Literaturgefluester

2014-09-27

Zweimal Kultur Herbst Neubau

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:27

Und am Nachmittag ging es weiter mit den Literaturveranstaltungen, normalerweise halte ich mir diesbezüglich den Samstag eher frei, beziehungsweise gibt es da meistens nicht so viel, aber heute ging es rund, so haben mich Ilse Kilic und Petra Ganglbauer mehrmals zu einer Veranstaltung ins „Institut für Schreibpädagogik“ eingeladen, es gab den zweiten Teil des Symposiums der „Schule für Dichtung“ im Literaturhaus und Andrea Stift hat mich auch zu einer Veranstaltung „Stift und Stift“ ins Amerlinghaus eingeladen.
Also bin ich zuerst in das Literaturhaus marschiert, wo das Symposium „Der Tod des Autors“ im Rahmen des Neubauer Kulturhebstes weiterging und zwar spielte da der Kurator eine etwas entfremdete Fassung des Donauwalzers, von Beethoven war, glaube ich, auch was dabei und hielt dann einen Vortrag auf den Diletantismus, das stößt mir ja immer auf, wenn mich jemand für eine Dilettantin oder eine Hobbyautorin hält und bezüglich der Blogs habe ich da ja einen eigenen Artikel geschrieben, man kann das aber auch durchaus für positiv halten und wenn man den Autor schon ins Jenseits geschickt hat, ist das vielleicht auch so. Aber das war erst die Einleitung, dann kam K.T. Zakravsky, Theoretikerin, Performancerin, Schriftstellerin, die sich jenseits von männlich weiblich hält, deshalb wahrscheinlich auch kein Vorname und etwas zum „Autor als Räuber“ erzählen sollte, sie tat es auf Englisch und auf Tonband in sieben Tranchen und dazwischen hatte man eine halbe Minute Zeit sich zur Diskussion zur melden und der Inhalt war in etwa, das sowieso alles gestohlen ist, so daß es deshalb kein Copyright zu geben braucht und, daß die Autorin das weibliche Schreiben als Parodie empfindet und sich eher an Vorbilder wie Thomas Bernhard und Heimito von Doderer hält.
So weit, so what und wahrscheinlich, wie auch oft betont als Provokation und zum Widerspruch anregend gemeint. Mir rauchte aber der Kopf und ich wollte ohnehin ins Amerlinghaus zur Lesung von Linda und Andreas Stift, den beiden Cousinen, denen ich in meinen Blog schon manche Artikel gewidmet habe und die im Kulturherbst ein Projekt mit Namen „Erinnerungen sind Knotenpunkte“ eingereicht haben.
Was ist damit gemeint? Stefan Laube sollte das in seiner Einleitung erklären, im wesentlichen ging es aber um neue Texte der beiden Autorinnen und spannend, das sie Cousinen sind, spannend, daß sie in der Stiftgasse lesen, obwohl beide ja von einem steirischen Weingut herkommen und davon handelten auch beide Texte.
Zufall, wie mir Andrea Stift anschließend erklärte, denn Linda Stift las aus einem Work in Progress, wo die Protagonistin, nachdem ihr Kind ausgezogen ist, in das großmütterliche Haus zurückkehrt und dort über ihre Kindheit nachdenkt und Linda Stift tut das in schönen, fast ausufernden Bildern, da zieht sich die Großmitter am Samstag ihr Sonntagskleid an und setzt sich damit vor den Fernseher um sich den Heinz Conrad anzusehen und in der Nacht schläft sie mit Lockenwicklern und da nistet sich einmal ein Mäuslein ein und gebärt in der Haarpracht viele kleine Mausekinder.
Linda Stift neigt zu Übertreibungen und ihre Cousine stellte ihr neues Buch „auf Watte“ vor und das handelt auch von einer Tochter, die ihre alkoholkranke Mutter besuchen geht und von einer Großḿutter und einem Weingut handelt es ebenfalls.
Da gab es dann nachher Wein zu trinken und Gespräche und es ging sich auch noch aus ins Literaturhaus zurückzukehren, wo gerade eine Diskussion mit der Lyrikerin und Netzverlegerin Daniela Seel stattfand. Dann folgte noch ein englischer Vortrag von einem Canadischen Star namens Christian Bök, der nicht mit Gott verwechselt werden will und der seine Gedichte als „Xenotext Experience“ versteht, was zu einer lebhaften Diskussion führte.
So weit so waht und die Hälfte des Symposiums versäumt, um sich in der anderwärtigen österreichischen Literatur umzusehen und trotzdem etwas davon mitbekommen, denn die Schule der Dichtung macht es experimentell und im Netz gibt es einige spannende Experimente und ich bin ja, obwohl handylos und eine eifrige Nützerin der Bücherschränke einen großen Teil meiner Zeit im Netz unterwegs und der Autor, die Autorin, denke ich, ist lebendiger als je zuvor, gibt es ja immer mehr Leute die schreiben und Dank der neuen Möglichkeiten auch publizieren wollen und H. C.Artmann mit seinem poetischen Akt gibt es natürlich auch und der wurde im gestrigen Einleitungsvortrag auch erwähnt.

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