Literaturgefluester

2015-02-19

Linien-Zyklen-Laufen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:09

Weiter geht es mit der „Textvorstellungstrilogie“ in der „Alten Schmiede“, diesmal drei Frauen, sowie ein Roman und zwei Erzählungen, moderiert von Angelika Reitzer, deren Reihe ich ja einmal sehr intensiv verfolgte, kommentierte und verlinkte, weil ich durch sie eine Anzahl intensiver Erzählstimmen, wie beispielsweise Nadine Kegele, Sandra Gugic, Anna Weidenholzer, Valerie Fritsch, etc, näher kennenlernte, dann habe ich den Faden ein wenig verloren, beziehungsweise kam es mir nicht mehr so ganz durchkomponiert vor, jetzt wieder drei interessante Erzählerinnen, von denen mir zwei  nach dem Namen, die dritte überhaupt unbekannt war, das heißt bei Andrea Drumbl war ich glaube ich, schon bei einer oder zwei Lesungen und es wurde auch in der GAV über sie diskutiert. Ihr Roman „Narziß und Narziße“ erschien in der „Edition Atelier“ und da war ich einmal in einer Lesung in der Gesellschaft für Literatur und von Amaryllis Sommerer habe ich einmal einen oder zwei ihrer bei „Milena“ erschienenen Bücher im „Wortschatz“ gefunden und habe sie noch auf meiner Leseliste.

Einige jüngere Frauen, Freundinnen von Amaryllis Sommerer, würde ich mal schätzen, standen im Foyer, als ich die „Alte Schmiede“ erreichten, aber wenige Leute, die ich kannte, kein Stammpublikum und Angelika Reitzer leitete wieder sehr sorgfältig ein.

„Gehen, Leben“, war das Thema, das sie für die Veranstaltung wählte, sie schien damit aber nicht ganz zufrieden zu sein, erwähnte sie in ihrer Einleitung ja etwas von sehr unterschiedlichen Texten, für die sie einen Faden gesucht hätte und der wäre irgenwie in Linien und Zyklen zu finden gewesen.

So heißt jedenfalls die Titelerzählung von der 1964 geborenen, bei Meran lebenden Anne Marie Pircher, die als erstes las und erwähnte, daß es ihrer erste Wiener Lesung wäre, obwohl die Geschichte die sie las, in Wien, in der U 4, nicht zwischen „Hütteldorf und Heiligenstadt“, wie ja eine meiner U-Bahnerzählungen heißt, sondern zwischen Karlsplatz und Meidling spielt und da verfolgt die Ich-Erzählerin einen Blinden, schaut ihn an und gerät in einer sehr schönen Sprache zu den unterschiedlichsten Assoziationen, erzählt von einem „Bananenfreßer“, ihrer Tochter Xenia, den verschiedenen Unterwerfungsgesten, die Frau glaubt in der U-Bahn ausführen zu müßen und davon, daß sie niemals Thomas Bernhard gelesen hat.

Eine sehr interessanter Text und eine interessante, für mich neue Erzählstimme, dann folgte Andrea Drumbl, die ich wie erwähnt vom Namen kannte, an die GAV-Lesung, die ich wahrscheinlich hörte, kann ich mich nicht mehr so genau erinnern, ihr zweiter Roman, in der Gesellschaft für Literatur hat sie wahrscheinlich, wenn sie gelesen hat, den ersten gelesen, handelt, wie Angelika Reitzer erklärte, ebenfalls von Tod und Leben.

Eine Trilogie über ungewöhnliche Todesarten erklärte die Autorin anschließend, der dritte Band wird nächstes Jahr erscheinen, diesmal ging es sehr viel um die Sonne und das Märchenerzählen. Angelika Reitzer hat es ein Märchen genannt, ich würde eine starke Gefühlswelt und sehr blumige Metaphern erwähnen, eine Frau gebiert ihr zweites Kind, zu Hause mit der Familienhebamme, sonst allein, der Vater Jakob und die erste Tochter Judith sind offenbar im Nebenzimmer und erscheinen erst, als das Kind schon da ist, das dann bald stirbt, die Mutter gleitet daraufhin in eine Depression oder Psychose, der Vater gibt das Kind zu einer Pflegemutter, diese Stellen hat Andrea Drumbl gelesen, wie es dann im Laufe des Jahres bis zu der Geburt des nächsten Kindes weitergeht, hat Angelika Reitzer nur erählt und dann kam die dritte ungewöhnliche Frauenstimme, nämlich die mir bis jetzt persönlich unbekannte Amaryllis Sommerer mit einer Erzählung über einen Mann, nämlich einen „Mit Unfrisur“ und der erwacht eines Morgens, sieht seine Haare lassen sich nicht glätten, so nimmt er sich einen Tag frei, er ist, glaube ich, Steuerberater und torkelt, läuft, rennt, flaniert, tanzt durch die Stadt.

Amaryllis Sommerer erzählte im Gespräch, daß sie kein normales Burn Out schildern wollte, ich denke sie hat es auf eine sehr eindrucksvolle Art getan, total abgehoben, aber sehr witzig und so hat sie auch vorgelesen, spannend, spannend, die drei sehr unterschiedlichen und doch sehr interessanten Erzählerinnenstimmen, die Angelika Reitzer am Ende der „Textvorstellungstrilogie“ dieser Woche präsentierte.Mir waren sie von allen dieser Woche am unbekanntesten, freue mich aber schon auf das Lesen der Sommerer Bücher, die glaube ich, Krimis sind, sonst hat sie, wie Angelika Reitzer erwähnte, noch Kinderbücher geschrieben und bin gespannt, was ich von den drei Frauen noch hören oder lesen werde.

Beim „Morawa“ an dem ich ja immer vorbei komme, hat inzwischen Claudia Rossbacher ihren neuen Roman „Steirerland“ vorgestellt und aus meiner Schreibwerkstatt gibt es zu berichten, daß die Korrekturen in „Im Namen des Vaters“ eingearbeitet sind und ich nun fertig korrigieren kann.

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2015-02-18

Wiener Vorlesung zur Remigration

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:13

In Wien findet derzeit ein Symposium „Bilderbuch Heimkehr -Remigration im Kontext“ statt und in dessen Folge gab es am Abend eine „Wiener Vorlesung“ zu den europäischen Petrspektiven der Remigration im Radio Kulturhaus. Eigentlich habe ich ja ins Literaturhaus gehen wollen, da gab es eine ähnliche Veranstaltung der Exilbibliothek „Dichtung und Wahrheit – Die Überwachung der österreichischen Emigranten durch den britischen Geheimdienst“,  das wäre aber auf Englisch gewesen. So habe ich mich für Hubert Christian Ehalt, Marita Krauss und Georg Stefan Troller entschieden und bin in die Argentinierstraße gegangen.

Da gab es zuerst einen kurzen Vortrag zum Thema von der Professorin für bayrische und schwäbische Landesgeschichte Marita Krauss und dann ein Gespräch mit ihr und Georg Stefan Troller, der als Zeitzeuge für die Emigranten zur Zeit des Nationalsozialismus gilt, ist er doch als Sechzehnjähriger über die Tschechoslowakei und Paris in die USA emigiriert und als amerikanischer Soldat 1945 zurückgekommen. Dann war er eine Zeitlang in Wien, bevor er sich in Paris niederließ, wo er viele Filme drehte.

2005 hat er den „Theodor Kramer Preis“ bekommen , wo ich ihn kennenlernte. Ein sehr rüstiger und auch streitlustiger vierundneunzigjähriger alter Herr, der Hubert Christians Fragen beantwortete, wie das damals mit der Wiederkehr war und ob die Emigranten in Wien und Deutschland willkommen gewesen wären?

