Literaturgefluester

2015-02-28

Traumfänger

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:17

Nun kommt ein Buch, das ich zuerst einmal im Bücherschrank stehen habe lassen, interessiere ich mich ja eher für Belletristik und nicht so sehr für Ratgeber, Sachbücher oder esoterische Literatur, dann habe ich es doch genommen, irgendwo muß ich das Cover schon gesehen haben, nachgegooglet, erfahren, daß  Marlo Morgans „Traumfänger- Reise einer Frau in die Welt der Aborigines“, sehr umstritten ist, dann das Buch wegen eines Ungarnaufenthalts noch einmal von meiner Leseliste genommen und jetzt gelesen und es war zumindest am Anfang sehr interessant, obwohl ich mich ja für das Esoterische nicht so sehr interessieren, aber in einer Zeit psychotherapeutisch ausgebildet wurde, wo meine Trainer, das zum Teil taten und einen Teil der Geschichte kann ich als Metapher, ganz egal, ob sie jetzt erlebt oder erfunden ist, auch ganz gut nachvollziehen, wo es dann zu esoterisch wird, setzte ich aus, verweise aber auf die vielen Überlebenscamps und Wirtschaftsseminare, wo man vielleicht lernt mit nackten Füßen über glühende Kohlen zu laufen und als Geschichte zum Nachdenken lohnt es sich wahrscheinlich allendhalben.

Es gibt zwei Vorworte und wohl auch zwei Auflagen, im ersten wird das Buch, als wahre Geschichte beschrieben, aus der man sich nehmen kann, was man will, als Erfahrungsbericht, der nur als Roman verlegt wurde, um anderen nicht zu schaden.

Im zweiten steht dann, daß das Ganze frei erfunden ist,  sich die geschilderten Ereignisse überall abspielen hätten können, den Reim sollen sich die Leser aus der Geschichte selber machen.

Nun denn, Marlo Morgan, 1937 geboren, ist Amerikanerin, Ärztin, die im Gesundheitssystem gearbeitet hat und nach Australien kam, um dort ihre Gesundheitsprogramme umzusetzen.

Da kam sie  mit den Aborigines, den Ureinwohnern in Berührung, machte für sie ein Hilfsprogramm und wurde eines Tages von einem Stamm eingeladen eine persönliche Botschaft zu empfangen.

So beginnt das Buch, die Ich Erzählerin steht in einem feinen Kostümchen, spitzen Schuhen, geschminkt und mit viel Make up versehen, vor ihrem Hotel, um in einen Jeep zu steigen und an den Ort des Geschehens zu fahren.

Sie fragt sich, was es zu Essen geben wird, macht ihre Überlegungen, beginnt zu schwitzen und fährt immer weiter in die Wüste hinein.

Irgenwann kommt sie ziemlich zerfranst an, denkt, sie braucht zwanzig Minuten, um sich wieder zurechtzumachen, bevor es zu der Feier geht. Der Fahrer sagt ihr, daß er der einzige ist, der hier Englisch versteht, zieht sich dann seine Jeans und Turnschuhe aus, die er getragen hat, sie soll das auch tun, man reicht ihr ein Wickelkleid, verbrennt  ihre Kleider, Schmuck und Papiere und führt sie in eine Hütte, um ihr in einem Ritual zu erklären, daß sie ausgewählt wurde, den Stamm drei Monate durch die Wüste zu begleiten.

Sie will nicht, aber muß, wie soll sie denn sonst zu ihrem Hotel zurückkommen?

So rennt sie mit nackten Füßen durch die Wüste, am Abend werden ihre Füße von einer Heilerin versorgt, der Stamm nimmt sich auch nichts zu essen mit, sondern verzehrt am Abend, was er in der Wüste findet, Heuschrecken, Krokodile, Pflanzen, etc. Wasser gibt es in Höhlen, ihre Haut schabt an. Sie beginnt irgendwann zu stinken und wird in ein Sandbad gesteckt, lernt aber viel von dem Stamm, der sich „Die wahren Menschen“ nennen, sieht zu, wie sie Menschen heilen, ohne Medizin studiert zu haben und freundlich miteinander umgehen.

Das ist sehr spannend und sehr nachvollziehbar. Ist unsere Zivilisation wirklich nötig? Wahrscheinlich nicht, man kann auch mit viel weniger überleben.

Über Kanibalismus geht es an einer Stelle auch, sie wird aber belehrt, daß das nicht schlechter ist, als Menschen zu töten und sie dann liegen zu lassen, wie das die „Veränderten“ machen. Irgendwann muß sie dann auch zu führen lernen und wird, weil sie alle Prüfungen bestanden hat, ausgewählt auch die „Zeitüberschreitung“ kennenzulernen.

Sie bekommt einige Botschaften von den „Wahren Menschen“ und findet irgenwann wieder in die Zivilisation zurück. Verabschiedet sich von ihnen und fragt den ersten Mann, der die stinkende Pennerin sieht, um eine Münze zu telefonieren. Er gibt sie ihr, so läßt sie sich von ihrem Büro Geld anweisen, fährt mit einem Taxi einkaufen, badet ein paar Stunden in einem Hotel und fliegt am nächsten Tag, wie sie das ohne Papiere schafft, kommt nicht heraus, nach Amerika zurück, um verändert weiterzuleben, beziehungsweise, die Botschaft der wahren Menschen, daß sich sie sich verändern müßen, weiterzugeben.

Es gibt ein Nachwort von Elisabeth Kübler Ross, der Sterbeforscherin, von der ich in meiner Ausbildung sehr viel lernte und die irgenwie auch eine esoterische Verwandlung erlebt haben muß und im Internet sehr viele Rezensionen, die auf die Enttäuschung hinwiesen, die das Buch in ihnen auslöste.

Von „Humbug“, etc wird da geschrieben, trotzdem scheint das 1991 erschienene Buch noch am Markt zu sein und aufgelegt zu werden.

Von einigen Rezensenten wird es auch als Lieblingsbuch genannt und verteidigt.

In Wikipedia  davon geschrieben, daß es verfilmt werden sollte,  was aber die Aborigines verhindert hätten.

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2015-02-27

Hörspielgala

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:25
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Die „Ö1 Hörspielgala“ ist wiedermal parallel mit der Schreibegruppe stattgefunden, die heute ja wahrscheinlich das letzte Mal war, nächsten Freitag ist dann die Lesung im Amerlinghaus und wieder bin ich hingegangen. Das letzte Jahr habe ich sie, glaube ich ausgelassen und wir sind wahrscheinlich in Harland oder anderswo gewesen, so daß ich die Veränderungen, die es vielleicht schon gab, gar nicht so mitbekommen habe. Daß ich die lange Nacht vermisse, habe ich wahrscheinlich schon geschrieben, das Gulasch und den Wein der allerersten Jahre auch. Einmal gab es auch eine Protestveranstaltung wegen der Honorarreduzierung mit Polizeieinsatz, da war ich, glaube ich, auch nicht live dabei, Hanno Millesi hat aber die Tonaufnahme für ein Hörspiel genommen, daß dann im ORF gesendet wurde und diesmal war sicher auch eine ganz besondere Veranstaltung ist ja das Funkhaus oder überhaupt Ö1 bedroht und soll eingespart, abgesiedelt oder verändert werden. Vielleicht saß deshalb Direktor Wrabetz zum ersten Mal in der ersten Reihe und wurde von seinen Festrednern auch einige Mal direkt angesprochen, ansonsten war die kurze Nacht perfekt organisiert und wieder live übertragen. Doris Glaser moderierte diesmal mit dem Autor Andreas Jungwirth, Peter Klein hielt die Einleitung und ich saß  erstaunlich weit vorne, vor mir war glaube ich Topsy Küppers, die ich heute und gestern in der Sendereihe „Im Gespräch“ hörte und Franz Schuh. Warum der da war, habe ich später erfahren. Inzwischen unterhielt ich mich mit einem Psychodramatherapeuten und Sprechtrainer. Dann ging es schon bald los mit der Festrede von Rudi Klein, der einen in den Fünfzigerjahren Geborenen zwar als sehr alten Herrn bezeichnete, aus dessen Leben er erzählen würde, wenn er ein Hörspiel schriebe, sich dann als bekennender Ö1 Hörer outete, nur wenn die klassische Musik kommt, dreht er ab, fügte er hinzu, wozu ich stänkere, daß er dann außer Nachrichten, ein bißchen Literatur und Wissenschaft nicht sehr viel hören kann. Aber die Musik hätte ich jetzt ganz vergessen, die war diesmal der „Klangdivan“, Peter Rosmanith, Georg Graf, Joe Pinkl und Pamela Stickney und die begannen gleich mit einer verjazzten Kaiserhymne, die auch, soll ichs schon verraten im Hörspiel des Jahres vorkam. Aber bis dahin war noch Zeit, da wurden erst einmal die zehn besten Hörspiele angespielt und eine neue Trophäe, „Die schone Adrienne“ in Oscargröße gab es mit dem passenden Soundtrack auch. Dann kam der „Hörspielpreis der Kritik“ und damit eine bekannte, nämlich das „Manifest 44“ von FALKNER, wie sie sich jetzt nennt und das Extremperformancen aufgegeben hat, sie bekam also die erste „Adrienne“ und einen Blumenstrauß und Schauspielerin des Jahres wurde Petra Morze. Die fing gleich mit dem Moderator zu tanzen an und wollte mit dem Herrn Generaldirektor in eine Höhle gehen, worauf der während der Pause verschwand. Aber da wurde es dann richtig spannend, nämlich der Kurzhörspielwettbewerb, die sieben Minuten Stücke  „Track 5“, die es seit einigen Jahren gibt, wurden präsentiert. Da gewann den dritten Preis eine Sprachkunst-Studentin Anna-Sophie Fritz mit ihrem Stück „Random Dudette“. Der zweite Siegertext hieß  „heimat bist du“ und der erste „Fernweh“. Einen Sonderpreis der „Schule für Dichtung“ gibt es seit vorigen Jahr auch. Da wird  offenbar der sprachlich anspruchsvollste Text ausgewählt, die anderen Preise kann man inzwischen im Internet anklicken und das war ein sehr berührender Text „Clara Mira  von Anna Sophie Adelt, nämlich die auf Englisch gesprochene Reaktion auf den Selbstmord einer Freundin mit entsprechender Musikbegleitung. Dann ging es zu der Siegerehrung und da war Platz drei das Stück „Neunzig Minuten-Das Attentat von Sarajevo“ wo Wolfram Berger alle Rollen las. Platz zwei „Das Liebeskonzil“ nach Oskar Panizza und der Sieger wurde, ich ahnte es schon „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus, bearbeitet von Erwin Steinhauer und Franz Schuh, gesprochen von Erwin Steinhauer mit der Musik  des „Klangdivan“ und das kann man sich dann morgen in der Hörspielleiste anhören, das Stück von Michaela Falkner folgt, glaube ich, am Dienstag und die Kurzhörspielsieger folgen dann auch.

