Literaturgefluester

2015-03-22

Indie Bookday

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 07:48
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Gestern war wieder einmal Indie-Bookday, seit drei Jahren gibt es schon diese Intitiative, der unabhängigen Verlage, das sind offenbar die, die keinem Großkonzern, wie „Bertelsmann“, „Fischer“ oder „Suhrkamp“ angehören, aber oft auch sehr bekannt, wie „Residenz“, „Jung und Jung“, „Droschl“, um das Österreichische zu erwähnen. sind und einer der unabhängigen Verlagsleiter hat vor drei Jahren dazu aufgefordert, am 21. März, dem Frühlingsbeginn, die Buchhandlungen zu stürmen und sich eines dieser „Indies“, ganz gleich welches, „Eines, das man ohnehin schon immer haben wollte!“, steht auf der Indie-Website und sich mit dem Buch auf Facebook oder sonstwo zu präsentieren.

Nun habe ich den Begriff „Indie“, glaube ich, 2011, im Zusammenhang mit den Selbstpublischern das erste Mal gehört, da hat sich eine Autorin, auf einer Seite sehr beklagt, daß die „Indies“ so schlecht sind und daher in der Szene einen großen Schaden anrichten oder so.

Da habe ich dann  einen Artikel mit dem Titel „Sogenannte Indie Bücher“ geschrieben und mein Selbstgemachtes zum ersten Mal auf einer Seite im Gesamteindruck vorgestellt.

Das habe ich dann noch ein paar Mal wiederholt und am ersten Indie Bookday dann auch eines meiner Bücher zum Gewinn angeboten.

Später habe ich dann gehört, daß der Indie-Bookday nur für die kleineren unabhängigen Verlage da ist und daß man ja auch einen Selbstpublisher Tag machen könnte.

Kann man natürlich und es gibt auch andere Initiativen, wie den Welttag des Buches am 23. April, wo Shakespeare und Cervantes entweder geboren oder gestorben sind und man deshalb seinen Frauen und wahrscheinlich auch Männern, Rosen und Bücher schenken sollte.

Der Hauptverband des österreichischen Buchhandels gibt an diesem Tag jährlich ein Gratisbüchlein zu einem bestimmten Thema, diesmal werden es die Krimis, zusammengestellt von Eva Rossmann sein, mit Textproben, heraus, das man sich von bestimmten Buchhhandlungen, die immer weniger werden, weil die Buchhändler was dafür zahlen müßen, holen kann, was ich regelmäßig tue.

In Deutschland gab es das vor einigen Jahren, wo man sich von bestimmten Büchern dreißig Stück holen und die dann verschenken konnte.

Wolfgang Tischer hat da mit Peter Stamms „Agnes“ schlechte Erfahrungen gemacht, weil er sich damit auf die Straße stellte und die Leute die Bücher oft gar nicht haben wollten.

Ja, es ist vielleicht gar nicht so leicht mit dem Lesen, sehr viele Leute scheinen das nicht mehr zu können, sondern haben die Schule als sekundäre Analphabeten verlassen, das Internet, die Videos, die Computerspiele, das Fernsehen und andere Medien, sind wahrscheinlich auch eine große Konkurrenz und dann gibt es immer mehr Leute, die schreiben wollen, das Selberpublizieren bietet eine gute Möglichkeit dazu, die aber oft gar nicht an den Büchern der anderen interessiert sind.

Und ich höre ja immer, daß die Leute acht oder neun Bücher im Jahr und manche auch gar keine oder viel weniger lesen.

Ich pendle mich inzwischen an die Hundertziebzig jährlich ein, mehr ist für mich, glaube ich, nicht zu schaffen, obwohl ich viel mehr Bücher habe, die auch sammle und, wie ich immer schreibe, gerne über den Tellerrand schaue und an allem interessiert bin.

Für den Buchhandel dürfte ich ein schwarzes oder rotes Tuch sein, denn ich und das schreibe ich auch immer wieder, kaufe mir eigentlich keine Bücher, die zehn oder zwanzig Euro kosten, ziehe aber gerne aus den Abverkaufskisten welche um ein bis drei Euro heraus, so gesehen, bin ich eigentlich auch keine Freundin der Buchpreisbindung, aber dafür, möglichst alles, beziehungsweise möglichst vielfältig zu lesen und habe auch nichts gegen große Verlage und Mainstreambücher, aber auch nichts gegen das Selbstgemachte und wenn da ein paar Rechtschreibfehler drin sein sollten, habe ich wahrscheinlich auch kein Problem, die zu überlesen und würde das wahrscheinlich auch sehr interessant finden.

Wenn man so auf meine Leseliste schaut ,findet man auch durchaus Vielfältiges und sich Widersprechendes.

So habe ich Arno Schmidt im Bücherschrank gefunden, gelesen, bzw. als ich gar nichts mehr verstanden habe, nur mehr überflogen, weil ich mir ganz ehrlich, kein Jahr Zeit nehmen wollte, um in seine Welt hineinzukommen. Dazu lockt das andere zu sehr und seit ich blogge, werden mir auch Bücher angeboten, an die ich früher wahrscheinlich nicht gekommen wäre. So habe ich im Vorjahr einen BDSM-Roman gelesen und heuer schon einen erotischen. Der Holzbaum-Verlag, warhscheinlich auch ein „Indie“ schickt mir seine Cartoons und Satirebücher, ein Genre, das mir gut tut, weil ich  eigentlich nicht viel Spaß verstehe und Kabaretts oft genug nicht lustig finde.

Ich würde also empfehlen alles zu lesen und gebe auch zu, daß ich das manchmal sehr gerne bei Chicklits mache, nur manchmal, weil meine Leseliste inzwischen so lang geworden ist, daß auch ich mich beschränken muß und leider nicht alles lesen kann, Krimis auch, obwohl ich selber keine schreiben kann, weil ich gegen Gewalt bin und am literarischen Morden eigentlich keinen Spaß empfinde und empfehle natürlich auch, sich an das Selbstgemachte heranzutrauen und das nicht von Vornherein, wegen angeblicher mangelnder Qualität abzulehen.

Das wird auch besser werden, weil es in Leipzig ja schon fast eine ganze Halle mit den entsprechenden Ständen gab, die Selbstpublischer Fibeln herausgeben, die den Selbermachen Lektorat, professionelles Cover und was auch immer empfehlen.

Das Problem ist wahrscheinlich das Lesen, die Leute lesen immer weniger, aber die Selbstpublisher scheinen ihre Leser zu finden und manche haben damit, wie ich ebenfalls immer höre, sich an die obersten Rankinglisten geschrieben und vier-bis fünfstellige Zahlen verdient.

Das kann ich mir ganz ehrlich zwar nicht vorstellen und habe es bis jetzt auch noch nicht geschafft, meine Bücher auf „Amazon“ oder sonstwo einzustellen.

Da bleibe ich auf meiner Seite, gebe da immer eine Vorschau, präsentiere  das Buch nach Erscheinen und Schreibberichte, gibt es seit einiger Zeit auch immer, ich werde auch immer schneller beim Schreiben, schaffe zwei bis drei Bücher im Jahr, etwas, was andere, meist die sogenanten Gebrauchsautoren, die mit mehreren Pseudonymen oft ebenfalls machen, bin aber inzwischen offenbar schon so schnell, daß der Alfred mit dem PDF und dem Druckfertigmacjem nicht mehr nachkommt.

So liegen jetzt schon zwei Rohtexte auf seinen Schreibtisch und derzeit habe ich ja Computer und Druckerprobleme und kann daher an der „Bibliophilin“ nicht weiterschreiben, also mehr lesen könnte man sagen, da bin ich, wahrscheinlich auch durch die „Leipzig-Fahrt“ bedingt, momentan auch sehr langsam und habe noch einige Rezensionsexemplare auf meinem Stapel liegen, die mich daran hindern, meine Leseliste, wie geplant, hinunterzulesen, bin aber selber Schuld daran, weil ich immer wieder der Versuchung erliege, mir Neues zu bestellen und manchmal kommt das auch und vor ein paar Tagen habe ich sogar das erste unverlangte PDF, das auch ein interessantes Buch ist, das mir sonst entgangen wäre und das ich demnächst besprecjem werde, zugeschickt bekommen.

Sonst werden mir die nur angeboten und da kann ich inzwischen schon nein sagen, denn wenn ich alle ChickLits und erotischen Romane, bzw. Finanzbücher annehme, käme ich mit meiner Leseliste in arge Turbulenzen, aber einiges habe ich davon im letzten Jahr gelesen und es war auch sehr interessant.

Jetzt kommt auch bald Ostern und da werde ich hoffentlich einiges vom Harlander Bücherstapel hinunterlesen, bei einem bin ich gerade dabei und sollte damit demnächst in die Badewanne marschieren und dann fahren wir baldwieder ein paar Tage nach Ungarn und da nehme ich ja immer Bücher ungarischer Autoren mit, die auf meine Liste stehen.

Es gibt also sehr viel zu lesen und am gestrigen Indie Tag, bin ich, ich gestehe es, in keine Buchhandlung gegangen und habe mir ein schönes Buch gekauft, nur kurz daran gedacht in den „Schubert“ zu schauen und danach zu fragen, was er mir empfehlen könne?

Ich habe es aus Angst „Was wo wie Indies?“, vielleicht zu hören, nicht getan und auf der entsprechenden Facebookseite auch gelesen, das manchen Leuten das passiert ist, daß die Lieblingsbuchhänder, keine Indie-Bücher hatten.

Aber man kann sie sich natürlich bestellen und „Jung und Jung“ hat, glaube ich, auch gepostet, daß man seine Bücher das ganze Jahr kaufen könne und da ist auch gestern zufällig die Besprechung von Olga Flors neuem Buch auf meiner  Seite erschienen, also  ein kleiner Beitrag,  auch wenn ich mir das Buch nicht gekauft habe.

