Literaturgefluester

2014-09-01

Auf Bertha von Suttners Spuren

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:31

Am 1. September 1939 ist der zweite Weltkrieg ausgebrochen, ein Anlaß einen Antikriegstag zu begehen, an dem sich das Lesetheater, beziehungsweise Ottwald John auf die Spuren von Bertha von Suttner machte, mit der ich mich in diesem Jahr, ja auch ein bißchen beschäftigt habe und so habe ich umdisponiert, als mir gestern auf dem Volksstimmefest Ottwald John das Programm in die Hand drückte und dieses war trotz des Regens, in dem wir den Stadtspaziergang unternahmen, auch sehr interessant.
Begonnen hat es am Heldenplatz beim Prinz Eugen Denkmal, das heißt des Regen wegen in der Nationalbibilothek, wo Erika Parovsky mit Thomas Schmidt einen Text aus dem Buch „Die Welt in hundert Jahren“ lasen und danach ins WUK aufbrach, wo der Antikriegstag in Gedenken an den 2014 verstorbenen Heinz Granzer, auch ein Lesetheatermitglied, begangen wurde.
Ottwald John hatte aber einiges über Prinz Eugen, der ja eigentlich ein Kriegsheld war, zu erzählen und gab auch das berühmte Spottlied „Prinz Eugen der edle Ritter“ zum besten.
Dann schwenkte er um zu Graf Theodor von Latour, der während der Achtundvierziger Revolution an einer Laterne vor dem ehemaligen Kriegsministerium am Hof aufgehängt wurde.
Dort gingen wir auch hin, aber vorher gab es noch die Ballade von Christoph und Lollo zu hören und eine Henry Dunant Gedenktafel, dem Gründer des „Roten Kreuzes“ gibt am Michaelaplatz auch. Es gab auch einige Stanzln von Franz Joseph und der Kaiserin Sisi zu hören, die das Zeitbild um die Suttner gut beleuchteten und Ottwald Johns schauspielerisches Talent deutlich zu Kenntnis brachte. Ich kenne ihn ja glaube ich schon aus der Zeit, wo ich in der Otto Bauergasse wohnte, Psychologie studierte und er bei Conny Hannes Meyer und im Theater am Spittelberg spielte. Jetzt treffe ich ihn immer bei Lesetheaterveranstaltungen, bei Ruth Aspöck, am Volksstimmefest etc und er gibt mir meistens einen Zettel in die Hand um mich auf eine Lesetheaterveranstaltung hinzuweisen.
„Auf der Simmeringer Had hats an Schneider verwaht, es gschieht ihm schon recht, warum sticht er so schlecht!“, wie ein anderes Spottlied lautet, bevor es auf die Spuren von Bertha von Suttner, beziehungsweise in die Blutgasse ging, wo es in dem Haus, wo sich auch das Thomas Bernhard Archiv befindet, ein „Peacemuseum“ gibt, das eine Bertha von Suttner Büste im Hof und in der Gasse ein Freilichtmuseum errichtet hat.
Dort hätte auch gelesen werden sollen, aber leider war niemand da, so daß wir gleich in das Wüstenrot-Haus gingen, wo Berta von Suttner am 21. 6. 1914 gestorben ist und es eine Gedenktafel gibt und dann in die Praterstraße, denn dort wurde Alfred Hermann Fried geboren, der 1892 die deutsche Friedensgesellschaft mitbegründete, die Zeitschrift „Die Waffen nieder“ herausgab und so etwas wie Bertha von Suttners Mitstreiter war, sie um sieben Jahre überlebte, nach Ausbruch des ersten Weltkrieges in die Schweiz emigrierte und von dort noch weiter Friedensartikel schrieb.
Also gingen wir ins Cafe Dogenhof, wo sich auch Susanne Schwarz-Aschner an der Lesung beteiligte und mit Ottwald Tagebuchauszüge las, dann sollten Texte von Alfred Hermann Fried folgen, hier holte uns aber die Realität ein, beziehunsweise stürmte ein junger Mann das Lokal, um die Ausländer zu beschimpfen, beziehungsweise auch „Heil Hitler“ zu schreien, ein Drogensüchtiger vom Prater, wie die Wirtin meinte, Ottwald John und Christian Katt haben ihn aber elegant hinauskatapuliert, so ging die Lesung weiter, beziehungsweise hätte wir noch in den Prater zur „Madame Tussaud“ marschieren sollen, denn Ottwald John hatte die Idee dort ein Tableau mit der alten Freifrau, Alfred Nobel, Arthur von Suttner, Henri Dunant vor einem Gemälde eines russischen Malers aufzustellen und zeigte seine Entwürfe vor, die er im nächsten Jahr realisieren will, mal sehen, ob es realisiert wird.

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