2015-02-26

Barbara Frischmuths Garten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:10
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Zu Barbara Frischmuth habe ich, glaube ich, eine besondere Beziehung, kenne ich sie so cirka, seit den späten Siebzigerjahren, wo gerade die „Sophie Silber-Trilogie“ erschienen ist, die ich nicht zur Gänze gelesen habe, aber einen der Bände habe ich mir am Tage meiner Promotion gekauft.

Da bin ich ja aus Protest alleine hingegangen, danach ins „Hausboot“ am Schwedenplatz essen und am Abend ins Burgtheater.

„Die Klosterschule“ habe ich gelesen und bei den literarischen Abenden des Balasz Nemeths in der Zwinglikirche hat sie, glaube ich, auch einen ihrer „Amy-Bände“ vorgestellt und ein Herr hat sie gebeten, fleißig zu sein und sie hat geantwortet „Ich bin schon fertig!“

Die meisten der alten „Redisidenz-Bände“ habe ich gelesen und bin irgendwie ein Frischmuth-Fan, soweit man das von mir überhaupt behaupten kann und so habe ich auch ein bißchen ihre literarischen Wandlungen, die sie im Laufe ihres schreibenden Lebens machte, beobachtet.

„Die Frau im Mond“, „Hexenherz“ „Einander Kind“, habe ich gelesen und als wir 1989, das erste Mal in Amerika waren, habe ich, das Taschenbuch-BBändchen „Das Verschwinden des Schattens in der Sonne“ mitgenommen.

Die „Die Schrift des Freundes“, „Die Entschlüsselung“, „Vergiß Ägypten“ sind dann später gekommen und haben mir eine andere Seite der Frischmuth gezeigt. Dazwischen kamen ihre Gartenbücher.

Ist sie ja irgendwann von Wien wieder nach Ausseee zurückgegangen und hat sich neben ihrem Türkei Interesse auch zu einer Gärtnerin entwickelt.

Ein paar der Bücher, die dann im „Aufbau-Verlag“ erschienen sind, habe ich bei Lesungen in der „Alten Schmiede“ mitverfolgt. Die letzten Frischmuth-Bücher habe ich nicht mehr gelesen, habe ich ja irgendwann zu kaufen aufgehört und irgendwie gibt es die Frischmuth in den Bücherschränken nicht zu finden, was vielleicht noch kommen kann. Eines der Gartenbücher, ich glaube, das erste, hätte ich fast dem Alfred zum Geburtstag gekauft und jetzt ist das vierte  „Der unwiderstehliche Garten“ erschienen, das heute in der „Alten Schmiede“ vorgestellt wurde.

Daztwischen war ich einmal bei einer Lesung in St. Pölten und auch beim letzten Roman „Woher wir kommen“ bin ich in der „Alten Schmiede“ gewesen und jetzt wieder ein Gartenbuch von Barbara Frischmuth, der 1941 in  Altaussee geborenen Autorin, ich glaube ein GAV-Gründungsmitglied, die dann während der Rushdie-Gesichichte ausgetreten ist, da habe ich ihr auch einen Brief geschrieben, den sie beantwortet hat und so bin ich heute wieder ein bißchen unbedarft zu einer Frischmuth-Lesung gegangen, das heißt, ich habe mich nicht sehr genau informiert, was mich erwartet und bin dann eingeleitet von Kurt Neumann und moderiert von Julia Kospach, die sich glaube ich, auch sehr für Gärten interessiert, in die Natur geworfen worden und ich habe ja im Gegensatz zu Barbara Frischmuth kein so grünes Händchen, obwohl es in  der Krongasse ein kleines Gärtchen gibt, aber da sitze ich im Sommer lieber mit dem Laptop, um meine Texte zu tippen, als das Unkraut zu vertilgen und so tief in die Natur hineinsinken, wie Barbara Frischmuth ist wohl auch nicht das meine.

Am meisten hat mich aber die Stelle während der fünzig Minuten Lesung, wie Barbara Frischmuth genau ankündigte, interessiert, wo sie vom Aufgeben der Beete, weil ihr mit zunehmenden Alter die Arbeit zuviel wird, geht, womit sie natürlich scheiterte, denn viele Pflanzen kommen ja von selbst und dann steht sie trotz aller Vorsätze wieder vor übervollen Beeten und das ist etwas, was ich und meine Leser auch sehr gut von mir kenne.

Alerdings nicht in Bezug von Blumenbeeten, denn ich setze mich ja über meine überlange Bücherliste auch sehr mit dem Ende meines Lebens auseinander.

Nehme mir immer wieder ganz ehrlich vor, ab nun keine Bücher mehr nach Hause zu tragen, damit ich wirklich alle lesen kann und dann wird die Leseliste immer länger und länger und werde vielleicht diese Welt irgendwann verlassen und noch eine Leseliste von ich weiß nicht wieviel Jahren hinterlassen und damit hat sich Barbara Frischmuth in Behzug auf ihren Garten auch beschäftigt oder tut das wahrscheinlich immer noch.

Dann ging es in den ausgewählten Kapitel über Pilze und das Leben der Pflanzen und die Sprachen, die diese angeblich sprechen.

Barbara Frischmuth scheint sich auch theoretisch sehr viel damit zu beschäftigen und erkkärte im anschließencden Gesüräch mit Julia Kospach sehr genau, was sie an der Pflanzenwelt so fasziniert. Es geht dabei, glaube ich, um wissenschaftliche Geheimnisse dieses Lebens, in das Barbara Frischmuth mit Hilfe ihres Garten durch ein Schlǘßelloch hineinschauen will.

Das ist mir, wie schon erwähnt ein bißchen fremd, da halte ich mich lieber an meine Bücher und bin natürlich sehr gespannt, ob und wann ich eines der Gartenbücher finden werde, obwohl ich ganz ehrlich, lieber ein paar andere lesen würde, denn es gibt ja einige der Frischmuth Romane, die ich noch nicht habe.

2015-02-25

Bruno Weinhals Werk

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:14
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Sollte sich je ein Lieraturwissenschaftler mit meinem Werk oder meinen Blog befassen, wird ihm oder ihr mein leichter Hang zu den literarischen Verwechslungen auffallen.

