Literaturgefluester

2015-01-31

Störungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 15:52

Ich schreibe am liebsten im Bett oder auf dem Sofa mit dem Computer auf den Knien, dann wird der heiß und bricht zusammen, der Alfred stöhnt, daß ich damit die Lüftung ruiniere und das ist am letzten Sonntag wiedermal passiert.

Fan-Error, jetzt läßt sich das Ding nicht mehr einschalten, ich kann nicht an meine Dokumente, Befunde, etc, konnte auch meine Diagnostik gestern nicht abrechnen, sondern muß auf das Ersatzteil warten, das zwei Wochen Lieferzeit hat und dann ist der Alfred mit dem Karli für drei Wochen in Neu-Mexiko Wale beobachten und sagt vorher nur genüßlich „Da mußt du warten, Geduld, Geduld!“

Das mich so etwas irritiert ist leicht vorstellbar und der vorige Sonntag somit verdorben. Dann war es doch nicht so schlimm, hat der Alfred doch einen Ersatzcomputer, so kann ich meine Mails empfangen und auch bloggen.

Dreiviertel der Welt also geretten, ich kann aber leider nicht die Korrekturen von „Im Namen des Vaters“ eintragen und das Neue dann ausdrucken, so habe ich mir das Manuskript die letzte Woche sehr angeschmiert,  zuletzt Fehler wieder zurückgenommen und denke, ich sollte es jetzt lassen, bis ich wieder eintragen kann und inzwischen mit dem Neuen beginnen.

Da gibt es ja schon einige Ideen und auch da schon einige Korrekturen, denn will ich wirklich über die Sexualität der Muslima schreiben? Und wenn ich die depressive Thekla Morgenstern, die eigentlich ihre Bücher auflesen will, im Beserlpark bei ihr um die Ecke die fünzehnjährige Yasmin Bilic treffen lasse, die von ihrem Stiefvater angefressen, mit ihrer Freundin Selma nach Syrien will, um dort die Welt zu retten und sie dann mit ihr dorthin reist, um die verirrte Selma zurückzuholen, bin ich vielleicht schnell wieder bei der „Paula Nebel“ mit einem ähnlichen Muster und schreibe demnächst „Ich kann, es nicht, ich kann es nicht!“

Bekomme dann von meinen Lesern, die das ja schon öfter hörten, keine Reaktion oder vielleicht nur die, die Klaus Khittl vor ein paar Wochen für mich hatte, daß manche meine Texte wie Rohentwürfe wirken, die noch überarbeitet gehören.

Das ist etwas, was ich öfter höre und mich ein bißchen ratlos macht, denn ich überarbeite meine Texte, wie ich glaube, inzwischen sehr genau, so daß ich nicht ganz weiß, was darunter zu verstehen ist?

Ist vielleicht das zu wenig Abgehoben und eher an der Realität schreiben gemeint, was ich ja eigentlich will oder, daß ich, was ich schon glaube, manche Themen nur anreiße und dann schon fertig bin, noch ehe ich an den Grund gekommen bin?

Das ist es ja auch, was ich bei dem neuen Text befürchte, in drei vier Wochen ist die Thekla mit der Yasmin nach Syrien gefahren, hat Selma zurückgeholt und alle sind happy, aber ist das Bücherauflese-Thema damit bearbeitet oder wird es in den nächsten zehn oder fünfzehn Texten nicht wieder kommen?

Was da hilft, das habe ich auch schon mehrmals geschrieben, ist, wie ich hoffe, Zeitlassen und recherchieren und dazu hätte ich ja im Februar Zeit, denn da sind nicht nur nächste Woche Energieferien, sondern der Alfred ist die nächsten drei Wochen weg. Es stört mich also niemand bei meinen Stadtrecherchen und Writerretreats und damit fange ich jetzt auch an, bis ich meinen Computer zurückkomme und am letzten „Nanowrimo“ weitermachen kann.

Ich halte mich ja eigentlich für einen Pechvogel, aber manchmal habe ich auch Glück, so habe ich doch vor ein paar Wochen geschrieben, daß ich „Tojstoi und der lila Sessel“ gerne lesen würde und schon ein paar Tage später habe ich es bei „Morava“ in der Kiste entdeckt und um drei Euro gekauft.

Das werde ich, wenn ich mit den zwei Rezensionsexemplaren, die schon wieder auf meiner Leseliste stehen, fertig bin, mir vornehmen. Vielleicht hilft mir das , mein Bücherauflesethema einmal so gründlich zu bearbeiten, daß ich damit fertig bin.

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Dann habe ich gedacht, gehe ich mit meinen Büchern, bzw. mit denen, in denen schon etwas von depressiven Frauen und ihren Büchern drinnen steht, in die Badewanne und hole mich  dort ab, wo ich stehe. Die blaue Mappe, wo die Kritiken drinnen sind, die ich bis jetzt bekommen habe, habe ich mir auch schon vorbereitet.

Damit fange ich an, bevor ich mit ein paar Notizblöcken, die ich mir auch noch zurechtlegen werde, auf Recherchetage gehe, um da vielleicht Themen zusammenzusammeln, über die, außer an dem Roadmovie: depressive Frau fährt mit gefährdetet Jugendliche nach Syrien, auch noch arbeiten kann.

Ich habe aber auch schon die Idee, daß die Yasmin der Selma vielleicht Bücher ins Facebook posten könnte, die sie davon abbringen in Syrien eine Kriegerbraut zu werden und die Fritzi Jelinek mit ihrer platonischen Liebe, gibt es ja auch noch, auf die hätte ich jetzt ganz vergessen, aber die fährt notfalls auch noch mit nach Syrien.

Das alles ist nichts wirklich Neues, sondern, das, was ich schon in den letzten Jahren machte, wenn ich mit einem neuen Text beginnen will und ich will natürlich besser  und auch  endlich entdeckt werden, aber zu dem zweiten brauche ich, die anderen und da ich meine Manuskirpte nicht mehr an die Verlage schicken werde und sie offenbar auch im „Literaturgeflüster“ nicht auffallen, bleibt mir ohnehin nichts anderes über, als an meinen Schwächen zu arbeiten und da weiter zu kommen und da weiß ich ja eigentlich, was ich will und habe auch meine Themen und das Grundexpose.

Aber nicht so schnell fertig zu werden, sondern daran bleiben, wo es wirklich mangelt und da über den Graben springen, das wäre schon ein Ziel.

Vielleicht brauche ich auch da die anderen, daß es gelingt?

Ich werde jedenfalls den Februar, bzw. wenn es geht, die Zeit bis November, bevor ich mit dem neuen „Nanowrimo“ und der „Nika-Weihnachtsfrau“ beginne, dazu nützen, mir wirklich viel Zeit zu lassen, um etwas zusammenzubringen, das überhöht genug ist, daß es die anderen interessiert.

Mal sehen, ob es gelingt, ich fange jedenfalls gleich damit an.

Ja und richtig meine bereits vorhandenen Notizen, die in dem schwarzen Moleskino stehen, das ich am ersten Mai im Schrank gefunden habe, werde ich mir natürlich auch vornehmen und vielleicht hilft es da, so mit der „Schneeflockenmethe“ etc, mit dem vorhandenen Material mir vorher Skizzen zu machen, daß ich eben nicht das Alte wiederhole und eben nicht, wie oben angeführt in zwei drei Wochen schon wieder mit der Rofassung fertig bin.

An Erfreulichen gibt es noch zu berichten, daß das Bücherregal in Harland jetzt aufgestellt.

Ja, ein wenig mickrig sieht es noch aus, wie vor vier Jahren das in der Krongasse und so wird es vermutlich  noch einige Zeit bleiben, da zwar die Kinderbücher der Anna darin stehen und einiges vom Alfred, das er letzte Woche aus der Krongasse transportierte, von mir sind bis jetzt aber nur die Bücher drinnen, die ich im letzten halben Jahr gelesen habe, weil ich immer nur das Ausgelesene nach Harland transportieren werde und das muß ich im Katalog noch umtragen, was ich derzeit auch nicht kann.

Die Schachteln die ganz unten zu sehen sind, gehören übrigens zu der fünfhundert Stück Auflage der „Hierachien“, dem Buch mit der ISBN Nummer, das mir Anfang Neunzig glaube ich Jack Unterweger machte und die ich mir dann ins Haus holen konnte und übrig geblieben sind. Will sie wer gewinnen, ansonsten habe ich mir gedacht, verteile ich sie im Sommer langsam in die Seedose, leider ist der Satz fast unlesbar, weil es damals ja noch keinen Digitaldruck gab.

