Literaturgefluester

2014-11-08

Geburtstagsliteratur

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:37

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Und wieder einmal literisch Geburtstagsfest, seit den Achtzigerjahren tue ich das ja schon, daß ich zu meinem Geburtstas meistens am Freitag eine Lesung veranstaltet, meine Freunde einlade und nachher gibts ein Buffet.
Begonnen hat es noch in der Otto Bauergasse. 1986 wollte ich da, glaube ich, einen literarisches Salon veranstalten, dann gesehen, ich habe zu wenig Sozialkontakte für monatliche Veranstaltungen. So wurde es ein Geburtstagstagsfest. Erst in der Otto Bauergasse, dann in der Gumpendorferstraße, in der Reinprechtsdorferstraße, schließlich in der Krongasse. Nicht jedes Jahr, zweimal habe ich es auch ausgelassen und zweimal gabs statt dessen ein Praxiseröffnungsfest ohne Lesung.
Am Anfang immer Hangen und Bangen kommen genug Leute. Diesmal war es umgekehrt, da hatten soviele zugesagt, daß ich dachte, es werden zuviel, denn mehr als zwanzig höchstens fünfundzwanzig gehen in das Zimmer nicht hinein. Habe ich ja ungefähr zwanzig Einladungszettel immer in der Handtasche getragen und bei den Veranstaltungen auf denen ich war, an die Stammbesucher verteilt, so daß auch von ihnen einige gekommen sind, sowie an die Journalistin Judith Grohmann, die sich Anfangs des Jahres bei mir meldete, um mich zu fragen, ob ich ihr tolles Buch nicht auf meinen tollen Blog besprechen will? Sie ist auch auf dem Eingangsfoto ganz oben mit mir zu sehen, denn der Alfred stellt sich ja immer an die Tür, wenn es läutet,um die Eintretenden zu fotografieren.
Am Anfang habe ich die Frauen aus dem Arbeitskreis zum Lesen eingeladen, die Elfriede Haslehner, die Hilde Langthaler, Valerie Szabo-Lorenz später die Ruth Aspöck, die Judith Gruber Rizy, einmal waren auch Elfriede Gerstl da und Cornelia Travnicek, einmal gab es eine reine Männerlesung, zum fünfzigsten und zum sechzigsten Geburtstag habe ich allein gelesen. Heuer waren wir wieder zu sechst und dieses Mal gemischt, drei Männer und drei Frauen oder wenn man es so will, auch je dreieinhalb. Hilde Schmölzer und der argentinische Schriftsteller Lidio Mosca Bustamante lesen gern bei mir. Ruth Aspöck hat schon öfter gelesen, dieses Mal auch der Robert Eglhofer und Klaus Khittl, den ich als Studentin als Musikkritiker der „Presse“ in der Oper kennengelernt hat und der sich in der letzten Zeit der Schriftstellerei widmet und an einem Roman schreibt, als Gloria G.
Der Alfred hat wieder das Buffet gemacht, am Anfang habe ich Salzstangerl und Käsewürfel hingestellt, dann kam der Alfred mit den Roastbeefbrötchen, dem Lungenbraten im Blätterteig und zum Nachtisch Topfenstrudel. Das letzte Jahr hat er es liefern lassen. Diesmal gab es Apfelstrudel, den geplanten Mandelkuchen hat er weggelassen, weil er sehr verkühlt war.

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Das betraf auch meine Gäste, so kamen heute Absagen von den Heislers und die Trude Kloiber ist gekommen und hat mir Marlene Streeruwitz „Nachkommen“ gebracht. Leider hatte ich mir das schon vom Alfred gewüscht, vor ein paar Jahren ist mir das auch bei der Maja Haderlap so passiert.
Da denkt man, es gibt soviele Bücher und dann sind es doch nur ein paar Neuerscheinungen, die durch alle Munde gehen. Dann bekam ich aber noch Dave Eggers „Cercle“ vom Karl, das hatte ich mir gewünscht und von der Hilde Schmölzer ihr „Trakl-Buch“.
Vom lieben Rudi eine Anthologie aus dem „Mostviertel“, von meinem Psychologiekollegen Wolfram Huber, der ja jetzt in Sachen Suttner in Gotha war, ein Buch über Goethes Freundes in Gothar und Weimar“, dann noch eines über den Carl Djerassi und vom Herrn Blaha eine Märchensammlung eines armenischen Dichters und dann noch Blumen, Süßigkeiten, Wein und von der Ruth Aspöck eine Haube, die sie mir aus Banja Luka mitbrachte, weil sie vor kurzem dort war, um für ihr neues Buch Recherchen zu machen.
Ganz sinnvoll war noch ein rotes Moleskino von der Erika Parovsky, weil ich ohnehin bald einen Notzblock für die Veranstaltungen brauche und ich die mir meines aus Blöcken selber zusammenbinde. Ein Bild von der Galerie Lindner gab es auch.
Und weil heuer soviele Leute zugesagt haben, war die Küche bald voll und bald war es halb acht vorbei und die Lesung hat begonnen und die war diesmal, wie immer eigentlich besonders interessant, so begann Ruth Aspöck mit einem Text über das „Alte und das Neue“, wo es auch um das Aussortieren und das Wegwerfen ging und dann von der ehemaligen „Donauverlegerin“ natürlich einen Donautext.

