic ist für eine ethnische Kantonisierung und Veronika Seyr besucht einen Freund, der nicht praktizierender Moslem ist, mit seiner Frau, einer bosnischen Kroatin und einer Tochter lebt. Er zeigt ihr die anderen gemischten Familien in dem Haus, später gehen Frau und Tochter nach Deutschland, während er mit seinem Vater zurückbleibt.
Als der Kampf in Sarajewo losgeht, muß Veronika Seyr nach Belgrad flüchten, um ihren serbischen Mitarbeiter aus der Gefahrenzone zu bringen. Dort erlebt sie den Haß der Mütter auf die Ausländer, sie wird beschimpft, ihrer Tochter Julia wird der schöne Teddypyjama nicht verkauft.
Das Leben der Familie Milosevic wird beschrieben, Slobodan hat sich als Bankangestellter in der Partei hochgearbeitet, seine Frau Mirjana Markovic ist eine Partisanentochter, Sozilogieprofessorin, die schwarze Haare hat und immer Blümchen und Seidenkostüme mit großen Punkten trägt, die sie noch dicker machen, ihre Tochter ist Rundfunkdirektorin mit Waffe, der Sohn Autonarr und Mafiosi, während die Bevölkerung hungert, der Kaffee kostet schon eintausendfünfhundert Dinar und die ehemalige feinen Damen stierln in den Abfallkübeln der reichen Gegenden und freuen sich, wenn sie einen halben Rahmbecher finden.
Im zehnten Brief sind wir im April 1993 und da besuchte Veronika Seyr ein ehemaliges Folterlager in der Nähe von Banja Luka, wo zu Ostern die serbischen Rekruten, alles ganz junge Buben, angelobt und mit Ostereiern beschenkt wurde, der vierundzwanzigjährige Mechaniker Dragan hat seinen Bruder begleitet und gibt ein Interview mit seinen Kriegserfahrungen, er hat einen kleinen muslimischen Buben erstochen, damit der nicht schreien und ihn nicht verraten konnte und bekommt seine Augen nun nicht mehr los und im Sommer 1993 will sie mit ihrem Auto mit Belgrader Kennzeichnen, das schon in Wien die Polizei auf den Plan rief, mit ihrer Tochter und deren Freundin nach Istrien auf Urlaub fahren und erlebt dabei ihre Wunder mit den Grenzern „Wir haben Krieg mit Ihrem Land, Madame, verstehen Sie das nicht!“, einen Hund der ehemaligen serbischen Armee kauft sie auch einer Flüchtlingsfamlie ab und bringt ihn nach Begrad zurück, wo er prompt gestohlen wird.
Dann geht es weiter mit dem Leben in Belgrad mit der wachsenden Inflation, die Not des Belgrader Zoos, den ich 1998 auch mit dem Alfred und der Anna besuchte, wird erwähnt und ein Spendenaufruf im ORF, ein Unfall Julias, die nach Wien ins Krankenhaus ausgeflogen werden mußte und die Reisen in die zunehmenden Krisen- und Kampfgebiete.
Im zwanzigsten Brief geht es um den Kosovo, Veronika Seyr berichtet von einem Wehrdienstverweigerer, der nach Klagenfurt geflüchtet ist und dort Schwierigkeiten mit seinem Asylantrag hat, denn Wehrdienstverweigern ist kein Flüchtlingsgrund.
Im Dezember 1994 ist es kalt in Belgrad, der Strom wurde abgedreht und die Bevölkerung erinnert sich an ihren kommunistischen Bürgermeister Bobgan Boganovic, dem Architekt und Baumeister, inzwischen nach Wien geflüchtet, der das 1985/86 auch mal tat und im Fernsehen im dicken Schal sparratschläge gab.
An das Massakaker von Srevenica vom Juli 1995 dem achttausend muslimische Männer und Burschen zum Opfer fielen, wird im vierundzwanzigsten Brief gedacht, Veronika Seyr berichtet von der serbischen Berichterstattung und gibt in ihrem „Alltagssplitter“ auch das damals größte Medienereignis, die Traumhochzeit von Arkan mit der Turbo-Folkpop Dova Ceca, im maßgeschneideter himmelblauer Phantasieuniform, dem ersten Weltkrieg nachempfunden, mit Säbel und Rundkäppi kund.
Mit „Serbien ist ein verrücktes Land, ein Gulag unter der Leitung von Monty Python“, einem Zitat ihres Lieblingsjournalisten und Landespsychiaters Jovan Cerovic, endet dieser Brief, der mit „Sei herzlich gegrüßt aus dem Irrenhaus“, unterschrieben ist.
Bei einer Demonstration wird sie als Hurentochter beschimpft und von Frauen als „daitsches Schwain“ angegriffen und traumatisiert, so daß sie sich im Krankenhaus Lain behandeln lassen muß, wobei sie von der bosnischen Putzfrau, die sie für eine reiche Serbin hält, bestohlen wird. Sie wird auch von einer Flüchtlingsfamilie, die sich als eine Mafiabande entpuppt ausgenützt und lernt Peter Handke beziehungsweise sein Buch „Gerechtigkeit für Serbien“ kennen, der in der Nationalbibliothek sehr hofiert wird, sich beim Interview als zickig anstellt und Fehler in seinem Serbenbild kann sie auch erkennte.
Ihr Lieblingsschriftsteller ist aber ohnehin Ivo Andric, dessen „Brücke über die Drina“ und „Wesire und Konsuln“ auch auf meiner Leseliste stehen.
Der dreiunddreißigste Brief vom September 1997 kommt schon aus Wien, Veronika Seyr hat den Kosovo-Krieg nicht mehr abgewartet, sondern befindet sich schon auf den Weg zu ihrer nächsten Station nach Russland.
Jetzt hat sie das Buch mit ihren Balkan Erinnerungen herausgegeben, erklärt in ihrem Nachwort den Grund und erzählt von einer Lesung in der „Alten Schmiede“ und im Cafe Korb, die schon vor dem Erscheinen hatte und sehr freundlich aufgenommen werden.
Es gibt noch Anmerkungen zu den Briefen, eine Zeittafel, ein Personenverzeichnis und eine Literaturliste, die einem das Eintauchen in die Geschichte vor zwanzig Jahren erleichtern können. Mir hat der Ausflug in den „vergessenen Krieg“ interessante Erkenntnisse und Erweiterung meines Bewußtseins gebracht und kann auch auf mein eigenes Archiv verweisen.

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