Vegane Cartoons

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:46

Über was man alles Witze machen darf, ist eine Frage, die uns momentan ja sehr beschäftigt, der „Holzbaum-Verlag“ tut es nach Weihnachten, Kunst, Wien, Katzen, Fußball, etc, jetzt mit den Veganern, etwas was uns derzeit auch sehr beschäftigt und hat mit einer schönen als Hühnchen verkleideten Zitrone am Cover jetzt die „Veganen Cartoons“ herausgegeben.

Ich glaube im“ Shop der komischen Künste“ gibt es gerade die entsprechende Ausstellung dazu und eine Buchpräsentation wird es wahrscheinlich auch geben und als Begleitbuch das „Vegane Wien“ das ich hier nicht bespreche, bin ich ja keine wirkliche Vegetarierin und der Alfred kauft am Markt in St. Pölten auch sehr viel Biofleisch, aber die Idee keine Tiere zu essen, hat schon etwas für sich und man sollte es eigentlich auch nicht und lustig machen über die, die ihren Bräuten dann die Kinder verweigern, weil ein Vegetarier dann ja auch auf Eier verzichten muß, nun ja, über Witze kann man bekanntlich streiten, aber wahrscheinlich ist es ein Büchlein, das auch den Vegetariern, bzw. Veganern gefällt, den Fleischfreßern natürlich auch, denn die können, dann ja über die mit den „Rüben“ lachen.

So sagt im „Vegetarischen Krimi“ auch einer „Jetzt gibts was auf die Rübe!“ und wahrscheinlich der Kommissar erwidert cool „Sie vergessen wohl meine Erbsenpistole!“

Darf ein Vegetarier baden, wenn im Wasser Tiere sind?, ist eine Frage, die Bernd Zeller stellt und die Katzenmutti versucht ihrem Joachim, die gesunde Kost schmackhaft zu machen, im zweiten Bild sieht man das Kätzchen empört auf den Salatteller schauen.

Die Naturkost-Aktivisten hätten in der Steinzeit keine Mammuts jagen können und was ist, wenn die Frau Doktor der Hexe aus Hänsl und Gretl oder so „Ab sofort kein Fleisch und vor allem keine Kinder mehr!“, verordnet?

Das ist wahrscheinlich genauso frustrierend, als wenn den gestrandeten Fleischfreßern auf der Insel, die vergetarischen Retter Tofukisten aus dem Flugzeug werfen, da freuen sich dann nur die Schweine auf der Insel, aber wenn ich mit zwei Schweinen alleine auf einer einsamen Insel bin, kann ich sie ohne Werkzeuge und Feuer warhscheinlich ohnehin nicht verzehren und würde ich mich wirklich trauen sie zu schlachten?

Es sind also interessante Fragen, die das Büchlein stellt, die sich die bedenkungslosen Fleischesser, wie ich ruhig einmal beantworten können.

Es gibt aber auch das Zwergerl , das die krause Petersilie glatt bügelt und die Mama, die mit ihrem Kind an dem Bettler mit der Bemerkung „Mein Schatz, da geben wir nichts, der isst bestimmt Fleisch!“, arrogant vorübergeht.

Michael Dufek bekannt aus anderen Holzbaum-Cartoons hat wieder eine Graphik erstellt, die beweisen soll, daß es die größte Schwierigkeit des Veganers ist, den anderern zu erklären, warum sie so leben und dazu passt auch der Mann, der seine Gäste anfleht, seiner Frau nicht zu verraten, daß sie Veganer sind, während die Frau schon mit dem Gänsebraten kommt.

Die zwei, die schon im Kochtopf der Kannibalen stecken, überlegen sich, „daß es jetzt an der Zeit für das vegane Bekehrertum“ wäre und hundert Prozentige vegane Abenteuerliteratur muß es natürlich auch geben. Das wäre dann die „Alice im Kräuterland“, „Gullivers Speisen“, etc.

Der Kellner bringt den Gästen, die das Brathuhn bestellen, dieses lebend mit einem Messer an den Tisch, weil der Koch „Vegetarier“ ist und der steht dann vor seinem Sparschwein und hat Gewissenskonflikte, denn dürfen Vegetarier nun baden oder ihr Sparschwein schlachten?

Womit wir wieder am Ausgangspunkt wären und nach der Lektüre des köstlichen kleinen Büchleins mit Cartoons von Ari Plikart, Axel Bierwolf, Bernd Zeller, Bettina Bexte, BURKH, Christian Habicht, Daniel Jokesch, Daniel Noll, Dorthe Landschulz, Fussel, Gunga, Heike Drewelow, HUSE, Jan Kunz, Johann Mayr, Kai Pannen, Karl Lux, Karl-Heinz Brecheis, Klaus Puth, Lisa Semrad, Markus Grolik, Martin Zak, Matrattel, Michael Dufek, Miriam Wurster,  Nicolas Mahler, Oliver Ottitsch, Rattelschneck, Rudi Hurzelmeier, Til Mette,  Uwe Krumbiegel und W. Schinski uns sowohl überlegen können, wie wir es fortan mit unseren Fleischkonsum halten und über was man lachen sollen darf.

Über die Frage über was die Herausgeber Clemes ettenauer und Johanna Bergmayr ihre nächsten Cartoons machen werden, können wir das natürlich auch.

2015-01-30

Komplizen des Glücks

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:22

Jetzt kommt wieder eine branntneue Neuerscheinung, O. P. Ziers „Komplizen des Glücks“ aus dem „Residenz-Verlag“, obwohl ich mich ja angesichts meiner überlangen Leseliste bei Neuerscheinungen zurückhalten sollte, in der Praxis sieht das, wie meine Leser merken werden, ein bißchen anders aus und den 1954 in Salzburg aufgewachsenen O.P.Zier kenne ich schon seit den Achtzigerjahren von den Generalversammlungen der IG-Autoren.

Ich bin dann auch zu Lesungen seiner Bücher ins Literaturhaus gegangen, habe ihn, glaube ich, einmal bei „Thalia“ auf der Landstraße gestroffen, als dort T.C. Boje, einen seiner Erfolgsromane präsentierte, in Linz bei einem Gauklerfestival habe ich ihn auch einmal getroffen und dieses Jahr  sogar vor dem offenen Bücherschrank in der Zieglergasse.

Als 2010 die „Mordsonate“ erschienen ist, habe ich Herwig Bitsche um das Buch angeschrieben und ihn dann auch besucht.

Seither lese ich mich durch die Verlagsneuerscheinungen und auf den neuen O.P. Zier habe ich mich auch schon sehr gefreut, bzw. den Autor sicher schon im Frühjahr darauf angesprochen. Da hat er mir von seinem neuen Buch noch nicht sehr viel verraten, das, wie man dem Klappentext entnimmt von einem „Alten Bauernhaus handelt, das wie das berühmte gallische Dorf den Beton-Wohnblöcken im Salzburgerland trotzt“, weil dort eine Aussteigerfamilie lebt, die, wie „O. P. Zier mit beißender Kritik an einer korrupten und selbstherllichen Provingesellschaft schildert, so alles verkörpert, was ihre Umgebung empört: Protest und Lebenslust, Konsumverweigerung und Individualismus, Tagträumen, Unangepasstheit und nicht zu vergessen: den unsterblichen Geist des Rockǹ Roll…“, das hat für mich dann fast ein bißchen abstoßend gewirkt, wie ich auch mit dem alten blaubemalten mit „Peace“ und „Love“ signierten VW-Bus am Cover nicht so viel anfangen konnte.

Dann habe ich, als 1953 geborene, die die Welt der Aussteiger zumindest durch die Alternativschule, die meine Tochter Anna bis zum Eintritt in das auch ein bißchen alternative Gymnasium in der Rahlgasse, besuchte,  zwar in der Großstadt Wien, aber doch, ein bißchen miterlebte, etwas sehr Vertrautes und auch sehr Spannendes gelesen.

