Literaturgefluester

2015-03-19

50 Jahre Dokumentationsstelle für neue österreichische Literatur

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:37

Im Literaturhaus gab es wieder ein großes Fest, nämlich „Fünfzig Jahre Dokumentationsstelle für neue Literatur“ wurde gefeiert, die 1965 von Viktor Suchy in der Gumpendorferstraße eingerichtet wurde.

Da habe ich gleich eine Erinnerung, nämlich eine Broschüre aus dem Jahr 1973 oder so, von Victor Suchy herausgegegeben, über die „Neue österreichische Literatur nach 1945“, die irgendwie in den Bücherkasten meines Vaters gekommen ist und die ich schon sehr früh von dort herausgenommen habe.

In die Gumpendorferstraße, wo die Dokumentationsstelle, sowie die IG Autoren, bis 1991, bis aus dem Dramatischen Zentrum in der Zieglergasse das Literaturhaus wurde, bin ich einige Male gegangen, ich glaube, ich habe mir von Gerhard Ruiss, den Vertrag zu unserem „Stotterer-Buch“, das, wie ich heute beim klinischen Mittag hörte, jetzt „Redeflußstörung“ heißen müßte, durchsehen lassen und zu den ersten IG-GVS bin ich noch in die Annagasse gegangen, die dort in irgendeinem Presseclub stattfanden.

Dann kam das Jahr 1991 und das „Gleichenfest“, ich bin, glaube ich, mit dem Franz von Harland nach Wien gefahren, weil sich der Alfred weigerte, das „SPÖ-Wahlfest“ zu besuchen, obwohl es das gar nicht war, trotzdem die damalige Unterrichtsministerin Hilde Havlicek mit Jack Unterweger, der offenbar gerade entlassen worden war, tanzte.

Dann war ich, glaube ich, noch einmal bei einem Literaturhausfest, da sind wir von Wien nach Harland gependelt, meine Geldbörse wurde mir gestohlen und der Artikel mit meinem Portrait in der Zeitschrift „Buchkultur“ ist auch gerade erschienen.

Die habe ich mir, glaube ich, am Westbahnhof gekauft und Marie Therese Kerschbaumer, die das Interview schon gelesen hatte, hat mich darauf angesprochen.

Heute war sie bei dem großen Fest nicht da und ich bin seither öfter bei anderen Festen gewesen, an eines mit Gert Jonke kann ich mich erinnern und an das wo Heinz Lunzer, der erste Literaturhausleiter in Pension gegangen ist, Robert Huez ist ihm gefolgt und ich habe von 2003 bis 2oo9 den „Tag der Freiheit des Wortes“ dort organisiert, die erste Frauenlesung und eine Lesung eigener Texte der Frauengruppe des ersten Wiener Lesetheaters und auch noch andere Veranstaltungen.

Dann ging das plötzlich nicht mehr, weil umstrukturiert werden mußte, es gab, glaube ich, bei Schwarz-Blau auch Literaturhauskürzungen und verschiedene Streitigkeiten dürfte es auch gegeben haben, so deutete es jedenfalls der scheidende Obmann an, der mit einem Ehrenkreuz der Republik ausgezeichnet wurde, Silvia Bartl wurde entlassen und Robert Huez hat auch sehr umstruktuiert, dem Literaturhaus ein neues Design gegeben, es gibt das Fried Symposium, den Fried Preis, den Reinhard-Priessnitzpreis, den Poetry Slam und und noch sehr viele Veranstaltungen, bei denen ich bei vielen gewesen bin und heute also ein großes Fest, mit einer Broschüre, die mir eine der jungen Mitarbeiterinnen gleich in die Hand drückte.

Sonst nur so wenige Sesseln im Veranstaltungsraum, alle standen im Foyer herum, wo eine neue Ausstellung eröffnet wurde, die in Vitrinen unter dem Titel „Schreiben, Sammeln, Archivieren“ Bücher Fotos und andere Dokumente von ausgewählten Künstlern, wie Nicolas Mahler, Elfriede Gerstl, Herbert J. Wimmer und anderen zeigten.

Dann ging es hinauf in den Bibliotheksraum, wo sonst der „Fried-Preis“ vergeben wird, da wurde eröffnet und weil ich sehr spät hinaufgekommen bin, war kein Sitzplatz mehr frei und da hat mir Klaus Kastberger, von dem ich eigentlich dachte, daß er mich nicht sehr leiden kann, gedeutet, daß ich mich in die zweite Reihe zwischen Johanna Rachinger und MR STocker auf den freien für Gerhard Ruiss reservierten Platz setzen soll.

Es gab die üblichen Eröffnungsreden und Angela Heide, das ist die, an die ich mich damals wegen einer Rezension wegen meines „Literaturgeflüster-Texte-Buchs“ gewandt habe, erklärte den Ausstellungsparcour und war sehr aufgeregt und sehr euphorisch dabei.

Das Literaturhaus hat sich nämlich für das große Fest, etwas Besonderes, neben Zeitschrift und Ausstellung ausgedacht, so gab es nach der Würdigung des ausscheidenden Obmanns einen Parcour von einigen Lesestationen, wo überall im Haus, vom Keller bis zu den Stiegen ausgewählte Autoren wie Robert Schindel, Angelika Reitzer, Robert Prosser, Anna Weidenholzer, Lisa Spalt, Kathrin Röggla, Isabella Straub, sowie ein Poetry Slam und eine Session der Studierenden der Hochschule für Sprachkunst, fünfzig Minunten lang gleichzeitig gelesen haben und man konnte hin und herwandern und ihnen zuhören.

Danach gab es ein Buffet und ein Konzert mit Stefan Slupetzkys Band, DJs gab es nachher auch noch, aber da bin ich schon gegangen um sozusagen privat und auf eingene Faust, meine eigene, unliterarische, wie manche meinen, dokumentation über den Wiener Literaturbetrieb aufzuschreiben und meine Literaturgeflüster-Karten, die mir der Alfred  vorsorglich zu tausend Stück drucken ließ, habe ich auch überall verteilt.

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