Literaturgefluester

2014-08-28

Longlistenlesen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:47

Wir leben jetzt ja in den deutschen Buchpreiserwartungszeiten, den Preis der Frankfurter Buchmese, den es seit zehn Jahren gibt, den 2005, Arno Geiger mit „Es geht uns gut“ gewonnen hat, den ich ja 1996 bei seinem ersten Bachmannauftritt, als ganz jungen unbekannten Autor kennenlernte, der dann mit einem Textausschnitt aus dem nachmaligen Preisroman nochmals gelesen hat.
Den Preisroman habe ich nicht gelesen, nur bei „Rund um die Burg“ glaube ich, daraus gehört. Dafür ist aber „Alles über Sally“ zu mir gekommen und den „Alten König“, habe ich meiner Schwiegermutter zum Normalpreis gekauft, als die für den Opa eine Rundumbetreuung benötigte.
2005 ist der dBp, glaube ich, noch sehr an mir vorbei gegangen, habe ich ja noch nicht soviel im Internet gesurft und bei der Frankfurter Buchmesse war ich 2002 das letzte Mal.
„Die Habenichtse“ und „Die Mittagsfrau“, die zwei Folgebücher, habe ich aber später gelesen, das Hacker Buch stand auf der Flohmarktliste von Alfreds bibliophiler WU-Kollegin, die mir auch den Arno Geiger bescherte und die „Mittagsfrau“ habe ich am Stattersdorfer-Flohmarkt um zwei Euro noch originalverpackt gefunden.
2008 wurde es dann interessant, denn da habe ich schon gebloggt und Christiane Zintzen hat, glaube ich, auf ihren Blog auf den Preis und das Longlistbüchlein hingewiesen, das hat sie dann auch als vergriffen erklärt, so daß ich nicht danach suchte, die FAZ hat aber, glaube ich, eine große Diskussion eröffnet, die ich verfolgte und den „Turm“ das Preisbuch, habe ich dann gleich zweimal zum Geburtstag bekommen.
Ich habe es auch gelesen, elendlang und in so großen Intervallen, daß ich nicht imstande war, es als Ganzes zu besprechen und 2009 bin ich dann auf die Suche nach den Leseproben gegangen, bin damit eingefahren, Anette Knoch hat mir dann das Büchlein geschickt und wenn mich schnell wer fragt, wer gewonnen hat, kann es immer noch passieren, daß ich Herta Müller mit der „Atemschaukel“ sage.
Das hat, glaube ich, auch Kathrin Schmidt gedacht, bevor sie auf dem Siegerpult gestanden ist, deshalb hatte sie, wie sie sagte, auch keine Preisrede vorbereitet und deren Buch „Du stirbst nicht“ gabs dann einmal bei Thalia um 2 0der 2.99 am Abverkaufstoß, so steht es noch auf meiner Liste und wartet auf das Lesen.
2010 und 2011 habe ich dann das Leseprobenbüchlein zugeschickt bekommen, Melinda Nadj Abonji hat 2010 gewonnen, für mich eine Überraschung, obwohl ich deren erstes Buch, bei „Amman“ erschienen, bekommen habe, als die Buchhandlung Kolisch zusperrte und man sich drei Sachen nehmen durfte. Eugen Ruges Buch habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen und gelesen.
2012 gabs keine Longlistenproben und besonders wurde ich auf den Preis auch im letzten Jahr wieder hingewiesen, als sich Buzzaldrin der Sache annahm und mit vier anderen das Projekt „5 lesen 20“ gründete, wo jeder vier der Bücher las und sie auf seinen Blog vorstellte.
Da habe ich eifrig kommentiert, mir selber die Nellja Veremej bestellt und das Longlistenbüchlein besprochen. Das man daraus nicht richtig klug wird, wenn man pro Buch nur zwei oder drei Seiten liest, habe ich bemerkt und heuer auf die Bestellung verzichtet.
Ich bin zwar in Ansbach in der Buchhandlung gestanden und habe danach gefragt, war aber noch zu früh daran, aber Buzzaldrin und zwei andere haben eine neue Aktion, das sogenannte „Longlistenlesen“ und da verlosen sie die Bücher und man kann sie selber lesen.
Nun habe ich zwar, wie meine genauen Leser wissen werden, schon gebloggt, daß ich mir die zwanzig Bücher nicht bestellen werde, weil ich ja mit meiner Leseliste im Rückstand bin und wenn ich da nicht auf die Finger spucke, werde ich nicht alles, was in diesem Jahr draufsteht, 2014 schaffen, aber dann hat es mich doch gelockt mein Glück zu versuchen, habe eifrig kommentiert und bin nun sehr gespannt, ob ich was gewinnen werde und auch ein wenig Longlisten lesen kann.
Ein bißchen habe ich das auch schon, nämlich mit Martin Lechners „Kleine Kassa“, Lukas Bärfuß „Koala“ werde ich aber tapfer auf dem Bücherstoß über dem Harlander Bett liegen lassen, bis er im nächsten Jahr an die Reihe kommt und dann stehen ja auch einige wirklich interessante Bücher auf der Liste.
Als passionierte Österreicherin werde ich mir höchstwahrscheinlich den neuen Köhlmeier und die neue Streeruwitz zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken lassen und dann irgendwann lesen und Antonio Fian, der mit seinem „Polykrates Syndrom“ auch auf die LL gekommen ist, steht ja auch auf der des „Leo Perutz-Krimipreises“, den der Hauptverband mit der Stadt Wien vergibt und der wird ja in der Grünangergasse in zwei Wochen vergeben.
Auf den diversen Blogs wird der LL aber eifrig diskutiert, Catarina von den „Schönen Seiten“, die voriges Jahr eine von den fünf war, betreut heuer auch die offizielle dBP Facebookseite und es gab auch in den Medien eine große Diskussion welche Bücher auf der Liste fehlen.
Skandal, die jungen Frauen, wurde aufgejault und nach einer Quote verlangt, was ein Blödsinn ist, aber wieder einmal darauf hinweisen kann, daß es mehr als zwanzig schöne Bücher gibt und man die auch lesen sollte.
Ob man das alles kann, ist eine andere Frage, die ich ja auch bei mir selber merke, daß das bei der Bücherflut des Alten und des Neuen, der Long und Hotlist etc, auch unmöglich ist.
Es gibt aber einen anderen Longlistenleser, den ich kenne, das ist der liebe Otto, mit dem ich am Wochenende gewandert hat und der sich wieder mal hier gemeldet hat. Der liest sich eifrig durch, ansonsten habe ich bei dieser Amazon-Bahing Kampagne, die es gerade gibt, in einen Blog gelesen, daß sich gerademal 3% der Leute für Bücher interesieren und die auch regelmäßig lesen.
Die lesen dann wahrscheinlich auch was anderes, als den Reinhard Jirgl, der voriges Jahr auf der Long und Shortlist stand und heftige Diskussionen auslöste, weil er sich so schwer liest.
Jetzt sind die Blogger, glaube ich, mit der Auswahl zufrieden und die Buchhändler, die im Zuge dieser LLL-Aktion interviewt werden, sind es auch.
Meine Erfahrung ist ja, daß sich die Wiener Buchhänder für den dBP nicht so besonders interessieren, was man auch auf Anna Jellers Facebuchseite merken kann, daß die darauf noch nicht Bezug genommen hat.
In Ansbach war ich erstaunt, daß die Buchhändlerin so genau Bescheid wußte und auch den Jirgl vom Vorjahr ganz hinten in der anspruchsvollen Belletristikecke liegen hatte, da gab es auch den Sasa Stanisic, der ja möglicherweise gewinnen wird und das in Leipzig auch schon hat.
Ich glaube ja, der dBP ist eine Aktion des deutschen Hauptverbands zur Aktivierung des Weihnachtsgeschäfts, die Leute auf zwanzig, sechs und dann einen Titel sesibilisieren, eines für den Weihnachtstisch ist dann schon dabei, ob es dann gelesen wird oder originalverpackt auf den Flohmarkt oder den offenen Bücherschrank wandert, ist eine andere Frage.
Ich kaufe mir die Longlistbücher ja sehr gern und regelmäßig ein paar Jahre später vom Thalia-Abverkaufstoß. Da warten noch einige auf mich und den Ralph Dutli, der letztes Jahr sowohl auf der schweizer als auch auf der deutschen Liste stand, habe ich mir ja von „Malota“ um drei Euro mitgenommen, als der seinen Abschlußflohmarkt veranstaltet hat und muß es auch noch lesen. Jetzt verfolge ich gespannt die Longlistendiskussion auf den drei büchervergebenden und auch anderen Blogs und mache mich selber auf das Lesen eines Hotlistsbuch, der Alternative des dBps, der unabhängigen kleineren Verlage, die sich auch öfter überschneiden, nämlich Karin Peschkas „Watschenmann“ auf, die glaube ich, gemeinsam mit dem Antonio Fian in der „Kolik-Louge“ gelesen hat.

