Literaturgefluester

2015-04-30

Frühstück und Brunch in Wien

Filed under: Bücher,Veranstaltungen — jancak @ 11:37
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Der „Holzbaum-Verlag“ der mit „StadtBekannt Wien“ eine Kooperation eingegangen zu sein scheint und gemeinsam Reihen über das „Unnütze Wien Wissen 12„, „Kaffee“, über das „Grätzel Josefstadt“ und noch einiges anderes herausgegeben hat, hat sich jetzt auf das „Frühstücken“ verlegt und das gleichnamige orange Büchlein, heute um neun ganz stimmig im „Coffee und Juices-Shop-Lilettes“ auf der Tuchlauben,vorgestellt.

Und Frühstücken ist ein Thema, das mich auch sehr interessiert, bin ich ja eine bekennende Frühstüclkerin und empfehle meinen beispielsweisen eßgestörten Klienten immer den Tag mit einem guten Frühstück zu beginnen.

Außerdem haben wir schon fast dreißig Jahre eine Getreidemühle, beziehungsweise inzwischen zwei, so daß es jetzt auch in Harland jeden zweiten Tag Müsli zum Frühstück gibt. Das heiß,t am Vortag eingeweichten Weizen mit Joghurt, Apfel, Banane, Nüßen oder anderen aktuellen Obst.

Den anderen Tag esse ich  meistens ein Marmeladebrot oder das was gerade da ist und in Bük in Ungarn im Hotel Repce in das wir derzeit ja öfter fahren, kann man sich zum Frühstück Spiegeleier braten lassen, da hat zwar der Ernährungswissenschaftler, den „Stadtbekannt“ zur Präsentation eingeladen hat, abgewinkt, beziehungsweise, die Dame, die das Büchlein vorstellte, aber als ich 1991 in Japan war, gabs in den Luxushotels, wo uns der akademische Reisedienst einquartierte, auch Ham and Eggs mit Toast, das sogenannte europäische Frühstück.

Die Japaner eßen ja, glaube ich, Reis und Suppe und die Italiener gar nichts beziehungsweise ein Brioche und einen Cappuchino und als wir im Sommer im Elsaß waren, sind wir in der Früh immer in das Cafehaus von Eguisheim gegangen und ich habe zweimal ein Croissant und einen Caffe au lait bestellt, wenn der Alfred nicht etwas anderes wollte.

Aber jetzt sind wir in Wien und das geht es um die Frühstückskultur, die dort herrscht und da fällt einem als erstes einmal wahrscheinlich das Kaffeehaus ein, wo ich als Studentin  manchmal gefrühstückt habe, im Cafe Jelinek oder Cafe Sperl vorzugsweise und dann  bin ich eine Zeitlang auch gern in die Konditorei Aida auf eine oder zwei Kolatschen und einen kleinen Braunen gegangen, die dort sehr gut waren.

Inzwischen hat sich einiges an den Frühstücksgebräuchen geändert, die Bagels und die Smoothies sind hinzugekommen und so habe ich mich gleich angemeldet, als die Einladung zur Buchpräsentation gekommen ist, obwohl das Frühstücken eigentlich nicht sehr literarisch ist oder doch natürlich, denn damals in der Konditorei Aida, bin ich ja öfter durch mein Schreiben aufgefallen und über seine Frühstückgewohnheiten lassen sich auch herrliche Geschichterln schreiben.

Das „Lilette“ war auch sehr voll, als ich es knapp nach neun erreichte, vorsorglich habe ich vorher noch eine Schale selbstgemachtes Müsli, gegessen,  Kaffee und Orangensaft dazugetrunken, falls es vielleicht nur ein paar Mannerschnittenproben geben sollte, weil man den Tag, wie ich auch später hören konnte, ja mit einem ordentlichen Frühstück beginnen soll. Alle Plätze besetzt, man mußte sich aber auch an der Theke anstellen, um den jungen Frauen dort zu sagen, welchen Kaffee oder Smoothie man trinken wollte. Ich habe mich für einen Caffe Latte entschieden, denn den trinke ich ja  meistens. Bei den Smoothies kenne ich mich nicht so aus und Säfte, die alle einen eigenen Namen hatten, standen auch schon bereit, wie Müsliproben.

Dann kam die Begrüßung und der Max vom Verlag, den ich  schon von der „Kaffeebuch-Präsentation“ kenne und warf ein Teepäckchen mit seinen Fragen in die Runde, die man all wahrscheinlich alle in dem Buch beantwortet finde  und man  bekam dann, wenn man beispielsweise wußte, woraus sich das Wort „Verival“- die Tiroler Biomanufaktur, die nachher ihre Müsliproben verteilte, zusammensetzte, was eine Lactoseunverträglichkeit ist, warum man frühstücken soll oder woraus eine typisches Wiener Frühstück besteht,  man einen Sack mit dem Clemens Haipl-Buch und dem „Unnützen Wien Wissen II“.