Ich nenne das ja immer ein bißchen legasthen, wenn mich jemand darauf anspricht, bin aber 2003 am Samstag bevor ich das zweite Mal in Graz beim Ö1 Qizz antratt und mich gegen meine ärztliche Konkurrenz nicht durchsetzen konnte, ins Radiokulturcafe gegangen, weil da eine Sendung über Alexander Sacher- Masoch lief, weil ich dachte, das kommt vielleicht und habe ihn natürlich mit dem Leopold verwechselt.

Die Linda kann man auch mit der Andrea Stift verwechseln oder mit der Andrea Winkler und die Evelyn Grill mit der Andrea, aber nein, das passiert mir nicht, da habe ich bloß einmal einen Namensartikel darüber geschrieben, aber als ich Ende der Achtziger- Anfang der Neunziger Jahre in Harland saß und einen Verlag für meine „Hierarchien“ suchte, habe ich die auch an den „Weilburg-Verlag“ des Peter Zumpf geschickt,  der war in Wiener Neustadt und ich habe von ihm, wie ich meinte, ein liebes Brieflein bekommen, etwa „Das ist sehr interessant, obwohl wirs leider nicht bringen können!“

So habe ich es jedenfalls verstanden, dann machte es der Jack Unterwieger, schickte ein Exemplar an „Literatur aus Österreich“, die damalige niederöstereichische Literaturzeitschrift, in der es mir, glaube ich, nur einmal über Umwegen gelungen ist, etwas zu veröffentlichen, obwohl es mir der Johannes Twaroch sehr lang versprochen hat, Peter Zumpf hats besprochen und eine vernichtende Kritik hingelegt, etwa so „Wenn man das nicht gelesen hat, hat man auch nichts versäumt, etc!“, etwas, das ich zwar auf meinen Blog auch schon hörte, aber nach dem ersten Brief nicht ganz verstand, ja damals war ich noch naiv und um zu erklären, was das ganze mit den Verwechslungen zu tun hat, in dieser Edition ist auch ein Bädchen „Weinstein“ von Peter Schuster, dem Mitherausgeber erschienen, das irgendwie zu mir gekommen ist und das in Harland im Küchenregal steht und heute wurde in der „Alten Schmiede“ die zweitelige Werkausgabe von Bruno Weinhals 1954-2006 „Sprachdenker und Geschichtensucher“ in der Literaturedition Niederösterreich von Helmut Neundlinger herausgegeben, vorgestellt.

Da habe ich gedacht, das wäre der Autor dieser Edition und bin hingegangen, weil ich mich ja für das literarischen Lebens Niederösterreich im besonderen und auch überhaupt interessiere.

Die Veranstaltung war auch hochkarätig besetzt, was mich ein wenig gewundert hat und vielleicht schon ein bißchen an eine Verwechslung denken ließ, aber wahrscheinlich bin ich dem Autor schon in der „Literatur aus Österreich“ oder im „Podium“ begegnet, jedenfalls hielt Evelyn Polt-Heinzl ein Referat und hat bei der Herausgabe mitgearbeitet und Manfred Mixner, der in den Achtzigerjahren, als ich noch wild herumschickte, Rundfunkredakteur gewesen ist, jetzt ist er in Pension, lebt in Schweden und hat zwei Romane in der „Editon Keiper“ veröffentlicht. Wenn ich wieder nichts verwechsle, habe ich, als ich noch in der Otto Bauergasse wohnte, von ihm eines meiner Manuskripte zurückbekommen und da war dann auch eines eines anderen Autors drinnen, was ich sehr interessant fand.

Außerdem stand noch die Tochter, eine 1993 geborene Germanistikstudentin, am Programm und das Publikum scheint, wenn ich es richtig mitbekommen habe, aus Freunde der Familie und Studienkollegen der Tochter bestanden zu haben.

Gabriele  Ecker war natürlich auch da, Kurt Neumann leitete ein und Helmut Neundlinger, den ich vor kurzem bei einer Wendelin Schmidt Dengler Werkpräsentation gehört haben dürfte, erzählte, daß der Nachlaß an das Land Niederösterreich“ gegangen ist und er mit der Herausgabe beauftragt war, was viel leichter war, als bei Schmidt-Dengler, weil sehr geordnet und er hat auch Briefe gefunden, die zwanzig Jahre alt waren und sich auf eine Lesung in der „Alten Schmiede“ bezogen. Kurt Neumann hat Bruno Weinhals eingeladen und noch ein paar andere Mitlesende vorgeschlagen, aber die haben ihm nicht gefallen, so daß er schließlich mit anderen gelesen hat.

Dann gab es gleich noch eine Assoziation mit der „Alten Schmiede“, nämlich den „Odysseus“, mit dem hat sich Bruno Weinhals nämlich sehr beschäftigt und hat zuerst eine Erzählung darüber geschrieben, später ein Romanprojekt geplant, das allerdings nicht fertig wurde, bzw. als nächstes von der Edition veröffentlicht werden wird.

Helmut Neudlinger las ein Stück daraus und Manfred Mixner machte seine literaturwissenschaftlichen Anmerkungen dazu. Dann kam Kurt Neumann auf die Bühne und las ein Stück aus einer Abenteuergeschichte „On the Rocks“, anschließende kam Evelyne Polt-Heinzl mit ihren Erläuterungen.

Sie hat die Abenteuergeschichten, davon scheint es mehrere zu geben, als Studentin gelesen, sie sind in der „Edition Maori“ erschienen und sie erklärte dann genau, warum sie zu früh oder zu spät gekommen sind, um bekannt zu werden.

Manfred Mixner kam noch mit der Assoziation eines anderen schwer verlegbaren Dichters, der es nicht ganz in den Literaturbetrieb geschafft hat, ein Steirer namens Wilhelm Muster und dann kam Roxane Dalinger und las Gedichte ihres Vaters. Sie hat auch einen Beitrag in dem Buch über die väterliche Bibliothek, die sie zum Lesen gebracht hat, das weckte dann bei mir Assoziationen, aber meine Tochter studierte nicht Literaturwissenschaft und trägt meine Bibliothek, die ich ihr einmal vererbe, vielleicht zu den offenen Bücherschränken, wenn es die dann noch geben sollte.

Bruno Weinhals war auch noch Musiker und so ist eines der Gedichte auch seiner Gitarre gewidmet und sie erzählte, daß es unmöglich war, bei ihm aufzuwachsen und seine Musik nicht zu hören, mit seinen Gedichten bzw. seiner Literatur hättte sie sich erst später beschäftigt, da ist die Herausgabe der zwei Bände gerade richtig gekommen.

Die habe ich mir dann angeschaut um herauszukommen, ob Bruno Weinhals, der mit dem „Weilburg Verlag“ und dem „Weinstein“ ist, eine Dame, die die Bücher für Freunde kaufte, erzählte mir, daß er in Stockerau aufgewachsen ist und sie im gleichen Haus mit ihm lebte und mein Hang zu den literarischen Verwechslungen hat mich heute  wieder um eine Anekdote reicher gemacht.

Ich habe beim Nachgooglen jedenfalls herausgefunden, daß die Edition schon im Herbst im Literaturhaus vorgestellt wurde, da ist sie offenbar an mir vorbeigegangen. Bei „Amazon“ gibt es noch keine Rezensionen und der Abend hat mich an den über Alfred Paul Schmitt erinnert, den ich vor einigen Jahren hörte und über mein Schreiben, ich bin  ja auch eine literarische Außenseiterin, die unverdrossen ihren Weg weitergeht, kann ich denen, die es interessiert, berichten, daß ich, nachdem ich gestern während einer abgesagten Diagnostik, alle Fenster und auch sonst die Praxiswohnung putzte, frei bin für die „Verwandlungen einer Bibliophilin“, die erste Szene habe ich ja schon am Freitag geschrieben, als eine Klientin nicht gekommen ist und am Montag korrigiert, jetzt habe ich die zweite, wo die Yasmin Bilic aus dem Haus, wo die Großmutter Hausbesorgerin ist, rennt und sich Sorgen über das Verschwinden ihrer Freundin Selma macht, geschrieben, korrigiert muß sie noch werden und ich bin frei mich so weit es geht in das Romanprojekt, für das ich die letzten Wochen ja einiges recherchiert und gelesen habe, einzulassen.

Mal sehen, ob und wie es mir gelingt und wie lange ich dazu brauchen werde?

2015-02-24

Kolik-Lounge mit Dramatik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:15
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Zum dritten Mal Kolik-Lounge  diese Zusammenarbeit, die Gustav Ernst mit dem Schauspielhaus eingegangen ist, wo er, ich weiß nicht, wie oft im Jahr, junge oder auch ältere Autoren, die in seiner Zeitschrift publizieren, lesen läßt,  das Schauspielhaus stiftet dazu ein paar Flaschen Wein und im Anschluß kann man sich die älteren „Kolik-Exemplare“ nach Hause mitnehmen und das neue um fünf Euro kaufen.