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Unterwerfung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:41

Auf Michel Houeelbecqs  neuen Roman „Unterwerfung“, der die Zeit eines Frankreichs in naher Zukunft nach der Machtübernahme durch die muslimische Bruderschaft schildert, bin ich kurz nach den Attentaten in Paris im Jänner aufmerksam geworden und habe ihn am zwölften Februar, als ich schon für mein neues Romanprojekt recherchiertre, bei „Morawa“ etwa zwei Stunden in der Hand gehalten, durchgeblättert und mir sogar ein paar Sätze in eines meiner kleinen roten Heftchen hinausgeschrieben, aber dadurch bekommt man natürlich nicht das ganze Buch mit und so habe ich es mir vom Alfred vor ein paar Wochen kaufen lassen und es auch nach Leipzig mitgenommen und zu Ende gelesen.

Ein sehr interessantes Buch, mit einem sehr brissanten Thema, des französischen Kultautors, der 1958 geboren, mit seinen  „Elementarteilchen“ berühmt geworden ist, der zufällig oder nicht, ein Thema, das uns derzeit alle ja wahrscheinlich sowohl traumatisiert, als auch bewegt, erwischt hat, so habe ich, nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, auf der Rückfahrt von Leipzig, in Radio Bayern, glaube ich, auch eine derzeit aktuelle Debatte über das Kopftuchverbot an deutschen Schulen, gehört.

„Man kann diesen Roman kaum aus der Hand legen“, schreibt Sandra Kegel, die neue Bachmannpreisjurorin und die des „Leipziger Buchpreises“ auch am Buchrücken und die Geschichte des Literaturwissenschaftler Francois, der wahrscheinlich ungefähr so alt, wie sein Autor, über den französischen Romancier Joris-Karl Huysmas forscht, 1848-1907, ist auch sehr  packend, obwohl und da kommt gleich meine feministische Kritik, wieder ein Buch, aus der Sicht eines männlichen Autors, denn dieser Ich-Erzähler, ich weiß jetzt gar nicht, hat er auch einen Nachnamen, ist sehr Sexbesessen.

Er hat über Joris-Karl Huysmas, seine Dissertation oder Habilitation geschrieben und ist nun Professor an der Sorbonne, das heißt er geht Mittwochs an die Uni, hält da seine Vorlesungen vor jungen, desinteressierten Japanerinnen, die in ihre Handies gucken, geht dann mit einem Kollegen essen, hält ein Dissertantenseminar und Freundinnen hat er auch jede Menge.

Meistens Studentinnen, die ihm am Ende des Studienjahrs verlassen, zu Beginn des Buches, ist das gerade Miriam und das Buch beginnt in der Zeit, des Wahlkampfes, wo der muslimische Kanditat gerade dabei ist, die Wahl zu gewinnen und Präsident Frankreichs zu werden.

Sehr eindrücklich und auch ein wenig zynisch erzählt, der Hochschullehrer, der auch sehr viel dem Alkohol zuspricht, diese Geschichte, erzählt sein Leben, wie er sich am Abend asiatische oder andere Fertiggerichte aufwärmt und dabei die neuesten Nachrichten im Fernsehen sieht. Als die Wahl gewonnen wird, flüchtet er aufs Land, kommt dann aber wieder nach Paris zurück, erfährt von Miriams Emigration nach Israel, die ihn noch einige Mails schreibt und ihn dann verläßt, er verliert auch seinen Posten auf der Uni, weil dort nur mehr muslimische Lehrer akzeptiert werden, die Frauen beginnen sich zu verschleiern und er wird schließlich von dem inzwischen zum Islam konvertierten neuen Hochschuldirektor, die vorigen Direktorin, wurde natürlich entlassen, zurückgeholt. Das heiß er kann wieder unterrichten, wenn er  Muslim wird, dann kann er aber auch eine Zweit oder eine Drittfrau haben.

„Ähnlich, wie es mein Vater einige Jahre zuvor erlebt hatte, würde sich mir eine neue Chance bieten, es wäre die Chance auf ein zweites Leben, das nicht besonders viel mit dem vorigen gemein haben würden. Ich hätte nichts zu bereuren“, lauten die letzten Sätze, dieser Utopie, die alles offen läßt, vorher versucht sich Francois noch mit einigen Parallelen, zu dem mir bisher unbekannten „dekatenten Schriftsteller“, wie im Klappentext steht, er geht zum Beispiel in das Kloster, in das sich der zurückgezogen hat und  besucht verschiedene katholische Kultstätten.

Ein interessantes Buch, das den Zeitgeist wahrscheinlich trifft und zum Nachdenken anregt. Um es wirklich ganz zu verstehen, müßte ich mich wahrscheinlich mehr in die französische Literaturgeschichte, in die Welt Zolas, Mallames, etc, einlesen, es ist aber auch eine spannende, wenn auch etwas zynische Schilderung, des heutigen Frankreichs, mit seinen Unruhen und Terroranschlägen.

Wie schon beschrieben, das geschilderte Frauen bzw. Männerbild gefällt mir nicht sehr.

Die Beschreibung der verschleierten Studentinnen in den Burkas, die diese Literaturprofessoren als Studentinnen haben, habe ich als sehr spannend empfunden, wie weit es Utopie oder schon realistisch ist, kann ich nicht ganz einschätzen, aber, das habe ich auch schon geschrieben, ich würde gerne einen so flüßigen Roman, mit der „Bibliophilin“ zusammen bringen, jetzt wo ich ihn gelesen habe, erscheint mir der Roman  vielleicht nicht mehr ganz so logisch, so habe ich die Flucht während des Wahlkampfes nicht ganz nachvollziehen können, kehrt der Held, nach dem er mit dem Gattin, seiner ehemaligen Kollegin, einen Geheimdienstler, der auch in die Pension geschickt wurde, gesprochen hat, ja wieder zurück, bekommt auch seine Pension, bzw. kämpft er mit der Sozialversicherung, besucht einige Escortdienste, wo er von jungen, (wahrscheinlich verschleierten) Musliminnen, exezellent, betreut wird und wird wahrscheinlich in der nicht so fernen Zukunft ein überzeugter Moslem, um zu seinen verschleierten Zweit oder Drittfrau zu kommen.

Ein Machowunschbild könnte man so sagen, aber auch ein Buch, das den Nerv der Zeit trifft und über das man sicher diskutieren kann.

2015-03-21

Fortgesetzer Störungsbericht

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 23:38
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Für den der wissen will, wie es mit meiner Schreibeuphorie vom vorletzten Sonntag, siebzehn Szenen, dreiundfünfzig Seiten und 25.752 Worte weitergegangen ist, kommt jetzt wieder ein Schreibbericht, der eigentlich keiner ist, denn es ist nichts weitergegangen und ich weiß auch nicht, wieviele Szenen, Seiten und Worte ich jetzt wirklich habe, denn am 6.3. ist ja mein Drucker eingegangen, beziehungsweise die Wanne, wo der Toner abfließt oder wie das heißt, voll geworden, ich brauche eine Neue und die Lieferung dauert wieder vierzehn Tage und da habe ich dann, weil ich den Resttoner ja für meine Befunde brauchte, nichts mehr ausgedruckt, so daß ich das, was ich auf Papier nachlesen kann, auf acht Szenen und siebenundzwanzig Seiten beschränkt.

Ist ja nicht so schlimm, könnte man meinen, denn der Idealzustand ist  ohnehin das papierlose Büro und ich habe am 8. 3. auch geschrieben und geschrieben und das mit dem Nichtausdrucken können war mir  egal.

Eigentlich habe ich schon damals den bisherigen Rohtext durchkorrigieren wollen, um den weiteren Handlungsfortgang zu bestimmen, an diesen Sonntag ist es aber nicht dazu gekommen und am Montag und am Dienstag war ich mit meiner Praxis so beschäftigt und bin nicht zum Weiterschreiben gekommen.

Am Mittwoch darauf bin ich dann mit dem Houellebecq nach Leipzig gefahren, das schwarze Notizbuch, wo es schon Einträge bis zu einer Szene 22 gibt, habe ich mitgenommen, die siebenundzwanzig Rohseiten nicht und auch nicht den Laptop, was ich später zwar etwas bereute, denn in der Bloggerlounge oder bei den Hundertmarks hätte ich ja bloggen können, aber auf einer Buchmesse weiterschreiben bringe nicht einmal ich zusammen.

Den Houllebecq habe ich auf der Rückfahrt ausgelesen und Montagabend in Wien natürlich als erstes den Messebericht gebloggt und da als  kleine Erinnerung, ich bloggte zwar schon wieder auf meinem Laptop, aber der neue Lüfter war noch immer nicht da, der Techniker von der Firma Comparex hat ihn mir zwar am Aschermittwoch durchgeblasen, so daß er an sich funktionierte, aber immer wieder abstürzte und auch keine Updates möglich waren, so daß ich noch immer nicht abrechnen kann.

Dann ist mir das Gerät noch irgendwann hinuntergefallen bin und so hatte ich Montagabend, während des Messeberichts wieder einen „Fan Error“,  auf Alfreds Computer weitergebloggt und mich damit getröstet, daß es so ohnehin geht, zwar kein Ton zum Videoschauen und in meinen Textordner kann ich auch nicht, aber sowohl der Druckerersatzteil, als auch der Lüfter sind angeblich schon da und können am Montag abgeholt und eingebaut werden und zum Weiterschreiben bin ich vorerst ohnehin gekommen, weil der Rest der Woche wieder Praxisbetrieb.

Als wir gestern über Krems nach Harland fuhren, habe ich mir aber alles vorsorglich mitgenommen und am Abend zuerst meinen Bericht über „April in Stein“ ergänzt und dann war die große rote Tasche der Turkish Airlines, die ich am Montag, als wir  in Harland einen Zwischenstop machten, einfach im Wohnzimmer auf dem Servierwagen vor den  fast leeren Bücherregalen abgestellt habe, auszuräumen und die neuen Bücher  einzutragen, was aber nur bezüglich Leseliste, nicht aber in den Bibliothekskatalog ging.