Es beginnt mit einem Kunstgriff, da kommt im Jahr 2005, ein sterbenskranker Mann mit einem Koffer zu dem Bauernhaus der Familie Wirring, in dem in diesen Moment nur der fünundzwanzigjährige Sohn Rolf, der gerade an seiner Disseration über „Aufklärung, Witz und Widerstand in der österreichischen Literatur“ schreibt, zu Hause ist, die Mutter ist gerade bei einer Demonstration gegen Schwarz Blau in Wien, der Vater bei einem Begräbnis eines ehemaligen Kollegen, der Großvater auf seiner Rock Tour mit seinem alten Bus und erzählt ihm, daß er sein möglicher Halbbruder ist.

In vier Kapiteln wird das erzählt, wie die Kellnerin Moni 1965 den kiffenden Rockkönig, der im Sommer mit seiner Band in dem Gasthaus in dem sie servierte, spielte, kennenlernte, mit ihm und noch einem anderen eine sexuelle Beziehung hatte und ihrem Sohn nun von den zwei möglichen Vätern erzählte, weil sie zu beiden den Kontakt verloren hat.

Pete Wire oder Peter Wirring, wie er bürgerlich heißt, die ist postive Vaterfigur, der andere, der ihr eine falsche Adresse hinterließ, die negative, die immer hervorgeholt wurde, wenn sie sich über ihren Peterl ärgerte, inzwischen ist sie an Krebs gestorben, Peter Schaller ist auch schon so weit, hat das Krankenhaus nur auf Revers verlassen, um seinen möglichen Vater noch kennenzulernen und die Familie nimmt ihn auch auf, zuerst erscheint die Mutter oder Halbschwester, dann Rolfs Vater, der vor zwanzig Jahren aus seiner Werbeagentur ausgestiegen ist und jetzt als Privatgelehrter und Hypochonder die Provinzgesellschaft mit seinen Reformkleidern mit denen er herumläuft, schockt, der Großvater, fünfundsechzig mit  langen grauen Haaren, ständig kiffend, taucht auch noch auf.

Peter Schaller stirbt kurz darauf, Rolf nimmt das aber zum Anlaß einen Roman über seine Familie, beziehungsweise über sein Aufwachsen in einer Welt, in der so alles anders als bei den anderen ist, zu schreiben und das gelingt O. P. Zier vorzüglich, uns in diese Welt hineinzuführen und die Angst zu schildern, die das Kind erlebte, als es mit vier vom Kindergarten von seinem lebensuntüchtigen Vater, bei dem sogar die Frankfurter Würstchen immer aufplatzen, abgeholtwurde, um auf eine Demonstration gebracht zu werden, wo die Mutter an einem Baum gekettet war, um die Umwelt zu schützen und von der Polizei abgesägt wurde.

Kein Wunder, daß sich sojemand in die Welt der Kindergartenfreundin Rosi mit der streng katholischen Mutter und den sonntäglichen Gottesdiensten wünscht, obwohl die Freundin nichts lieber als Rolfs Eltern hätte.

Die lehnen gekauftes Spielzeug ab und basteln ihrem Sohn ein eigenes Radiostudio mit Opas alten Platten und E-Geräten, wo er mit zwölf seine „WORLDWIDERADIOSHOW“ mit Lautsprechern im ganzen Haus produziert, die Mutter als Studiogast erwartet, die  im Bett liegt und einfach den Stecker abgezogen hat, was den Sohn sehr erbost, aber in Panik gerät, als sich der Zwölfjährige zusehr an den Großvater anschließt, weil sie befürchtet, daß er von ihm auch das Kiffen imitieren könnte und ihre Mutter ist ja sehr jung an den Medikamenten gestorben, die sie sich während ihrerÄnästehieausbildung aus den Spitalsgiftschränken holte.

Auch ein solches Kind kommt einmal in die Pubertät, köstlich wie O.P. Zier den Vierzehnjährigen schildert, der, von der Familie für eine Woche allein gelassen, mit seinen Ersparnissen, in die örtliche Buchhandlung geht, sich um sechshunderSchilling einen großen Thomas Mann-Bildband kauft, Petra Hartlieb oder der Haptverband des Buchhandels sollte ihn dafür einen Orden geben oder ihn zur nächsten Eröffnungsrede der nächste Buch-Wien einladen und daraufhin sich zu einem Thomas Mann Imitat entwickelt.

Er beginnt sogar die „Buddenbrooks“ über die Familie Wirring zu schreiben und findet mit Fünfzehn auch einen Verlag dafür, bzw. für die Novelle, die er für seine inzwischen eingetretene erste Liebe schreibt, der Großvater fährt ihn in seinem alten Bus nach Salzburg, der Direktor des Gymnasium gibt ihm augenzwinkernd für diesen Termin frei, so schlittert der fünfzehnjährige im alten Nadelstreifanzug und Thomas Mann Frisur in eine seltsame Wohnung, wo zwei seltsame Jünglinge Verlagsleiter und Cehflektor abgeben, eine ältliche Chefsekreätin gibt es auch und ein Kleinkind, das mit voller Windel in den unverlangt eingesandten Manuskriptstößen herumturnt und mit seiner Scheiße die Manuskriptseiten makiert, beziehungswweise solche herausreißt und zerknüllt. Daraufhin verläßt der Vierzehnjährige entsetzt den Verlag, hört mit seiner Familiengeschichte auf und beginnt erst nach dem Tod des vermeintlichen Onkels wieder daran zu schreiben, hat er ja inzwischen sein Germanistikstudium beendet und ohnehin keine Stelle, nur ein paar unbezahlte Praktika bekommen, so daß er wie seine Mutter, die durch Rezensionsschreiben den Unterhalt ihrer Familie verdient, ironisch meint „Gleich ein Buch schreiben kann. Es müssen ja nicht unbedingt neue Buddenbrooks werden“, denn „die schreiben inzwischen ohnehin die Amerikaner“.

So hat O. P. Zier in seinem Roman über das „Widerstandsnest in den Salzburger Bergen“ manchmal sehr bizarr und vielleicht auch nicht ganz realistisch, denn wie soll ein so weltfremder Mann, der sich  von jeder Nichtigkeit aus der Bahn werfen läßt und dann sterbenskrank im Bett liegt, schon mit Mitte zwanzig in den Besitz einer gutgehenden Werbefirma gekommen sein, aus der er dann mit der zwanzigjährigen Studentin, die sich der Umwelt zuliebe, als Fotomodell verdingt, aussteigt, als die in seine Firma kommt.

Ansonsten habe ich sehr viel Bekanntes in dem Buch gefunden und habe ja auch eine Tochter, von der mir meine Mutter einmal entsetzt erzählte, wie sehr sich sich über das Stück Zucker freute, das sie bekommen hat, als sie mit ihr bei der Polio-Impfung war.

Für 1980- 1984 geborene muß das Buch, wie auch für die Generation  1954 und darum herum  also sehr interessant zu lesen sein und um dann entstehenden unterschiedlichen Auffassungen läßt es sich auch sicher herrlich streiten.

Spannend natürlich auch, was jetzt davon autobiografisch ist und was nur nachempfunden und entsprechend überhöht?

Aber das kann ich O.P. Zier bei der nächsten GV-der IG Autoren fragen oder am 24. Februar in der „Gesellschaft für Literatur“, wo er aus seinem Buch lesen wird.

2015-01-29

Konzert mit Walter Baco

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:45

Am Donnerstag habe ich ja eigentlich zum Pup n Pup Stammtisch ins Tanzcafe Jenseits in die Nelkengasse gehen wollen, wo das Wiener Team, ein Event mit dem Titel „Wir leben nicht am Amazonas, wir leben das Buch“ mit Petra Hartlieb, Sonja Franzke und Klaus Werner Lobo veranstaltete und mich auch dafür angemeldet und Pupn n Pup ist eine Initative von Leander Watting, wo sich Buchinteressierte in Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande, etc in verschiedenen Pubs treffen und über „Trends im Publishing, Gott und Welt“ diskutieren und über die Seite des Hauptverbandes angekündigt war.

In Leipzig gibt es zur Buchmesse auch eine Veranstaltung zu der ich vielleicht gehen könnte, denn diesmal habe ich mich umentschieden und bin zu einem Konzert in den OESTIG-Saal in die Wipplingerstraße gegangen, zu dem mich Walter Baco, der GAV Kollege, „Albatros Verleger“, Literaturveranstalter, etc eingeladen hat, den ich, glaube ich, kennenlernte, als ich 1995, ich weiß nicht mehr mit welchen Text, bei von Ruth Aspöck organisierten „Textvorstellungen“ gelesen habe.