Ich erwischte wieder einmal nichts, habe die Bücher aber ohnehin schon gelesen und in dem neuen Buch, das in der sehr schönen „Verival-Tragetasche“, befand die man sich mitnehmen konnte, außerdem noch enthalten war, gibt es natürlich auch etwas über das „unnütze Frühstückswissen“ zu erfahren, wie beispielsweise, daß „Spiegeleieresser sexuell sehr aktiv wären“, das war so eine Frage, wo die Frau, die den Tee gegfangen hat, die angeblich richtige Antwort  erst durchraten mußte.Es gibt aber auch wissenswertes um die Milch und um das Müsli zu erfahren und das erklärte während der Präsentation, auch der Ernährungswiessenschaftler, der mir  bestätigte, daß meine Art das Müsli zuzubereiten, die beste ist. Noch besser wäre vielleicht der Porridge, das das was die Engländer, glaube ich, zum Frühstück essen. Waruer, gekochter Haferbrei.

Dann gibts in dem Buch natürlich viel über das Ei, die man im Glas, pochiert, als Eierspeise und wahrscheinlich auch noch  anders essen kann und dann kann man in dem Buch erfahren, wo man überall in Wien frühstücken kann,

„Am Markt, im Scanigarten, im Park, im Wasser, im Grünen, mit Aussucht, im Theater oder Kino, im Museum, im Hotel, mit dem gewissen Extra, im Wiener Kaffeehaus,, beim Bäcker, für Naschkatzen, fürs gesunde Geissen, für Langschläfer, für do ist your self Künstler, im Szenelokal, für Nachteulen und Frühaufsteher, aus aller Welt,  natürlich mit den dazugehörigen Adressen und Werbeeinschaltungen und ich füge hinzu, zu Hause kann man das  auch und morgen am ersten Maium 8.15. im „Rotpunkt“  in der Reinprechtsdorferstraße, bevor es  zuerst zur Albertina und dann vors Parlament zur Maikundgebung geht.

Da werde ich vielleicht wieder einmal früher aufstehen und das Badezimmerlesestündchen verkürzen oder auch nicht, denn ich bin ja eigentlich eine zu Hause-Frühstückerin und blättere mich jetzt  in aller Ruhe durch die  schönen bunten Frühstücksbilder durch, bevor ich mir zu Mittag, die Pizza im Backofen erwärme, die der Alfred gestern abend nach Hause brachte.

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2015-04-29

Neue Literatur aus Ungarn

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:23
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Seit November 2013 fahren wir regelmäßig mit der Schwiegermutter nach Bük ins Bad, weil die das früher mit dem Opa so machte und da habe ich, weil ich mir ja immer die entsprechende Literatur mitzunehmen versuche, den ungarischen Übersetzer György Buda, der  auch Gedichte zu schreiben scheint, in der „Gesellschaft für Literatur“ gefragt, welche Bücher er mir da empfehlen könnte?

Er hat mir den „Nischen Verlag“ empfohlen, der mir nicht besonders viel sagte oder doch natürlich, gibt es ja seit einigen Jahren bei der „Buch-Wien“ die „Donau Lounge“ und da hat, glaube ich, Cornelius Hell, der schon zwei Bücher über Ungarn geschrieben hat, einmal Krisztina Toth vorgegestellt und heute stellte der „Nischen-Verlag“ in der „Alten Schmiede“ seine neuen Bücher vor und ich bin, als ich den Kellersaal betreten habe, als erstes fast in Paul Lendvai hineingerannt, der glaube ich, ein 1056 Flüchtling ist und einer der führenden Journalisten der letzten Jahrzehnte.

Ich habe auch ein Buch von ihm auf meiner Bücherliste und daß der „Nischen-Verlag“, den es seit einigen Jahren zu geben scheint, mit einer Zsoska Lendvai zu tun hat, darauf bin ich erst später gekommen.

Die Verlegerin berüßte jedenfalls das Pulikum, wies auf die Pogatschen und den Wein hin, den es im Anschluß geben würde, auf den Sitzem lagen  Verlagsprospekte und deutsche Textauszüge von den zwei Romanen, die vorgestellt wurden, wurden auch verteilt.

Cornelius Hell, der moderierte, wies auf die ungarische Literatur hin, die durch den „Nischen Verlag“ dem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht würde und erklärte , daß die zwei präsentierten Romane sehr viel Ähnliches hätten, spielten sie doch in den Fünfziger und Sechzigerjahren, erzählten also die neuere ungarische Geschichte und sie würden auch von einer Armut erzählen, die damals geherscht hätte.