Dieses Gespräch wurde offenbar für das Fernsehen aufgenommen, denn während Georg Stefan Troller gerade erzählte, wie das für die Deutschen war, als der Krieg verloren war, ob sie sich darüber freuten oder enttäuscht waren, stürzte ein junges Mädchen auf die Bühne und sagte „Es tut mir leid, wir müssen noch einmal von vorne anfangen, denn wir haben das nicht auf Band!“ und Professor Ehalt lächelte und wiederholte freundlich „Guten Abend, meine Damen und Herren, wir sprechen heute über die Remigration!“

Dann ging es aber weiter und der 1921 in einem Wiener Bürgerhaushalt Geborene, erzählte, daß er sich als junger Schnitzler, Goethe, bzw. Hoffmannsthal gefühlt hat und, daß es in den Giftschränken seiner Eltern Kafka und Karl Kraus gegeben hat, die aber verboten waren, was mich insofern ein  wenig wunderte, da Kafka ja vor dem Krieg, glaube ich, nicht sehr bekannt war.

„Die Fackel“, diese roten Heftchen waren es aber und Georg Stefan Troller sagte auch, daß er „Die letzten Tage der Menschheit gelesen hat“, bevor er Wien verlassen hat. Als er dann zurückkam, ging er in seine alte Wohnung, eine Frau öffnete, sagte „Jessasna, der Herr Troller!“ und ein Mann schrie aus dem Hintergrund „Sage nichts!“

Er ging auch in das arisierte Pelzgeschäft seines Vaters, bzw. zu dem Ariseur, der seiner Freundin gerade ein Pelzkrägelchen als Wiedergutmachung gegeben hat.

Christian Hubert Ehalt erzählte dann vom Stadtrat Matelka, der sich in den Fünzigerjahren so ziemlich als einziger dafür eigesetzt hat, die Emigrierten zurückzuholen und hat dasm glaube ichm auch mit Theordor Kramer so getan, der aber schon sehr krank war und bald darauf gestorben ist.

Die Frau Professor, die sich in ihren Ausführungen vorwiegend auf die deutschen Verhältnissen bezog, erwähnte noch, daß die Rückkehr nicht so leicht war, man brauchte eine Einladung, eine Wohnung, einen Posten und die Zurückgebliebenen fürchteten sich auch vor der Wiedergutmachtung, das Arisierte zu verlieren, etc.

Nachher gab es noch eine kleine Diskussion, mit Fragen aus dem Publikum, was mit den kleinen Leuten passiert wäre, von denen man nicht so viel weiß.

Das sind wahrscheinlich auch die, die vielleicht nicht zurücgekommen sind, würde ich vermuten und Hubert Christian Ehalt lud am Schluß zu weiteren Veranstaltungen der Wiener Vorlesungen ein und riet den Abend, da ja Aschermittwoch ist, noch zu einem Heringschmaus zu nützen.

Ich sah beim Nachhauseweg einige Bekannte aus der Theodor Kramer Gesellschaft, die wahrscheinlich auch bei dem Symposium gewesen sind und ein Buch von Georg Stefan Troller „Das fidele Grab an der Donau“ hat mir der Alfred auch einmal gekauft.

 

2015-02-17

Wiener Verhältnisse

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:45
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So heißt nicht nur mein erstes selbstgemachtes „Digi-Buch“, die Geschichte der Hanna die den Spuren Jakob Mandelbaums nach New York folgt, sondern auch der zweite Abend der „Textvorstellungswoche“ in der „Alten Schmiede“, wo unter der Moderation Renata Zunigas zwei neue Bücher, die Wien zum Gegenstand haben, vorgestellt wurden.

„Ein wienerischer Abend!“, wie Renata Zuniga einleitete, nachdem sie den 1949 in Graz geborenen Günther Geiger vorstellte und ihn gleich aufs Podium holte,  denn der Herausgeber der „Wienzeile“, den ich hauptsächlich von seinem Russlandroman „Ulica Marata“ kenne, hat einen Roman über den „Karl Marx Hof“- Wiens berühmtesten Gemeindebau, wo 1934 geschossen wurde und er selbst auch lebt, geschrieben und erklärte auf Renata Zunigas Frage, daß er über eine Russin zu der Wohnadresse gekommen wäre, jetzt schon zehn Jahre dort lebe und die Veränderungen des Baus beschrieben habe, in dem seit sechs Jahren gebaut wurde und sich dadurch die Höfe und Infrastruktur sehr veränderten.

Ich habe ja auch ich ein bißchen über den berühmten Hof geschrieben, zum Beispiel 1987 oder 1988 in der Novelle „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“, wo es auch um das U-Bahnfahren geht, da habe ich auch Milieustudien betrieben und den Hof immer wieder durchschritten, in dessen Waschsalon es auch ein Museum über die Geschichte, bzw. wahrscheinlich auch der Februarkämpfe gibt.

Da habe ich einmal eine Führung gemacht und mir  alles von einem alten Herrn erklären lassen. In Günther Geigers Buch, der im Sommer einen Schlaganfall hatte und deshalb nicht selbst gelesen hat, kommt das auch ein bißchen vor und die Vergangenheit, so habe ich mich auch in der Diskussion erkundigt, wird auch mit der Gegenwart der derzeitigen Bewohner verknüpft.

Der zweite Leser war mir ebenfalls kein unbekannter, habe ich doch mit Roman Ludwig Fleischer einmal in der „Alten Schmiede“ gelesen, als ich dort meine „Kerstin“ vorstellte und bei der „Mann Frau Lesung“ im Republikanischen Klub, war er, glaube ich, auch dabei.

Dann war ich bei mehreren seiner Lesungen und habe auch schon einige seiner zahlreichen Bücher gelesen, ein paar stehen auch noch auf der Leseliste, scheint der 1952 in Wien ge borene, ja ein ähnlicher Vielschreiber wie ich zu sein, er hat aber auch einmal in Klagenfurt etwas gewonnen, war lange Lehrer und ist auch glaube ich Mitherausgeber oder Leiter des „Sisyphus-Verlages“.

Jetzt hat er die österreichische Geschichte in seinem „Rattenfänger von Wien“ sozusagen neu entdeckt und neugeschrieben und wieder in seiner unschlagbaren Art daraus vorgelesen.

Da geht es um die Familie Schabenberg, die in Wien des neunzehnten Jahrhunderts bis in die Gegenwart ein Schädlingsbekämpfungsinstitut betreibt, aber eigentlich stammt sie von den Babenbergern ab, so erzählt es jedenfalls der Vater dem Sohn, oder der Großvater denselben, als dieser sich beklagt, daß er in der Schule als „Ratzenprinz“ gehänselt wird.

So kommt die Maria Theresia vor und der Papa Haydn, der die Symphonie mit dem Paukenschlag natürlich nur geschrieben hat, weil ihm während des Komponieren eine Ratte aufs Klavier gehuscht ist.

Der letzte Schabenberg, ein Poldlpoldl war dann sowohl ein Nazi, als auch ein Widerstandskämpfer.

„Typisch österreichisch halt!“, wie Ludwig Roman Fleischer Renata Zuniga im Gespräch erklärte und auch erzählte, wie er zu dem Stoff und der Geschichte gekommen ist.

Sein inzwischen neunzigjähriger Schwiegervater hat ihn auf die Idee gebracht, er hat schon in den Neunzigerjahren  zu schreiben angefangen, das Buch aber  liegen lassen und erst vor zwei Jahren weitergeschrieben, bzw. überarbeitet.

Er war auch zum Recherchieren in der Nationalbibliothek, da gibt es richtige Rattengiftrezepte und wahrscheinlich auch anderes und so kann man jetzt einen richtig Wienerischen Roman Ludwig Fleischer lesen und die Geschichte Wiens sozusagen als Schwank wiederentdecken.  Interessant, interessant, ich wußte ja gar nicht, das Ludwig Roman Fleischer ein Wiener ist, sondern hätte ihn eher für einen Kärntner gehalten.