So funktioniert in Wien und wahrscheinlich auch anderswo, der Literaturbetrieb, aber nein, woanders muß man inzwischen zahlen, im Literaturhaus Salzuburg kostete der Eintritt zu O. P. Ziers Buchpräsentation, wie er mir am Samstag erzählte, acht euro, trotzdem waren hundertzwanzig Leute da und die Veranstaltung mußte in einem zweiten Raum übertragen werden.

Heute hat er in der Gesellschaft für Literatur gelesen und ich habe mir das zuerst auch angestrichen, da ich aber aus Präsentationsgründen, um die Leser, die ich nicht habe, nicht zu langweilen, vermeide ich es zu Veranstaltungen zu gehen, wo ich das Buch schon kenne und so bin, ich als das Mail von Gustav Ernst kam. in Richtung Schauspielhaus losgestapft.

Vor zwei Jahren im April war ich das erste Mal da und war von der Athmosphäre begeistert, Ekatharina Heider hat gelsenen, ich bin mit einer älteren Dame ins Gespräch gekommen, habe ihr, glaube ich, das gerade frisch erschienene „Kerstins Achterl“ gezeigt und Gustav Ernst um sein gerades Neues „Grundlsee“ angeschnorrt, das heißt, er hat meine Adresse aufgeschrieben, Gerlinde Tamerl hat es mir dann geschickt, weil „Haymon“, der mir eine Zeitlang alle seine Neuerscheinungen als E-Book schickte, damit aufhörte und Gustav Ernst hat, glaube ich, inzwischen wieder ein neues Buch, aber wie schreibe ich immer, ich muß nicht alles lesen und kann das auch gar nicht.

Dann war ich einmal in der „Alten Schmiede“ habe Luis Stabauer dort getroffen und bin mit ihm in die Porzellangasse marschiert, da hat Antonio Fian sein „Polkrates-Sydrom“ vorgestellt, das dann im Herbst augf die dbP-Longlist kam.

Jetzt war Antonio Fian im Publikum, Luis Stabauer ist neben Friedrich Hahn gesessen und Gustav Ernst begrüßte die „Damen und die Herren, die Freunde und die Freundinnen, sowie die Autoren und Autorinnen, die sich im Publikum versteckten“.

Ob er mich mitmeinte, weiß ich gar nicht, aber natürlich, ich bin ja auch Autorin, zumindest hat mich die ältere Dame, die ebenfalls sehr viel zu Veranstaltungen geht, gestern Abend in der „Alten Schmiede“ dafür gehalten.

Gustav Ernst sagte dann noch etwas von drei Flaschen Wein, die das Schauspielhaus dem Publikum zur Verfügung stellte, die man sich nachher holen konnte und kündigte  die Literaturwissenschaftlerin Daniela Chana an, die in der „Kolik 63“ einen Text hat und sie hatte mehr, nämlich noch einen zweiten mit dem Titel „Porzellangasse“, den sie am Nachmittag geschrieben hat und sie hatte auch einen Osterhasen, dem sie ihre Stimme lieh und ihn beim ersten Text, wo es um eine Tauchlehrerin in Kreta ging, immer hochhielt, wenn von der die Rede war.

Im zweiten Text, wo die Ich-Erzählerin ihren Körper aus dem Fenster wirft, ging es gleich um den Hasen und der zweite Autor, Stefan Reiser, war überhaupt Dramatiker, kein Schauspieler, wie er Gustav Ernst ausrichten ließ, er führte aber ein Kurzstück auf und zog dabei gleich eine Zuhörerin ein, obwohl er das vielleicht gar nicht so geplant hatte.

Die dritte Leserin war Ann Cotten, die ich ja erst kürzlich in der „Alten Schmiede“ hörte, sie kam zu spät, weil sie vorher noch jemand vom Bahnhof holen mußte und las Gedichte, ein paar kürzere und ein längeres und das handelt von einer Zugsfahrt, wie sie erklärte, aber eigentlich von einem Ritt auf einem Wildschwein, also auch ganz schön dramatisch, obwohl Ann Cotten keinen Osterhasen hatte, kein diktiergerät und auch keine so laute Stimme, wie Stefan Reiser.

Nachher an der Bar, wo man die drei Flaschen leer trinken konnte, habe ich noch Radek Knapp und Nika Pfeiffer gesehen, also wirklich sehr viele Autoren und Autorinnen und drei „Kolik Nummern“, davon eines mit dem Bildnis der Friederike Mayröcker am Cover, habe ich mir auch nach Hause genommen und Luis Stabauer hat mir erzählt, daß sein nächstes Buch demnächst erscheint, er auch in zwei Wochen nach Leipzig fährt und eine Schreibgruppe im Cafe Jelinek, wo demnächst Texte vorgestellt werden, gibt es ebenfalls.

2015-02-23

Von Nathalie Sarraute zu Elfriede Czurda

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:03
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Von der „Kinderbuch und Phantasymesse“ ging es gleich in die Gefilde der „Alten Schmiede“ beziehungsweise in die „literarische Erleuchtung“.

Größer kann ein Kontrast nicht sein und wahrscheinlich auch die Entfernungen von der einen zu der anderen Seite, aber ich halte mich für eine literarische Brückenbauerin, auch wenn das niemand merkt und war auch einen Moment lang versucht den nouveau roman und die experimentelle Prosa auszulassen, denn „Literaturen“ der Blog der fünfundzwanzigjährigen Buchhändlerin Sophie Weigand, den ich ja ganz gern verfolge, verloste ein Buch.

Ayelet Gundar-Goshen“Löwen wecken“, eine israelische Autorin von der ich noch nie etwas hörte, aus den Kommentaren ging aber hervor, sie liest heute im jüdischen Museum und da mich das Buch, das auch beim „Blauen Sofa“ vorgestellt wurde, interessierte, war ich eine Weile schwankend und bin dann doch in die „Alte Schmiede“ marschiert.

Was ich im jüdischen Museum versäumt habe, weiß ich nicht, in der „Alten Schmiede“ war ich aber richtig, denn zumindest der erste Teil, wo Herbert J. Wimmer, ein literarischer Stammerleuchter „Die goldenen Früchte“ der französisch russischen Autorin Nathalie Sarraute, auch noch nie etwas gehört, vorstellte, war für mich wahrscheinlich das erste Mal seit ich zu den diesbezüglichen Veranstaltungen gehe, eine wirkliche Erleuchtung und ein Aha-Erlebnis, das zu der Erkenntnis „Will haben und lesen!“ führte, leider gibt es die Autorin zum größten Teil nur mehr antiquarisch, aber vielleicht finde ich sie einmal im Bücherschrank.

Zuerst traf ich aber den Chemiker, den ich meistens in der Wien-Bibliothek sehe und den ich, glaube ich, einmal im Literaturhaus kennenlernte und der mir einmal sagte, er würde nicht in die „Alte Schmiede“ gehen.

„Aber das ist ja der literarische Ort Wiens!“, fragte ich erstaunt zurück. Jetzt scheine ich ihn bekehrt zu haben, er sagte mir gleich, daß er die Autorin kenne, weil sie im Kreis von Nobelpreisträgern erwähnt wird und Herbert j. Wimmer hatte auch einige der vergriffenen Bücher am Leseplatz aufgestellt.

Da dachte ich noch „Eine Experiment- oder Surrealistin, also wahrscheinlich nicht sehr verständlich!“ und habe auch Kurt Neumann, daß  bei dem Buch,  eine soziale Maschinerie in Gang gesetzt wurde, nicht ganz verstanden.

Herbert J. Wimmer nickte aber sehr energisch und leitete seinerseits ein, daß das eine Autorin wäre, die ihn durch sein Schreiben begleiten würde, eine die „in“ und nicht bloß „mit der Sprache“ arbeite und ich dachte, „Aha, eh schon wissen, das ist wieder eine, die das Plotten haßt und die Handlung ablehnt“, was tue ich eigentlich da?“

Dann ging es los mit den Wörtern  und ich hörte wahrscheinlich noch nicht richtig zu, bis es dann zu dem kam, was auch mich und mein Schreiben wahrscheinlich schon die letzten dreißig bis vierzig Jahre stark beschäftigt, nämlich um ein Gespräch über die Kulturbetrieb und ich verstand noch immer nicht recht, ob Herbert J. Wimmer jetzt aus oder über den Roman las, denn es ging im wesentlichen um die Frage „ob die goldenen Früchte jetzt ein Buch sei, das man lesen müße und eines, das ein bißchen die alten Stile imitiert, aber das müße man wohl und die anderen Autoren täten das auch“, ecetera, ecetera.

