Literaturgefluester

2014-08-29

Ungeduld

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:27

Ich bin ja eine sehr schnelle und sehr ungeduldige Person und beim Schreiben kribbelt es mich immer und treibt mich etwas weiter, obwohl ich vielleicht nicht immer so genau weiß, wohin ich möchte und wie es weitergehen soll? So geht es mir auch diesmal mit meinem Projekt „Innere Stadt“, das sich seit Mai oder Juni aus einigen Ideen entwickelt hat und an dem ich im Juli zu schreiben begonnen habe.
Worum geht es darin?
Um einen Mann oder eine Frau, die am 13. 3. 2033 sterben wollen, eine Frau, die als Retortenbaby auf die Welt gekommen ist, um den dritten Weltkrieg, ein Schutzengelchen, das 1914 im Kindbett gestorben ist, beziehungsweise um ihre Ururenkeltochter, die nach einem Joint Visionen bekommt und sich vor den dritten Weltkrieg fürchtet.
An das alles zusammen, beziehungsweise ist diese Retortengeschichte ein wenig in den Hintergrund gerückt und die Geschichten der Miranda und der Magdalena haben sich ausgeweitet.
Jetzt gibt es auch die ukrainische Studentin Marija Majatschuk, die nach Wien zu Miranda kommen will und die besucht Valentina in der Drogenberatungsstelle und die ist ein Retortenkind. Das klingt alles recht spannend.
Neunundvierzig Rohseiten, zweiundzwanzig Szenen beziehungsweise 23 135 Worte habe ich inzwischen geschrieben und weiß nach den zweiundzwanzig Szenen schon wieder oder noch immer nicht weiter.
Bis jetzt habe ich ja ein vier Handlungsstränge Modell. Da gibt es die Miranda, die Valentina, den Bruno, die Magdalena. Es wird aber immer ungleicher verteilt und die Idee wieder von vorne zu beginnen, beziehungsweise die einzelnen Handlungsstränge durchzuplotten, habe ich noch immer und habe sie noch immer nicht ausgeführt.
In der Woche vor dem Urlaub, habe ich ja wie wild geschrieben. Dann bin ich ein bißchen aus dem Konzept herausgekommen, schreibe aber seit einer Woche wieder weiter, aber da immer von Szene zu Szene, nach dem ich das was ich vor dem Urlaub hatte, einmal durchkorrigiert habe und eine der Himmelbauerfrauen, die zuviel war, nämlich die Claudia, daraus entferte. Dazwischen denke ich dann immer, jetzt sollte ich von vorne anfangen, beziehungsweise mich vielleicht entscheiden, worüber ich schreiben will. Alles zusammen ist vielleicht zuviel und nimmt den einzelnen Strängen die Tiefe. Die Miranda und die Magdalena stehen im Vordergrund, aber wie komme ich wirklich mit dem Schutzengelchen weiter und da passt dann die Retortenidee nicht dazu.
Ich bin also wieder einmal hilflos, das heißt nicht ganz und nicht zur Gänze, obwohl ich am Dienstag bei diesem „Webinar“ einen ziemlichen Rückschlag bekommen habe, da sich mein Dialog, den ich so einfach und unbedarft und wahrscheinlich zu wenig auf die empfohlenen Ratschläge in der Lektion zu achten, vor mich hingeschrieben, so ein wunderbares Kritikbeispiels war, das gleich zu drei Punkten Anlaß gab. Zu wenig konkret, zu beschreibend und zu viel dahingeschwafelt.
Also könnte ich das „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“, wieder wiederholen oder das Ganze endlich lassen. Denn eigentlich komme ich auch mit meiner Schutzengelgeschichte nicht so richtig weiter, obwohl ich da schon vierzig Seiten habe, beziehungsweise es irgendwie nicht schaffe, von vorne anzufangen und an dem Text so zu arbeiten, wie ich es wahrscheinlich sollte.
Dazu bin ich wohl zu ungeduldig, daß ich die Rohentwürfe, meistens stehen lasse, auch wenn sie noch zu unfertig und nur angedeutet sind. Das hat mir ja auch einmal Konstantin Kaiser gesagt. Bei der „Inneren Stadt“, die vielleicht auch einen anderen Titel haben sollte, stimmt das wahrscheinlich, trotzdem bin ich nicht sicher, ob ich es schaffe.
Es geht natürlich auch, daß ich mich von Szene zu Szene weiterhantle, solange mir da etwas einfällt, die vier Strängehandlung wäre ja eine gute Struktur, an der man sich an sich festhalten kann. Aber lange halte ich das nicht mehr durch. Da gibt die Valentina zu wenig her, da müßte ich weiterrecherchien und über den ersten Weltkrieg, beziehungsweise die Ukraine Krise natürlich auch und wenn jetzt die Marija als fünfte Person auftaucht, bekommt das Ganze auch neuen Schwung.
Die Idee ab nächste Woche in Wien weiterzurecherchieren, wenn ich da die Fenster geputzt habe, gibt es ja, obwohl es fraglich ist, ob mir ein Gang durch den ersten Bezirk weiterhilft?
Neuplotten wäre eine Idee, obwohl ich da nicht wirklich weiß, wie das geht? Aber vielleicht das Ganze noch einmal durchgehen und mir wieder vier oder fünf Hefte für die einzelnen Handlungsstränge anlegen, das habe ich schon früher so getan. Eine Idee wäre auch die einzelnen Stränge extra zu schreiben und dann zusammenzufügen
Und ob es wirklich hilft, das ganze vier, fünf sechsmal wirklich neuzuschreiben und nicht nur etwaige Fehler auszubessern, weiß ich nicht, das habe ich ja noch nie zusammengebracht. Ruhiger werden und konzentrierter in die Handlung einsteigen, wäre wahrscheinlich auch sehr gut, wenn ich das zusammenbringe, obwohl ich da schon Fortschritte gemacht habe und nicht mehr ganz so gehemmt bin, wie ich es einmal war. Da hilft das kontinuierliche Schreiben sicher und ich denke ja die Miranda und Magdalena geben etwas her und das mit dem Retortenkind hat sich verlaufen, muß nicht sein oder kann eine Nebenhandlung bilden. Der Bruno ist vielleicht, auch als Nebenfigur interessant und die Stränge der Dora und der Leonie ließen sich vielleicht noch ausbauen.
Also in die Hände spuken, wieder von vorne anfangen oder die schon vorhandenen Handlungsstränge aufgreifen, ausbauen und erweitern und vor allem weniger ablenken lassen und sich mehr auf den Text konzentrieren, das hilft vielleicht schon weiter und ganz so schlecht, ist es trotz des Dämpfers, der natürlich sitzt und bohrt und nagt, trotzdem nicht.

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