Er hat dann vor circa fünfzehn Jahren in Leipzig einen „Österreichsch-Leseschwerpunkt“ organisiert,  die Literatur bei einer Buchmesse, die es vor der „Buch-Wien“ in Linz einmal gegeben hat und Bücher aus seinem „AlbatrosVerlag“ hat er mir auf der „Buch-Wien“ von 2010 auch gegeben.

Von ihm selber habe ich noch nicht so viel gelesen, aber den Buchtitel „Die Zöglinge der Schwerkraft“ im Ohr und so habe ich, als ich das Konzertprogramm gesehen habe, umdisponiert, war da ja von Musik umrahmt eine diesbezügliche Literaturperformance  angekündigt.

So dachte ich, daß die IG Veranstaltung zum Mustervertrag am Dienstag, bzw. Publishertalk eingentlich reichte, denn ich bin ja eigentlich gar nicht so sehr gegen „Amazonien“ obwohl ich dort weder etwas kaufe, noch meine Bücher bisher eingestellt habe und Margot Koller habe ich am Dienstag auch von der Veranstaltung erzählt und sie mit ihrer Freundin  gleich getroffen, als ich den kleinen Saal in der Wipplingerstraße erreichte.

Ein Herr mit weißen Haaren, ich nehme an, es handelte sich um Karlheinz Schrödl, von dem dann auch ein „Märchen“ aufgeführt wurde, leitete ein und erzählte, daß es sich um eine Veranstaltung eines Komponistenverbandes handelte, wo jeden letzten Donnerstag im Monat ein Konzert der Mitglieder aufgeführt wird, die Musiker stellen sich unentgeltlich zur Verfügung und einer davon organisiert das Programm.

Das nächste Mal wird das Walter Baco sein, der offenbar bei dem Verband auch Mitglied ist, diesmal performte er zwischen einigen Musikblöcken Textstellen aus seinem „Buch ohne Handlung“, wie er erzählte und dazwischen gab es zeitgenössische Kompositionen und sogar eine österreichische Erstaufführung eines „Campanula-Solos“.

Spannend, spannend, obwohl ich mich ja mehr für Literatur interessiere und inzwischen die Konzerte aus Zeitgründen zunehmend weglasse, jetzt habe ich mich aber durch die verschiedenen Gegenwartsstile gehört und vor allem der „Dance au lait“, Flöte und Dschembe mit Ferdinand und Bernhard Weiss, wahrscheinlich Vater und Sohn und die „Laufentensuite“ von Diana Hanappi mit Viola und zwei Viloncelli haben mir sehr gut gefallen und dazwischen auch die Gedanken von Walter Baco zum Urlaub, zur Liebe, zur Sehnsucht, etc und ein neues Buch aus dem „Albatros-Verlag“ habe ich, ich kann es nicht lassen, inzwischen auch zum Rezensieren, nämlich Peter Boschs, ebenfalls ein GAV-Mitglied und einer, der auch schon seine Bücher bei „Amazon“ einstellte, um beim vorigen Thema zu bleiben „Kleine Geschichte über die Liebe“ für „Menschen zwischen fünf und achtzig“ glaube ich, wie in der Ankündigung stand, illustriert von Alexandra Bolze, durch das ich mich lesen werde, wenn ich mit Amelie Nothombs „Reinheit des Mörders“ fertig bin und dazwischen wird noch meine Besprechung von O.P. Zier „Komplizen des Glücks“ erscheinen, der ja ebenfalls GAV-Mitglied ist und den ich wahrscheinlich in drei Wochen bei der GV-der IG-Autoren treffen werde.

2015-01-28

Love me, stranger

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:48

Jetzt kommt wieder ein erotischer Roman und seit langem wieder ein E-Book, das erste eigentlich, das ich auf meinem, von Alfred vorige Weihnachten geschenkt bekommenen PocketBook gelesen habe, weil ich mich um den Charles Dickens auf Englisch zu Weihnachten herumgedrückt habe.

Ich bin aber irgendwie in den Verteiler von Cupido-Books gekommen, die mich seit November offenbar zu ihren „LovelyBooks Leserunden“ einladen, das ist nichts für mich, ich bleibe beim „Literaturgeflüster“, aber „Schmerzherz“ mein erstes Sadomaso habe ich gelesen und jetzt ist wieder ein Angebot zu mir  gekommen und da kann ich ja schwer nein sagen, habe ich doch den Anspruch mich so quer und vollkommen ich nur kann durch den Literaturgarten zu lesen und es interessiert mich auch was die Leute so schreiben und lesen wollen.

Geht man auf die „LovelyBook Seite“, wo man sich für die Leserunde bewerben kann, trifft man auf begeisterte, wahrscheinlich jüngere Leserinnen, die schon den Erstling von Rika Federkleyd gelesen haben und hoch und heilig versprechen bei der Diskussion mitzumachen und ihre Rezension pünktlich auf ihren Blog und bei „Amazon“ abzustellen und bei „Amazon“ gibt es auch schon ein paar Besprechungen, die bei den zweihundert  bis vierhundert Seiten Text, je nachdem wo man ihn liest, allerdings von einer Kurzgeschichte schreiben und eine Stimme meint, daß das Buch mit 6.99 für eine noch unbekannte Autorin, vielleicht ein wenig teuer ist.

Scheint es die Geschichte, ich würde sie durchaus als Roman bezeichnen, nur als E-Book zu geben und Rika Federkleyd ist wohl ein Pseudonym, wie man auf der Verlagsseite lesen kann, daß viele Cupido Book Autorinnen, ob der brisanten Inhalte lieber anonym bleiben wollen,  deshab habe ich nur ein paar knappe Angaben gefunden, die Autorin wohnt mit ihrer Familie in Erfurt, ist neunundzwanzig Jahre alt, hat vorher Kinderbücher und schon ein Erotic Novel geschrieben und dieses ist, wie ich auch bei „Amazon“ und „LovelyBook“ lesen konnte, spannend geschrieben, wenn man sich erst einmal ein bißchen eingelesen hat.

Am Anfang war es für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber dann habe ich die Geschichte sehr spannend und auch höchst originell gefunden.

Sie spielt, obwohl die Autorin aus Deutschland stammt, in Florida, in Miami, hat einen Pro- einen Epilog und sechsunddreißig Kapitel und es geht um Aschenputtel und den Prinzen bzw. um die Jungfrau und den Pornodarsteller, denn Charlotta oder Charly, wie sie sich nennt, die Tochter eines Chiropraktikers mit gut gehender Praxis, selbst Physiotherapeutin ist schon fünfundzwanzig, sieht toll aus, ist ein braves, intelligentes Mädchen, (vielleicht nicht so sehr um Medizin zu studieren), aber sonst, die gute Freundin zum Pferdestehlen und sie ist noch Jungfrau, obwohl sie mit der Soziologestudentin Mila in einer WG lebt, die alles andere als das ist.

Der Prolog beginnt in einer Bar, wo Mila unbedingt hinwollte, Charly steht verloren herum und gießt einem Typen einen Martini über die Hose, wischt den dann weg, der Typ wird erregt, Charly verlegen, etc.

Dann geht es los am nächsten Morgen oder in der nächsten Woche, als Mila ihrer Freundin eröffnet, daß sie sich zu Studienzwecken als Pornodarstellerin verdingen will und Charly soll mitkommen, um auf sie aufzupassen. Da trifft sie dann den Typen aus der Bar wieder, der ist der Pornodarsteller und er entjungfert Charly gleich mit dem Finger im Auto.

Bis dahin und noch ein bißchen weiter fand ich es es sehr aufgesetzt und habe fast gedacht, was habe ich mir da denn angetan, das ging noch ein bißchen weiter, denn als Joe oder Jake oder Jakub, er hat alle drei Namen, entdeckt, daß Charly noch Jungfrau war, bekommt er einen Schrecken und verreißt sich das Genick so kommt die Physiotherapeutin in Einsatz, läßt ihn in die Praxis ihres Vaters bringen, der verordnet zehn Massagen, Rita, die Sprechstundenhilfe teilt Charly zu Hausbesuchen ein und die Liebesgeschichte zwischen Prinz und Jungfrau beginnt und die ist von den Sexszenen vielleicht einmal abgesehen, sehr zart, denn trotz aller Komplikationen, die natürlich eingebaut sind, um die Spannung hochzuhalten und die Handlung voranzutreiben, sind die Beiden füreinander bestimmtl und Charly die unerfahrene entwickelt sehr rasch eine unglaubliche sexuelle Fähigkeit.

