Literaturgefluester

2015-01-25

Der Himmel auf Erden

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:50

Weiter geht es mit Ake Edwardson, einem früheren, der in „Segel aus Stein“ als „Süchtigmachend“ angekündigt wurde.

So schlimm war es nicht, ob wohl das Buch ein wenig kürzer und ein wenig spannender als das andere war. Auf jeden Fall gab es diesmal eine Krimihandlung und Zusammenhänge, die im sechsten Erik Winter Krimi fehlte. Dawaren die zwei beschriebenenen Fälle eigentlich nicht verbunden, obwohl das Muster ähnlich war.

Zwei Handlungsfäden, die abwechselnd, ebenfalls sehr breit und ausführlich geschildert werden und, wie auch beim Hakan Nesser, immer wieder eingeschobene Szenen, wo man den Täter beobachten kann.

Es wird auch viel von den Polizisten und ihren Familiengeschichten erzählt, auch sie haben ihre Kinder geschlagen, gehen in Väterurlaub und verbringen Weihnachten allein zu Haus, weil sie ja so wichtig sind und den Fall unbedingt aufklären müßen, während Frau Angela mit der kleinen Elsa alleine, den Weihnachtsurlaub in Spanien bei der Großmama verbringt und viel Psychologie  beziehungsweise Philosophie gibt es auch und so kann man sich  herrlich überlegen, wie das so mit dem Leben ist?

Da werden kleine Kinder mißhandelt, beziehungsweise sind sie, wenn sie in den Kindergarten kommen, weil ihre Eltern arbeiten müßen und beispielsweise Fälle von pädophoilen oder verrückten stotternden Kindermördern aufklären müßen, in Gefahr, weil das Personal unterbesetzt und der Zaun im Garten hat ein Loch und so kann es vorkommen, daß sie nach Hause kommen und ihren Müttern erzählen, daß sie heute mit einem Onkel in einem Auto saßen, der ihnen viele Bonbons schenkte, nachher ist das Lieblingsspielzeug verschwunden und die Mütter rennen mit den Kindern zum Doktor und zur Polizei und Erik Winter überlegt mit Angela, ob er Elsa nicht vielleicht in einen sicheren Kindergarten bringen soll und man fragt sich vielleicht bevor man durch diesen oder andere Krimis süchtig geworden ist, ob es wirklich so gefährlich sein muß, wenn Kinder mit einem Onkel sprechen und ob man Zäune braucht, um Kinder zu schützen oder ob diese unbedingt schon mit zwei oder drei in einen Kindergarten müßen, etc? Die naiven Seelen sagen da vielleicht nein, die anderen haben aber die spannenden Krimis mit den abgehobenen Handlungen gelesen und wissen was alles passieren kann, wenn man durch die Traumatisierungen dieses Lebens stapft und rufen nach Sicherheit und Ordnung und vielleicht digitaler Überwachung, aber schön der Reihe nach, obwohl ich einiges schon angedeutet habe.

Es geht wieder nach Göteborg, wo Kommissar Erik Winter gerade vom Vaterschaftsurlaub kommend seine kleine Elsa in den Kindergarten bringt und ins Kommissariat geht, wo es einen Fall von drei jungen Männern aufzuklären gilt, drei Studenten, die alle in der Nacht in einem eisamen Park niedergeschlagen wurden und vielleicht am Kopf mit einem Branntzeichen markiert wurden.

Es wird  auch vermutet, ob die drei nicht vielleicht homosexuell waren und ein vierter taucht auf, der dem Täter gerade noch entkommen konnte und die Polizisten aufs Land zu seinem Vater führt, der da früher mit einem solchen Brannteisen hantierte.

Dazwischen kommen immer wieder Mütter auf die verschiedensten Polzeistationen und erzählen von den seltsamen Begegnungen der Kinder mit diesem Onkel. Sie sind aber nicht verletzt und wurden auch nicht vergewaltigt, dann verschwindet ein viertes Kind und das wurde verletzt und das fünfte verschwindet dann im Kinderwagen. Inzwischen ist schon Weihnachten herangekommen und Winter soll eigentlich mit Elsa und Angela nach Spanien zu seiner Mutter fliegen.

Um den Fall aufzuklären, schiebt er das aber auf und so jagt er an den Weihnachtsfeiertagen, den Täter, ein mißhandeltes ehemaliges Pflegekind, das den fünften kleinen Buben in seine Wohnung bringt, ihn einerseits fesselt, andererseits ihm alle seine Spielsachen zeigt und gefilmt wird auch dabei.

Der Polizist kommt dem Täter auf die Spur, der entkommt ihm aber immer wieder und am Schluß baumelt er von der Decke eines Einkaufszentrums, wo es Sternchen und Wölkchen gibt, das Lied „O heaven“ spielt auch eine Rolle und das Kind wird leblos im Kinderwagen gefunden, denn für diesmal ist der Polizist zu spät gekommen, fliegt aber nach Spanien zu seiner Elsa, die auch von dem Täter gefilmt, aber sonst nicht belälstigt wurden und wir haben gelernt, aus Opfern werden später Täter, die vielleicht stottern, weil sie sich nach unerfüllter Liebe sehnen und wir müssen unsere Kinder mit Zäunen vor den Begegnungen mit Fremden schützen,die Böses von ihnen wollen und die Krimiautoren schreiben darüber, vor allem wenn sie aus Schweden kommen sehr lange Geschichten, die die Leser begierig verschlingen und dann wahrscheinlich noch mehr auf ihre Kinder aufpassen, die Nachbarn anzeigen oder wenigstens über sie schimpfen, wenn die sich seltsam verhalten.

Es war aber interessant und spannend zu lesen und von Ake Edwarson habe ich jetzt noch  „Tanz mit dem Engel“ und „Rotes Meer“ auf meiner Leseliste.

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