Also wieder etwas gelernt und Dorothea Macheiner habe ich im Publikum auch getroffen.

2015-02-16

Drei Erzählbände

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:56
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„Textvorstellungswoche“ in der „Alten Schmiede“, Montag, Dienstag, Donnerstag diese Werkstattveranstaltung mit abwechselnden Moderatoren und einem bestimmten Thema „Der eine Moment – das eine Leben“ hieß es heute Montag, wo der Schreibwerkstättenleiter, Grünpolitiker und niederösterreichische Autor Friedrich Hahn, drei Erzählbände vorstellte.

„Der eine Moment, der ein Leben änderte“, der Aufhänger für den Abend und die in Salzburg lebende Autorin und Germanistin Margarita Fuchs begann mit ihrem Erzählband „Baiana“, woraus sie die Titelerzählung, die eigentlich eine Novelle ist, vorstellte und  erzählte vorab etwas von der Protagonistin Angelika, die nach einer Trennung ihr Leben ändert, deshalb nach Brasilien und San Salvador reist, dort eine Sambatänzerin beobachtet, einen Badeunfall erleidet, im Koma wieder zurückgeflogen wird, um ein Jahr lang oder länger im Krankenhaus zu verbringen und dort auch liebevoll gepflegt wird.

Einiges daraus vielleicht autobiografisch, jedenfalls hat Margarita Fuchs, die mir bisher unbekannt war, nach einem Schlaganfall zu schreiben begonnen. Sie schreibt auch Lyrik und jetzt an einem Roman und danach folgte Bettina Messner mit „Senta bremst ein“ achtunddreißg oder sechsunddreißig Erzählungen aus dem „Keiper-Verlag“, da waren sich Moderator und Autorin nicht ganz einig, ein Buch das ich schon gelesen habe.

Der Lebensveränderte Moment daraus ist mir trotzdem nicht ganz klargeworden, aber das Pseudonym der steirischen Autorin, die mit Andrea Wolfmayr befreundet ist, Senta Bremstein, wie man sie auch bei Facebook findet.

Sie las drei kürzere und einen längeren Text aus dem Buch und Friedrich Han sprach von sehr unterschiedlichen Texten, obwohl die Verlage in den Erzählbänden eher ein Motto wollen, das ist mir, sowie einem anderen Leser des Buches gar nicht so aufgefallen.

Bettina Messner schreibt jedenfalls schon am zweiten Erzähband, der unter dem Titel „Senta gibt Gas“ ebenfalls bei „Keiper“ erscheinen soll und einen Romaqn und dann folgte, den Martin Kolosz, den ich als Verlagsleiter des „Kyrene-Verlags“ kenne, der 2015 in Verlagspause geht. Sein Erzählband, in der „Bibliothek der Provinz“ erschienen, trägt den Titel „Der Ruf – der Fall – der Ekel“, beziehungsweise enthält er die drei Geschichten.

Der Autor las die erste, wo der lebensveränderte Moment, eine Tinnitutserkrankung sein dürfte, die sich der Held in der Nacht in einem Hotelzimmer mit einem schönen Mädchen zugezogen hat.

„Nenn mich, Ismail!“, hat er ihr zugerufen, sie war aber nicht so gebildet, um die Anspielung literarisch zu deuten und hat Emanuel verstanden. Vielleicht ist es deshalb zum Hörsturz gekommen.  Der Held begibt sich jedenfalls zu einem HNO und der macht dann  eine ihn verstörende Entdeckung.

Helmut Schönauer hat schon eine Rezension zu dem Buch geschrieben und den drei Erzählungen, drei große Autorennamen, wie Satre und Camus zugedordnet, den dritten habe ich jetzt vergessen. Und Friedrich Hahn schloß die Veranstaltung mit dem Hinweis, daß man sich, bevor man sich in den Rosenmontag stürzt, an den Büchertisch begeben und sich mit Lektüre eindecken soll.

Da ist mir eigenfallen, daß ich in einem Rosenmontag in den Neunzigerjahren in Innsbruck, eingeladen von  Helmut Schönauer und Helmut Schießtl in einer Innsbrücker Buchhandlung, wahrscheinlich aus den „Hierarchen“ gelesen habe und außer den zwei IG-Menschen und den Buchhändlern waren nicht sehr viele Zuhörer da, wahrscheinlich, weil sich alle schon vorher in den Rosenmontag gestürzt haben.

2015-02-15

Legenden

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:55

Wie schreibt man über den Holocaust? Die Betroffenen haben es in  Vierziger und Fünfzigerjahren anders getan, als ihre Kinder, die dann vielleicht auch literarische Gesellschaften oder andere Vereine gründeten, um über die damaligen Ereignisse zu forschen. Dann kamen die jungen Männer, wie Jonathan Safran Foer, die schon in Amerika geboren wurden und jetzt die jungn Frauen, Enkel oder Urenkelkinder der Holocaustopfer.

Katja Petrowjskaja hat damit vor zwei  Jahren den Bachmannpreis gewonnen, bei dem, wie man im letzten Jahr hören konnte, immer mehr Autoren mit nicht deutscher Muttersprache gewinnen und jetzt hat die 1980 geborene Gesa Olkusz, die in Berlin lebt und dort und in Amsterdam Philosophie sowie interkulturelle Fachkommunikation studierte, bei „Residenz“ ihren Debutroman  „Legenden“ vorgelegt, mehr ist über ihre Herkunft am Klappentext und im Netz nicht zu erfahren, der durch seinen frischen frechen Ton aufhorchen läßt.

„Der Mann will sich töten!“, lautet der erste Satz eines kleines Mädchens, auf oder in der Nähe einer Brücke, das dessen Eltern in Aufregung bzw. Hilflosigkeit versetzt. Dabei geht es Filbert nur um die Stiefelchen, die da an einem Laternenpfahl hängen. Er holt sie herunter und bringt sie noch in der Nacht seinem Tantchen, das darüber gar nicht so erfreut ist, dann setzt er sich  auf eine Bank in einem Park, wird da fast eingeschneit, bzw. von Mae gefunden und zu sich nach Haus geholt.

Das passiert in Berlin und Filbert, der da laut Klappentext so ruhelos durch die Stadt streift, ist von Beruf Übersetzer, hat einen Freund, der sich um ihm kümmert und dem er vom Geld seines verstorbenen Vaters, eine Galerie eingerichtet hat, denn um die Familiengeschichte gibt es Legenden, die Filbert offenbar nicht zur Ruhe kommen lassen, weil sie  jeder anders erzählt.

Da ist der Großvater Stanis, der damals, im Krieg wahrscheinlich, das wird nur sehr sehr vorsichtig angedeutet, einen Lastwagen angehalten hat, um Deportierte zu retten oder Brot für seine Familie zu stehlen, er gerät in Verdacht und verschwindet. Nach Kanada, wie Filbert von seinem Tantchen, dem Töchterlein Klara, das mit seinem Vater damals nach Berlin gekommen ist, erfährt, dort soll er bei einem Unfall mit einem Elch umgekommen sein oder auch nicht, es gibt Briefe des „Roten Kreuzes“, in dem er bittet, niemand seinem Aufenthalt zu verraten.

Dann gibt es Aureliusz, das ist ein sechzehnjähriger harmlos aussehender Junge, doch sein Urgroßvater Erich war es, der Stanis damals verraten hat und einen deutschen Schäferhund namens Ferdinand gibt es auch, der die kleine Klara offenbar so faszinierte, daß ihre Wohnung heute noch nach Hunden riecht, obwohl sie gar keine solchen besitzt.

Aureliusz macht sich jedenfalls auf nach Kanada, Stanis zu suchen und schwärmt von einem Projekt, womit er alles wieder gut machen will.