Am Samstag das übliche Programm, mit dem Rad zum Markt, dort Würstl essen und dann zum Tschibo auf einen Kaffee und nach dem Mittagsschlaf habe ich getrödelt und getrödelt, weil ich eigentlich weiterschreiben wollte, aber offenbar aus der Schreibeuphorie herausgekommen, zudem kamen in der letzten Zeit  einige Kommentare,  die sich auf meine unliterarische Rechtschreibung bezogen, die mich natürlich betroffen machten, obwohl ich eigentlich, ganz ehrlich, das nicht so schlimm finde.

Die anderen aber offenbar schon und wenn man immer wieder hört, daß das, was man tut, nichts mit Literatur zu tun hat, aber gut, egal, ich tue, was ich kann, hole meine Notizen herbei und blättere meine Seiten durch, um den Anschluß zu finden, was aber, wie gleich die Schockmeldung kommt, nicht geht, ich kann nicht weiterschreiben, weil ich im Augenblick eigentlich gar nicht genau weiß, wo ich stehe und das Ganze, was ich nicht kann, zuerst einmal durchkorrigieren oder zumindestens ansehen sollte…

Aber jetzt habe ich ohnehin einige Stunden Pause gemacht und bin mit dem Alfred in der „Bühne am Hof“ gewesen, um mir den Protestsänger Hans Söllner anzuhören und morgen werden wir nicht nur in den Donaugasthof in Traismauer Mittagessen fahren, sondern ich muß auch schauen mit Martin Walsers „Ein liebender Mann“ fertigzuwerden, denn meine Leseliste hat sich wieder um ein paar Rezensionsexemplare vergrößert,  hat mir jetzt auch „Picus“ drei wahrscheinlich schöne Bücher, darunter  Harald Darers „Herzkörper“, geschickt, so daß ich morgen wahrscheinlich ohnehin nicht zum Weiterschreiben komme und daher vielleicht ruhiger auf die nächste Woche,  wo ich den Text hoffentlich wieder ausdrucken kann, warten werde.

Ich in Gelb

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:37
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Die 1968 in Wien geborene und in Graz lebende Autorin, Olga Flor, die Physik studierte, 2012 den „Wildgans“, 2014 den ersten „Veza Canetti-Preis“ bekam und im vorigen Jahr das zweite Mal in Klagenfurt gelesen hat, ist, wie in ihren Biografien steht, eine politische Autorin und das ist auch in ihrem neuen,  bei „Jung und Jung“ erschienenen Roman „Ich in Gelb“, mit blauem Cover und der Abbildung eines roten Glasmodell einer Qualle aus dem naturhistorischen Museum zu merken und hat bei ihren Romanen, da gibt es schon einige, aus „Kollateralschaden“, nominiert für den dBP und „Die Königin ist tot“ habe ich sie lesen gehört, einen frischen neuen Ton und die Physikerin in ihr, merke ich flapsig an, macht das Ganze auch noch sehr kompliziert.

Es geht um eine Modebloggerin, um Alice (Wahrscheinlich nicht aus dem Wunderland, obwohl die Rezensenten  darauf anspringen werden oder doch vielleicht, ist unsere schöne neue Welt höchstwahrscheinlich eine solche), zwischen dreizehn und vierzehn Jahre alt, man sieht Olga Flor begbt sich in unbekannte Gefilde, aber  ein Jugendbuch ist der Roman nicht, hat es geschafft, sich einen Namen als Modebloggerin zu machen, so daß sie schon mit Klagen bedroht wird und in Amerika aussagen soll, die tolerante Mutter unterstützt und tröstet mit „Wir haben eh eine Rechtsschutzversicherung!“

Beim Bloggen nennt sie sich next girl, wie das in der schönen neuen zweiten Welt so ist und das Ganze wird, wie ich dem Klappentext entnehme, in „Kurztexten, Kommentaren, Links und Bildern zu einem engmaschingen Netz verknüpft“.

So ganz hätte ich das gar nicht so empfunden, wird ja doch zum größten Teil der Reihe nach erzählt oder halt, der Reihe nach nicht, sondern, wie es sich in der neuen Wunderwelt vielleicht so gehört, von hinten nach vorn und von dort zurück, deshalb habe den im Text angekündigten „Knalleffekt“ vielleicht versäumt und kann hier mit meiner inzwischen auch schon sechseinhalbjährigen Bloggerinnenfahrung und rund 2165 Posts, nur das wiedergeben, was ich verstanden habe.

Es gibt also im Naturhistorischen Museum ein großes Event, der geniale Modeschöpfer Josef scheint hier eines seiner Models in einen Fisch zu verwandeln und unsere Bloggerin, ein Scheidungskind, mit einer toleranten Anästhesistinmutter und einem Vater, der zufälligerweise als prekär beschäftiger Wissenschafter in diesen Museum arbeitet, die Tochter nennt ihn frech Museumswärter,  läßt sich von ihm in dieses Event hineinschmuggeln.

Das war am 12. 12. und der Knalleffekt ist wohl das Model Bianca, das einen Wurmforsatz in sich trägt, wegen ihrer Allergien zuviel Wurmpulver genommen hat, deshalb einen Wurm gebiert oder ist sie vielleicht doch von Assistenten Eddie schwanger, aber das kann auch nicht sein, ist die Modelwelt, wie man quasi als Nebeneffekt aus dem Buch erfährt, doch sehr hart und rau, es gibt zwar Gewichtskontrollen, um der bösen Presse nachzuweisen, daß das mit den Hungermodels nur Chimäre ist, aber dann trinken die halt ein paar Liter Wasser, damit das Gewicht wieder stimmt und werden, das hat die Bloggerin durchgestrichen von ihren Schulden so erschlagen, es weren ihnen die Castingkosten verrechnet, die sie dann abarbeiten müssen und sind sie zu dick oder haben einen Pickel auf der Stirn, werden sie gefeuert und müssen ihre verbliebenen Schulden woanders abarbeiten, daß sie sich nicht wehren können.

Es geht auch um den Mißbrauch, den diese jungen Models, bei den meist älteren genialen Modeschöpfern, Assistenten, etc ausgesetzt sind.

Next girl deckt das locker flapsig auf und wird dadurch mit den schon erwähnten Klagen bedroht, auch zum Schulpsychologen geschickt und hat sich dann, was ich, die ich ja selber solche Test durchführe, besonders reizend finde, sich mit Satzergänzungen herumzuschlagen, „Was mich ärgert…Schulpsychologinnen“, beispielsweise.

Sie ist, wie erwähnt ein Scheidungskind, der Vater hat die Mutter wegen einem Mann verlassen und das Elend der jungen überforderten Jugend in der neuen geilen Computerwelt läßt sie Olga Flor bloggen und hat dabei, auch das habe ich schon erwähnt, eine wirklich frische Sprache, so daß man vielleicht gar nicht so schnell begreift, daß man den Inhalt der flotten Geschichte nicht ganz verstanden hat.

Aber das war sicher Absicht, denn unsere Welt ist ja erstens sehr kompliziert und zweitens hat man und davon kann auch die Literaturgeflüsterbloggerin erzählen, mit einem linear von vorn nach hinten erzählten realistischen Roman keine Chance mehr im Literaturbetrieb und wenn er noch so politisch ist.

Ich weiß auch nicht, ob sich die Welt der Modebloggerinnen wirklich so abspielt und, ob ein Modeblog so aussieht, wie er in dem Roman geschildert wird, lese ich ja keine solchen und die Literaturblogs, die ich lese, sind sehr verschieden.

Olga Flor hat indessen auf ihrer Seite  einen Blog eingerichtet, wo man wahrscheinlich etwas über ihr Buch erfahren kann und nennt ihn „dasistkeinblog.com“ und das Buch endet am 11.11. mit den Worten „Das ist kein Blog. Das oder der ist überhaupt die Frage. Muss man sich bei allem festlegen?“

Da füge ich noch einmal frech hinzu, daß es für mich selbstverständlich der Blog heißt und, daß ganz hinten einen Bildnachweis zu in dem Buch abgebildeten Objekten gibt, die sowohl aus dem Internet, aus verschiedenen Museen oder von Fotos der Autorin stammen.

Eine Danksagung gibt es auch, Olga Flor hat viel bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern des naturhistorischen Museums recherchiert und sich von dem kritischen Model Cordula Reyer beraten lassen und ich denke abschließend, daß der politische Blick in die scheußlich schöne Modelwelt und das harte Aufwachsen der Deizehn bis Vierzehnjährigen zwischen Magersucht, Bingeeating und Schulpsychologinnen in dieser neuen freche Sprache sehr  interessant war, auch wenn uns Olga Flor am Ende einen Bären aufgebunden hat und es kein Blog war, den sie uns da auf zweihundertneun Seiten präsentierte, sondern ein zeitgenößischer Roman,  aber das steht ja auch in dem Buch geschrieben.

Das Buch ist, glaube ich, auch zum heutigen „Indie-Book-Day“, wo man in eine Buchhandlung gehen und sich ein Buch aus den unabhänigen Verlagen kaufen und auf seiner Seite posten soll, sehr zu empfehlen, obwohl ich es nicht gekauft habe.

2015-03-20

April in Stein

Wolfgang Derler, Robert Streibel, Barbara Rett, Michael Schwanda

Wolfgang Derler, Robert Streibel, Barbara Rett, Michael Schwanda

Den Historiker und Leiter der VHS Hietzing,Robert Streibel, kenne ich, glaube ich, von einigen Exil-Literaturveranstaltungen, habe ihn bei der letzten Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte in der WU gehört und er hat auch einmal im Kremser Literaturhaus anläßlich einer Kramer-Preisverleihung einen Vortrag über einen Widerstandskämpfer gehalten, nach dem in Stein eine Straße benannt ist, nun hat er ein Buch über das Häftlingsmassaker, das am 6. April 1945 in der Justizstrafanstalt Krems/Stein stattgefunden hat, geschrieben, das vor kurzem bei „Residenz“ erschien und heute in der Alten Klosterkirche der Justizanstalt vorgestellt wurde.

