Literaturgefluester

2015-03-15

The very best of song contest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:58
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Die nur Literaten unter meiner Leserschaft werden sich jetzt vielleicht ein wenig wundern und, wie ich nicht sehr viel Ahnung von dieser großen europäischen Gesangsveranstaltung haben, die seit 1956 immer im Mai in europäischen Städten  stattfindet und vielleicht gerade wissen, daß dort Udo Jürgens, der ja Ende des letzten Jahres gestorben ist, 1966 mit „Merci Cherie“ gewonnen hat und voriges Jahr Conchita Wurst mit „Rise like a Phoenix“.

Da kann ich mich erinnern, daß ich an diesen Samstag mit der Iris in einem afrikanischen Lokal mit ihren Freunden und der Familie essen war und da kam dann zur Sprache, daß ein Mann mit einem Bart, der wie eine Frau aussieht, um das einmal so naiv zu formulieren, wahrscheinlich gewinnen wird.

Und ehrlich, vorher hatte ich noch nicht sehr viel von Chonchita Wurst gehört und auch nicht wirklich, daß am Abend der Song Contest in Kopenhagen stattfindet, denn ich interessiere mich ja hauptsächlich für Literatur und die E-Kunst rundherum.

Aber das Land, das gewinnt, darf im nächsten Jahr den Song Contest ausrichten, das wird dann in der Stadthalle sein und, daß Österreich dafür schon seit Monaten rüstet und das Geld, das es dafür braucht an anderen Stellen einspart, habe ich schon gehört.

Dann gibt es ja den „Holzbaum-Verlag“, der hat mich vor einigen Jahren, fast zeitgleich mit Frau Führer, die damals die Werbung für den oberösterreichischen „Kehrwasser-Verlag“ machte und inzwischen die  Pressearbeit für den Hauptverband des Buchhandels abgab, gefunden und bietet mir seitdem seine Publikationen an.

So daß sich eine so humorlose Person, wie ich in der Satire üben kann und jetzt gerade rechtzeitg zum Songcontest oder ein paar Monate früher, ist das „Very best of Song Contest““ gestaltet von Werner Vogel, dessen Ehrfahrungen als Deutschlehrer ich im vorigen Jahr lesen konnte, Bernhard Tscherne und Feri Janoska mit großen Erwartungen erschienen, gehen sie doch davon aus, daß das Buch, wenn dann am 23. Mai sechszehntausend Leute in der Stadthalle sitzen und an den Fernehgeräten weltweit 2000 Millionen den sechzigsten Eurovision Song Contest verfolgen werden, ein Promille davon, also ungefähr 200 000 Personen, das Buch sicherlich gelesen haben werden“.

Um dieses Ziel zu unterstützen, blättere ich mich also wieder durch das Buch, das ich vorher in der Badewanne an zwei Morgen gelesen habe, was für ein so komplexes Büchlein schlecht ist, weil man dann endlos herumblättert, um nachzuschauen, wo das Datum der Übertragung steht und, wo die Zahl der erwarteten Käufer, etc, obwohl ich mir ja ohnehin immer vorsorglich alles anstreiche.

Es beginnt mit „Zahlen, Fakten, Sensationen“ und da fährt man, daß der Song Contest, in dem Buch kurz ESC genannt, nach dem Vorbild des „Festival della canzone italiana“ entstanden ist.

Es gibt ein paar Regeln, was die dort auftretenden Sänger alles sein und tuen müßen, also mindestens sechzehn Jahre, es dürfen auch nicht mehr als sechs Personen auf die Bühne und und das stimmt, glaube ich, bezüglich des letzten Siegers/ Siegerin nicht so ganz „Die Lieder dürfen keine politische Botschaft haben“, wird Conchita Wurst doch von Alf Poier, der 2003 in Riga angetreten ist „mittlerweile mehr als singender Europapolitiker als ein Künstler“ gesehen. Und Hans Krankl, der als Song Contest Fan auch interviewt wird, hält  die „James Bond Nummer für  ein Symbol für Toleranz und Menschlichkeit und daher in Ordnung!“

Österreich hat also zweimal gewonnen, war aber mehrmals am letzten Platz und Udo Jürgen, von dem es leider kein Interview in dem Buch, gibt, er ist nur am Cover zu sehen, obwohl die Interviews teilweise schon im Herbst geführt wurden, ist drei oder viermal angetreten.