„Das ist ein bißchen unglaubwürdig!“, steht irgendwo bei „Amazon“.

Ja natürlich, es klingt aber gut und läßt sich flüssig lesen und irgendwie habe ich mir auch gedacht, das Ganze ist vielleicht auch ein bißchen so etwas, wie ein „pädagogisches Porno“, wenn es sowas gibt, so habe ich die Stelle mit der Jungfrauschaft eigentlich sehr originell gefunden, abgesehen davon, daß sich der Boy dann gleich das Kreuz verreißt, das war wahrscheinlich wirklich zu aufgesetzt, aber für die Handlung nötig ist, aber dann werden die Verhütungsmittel gut erklärt, Charly geht zu ihrer Gynäkologin bzw. meldet sie sich dort an und sie übt auch mit Mila an einer Banane, bevor sie zu Jake in den Club geht, um ihm dort öffentlich einen zu blasen.

Mit dem Sex gibt es dann trotz der schnellen Entjungferung im Auto noch Komplikationen, bzw. Steigerungsstufen, es ist aber alles sehr schön und gut und die beiden füreinander geschaffen.

Aber natürlich gibt es noch andere Komplikationen, denn Jake hat gelernt seinen Beruf von seinem Privatleben zu trennen, er will also keine Beziehung und Charly eigentlich auch nicht, daß er mit anderen schläft, da gibt es aber Dylan, mit der er schon öfter drehte und die stößt Charly mit ein paar Kumpels eifersüchtig in ein Swimmingpool. Jake schmeißt sie dann hinaus, aber als Charly zum verabredeten Massagetermin kommt, ist Dylan in der Wohnung und dreht gerade mit einem Mann den sie Jake nennt, er aber nicht ist, was die wütende Charly erst später erfährt und das Video von der Entjungferung hat sie auch noch in das Internet gestellt.

Ja, es ist ein modernes Erotic-Novel und wenn ich Vergleiche zu der „Römerin“ ziehe, die ich vor kurzem gelesen habe und die ja auf dem italienischen Index gestanden hat, da sagt die Heldin, mir macht es Spaß, Jake, der zuerst Chemie und Physik studierte, sagt das auch, da kann man mit dem was einem Spaß macht, viel Geld verdienen. Später gibt er Charly wegen aber seinen Job auf und studiert wetier, die beiden ziehen zusammen und werden wahrscheinlich ein glückliches Paar und ich habe die Geschichte gern gelesen, obwohl ich mich ja nicht wirklich zu einer Erotik-Leserin entwickeln will, die Erotik-Nächte bei „Rund um die Burg“ eigentlich eher langweilig empfunden habe und auch der Meinung bin, Sex soll man haben, nicht darüber lesen, aber das trifft natürlich auch auf jede andere Art von Literatur zu und ich war auch erst kürzlich bei einer Lesung, wo es um die erotischen Phantasien einer älteren Frau bzw. Autorin gegangen ist, die zuerst sehr interessiert an meinem Tip, was es noch an Literatur gibt, war, dann aber abwinkte, denn da trennt man offenbar noch sehr zwischen U und E und wahrscheinlich geben nicht nur die Autorinnen nicht so gerne zu, daß sie solche Bücher schreiben, auch die Leserinnen werden die vielleicht noch verhüllen oder auch nicht, wenn man an die „Lovelybooks Leserunden“ denkt und da kann man ja bald mitverfolgen, was die Leserinnen von „Love me, Stranger“, halten.

2015-01-27

Musterverlagsvertrag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:38
© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

Die IG Autoren haben mit dem österreichischen Verlegerverband einen Mustervertrag ausgearbeitet und das heute im Literaturhaus entsprechend gefeiert. Vielleicht wurde das bei den Literaturhausfeierlichkeiten vor ein paar Jahren zwischen Benedikt Föger und Gerhard Ruiss schon so ausgemacht und zwischenzeitlich verhandelt.

Jetzt war es inzwischen so weit und die IG-Autoren haben mich zweimal, der Hauptverband auf seiner Seite einmal darauf aufmerksam gemacht.

Jetzt bin ich glaube ich, als Selbstpushinger-Pionierin, die ich seit 2000 bin, schon wirklich jenseit von Gut und Böse und bleibe, glaube ich, bei meinem Selbstgemachten, obwohl ich das noch immer nicht bei „Amazon“, dem „Bösen“, der das für mich bezüglich Selfpublishing nicht ist, meine Bücher eingestellt habe, dabei, bin aber immer auf der Suche nach etwas Interessanten für das Geflüster und so habe ich das „Dicht-Fest“ in der „Alten Schmiede“ zu dem ich sonst wahrscheinlich hingegangen wäre, ausgelassen und mich auf das Verlagsvertragsfest konzentriert.

Und dabei gab es natürlich Komplikationen, denn es hat schon um achtzehn Uhr, statt wie meist im Literaturhaus um neunzehn Uhr begonnen und das habe ich gewußt, bzw. auf meinen Kalender so eingetragen.

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

Um vier hatte ich eine Stunde, die um drei ist ausgefallen und um dreiviertel fünf habe ich meine Sachen hergerichtet und mich mit dem „Work on Progress“ bei Kerzenlicht ins Wohnzimmer gesetzt,  daran korrigiert und mir gedacht, wann ist es endlich soweit, daß ich ins Literaturhaus gehen kann?

Zehn nach sechs, damit ich nicht zu früh hinkomme. Um Punkt sechs habe ich dann auf meine Uhr geschaut und gedacht, „Teufel, das fängt doch schon um sechs an!“ und bin dann hektisch mit dem Bus hingefahren, obwohl das, seit die Mariahilferstraße Fußgängerzone ist und der Bus deshalb einen großen Umweg macht, auch nichts bringt.

Selber schuld und auch nicht wirklich schlimm, zum Buffet komme ich allemal zurecht und der Verlagsvertrag geht mich auch nicht wirklich etwas an.

Das ist mir ja schon einmal beim „Fest für Andreas Okopenko“ so passiert, daß ich gedacht habe, das ist am Sonntag und dann am Samstag, als ich baden gehen wollte, draufgekommen bin, das ist ja jetzt und das war die letzte Gelegenheit wo ich Andreas Okupenko gesehen und mit ihm gesprochen habe, denn kurze Zeit später war ich bei seinem Begräbnis am Grinzinger Friedhof.

Diesmal bin ich mit einer vollen Büchertasche, die ich eigentlich im „Wortschatz“ deponieren wollte, denn das Bücherregal in Harland ist aufgestellt und der Alfred hat am Samstag in der Krongasse ein bißchen aussortiert und umgeräumt, um circa zwanzig nach, nach Hahnrei Wolf Käfer ins Literaturhaus gehetzt, wo schon alles für das Buffet hergerichtet war, überall weiße Tische standen, auch dort, wo sonst die Sessel sind, nur an der Seite standen ein paar, aber die waren natürlich schon besetzt, also eine große Sache und für den Hauptverband und Gerhard Ruiss sehr wichtig, Alexander Potyka, der jetzt der Präsident des österreichischen Verlegerverbandes ist, war gerade am Wort, dann kam Gerhard Ruiss an die Reihe, fasste zusammen, verwies auf den Mustervertrag, der zur freien Entnahme auflag und noch eine kleine Diskussionsrunde zwischen ihm  Benedikt Föger und Alexander Potyka an, wo auf die Neuerungen und die Schwierigkeiten, die es bisher gegeben hat, hingewiesen wurde.

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

Einige Autoren im Publikum, Sonja Henisch, Manfred Chobot, Erika Kronabitter, aber auch Leute vom Hauptverband und von der Literarmechana, danach kam es zur feierlichen Verlagsunterzeichnung und zum Fotoshooting, ich war sehr vorne beim Buffet, obwohl ich noch vorher meine Jacke ausgezogen und den vollen Sack bei der Garderobe deponiert habe.

Margot Koller, die das neue Buch das ich zeigte, gleich fotografierte, stieß  zu mir und Margit Heumann, Axel Karner, Karin Ivancsics, Susanne Ayoub, etc.

