Literaturgefluester

2015-02-05

Radiokunst mit verzerrten Ton

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:41

„Die lange Nacht des Hörspiels“, bzw. „Hörspielgala“, wie das jetzt heißt, bahnt sich an und da gibts schon seit einigen Jahren in der „Alten Schmiede“, ein paar Wochen vorher „Radiokunst“, eine Reihe, die die Autorin Liesl Ujvary ins Leben rief, von Christiane Zintzen kuratiert wird und die ich, obwohl gar gar nicht so exeperimentell, seit einigen Jahren  besuche.

Im Radio wird das immer im Sommer und im Winter mit zwei Autoren im Stück gesendet, in der „Alten Schmiede“ werden die Stücke, die jeweils an die fünfzehn Minuten dauern,  im 5.1-Kanal- Surround übertragen und nach jeden gibt es eine Diskussion mit der Autorin, dem Autor und diesmal noch Elisabeth Zimmermann.

Die in Genf lebende Heike Fiedler, die derzeit in Indien ist, daher durch den Tonmeister nur eine Botschaft sendete, war die erste, ihr Stück, das bei dieser Reihe nur Text und Ton und keine anderen Zusatzgeräusche außer der Stimme erlaubt, „hieß du, der du die da bist“ und wurde von ihr sehr schnell gesprochen und auch noch mit den Sprachen Deutsch und Französisch durchmischt.

Der Tonmeister erzählte, daß sie dazu ein Plakat mit vielen kleinen Zettelchen ins Studio mitbrachte, von denen sie herunterlas und leider hat die sonst so hochgelobte 5.1-Kanal-Surround Technik diesmal nicht so gut funktioniert, so daß es knarrte und rauschte und ich oftmals nicht so genau wußte, ist das jetzt ein Technikfehler oder Radiokunst.

Der Tonmeister wußte offenbar auch nicht so genau, woran es lag und so probierte er es weiter unter Zähneknirschen und der zweite Autor war Florian Neuner, der wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erklärte, seiner Prosa einen Metatext hinzufügte.

Da war also das Stück „leichter schluckauf am abend“ und dann kam die Autorenstimme, die immer ihren Senf dazu gab und das Ganze wurde  der Technik wegen auch unterbrochen und wiederholt.

Florian Neuner erklärte im Gespräch, daß es seine Absicht war, bei der Aufnahme schlecht zu sprechen, offenbar weil es schon so viele gute Vorbilder gab, die er sich vorher alle angehört hat, um das zu schaffen, hat er Schnaps getrunken und Petra Ganglbauer, die derzeitige GAV-Präsidentin, Sprachschulenleiterin und Radiokünstlerin mit viel Erfahrung, erzählte, daß sie bei ihrer Aufnahme Rotwein trank, um lockerer zu werden und sie bei diesem Stück hauptsächlich auf ihre Stimme vertraute.

Es hieß „Was wir hören  ist, was wir vergessen“ und es gab einige Wortwiederholungen mit veränderten Tonfall darin, um auf die Absurdität  von manchen Texten hinzuweisen.

Der letzte Text von Johannes Tröndle, den ich vor kurzem mit einer Sprechoper im republikanischen Club hörte „grimms gegen duden“, war wahrscheinlich der spannenste und originellste und auch der mit der meisten Handlung.

Ein Duell der beiden Wörterbücher bzw. einem dritten, gibt es ja noch die Schulbuchfassung mit Verwendung der Wörterbücher, am Schluß sollte  eine  Prinzessin geküßt werden und gewonnen hat der Moderator.

Spannend, spannend die Radiokunst, die ich mir ja immer nur in der „Alten Schmiede“, um auf meinen Blog darüber zu berichten und nie im Radio anhöre und ein Wörterbuch, ich glaube es wäre von Jenny Erpenbeck oder war es, Katharina Hacker gewesen, hätte ich mir beim „Morava“ um einen Euro auch kaufen können, denn da gab es einen großen Taschenbuchabverkauf, aber da man ja nicht so viel lesen kann und sich die Bücher ohnehin schon bei mir stapeln, habe ich streng ausgewählt, bin damit zu Linda Stifts „Erstling“ und dann noch zu Peter Nadas Theaterstücke gekommen, obwohl ich die ja gar nicht so gerne lesen. Ein paar andere schöne Gustostückerln gab es auch noch. Wem das interessiert, sollte morgen auf die Wollzeile gehen, denn die Ein-Euro-Kisten waren sehr voll,  die „Super sad true love story“ hat es beispielsweise gegeben und im „Wortschatz“ am Nachmittag Dimitre Dinves „Engelszungen“ Arno Geigers „Es geht und gut“ und sogar, was ich besonders spannend fand, die „Mordgeschichten“ aus dem „Picus-Verlag„.

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