„Ich fühle mich der Wahrheit verpflichtet, nicht der Schuld meiner Ahnen“, steht irgendwo in der Mitte des Buches.

Filbert kommt auch nach Kanada, um den Großvater zu suchen, wird von Aureliusz und seinem Kumpanen, Adam Szymborski daran gehindert, er muß erst einen Schlitten schnitzen, damit Aureliusz das Geschehen von damals nachstellen kann.

Befreit sich aber, fährt mit dem Großvater über die Straßen von Kanada, der dann in einem Motel stibt und kommt wieder nach Berlin zurück, um mit dem Tantchen und Mae, die inzwischen die Stiefelchen trägt, in das Heimatdorf zu reisen und mit dem Cousin, der jetzt dort wohnt, alles zu besprechen, was sich damals ereignet hat.

Dann ist das vielleicht aufgearbeitet und Filbert frei für ein Leben mit Mae, für die er, wie der Schlußsatz lautet,  eigentlich die Stiefelchen vom der Laterne geholt hat.

Ein interessantes Buch „über die Gespenster der Vergangenheit und der Liebe der Gegenwart, von einer jungen Frau, die in Berlin lebt, in neuen frischen Tönen erzählt.

Katja Petrowskaja, deren Buch ich demnächst lesen werde, hat es, wie erwähnt, ebenso versucht, Olga Grjasnowa, Nellja Veremej und und..

Und ich bin jetzt gespannt, was ich von dem soeben erschienenen Buch und der Autorin noch hören werde.

Wird sie vielleicht beim nächsten Bachmannpreis lesen oder auf der Longlist des dBps stehen?

2015-02-14

Eine kleine Geschichte über die Liebe

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:06

Ist es ein Kunstbuch, ein Buch für Kinder oder für Erwachsene? Peter Boschs, Alexandra Bolzers und Nele Fockes „Kleine Geschichte über die Liebe“, erschienen in Walter Bacos „Albatros Verlag“.

Diese Frage hat schon Sophie Reyer in ihrer „Ganway-Rezension“ gestellt, ich möchte sie mit ein Kinderbuch für Erwachsene beantworten.

Denn so ist das Format, groß und handlich, wie man es eben kleinen Kindern zum Anschauen   gibt.

„Ein Buch für Menschen ab acht“ steht, glaube ich  in der Buchbeschreibung, dann ist aber wieder sehr viel Text in der Geschichte.

Zuviel für Menschen darunter, die üblicherweise mit so großen Büchern beglückt werden und die äußere Aufmachung, die Graphik und die Bildgestaltung  der 1996 geborenen Nele Focke und der 1971 geborenen  Alexandra Bolzer lassen wieder an ein Buch, das für die Reihe der schönsten Bücher vorgeschlagen wird, denken.

Es ist alles in einem, denke ich und bin ein wenig verwirrt, zuviel in einem Rahmen, aber hat man wirklich je genug in unserer Konsumgesellschaft und das Lesen und Anschauen durch das „Kleine Buch, das eigentlich ein großes ist“, wie Petra Ganglbauer in ihrer „BOes-Rezension“ schreibt, ist auch sehr vergnüglich.

Und dann die vielen Themen, die der 1957 geborene GAV-Kollege, Peter Bosch, dessenwegen ich mich für das Buch interessierte, machen es zu einem schwer verdaulichen Buch, fast zu schwer für Menschen unter oder über acht und gehen auch über die Liebe weit hinaus.

Denn wenn man davon absieht, daß Sandro und Sanja, die beiden kleinen Menschen in dem Ferienlager, die sich zuerst nicht ausstehen konnten,  am  am Ende der Geschichte in Liebe zueinander finden und dann noch die Erfahrung machen, daß die ein wenig weh tun wird, bleibt noch über, was mich, die bibliophile Libromanin am meisten interessiert und in der Beschreibung eigentlich nicht erwähnt wird, es ist auch ein Buch über Bücher und über das Lesen und vielen Gleichnissen darum herum.

Dann geht es auch noch um das Essen, beziehungsweise über die süßen Mantzen, die in dem Buch eine große Rolle spielen. Wie man sich diese zubereiten und während, vor oder nach dem Lesen verzehren kann, wird auch noch verraten.

Ein Überbuch also, dessen Geschichte, wie Sophie Reyer schreibt oder war es Petra Ganglbauer, eigentlich sehr einfach zu erzählen ist.

So ganz habe ich das nicht empfunden oder doch natürlich.

Da sind Sanja und Sandro und kommen in ein Ferienlager auf die Insel Le Sel, das heißt Sandro ist schon da und hat Heimweh, weil er seine Geige nicht mitnehmen durfte, der Vater aber sagte, daß es eine Ehre ist, für das Ferienlager ausgewählt zu werden, in dem es nur zwei Erwachsene gibt, die Köchin Selma, die unentwegt, die Kinder und den anderen Erwachsenen mit den süßen Mantzen füttert und den Gefühlsprofessor, der zum Streitschlichten und Philosophieren geholt wird.

Dann gibt es noch die Esel Bonnie und Clyde, die zu einem Eselsfest, wo es um die Eselsohren, Lesezeichen und das Geschichtenerzählen geht, zusammengeführt werden sollen.

Denn Esel haben große Ohren und können sich die Geschichten merken, wenn die bösen Menschen, die Bücher verbrannt haben sollten oder, das schreibe ich jetzt dazu, es wegen „Amazon“ und „Google“ vielleicht keine mehr gibt.

Sandro ist kein Freund von Büchern und vom Lesen, deshalb fühlt er sich auf der Insel zuerst auch nicht wohl und macht Eselsohren in sie, was Sanja, die brave Bücherliebhaberin, die wegen einer Mondallergie, zu spät auf die Insel kommt, man sieht es ist doch kompliziert und handelt von hundersten und tausendsten, nicht verstanden wird.

Der Professor muß schlichten und er kennt beim Lesen keinen Unterschied, auch die Eselsohren können das Gelesene vom Ungelesen genausogut, wie ein Lesezeichen makieren und Sanja mag Bücher, aber dafür keine Mantzen, die Sandros Lieblingsspeise sind, weil sie sich davon einmal überfressen hat.

„Wird es einmal keine Bücher mehr geben?“, fragt später, als Sandro und Sanja vielleicht schon verliebt vor ihren Zelten sitzen, Frau Selma  entsetzt den Professor, der wieder zu beruhigen weiß: „Es gibt noch Hoffnung, tatsächlich und in der Tat, die gibt es“ und dann sind da noch, was ich jetzt fast vergessen hätte, die „Stachelballons“, die Sanja und die anderen durch ihre Abenteuer führen und hunderttausend anderes, sowie die schönen Illustrationen von Alexandra Bolzer und einen Trailer, der das Entstehen des schönen Bilderbuches für Erwachsene oder Kunstbuch für Kinder, auch da muß man sich nicht streiten oder kann den Gefühlsprofessor zur Vermittlung holen, ganz genau erklärt, dem ich  viele große, kleine, gescheite, naive oder was auch immer Leser und Leserinnen wünsche.

2015-02-13

Dreizehn Jahre Texte und Tee

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:54

Anni Bürkl kenne ich, glaube ich, seit 2005, da hatte ich ein Portrait in der Zeitschrift „Autorensolidarität“ der IG-Autoren, daraufhin hat sie mir gemailt, daß sie mich kennenlernen will. Wir haben uns dann bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ getroffen.

Ich habe seither ihren Blog „Texte und Tee“, den sie sehr engagiert, wahrscheinlich auch seit 2002 betreibt und einige Male den Stil und die Adresse gewechselt hat, intensiv verfolgt und 2008  selber zu bloggen angefangen.