Danach gab es noch ein Konzert, das Gerhard Ruis mit der Gitarre absolvierte, sehr wichtig also für die IG, für Margot Koller offenbar auch, die sagte, daß sie sich für ihr neues Buch einen Verlag suchen würde.

Ich bleibe wohl dabei, obwohl ich ja wahrscheinlich immer noch Schwierigkeiten habe, meine Bücher als Bücher anzuerkennen. Sie sind es aber und sie sind sehr schön und als ich vorige Woche, dieses Erotik- E-Book, dessen Besprechung gleich erscheinen wird, bekommen habe, bin ich auf die Verlagsseite gegangen und habe da gesehen, daß es gerade wieder eine große Diskussion über die E-Book Piraten gibt und daß sich da einige Autoren gegen das kostenlose Herunterladen ihrer Bücher wehren.

Das tue ich ja nicht, aber offenbar laden sich sehr viele Leute Gratis E-Books herunter oder holen sie sich bei einer Gratisaktion.

Ob die Leute wirklich diese vielen E-Books, die es plötzlich gibt, lesen, weiß ich nicht, wäre da auch sehr skeptisch, aber ich bin ja, wie meine Leser vielleicht wissen, eine eifrige Leserin und halte meine Vorsätze von wegen Bücherbeschränkung wahrscheinlich auch 2015 nicht ganz ein, obwohl ich mich wirklich bemühe, habe nichts gegen den Bücherüberfluß und auch nichts dagegen, daß so viele Leute schreiben, tue das auch und werde in meinem Out-Put immer hektischer und schneller, bin jetzt mit dem Korrigieren aber vor eine Grenze gesetzt, denn mein Computer ist am Sonntag eingegangen, bzw. brauche ich einen neuen Lüfter.

So blogge ich jetzt auf Alfreds Computer, aber an meine Sachen kann ich momentan nicht ganz heran und bin was das „Nanowrimo“ betrifft, ohnehin noch nicht fertig, sondern finde lustig Fehler um Fehler, aber das ist mir eigentlich auch schon egal, obwohl es „Im Namen des Vaters“ irgendwann sicher als mein sechs- oder siebenunddreipßigstes Selbstgemachtes geben wird und ich auch dann munter weiterschreiben werde.

2015-01-26

Barockes in der Alten Schmiede

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:07

Alexander Nitzberg kenne ich seit zwei Jahren, Christel Fallenstein hat ihn mir im „Wien Museum“ beim „Fest für Ernst Jandl“ als begabten jungen Russen vorgestellt, dann habe ich ihn in der „Alten Schmiede“ Daniil Charms rezitieren gehört und „Den Meister und Margarita“ hat er auch neu übersetzt und bei einer der „Buch-Wien“ vorgestellt, da habe ich zwar die alte Fassung im Schrank gefunden und gelesen, den Dichter aber zu seiner Neuübersetzung befragt und ihn auch sonst immer wieder bei Lesungen im Publikums gesehen.

Und jetzt gab es wieder etwas von dem 1969 in Moskau geborenen, der seit 2010 in Wien lebt in der „Alten Schmiede“, sogar zwei Abende mit je zwei Veranstaltungen bzw. zwei Themenschwerpunkten, nämlich sowohl  Vorlesungen zu Literatur als auch Stunden der literarischen Erleuchtung, beziehungsweise ein Großgedicht von Daniel Caspar von Lohenstein  1635-1683 „Venus“ und weil das offenbar ein Barockdichter war, gab es in der „Alten Schmiede“ auch die entsprechende Ausstattung von Raja Schwahn-Reichmann, nämlich Engerln, Putten, nackte Frauen mit puren Busen und purer Lebenslust und Raja Schwahn-Reichmann habe ich auch kürzlich in einem Film gesehen, bzw. einen Film über sie, in dem es über die Augarten-Besetzung ging und da ist sie auch in barocker Ausstattung und winkend am ersten Mail über den Rathausplatz gezogen und hat den entsetzt dreinschauenden Bürgermeister Häupl fröhlich zugewinkt.

Jetzt hat sie die auf den ersten Blick vielleicht ein wenig kitschig wirkenden Dekorationen, sie macht Ausstattungen für das Wiener Stadt Fest oder den Life Ball und beschäftigt sich mit barocker Ausstattung, in der „Alten Schmiede“ aufgereiht und das ist für das literarische Quartier vielleicht genauso ungewöhnlich, wie die barocke Dichtkunst überhaupt und ich habe, ich gebe es zu von Daniel Caspar von Lohenstein noch nie etwas gehört und denn ersten Abend überhaupt versäumt, denn da wurde die „Jenny“ im Literaturhaus vorgestellt, Alexander Nitzberg versicherte aber in der Einleitung, daß das nichts machte, weil er erstens den Inhalt des ersten Teiles kurz wiedergab und zweitens meinte, daß man das ohnehin am Anfang, in der Mitte, am Ende oder je nach Belieben hören konnte.

Am ersten Abend hat er zuerst eine Einleitung über den Dichter gegeben und dann mit dem ersten Teil begonnen, jetzt gab es den zweiten und den dritten und dazwischen eine Pause mit einem barocken Buffet, das wahrscheinlich ebenfalls so liebevoll und sinnlich von Raja Schwahn-Reichmann hergestellt wurde, nämlich Etageren mit bestrichenen Salzstangerlschnitten und dann noch Krapfen und Schokotorte, Käse, Kartottensticks und Tomaten für die Vegetarier gab es auch.

Es gab auch, das ist ebenfalls interessant eine von Ralph Klever herausgegebene Neuauflage des Langgedichtes und das, das über die Liebe, von den schönen Frauen, von der Venus, Mars, aber auch von Geschlechtkrankheiten und dem Blut das bei der Entjungferung fließt und den Kindern die dann nach neun Monden kommen, war durchaus interessant, denn ich hätte mir nicht gedacht, daß in einem Barockgedicht über die Liebe, Geschlechtskrankheiten thematisiert würden „als ob die Gräuel vorher nicht gewesen“, im Beschreibungstext steht etwas, das Lohenberg inzwischen wegen seiner „schwülstigen Metaphern, falschen Gedanken, gezwungene Künsteleyen, erzwungene Spitzfindigkeiten,etc, in Vergessenheit geraten ist und man nun nur mehr Andreas Gryphius kennen würde.“

Nun mir hat es gefallen und ich habe es durchaus frisch und interessant empfunden und wenn das so weiter geht, wird sich die an sich prüde Eva in eine Erotik-Expertin verwandeln, habe ich doch erst vorigen Donnerstag, eine Dichterin mit ebenfalls russischer Abstammung in die erotischen Chaträume folgen können und einen erotischen Liebesroman aus dem „Cupido-Verlag“ habe ich dazwischen auch gelesen.

Es ist aber interessant und man lernt nie aus, obwohl man ja schon ein wenig weiß, daß nackte Brüste und heiße Künste die Männer sehr entzücken können, im Barock und auch heute.

Alexander Nitzberg hat das entsprechend rezitiert und sehr viel Applaus bekommen und die „Alte Schmiede“ war auch recht voll mit bekannten und unbekannten Gesichtern. So war wieder Christel Fallenstein da und die Stammbesucherin, die ich auch damals bei dem ÖVP-Sommerfest, wo mit dem Buffet nicht so freizügig umgegangen wurde, getroffen habe.

2015-01-25

Der Himmel auf Erden

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:50

Weiter geht es mit Ake Edwardson, einem früheren, der in „Segel aus Stein“ als „Süchtigmachend“ angekündigt wurde.

So schlimm war es nicht, ob wohl das Buch ein wenig kürzer und ein wenig spannender als das andere war. Auf jeden Fall gab es diesmal eine Krimihandlung und Zusammenhänge, die im sechsten Erik Winter Krimi fehlte. Dawaren die zwei beschriebenenen Fälle eigentlich nicht verbunden, obwohl das Muster ähnlich war.

Zwei Handlungsfäden, die abwechselnd, ebenfalls sehr breit und ausführlich geschildert werden und, wie auch beim Hakan Nesser, immer wieder eingeschobene Szenen, wo man den Täter beobachten kann.