Herbert J. Wimmer erzählte dann noch ein bißchen was über das Leben der Autorin und las auch etwas aus ihren anderen Büchern vor und Kurt Neumann verwies auf den Büchertisch und, daß es gar nicht so leicht gewesen wäre, diesen zu bestücken und ich erzählte Herbert J. Wimmer, dem Chemiker und wahrscheinlich noch einigen anderen, daß ich eine Bücherschrankbesucherin wäre und hoffe nur, daß ich das Buch bisher nicht zu oft übersehen habe, hat mir der Name ja bisher nicht sehr viel gesagt.

Ich habe vorhin auch in meinen Katalog nachgesehen, denn manchmal nehme ich etwas, das ich noch nicht sehr kenne, aber leider keine Nathalie Sarraute im Archiv.

Also Ohren auf, vielleicht finde ich etwas, am letzten Wochenende hat ohnehin jemand seine Bücher aus den Achtzigerjahren in den „Wortschatz“ geräumt, ein paar frühe Roseis, einen H.C. Artmann,ect.

Ich habe mich bedient und hoffentlich nichts versäumt, blätterte auch ein bißchen in den antiquarischen Büchern, unterhielt mich mit den Stammbesuchern, Dine Petrik gehört auch dazu, begrüßte Bodo Hell, sah Christian Steinbacher erscheinen.

Das Schöne ist ja, daß man in der „Alten Schmiede“ manchmal die ganze heimische Dichterelite treffen kann, weil die gegenseitig zu den Lesungen kommen und Elfriede Czurda, die um halb acht folgte, es gibt zwischen den Veranstaltungen jetzt nur mehr eine halbe Stunde Pause, wie angenehmund ihr neues „Buch vom Fließen und Stehen“ vorstellte, habe ich öfter schon in der „Alten Schmiede“ getroffen. Ich habe auch einige noch nicht gelesene Bücher von ihr auf meiner Liste und da stelle ich mir das Lesen wirklich schwierig vor. Ist sie ja, glaube ich, eine Hardcore Experimentalistin, wenn es sowas gibt, ansonsten erfinde ich mal diesen Ausdruck und vorgestellt wurde sie von Florian Huber, der erklärte, daß es sich bei dem in der „Edition Korrespondenzen“ erschienenen Band um Überschreibungen von   Laotse „Das Buch vom Lauf des Lebens handelte“, also auch etwas, was wahrscheinlich nicht sehr leicht zu verstehen ist.

Ich habe zwar meine ersten Gehschritte in die chinesische Literatur schon unternommen und dabei auch eine Entdeckung gemacht, die mich literarisch erleuchtete und Elfriede Czurda erklärte auf Florian Hubers Frage, wie sie dazu gekommen wäre, diese Fließtexte zu schreiben, auch, daß sie das Buch zu Hause liegen hatte, dachte, das müßte sie jetzt endlich lesen und dann kam es zu ihren Überschreibungen, wo mir der Satz „durch den Fluß waten im Winter braucht es dicke Socken“ hängen geblieben ist.

Elfriede Czurda ließ dann auch ein paar Textbeispiele austeilen, an denen man ihre Arbeitsweise nachvollziehen konnte und erzählte, daß sie ein Jahr lang in Japan gelebt hätte und offenbar auch Grundkenntnisse in Japanisch und Chinesisch hat.

Also doch sehr interessant, mich hat die chinesische Literatur ja auch schon ein bißchen zu faszinieren begonnen, obwohl ich mich da natürlich eher an die realistische halte und die auch eifrig sammle.

Herbert J. Wimmer hat aber, um wieder den großen Sprung an den Anfang zurückzumachen von Nathalie Sarraute auch eine DDR-Ausgabe erwähnt, aus der er gelesen hat.

Interessant, interessant von der anderen Buchmesse und meiner Entäuischung dort nicht gelesen zu haben, obwohl es gar keinen Slam mehr gegeben hat, wieder zu der „richtigen“ Literatur zurückzukommen und da war der Tag sehr literarisch, weil er mir drei Neuerscheinungen, zwei von „Residenz“ und eines von „Otto Müller“, nämlich Marlen Schachingers neues Buch brachte, sonst habe ich gerade mit Anna Kims, die eine Koreanerin ist, „Der sichtbare Feind“ begonnen, die zweieinhalb Seiten, die es von „Den Verwandlungen einer Bibliophilin“ schon gibt. korrigiert und Robert Eglhofer, der gute und schnelle, hat mir schon die Rezension der Anna geschickt, die man hoffentlich bald auf meinen Blog nachlesen kann, was mich wieder einmal darin verstärkte, daß man, wenn man will, auch meine Bücher rezensieren kann, ohne gleich vom Selbstgemachten, Rechtschreibfehlern und mangelnden Lektorat“ zu sprechen, der Wille macht das Werk, der war diesmal  da.

2015-02-22

Andere Buchmesse Vol. 6

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:41

Nach den IG-Autoren findet seit einigen Jahren, die andere Buchmesse statt, „Literatur, die aus dem Rahmen“ fällt, das ist eine Initiative, die einige Klein- und Selbstverleger gegründet haben, um sich auf einer Plattform untereinander  zu vernetzen und die seit 2010 in Wien, die „Andere Buchmesse“ veranstalten.

Eine der Initiatorinnen, ist die 1983 geborene Tirolerin Margit Kröll, die seit dem zehnten Lebensjahr Kinderbücher schreibt, sie, glaube ich, selbst herausgibt und auch viel bei Lesungen in Schulen, etc vorstellt.

Ich habe sie  bei den IG-Generalversammlungen kennengelernt und bin mit ihr ins Gespräch gekommen.

2010 lag dann der Folder der „Anderen Buchmesse“ bei der GV auf, ich bin mit dem Alfred nach unserem üblichen Sonntagsspaziergang auf die Mostalm hin, es war ein Veranstaltungsort im fünften Bezirk und der deutsche Phantstikverleger Thorsten Low stellte gerade seine  Reihe vor. Es gab dann eine Buchverlosung, sowohl ich. als auch der Alfred haben je ein Buch gewonnen, ich das „Hexen hexen heimlich“ von Nicole Engbert  der zweiten Organisatorin, die die Messe, glaube ich, in Wien organisiert,  es gab Kaffee und Kuchen, einen Büchertisch, etc.

Im Jahr darauf hat mich Margit Kröll vorher angeschrieben und zum Literatur Slam eingeladen, da fand die Messe in einem Architekturbüro in der Zieglergasse statt, es war toll und voll, ich habe aus der „Mimi“ gelesen, gewonnen hat ein Schauspieler mit einem Kinder- oder Tiertext, den ich gar nicht für so besonders literarisch hielt. Das hat sich  die nächsten zwei Jahre wiederholt, obwohl ich mir mit der Auswahl meiner Texte immer sehr viel Mühe gab, einmal habe ich die „Taubenszene“ aus der „Absturzgefahr“ gelesen, da geht es auch um Kinder und dann die Stelle mit dem Eis und dem kleinen Hektor in „Kerstins Achterln“

Im Vorjahr habe ich dann schon überlegt, ob es für mich Sinn macht da zu lesen und bin  heuer, als die Einladung von Magit Kröll kam, sehr unschlüßig gewesen, einerseits lese ich ja gerne, anderseits will ich nachher nicht enttäuscht sein und habe so geantwortet, daß ich nicht weiß ob ich lesen will, aber kommen werde, weil mich ja jede Art von Literatur interessiert und ich auch über das Literaturleben und seine Vielfalt gern berichten will und außerdem hat die Veranstaltung wieder in der Näche des Literaturhaus stattgefunden, vor zwei Jahren war sie ja beim Brunnenmarkt und im Vorjahr bei den Stadtbahnbögen am Donaukanal, aber diesmal im Cafe Kreuzberg in der Neustiftgasse Ecke Zieglergasse.

Zuerst gibt es bei der anderen Buchmesse  immer ein Kinderprogramm, Margit Kröll und Nicole Engbers lesen ihre Kinderbücher, seit einigen Jahren macht Nicole Engbers auch ein Theaterstück, Margit Kröll zaubert oder macht Tiere aus Luftballons, das habe ich heuer ausgelassen und bin erst um fünf gekommen, als Margit Kröll, ihre Lesung aus ihrem neuen Thriller für Kinder ab zwölf Jahren gerade beendete, Cornelia Stahl, die ich im Vorjahr kennengelernt  habe und die mich interviewen wollte, habe ich im Publikum getroffen, dann begannen die Lesungen der Vorjahrssieger und zwar hat da ein sehr junges Mädchen gewonnen, Michaela Jaros, das schon lange Phantasy schreibt, die  eine Erzählung  für Erwachsene „Engelsruinen“ hatte, wo  ein Engel  eine Fürstentochter beschützt, sich in sie verliebt und sich ihretwegen in einen Mensch verwandelt, als sie ein paar Jahre später stirbt, wird er verdammt und muß als Geist in den Ruinen wandern.