In dem Vorwort beschreibt der Historiker, der in Krems aufgewachsen ist, zwei Erlebnisse, die ihn, den 1959 geborenen mit der NS-Zeit verbinden.

Zu Beginn, 1938 wurde der jüdische Rechtsanwalt Dr. Brüll, bei dem Streibels Großmutter Hausgehilfin war, vor seiner Praxis zusammengeschlagen und das Kind oder der Jugendliche ging jeden Tag am Schulweg vor dem Haus vorbei und am Ende im April 19445 fand dieses Häftlingsmassaker statt, daß sein Vater als Dreizehnjähriger miterlebte und offenbar auch dabei war, als einer der Häftlinge erschlagen wurde.

Jedenfalls schildert Robert Streibel in seinem Dokumentarroman, zu dem der von Erich Hackl ermuntert wurde und der auf Interviews passiert, die er mit Zeitzeugen, die davon betroffen waren, führte, den dreizehnjährigen Josef Streit, Namen sind,  steht  in dem Vorwort zum Großteil abgeändert, Sohn einer Tabakarbeiterin, der in einer Traumwelt des Comichelden Rolf Torring lebt, Lebensmittel klaut, von einer Patronenkugel verwundet , aber auch Zeuge wird, wie einer der Häftlinge auf der Straße angeschossen wird und verblutet.

Barbara Rett, Robert Streibel und Vater

Barbara Rett, Robert Streibel und Vater

Was ist passiert?

In der Justizanstalt Stein, waren in der NS-Zeit, sowohl normale Gesetzesbrecher, als auch Kommunisten, Widerstandskämpfer, etc, inhaftiert.

Am 6. April, als der Krieg schon verloren und die Russen nahen, bekam der Gefängnisdirektor einen Befehl, alle Gefangenen freizulassen, was zu einem Massaker führte, weil sowohl die SS, die SA, aber auch die Bevölkerung, Jagd auf die Entlassenen machte und fast dreihundert Personen dabei ums Leben kamen.

Robert Streibel versuchte nun aus seinem Interviewmaterial, wie auch vor drei Jahren Manfred Wieninger, einen Dokumentationsroman zu machen, in dem er die Geschichte der einzelnen Gefangenen in zweiundfünfzig Kapitel, die spannende narratrive Überschriften haben, erzählt.

Da gibt es den dreizehnjährigen Josef, der mit seinem Freund den Kriegsalltag erlebt, es gibt Szenen, wo die Gefangenen, aber auch die Wächter und alle anderen, bei einem Eisenbahnzug liegen, wo aus einem Waggon Wein fließt und sich betrinken, Schokolade wird gestohlen und Fleisch von einem toten Pferd herausgeschnitten.

Griechische Häftlinge bzw. Zwangsarbeiter gibt es auch und die Geschichte von einem Lied aus dem Zigeunerbaron, das immer für einen Häftling vor dem Gefängnis gesungen wurde, damit er sich nicht alleine fühlt.

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Der Gefängnisdirektor und einige Angestellten wurden nach dem Massaker exekutiert, einige Häftlinge sind in Hadersdorf erschossen worden, anderen ist die Flucht gelungen.

Einer der griechischen Häftlinge ist nach dem Krieg in Krems geblieben und Robert Streibel schildert fiktiv, daß er auf einer Bank beim Friedhof saß und mit einem der  Verantwortlichen des Massakers, der sich 1995 vor dem Massengrab, der 386 Toten erschossen hat, ein Gespräch führte.

Im Anhang gibt es ein Personenverzeichnis, das die Lebensläufe, der in dem Buch vorkommenden Personen schildert. Ein Glossar gibt es auch und in der Galerie Kultur Mitte, in der wir auch schon einige Male waren, wird am zehnten April die Ausstellung „Stein 1945“ eröffnet.

Am Abend ging es dann in die Steiner Landstraße, wo die Strafanstalt, bzw. die alte Kirche, genau gegenüber dem niederösterreichischen Literaturhaus gelegen ist und ich habe diese Kirche, obwohl ich schon einige Male im Niederösterreichischen Literaturhaus war, noch nie gesehen.

Es gab aber eine Tafel, die auf die Veranstaltung hinwies und im Foyer standen Justizwachebeamten in blauen Uniformen, die mich sowohl an die Bahn, als auch an den ersten Weltkrieg erinnerten, hakten die Namen ab und man konnte  in die Kirche, wo mich sogleich Barbara Rett, die Ohrenschmaus-Moderatorin, die diesen Abend moderierte, begrüßte.

Ziemlich vorne eine Platz gefunden und vorher noch den Chef der Galerie „Wien Mitte“ begrüßt, den ich oder er mich nach  Ruth Aspöck fragte, die am Mittwoch die Präsentation ihres neuen Buches in der Hauptbücherei hat und einige Reihen vor mir, saß Jessica Beer, nun Lektorin bei „Residenz“, die früher das Veranstaltungsprogramm der Hauptbücherei organisierte und einmal auch in der Jury beim „Alpha“ war.

Claudia Romeda war da, saß später am Podium und die habe ich am Donnerstag im Literaturhaus gesehen und eine Woche vorher in Leipzig beim Österreich-Empfang und ich bin mir auch nicht sicher, ob wir nicht am Morgen in derselben Straßenbahn zur Messe gefahren sind.

Die Veranstaltung begann ziemlich ungewöhnlich ohne Einleitung oder Begrüßung mit einer Lesung aus dem Buch von Robert Streibel, dann trat erst Barbara Rett nach vorn und bat die Eingeladenen auf das Podium, die da waren Michael Schwander vom Bundesministerium für Justiz,  Wolfgang Derler, Vizebürgermeister von Krems, Bruno Sladek, Leiter der  Justizanstalt und Claudia Romeder vom „Residenz-Verlag“.

Die Diskussion geriet dann meiner Meinung nach etwas durcheinander, da sich der Bauftragte vom Justizministerium mehr auf die Gegenwart bezog und von der Justiz als dritte Exekutivgewalt des Staates sprach, deren Aufgabe es ist vom gestern in die Gegenwart zu kommen, um damit für die Zukunft zu sorgen, Sätze, die wie aus einem Schulungsseminar klangen und  auch kurz die Aufgaben der Justiz und die Trainingsmethoden der Beamten schilderte, damit diese ihre schweren Aufgaben nachkommen können.

Dann ging es wieder in die Vergangenheit, nämlich zu den Zeitzeugen, so begrüßte Barbara Rett, Robert Streibels Vater, jenen Josef Streit, von dem Robert Streibel nicht mehr wußte, ob er als Dreizehnjähriger wirklich geraucht hat, wie er es ihm andichtete.

Barbara Rett fragte danach, der Vater verweigerte die Antwort, natürlich, da er damit heute ja krimilisiert wäre und erzählte von seinen Gefühlen, die er  als Jugendlicher hatte, zwei andere Herren waren auch noch da, Sohn, bzw. Enkel eines Betroffenen,  die berichteten, daß es die Stadt Hadersdorf immer noch nicht geschafft hat, eine Gedenktafel für die einundsechzig Erschossenen anzubringen.

Der Enkel hielt auch ein Plädoyer auf die Menschlichkeit, die er sich für die Zukunft wünschte, der sich Barbara Rett anschloß, so endete der zweite Lesungsteil von Robert Streibel auch mit keinem Applaus, sondern mit einer Schweigeminute des Gedenkens an die bei dem Massaker umgekommenen.

Dann gab es aber Wein und Brötchen, Gespräche und die Möglichkeit sich das Buch zu kaufen.

Ich habe meines mitgebracht, da ich die ausgelesenen Bücher in das neue Regal in Harland stelle, so daß ich, was ich nur sehr selten tue, die Gelegenheit benützte, mir das Buch signieren zu lassen und da die Ausstellung zu „Stein 1945“ zeitgleich mit der „Literatur und Wein“, wo der Alfred wieder Karten kaufte, fällt, können wir sie uns wahrscheinlich am Sonntag ansehen, beziehungsweise an der Kranzniederlegung am Steiner Friedhof, wo sich einer der Mitverantwortlichen 1995 erschossen hat, teilnehmen.

Robert Streibel wird im April, glaube ich, gemeinsam mit Erich Hackl in der „Alten Schmiede“ auftreten und da wäre es interessant zu vergleichen, über den Unterschied von Dokumentation und Fiktion wurde heute aber auch gesprochen.

2015-03-19

50 Jahre Dokumentationsstelle für neue österreichische Literatur

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:37

Im Literaturhaus gab es wieder ein großes Fest, nämlich „Fünfzig Jahre Dokumentationsstelle für neue Literatur“ wurde gefeiert, die 1965 von Viktor Suchy in der Gumpendorferstraße eingerichtet wurde.

Da habe ich gleich eine Erinnerung, nämlich eine Broschüre aus dem Jahr 1973 oder so, von Victor Suchy herausgegegeben, über die „Neue österreichische Literatur nach 1945“, die irgendwie in den Bücherkasten meines Vaters gekommen ist und die ich schon sehr früh von dort herausgenommen habe.

In die Gumpendorferstraße, wo die Dokumentationsstelle, sowie die IG Autoren, bis 1991, bis aus dem Dramatischen Zentrum in der Zieglergasse das Literaturhaus wurde, bin ich einige Male gegangen, ich glaube, ich habe mir von Gerhard Ruiss, den Vertrag zu unserem „Stotterer-Buch“, das, wie ich heute beim klinischen Mittag hörte, jetzt „Redeflußstörung“ heißen müßte, durchsehen lassen und zu den ersten IG-GVS bin ich noch in die Annagasse gegangen, die dort in irgendeinem Presseclub stattfanden.

Dann kam das Jahr 1991 und das „Gleichenfest“, ich bin, glaube ich, mit dem Franz von Harland nach Wien gefahren, weil sich der Alfred weigerte, das „SPÖ-Wahlfest“ zu besuchen, obwohl es das gar nicht war, trotzdem die damalige Unterrichtsministerin Hilde Havlicek mit Jack Unterweger, der offenbar gerade entlassen worden war, tanzte.

