Literaturgefluester

2014-08-26

Dialoge schreiben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:38

Ich bin im Dialog schreiben, glaube ich, nicht sehr gut, bin ich ja keine Dramatikerin und habe mir damit eher schwer getan oder tue das vielleicht immer noch, obwohl in meinen Texten natürlich Dialoge enthalten sind.

Das mit dem „sagte er“, „sagte sie“, ist ja auch so ein Problem. Bei den Schreibseminaren hört man öfter, daß man das weglassen soll.

Ich mag es eigentlich sehr gern und Gustav Ernst, der Dramatiker, der für mich ein Meister des Dialoges ist, ich denke da, an seine „Beste Beziehungen“ tut das auch.

Dann gibt es noch die Frage, ob man stat dessen, „seuftze“, „flüsterte“, „stöhnte“, „schrie“, etc, schreiben soll.

Ich tue das manchmal, daß das „unechte Redeverben“ heißt, wenn man beispielsweise „Ich bin gleich wieder da!“, warf er die Tür zu, schreibt, habe ich gerade bei dem Webinar der „Schule des Schreibens“ gelernt, das ich mir vorhin angehört habe.

Ich habe einen Text dazu geschrieben und der wurde auch genommen und zerpflückt. Meine ellenlangen Dialoge, beziehungsweise Redeschwälle darin kritisiert. Besser wäre in die Personenperspektive gehen und aus der Sicht der Person, ihren Gedanken und Erinnerungen erzählen, na klar, weil vieles muß man im Dialog den Leser erklären, was die Dialogpartner schon wissen.

Da kann ich mich auch an eine Dialogaufgabe erinnern, die einmal in der „Schreibwerkstatt der Gewerkschaft“, die ich um das Jahr 2000 einige Zeit sehr gern besucht habe, das Thema des Abends war. Man sollte einen Dialog schreiben und ich bin, glaube ich, sehr lange daran gesessen, habe herumgedruckst und schließlich, glaube ich, zwei oder drei knappe Sätze zusammenbekommen.

Das ist inzwischen besser geworden. Das sieht man ja an meinem aktuellen Text, gibt es darin ja einen ganzen Redeschwall und an einen Dialog bei den Schnupperseminaren des Writerseminars kann ich mich auch erinnern, da hat eine schon Seminar erprobte Teilnehmerin, den Dialog zwischen einer Mutter und ihrer wahrscheinlich magersüchtigen Tochter, nur mit ein paar gleichen Worten erklärt.

So weit fortgeschritten bin ich noch nicht, ich brauche den Text, nähere mich den Dialogen aber langsam an und bei dem Webinar hat man im Vorfeld auch eine ausführliche „Minilektion“ bekommen, wo erklärt wurde, worauf man beim Dialogschreiben zu achten hat. Das habe ich dann offensichtlich nicht so genau befolgt, verfolge die „Schule des Schreibens“ aber schon lange und habe mir das Infomaterial, das sie versenden, glaube ich, schon in den Siebzigerjahren zuschicken lassen.

Damals waren die „Fünfzehn goldenen Regeln des Schreibens“ die man da bekam, ein wahrer Schatz beziehungsweise ein Eldorado für mich.

Denn damals bin ich kaum an Informationen herangekommen, wie das Schreiben geht. Da gibt es, dank dem Internet, glaube ich, inzwischen auch ein „Infodumping“ und das halte ich für sehr sehr positiv, denn in dem Begleitheft, daß man damals als Infomaterila bekam, stand auch, daß man, wenn man so einen Lehrgang bucht, sich verpflichten muß, die Materialhefte, die man zugeschickt bekam, niemanden zu zeigen.

Jetzt gibt es monatliche Seminare im Internet zu bestimmten Themen, die man kostenlos verfolgen kann, auf die ich vor kurzem daraufgekommen bin.

Leider hatte ich im Mai und im Juni nicht die Zeit mir den Dienstag zwischen sechs und sieben, frei zu nehmen. Im Juli war ich beim „Packenden Textanfang“ dabei, habe aber keinen solchen geschrieben.

Denn da gibt es ja neben der Minilektion, die ich sehr ausführlich finde, immer eine Textaufgabe, die man einschicken kann, zwei oder drei Texte werden ausgewählt, an Hand derer, die Lektorin Karla Schmidt, die das Webinar leitet, dann die Regeln des guten Schreibens erklärt. Spannend, spannend, finde ich. Im September gibt es glaube ich auch Infoabende über das Selberpublizieren und Informationen zur „Schule des Schreibens“ gab es im Mai oder Juni auch.

Nun habe ich mich getraut einen Dialog zu schreiben und erfahren, daß er zuviel Infodumping, zu lange Sätze, etc enthält und wieder was gelernt.

Eine Dramatikerin wird sicher nicht aus mir, aber langsam nähere ich mich den Dialogen an und habe auch einige in meinen neuen Text drinnen, mit dem ich langsam und verhalten weiterkomme und inzwischen bei achtzehn Szenen, neununddreißig Seiten und 18 757 Wörtern halte.

Ein paar Szenen habe ich wieder in Vorrat und komme in der letzten Sommerfrischenwoche vielleicht ein wenig damit weiter.

Die Ungeduld ist da ja auch etwas, was, außer den zu viel beschreibenden Inhalten, noch im Wege steht, da ich ja noch immer die Handlung nicht wirklich weiß, sondern mich von Szene zu Szene weiterhantle. Ob ich dann nächste Woche in Wien auf ein paar Recherchetage gehen werde oder zu Hause weiterschreibe, weiß ich ebenfalls noch nicht.

Das Fensterputzen steht jedenfalls an, das hätte ich ja schon ganz am Beginn, als mein gewohntes Schreiberitual machen sollen, wurde aber durch die Sommerfrische daran gehindert und am Freitag gibts in Harland einen Putztag, über den sich vielleicht auch packender ein Dialog schreiben läßt.

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