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Dann folgte Robert Eglhofer mit zwei Gedichten aus Englisch und einem Ausschnitt aus seinem Schulroman, der inzwischen ein Schulkrimi geworden ist. Der Direktor liegt im Schlafsack tot in seinem Zimmer, wo ihn dann der Schulwart findet und Gloria G.s Text führte nach Venedig in die Oper. Wo es dann noch eine Warnung von Klaus Khittl gab, sich niemals im November in Venedig „Hofmanns Erzählungen“ anzusehen, weil da triff man vielleicht auf Skelette und das Verwirrspiel, um die Ich Identiät die Bubenmädchen oder die Mädchenbuben gab es dabei auch.
Dazu passte Hilde Schmölzers Textausschnitt aus ihrem Trakl-Buch ganz ausgezeichnet, erstens weil es da ja auch um eine verbotene Liebe zwischen Georg Trakl und seiner Schwester Margarete gab und zweites hat sich Georg Trakl vor fast genau hundert Jahren an einer Überdosis Kokain das Leben genommen, weil er die Schrecken des ersten Weltkrieges nicht mehr ausgehalten hat und das passte wieder gut zu meinem „Schutzengelchen“, wo es ja auch um den ersten Weltkrieg geht und um eine vor hundert Jahren verstorbene Ururgroßmutter, die nach Donezk fährt, um dort eine Zeugin des Flugzeugabsturzes kennenzulernen. Ich habe allerdings zum Fest passend, die Stelle mit den Schwedenbomben gelesen und dann ging es weiter mit dem Buffet und Gespräch. Die Literatur im Herbst, die zeitgleich begann habe ich dabei zwar versäumt, werde aber Samstag Nachmittag und am Sonntag hingehen können und dann gibt es auch sehr bald die „Alpha Gala“, wo ich sehr gespannt bin, ob der „Weiße Elefant“ oder die „Quasikristalle“ gewinnen werden und bezüglich meines Schreibprojekts, habe ich in der Nacht auf Freitag ein bißchen an meinem Plot geplant und am Freitag immerhin drei Szenen oder dreitausenddreihundert Wörter geschrieben, so daß auch das nicht zu kurz gekommen ist.

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4 Kommentare »

  1. Liebe Eva, lieber Alfred, herzlichsten Dank für den schönen, interessanten und kulinarisch höchstvergnüglichen Abend! Den Apfelstrudel als Wegzehrung fürs Frühstück am nächsten Tag mitzugeben, ist mit Sicherheit als Höhepunkt und grandioses Finale ohne Ende des diesjährigen Festes zu sehen, zumindest von meiner Wenigkeit, die hiermit begeisterte und liebe Grüße sendet! Und weiter- und fürderhin ein lautes WOHL BEKOMMS, mit einem leisen Lächeln und Daumen hoch für Alfreds Bewirtung in der unnachahmlichen Fußbekleidung, DANKESCHÖN!

    Kommentar von rudolf lasselsberger — 2014-11-09 @ 14:43 | Antwort

  2. Die Portraitfotos von Alfred sind diesmal besonders gut gelungen. Evas Bild rechts unten zeigt eine nachdenkliche, erfahrene Frau. Gefällt mir gut.
    Mein Kommentar zum Strudel: In früheren Jahren, in denen ich mir aus Sparsamkeitsnotwendigkeit nichts Gutes zum Frühstück gegönnt habe, war es eine Wonne und Verlängerung des Festes, fürs Frühstück etwas mitnehmen zu dürfen.
    Es gibt hoffentlich wieder ein nächstes literarisches Fest-Jahr!
    Gruß Ruth

    Kommentar von Ruth — 2014-11-11 @ 11:11 | Antwort

  3. Das ist schön, daß euch der Strudel so gut schmeckte. War ein schönes Fest, das ich mir schon lange zu meinen Geburtstag, eine eigene Lesung, schenke und weil es so ein Erfolg war, wird es das wahrscheinlich auch wiedergeben

    Kommentar von jancak — 2014-11-11 @ 14:27 | Antwort

    • juhuuuuu!!!!!

      Kommentar von rudolf lasselsberger — 2014-11-12 @ 14:25 | Antwort


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