Dann war ich, glaube ich, noch einmal bei einem Literaturhausfest, da sind wir von Wien nach Harland gependelt, meine Geldbörse wurde mir gestohlen und der Artikel mit meinem Portrait in der Zeitschrift „Buchkultur“ ist auch gerade erschienen.

Die habe ich mir, glaube ich, am Westbahnhof gekauft und Marie Therese Kerschbaumer, die das Interview schon gelesen hatte, hat mich darauf angesprochen.

Heute war sie bei dem großen Fest nicht da und ich bin seither öfter bei anderen Festen gewesen, an eines mit Gert Jonke kann ich mich erinnern und an das wo Heinz Lunzer, der erste Literaturhausleiter in Pension gegangen ist, Robert Huez ist ihm gefolgt und ich habe von 2003 bis 2oo9 den „Tag der Freiheit des Wortes“ dort organisiert, die erste Frauenlesung und eine Lesung eigener Texte der Frauengruppe des ersten Wiener Lesetheaters und auch noch andere Veranstaltungen.

Dann ging das plötzlich nicht mehr, weil umstrukturiert werden mußte, es gab, glaube ich, bei Schwarz-Blau auch Literaturhauskürzungen und verschiedene Streitigkeiten dürfte es auch gegeben haben, so deutete es jedenfalls der scheidende Obmann an, der mit einem Ehrenkreuz der Republik ausgezeichnet wurde, Silvia Bartl wurde entlassen und Robert Huez hat auch sehr umstruktuiert, dem Literaturhaus ein neues Design gegeben, es gibt das Fried Symposium, den Fried Preis, den Reinhard-Priessnitzpreis, den Poetry Slam und und noch sehr viele Veranstaltungen, bei denen ich bei vielen gewesen bin und heute also ein großes Fest, mit einer Broschüre, die mir eine der jungen Mitarbeiterinnen gleich in die Hand drückte.

Sonst nur so wenige Sesseln im Veranstaltungsraum, alle standen im Foyer herum, wo eine neue Ausstellung eröffnet wurde, die in Vitrinen unter dem Titel „Schreiben, Sammeln, Archivieren“ Bücher Fotos und andere Dokumente von ausgewählten Künstlern, wie Nicolas Mahler, Elfriede Gerstl, Herbert J. Wimmer und anderen zeigten.

Dann ging es hinauf in den Bibliotheksraum, wo sonst der „Fried-Preis“ vergeben wird, da wurde eröffnet und weil ich sehr spät hinaufgekommen bin, war kein Sitzplatz mehr frei und da hat mir Klaus Kastberger, von dem ich eigentlich dachte, daß er mich nicht sehr leiden kann, gedeutet, daß ich mich in die zweite Reihe zwischen Johanna Rachinger und MR STocker auf den freien für Gerhard Ruiss reservierten Platz setzen soll.

Es gab die üblichen Eröffnungsreden und Angela Heide, das ist die, an die ich mich damals wegen einer Rezension wegen meines „Literaturgeflüster-Texte-Buchs“ gewandt habe, erklärte den Ausstellungsparcour und war sehr aufgeregt und sehr euphorisch dabei.

Das Literaturhaus hat sich nämlich für das große Fest, etwas Besonderes, neben Zeitschrift und Ausstellung ausgedacht, so gab es nach der Würdigung des ausscheidenden Obmanns einen Parcour von einigen Lesestationen, wo überall im Haus, vom Keller bis zu den Stiegen ausgewählte Autoren wie Robert Schindel, Angelika Reitzer, Robert Prosser, Anna Weidenholzer, Lisa Spalt, Kathrin Röggla, Isabella Straub, sowie ein Poetry Slam und eine Session der Studierenden der Hochschule für Sprachkunst, fünfzig Minunten lang gleichzeitig gelesen haben und man konnte hin und herwandern und ihnen zuhören.

Danach gab es ein Buffet und ein Konzert mit Stefan Slupetzkys Band, DJs gab es nachher auch noch, aber da bin ich schon gegangen um sozusagen privat und auf eingene Faust, meine eigene, unliterarische, wie manche meinen, dokumentation über den Wiener Literaturbetrieb aufzuschreiben und meine Literaturgeflüster-Karten, die mir der Alfred  vorsorglich zu tausend Stück drucken ließ, habe ich auch überall verteilt.

2015-03-18

Podium-Portrait Jahresproduktion

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:27
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Zur „Lyrik im März“ passend, stellte der „Literaturkreis Podium“ in der „Alten Schmiede“ seine Jahresprduktion der Portraitreihe vor, wo seit 2005, glaube ich, immer zu den runden Geburtstagen der Mitglieder ein Heftchen mit ausgewählten Gedichten und einem Vorwort eines anderen Mitglieds erscheint.

Ein paar Mal war ich schon bei solchen Präsentationen, die immer in der „Alten Schmiede“ passieren, ein paar der Portraitheftchen sind auch schon zu mir gewandert.

So hat mir Elfriede Haslehner, glaube ich, mir das ihre geschenkt, Christl Greller gab es mir während der letzten IG-GV und beim Begräbnis von Friedl Hofbauer letzten Jahr am Zentralfriedhof hatten ihre Kinder einen ganzen Sack voll dieser Heftchen mit, die sie an die Trauergäste verteilten.

Das Portrait von Kurt Klinger, gabs vor einer Woche in Leipzig am ÖO Stand, nur leider hatte ich es schon gelesen, so daß es, demnächst, wenn es die Telefonzelle bei der Seedose wieder gibt, dorthin wandern wird.

Spannend spannend, wie viele Leute Gedichte schreiben, das habe ich vor kurzem, glaube ich, erst geschrieben, angeblich mehr, als welche lesen und so wurden heute auch die Heftchen 77-81 vorgestellt und die Dichter waren zum größten Teil mir unbekannte Leute, also kenne ich mich in der hiesigen Literaturszene doch nicht so gut aus, wie ich immer behaupte und die, die meinen, daß mein Blog nichts mit Literatur zu tun hätten, behielten recht?

Mitnichten, den Namen Roman Rocek, 1935-2013 habe ich schon gehört und der Herausgeber des Bändchen, der jetztige Pen-Präsident Helmut A. Niederle, stellte ihn sogleich mit seinen Taten, weniger mit seinen Werken vor und meinte, daß er ein schwieriger Mensch gewesen wäre, der niemanden an sich heraungelassen hätte, aber wenn man mit ihm befreundet gewesen ist, hätte man seine Herzensgüte bemerkt, so traf er ihn einmal in der Konditorei Sluga, wo er einen Bienenstich für Günter Anders und etwas anderes Süße für Elisabeth Freundlich kaufte und als er ihm verriet, daß seine finanzielle Lage entsetzlich sei, verschaffte er ihm einen Job beim Rundfunk.

Gedichtproben kamen natürlich auch und da hat mich das in den Fünzigerjahren entstandene von dem ich einige Zeilen mitgeschrieben habe, sehr beeindruckt „..die Schürze einer alten Frau, die früh und spät am Fenster sitzt und näht“.

Man sieht Roman Rocek war ein Reimer, die jüngeren Autoren halten davon ja meistens nicht mehr so viel und als nächstes kam die mir bisher unbekannte Franka Lechner, 1944 in Wien geboren, auch Malerin und Textilkünstlerin, die schon einige Lyrikbändchen herausgegeben hat.

Die nächste Frau Beatrix Kremlovsky 1954 in Steyr geboren und wie der Moderator Johanes Vyoral meinte, auch eine Doppelbegabung, war mir bekannt, da hätte ich sie aber eher als Krimiautorin eingeschätzt, zumindest habe ich ihr in dieser Funktion einmal mein „Tauben füttern“ geschickt, das aber nicht angekommen ist, wahrscheinlich wieder wegen des selbermachens, aber jetzt präsentierte sie sich als Lyrikerin und Johannes Vyoral erwähnte auch die vielen Reisen, die sie macht und die in ihren Texten spürbar wären.

Eine moderne frische Stimme würde beurteilen, sehr beeindruckt hat mich das Gedicht von der an Alzheimer erkrankten Mutter, die sich von der von ihr nicht mehr erkannten Tochter einen Stich ins Herz mit einer Axt, einer Nadel, etc wünscht, damit es wieder so wie früher wird“, starke Worte, zu einem Thema das jetzt wieder eifrig diskutiert wird und wie ich mir wünschen würde, anders gelöst würde, wie es sich manche Bachmannpreisträger oder Leser vorstellen.

Weiter ging es mit zwei Herren aus Graz, sechzig beziehungsweise fünundsechzig Jahre alt, die zufälligerweise neben mir saßen,  von Joachim gunter Hammer, das ist der ältere, der von Johanes Yoral, bzw., im Vorwort als Vielschreiber bezeichnet wurde, habe ich, glaube ich, auch schon Gedichte gelesen, Harald W. Vetter war mir dagegen so unbekannt, wie der Wiener Germanist und Theaterwissenschaftler Franz Forster, 1940 geborenen, der auch ein Buch über Mozart und Salieri geschrieben hat, das er seinem Publikum, wie seine Gedichte empfahl. Er kommentierte auch seine Lesung und brachte eine Gedicht an eine „Sweet Lorraine“, das ist eine Anspielung an einem Song der ihm aber nicht gefiel und das Gedicht ist einer Eläßerin gewidmet einer Hertha, die sich später in Adrienne umbenannte und im ersten Weltfrieg Rote Kreuz Schwester gewesen ist und kinderlos einige Jugendbücher geschrieben hat „Kathrin wird Soldat“, habe ich zu Hause. Franz Forstern hat „Kathrin zieht in den Krieg“ erwähnt und ich habe auch „Reisen Sie ab Mademoiselle“ und „Ein Fenster zum East River“ erwähnt.

Am Schluß gab es noch einen Ausblick auf die Bände, die im nächsten Jahr von Axel Karner, Gyorgy Buda, Christoph Janac, Gerald Jatzek und noch zwei anderen, deren Namen ich jetzt nicht lesen kann, erscheinen werden und wieder kann man sich ein wenig wundern, wer aller Gedichte schreibt, hätte ich György Buda doch für einen Übersetzer gehalten.