Dann begann die 1967 geborene Krisztina Toth ein Stück auf Ungarisch aus ihrem Roman „Aquarium“ zu lesen, der von der etwas „verrückten“ Klari-Oma handelt, die wahrscheinlich in Budapest in dieser Zeit mit ihrer Enkeltochter Vica in einer Kellerwohnung lebt. Es gibt auch ein Auqarium und das ist sehr vergammelt, obwohl die Oma immer allen erzählt, daß sie die Fische füttern müßte, ansonsten scheint sie eine sehr unkonventionelle Person zu sein, die man vielleicht auch als soziopathisch bezeichnen könnte. Die Enkeltochter leidet jedensfalls darunter und auch die Tochter Vera, die ihr von der Fürsorge abgenommen wurde. Im dritten Kapitel ist sie mit einem Lampenschirmerzeuger verheiratet, die Großmutter besucht die Mutter immer am Dienstag und als sie sich das Geld das ihr die Tchter zusteckt, mit dem Erzeugen der Lampenschirme verdienen soll, beginnt sie diese so zu verunstalten, daß sie der Schwiegersohn mit dem Tod bedroht und aus der Wohnung weist.

Der 1959 in Debrecen geborene Ferenc Barnas war der zweite Autor und er stellte seinen ersten auf Deutsch erschienenen Roman „Der Neunte“ vor und das ist der Ich-Erzähler und auch das neunte Kind einer sehr katholischen Familie, die in den sechziger Jahren des kommunistischen Ungarns vom Rosenkranz erzeugen lebt, die Familie ist sehr arm und baut an einem Haus, wo, das ist der Traum des Erzählers. daß jedes Kind ein eigenes Bett haben wird.

Ferenc Barnas bzw. Kurt Neumann lasen sechs Stellen aus dem Buch, wo der Junge. den Gestank der Armut in der Schulklasse, den Religionsunterricht, seine Beziehungen in der Schule, zum Pfarrer und auch zu seinen Geschwistern schildert.

Danach gab es ein sehr langes Gespräch und weil derTooth Übersetzer Geörgy Budas erkrankt war, sprang für ihm der Autor Gabor Fonyad ein, den ich,  schon einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und Cornelius Hell stellte viele Fragen nach dem Politischen, sowie dem Autobiographischen Anteilen der beiden Autoren und wiederholte das. was er schon auf der letzten Buch Wien über „Die Mittellosen“ gesagt hat, daß ihm die Bücher an seine eigene Kindheit in einem Salzburger Dorf erinnert hätten und daß das ungarische Dorf dem seinen wohl näher, als Salzburg Wien und Ungarn Budapest gewesen wäre, wo ich ihm im Anschluß  widersprochen habe, denn mich habendie Schiderungen Ferenc Barnas sehr wohl an meine Kindheit und dem Hausbau am Almweg erinnert und ich habe in meiner Kindheit wohl ein eigenes Bett gebhabt, meine Mutter hat sich aber für den Hausbau alles vom Mund abgespart und die Kleider ihrer Schwester getragen und ich bin 1977 von der Wattgasse in die Otto Bauergasse, in ein Haus mit Klo am Gang gezogen, wo ich auch nicht sicher bin, ob es das heute schon in den Wohnungen gibt.

2015-04-28

Die Poetik des Martin Prinz

„Poetiken“ ist eine, lose, wie Manfred Müller, einleitete, Reihe, der „Gesellschaft für Literatur“, wo Autoren, ihre Lebensläufe und Schreibweisen, etc unabhängig vom letzten Buch  im Gespräch vorgestellt werden.

Ich hätte mir ja gedacht, da geht es um um Poesie und glaube, daß ich da mal auch bei einer Veranstaltung mit Helwig Brunner gewesen bin. Aber ich gehe  auch in loser Reihenfolge in die „Gesellschaft“ und suche mir da die Veranstaltungen meist nach den Namen der Autoren, beziehungsweise nach meinem Zeitplan aus.

Heute war das jedenfalls so und heute wurde auch, der 1973 in Lilienfeld bzw. in einem Wiener Krankenhaus geborene und dann in Lilienfeld aufgewachsene Martin Prinz, der mit seinem Roman „Der Räuber“ erschienen bei „Jung und Jung“ schlagartig berühmt geworden ist und das ist ja nicht gerade ein Thema, das mich so besonders interessiert.