Als ihr erstes Buch „Arbeitslos“ erschien, gab es  einen Konflikt, weil ich es mit ihr tauschen und nicht kaufen wollte,  ich habe sie aber  zu der zweiten Frauenlesung eingeladen, die in Vorarlberg auf Vermittlung von Erika Kronabitter stattgefunden hat und dann einige Zeit nichts mehr von ihr gehört, nur auf ihren Blog von ihren Schreibseminaren gelesen, die sie damals in verschiedenen VHS gehalten hat. Inzwischen hat sie eine „Akademie“, hat den „Schreibsalon“ gegründet und eine Reihe von Seminaren und Online-Kurse, die man auf ihrer Homepage buchen kann.

Als ich dann schon bloggte, hat sie ein Gewinnspiel ausgeschrieben, wo man einen Krimi von ihr gewinnen konnte, eine Wunschgeschichte, die sie für einen schrieb und mir etwas von einem roten Bezirksvorsteher gewünscht, dann gab es wieder eine Zeitlang Kontakt und sie hat mir öfter  sehr konstruktiv kommentiert.

Dann erschien ihr erster „Gmeiner-Krimi“ „Schwarztee“, da war ich bei der Präsentation und beim zweiten gab es dann eine große Diskussion über das Äußern seiner Meinung.

Inzwischen gibt es den fünften Berenike Krimi  „Schweigegold“  und über ihre Schreibseminare habe ich  immer wieder Berichte gehört und auch einige der Teilnehmerinnen kennengelernt.

Nina Dreist und Louisa Rabenschwarz, weil sich die auch am „Nanowrimo“ beteiligen und den hat Anna Bürkl 2013 ja irgendwie begleitet und Tips gegeben.  Klaudia Zotzmann Koch, deren Blog ich ebenfalls sehr lang verfolge und die inzwischen schon einen Krimi veröffentlicht hat, war auch dabei und ist auch in der Anthologie, die am Freitag den 13. im Cafe Benno, das ist das, wo ich einmal den verunglückten Vortrag im Klub der logischen Denker hielt, vorgestellt wurde, dabei.

„Auf der Sonnenseite des Schreibens“ heißt sie. Anni Bürkl hat das Thema vorgegeben, Klaudia Zotzmann-Koch  das Layout gestaltet und sieben Autoren sind in dem Band enthalten, von denen sechs gelesen haben.

Als erstes hat der 1968 geborene  Paul Decrins von einem gelben Zwerg und einer Wissenschaftlerin gelesen, die eine große Entdeckung machte, dann folgte die 1961 geborene Stil und Imageberaterin Nina Dreist, deren Blog ichebenfalls seit einiger Zeit verfolge.

Sie las ein Stück aus einer Erzählung von einem Mann der eines Morgens mit einer falschen E-Card in einer Ordination auftaucht und sich patout nicht erinnern kann, wie er zu ihr gekommen ist.

Die Inhaberin der E-Card heißt Anna Maria König und so nennt sich die Geschichte auch „Die Sonnenkönigin“.

Die dritte Autorin hieß Brigitte Lüth, hatte einen Text aus den Schweizer Bergen und war mir bisher ebenso unbekannt, wie Uschi Mandl, die wenn ich es richtig verstanden habe, sich als Vorleserin für ihre Freundin Denise, die sich nicht zu lesen traut, vorstellte und einen sehr witzigen Text über das Schreiben brachte.

„Es ist Mai, noch vier Monate Zeit bis zur Abgabe, uje schon August und meine Seiten sind schlecht“, wie das mit der Sonne zusammenhing, habe ich nicht ganz mitbekommen, denn die meisten haben nur sehr kurz gelesen, an der spannensten Stelle unterbrochen und „Ätsch, Atsch“ gesagt, „wenn Sie weiterhören wollen, müßen Sie das Buch kaufen!“

Louisa Rabenschwarz, hatte Zahnschmerzen, so daß ich sie nicht kennenlernen konnte, obwohl ich mit ihr auch schon Blogkontakt hatte und während des „Nanowrimos“ meine Statistik immer mit ihr vergleiche.

Dann kam noch ein Mann mit einer Geschichte über eine betrogene Ehefrau namens Ludwig Sass, man sieht, die Geschichte des Schreibens ist weiblich und am Schluß Klaudia Zotzmann-Koch mit Protagonisten aus ihrem „Mord und Schokolade-Krimi“,  diesmal ist es um Tarotkarten und um ein Messer, das in einem Frauenkörper steckt gegangen.

Am Schluß wurde auf den Büchertisch verwiesen und der Schreibsalon, bzw. die Anthologie weitergefeiert und ich bin am Heimweg beim Cafe Anno vorbeigegangen, wo ich auch schon einmal bei einer Präsentation einer „Texthobelwerkstatt“ war und Thomas Wollinger, der diese Schreibwerkstatt eine Zeitlang leitete und auf dessen Blog ich auch viel kommentierte, habe ich ebenfalls durch Anni Bürkl kennengelernt, von der ich inzwischen  „Die Spionin von Wien“ einen ihrer historischen Krimis gefunden habe und bei Klaudia Zotzmanns Gewinnspielen, das sollte ich vielleicht auch noch erwähnen, habe ich schon zwei Bücher gewonnen, leider nicht das ihre,  daraus hat sie bei dem „Krimifestival“ im Schauspielhaus vorigen April Jahr gelesen, da wurde auch ihre Handtasche gestohlen, was sogar in der Zeitung stand.

Am Schluß der Veranstaltung wünschte Anni Bürkl einen schönen Heimweg und riet aufzupassen, daß man nicht hinter einer schwarzen Katze laufen würde und da habe ich ja auch einmal eine Geschichte über den „Freitag den dreizehnten“ geschrieben, mit der ich sogar den dritten Platz beim „Amadeus-Hörspielwettgewerb“ gewonnen habe und zu einer eigenen Lesung, wo die Schreibgruppe präsentiert wird, in der ich zwei Jahre gelegentlich mit Robert Eglhofer, Ruth Aspöck, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Doris Kloimstein, Peter Czak und einigen anderen geschrieben habe, kann ich auch noch sehr herzlich einladen.

Literaturquiz

Filed under: Uncategorized — jancak @ 14:21

Ich bin ja bekannterwase ein Bücherfan, aber auch ein solcher für Fragen rund um diese und da es heute mit der Fahrt nach Brunn am Gebirge doch nichts wird, es Fasching ist und  der Bücherstapel der 2015 zu mir gekommenen Bücher, die ich so bald nicht lesen werde,  ist inzwischen auch schon angewachsen.

Der ein Buch pro Woche Vorsatz ist wieder nicht ganz zu halten. Und wenn es so viele schöne interessante Bücher gibt, ist mir irgendwann die Idee gekommen, meine Schreibrecherchen bzw. Writerretreats auch dazu zu nützen, die Bücher in die Hand zu nehmen, nachzudenken was ich schon darüber weiß, bzw. eine Frage zu stellen, auf deren Beantwortung ich mich freuen kann, wenn sie lesen werde.

Die Kommentierfrequenz und die Reaktion auf Gewinnspiele ist auf meinen Blog erfahrungsgemäß nicht sehr groß, sollte aber doch einer oder eine auf die Idee kommen, mir die Fragen, eine oder auch mehrere zu beantworten, kann ich für die ersten drei die das tun, je ein Buch aus meinem Sortiment, so weit noch nicht vergriffen, nach freier Wahl zur Verfügung stellen.

Nun denn, ich trinke einen Schluck Kaffee, Faschingskrapfen muß ich mir erst kaufen und greife nach dem ersten Buch.

„Der Alptraum- Wiener Dramuelette“ von Gemma Salem, die ich erst vor kurzem in der „Alten Schmiede“ hörte und das ich von Gerald Grassl bekommen habe.

Um was es in dem Buch geht, weiß ich noch nicht, aber es gibt noch andere Bücher von ihr, die von berühmten Männern, Komponisten oder Dichter handeln. Wie heißen sie, wäre hier die Frage?

