Literaturgefluester

2015-03-09

Rosa Mayreder-Abend

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:47
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Noch eine Veranstaltung zum internationalen Frauentag, obwohl der jetzt ja schon vorbei ist, aber Hilde Schmölzer, die ja 2002 eine „Rosa Mayreder Biografie“ geschrieben hat, ist mit drei anderen Frauen, Judith Gruber-Rizy, Christa Nebenführ und Angelika Raubek wieder im Festsaal der Bezirksvorstehung Wieden aufgetreten und hat uns wieder das Werkt der von 1858-1935 Wiener Frauenrechtlerin nahegebracht.

Das heißt, bei mir brauchte sie das nicht mehr so sehr, habe ich ja ihr Buch gelesen und als wir uns 2001 oder so einmal im Sommerhäuschen der Hilde Langthaler, von der ich heute hörte, daß sie gerade eine Operation hinter sich gebracht hatte, in der Donaustadt waren, hat sie uns davon erzählt und laut Mayreder nicht Mayröcker ausgerufen, als ob es da was zu verwechseln gänge.

Das Buch hat sie mir dann wohl einmal zum Geburtstag gebracht und als ich schon bloggte war einmal ein Mayreder Abend in der Wien-Bibliothek in der Bartensteingasse, die Hilde Schmölzer war da und der Mandelbaumverleger und auf meinen Bericht hat sich sogar die Nachlaßverwalterin gemeldet.

Rosa Mayreder die Gründerin des ersten österreichischen Frauenvereins, die für eine Hugo Wolf Oper ein Drehbuch schrieb, ist sicherlich eine interessante Frau und sie hat mit ihrem Mann Karl in der Wieden in der Schönburgstraße gewohnt, wie die Vertreterin vom Bezirksamt in der Einleitung erwähnte. Aufgewachsen ist sie aber in einem Haus in der Landskrongasse und ihre jugenderinnerungen hat, glaube ich Käthe Braun-Prager in dem gleichnahmigen Buch herausgegeben.

Daraus wurden Auszüge gelesen, die schlechten hygienischen Bedingungen damals wurden da beschrieben, wenn man baden wollte, kam ein Badewagen mit Fäßern mit heißem und kalten Wasser und einer Badewanne und im Sommer ist die Familie aufs Land gezogen und hat da den Kindern ein Stückchen Garten zur Bearbeitung überlassen, die kleine Rosa hat sich aber nicht dafür interessiert, sondern hat sich in eine heiße Dachkammer zu ihren Büchern zurückgezogen und  sich da wohl ihre Bildung im „Schweiße ihres Angesichtes“ angelesen.

Der Vater war ein Patriachat und die Tochter litt darunter so oft zu hören, daß sich für ein Mädchen das und jenes nicht schickt und daß es schade wäre, daß sie ein solches ist, denn als Junge stünden ihr wohl andere Bildungsmöglichkeiten offen.

Mit dreiundzwanzig hat sie den KarlMayreder geheiratet und mit fünfundvierzig ist sie eine platonische Beziehung eingegangen.

Mit Rudolf Steiner und Hugo Wolf war sie befreundet und mit Auguste Fickert, hat sie den ersten Frauenverein gegründet.

Zuerst hat sie gemalt, dann Romane geschrieben, aus einigen gab es Kostproben in einem „Pipin – ein Sommererlebnis“ setzt sie sich mit Pipin über die Ehe auseinander und ist natürlich sehr dagegen, gegen diese Sklaverei.

Es wurden auch Ausschnitte aus Hilde Schmölzers Buch gelesen und aus den später erfolgten theoretischen Schriften.

Der Gatte Karl bekam eine psychische Krise und zum siebzigsten Geburtstag gab es eine Ehre mit einer Ehrenschrift, die von vielen berühmten Persönlichkeiten, wie Stefan Zweig etc, mitgeschrieben wurde.

Den Naziterror hat sie nicht mehr erlebt, ist sie doch schon im Jänner 1938 gestorben, ihr Nachlaß wurde aber wie Hilde Schmölzer erwähnte, schon unter Hakenkreuz im Dorotheum versteigert und der letzte fünfhundert Schillingschein zierte ihr Konterfei, das hätte sie sicherlich gefreut, schloß Hilde Schmölzer die Lesung, nachher gab es statt den sonst im Amtshaus üblichen Oliven, topfenkuchen zum Wein und Gespräche, Elfriede Haslehner war da und eingie andere Damen, die ich vom Sehen kannte.

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