Literaturgefluester

2014-10-30

Nanowrimo-Recherche

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:35

Den Donnerstag, weil keine Stunden und nur zur Mittag das wissenschaftliche Seminar im AKH geplant, einen Recherchetag machen und vielleicht auch das „Literaturgeflüster“ ein bißchen feiern, bzw. den Geldbetrag ausgeben, den ich mir Anfang Juli für meine „Sommermonatschreibwerkstatt“ bzw. die literarischen Recherchen, in ein Kuvert gesteckt habe, beziehungsweise den Rest davon, denn einiges habe ich inzwischen schon in chinesische Kleidung, einen Friseurbesuch, bzw. Cheesburger beim Mc Donald oder Kaffee und Kipferln ausgegeben.
Also nach der morgendlichen Lesestunde im Badezimmer und den Blogbetrag bezüglich Dietmar Füssels neuem Buch mit den zwei schwarzen Notizbüchern, die ich im Mai im Schrank gefunden habe, aufgebrochen und die Route war auch schon genau geplant. An den offenen Bücherkästen vorbei, ins AKH, das passte auch bestens, um zu recherchieren, wie sich eine Frau nach der Krebsdiagnose fühlt und dann über den Westbahnhof, wo es auch sehr viel zu sehen gibt, in die Hauptbücherei, denn da hat mich ja Hannes Hofbauer vom „Promedia Verlag“ zu einer Präsentation des Buches „Mythos Vorsorge“ eingeladen und weil ich zum Zeitpunkt der Einladung kein anderes Programm in meinem Kalender stehen hatte, habe ich gedacht, Gesundheit interessiert mich, vielleicht sollte ich da hingehen.
Dann fand ich daraus, daß ihm Theater am Petersplatz eine Diskussion der Elfriede Jelink-Gesellschaft stattfand und Ralph Klever hat mich ja am Montag zu der Präsentation seiner neuen Lyrikreihe am Brunnenmarkt eingeladen.
Da wollte ich eigentlich hingehen, aber dann bin ich am Dienstag mit dem „Schutzengelchen“ fertiggeworden, habe meinen „Nanowrimo-Artikel“ geschrieben, bzw. mir alles, was ich dafür brauche hergerichtet und beim Plotten gemerkt, daß eine Diskussion über die Vorsorgeuntersuchungen genau zum Thema passt.
Denn wieviel soll man sich medizinisch behandeln lassen, wenn einem die Krebsdiagnose trifft, ist ja ein Thema, das mich schon lange interessiert und ob zuviele Vorsorgeuntersuchungen nicht vielleicht mehr schaden, als sie nützen wird auch immer diskutiert.
Zuerst bin ich aber zum „Wortschatz“ gegangen und da lag Eugenie Kains, 2009 bei Otto Müller erschienener Erzählband „Schneckenkönig“ darin und die biografischen Angaben „lebt und arbeitet in Linz“ stimmen ja schon längst nicht mehr und das ist für den „Namen des Vaters“ vielleicht interessant.
Interessant ist auch, daß ich damals bei der Buchpräsentation war, wo Petra Messner ihre erste Einleitung machte und die ist ja auch an Krebs gestorben. Ich ging aber zum Mc Donald frühstücken, bzw. nahm ich mir den Käse Bacon Mc Toasts und den kleinen Cafe Latte in den kleinen Park in der Hofmühlgasse mit, um meine erste Eintragungen zu machen.
Mit dem Plotten der Veronika Geschichte bin ich inzwischen schon sehr weit gekommen und es geht damit, glaube ich, auch sehr gut, zumindest scheint mir dabei das meiste nicht, wie es mir sonst oft passiert, unlogisch zu sein, ich habe die Personen, einen ungefähren Handlungsverlauf und einige Szenen grob aufnotiert, für fünfzigtausend Worte reicht das sicher nicht und wie genau sich das entwickeln wird, weiß ich ebenfalls noch nicht genau, aber die ersten Szenen stehen und können von mir am Sanmstag dem 1. November begonnen werden.
Ich ging nach dem zweiten Frühstück und dem Kauf einer Tafel Schokolade in der Schokothek in der Mariahilferstraße zum anderen Bücherkasten und da hatte gerade ein Krimifan seine neuesten Krimis abgelegt und so habe ich jetzt ungefähr das zu lesen, was auch bei dem Krimifestival im Schauspielhaus zu hören war, einen Krimi von Beate Maxian, einen von Herbert Dutzler und Bernhard Barta hat auch einen beigesteuert.