1966 gab es, wie erwähnt mit „Merci Cherie“ den ersten Platz, den vierten gab es 1965 mit „Sag ihr, ich lass sie grüßen“ und 1964 mit „Waum nur, warum“ noch den sechsten.

Alf Poier kam  2003 mit „Weil der Mensch zählt“, ein Wahlslogan, den er der SPÖ abgekupfert hat, ebenfalls auf den Sechsten und dann gibt es noch Waterloo und Robinson, 1972, Platz 5., Liane Augustin „Die ganze Welt braucht Liebe“, ebenfalls Platz fünf, 1958 und und und…

Deutschland ist laut der Statistik am öftesten angetreten und hat Udo Jürgens nie unterstützt und eine Aufzählung der blödesten Songtiteln gibt es auch.

Kleine Auswahl gefällig „Käsekuchen“, „Wenn die Musik stirbt“ „Ooh, aah… nur ein bisschen“, „Miss Kiss Kiss Bang“, etc.

Genauer nachlesen läßt es sich auf den Seiten 51-52 und die Quizz -Liebhaber kommen auch auf ihre Kosten.

„Was schätzen Sie? Welche Farbe der Kleidung schmückte am häufigsten den Sieger/ die Siegerin des ESC? Weiß, Gold, rot oder Keine? Die Antwort auf diese bohrende Frage finden Sie auf der Seite 122“

Also blättern wir uns bis dahin weiter durch. Jetzt kommt das Bild mit dem Udo am Klavier, der war der einzige der ein solches benutzte und einer der wenigen, die sitzend sangen. Conchita Wurst mit der schwarzen wehenden Haarmähne steht daneben und eine Frau mit der Gitarre sitzt auf der anderen Seite. Wie heißt sie bloß? Vielleicht sollte ich für die Beantwortung dieser Frage ein Buch aus meiner Kollektion vergeben?

„Pleiten, Pannen, Peinlichkeiten“ gibt es natürlich auch. So mußte die Schwedin Lotta Engberg den Titel ihres Songs umbenennen, weil ein Markenname, in diesem Fall „Coca Cola“, beim Contest nicht erwähnt werden darf.

Und wenn wir uns durch die „Star-Galerie“ durchblättern, sehen wir „ABBA“ aus einer Sardinendose blinzeln, die traten Anfang der Siebzigerjahren öffentlich unter dem Bandamen „Engaged Couples“ in Clubs und Bars aufs.

Dann kommen Zeitungsausschnitte, auf der Pin Wand aufgepickt, wie „Udo Jürgens schwärmt: Würdige Nachfolgerin“, aus der Kronen Zeitung vom 12. 5. 1914, oder „Jetzt hat uns die den Schas gewonnen – Andi Knoll kommentiert den Sieg von Conchita Wurst in Anlehnung an Nadine Bellers Freudentaumel 2011″und was man nicht vergessen sollte für den 19. 21 und 23 Mai einzukaufen, wird auch noch angegegen. „20 Liter Cola, 3 Flaschen Bacardi, 10 Packerl Chips und Taschentücher“ werden da empfohlen.

Dann kommen die Interviews mit den „ESClern, etwa mit Richard Oesterreicher, den 1932 geborenen Jazzmusiker, Dirigenten und Komponisten der von 1978  bis 19991 zwölfmal Dirigent der österreichischen Beiträge war und mit dem Dirigierstaberl in seinem Garten abgebildet ist.

Tini Kainrath wurde interviewt, sie nahm 2000 mit den Rounder Girls teil und präsentiert auf dem Foto eine Fantasche, die sie von dort noch gefunden hat.

Alf Poier präsentiert sein rotes T- Shirt, einen schwarzen Hut und ein schwarzes Leiberl hat er dabei an und nennt den Song Contest ein „überflüssiges Massenphänomen“ und Daria Kinzer, 1988 in Aschaffenburg geboren, die inzwischen eine Doktorarbeit über alternative Finanzierungsmöglichkeiten des Eurovison Song Contest schreibt, ist 2011 für Kroatien in Düsseldorf angetreten und wünscht sich das auch einmal für Österreich zu tun.

Gary Lux wird interviewt, der war oftmals als Backgroundsänger vertreten und ist einmal mit einem Lied angetreten, das ihm unterjubelt wurde, ein „Erzherzog Johann Jodler“, obwohl das eigene besser war.