Dann kam Bettina Ferbus, die die letzten vier Jahre mit ihr beim Slam gelesen hat und voriges Jahr als zweites gewann, sie hat schon viele Bücher und Texte in Anthologien und las diesmal verschiedene Gedichte und als ich mich dann nach dem Slam erkundigte, erfuhr ich, daß er ausfiel, weil es den anderen vielleicht ähnlich, als mir ging und sich nur Manuela P. Forst gemeldet hat, Nina Horvath die andere Tapfere, hat schon im Vorjahr nicht mehr gelesen, so hat sie  außer Konkurrenz gelesen, zuerst von einem Drachentöter und dann den Versuch einer lustigen Phantasy.

Nicole Engbers brachte noch ein Gedicht von einer alten Frau, die ihr Erspartes auf die Bank bringen will und dabei überfallen wird, sie wehrt sich aber tapfer und bringt ihr Geld wieder in ihre Wohnung zurück.

Danach kam schon die Umpaupause und die Musikprobe, bevor Thorsten Low wieder seinen Verlag präsentierte. Paul Fülöp, der die letzten Jahre regelmäßig gelesen habe und den ich auch bei der GV getroffen habe, war ebenfalls nicht da und auch nur sehr wenig Publikum, eigentlich habe ich nach sechs, nur drei Leute gesehen, die nicht zu den Veranstaltern gehörten.

Es gab aber ein sehr liebevoll gestaltetes Programm mit einem Interview der Beteiligten, die erzählten, warum sie schreiben, was sie lesen und warum man das soll und Thorsten Low, der wieder den Büchertisch betreute, erklärte mir auch genau seine Neuerscheinungen und erzählte, daß er mit den meisten seiner Bücher für einen Phantastikpreis nominiert worden wäre und einer seiner Autoren, nämlich  Vincent Voss sogar den Sprung zu Bastei Lübbe schaffte.

Er präsentierte flankiert von Verena Kaufmann und Gregor Neumaier an der Gitarre, vier Anthologien, zuerst eine Geschichte aus der preisgekrönte Anthologie „Stille“ wo sich einer auf eine Galaxie verwirrt, wo man wegen einiger seltsamer Vögel keinen Lärm machen darf, dann die eigene aus der „Anthologie“ das andere Buch, wo der Ich-Erzähler mit seinem Freund Lukas auf einen Baum klettert und dadurch eine große Verstörung erlebt, von der ich nicht ganz sicher war, ob ich sie nicht schon kannte.

Dann kam eine Geschichte aus einer Anthologie bzw. einem Roman, wo elf Autoren zu der Vorgabe, daß das Ganze  1976 spielen soll, je ein Kapitel schrieben. Thorsten Low las eines, wo ein kaputtes amerikanisches Luftschiff gegen ein russisches kämpft und verteilte dazu Kekse in Dampfschiffform, denn das ist ja seine Spezialität, daß er seine Lesungen immer mit etwas Eßbaren präsitiert „Damit das Publikum wiederkommt!“, merkte er launig an und die letzte Geschichte, die er las, hieß der „Der letzte Gast“ aus der Anthologie „Dunkle Stunden“, wo in der Nacht in einer Herberge jemand Einlaß begehrt und es stellt sich heraus, daß er schon von einem der Herbergsuchenden ermordet wurde.

Spannend, spannend und natürlich auch ein bißchen gruselig, wie die Phantastik eben ist und dann schloß es, wie in den Vorjahren, mit einem Konzert über die Liebe und das Leben, mit Eigenkompositionen der beiden Musiker, aber auch  Liedern von Geord Danzer und Reinhard Fendrich und es tut mir nur ein bißchen leid, daß ich nicht gelesen habe, kann meine Lesern, die das vielleicht ebenfalls schade finden, aber auf die Lesung am 6.März im Amerlinghaus „Westbahn Spontan“ hinweisen, da hat mir Robert Eglhofer heute im Literaturhaus  ein paar Einladungskarten gegeben. Da werde ich ein Stück aus der „Brüderschaft“ lesen und da habe ich im Vorjahr bei der anderen Buchmesse auch das „Gruftiemädel“ vorgetragen und es stimmt natürlich „Phantasie“ und „Science Fiction“ schreibe ich nicht.

2015-02-21

Generalversammlung der IG-Autoren

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:25

Wiedermal ein Wochenende als Einzeldeligierte bei der GV der IG-Autoren, Berufspolitik für eine, die ja eigentlich sehr jenseits steht und trotzdem oder wahrscheinlich gerade deshalb so begierig, Jahr für Jahr zu den Sitzungen geht. Seit den Achtzigerjahren, das habe ich schon einmal geschrieben, tue ich das schon, zuerst war das, glaube ich, in der Annagasse, da kann ich mich daran erinnern, wie Gerhard Kofler mit einer Aktentasche kam und daraus ein Buch, wahrscheinlich seines, nahm und es jemanden gab oder zeigte, später dann im Literaturhaus.

Es beginnt Samstag um zehn oder  eine halbe Stunde später, bis die Beschlußfähigkeit gegeben ist, so steht man herum, trinkt Kaffee, ißt von dem bereitstehenden Kuchen, nimmt sich die Anträge, die später behandelt werden oder tratscht und plaudert mit den Kollegen, die oftmals aus den Bundesländern angereist kommen und die man nur einmal im Jahr nämlich bei den IG-Autoren sieht oder auch andere, die Frauen vom Arbeitskreis oder vom Lesetheater, die waren heute eher dünn gesäht, aber die Rizys waren da, Christl Greller, die mir später ihr „Podium-Gedichtbändchen“ zum runden Geburtstag schenkte und andere, von denen ich nur die Gesichter, aber nicht die Namen kenne.

Um halb elf eröffnete Gerhard Ruiss, entschuldigte einige Kollegen, gab den Rechnungsbericht durch und erzählte wieder einmal, was die IG alles so, trotz schrumpfenden Budgets für ihre Mitglieder macht. Auftritte bei den Messen in Leipzig oder Frankfurt, den Stückebörsekatalog und die Aushandlung des Mustervertrages, der ja vor kurzem groß gefeiert wurde.

Peter Paul Wipplinger, ein engagiertes Vorstandsmitglied fragte, wann wieder Geld für das „Handbuch der IG Autoren“ da sei, das letzte ist, glaube ich von 1995 oder Anfangs 2000, also total veraltet und wieder wurde diskutiert, ob sich da eine Printausgabe überhaupt lohnt?

ich sage nein, denn wenn die fertig ist, ist der erste schon gestorben oder umgezogen und die Adresse stimmt nicht mehr, aber Gerhard Ruiss, von dem ich am Morgen im Schrank das Gedichtbändchen „Cafe Sarajewo“ gefunden hätte, aber leider hatte ich mir das Büchlein vor Jahren, als der „Thalia“ noch „Amadeus“ hieß und in der unteren Marihilferstraße angesiedelt war, um zehn Schilling gekauft, was Gerhard Ruiss, als ich ihm das damals erzählte, sehr empörte, das seine Bücher in Abverkaufskisten liegen, ist der Meinung, daß die IG das Personal nicht hat, eine Online-Ausgabe zu betreuen.

Dann folgte Ludwig Laher auf das Podium und stellte eine Studie vor, die der für die IG erstellte, nämmlich eine Befragung von dreihundert ausgewählten österreichischen Autoren, Selfpublisher waren natürlich ausgeschloßen, als ob die nicht schreiben könnten, wie sie es mit der Rechtschreibung hielten und interessant ist, etwa zehn Prozent halten sich an die alte, zehn an die neue und der Rest mischt.

Da habe ich ja auf meinen Blog die Erfahrung gemacht, daß ich immer wieder darauf angeschrieben werde, daß ich mich an die alte halte, bzw. überhaupt an meine eigene und ich war Anfangs verwundert, weil ich dachte, das täten alle, die jüngeren haben die neue aber inzwischen in der Schulde gelernt und verwenden sie wahrscheinlich deshalb, die meisten Autoren mischen und die IG unterstützt, was ich auch sehr tröstlich finde, die individuelle Schreibweise, will sich in ihren Aussendungen aber an die Mehrheitsmeinungen halten. Das wurde auch abgestimmt und interessant ist da, daß die meisten Autoren, sich bezüglich des scharfen „ß“ angepasst haben. Ich, wie man sieht, nicht und wurde da auch schon einmal angegriffen.