2015-03-17

Tacheles reden

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:43
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Aus Leipzig zurückgekommen, geht es gleich weiter mit dem Literaturbetrieb, nämlich mit einer neuen Veranstaltungsreihe in der „Gesellschaft für Literatur“.

„Daniela Strigl lädt mehrmals jährlich AutorInnen aus dem gesamten deutschen Sprachraum ein“ und hat damit mit Kathrin Passig, der Bachmannpreisträgerin von 2006, angefangen. Zwar hätte es in der Wien-Bibliothek ein Parallelprogramm geben, nämlich eine Buchpräsentation von Robert Streibel, aber der stellt sein anderes Buch am Freitag in Krems vor, da versäume ich dann die „Lyrik im März“ meiner GAV-Kollegen und Daniela Strigl versäume ich morgen, wenn ich statt ins Literaturhaus in die „Alte Schmiede“ gehe.

Das ist die Qual der Wahl einer fernsehlosen Veranstaltungsgeherin und Daniela Strigl habe ich vor einer knappen Woche in Leipzig gesehen, war sie  doch in der Jury für den „Leipziger- Buchpreis“  und sorgte da in der Sparte Belletristik für Überraschungen und Sensationen, in Klagenfurt hat sie das im letzten Jahr mit Tex Rabinowitz getan und ist bei der von Wolfgang Tischer ausgerufenen „Wahl des besten Jurors“, Siegerin geworden, worauf ihr für den ausscheidenen Burkhard Spinnen zuerst der Juryvorsitz angetragen und dann wieder weggenommen wurde.

Sie hat aber, wie Manfred Müller in der Einleitung erklärte, noch viele andere Qualitäten, ist Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin, hält viele Vorlesungen, hat eine Dissertation über Theodor Kramer und ein Buch über Marlen Haushofer geschrieben, das ich glaube ich, bei der ersten literarischen Soiree, im Radio Kulturcafe gewonnen habe, weil ich mit einem Herrn ein bißchen schummelte und hat mit Kathrin Passig sicherlich eine sehr interessante ungewöhnliche Frau des Literaturbetriebes zu ihrer ersten Veranstaltungen eingeladen.

Eine Literatin, die keine ist oder sein will und, die sich 2006 oder so hinsetzte, um einen Text zu schreiben, um damit nach Klagenfurt eingeladen zu werden, mit dem sie dann auch noch gewonnen hat.

„Sie befinden sich hier!“, hat der glaube ich, geheißen und Daniela Strigl erwähnte, daß sie damit Unmut bei den Feuilletisten etc, erregte, Kathrin Passig hat hier abgewehrt, aber ich erinnere mich, daß ich auch einen Leserbrief an „volltext“ geschrieben habe, in dem ich mich darüber mokierte, daß man einen Bachmannpreis am Reisbrett so einfach konstruieren kann und es wirkte „Was muß das dann für ein Preis sein?“, habe ich wahrscheinlich geschrieben.

Vielleicht muß dazu  aber auch sehr intelligent sein und eine „Zentrale Intelligenz Agentur“, hat sie mit Sascha Lobo, Aleks Scholz, auch einem Bachmannpreisträger und Wolfgang Herrndorf auch gegründet.

Aber ich bin eben eine ziemlich humorlose Petson, die für Satire nicht viel übrig hat und Kathrin Passig ist auch sonst noch sehr ungewöhnlich, hat sie ja schon vor Jahren ihre Bücher aus ihrer Wohnung geschmissen, liest nur mehr „E“ und war auch eine der wenigen, die den „bösen Amazon“ öffentlich lobte.

Sie hat dann auch den „Preis der Riesenmaschine“ oder der „Automatischen Literaturkritik“, der in Klagenfurt seit 2007, vor der Preisverleihung zu fünfhundert Euro vergeben wurde, mitbegründet. Jetzt beträgt er Fünftausend und man kann sich daran beteiligen und wie es zu diesem Preis gekommen ist, hat sie in der Zeitschrift „Volltext“ beschrieben und auszugsweise aus ihrem Reader vorgetragen.

Da gibt es einen Themenkatalog mit Gut und Schlechtpunkten, wie ein Vogel oder ein Hund im Text oder Brückenaufnahmen im Portrait und dann setzten sich die Mitglieder dieses Preises hin,  zählen ganz stumpfsinnig die Punkte zusammen und verarschen damit wieder die Kritik, wie Daniela Striegl anmerkte, Kathrin Passig verneinte, aber natürlich, gibt es denn das, daß man sich die literarische Qualität von einer Maschine berechnen läßt?

Gibt es und 2008 hat Tilmann Rammstedt mit einem Text, der mir als Text gut, als Buch, weil zu übertrieben gar nicht, gefallen hat, sowohl den ALK, als auch den Publikums und Bachmannpreis gewonnen.

Kathrin Passig macht aber noch andere Sachen, sie schreibt Gedichte, bzw. läßt sie sich diese auch von einer Maschine erstellen und  hat ein paar davon vorgetragen.

„Ich bin nicht Handke“, laute beispielsweise eine Zeile daraus und dann hat sie noch ein Literaturportal, wo sie ihre gelesenen E-Books hineinstellt und mit bis zu fünf Sternen bewertet, meist sind es englische oder französische Werke, Arno Geigers „Alter König“ war aber auch dabei und Sachbücher gibt es auch einige und als Autorin scheint sie sich gar nicht zu bezeichnen, sondern „als Sachenausdenkerin“.

Interessant, interessant und etwas gewöhnungsbedüftig, wie mir die Dame, die gerne zu den literarischen Soirees geht, am Schluß sagte, ja natürlich und interessant war auch die Zusammenstellung des Publikums, würde ich ja der „Gesellschaft für Literatur“ ein eher konventionelles unterstellen und das war da, dann nocht Zitha Bereuther von FM4, Semier Insaif und andere junge Leute, aber auch Dine Petrik, etc und interessant  ist wahrscheinlich auch die Frage, wem Daniela Strigl als nächstes einladen wird?

Mich wahrscheinlich nicht, denn ich habe ja zu viele Rechtschreibfehler, habe aber auch einen Blog und bin, wie zumindest ich behaupten würde, ein literarisches Original, aber natürlich nicht „in“ und wohl auch zu wenig selbstbewußt.

2015-03-16

Leipzig gebloggt

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:32
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Ich verfolge die Leipziger Buchmesse ja schon lange und fahre seit cirka 1997 mit dem Alfred auch mehr oder weniger regelmäßig hin, da uns die Hudertmarks dort in ihrem Dachboden schlafen lassen und blogge seit 2009 auch sowohl live als auch von meinem Wohnzimmer darüber.

Die Idee, daß ich da mal, wie ich es auch bei der „Buch-Wien“ betreibe, da nach einem Gratiseintritt fragen könnte, ist mir zwar schon einmal gekommen, dann war es mir aber zu mühsam das zu organisieren und so habe ich die Messe immer mit einer Dauereintrittskarte besucht, aber diesmal war alles anders, denn diesmal hat die Messe etwas für ihre Blogger getan, eine sogenannte Bloggerlounge eingerichtet und wenn man schon mehr als ein Jahr regelmäßig über Literatur oder Bücher bloggt, konnte man sich akkreditieren lassen und so habe meine „Presse-Dauerkarte“ zugeschickt bekommen und bin mit dem Alfred letzten Mittwoch losgefahren.

Eva Jancak

Eva Jancak

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Am Donnerstagmorgen war es dann ein wenig kompliziert in die Messe hineinzukommen, weil man sich im Pressezentrum freischalten lassen mußte und das habe ich nicht gleich gefunden, obwohl ich schon in der Straßenbahn mit einer Journalistin ins Gespräch gekommen bin, die mir erzählte, daß sie für eine israelische Zeitung oder Gesellschaft schreibt und dafür Amos Oz interviewen will.

Ja, richtig Israel war heuer Gastland und da war auch ein Buch für den „Leipziger Buchpreis“ in der Sparte Übersetzung nominiert, nämlich Mirjams Presslers Übersetzung von Amos Oz „Judas“, aber dazu vielleicht später. Ersteinmal habe ich einige Zeit gebraucht, das Pressecenter zu finden und bin dann zwei Stunden in den Messehallen herunmgeschlendert, habe meine „Literaturgeflüster-Werbekarte“ von denen mir der Alfred rechtzeitig tausend Stück drucken ließ, am Stand der IG-Autoren verteilt und sie beim „Droschl-Stand“ auch Gertrud Klemm in die Hand gedrückt und dann den Alfred, um eins vor einem Messerestaurant getroffen, vor dem wie zu DDR-Zeiten ein junges Mädchen in der Kellneruniform stand und die Gäste erst auf ein Zeichen von unten hineinließ.

Unten war es dann ziemlich leer, die Kellner wieselten irrsinnig schnell umher, schauten einem aber nicht an, so daß es dem Ehepaar aus Halle, die neben uns Platz gefunden hatten, passierte, daß sie eine Stunde auf die Bestellung und später  auf das Essen warten mußten.

Slavoj Zizek

Slavoj Zizek

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So ist es auch bei uns drei geworden, bis wir die Rechnung bekommen hatten und weiter gehen konnten, ich nicht weit, sondern habe mich in die Glashalle, gleich neben die Absperrung und neben die Bühne, wo später die Jury des „Leipziger Buchpreises Platz“ nahm, gesetzt und meine bis dahin gesammelten Unterlagen geordnet.

Ein Superplatz, wie sich herausstellen sollte, die Mikrophone waren zwar verzerrt zu hören, aber alles gut zu sehen, während ich die letzten Jahre, weil keine Einladungskarte immer ganz hinten gestanden oder gesessen bin.