Rudolf Henz „Dennochbründer“, ein kleines dünnes Styria-Bändchen, Rudolf Henz ist, glaube ich, ein nicht so ganz unumstrittener Nachkriegsdichter und hat in den Fünzigerjahren die Literatur des österreichischen Rundfunk betreut. Ich habe, glaube ich, noch einige anderer seiner Bücher, auf meiner Leseliste. Wie heißen sie?

Ina Seidl „Aus den schewarzen Wachstuchheften – unveröffentlichte Texte“, bei DVA erschienen, das klingt interessant, da wäre meine Frage nach ihren Lebensdaten?

Das „Wunschkind“ von ihr, steht, glaube ich, auch auf meiner Liste.

„Die Standarte“ Roman von Lenet-Holenia, habe ich auch in diesem Jahr gefunden, da würde ich gerne wissen, bzw. steht es auf dem Klappentext, wie Carl Zuckmayer den Dichter nannte?

John Green „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“,  ist ein Buch, auf das ich durch „Buzzaldrins-Blog“ aufmerksam wurde, da würde ich gerne wissen, wo es erschienen ist?

Jetzt kommt ein Buch, bzw. ein kleines oranges Heftchen von C.W. Bauer aus der „Morawa-Abverkauf-Kiste“. Da habe ich auch 2013 zwei seiner Bücher bei einem Flohmarkt gekauft und gelesen. Wie heißen sie?

Die nächste Frage ist leicht, wenn man meine Blogartikeln liest, da geht es um ein Buch aus der „Fröhlichen Wohnzimmer-Edition“- „Mein Leben mit zwanzig“ heißt, es und hat am Cover ein kleines Pickerl „Alles Liebe von Ruth“ steht darauf. Wer sich am letzten Samstag aber nicht so genau eingelesen hat, kann mir auf die Frage antworten, wer das „Fröhliche Wohnzimmer“ ist?

Das nächste Buch ist wahrscheinlich sehr theoretisch und schwer zu lesen. Roger Caillois „Die Schrift der Steine“ aus dem „Droschl-Verlag“, das ist aber jetzt auch ein anderes Buch erschienen, das ich gestern bei meiner Romanrecherche beim „Morava“ in der Hand gehalten habe und das, wie ich dem ORF entnahm, bei der „Biennale“ zur Verfilmung vorgeschlagen wurde. Die Autorin hat, glaube ich, auch beim  letzten „Bachmannpreis“ daraus gelesen und den Publikumspreis gewonnen. Wie heißen Autorin und Buch?

Von Karin Ivancsics habe ich mir jetzt die „Restplatzböre“ bei „Morawa“ gekauft. Vor einigen Jahren lage aber schon ein anderes Ivancsics-Büchlein in der Abverkaufskiste und als ich das der Autron erzählte, bzw. bloggte, daß ich gerne ein anderes ihrer Bücher, bei „Ritter“ erschienen, lesen würde, hat sie es mir geschickt. Wie heißt es? Es steht auf meiner 2015 Leseliste und scheint etwas mit Blumen zu tun zu haben.

Von Katharine Mansfield habe ich ein Büchlein gekauft, das mit der Liebe, Briefen und Tagebüchern zu tun hat und daher recht gut zum morgigen Valentinstag passt.

„Über die Liebe“ heißt es und wann und wo wurde die Autorin geboren?

„Literatur im Museum“ ist eine Anthologie, die bei „Limbus“ erschienen ist und die von einer Lesereihe handelt, die es in einem berühmten „Museum der Gegenwart“, das in Niederösterreich zu finden ist, zu geben scheint. Gabriele Petricek, Linda Stift, Thomas Stangl, Johannes Gelich haben unter anderen Texte drinnen. Wie heißt das Museum?

Das nächste Buch ist der Roman  des Schweizer Autors Matthias Zschokke „Der Mann mit zwei Ohren“ auch ein Kauf von „Morawa“ um zwei oder drei Euro. Da habe ich vor kurzem noch ein anderes Buch gefunden, das mit einem „Huhn“ zu tun haben dürfte. Wie heißt es?

Das nächste Buch habe ich, glaube ich, im Schrank gefunden, es heißt Lea von Pascal Mercier, am Cover sieht man eine Geige und der Biografie entnehme ich, daß der mir unbekannte Autor noch einen anderen Roman geschrieben hat, der von einem Zug und einer europäischen Stadt handelt und der, glaube ich, auch verfilmt wurde. Wie heißt er?

Jetzt kommt ein Romanerstling von Linda Stift und eine vielleicht schwere Frage, die sich aber auflösen läßt, wenn man den entsprechenden Blogartikel liest, denn da gab es ja einmal eine „Alte Schmiede- Veranstaltung“, wo Linda Stifts andere Bücher vorgestellt wurden und ich weiß jetzt nicht genau, was ich fragen soll? Warum Linda Stift zu der Veranstaltung zu spät gekommen ist, wer moderierte oder wie die zwei anderen Bücher heißen, von denen ich selber gar nicht so genau weiß, welches ich am liebsten lesen möchte. Wahrscheinlich doch das Mittlere. Wie heißt es also?

Dann habe ich mir vorige Woche ausnahmweise einmal bei „Frick“ ein Buch gekauft, nämlich Thomas Hettche „Der Fall Arbogast“. „Der beste Krimi seit Dürenmatt“, schrieb darüber „Literaturen“. Ich darf also gespannt sein und möchte gerne wissen, mit welchen Buch Thomas Hettche auf der letzten deutschen Buchpreisliste stand?

Von Katharina Hacker habe ich bei „Morawa“ bei dem großen Taschenbuchabverkauf, zu dem ich am Donnerstag, als es in der „Alten Schmiede“ Literatur als Radiokunst“ gegeben hat, zurechtgekommen bin, „Die Erdbeeren von Antons Mutter“ gefunden. Um das Buch gab es, glaube ich, auch einen Skandal und einen Verlagswechsel.

Ich möchte aber wissen, wie das Buch heißt, mit dem die Autorin den dBp gewonnen hat? Ich habe es gelesen und besprochen.

Von Herbert Rosendorfer lag „Eichkatzelried“ in der „Taschenbuchabverkaufs-Ein-Euro-Kiste“, da habe ich zweitaudendvierzehn eine spannende Satire des Autors gelesen, von der ich der Beschreibung entnehme, daß er damit bekannt geworden ist. Wie heißen die Briefe?

„Der Maulkorb“ von Heinrich Spoerl, humoristischer satirischer Roman, ist das nächste Buch, das ich gefunden habe. Einen Autor, den ich durch meine Großmutter kenne, denn sie hat mir ein Buch von ihm vererbt oder geschenkt, das im Titel etwas mit „Engeln“ zu tun hat. Wie heißt es? Um ein gestohlenes Leintuch, das Verwirrung auslöst, geht es dabei, glaube ich, auch.

Jetzt kommt ein Klassiker aus dem „Bücherschrank“, den ich schon lange lesen hätte sollen, nämlich Dimitre Dives „Engelszungen“ mit denen er berühmt geworden ist. Jetzt die Frage, wie heißt die Frau in deren Schreibwerkstatt, Edition oder Literaturpreis, der bulgarische Autor entdeckt wurde.

Peter Nadas „Ohne Pause“ auch aus der „Morawa-Abverkaufskiste“, war für mich beim näheren Hinsehen ein Enttäuschung? Weiß wer vielleicht warum? Eine kleine Hilfestellung, weil es sich dabei um eine Literaturgattung handelt, die ich an sich nicht so gerne lese, um welche?

Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“ hat es auch um einen Euro in der Abverkaufskiste gegeben, da kann ich mich noch genau erinnern, daß ich 2009, als ich am „Haus“ schrieb zu „Thalia“ auf die Mariahilferstraße ging und mir das Buch ansah, weil es ein ähnliches Thema, Sujet etc, zu behandeln schien. Was ist das gemeinsame, was nur auf dem allerersten Blick so ist, weil es  ja um etwas ganz anderes geht?

Den „Blues Gustl“ hat mir am Montag  bei den „Wilden Worten“ im Amerlinghaus sein Autor geschenkt. Warum? Steht in dem Beitrag.

Letzte Diagnose ist ein Roman von Arthur Hailey aus dem „Ullstein-Verlag“ Und über „Ullstein“ haben zwqei Autoren Romane geschrieben. Bei einem war ich im letzten Winter im Literaturhaus. Wer hat den anderen „Ullstein-Roman“ geschrieben?

Das nächste Buch aus der „Morawa-TB-Kiste“, da habe ich wirklich reichlich zugeschlagen, hat einen bärtigen Mann mit runder Brille und Jeansanzug am Cover „Der große Bär und seine Gestirne“ heißt es. Freunde und Weggefährten grüßen..?

Wem das würde ich gerne wissen. Ein paar kleine Hinweise, er trägt einen berühmten Namen, hat unter anderen „Angelas Ashes“ übersetzt und auch vor ein paar Jahren in St. Pölten im Cinema Paradiso gelesen.

Und noch ein Buch lag in der Abverkaufskiste, das mich interessierte, Judith Kuckarts „Die Autorenwitwe“, das sind, wie ich jetzt erst entdeckte, Erzählungen, also ein Genre, was ich auch nicht so sehr liebe, ich sollte beim Bücherkaufen, vielleicht doch genauer schauen. Aber meine Erzählphobie habe ich ohnehin schon ein bißchen aufgegeben. Vielleicht weil 2013 eine große Erzählerin den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat. Wie heißt sie?

Und dann habe ich noch ein kleines Büchlein, das verpackt vorgestern bei „Frick“ lag, als ich in die „Alte Schmiede“ ging.

„Ein Weißbuh“ stand darauf und „Die österreichische Literatur ist keineswegs ein bloßer Wurmfortsatz der deutschen“ und ich war im ersten Moment gar nicht sicher, ob ich da jetzt ein leeres Büchlein zum Hineinschreiben oder eine Atnhologie mit Aufsätzen österreichischer Germanisten kaufte?

Es war das Zweitere und es geht darum unter anderen, wie ich schon gesehen habe, um einen berühmten österreichischen Autor, der an einem zwölften Februar gestorben ist.Ich habe einmal über einen seiner Romane, als ich mit meiner kleinen Tochter nach St. Pölten fuhr, in der Haltestelle Hütteldorf sehr gelacht.

Jetzt ist er mir eigentlich zu negativ. Wie heißt er und weiß wer vielleicht um welchen Roman es dabei geht?

Frei aus dem Gedächtnis zitiert. Es geht dabei um einen Mann der das kunsthistorische Museum besucht und den ganzen Tag darüber nachdenkt, ob er am Abend ins Burgtheater gehen soll? Dann geht er und die Vorstellung war, erraten, eine fürchterliche!

 

Mein kleines Litzeraturquiz war das vielleicht nicht, denn es hat mir Spaß gemacht und jetzt geht es weiter mit dem Recherchieren, bzw. dem Lesen meiner eigenen Bücher und da wäre ja die „Paula Nebel“ als nächstes dran, um mit „Bibliophilin“ weiterzukommen.

Jetzt hätte ich fast auf ein recht großes grünes Huch mit einem roten Stadtsilouette „London würde ich mal schätzen aus dem „S.Fischer-Verlag“, 2008 erschienen „Mit dem Titel „Das sag ich dir“ vergessen.  Der Einfachheit frage ich nach dem Autor, der 1954, als Sohn einer Engländerin und eines Pakistani in London geboren wurde und schon ist es aus und viel Spaß beim Raten und Auflösen wünsche ich natürlich auch.

2015-02-12

Vom Recherchieren zu Sandra Gugic

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:47
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Es war dann gar nicht sicher, ob ich heute meinen Recherchetag machen kann, da ja der Lüfter abzuholen ist und danach muß ich meine Diagnostik eintragen und die Veronika fertigkorrigieren, so daß die Arbeit am neuen Roman warten muß.

Das wird aber erst ab morgen gehen und so konnte ich heute mit  meinen Notizheftchen und einer Wasserflasche aufbrechen und rein in den Recherchetag bezüglich der „Bibliophilin“, die ja inzwischen ihre Bücher austragen statt sammeln wird.

Weil ich dort noch nie war, habe ich beschlossen zum neuen Hauptbahnhof zu gehen und mir den anzusehen und den habe ich dann fast nicht gefunden, weil ich dachte, er wäre dort, wo der Südbahnhof gewesen ist, aber dort ist nur eine Baustelle mit Plakaten, die auf den kommenden Campus hinweisen.

Dann habe ich ihn gefunden und dort gibt es auch Plakate, die darauf hinweise, daß der Hauptbahnhof ein Lebenshof, also ein Ort zum Kommunizieren, Einkaufen, etc, ist, allerdings keiner zum Schlafen oder vielleicht zum Aufwärmen, denn wenn man, wie ein Sandler aussieht, kommt die Polizei und rüttelt einen wach und stellt Strafmandate aus.

Nun gut, das war schon eine schöne Impression für mein zweites kleines Stadtschreiberbuch und die Idee, daß die Yasmit mit dem jungen Integrationsminister in Verbindung tritt und dem vielleicht SMS mit tausendundeiner Nachtgeschichten schickt, habe ich schon gestern gehabt.

Danach ist mir eingefallen, daß ich vielleicht zum Reumannplatz auf der Suche nach den dafür in Frage kommenden Jugendlichen gehen könnte und das war auch sehr interessant und dann das habe ich mir auch vorgenommen, am „Deuticke Verlag“ vorbeizugehen, um mir den mal anzusehen, gab es da kurzem in München bei „Hanser“ einen Bloggertag, wo sogar die Pressesprecherin, die sich einmal über meine Leseliste gewundert hat, von Wien dorthin angereist ist.

Und danach habe ich gedacht muß ich unbedingt in die Blutgasse schauen, denn heute ist ja ein sehr historischer Tag und nicht nur der, wo der Opernball stattfindet und für das andere große Ereignis, das heuer fast an mir vorbeigegangen wäre, war ich in der VHS in der Arthaberplatz und aus dem Reumannhof haben sie ja damals, glaube ich, auch geschossen.

Danach um bezüglich Thekla und Yasmit zu recherchieren setzte ich mich in den „Morawa“ und habe gedacht, nehme ich meine zwei kleinen roten Heftchen, die noch von der „Buch-Wien“ stammen und beim „Morawa“ ein paar Bücher und schreibe mir ein paar Sätze heraus, die die Yasmin, der Selma schicken könnte und da bin ich auf den neuen Houellebecq „Unterwerfung“ gestoßen, der im Jahr 2022 spielt, wo es in Frankreich eine muslimische Regierung gibt und habe mich in zwei Stunden durch das Buch gelesen.

Vor eineinhalb Jahren habe ich das bezüglich „Brüderschaft“ mit Daniel Kehlmanns „F“ in der Buchhandlung Kuppitsch auch einmal gemacht.

Da bleibt nicht wirklich viel vom Inhalt hängen, aber ich habe jetzt ein paar Seite Sätze, die ich dann zwar nicht zitieren werde können, aber eine gute Rechercheidee ist das. glaube ich. gewesen. En paar Skizzen hatte ich mir schon vorher gemacht und ein bißchen mit der „Schneeflockenmethode“ notiert, was und wie ich dann schreiben will.