Es ging dann weiter mit Fragen bezüglich der Zentralmatura und dem Deutschunterricht, das soll jetzt Deutsch und Literatur heißen und eine Leseliste soll es auf Empfehlung der IG auch geben, in der Ausbildung der Studenten soll die Literatur aber  nur sehr verkürzt vorkommen, so nach dem Motto, daß der Student nach bestandener Prüfung den Hörsaal verläßt und laut „Juchu, nie wieder lesen!“, schreit.

Das ist ein Witz, aber es gibt in Niederösterreich ein Projekt, das heißt „Schulhausroman“, da schreiben Autoren, wahrscheinlich auch keine Selfpublisher mit Hauptschülern an einen Roman, um ihre Kreativität zu fördern, ihr Selbstbewußtsein zu steigern, sie von Gewalt und Extremissmus abzuhalten, etc und obwohl das sicher ein sehr förderbares Projekt ist, wurde der Geldhahn abgedreht.

Dann gab es die Mittagspause mit dem traditionellen Würstlbuffet, Wurst und Käse und Obst gab es auch und ich unterhielt mich mit O.P. Zier über seinen neuen Roman, den ich  vor kurzem gelesen habe und mit Judith Gruber, die  meinen Blog regelmäßig liest, etwas später über die Störungen, die ich mit meinem verschmutzen Lüfter hatte.

Dann ging es weiter mit den Anträgen, über den ORF und darüber, daß das Funkhaus ausgegliedert und Ö1 vielleicht eingestellt werden soll, haben wir schon früher diskutiert, Peter Paul Wipplinger hatte noch zwei über rechtsradikale Äußerungen und die Familienministerin will das gedruckte Schulbuch abschaffen und durch ein I Pad in der Hoffnung ersetzen, daß die Schüler dann so vom Computer genug kriegen, daß sie am Nachmittag auf Bäume klettern.

Auch eine seltsame Idee, aber insgesamt scheint das Kulturgut Buch und das Lesen schon ein bißchen bedroht zu sein.

Es gab noch einmal Kaffee und Kuchen und um halb sechs wieder Wurst und Käse und am Sonntag wird es mit Anträgen von El Awadalla und anderen, bezüglich Lesehonorae, Antragsformulare etc, weitergehen.

2015-02-20

Creative brunch goes night

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:26

Der fünfte Bezirk ist bezüglich seiner Kulturinitiviativen sehr rührig und sehr engagiert, es darf nicht viel kosten, aber sonst ist es sehr bemüht, das war schon so Ende des vorigen Jahrhunderts, als ich da einmal im Rahmen eines EU-Wahlkampfes auf der Gasse vor der Wiener Bücherei gelesen habe.

Ich habe die Ankündigung in der Bezirkszeitung gefunden, wurde eingeladen, bzw. auserwählt, habe dann, glaube ich, aus meiner „Verwechslung“ gelesen, ein Kind hat gesagt „Wie lang liest die noch?“, die Frau Bezirksrat Steiniger hat mich unterbrochen. Vorher hat der Hannes Swoboda mir noch das Mikrophon gerichtet, es gab ein Buffet und der Edie Winter hat mir das Programm der Szene Margareten gegeben.

Ich habe irgendwann meine „Wiener Verhältnisse“ hingeschickt, die nicht angekommen sind, die Frau Bezirksrat gab mir dann, ich glaube, es war 2002 einen Termin für eine Lesung, die Programme waren schon gedruckt und eines davon hängt noch in meinem Wohnzimmer.

Dann ging ich zu einer Lesung kurz davor, fragte nach dem Honorar, der Herr Winter hat mich ausgeladen, der Bezirksvorsteher dem ich einen Brief schrieb, hat sich hinter ihn gestellt und irgendwann wurde ich dann wieder zu einer Lesung eingeladen, wo es Honorar gab, ich hab ein Stück aus „Tauben füttern“ gelesen.

2005 oder so im Rahmen einer Lesung während der Festwochen, da ging es, glaube ich, um Musik oder Mozart, sogar einen Preis gewonnen, einen Buchgutschein bei „Thalia“, dann kamen die Feste für Kunst und Kultur in Margareten, wo ich beim zweiten Mal dem Bezirksvorsteher zu lange, ich glaube, aus der „Heimsuchung“ gelesen habe.

Er hat mich dann nie wieder eingeladen, aber jetzt gibt es eine neue Bezirksvorstehung unhd ein neues Fest für Kunst und Kultur.

Ich letzte Jahr habe ich da aus der „Anna“ gelsesen, heuer ist wieder eine Einladung vor ein paar Tagen gekommen, ich habe mich mit der „Miranda“ beworben. Mal sehen, was und ob etwas daraus wird und das Kreativenbruch gibt es, glaube ich seit 2013, vier Mal wurde es schon Veranstaltet, das erste Mal in der Siebenbrunnengasse, beim zweiten Mal war ich nicht und wahrscheinlich in Harland, beim dritten Mal im Herbst im ehemaligen Finanzamt in der Kriehubergasse und jetzt ging das Brunch in die Nacht, das heißt die Veranstaltung fand um sieben in der Galerie in der Krongasse 20, also mir genau gegenüber, statt.

Die Musikerin Bernadette Zeilinger, die beim letzten Fest für Kunst und Kutlrur ein Konzert gegeben hat und mit der ich beim Come together im Herbst ins Gespräch gekommen bin und die mir seither die Einladungen zu ihren Veranstaltungen schickt, betrat vor mir die Galerie.

So kam ich gleich ins Gespräch mit ihr. Es gab Wein, Soetti und Poffertjes, das ist ein Palatschinkenteig, der in kleinen Förmchen herausgebacken wird. Die Bezirksvorsteherin war da und ihre Stellvertreterin, die offenbar vor kurzem Geburtstag hatte und die Reste ihrer Geburtstagstorte spendete.

Gabi Rökl vom Readingroom war da, die das erste Fest für Kunst und Kultur organisierte und bei der ich immer noch einige Bücher liegen habe und dann kam Rhea Krcmarova, die wie sie mir erzählte, jetzt auch im fünften wohnt, ein Stipendium und auch bei „Wartholz“ den zweiten Preis gewonnen hat und sonst noch eine Menge jüngerer und auch ältere Leute, die in Margareten Kunst und Kultur betreiben.

In der Galerie Hinterland stellte ein syrischer Künstler aus, die Galeristin stellte ihn kurz vor, es gab eine Videoperformance, Getränke, Snacks und viele Gespräche und ich bin jetzt gespannt auf das nächste Fest für Kunst und Kultur, wo mir persönlich ja die Literatur immer ein wenig zu kurz kommt, obwohl wir in Margareten ja eine sehr berühmte Künstlerin haben und als ich einmal vor Jahren oder sind es schon Jahrzehnte, zum Frauen- oder Kunstspaziergang mit der Frau Steiniger durch Margareten ging, haben wir in dem Durchgang in der Siebenbrunnengasse, die Jeannie Ebner mit einer Zigarette sitzen sehen, die gleich ein sehr freundliches Interview gab, aber inzwischen schon gestorben ist.

Und was meine eigene Schreibwerkstatt betrifft, so kann ich vermelden, daß ich mit der Korrektur von „In Namen des Vaters“ fertig geworden bin.

Den Beschreibungstext habe ich am Nachmittag kurz vor fünf geschrieben. Um sechs hätte ich eine Stunde gehabt, als die Klientin nicht gekommen ist, habe ich mich entschloßen mit der „Bibliophilin“ oder wie der Arbeitstitel lautet „Verwandlungen einer Bilbiophilin“ beognnnen und habe bis kurz vor sieben, die erste noch völlig unkorrigierte Szene geschrieben, mit der ich aber nicht sehr zufrieden ibn.

Tolstoi und der lila Sessel

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:52

Über das „Ein Buch pro Jahr Projekt“, der Amerikanerin Nina Sankovitch, habe ich ja hier schon viel geschrieben, als es Mara  vor ungefähr einem Jahr auf ihren Blog vorstellte.

Ein Projekt, das mich  fasziniert, weil ich ja auch etwas Ähnliches betreibe, zwar kein Buch pro Tag, mehr als hundertsiebzig schaffe ich nicht, weil ich noch etwas anderes machen und sowieso an erster Stelle schreiben will.

Aber meine Leseliste reicht dank der Abverkäufe und der offenen Bücherschränke weit in die Zukunft hinein, ich lese in keinen Sessel, sondern unter Woche in der Früh in der Badewanne und ich schaffe da, glaube ich, keine siebzig Seiten pro Stunde, wie Nina Sankovitsch, sondern eher an die fünzig.