Ja, mit den „Bloggerpaten“, für die ich mich, allerdings nur in der Sparte Belletristik auch „beworben“ habe, hat es vielleicht wegen meiner Rechtschreibmängel, die gerade erst wieder bemerkt wurden oder auch der großen  Konkurrenz, nicht geklappt, so daß ich daneben beobachten konnte, wer aller in der Sparte Belletristik, Übersetzung, Sachbuch gewonnen hat.

Bei der Übersetzung war es Mirjam Pressler mit Amos Oz, das habe ich schon verraten, aber erst einmal hat der Messedirektor eröffnet und Hubert Winkels, den Vorsitzenden der Jury vorgestellt.

Dann stellte der die Jury vor, in der auch Daniela Strigl war, dann wurden die fünfzehn Bücher, je fünf in den drei Sparten vorgestellt.

Nicolas Mahler

Nicolas Mahler

Topsy Küppers

Topsy Küppers

Bei der Übersetzung war noch ein ein paar tausend Seiten Werk von Stefano D`Arrigo „Horcynus Orca“ dabei, das von Buzzaldrin gepatet wurde und das man vielleicht mit Reinhard Jirgl oder Arno Schmid vergleichen kann und eine neue Übersetzung des „Nils Holgersson“.

Bei der Belletrik war Teresa Präauer nominiert und Jan Wagner mit seinem Gedichtband „Regentonnenvariationen“, dann noch Norbert Scheuier und Ursula Ackrill mit „Zeiden, im Januar“ und ich blogge es auch gleich, toll, daß es eine weitere Sensation und der Lyrikband im „Monat der Lyrik“ gewonnen hat.

Dann kam noch die Sachbuchkategorie, Sachbuch und Essay, um ganz genau zu sein.

Da kenne ich mich nicht so besonders aus, es war aber eine Kafka-Biografie dabei und gewonnen hat  Philipp Terr mit „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent“.

Danach ging es für die innerhalb der Sperre zum Empfang und für mich in die Halle 4, ins „Österreich Kaffee“, denn da gibts am Donnerstag um fünf immer den traditionellen Umtrunk des Hauptverbandes mit Käsestangen und Schokolade.

Bedendikt Föger, der bei der Buchpreisverleihung in der ersten Reihe gesessen hat, ist auch nach oben und nach Österreich gegangen, ich habe wieder ein paar meiner Karten verteilt und am OÖ Stand gab es ein paar „Resistenz“ und „Arovell-Bücher“ zur freien Entnahme, so daß ich wieder was zu lesen habe.

Am Freitag habe ich meinen Messetag beim blauen Sofa begonnen, denn da hat Thomas Brussig, seinen neuen Roman „Das gibts in keinem Russenfilm“ vorgestellt, in dem ein Schriftsteller namens Thomas Bussig, nicht autobiografisch, wie er natürlich betonte, eine Entwicklung einer DDR schilderte, die es so nicht gegeben hat.

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Es war sehr voll um das Sofa und kein Platz zu bekommen und dann ging es mit Gertrud Klemms „Aberland“ weiter, die ich schon vor einer Woche im „Musa“ hörte, da habe ich ein bißchen Probleme, weil ich finde, daß die Frauen mit achtundfünzig vieleicht nicht so alt sind, wie von Gertrud Klemm geschildert und die Fünfunddreißigjährigen, auch nicht mehr alle nur Hausfrauen. Aber das Buch wurde  beim „Bachmannpreis“ sehr gelobt, bzw. der Textausschnitt, der dort gelesen wurde und inzwischen habe ich es auch vom Alfred bekommen, so daß ich selber nachlesen kann, wie das mit dem „Aberland“ der Frauen und ihren nicht vollendetend Karrieren, bei Gertrud Klemm so ist.

Nach Sibylle Berg, die auch einen neuen Roman über Sex geschrieben hat und sich zu einer Art Kunstfigur stilisiert zu haben scheint, ging es wieder in das, wie ich noch immer fand, etwas „surreale“ Messerestaurant, diesmal auf einen Hamburger und ein Glas Wein und dann bin ich wieder zwischen Halle drei und Halle fünf entlanggeschlendert, bzw. in Halle fünf in die Bloggerlounge gegangen, wo sich um dreizehn Uhr die Buchpreisnominierten, den Bloggerfragen stellten und es um zwei ein inoffiziellen Bloggertreffen gegegeben hat.

Da habe ich dann Mara Giese kennengelenrt, bzw. ihr mein Kärtchen zugesteckt und dann ging es zwischen dem Suchen nach dem besten gratis Kaffee, denn einen solchen gab es wieder sowohl beim TAZ, als auch beim „Halle-Stand“, weiter zu der neuen Bühne der „Unabhänigigen Verlage“, wo ich Iris Hanika hörte, die bei „Droschl“ verlegt und beim TAZ- Stand habe ich den letzten Bachmannpreisträger, Tex Rabinowitz gesehen, während ich auf meinen Cappuchino wartete.

Um fünf wird am Freitag traditionellerweise der „Preis der Literaturhäuser“ vergeben, den diesmal Nicolas Mahler aus Wien gewonnen hat, der sowohl aus Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“, als auch Thomas Bernhards „Alte Meister“ ein Graphic Novel machte und interessant ist, daß man beim anschließenden Glas Wein und dem Brezel immer gut ins Gespräch mit Besuchern kommen kann, haben wir da ja sowohl einen bayrischen Buchhändler als auch einen Literaturagenten aus Kosice kennengelernt.

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Am Samstagmorgen saß Mircea Cataresccu auf dem blauen Sofa und der hat Mittwochabend im Gewandhaus bei der feierlichen Eröffnung schon den „Preis der europaischen Verständigung“ für seine Trilogie „Orbitor“ gewonnen, an der er vierzehn Jahre geschrieben hat und deren dritten Teil „Die Flügel“ schon bei der letzten „Buch-Wien“ vorgestellt wurden.

Arno Geiger stellte dann sein „Selbstportrait mit Flußpferd“ vor, wo es um einen zweiundzwanzigjährigen Veterinärstudenten namens Julian geht, der sich in einen Sommer von seiner Freundin trennt und ein Zwergflußpferd betreuen soll, das schließlich sein Leben ändert.

Peter Estherhazy kam am Nachmittag auf das blaue Sofa, inzwischen kam der Messedirektor in die Bloggerlounge und die Buchhändler erklärten, was sich die Blogger von ihren erwarten können und für mich war es sehr interessant, mich in der sehr unterschiedlichen Bloggerlandschaft umzusehen, gibt es da ja die Literatur und die Bücherblogger und die bloggen auch über ganz Unterschiedliches.  Interessieren sich die einen ja für Fantasy und sind ganz junge Mädchen, die anderen für Jugendbücher und die dritten haben Literatur studiert und bloggen über die deutschen Buchpreise und Ayelet Gundar- Goshens Buch „Löwen wecken“, das auch zum Israel Schwerpunkt passt und das am Samstag vor Jussi Adler Olsen auf dem blauen Sofa vorgestellt wurde, habe ich durch den Blog von Sophie Weigand kenenlelernt, das man dort gewinnen konnte.

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Den Sonntag begann ich auf einer der „Glashallenbühnen“, wo eine junge Frau, ein Buch über ihren schwarzen Hautkrebs geschrieben hat, wechselte dann zu „3-Sat“, wo die nominierte Ursula Ackryll, ihr Buch über Siebenbürgen im Januar 1942, vorstellte, dann ging es zum „Mephisto-Stand“, wo ich wieder Ulrike Almut Sandig hörte, die einen Erzählband über das „Verschwinden“ geschrieben hat und einen Teil einer Geschichte las, die in Leipzig spielt.

Danach schlenderte ich ein bißchen durch die Hallen, teile noch ein paar Karten aus, kaufte mir ein Hot Dog, trank einen oder zwei Kaffees, in der Bloggerlounge stellten die unabhängien Verlage, das Buch über die „Wanderhure“ vor, das einen Prozeß bekommen hat und interviewten Autor und Verleger, wie sie es mit dem Bloggen hielten, dann ging es noch einmal zum blauen Sofa, wo der Schauspieler Michael Degen, der vor langer Zeit eine Nacht mit Oskar Werner durchgetrunken  und jetzt ein Buch darüber geschrieben hat, das schon im „Kulturjounal“ vorgestellt wurde und der den berühmten Schauspieler, den ich  in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren in seiner Rolle als Feuerwehrmann in „Fahrenheit 451“ kennenlernte und 1983, wo es mit seiner Karriere schon  zu Ende ging, einmal im Volkstheater bei einer Lesung hörte, als überzeugten Nazi-Gegner schilderte, da ist mir eingefallen, daß ich ihn einmal in einer Nazi-Uniform in einen Film gesehen habe, den ich für einen Propagandafilm  der Nazis gehalten habe, so daß ich ihm dazu etwas fragen wollte.

Dann kam noch Michael Bergmann auf das Sofa, der auch ein Buch mit einem interessanten Titel, nämlich „Weinhebers Koffer“ geschrieben hat, der aber gleich dazu sagte, daß das nichts mit Josef Weinheber zu tun hat, sondern er  mit Leonhard Weinheber, einen fiktiven jüdischen Schriftsteller erfunden hat, weil ihn der Name interessierte und dann ging es wie in den Jahren vorher auch, zu Ulrike Geburtstagsfest und einen Spaziergang mit den Großvätern und Ulrikes kleinen Söhnen zu einem Ententeich haben wir auch gemacht und am Montag vor der Rückfahrt noch einen Sprung in das „Kaufland“, um Brot, Milch Joghurt und was man sonst so braucht, einzukaufen und da haben wir auch ein paar Fläschchen Rotkäppchensekt mit nach Wien gebracht.

2015-03-15

The very best of song contest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:58
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Die nur Literaten unter meiner Leserschaft werden sich jetzt vielleicht ein wenig wundern und, wie ich nicht sehr viel Ahnung von dieser großen europäischen Gesangsveranstaltung haben, die seit 1956 immer im Mai in europäischen Städten  stattfindet und vielleicht gerade wissen, daß dort Udo Jürgens, der ja Ende des letzten Jahres gestorben ist, 1966 mit „Merci Cherie“ gewonnen hat und voriges Jahr Conchita Wurst mit „Rise like a Phoenix“.

