Literaturgefluester

2015-01-13

Von Richard Schuberth zu Gerhard Jaschke

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:42

Und wieder in die „Alte Schmiede“, diesmal zu einer Doppelveranstaltung, die zeitlich etwas günstiger koordiniert war, stellte doch um 19 Uhr im literarischen Quartier Richard Schuberth, sein  aphoristisches Lexikon „Das neue Wörterbuch des Teufels“ vor, das ich teilweise schon im Literaturcafe bei der letzten „Buch-Wien“ hörte und Kurt Neumann erklärte einleitend, daß Richard Schuberth, den ich, glaube ich, ursprünglich von einem der Volksstimmefest kenne und der mir seither regelmäßig die Einladungen zu seinen Veranstaltungen schickt, sein Wörterbuch basierend auf dem des Aufklärungsjournalisten Ambroise Bierce,  geschrieben hat.

Karl Kraus ist sein zweites Vorbild und die Texte sind ursprünglich im „Augustin“ erschienen. Dann gibt es noch Theaterstücke, wie „Wie Branca sich nach oben putzte“, von dem ich eine Lesung bei dem „Augustin Bücherflohmarkt“ vor zwei Jahren hörte. Der 1969 in Ybbs an der Donau geborene Richard Schuberth ist auch Essayist und sein neuer Roman wird demnächst bei „Zsolnay“ erscheinen.

Dann gab es Kostproben von A bis Z, vorher las Richard Schuberth einen Aphorismus, in dem er das Wesen des solchen erklärte und gab zwischendurch Beispiele von den zwei Essays, die es in dem Buch auch noch gibt.

Der eine handelte von „Strebern und Störenfrieden“, die gibt es sowohl in der Schule, die Streber werden später Bankdirektoren oder Univ Profs, die Störefriede sind die „normalen Menschen“, als auch bei den Aphorimen und in der anschließenden Diskussion erzählte er ein bißchen was darüber, wie die Texte entstanden sind, die meisten in einem Lokal am Donaukanal nach einigen Getränken, dann floßen die Gedanken und es entstanden oft mehrere Stücke auf einmal

Sehr viel Prominenz im Publikum, Gerhard Jaschke, Herbert J. Wimmer, Lisa Fritsch, Lukas Cejpek, Karin Jahn, etc, dann ging es in den „Schmiede Raum“ hinauf, ich sage immer die Doppel- Veranstaltungen in der „Alten Schmie“ regen zu sportlicher Betätigung an, denn da stellte Gerhard Jaschke sein neues, bei „Sonderzahl“ erschienenes Buch vor „KURUMBA“ oder die nicht geschriebenen Sätzen“ das zu dem ersten, wie Kurt Neumann noch betonte, mehrere Parallelen hat.

Die sollte dann Lukas Cejpek erklären und wie bei den meisten Jaschke Büchern geht es sehr viel Sprache.

Einerseits eine Art Biografie, das Springen von Hundertsten ins tausenste, ähnlich wie bei Karin Struck, die ich vor kurzem gelesen habe und Namen kommen in dem Buch vor, sehr viele von lebenden und toten.

Kurumba ist eine Insel in den Maladiven und da ist 1977 mit dreiunddreißig Jahren der Objektkünstler Blinky Palermo gestorben.

Der Name ist ein Pseudonym für Peter Heisterkamp, aber eigentlich hatte er mehrere Namen und auch einen Zwillingsbruder und sein Tod ist auch nicht ganz geklärt.

Darum rankte sich der Jascke-Text, der seine Aphorimen manchmal sogar in Reimform wiedergab und manchesmal auch Stephan Eibl Erzberg erinnerte „Steck ihn rein bin dich dein nein“, etc.

Dann gab es auch ein Gespräch das vom Hundertsten ins Tausenste führte, von Karl Kraus, dessen letztes Wort in der „Fackel“ „Trottl“ lauten würde, zu Robert Musil und dann zur Grazer Autoren Versammlung, die ja ihr Büro in dem Haus, nicht in der Wohnung, wo Robert Musil wohnte, hat.

Gerhard Jaschke ist auch, was ich nicht wußte, ein Sammler und so bekam er von Lukas Cejpek und Margit Kreidl anschließend auch ein Geschenk, nämlich einen großen Knochen mit einem kleinen Hund, Lukas Cejpek präsentierte auch das letzte „Feribord“ und trug ein T-Shirt, das ihm Gerhard Jascke einmal schenkte.

Jetzt noch mehr Prominenz und Autorenschaft, Buchhändler, bildende Künstler aber auch der Verleger, GAV und vielleicht auch PEN Autoren und ich schleppte, trotz aller meiner guten Vorsätze, wieder einen großen Büchersack mit mir.

Denn bei „Morava“ gab es wieder einen Abverkauf und im Gegensatz zu denen im letzten und vorletzten Jahr, war er heuer richtig fein, obwohl der Herr vor mir, glaube ich, auch sehr fündig geworden ist, gab es doch, man möchte es kaum glauben, Nina Sankovitsch „Tolstoi und der lila Sessel“, ein Buch über das ich am Sonntag noch einmal geschrieben und ich mir sehr gewünscht habe, dort und dann Olga Martynova „Von Tschwirik und Tschwirka“, Katharina Tiwalds „Die Wahrheit ist ein Heer“, Sonja Henisch „Die Wogen der Drina“, das ich einmal anfragte, um mich für die GAV-GV darüber zu informieren, etc.

Ob ich das alles lesen werde, weiß ich nicht, freue mich aber trotzdem darüber und Büchertische gab es in der „Alten Schmiede“ natürlich auch.

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