Am Wochenende und wenn es keine Veranstaltungen gibt, also auch im Sommer und zu Weihnachten, lese ich auch am Abend und manchmal lege ich auch einen Lesemarathon ein.

Ich habe auch schon immer viel gelesen und die Idee einen großen Roman über das Aufschreiben meiner Bücher zu verfassen, verfolgt mich schon lang und ist auch jetzt wieder vorhanden, ein Grund, daß ich das Buch jetzt lese, beziehungsweise auf meiner Leseliste vorgezogen habe.

ich habe ja im Jänner bei meinen Überlegungen über die „Bibliotherapie“ geschrieben, das ich es gerne hätte, es mir zum Normalpreis aber nicht kaufe, ein paar Tage später habe ich es bei „Morawa“ in der Abverkaufskiste um drei Euro gefunden und gehofft, daß es mich bei der Frage weiterbringt, wie es schaffe einen Roman über das Bücherauflesen zu schreiben und  das Thema damit beenden kann?

Mitnichten, das Buch handelt natürlich von etwas anderem und das Thema Bücherlesen wird mich wahrscheinlich genausowenig, wie Nina Sankovitsch loslassen und interessant ist auch, daß ich  über das Sterben an Krebs , vor kurzem geschrieben habe und immer noch an dem Text korrigiere und da hatte ich kurz auch die Idee, die Veronika Bücher lesen zu lassen, sie tut es dann nicht, sondern strickt Jäckchen für ihr noch nicht geborenes Enkelchen und geht ihre Schwiegermutter im Altersheim besuchen.

Nina Sankovitch, 1962 als Tochter polnisch-belgischer Einwanderer in Illinois geboren, studierte Jus, bekam vier Söhne und hat eine ihrer Schwestern, Anne-Marie an Krebs verloren. Drei Jahre hat sie um sie getrauert und ist, wie sie schrieb, hektisch herumgerannt, hat sich für alle verantwortlich gefühlt, versucht  Anne-Marie zu ersetzen, dann ist sie mit ihrem Mann eine Woche lang ans Meer gefahren, hat an einem Tag Bram Stokers „Dracula“ ausgelesen, darüber den am Abend geplanten Restaurantbesuch verschlafen und sich dort am nächsten Tag vorgenommen, ab nun in die innere Emigration zu gehen und jeden Tag ein Buch zu lesen und darüber zu schreiben.

Von Oktober 2008 bis Oktober 2009 hat sie das getan, im Anhang sind die Bücher aufgelistet, die sie gelesen hat, ein paar habe ich gelesen, ein paar andere stehen auf meiner Leseliste und interessant ist auch, daß ich ja seit Juli 2008 blogge und sich mein exzessives Lesen, wie man an meiner Liste sieht,  nach und nach gesteigert hat.

Nina Sankovitch holte sich für ihren Plan einen lila Sessel, auf den früher die Katze psste und nahm sich vor, daß keines der Bücher dicker als zweieinhalb Zentimeter sein dürfe, teilte die Kinder mehr zum Mithelfen ein und beschloß ihren Plan wieder berufstätig zu werden, noch um ein Jahr zu verschieben, bzw. begann sie ihr Lesen als ihre Arbeit zu betrachten.

In dem Buch, das sie darüber geschrieben hat, gleitet sie durch das Jahr und ich denke, das Buch ist als eine Art Bibliotherapie zu verstehen, sie schreibt am Ende auch von einem „Büchersanatorium“ in dem sie ein Jahr gewesen ist und es läßt sich ähnlich, wie die „Romantherapie“, die ich erst finden muß, sicher als solche verwenden.

Denn Nina Sankovitch plaudert an Hand der von ihr gelesen Bücher locker durch ihr Leben, erzählt von der Liebe, vom Sex, vom Tod, ihrer Familie und deren Herkunft. Der Vater ist Weißruße und als die Schwester starb, hat er „Drei an einem Tag“ mehrmals vor sich hingemurmelt, was Nina Sankovitch lange nicht verstanden hat. In dem Jahr kommt sie darauf, daß er an einem Tag drei seiner Geschwister verloren hat, als sie von Partisanen erschossen wurden. Er ging dann nach Belgien, um Medizin zu studieren, war aber auch zwei Jahre Lungenkrank und mußte sein Studium, um zwei Jahre unterbrechen und sie in einem Sanatorium verbringen.

Nur zögernd hat sich Nina Sankovitch an Harri Mullischs „Das Attentat“ herangemacht, das die Zeit des Holocaust schildert, nachher hat sie ihre Familie besser verstanden und  meint, daß es der Sinn des Lesens ist, aus den Bücher zu lernen, wie man sein Leben leben soll.

Das sehe ich ein bißchen anders, mich interessieren glaube ich, auch mehr die Schriftsteller und ich nehme mir die Bücher bevorzugt nach den Namen, die ich kenne und ich will, glaube ich, herausbekommen, was die anderen besser, als ich können, habe aber schon vorher, als ich noch glaubte, es auch so zu schaffen, sehr viel gelesen.

Nina Sankovitch und das ist sehr interessant, liest auch Krimis, weil man sonst ja immer hört, daß man soetwas nicht lesen soll und darf oder es zumindestens nicht öffentlich zugibt.

Sie erlaubt sich die am Wochenende und hat sie auch ihrer Schwester ins Hospiz gebracht, da hat sie aber die Bücher danach ausgewählt, daß sie die Schwester erfreuen und erheitern können.

Sie gerät auch, was ich ebenfalls sehr interessant finde, mit einem Kritiker in Clinch, der etwa schreibt, daß die Leser nichts verstehen und daher über Bücher nicht schreiben sollen, eine Diskussion, die ich ja auch schon öfters führte, sie schreibt ihm einen Leserbrief, der wird veröffentlicht, als sie ihm dann aber bei einer Ergotherapeutin trifft, spricht er nicht viel mit ihr.

Das Buch ist also ein Lobpreis auf das Lesen, Nina Sankowitch scheint irgendwie zu glauben, daß es die Probleme lösen oder einem weiterhelfen kann, sich zu verändern und die Dinge anders zu sehen. Sie kann dann auch ihren Sessel nach einem Jahr verlassen und die Schwester sozusagen zurücklassen, bzw. sich an die vielen schönen Dinge erinnern, die sie mit ihr erlebte.

Freunde haben gemeint, daß sie danach nie wieder lesen würde, das war nicht so und das kann ich mir auch bei meinen hundertsiebzig Büchern im Jahr nicht vorstellen. Aber ich will ja auch keine Bibliotherapie betreiben, kann mir aber vorstellen, daß man, wie schon geschrieben, das Sankovitch Buch dazu verwenden kann.

Das ist ja, glaube ich, sehr berühmt geworden, vorher hat es einen Blog gegeben und die Leser haben ihr auch Bücher empfohlen und in den Blogs, die ich lese, hat das Buch vor einem Jahr auch großen Anklang gefunden und Mara Giese hat es bei ihrem Jahresabschluß als eines ihrer Lieblingsbücher erwähnt.

Ein bißchen ist ja die Gefahr dabei, daß Bücher, die man kaufen kann und Nina Sankovich erwähnt ja mehrmals „das gute Buch“ ausgewählt und von den Lekoren wahrscheinlich auf ihre Überhöhbarkeit überprüft wuden. Also dem wirklichen Leben immer etwas voraus an Tempo Spannung, Wahrscheinlichkeit, etc sind.

Wenn ich mich also, um zu trauern oder, um gesund zu werden, über sie setze, komme ich vielleicht nicht so zur Ruhe, wie Nina Sankovtsch sich das eigentlich wünschte, bei ihr hat es aber geklappt.

Und obwohl ich ja selber sehr viel lese und mir auch vorstellen kann, das irgendwann in der Zukunft, wenn ich das Schreiben aufgegeben habe, was ich nicht hoffe, auch zu tun, glaube ich nicht, daß das Lesen das Leben ersetzen kann und es ist auch immer das Leben oder das Empfinden anderer, das auf den Seiten steht, mit dem man, wie ja manche Ideologien beweisen, auch Mißbrauch betreiben kann.

Ich  kann für mich das Wichtige aber herausnehmen und das ist wahrscheinlich auch der Sinn der Bibliotherapie und jetzt werde ich, nachdem der Alfred derzeit statt zu lesen, in Mexiko ist, das Buch weglegen, mich wieder an das eigene Schreiben machen und versuchen das Auflesen einer riesigen Bibliothek und das Leben einer Libriomanin literarisch zu bewältigen.

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