Zwar nicht alle Schritte, da bin ich eher für das freie Planen, aber jetzt habe ich mal ein Grundgerüst, mit dem ich wahrscheinlich anfangen werde, wenn ich mit „Im Namen des Vaters“ fertig bin und dann erst wieder weiterrecherchieren, wenn ich anstehe und neues Material brauche.

Dann war es schon sechs und ich bin ganz langsam in die „Gesellschaft für Literatur“ gegangen, wo Sandra Gugic ihren Debutroman „Astronauten“ vorstellte und deren literarischen Werdegang habe ich ja sehr intensiv verfolgt.

Schon von dem Tag, wo sie bei der „Edition Exil“ gewonnen hat, dann ihre Aufnahme in den Hochschullehrgang für Sprachkunst, ihre „Alte Schmiede Lesung“ mit Angelika Reitzer, ihre „Kolik-Lesung“ in der Gesellschaft, die Ursula Ebel, die die Veranstaltung einleitete, ebenfalls erwähnte.

Sandra Gugic hat dann auch in Leipzig studiert, 2013 den Open Mike gewonnen, jetzt scheint sie teilweise in Berlin zu leben, hat aber ein Staatsstipendium bekommen und auch eines der Stadt Wien, denn ich habe sie im vorigen Jahr im „MUSA“ gehört.

Die Gesellschaft füllte sich bald mit vielen jungen Leuten, von denen ich vermute, daß auch einige Sprachkunst studieren oder studiert haben und der Roman „Astronauten“ beginnt mit dem Satz „Gott ist ein Astronaut hat mein Vater“ gesagt und handelt von sechs Personen, die einen Sommer in einer nicht genannten Stadt verleben, die zueinander in irgendwelchen Beziehungen stehen, aber alle in der Ich-Perspektive von sich erzählen und offenbar auch so eingehüllt und isoliert, wie die Astronauten sind.

Drei Jugendliche und drei Erwachsene und das Ganze hat drei Teile und verschiedene Kapitel, wie Ursula Ebel einleitete  und dann las Sandra Gugic einige Szenen von drei Personen aus dem ersten Teil.

Dann gabs ein Gespräch, wo es viel um die Entstehung und den Schreibprozeß gegangen ist.

Ich hätte ja auch fast gefragt, wieso das Buch „Astronauten“ heißt? Ursula Ebel hat es für mich getan, bzw. wissen wollen, was der Verlag zu diesem Titel sagte, ob er ihn gleich akzeptiert hätte? Was Sandra Gugic bestätigte, ihre anderen Vorschläge wären bewußt schlechter gewesen, weil sie ihn haben wollte.

Spannend, spannend auch die Frage, warum und ob es wenige Romane mit Jugendlichen Helden gibt, was Arno Geiger offenbar in einem Interview bezüglich seines neuen Romanes behauptete.

Ich glaube aber auch, daß die jungen Autoren sich vermehrt mit jungen Protagonisten beschäftigen und einer aus dem Publikum wollte natürlich wissen, welche der sechs Personen Sandra Gugic sei?

Eine Frage, die ich auch schon öfter hörte und die mich manchmal irritiert. Sandra Gugic antwortete aber sehr gelassen, daß ihr alle Personen gleich lieb seien und, daß in jeder etwas von ihr steckt, weil man ja nur über das, was man kennt und einen beschäftigt, schreiben kann.

2015-02-11

Werkstattgespräch über Sprache und Denken

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:55
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Das gab es heute in der „Alten Schmiede“, beziehungsweise eine „literarische Kreativwerkstatt“ mit Liesl Ujvary und Ann Cotten zum Thema „Analyse, Adaption und Eigensinn“.

Die Tische waren im Schmiedekeller dreieckartig aufgestellt, in der Mitte ein Computer und  Kurt Neumann begann seine Einleitung, daß heute einmal nicht zwei brandneue Neuerscheinungen präsentiert werden sollen, weil für den Autor, das Leben und die Literatur ja zwischen seinen Präsentationsterminen passiert, was auch das Spannendere ist.

Im Programm stand noch etwas von einer Freundschaft zwischen der Älteren, 1939 in Pressburg geborenen und der Jüngeren, 1982 in Iwona und dann ging es los mit jeweils einer kurzen Lesung.

Zuerst habe ich meinen Artikel „Lesung zwischen ich und sie“ nennen wollen, denn Liesl Ujvary hat aus dem „Buch „Das Wort Ich“ gelesen und Ann Cotten folgte  mit einer Lesung über eine „sie“.

Dann gab es das Werkstattgespräch, etwa dreißig Minuten stand im Programm angekündigt und Kurt Neumann erwähnte etwas von Vorgesprächen der Beiden, so hat sich Ann Cotten für Liesl Ujvary eine Menge Fragen ausgedacht, die erste war „Wer ist der wichtigste polnische Neutöner?“ und Liesl Ujvary fragte „In welcher Sprache man Hegel am besten lesen könne?

Dann ging es lost, untermalt mit Musik beziehungsweise bester Radiokunst, das Wort mehr oder weniger leicht entfremdet. mit dem Parcour über die Sprache und das Denken und Ann Cotten wollte von Liesl Ujvary wissen wie sie es mit der Kausalität, der aristoltelischen Ethik“, der Religion, ecetera, etcetera, hält und interessant, daß Liesl Ujvary das meiste negierte.

Sie braucht keine Realismus und auch keinen deutschen Roman, während Ann Cotten zu  glauben meinte, daß sie die Kleinschreibung bei einem solchen nicht ertragen würde.

Ja, richtig, ich war bei einer Lesung von zwei experimentellen Autorinnen, obwohl ich mir bei der Priessnitzpreisträgerin von  2007, da gar nicht so sicher bin, die würde ich eher als sehr originell und authentisch empfinden, aber das experimentelle Autorinen den realistischen Roman nicht gelten lassen, wahrscheinlich weil der,  beziehungsweise seine Feuilletonisten nicht viel vom experimentellen Schreiben halten und in ihren Medien  keinen Platz für sie haben, ist nichts Neues und sollte mich nicht kränken.

Tat es auch nicht, denn ich bin vorher mit meinem schwarzen Moleskino, Ann Cotten hatte glaube ich ein Ähnliches, gesessen und habe den Plot für meinen nächsten realistischen Roman notiert, da habe ich ja jetzt fünf Handlungsstränge und eine Fritzi Jelinek für die ich noch einen Plot brauche, der der Thekla Morgenstern ist ja schon da, die räumt diesmal in ihrer Depression mit der sie eines schönen Morgens erwacht, ihre Bibliothek aus, tritt dabei die fünfzehnjährige Yasmit, die sie bittet ob sie nicht aus jedem ihrer Bücher, die sie täglich liest oder verteilt, einen Satz an die verschwundene Selma smsen könnte, vielleicht kommt sie dann zurück oder wird gefunden und einen jungen Außenminister gegen den Yasmin ins Feld ziehen könnte, gibt es auch.

Trotzdem habe ich Liesl Ujvary bei ihrer These, daß der Realismus nicht gilt, nicht widersprochen, als die Fragen an das Publikum kamen, habe nur angemerkt,  ausgedrückt, daß man da wohl, wenn man anfängt zu diskutieren, nicht fertig werden würde.

Von den anderen kam  kein Protest, obwohl neben Angelika Kaufmann, Hanno Millesi, Brigitta Falkner, Dieter Sperl, Katharina Riese, sogar Barbara Frischmuth, die ja sicher so was wie eine realistische Autorin ist, anwesend waren.

Über Geschmack läßt sich aber nicht streiten, die „Alte Schmiede“ ist auch ein experimenteller Ort, obwohl ich sicher schon mehr als zehn bis fünfzehnmal dort gelesen habe und ich verstehe auch nicht alles was die experimentellen Radiokünstler so schreiben und denken, versuche aber offen zu sein und höre mir, schon, damit ich darüber schreiben kann, sehr viel an.

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