Literaturgefluester

2014-08-09

In den Vogesen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 04:47
Katzenthal

Katzenthal

Das es im Elsaß ein „Gebirge“ gibt, habe ich schon in den „Gebrauchsanweisungen“ gelesen, allerdings lese ich die sogenannten Vorbereitungsbücher und die Reiseführer, immer erst vor Ort, vorher interessieren mich die Häuser und die empfohlenen Kirchen, beziehungsweise besten Restaurants nicht, weil ich sie mir nicht richtig vorstellen kann, beziehungsweise ich mich auf meinen Alltag konzentriere.
Das hat auch Nachteile, wie zum Beispiel, daß ich in Riga draufgekommen bin, daß „Die Hunde von Riga“ in meiner Büchertasche fehlen oder einmal am Campingplatz beim Grand Sasso, daß die Bergschuhe fehlen, weil ich keine Ahnung hatte, daß es dort, wo wir hinfahren, Berge gibt.
Zurückgekommen habe ich mir Schuhe gekauft und sie ins Auto gelegt, so daß ich für den Fall, daß, immer vorbereitet bin und als ich mein Gepäck für den Elsaßurlaub packte, auf das Radfahren war ich vorbereitet, habe ich überlegt, ob ich meine festen Waldviertler Halbschuhe mit Vibramsohle mitnehmen soll oder nur die Schlapfen und Sandalen und gedacht, nein, denn für den Falle, daß habe ich sowieso meine Wanderschuhe.
Das Elsaß hat also die Vogesen, las ich dann am Campingplatz in den „Gebrauchsanweisungen“ und auch „Sagen Sie nie, speziell wenn Sie aus der Schweiz oder aus Österreich kommen „Was sind denn das für Bergerln, da haben wir zu Hause doch viel höheres?“
Dann wurden die Berghütten beziehungsweise Bauernrestaurants empfohlen, in denen man gut essen und auch übernachten kann, wenn man sich entsprechend vorher anmeldet.
Ich dachte „Aha!“, war noch nicht auf das Bergwandern eingestellt, aber der Alfred schlug dann nach ein paar Tagen eine kleine Bergtour vor.
Also die Wanderschuhe aus dem Auto genommen, der kleine Rucksack war schon für die Radtouren vorbereitet, die entsprechende Hose, die Sonnenbrille, die Creme und das Kapperl ebenfalls vorhanden. Also nichts wie los in das Gebirge, weil das viele Weinverkosten ohnehin langweilig ist und ich mich an das neue grüne Klapprad noch nicht so recht gewöhnt hatte, beziehungsweise es auf der Fahrt nach Colmar Ausfahrtstraßen mit vielen großen Autos, Campern und Lastwägen gibt, vor denen ich mich eigentlich fürchte, die Weinstraßen auch ein bißchen bergig sind und eine Mountainbikerin bin ich eigentlich nicht.
Dafür aber eine Wanderin und so sind wir losgefahren, die Weinstraße hinauf in das Gebirge, denn der Alfred hatte eine Wanderung auf den Hohneck vor.
Eine eineinhalb Stundentour, die im Reiseführer vorgeschlagen wurde, sollte ich vielleicht hinzufügen, um nicht mißverstanden zu werden, man kann von dort auch mehr und länger wandern, aber das Wanderwochenende mit dem Herrn Sladky kommt erst nach dem Zwanzigsten und wenn es schon nicht so hohe Berge, wie in Österreich gibt, kann man sich auch für die Pensionistenroute entscheiden und die haben wir dann, wie auch viele junge Leute mit sehr kleinen Kindern, die gerade laufen lernten, auf der kleinen Tour gesehen.
Wir sind von einem Parkplatz an einem dieser Landgasthöfe, der an dem Dienstag oder Mittwoch, an dem wir unterwegs waren, geschlossen hatte, vorbeigegangen, bis zu einem anderen Hof, vorbei an Ziegen und dann die eineinhalb Stunden zum Hohneck hinauf.
Einen Petit Hohneck, einen Grand Ballon und einen Markstein gibt es auch, zu dem sind wir ein paar Tage später mit dem Auto gefahren und haben auf der Terrasse des Restaurants Flammkuchen gegessen und dazu einen Cafe Latte getrunken und danach noch einmal auf den Honeck auf die Terrasse, denn dort kann man auch mit dem Auto hin und es gibt einen großen Parkplatz und viele Holländer, Deutsche, etc, die man dann auf der Toilette trifft.
Der Berg ist 1363 Meter hoch. Es gibt eine „Col de la Schlucht“ und Skilifte gibt es auch, an denen wir vorbeigewandert sind.
Wie erwähnt, relativ viele kleine Kinder und ältere Leute, aber auch Wanderer mit besseren Ausrüstungen, die die längeren Touren gingen.
Auf der Terrasse des Restaurants am Hohneck konnte man kleine Speisen, wie Schinken, Zwiebelkuchen, Pommes Frites, Omlette und Würstl bekommen.
Im Restaurant, wie in Frankreich üblich, zwischen zwölf und zwei ein Menu essen, ein Bistro gab es auch und mir hätte das Quiche Lorraine gereicht, der Alfred wollte aber in einem der typischen Landgasthöfe essen, die im Führer erwähnt waren und wo wir beim Abstieg vorbeikamen.
Da gab es, wie im Führer stand eine bestimmte Art von Fleisch, allerdings auch auf Vorbestellung, was der Alfred ingnorierte und als wir hinkamen, war es schon eins vorbei und von den zwei Gerichten auf der Karte, die man ohne Vorbestellung haben konnte, war das eine schon aus und das andere, was wir gegessen haben, hatte einen Elsäßischen Namen „Schiffala mit Roigebrageldi“, was eine geräuchterte Schweinsschulter mit bergbäuerlich zubereiteten Kartoffeln waren, dazu gab es grünen Salat in einer großen Schüßel und Senf.
Heidelbeerkuchen gab es nachher auch und viele Fliegen, die sich auf die Tische und die Teller setzen und leider auch ein paar Kinder, denen man eine Fliegenklatsche in die Hand gedrückt hatte und die sich von den Erwachsenen angeeifert und unterstützt, voll Freude auf sie stürzten.
Ansonsten war es sehr angenehm die Wanderer beim Essen zu beobachten und der energischen Servierin zuzusehen, die immer „Abe ich nicht mehr!“, sagte, wenn die Leute, das zweite Essen auf der Karte oder die „Fleischnacka“ haben wollten, die man bestellen mußte und die es, wie das Sauerkraut erst ab einer bestimmten Personenanzahl gab.

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