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2 Kommentare »

  1. scheint heuer ein krimipreis zu sein, der buchpreis fian auf einer krimipreisliste und das sandkorn kommt auch als solcher daher.
    jetzt hast mir noch eine leseliste dazugestellt ( hotlist) von der ich die fette ernte schon gelesen hab, weil sie auf einer zeit krimiliste war.
    gibts denn nur mehr krimis? das leben ein krimi?

    Kommentar von ofips — 2014-08-29 @ 18:46 | Antwort

  2. Das Steinfest-Buch ist wahrscheinlich auch ein solcher, zumindest kenne ich Heinrich Steinfest als Krimiautor und habe schon welche von ihm gelesen.
    Nun ja, da kann man natürlich wieder spekulieren. Meine Theorie ist ja, daß die Leute gerne Krimis lesen, die Verlage und die Buchhändler gerne solche verkaufen und die Autoren sie gerne schreiben, weil sie gern gelesen werden, ect…
    Der vorigen Longlist hat man ja vorgeworfen, daß sie den Massengeschmack nicht trifft, denn wer liest schon gern den „Jirgl?“
    Diesmal scheint es anders zu sein, ob Zufall oder Absicht kann ich nicht beurteilen.
    Ich habe auch nichts dagegen, denn ich lese Krimis eigentlich auch sehr gern und das Lechner-Buch, das ich gelesen habe, ist auch kein solcher.
    „Koala“ scheint auch keiner zu sein und Karin Peschkas „Watschenmann“ von der Hotlist, das ich gerade ausgelesen habe und dessen Besprechung am Montag erscheint ist keiner, sondern eine Beschreibung des Nachkriegs Wien 1954, ein bißchen wie die „Kinder von Wien“ denke ich, zumindest hat es mich daran erinnert.
    Die Autorin ist Sozialarbeiterin und so faßt sie das Ganze auch psychologisch auf und läßt ihre schrängen Figuren von ihren Traumatisierungen und Marotten erzählen und sprachlich schön ist das Ganze auch noch geschrieben.
    Ja, man kommt mit dem Lesen nicht nach und es bleibt einem sowieso nichts anderes über als sich zu bescheiden und so habe ich jetzt ein uralt Buch aus meinem Regal genommen und beginne es zu lesen. …

    Kommentar von jancak — 2014-08-29 @ 18:58 | Antwort


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