Da kann ich mich erinnern, daß ich an diesen Samstag mit der Iris in einem afrikanischen Lokal mit ihren Freunden und der Familie essen war und da kam dann zur Sprache, daß ein Mann mit einem Bart, der wie eine Frau aussieht, um das einmal so naiv zu formulieren, wahrscheinlich gewinnen wird.

Und ehrlich, vorher hatte ich noch nicht sehr viel von Chonchita Wurst gehört und auch nicht wirklich, daß am Abend der Song Contest in Kopenhagen stattfindet, denn ich interessiere mich ja hauptsächlich für Literatur und die E-Kunst rundherum.

Aber das Land, das gewinnt, darf im nächsten Jahr den Song Contest ausrichten, das wird dann in der Stadthalle sein und, daß Österreich dafür schon seit Monaten rüstet und das Geld, das es dafür braucht an anderen Stellen einspart, habe ich schon gehört.

Dann gibt es ja den „Holzbaum-Verlag“, der hat mich vor einigen Jahren, fast zeitgleich mit Frau Führer, die damals die Werbung für den oberösterreichischen „Kehrwasser-Verlag“ machte und inzwischen die  Pressearbeit für den Hauptverband des Buchhandels abgab, gefunden und bietet mir seitdem seine Publikationen an.

So daß sich eine so humorlose Person, wie ich in der Satire üben kann und jetzt gerade rechtzeitg zum Songcontest oder ein paar Monate früher, ist das „Very best of Song Contest““ gestaltet von Werner Vogel, dessen Ehrfahrungen als Deutschlehrer ich im vorigen Jahr lesen konnte, Bernhard Tscherne und Feri Janoska mit großen Erwartungen erschienen, gehen sie doch davon aus, daß das Buch, wenn dann am 23. Mai sechszehntausend Leute in der Stadthalle sitzen und an den Fernehgeräten weltweit 2000 Millionen den sechzigsten Eurovision Song Contest verfolgen werden, ein Promille davon, also ungefähr 200 000 Personen, das Buch sicherlich gelesen haben werden“.

Um dieses Ziel zu unterstützen, blättere ich mich also wieder durch das Buch, das ich vorher in der Badewanne an zwei Morgen gelesen habe, was für ein so komplexes Büchlein schlecht ist, weil man dann endlos herumblättert, um nachzuschauen, wo das Datum der Übertragung steht und, wo die Zahl der erwarteten Käufer, etc, obwohl ich mir ja ohnehin immer vorsorglich alles anstreiche.

Es beginnt mit „Zahlen, Fakten, Sensationen“ und da fährt man, daß der Song Contest, in dem Buch kurz ESC genannt, nach dem Vorbild des „Festival della canzone italiana“ entstanden ist.

Es gibt ein paar Regeln, was die dort auftretenden Sänger alles sein und tuen müßen, also mindestens sechzehn Jahre, es dürfen auch nicht mehr als sechs Personen auf die Bühne und und das stimmt, glaube ich, bezüglich des letzten Siegers/ Siegerin nicht so ganz „Die Lieder dürfen keine politische Botschaft haben“, wird Conchita Wurst doch von Alf Poier, der 2003 in Riga angetreten ist „mittlerweile mehr als singender Europapolitiker als ein Künstler“ gesehen. Und Hans Krankl, der als Song Contest Fan auch interviewt wird, hält  die „James Bond Nummer für  ein Symbol für Toleranz und Menschlichkeit und daher in Ordnung!“

Österreich hat also zweimal gewonnen, war aber mehrmals am letzten Platz und Udo Jürgen, von dem es leider kein Interview in dem Buch, gibt, er ist nur am Cover zu sehen, obwohl die Interviews teilweise schon im Herbst geführt wurden, ist drei oder viermal angetreten.

1966 gab es, wie erwähnt mit „Merci Cherie“ den ersten Platz, den vierten gab es 1965 mit „Sag ihr, ich lass sie grüßen“ und 1964 mit „Waum nur, warum“ noch den sechsten.

Alf Poier kam  2003 mit „Weil der Mensch zählt“, ein Wahlslogan, den er der SPÖ abgekupfert hat, ebenfalls auf den Sechsten und dann gibt es noch Waterloo und Robinson, 1972, Platz 5., Liane Augustin „Die ganze Welt braucht Liebe“, ebenfalls Platz fünf, 1958 und und und…

Deutschland ist laut der Statistik am öftesten angetreten und hat Udo Jürgens nie unterstützt und eine Aufzählung der blödesten Songtiteln gibt es auch.

Kleine Auswahl gefällig „Käsekuchen“, „Wenn die Musik stirbt“ „Ooh, aah… nur ein bisschen“, „Miss Kiss Kiss Bang“, etc.

Genauer nachlesen läßt es sich auf den Seiten 51-52 und die Quizz -Liebhaber kommen auch auf ihre Kosten.

„Was schätzen Sie? Welche Farbe der Kleidung schmückte am häufigsten den Sieger/ die Siegerin des ESC? Weiß, Gold, rot oder Keine? Die Antwort auf diese bohrende Frage finden Sie auf der Seite 122“

Also blättern wir uns bis dahin weiter durch. Jetzt kommt das Bild mit dem Udo am Klavier, der war der einzige der ein solches benutzte und einer der wenigen, die sitzend sangen. Conchita Wurst mit der schwarzen wehenden Haarmähne steht daneben und eine Frau mit der Gitarre sitzt auf der anderen Seite. Wie heißt sie bloß? Vielleicht sollte ich für die Beantwortung dieser Frage ein Buch aus meiner Kollektion vergeben?

„Pleiten, Pannen, Peinlichkeiten“ gibt es natürlich auch. So mußte die Schwedin Lotta Engberg den Titel ihres Songs umbenennen, weil ein Markenname, in diesem Fall „Coca Cola“, beim Contest nicht erwähnt werden darf.

Und wenn wir uns durch die „Star-Galerie“ durchblättern, sehen wir „ABBA“ aus einer Sardinendose blinzeln, die traten Anfang der Siebzigerjahren öffentlich unter dem Bandamen „Engaged Couples“ in Clubs und Bars aufs.

Dann kommen Zeitungsausschnitte, auf der Pin Wand aufgepickt, wie „Udo Jürgens schwärmt: Würdige Nachfolgerin“, aus der Kronen Zeitung vom 12. 5. 1914, oder „Jetzt hat uns die den Schas gewonnen – Andi Knoll kommentiert den Sieg von Conchita Wurst in Anlehnung an Nadine Bellers Freudentaumel 2011″und was man nicht vergessen sollte für den 19. 21 und 23 Mai einzukaufen, wird auch noch angegegen. „20 Liter Cola, 3 Flaschen Bacardi, 10 Packerl Chips und Taschentücher“ werden da empfohlen.

Dann kommen die Interviews mit den „ESClern, etwa mit Richard Oesterreicher, den 1932 geborenen Jazzmusiker, Dirigenten und Komponisten der von 1978  bis 19991 zwölfmal Dirigent der österreichischen Beiträge war und mit dem Dirigierstaberl in seinem Garten abgebildet ist.

Tini Kainrath wurde interviewt, sie nahm 2000 mit den Rounder Girls teil und präsentiert auf dem Foto eine Fantasche, die sie von dort noch gefunden hat.

Alf Poier präsentiert sein rotes T- Shirt, einen schwarzen Hut und ein schwarzes Leiberl hat er dabei an und nennt den Song Contest ein „überflüssiges Massenphänomen“ und Daria Kinzer, 1988 in Aschaffenburg geboren, die inzwischen eine Doktorarbeit über alternative Finanzierungsmöglichkeiten des Eurovison Song Contest schreibt, ist 2011 für Kroatien in Düsseldorf angetreten und wünscht sich das auch einmal für Österreich zu tun.

Gary Lux wird interviewt, der war oftmals als Backgroundsänger vertreten und ist einmal mit einem Lied angetreten, das ihm unterjubelt wurde, ein „Erzherzog Johann Jodler“, obwohl das eigene besser war.

Dann kommt Hans Krankl als Song Contest Fan, der jetzt auch selber singt, aber nicht antreten möchte, weil  er als 1953 geborener schon zu alt dafür ist und auch „mit der Art von Musik, die er mag, dort nicht anzukommen glaubt“.

Der ORF Mitarbeiter Andi Knoll, der seit 1999 für Österreich kommentiert und die in Phyra bei St. Pölten geborene Sängerin Monika Ballwein, die Conchita Wurst coachte, werden auch interviewt. Sie zeigen alle ein Symbon von den jeweiligen Contests auf dem Foto und dürfen ihren Wunsch für 2015 handschriftlich aufschreiben.

Richtig, die „Olsen Brother“ wurden in Kopenhagen auch noch interviewt.

Udo Jürgen fehlt, aber Conchita hat, obwohl jetzt wohl wenig Zeit, per Mail ihr Statement abgegeben und handschriftlich dazugeschrieben „alle mögen es genießen, ich tus, conchita“

Ihr Geburtstag ist der 6. November 1988, der Geburtsort Gmunden, Thomas Bernhard wird das vielleicht freuen oder nicht, der bürgerliche Name wurde leider nicht dazugeschrieben, ich müßte googlen, bin aber zu faul dazu, Moniika Ballwein, hat aber, glaube ich, den Vornamen in ihrem Interview erwähnt.

Einen Blick nach vorn gibt es  auch, da sollte 2046 Ralph Siegel es zum fünfundfünfzigsten Mal probieren und 2078 der österreichische Diktator Frank IV, den Song Contest nach Wien verlegt haben und permanent austragen lassen und 2459 tritt  ein geklonter weißer Elefant namens Juma trompetend und als Elefantin verkleidet auf.

Mal sehen, ob wir das noch erleben? Den 23. Mai 2015 werden wir wahrscheinlich und wer sich bis dahin ein bißchen satirisch bilden lassen will, dem kann ich den „Very best of Song contest“ wirklich nur empfehlen.

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