Literaturgefluester

2014-10-16

Zur Zeit nur für immer

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:15

Daniel Wissers Literaturperformance, schon die zweite im Literaturhaus, die erste habe ich versäumt, weil eine andere Veranstaltung, habe aber darüber gebloggt und wurde von einem Leser gerügt, daß ich die Art der Veranstaltung nicht richtig wiedergegeben habe.
Nun ja, ich war nicht dabei und Robert Huez erklärte heute auch bei der Veranstaltung, daß Daniel Wisser Textperformances einzigartig sind, also weder eine Lesung noch eine Theorie, wie der Autor zwischen seinen Vorträgen erstes auch erklärte, keine Lesung, noch eine Buchpräsentation, die vorgetragenen Texte gibt es auch nicht zu kaufen und zu diskutieren gibt es auch darüber nichts, also eine einzigartige Textperformance und das merkte man schon daran, daß das Literaturhaus wieder mit Leuten vollgefüllt war, von denen ich die meisten nicht kannte.
Daniel Wissers Fanpublikum vielleicht, der 1971 geboren wurde und außer Autor noch Musiker des ersten Wiener Heimorgelorchesters und Verleger ist?
Bei den Poetry Slams und den Textperformances sollen ja öfter die Massen kommen, während die üblichen Lesungen, wie man beispielsweise letzte Woche merken konnte, nicht so viele Leute anziehen, aber das war eigentlich auch nicht so üblich, sondern eine Lesetheateraufführung einer inzwischen offenbar vergessenen Dichterin.
Daniel Wisser kenne ich seit einer Lesung im Rahmen des „Fröhlichen Wohnzimmers“ im Amerlinghaus, als er sein erstes bei „Ritter“ verlegtes Buch vorstellte, dann folgten zwei Bücher im „Klever-Verlag“, mit Ausschnitten aus dem ersten hat er, glaube ich, beim Bachmannpreis gelesen, aus dem zweiten habe ich beim „Musa“ gehört und er ist auch, das kann ich jetzt gleich anmerken, damit mit Eva Menasse und Erwin Uhrmann Finalist beim Alpha-Literaturpreises geworden, der ja Anfang November vergeben wird.
Jetzt gab es aber die zweite Literaturperformance vor vollen Haus im Literaturhaus und das spielte sich folgendermaßen ab, daß sich Daniel Wisser ziemlich starr vor ein Mikrophon stellt und dann immer drei Textstücke perfomierte.
Auswendig oder aus dem Stehgreif, ist vielleicht gar nicht so leicht zu unterscheiden, wenn es die Texte nicht zum Kaufen und zum Signieren gibt und man nachher nicht darüber diskutieren kann.
Es waren jedenfalls lauter skurrile kleine Geschichtchen mit kurzen Titeln, wie „Film“, „Hitze“, „Luft“, „Tanz“ etc, die von Leuten mit interessanten Namen, die interessante Sachen machten, wie um sechs Uhr früh Bier trinken oder sechsunddreißig Jahre schweigen oder durch den Weltraum fliegen, erzählten.
Immer drei Stücke hintereinander und dazwischen erzählte Daniel Wisser etwas dazu, nämlich, daß man nicht darüber diskutieren soll und, daß die Inhalte nicht zusammenpassen, obwohl es doch Überschneidungen gab und es auch Blockweise geordnet schien, denn in der Mitte kam das neue Projekt, Texte über Filme, die Daniel Wisser in achtzig Stücken zu neunzig Prozent nacherzählen will.
Wien-Texte über die Ringstraße, die nicht rund ist und über die Zusammenstellungen beim Heurigenbuffet, gab es auch und was zum Nachdenken und zum Philosophieren, obwohl die Leute auch ziemlich viel zu lachen hatten..
Einen Büchertisch gab es natürlich trotzdem, mit den Wisser-Büchern und Wein und Saft, für den interaktiven Teil, wie er betonte und ich finde es sehr spannend eine Seite an dem Autor zu entdecken, die mir unbekannt war, da ich ihn bisher nur als traditionellen Leser kannte und jetzt natürlich gespannt bin, ob er beim „Alpha“ gewinnen wird, obwohl die Konkurrenz zur Eva Menasse wahrscheinlich sehr groß sein wird.
Richtig, den Titel sollte ich noch erklären, das war auch eines der kleinen Stückchen, wo es um einen Stadtschreiber ging, der den Text für eine Kirche, glaube ich, zuerst schreiben und später um vierzehn Worte kürzen sollte, so daß das „Zur Zeit nur für immer“ über blieb.

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