Im klinischen Mittag ging es über evidentbasierte Theapie bei affektiven Störungen, das hat mir bei meinem Plot nicht sehr weitergeholfen, wohl aber die zwei Stunden in dem ich vorher im Haupthaus herumgelaufen, bzw. in der Lobby gesessen bin und dem geschäftigen Treiben in einem Großspital zugesehen habe.
Nach dem Seminar bin ich dann nicht nach Hause gegangen, sondern weiter recherchieren am Westbahnhof, wo die Atmosphäre ein wenig hektisch war, aber auch interessant sein könnte, denn, daß man nach einer Krebsdiagnose vielleicht eine Reise macht, um seiner Krankheit davon zu laufen klingt irgendwie ganz logisch, ich ging aber in die Hauptbücherie zurück, wo es interessante Ausstellungen gab und ich in der Zeitschrift „News“ lesen konnte, daß sich sowohl Lotte Ingrisch, als auch Prof Giselheer Guttmann unter dem ich ja Psychologie studierte, für die aktive Sterbehilfe einsetzen. Das ist ein Thema das im Herbst plötzlich hochgeschwabbt ist, was ich mit meinem Roman aber eigentlich nicht ausdrücken will, denn die Veronika wird höchstwahrscheinlich ganz natürlich sterben und sich weder von ihrem Ex-mann ersticken lassen oder in die Schweiz reisen, sondern sich wenn möglich von ihrem Hausarzt Morphium versorgen lassen und sich ansonsten von ihrem Leben allmählich zurück ziehen und sie wird, das habe ich auch inzwischen erplottet, dabei alleine sein, denn die Tochter Paula ist inzwischen mit ihrem wiedergefundenen Freund und ihrer Down-Diagnose auf Erholungsreise in Italien, aber den ehemaligen Nachbarn Hubert Fabian wird es ge ben und die esotherische Freundin Susi Reiter und natürlich den Dr. Harald Doppevlreither, bei dem sie die Patientenfügung erstellte.
Die soziologische Komponente in der Hauptbücherei ist auch immer ganz interessant, denn in der Leseecke sitzen und schlafen die Sandler, die Securitys sollen sie eigentlich aufwecken, hielten sich diesmal zurück und auf einem Tisch lagen die Adressen der Notschlafstellen auf und einer der Sandler verhielt sich auch besonders auffällig, das heißt er schrie und schimpfte „Ich bin ein Archloch“ und noch anderes, was man sowohl als frauen- als auch ausländerfeindlich bezeichnen könnte, mich störte er dabei zwar beim Lesen, es ging aber ohnehin bald in den Veranstaltungsaal hinaus und da war interessant, daß die Diskussion mit dem Autor, Martin Schenk, einem Herrn von der SVA und einer Ärztin, lange nicht so kritisch war, wie ich eigentlich dachte, denn die SVA ist ja für die Vorsorgeuntersuchungen und reduziert den Selbstkostenanteil, wenn man mit einem Arzt seine Gesundheitsziele festliegt und ich dachte erstens, das kann ich selber und zweitens, daß genau das in Frage gestellt werden sollte. Es wurde aber eher diskutiert, daß die Armen schlechtere Chancen haben gesund zu bleiben, etwas, was eine Dame im Publikum wieder in Frage stellte und ein Herr, der vielleicht psychisch auffällig zu sein schien, schrie immer etwas hinein, was eigentlich wissenschaftlich nicht sehr haltbar war, von der Diskussionsleiterin aber immer elegant umschifft wurde, nachher gab es Wein und Wasser, obwohl man bei den Gesundenuntersuchungen auch seinen Alkoholgenuß in Frage stellen soll, die Realistät ist aber immer etwas anders und auch ein sehr gutes Knabbergebäck und ich werde morgen meine Abrechnung machen, am Weltspartag meine ehemalige Bankfiliale in den neuen Räumen besuchen und dann ab Mitternacht frisch und fröhlich mit dem Nanwowrimo beginnen, für den ich jetzt schon so schön und gründlich recherchiert und geplottet habe.

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