Es wird auch viel von den Polizisten und ihren Familiengeschichten erzählt, auch sie haben ihre Kinder geschlagen, gehen in Väterurlaub und verbringen Weihnachten allein zu Haus, weil sie ja so wichtig sind und den Fall unbedingt aufklären müßen, während Frau Angela mit der kleinen Elsa alleine, den Weihnachtsurlaub in Spanien bei der Großmama verbringt und viel Psychologie  beziehungsweise Philosophie gibt es auch und so kann man sich  herrlich überlegen, wie das so mit dem Leben ist?

Da werden kleine Kinder mißhandelt, beziehungsweise sind sie, wenn sie in den Kindergarten kommen, weil ihre Eltern arbeiten müßen und beispielsweise Fälle von pädophoilen oder verrückten stotternden Kindermördern aufklären müßen, in Gefahr, weil das Personal unterbesetzt und der Zaun im Garten hat ein Loch und so kann es vorkommen, daß sie nach Hause kommen und ihren Müttern erzählen, daß sie heute mit einem Onkel in einem Auto saßen, der ihnen viele Bonbons schenkte, nachher ist das Lieblingsspielzeug verschwunden und die Mütter rennen mit den Kindern zum Doktor und zur Polizei und Erik Winter überlegt mit Angela, ob er Elsa nicht vielleicht in einen sicheren Kindergarten bringen soll und man fragt sich vielleicht bevor man durch diesen oder andere Krimis süchtig geworden ist, ob es wirklich so gefährlich sein muß, wenn Kinder mit einem Onkel sprechen und ob man Zäune braucht, um Kinder zu schützen oder ob diese unbedingt schon mit zwei oder drei in einen Kindergarten müßen, etc? Die naiven Seelen sagen da vielleicht nein, die anderen haben aber die spannenden Krimis mit den abgehobenen Handlungen gelesen und wissen was alles passieren kann, wenn man durch die Traumatisierungen dieses Lebens stapft und rufen nach Sicherheit und Ordnung und vielleicht digitaler Überwachung, aber schön der Reihe nach, obwohl ich einiges schon angedeutet habe.

Es geht wieder nach Göteborg, wo Kommissar Erik Winter gerade vom Vaterschaftsurlaub kommend seine kleine Elsa in den Kindergarten bringt und ins Kommissariat geht, wo es einen Fall von drei jungen Männern aufzuklären gilt, drei Studenten, die alle in der Nacht in einem eisamen Park niedergeschlagen wurden und vielleicht am Kopf mit einem Branntzeichen markiert wurden.

Es wird  auch vermutet, ob die drei nicht vielleicht homosexuell waren und ein vierter taucht auf, der dem Täter gerade noch entkommen konnte und die Polizisten aufs Land zu seinem Vater führt, der da früher mit einem solchen Brannteisen hantierte.

Dazwischen kommen immer wieder Mütter auf die verschiedensten Polzeistationen und erzählen von den seltsamen Begegnungen der Kinder mit diesem Onkel. Sie sind aber nicht verletzt und wurden auch nicht vergewaltigt, dann verschwindet ein viertes Kind und das wurde verletzt und das fünfte verschwindet dann im Kinderwagen. Inzwischen ist schon Weihnachten herangekommen und Winter soll eigentlich mit Elsa und Angela nach Spanien zu seiner Mutter fliegen.

Um den Fall aufzuklären, schiebt er das aber auf und so jagt er an den Weihnachtsfeiertagen, den Täter, ein mißhandeltes ehemaliges Pflegekind, das den fünften kleinen Buben in seine Wohnung bringt, ihn einerseits fesselt, andererseits ihm alle seine Spielsachen zeigt und gefilmt wird auch dabei.

Der Polizist kommt dem Täter auf die Spur, der entkommt ihm aber immer wieder und am Schluß baumelt er von der Decke eines Einkaufszentrums, wo es Sternchen und Wölkchen gibt, das Lied „O heaven“ spielt auch eine Rolle und das Kind wird leblos im Kinderwagen gefunden, denn für diesmal ist der Polizist zu spät gekommen, fliegt aber nach Spanien zu seiner Elsa, die auch von dem Täter gefilmt, aber sonst nicht belälstigt wurden und wir haben gelernt, aus Opfern werden später Täter, die vielleicht stottern, weil sie sich nach unerfüllter Liebe sehnen und wir müssen unsere Kinder mit Zäunen vor den Begegnungen mit Fremden schützen,die Böses von ihnen wollen und die Krimiautoren schreiben darüber, vor allem wenn sie aus Schweden kommen sehr lange Geschichten, die die Leser begierig verschlingen und dann wahrscheinlich noch mehr auf ihre Kinder aufpassen, die Nachbarn anzeigen oder wenigstens über sie schimpfen, wenn die sich seltsam verhalten.

Es war aber interessant und spannend zu lesen und von Ake Edwarson habe ich jetzt noch  „Tanz mit dem Engel“ und „Rotes Meer“ auf meiner Leseliste.

2015-01-24

Rauchernovelle

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:32

Es ist ein Pläydover für das Rauchen, das 2011 bei „Klever“ erschienene, als letztes von der 2010 an Krebs verstorbenen Autorin Adelheid Dahimene autorisiertes Werk.

Eine Geschichte in sieben Kapitel, ein Road oder Trainmovie, die Ich-Erzählerin sitzt im Zug von Wien nach Zürich, nach Salzburg unterwegs, um sich dort zu trennen, einen Hausstand aufzulösen, etc, es ist offenbar der Zeitpunkt, wo das Rauchen in den Zügen gerade verboten wurde, die Aschenbecher also alle zugeschmweißt, damit man nichts mehr hineinschmeißen kann.

Die Ich-Erzählerin greift, wie zufällig nach einen, nicht um zu rauchen, sondern nur, um ihn reflexhaft zu betätigen,  und erlebt sich an die Wand genagelt, hochgeschnellt und gekreuzigt „meine Arme plötzlich hochgerissen durch die Erkenntnis, ein vollständiger entmündigter und überwachter Mensch zu sein“ steht auf Seite neun des Kapitels „Stationen“  und so sitzt sie bis Zürich im Zug, neben einem Farbigen mit Kopfhörern, zwei lesenden Frauen, eine hat einen Fantasyroman, die andere Alfred Adler dabei, eine dritte Frau gibt es auch noch, der Servicemann Anatol kommt und serviert Mineralwasser, der Vergewaltiger Karim taucht auf, als die anderen das Abteil verlassen haben und der Ungar Anatol befreit sie in Zürich aus ihrer Qual, schraubt sie los und gemeinsam lösen sie dann auch noch alle andere Aschenbecher, wohl um sich gegen die Entmüdigung zu wehren und das Zugmovie beginnt, eine irrwitzige Odysse, wie im Klappentext beschrieben steht.

„Die Autorin entwirft für aussterbende Stämme, wie den unseren einen grellen Mix aus Satire, Comic und Krimi-xein Hohelied auf die „Virginier“

Und so geht es es weiter, zwischen Wien, Paris, Venedig, Budapest, München, Linz und Villach, wird die rauchende Erzählerin, die eigentlich nach Salzburg will, um ihren Hausstand aufzulösen, hinundhergerissen, auf der Suche nach Anatol, dem Servicemann und der Flucht vor Karim, dem Vergewaltiger.

SMSs werden geschrieben Kündigungen und Vermißtenanzeigen angedroht, eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gibt es auch, denn auf der Rückfahrt von Zürich nach Salzburg wird von allem im Abteil lustig geraucht und der daran hindern wollende Schaffner von einem Passagier niedergeschlagen, während die anderen untätig zusahen, ja so ist es wohl für die Kettenraucher, wenn man sie am Rauchen hindern will.

Die 1956 in ÖO  geborene Adelheid Dahimene habe  ich 1996 in Klagenfurt kennengelernt, als sie beim Bachmannpreis gelesen hat, in dem Jahr darauf hat sie  auch bei „Rund um die Burg“ gelesen und ich habe sie glaube ich, auch einmal in der „Alten Schmiede“ und vielleicht auch bei einer „Wohnzimmerlesung“ gehört.

Es gibt eine Fülle von Veröffentlichungen in der „Bibliothek der Provinz“, bei „Klever“, „Residenz“ etc, sie hat mehrere Preise gewonnen und für Kinder Jugendliche und Erwachsene geschrieben.

„Die Rauchernovelle“ ist mein erstes Dahimiene-Buch und stammt aus dem Abverkaufstapel bei „Thalia“ in der Kremsergasse.

