Literaturgefluester

2014-11-27

Erscheinungsformen des Politischen in der Gegenwartsliteratur

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:02

Ein interessantes Thema, das die politische Autorin, für die ich mich halte, sehr interessiert und eine GAV-Veranstaltung, die von Ilse KIlic und Petra Ganglbauer organisiert, ermöglicht durch eine Sondersubvention des Bundeskanzleramtes, am Donnerstag im Republikanischen Club in der Rockgasse stattfand.

Da ist es wahrscheinlich interessant zu erwähnen, daß ich das erste Mal vor Jahren im Republikanischen Club war, als dort eine GAV-Veranstaltung, ich glaube organisiert von Rolf Schwendter, aber auf jeden Fall unter seiner Mitwirkung mit dem Thema oder Titel „Was schreiben was tun?“, stattfand.Da haben die damaligen GAV Größen gelesen, ich war natürlich nicht dabei, damals und auch heute nicht, habe aber einen Text dazu geschrieben, der, glaube ich, später auch irgendwo veröffentlicht wurde, habe auch Gerhard Kofler dem damaligen GAV-Generalsekretär  darauf angesprochen, der hat ausweichend, wie es seiner Art entsprach, geantwortet, daß ich eingeladen werden würde, wenn jemand ausfüllen würde.

Es ist aber niemand ausgefallen und jetzt, Jahrzehnte später, eine GAV Veranstaltung, die sich mit dem Politischen im Schreiben beschäftigt und dazu acht Autoren, beziehungsweise acht Positionen  dargestellt hat.

Ilse Kilic und Petra Ganglbauer haben moderiert, beziehungsweise die Lesenden angekündigt und auch ein bißchen was zu der Veranstaltung erzählt, was ich so  verstanden habe, daß sie angesichts der „weltweit stattfindenden Ereignisse“ wissen wollten, welche Positionen Gegenwartsautoren einnehmen und dazu acht Autoren, ältere oder jüngere eingeladen, die auch ältere oder jüngere Texte dazu gelesen haben.

Der erste war Lukas Cejpek, ein eher experimenteller Autor, der bei „Sonderzahl“ verlegt, einige seine Bücher habe ich auf meiner Liste, etwas davon auch gelesen, ich sehe ihn immer bei Veranstaltungen, das letzte Mal, glaube ich, in Leipzig, wo er aus seiner neuen Publikation las.

Das tat er diesmal wieder, aber vorher wies er auf eine Sonderzahl Publikation hin, die, glaube ich, 23003 erschienen, ganz neu bei den Büchertürmen der Literatur im März Veranstaltung war, wo sich eine Reihe von Autoren mit Flüchtlingen vernetzten und zu ihren Lieblingsspeisen Texten schrieben. Dann las er aus dem neuen Buch eine Stelle wo es sowohl um die politische Situation als auch um den Ikea-Weihnachtskatalog, als auch um eine Fahrt in die Shoppingcity mit der Badner Bahn, glaube ich, ging.

Der zweite Leser war Thomas Havlik, der Lyriker und Poetry Slamer, dessen Texte mich sehr faszinieren und ich sie immer wieder gerne höre, als politisch empfinde ich sie nicht, aber wie sagte, schon mein 1995 verstorbenener Vater, wenn er mit meiner 1978 verunfallten  Schwester unzufrieden war „Es ist alles politisch“ und El Awadalla hat bei  den Widerstandslesungen, die sie einige Jahre wegen schwarz blau am Ballhausplatz veranstaltet hat, immer betont, man könne dort auch über Blümchen lesen, wenn man es als passend empfindet, ist es okay, das gilt natürlich auch für Thomas Havlik, dessen Texte ich sehr mag.

Dann kam Max Höfler aus Graz, den ich vom Volksstimmefest her kenne, las aus einem seiner Bücher, einen starken politischen Text, der mich ein bißchen an Peter Handke und seine Publikumsbeschimpfung erinnerte, bzw. sagte er in seiner Einleitung, daß er das Publikum eigentlich provieren hättte wollen, daß er das aber, weil er ja nicht wüßte, was dieses interessieren würde, gelassen hat.

Sabine Maier, die mir unbekannt ist, hatte eine Textinstallation, die man sich nach der Lesung bei Wein und Knabbereien und Gesprächen ansehen konnte.

Im Saal folgte Christa Nebenführ, die vorher die Aufmerksamkeit durch ihr Handy erregte, sie entschuldigte sich dafür, lobete  Anna Weidenholzers Roman, der später an die Reihe kam und brachte einen politischen Text, der sich sowohl mit Peter Handke, als auch mit Salman Rushdie, den auch Lukas Cejpek erwähnte, auseinandersetzte.

Thomas Northoff betonte in der Einleitung, daß er sich für einen sehr politischen Autor hält und brachte etwas Altes, nämlich sein beim „fröhliches Wohnzimmer“ entstandenens Bändchen, das sich sprachlich mit der politischen Wende und dem Fall der DDR auseinandersetzt.

Ein Buch das ich besitze und nachdem wir jetzt das das fünfundzwanzig Jahr Jubiläum feierten, ganz passend war, wieder daraus zu hören.

Johannes Tröndle, ein eher junges GAV-Mitglied, den ich aus der „Alten Schmiede“ kenne, brachte eine Sprechoper in sechs Akten, die wahrscheinlich sowohl an die „Staatsoperette“ von Otto M. Zykan als auch an die  Wiener Gruppe erinnerte. Anna Weidenholzer folgte mit ihrem Roman über die Arbeitslosigkeit der Maria Beerenberger und las daraus zwei kurze Stellen, dann gabs Gespräche bei Wein und Knabbereien, wo ich mit Robert Eglhofer, Ruth Aspöck,  Wolfgang Helmhart und noch einigen anderen unterhielt und anmerken kann, daß nächste Woche im Literaturhaus einige der erwähnten Autoren wieder lesen werden.

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