Dann kommt Hans Krankl als Song Contest Fan, der jetzt auch selber singt, aber nicht antreten möchte, weil  er als 1953 geborener schon zu alt dafür ist und auch „mit der Art von Musik, die er mag, dort nicht anzukommen glaubt“.

Der ORF Mitarbeiter Andi Knoll, der seit 1999 für Österreich kommentiert und die in Phyra bei St. Pölten geborene Sängerin Monika Ballwein, die Conchita Wurst coachte, werden auch interviewt. Sie zeigen alle ein Symbon von den jeweiligen Contests auf dem Foto und dürfen ihren Wunsch für 2015 handschriftlich aufschreiben.

Richtig, die „Olsen Brother“ wurden in Kopenhagen auch noch interviewt.

Udo Jürgen fehlt, aber Conchita hat, obwohl jetzt wohl wenig Zeit, per Mail ihr Statement abgegeben und handschriftlich dazugeschrieben „alle mögen es genießen, ich tus, conchita“

Ihr Geburtstag ist der 6. November 1988, der Geburtsort Gmunden, Thomas Bernhard wird das vielleicht freuen oder nicht, der bürgerliche Name wurde leider nicht dazugeschrieben, ich müßte googlen, bin aber zu faul dazu, Moniika Ballwein, hat aber, glaube ich, den Vornamen in ihrem Interview erwähnt.

Einen Blick nach vorn gibt es  auch, da sollte 2046 Ralph Siegel es zum fünfundfünfzigsten Mal probieren und 2078 der österreichische Diktator Frank IV, den Song Contest nach Wien verlegt haben und permanent austragen lassen und 2459 tritt  ein geklonter weißer Elefant namens Juma trompetend und als Elefantin verkleidet auf.

Mal sehen, ob wir das noch erleben? Den 23. Mai 2015 werden wir wahrscheinlich und wer sich bis dahin ein bißchen satirisch bilden lassen will, dem kann ich den „Very best of Song contest“ wirklich nur empfehlen.

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2 Kommentare »

  1. … entsetzlich viele Grammatik- und Satzzeichenfehler. Das Wort Literatur hat in diesem Blog wahrlich nichts verloren. Ich würde mal Nachhilfe in Deutsch nehmen!

    Kommentar von Jan-Ulrich Haering — 2015-03-16 @ 20:12 | Antwort

  2. Mag sein, ich heiße Sie trotzdem ersteinmal auf meinen Blog willkommen und freue mich über Ihren Besuch!
    Den Rat Nachhilfe in höflichen Feedback zu nehmen, gebe ich nicht, sondern frage, ob Sie einmal bei der GV der IG Autoren waren?
    Da höre ich immer, daß jeder so schreiben soll, wie er oder sie es möchte und das meint die Psychologin in mir angesichts der zwanzig Prozentrate des sekundären Analphabetismus, den unsere Schulen erzeugen oder zulassen, etc, auch.
    Daß meine Rechtschreibung und Grammatik nicht hundert Prozent perfekt ist, höre ich immer wieder, es werden auch einige Flüchtigkeitsfehler dabei sein.
    Was soll es?, denkt sich da meistens die Psycholoin angesichts der strengen Kritikermeinungen, der Weg ist das Ziel und der Versuch zählt!
    Wem die Beistriche nicht stimmen, muß meinen Blog ja nicht lesen und kann sich auf das Perfektere beschränken.
    Ob er etwas mit Literatur zu tun hat, kann ich wahrscheinlich nicht so ganz beurteilen oder doch natürlich, schreibe ich ja über mein Schreiben und den Literaturbetrieb, so gut ich es kann und ich gebe es zu, auch möglichst ökonomisch, da ja auch anderes in meinem Leben wichtig ist! So bin ich gerade aus Leipzig zurückgekommen und will darüber berichten, also bitte ich um Geduld!
    Wenn es Sie interessiert, dann überlesen Sie die Rechtschreibfehler! Zu meinem Deutsch stehe ich inzwischen! Ganz leicht ist mir das nicht gefallen, wie Sie auch auf meinen Blog nachlesen können! Inzwischen denke ich aber, so arg kann es nicht sein und ein bißchen Qualität bringe ich wahrscheinlich schon zusammen!

    Kommentar von jancak — 2015-03-16 @ 20:22 | Antwort


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