Die Silouette eines rauchenden Frauenkopfes ist am Cover zu sehen, im Netz habe ich gerade die Literaturhaus- Rezension von Emiliy Walton gelesen und bin als Nichtraucherin diesem Pläydojer für den blauen Dunst „Rauchen kann ihre Gesundheit zerstören und ihr Leben verkürzen“, steht ja jetzt auf den Packungen, wie auch in dem Buch geschrieben steht und steht vielleicht auch mit dem frühen Krebstot der Autorin in irgendeinen Zusammenhang, ein wenig ambivalent, aber froh etwas von ihr gelesen zu haben, die mich damals in Klagenfurt, ähnlich wie Arno Geiger sehr beeindruckt hat.

2015-01-23

Segel aus Stein

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:18

Kann man auf fünfhundertzehn Seiten und in dreiundfünfzig Kapitel einen Krimi schreiben, in dem eigentlich nichts passiert, als daß eine Frau gesucht wird, ein Mann auf ca Seite zweihundert tot aufgefunden wird und es dann ganz am Schluß noch einen Schußwechsel gibt?

Wenn man den Schreibeschulen glaubt, kann und darf man es nicht und kein Verlag wird solches jemals drucken. Aber der 1953 geborene Ake Edwardson gilt als einer der bekanntesten schwedischen Krimiautoren und sein sechster Erich Winter Krimi, ein Fund aus dem Bücherschrank, ist bei „List“ erschienen.

In der Buch-Beschreibung steht auch etwas von „fesselnd, tiefsinnig, detailgetreu“ und „gewohnt solide und tiefsinnige Kost von einem der Großmeister des schwedischen Krimis“.

Wenn man zu „Amazon“ geht, liest es sich ein bißchen anders. Da gibt es mehr Ein als Fünfstern-Rezensionen und die Leser meinen, dieser Edwardson wäre am wenigsten lesenswert und schreiben sogar, daß die, die damit begonnen haben, nie wieder nach Edwardson greifen werden.

Das trifft zumindestens bei mir nicht zu, denn ich habe „Den Himmel auf Erden“, schon demnächst auf meiner Leseliste und da steht in der Beschreibung „Dieses Buch kann süchtig machen“.

Nun ich bin gespannt und werde darüber berichten, jetzt war ich, da ich ja immer auf der Suche bin, die Regeln des Schreibens und des Literaturbetriebs zu verstehen, einmal erstaunt, daß da ein schwedischer Großmeister kommt und auf fünfhundert Seiten, wohl die Polizeiarbeit schildert, wie sie wirklich in der Realität passiert.

Denn seien wir uns ehrlich, die realen Kriminalgeschichten gehorchen wohl keinen spannenden Plot, wo auf Seite eins der Schuß passiert und es dann rasant und spannend mit einigen  Drehungen und Wendungen  zur Aufklärung geht.

Da wird ermittelt, dabei gelebt und gedacht, die Polizeibeamten haben ja auch Familie und Jungendlieben, sie kommen manchmal aus migrantischen Verhältnissen und sehr viel Psychologie ist auch dabei und das hat mir natürlich sehr gefallen, obwohl ich, den Spannungsbogen im Hinterkopf suchend, wohl auch ein wenig ratlos war und bei den unzähligen Details auch meine Schwierigkeiten hatte, das Ganze zu verstehen.

Denn eigentlich passiert nicht sehr viel oder doch natürlich, es passiert sehr viel, die eigentliche Handlung der fünfhundert Seiten läßt sich aber in wenigen Sätzen zusammenfassen und da steht man dann noch vor einigen Rätseln und Mutmaßungen, wie es gewesen sein könnte und dann gibt es auch zwei Handlungen, die gar nichts miteinander zu tun haben.

Der Klappentext spricht von anonymen Briefen und Schatten der Vergangenheit und von der Jugendliebe des Kommissar Erich Winters, Johanna Osvald, die auftaucht und von ihrem Großvater erzählt, der im zweiten Weltkrieg verschwunden ist. Jetzt ist aber ein Brief aufgetaucht „THINGS ARE NOT WHAT THEY LOOK LIKE. JOHN OSWALD IS NOT WHAT HE SEEMS TO BE“, worauf sich Axel Osvald, der Rechtschreibfehler ist nicht von mir, liebe Kritiker, so steht es im Brief geschrieben und gehört zu den Spannungselementen, nach Schottland aufmacht, seinen Vater zu suchen und auf Seite zweihundertdreißig, glaube ich, dort tot gefunden wird, worauf Erich Winter mit seiner Frau Angela hinfährt um  mit Steve Mcdonald, einem Polizisten, den man schon aus einem vorangegangenen Krimi kennt, den Fall aufzuklären versucht.

Tochter Johanna ist schon vorher hingeflogen.

In dem Buch liest man sich aber zunächst sehr lange durch anderes. Da gibt es eine farbige Polistin, in Göteborg geborenen, aber Tochter von Einwanderern aus Obervolta, die inzwischen schon zurückgegangen sind, die Tochter, Aneta Djanali ist geblieben und einer Frau auf der Spur, aus deren Wohnungen Hilferufe kommen, Nachbarn haben Mißhandlung angezeigt. Anette Lindsten macht aber nicht aus und als Aneta später wiederkommt, wird die Wohnung angeblich vom Vater und vom Bruder ausgeräumt.

Anette Lindsten hat aber gar keinen Bruder und der Vater sieht anders aus, vermietet die Wohnung dann an eine Tochter eines Polizisten, ist offenbar in einen Diebszug verwickelt, will die Wohnung nochmals ausräumen und Anette Lindsten kommt man eigentlich bis am Schluß des Buches nicht auf die Spur.

Aber darum geht es  eigentlich gar nicht, im Klappentext wird kein Wort von diesem Handlungsfanden erwähnt, sondern von John Osvald geschrieben, der im zweiten Weltkrieg mit einem Schiff untergegangen ist und in den dreiundfünfzig Kapiteln irrt auch ein verwirrter Mann herum, der von Gott und Jesus spricht und sich immer wieder auf die Ereignisse von damals bezieht.

Der Sohn Axel, ein inzwischen in Pension gegangener Fischer, reist auf Grund der Briefe nach Schottland und wird dort eben nackt und tot aufgefunden. Offenbar erfroren oder am Herzschlag erlegen, wahrscheinlich war es ein Selbstmord.

Aber als Erich Winter mit dem schottischen Polizisten sich auf die Aufklärung macht, sie essen auch Fish und Chips dabei und besuchen alte Pensionen, in denen Erich Winter dreißig Jahre früher selbst abgestiegen ist, kommen sie einen alten Mann auf die Spur, der einen Brief nach Dänemark aufgegeben hat, den sehen sie dann noch vor einer Telefonzelle. Dann taucht noch eine in Schottland lebende Tochter von John Osvald auf, die den Brief geschrieben hat, weil sie der Lebenslüge ihres Vaters ein Ende machen wollte.

John Osvald ist mit dem Schmugglerschiff vor vielen Jahren also offenbar nicht untergegangen, die anderen aber schon, jetzt hat er Schuldgefühle, die ihn vor sich herjagen lassen. Wie er seinen Sohn Axel in den Selbstmord getrieben hat, ist mir nicht so ganz klar geworden. Am Schluß schießt er aber auf den schottischen Polizisten und Anette Lindsten, um wieder auf den anderen Handlungsstrang zurückzukommen, wird offenbar von ihrem gewalttätigen Ehemann ins Meer getrieben, aber eigentlich ist auch das, wie so vieles anderes, nicht so klar und ich finde es sehr spannend, mich so nach und nach durch die berühmten schwedischen Kriminalromane durchzulesen. Sie haben sehr viel Psychologie dabei und sie erlauben sich offenbar sehr viel, was der Eva Normalverbraucherin in einem Seminar, der Schule des Schreibens höchstwahrscheinlich nicht durchgehen würde.

Aber das ist jetzt nur eine Vermutung, denn ich habe kein solches wirklich besucht und mir hat das Buch, um Mißverständnisse auszuschließen, gefallen, denn ich bin eine sehr tolerante Leserin, die ein Buch nicht gleich wegschmeißt, wenn der der erste Schuß nicht schon auf Seite eins fällt und es eigentlich keinen wirklichen Mord gibt, bin ich ja bezüglich Gewalt sowieso sehr ambivalent eingestellt.

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