Die ein Jahr später erschienene „Puppenstille“ habe ich gelesen und sie  von den „Büchertürmen der Lyrik im März“, beziehungsweise von sonst irgendwo bekommen, von den Büchertürmen  stammt jedenfalls der „Räuber“, den ich, glaube ich, noch immer nicht gelesen habe, dafür einmal am Karlsplatz den Film gesehen und die „Puppenstille“ habe ich, glaube ich, einmal auf eine der „Sladky-Wanderungen“ mitgenommen und dann mit Christa M. darüber gesprochen, die in Traisen wohnt und Martin Prinz, weil ihrEx- Mann, glaube ich, Zahnarzt in Lilienfeld war, kennt.

Das dritte bei „Jung und Jung“ erschienene Buch „Ein Paar“, Manfred Müller nannte es, eine „Trilogie der Bewegung“ habe ich weder gelesen, noch in meinen Besitz und Martin Prinz hat sich auch, wie er sagte 2010 von „Jung und Jung“ aus materiellen Gründen wahrscheinlich, weil man da nicht auf die deutschen Buchpreislisten kommt, getrennt und im vorigen Jahr ein Stipendium der Stadt Wien gehabt, wo er schon aus seinem demnächst wahrscheinlich bei einem großen deutschen, noch unbekannten Verlag erscheineden Roman, „Die letzte Prinzessin“ im MUSA gelesen hat.

Dazwischen ist noch 2010 bei C. Bertelsmann ein Buch „Über die Alpen“, ein Reisebericht wahrscheinlich erschienen, aber schön der Reihe nach, denn Manfred Müller stellte sich diesmal nicht an das Pult und rezitierte, den Lebenslauf sondern setzte sich neben Martin Prinz und sagte, daß er viele Fragen aufgeschrieben hätte, denn Martin Prinz Eintrag bei „Wikipedia“ sei einer der kürzesten, den er je gesehen hätte, so handelte er den Lebenslauf des jungen, sehr sympathisch wirkenden Autors, im Gespräch ab, der sehr viele seiner Bekannte, wie die Deutschlehrerin und den Lateinlehrer und auch einige „Standard-Redakteure“ im Publikum sitzen hatte.

Denn Martin Prinz hat, nachdem er in Wien geboren und in Lilienfeld aufgewachsen ist, Germanistik und Theaterwissenschaft studiert, weil er sich nach der Matura noch nicht bereit zum Schreiben gefühlt hat und ein Notizbuch, das er einmal in einem Cafe in St. Pölten liegen hatte, ist ziemlich leergeblieben.

Er hat dann aber doch schon sehr früh Stipendien bzw Reiseaufenthalte in Palliano etc bekommen und dafür auch ein Romanmansuskript geschrieben, das war sein erstes, noch früher als der „Räuber“, die Verlage wollten es aber nicht, so hat er in Palliano sehr schnell den „Räuber“ geschrieben und weil er gesehen hat, daß man von seinen Büchern nicht leben kann, hat er  angefangen beim „Standard“ Artikel über Politik, Reisen und das Lesen zu schreiben.

Die werden vielleicht auch einmal in Buchform erscheinen, jetzt hat er jedenfalls einen Text über „Marlen Haushofers „Brav sein ist schwer“ vorgelesen und er ist auch, wie Manfred Müller ebenfalls einleitete, sehr viel auf Reisen. Ein Reiseschriftsteller oder ein Nomade und seine Reiseberichte, die dann im „Standard“ erscheinen sind sehr ungewöhnlich oder mystisch, so beispielsweise der über „Cannes“, dann gibt es noch einen politischen Artikel über den „Islamischen Staat“ und viele andere und außer „Der letzten Prinzessin“ wird demnächst noch was Autobiografisches oder was über Lilienfeld mit dem Titel „Der König von Lilienfeld“ erscheinen, denn da ist einmal der kleine Martin im Schulhof gestanden und hat sich das von sich gedacht.

Er hat auch viel gelesen im Alter zwischen acht und zwölf, was ein Entlehnausweis der Bücherei beweist, obwohl er sich an die Bücher nicht mehr erinnern kann. In der Pubertät hat er zu schreiben aufgehört und ist erst während des Studiums wieder zum Lesen zurückgekommen und hat sich vor allem für Handke sehr interessiert und selber nie Lyrik und auch keine Kurzgeschichten geschrieben.

Interessant dieses Autorenportrait, das in einem Dialog zwischen dem Germanisten aus Zell am See und Martin Prinz stattfand, der sich in Lilienfeld immer als Wiener ausgab, weil das interessanter ist und sich, wenn er seine „Standard-Artikel“ kommentierte, einmal als Martin Prinz ausgab, was ihm dann niemand glaubte.

2015-04-27

Dichte und dicke Luft in der Alten Schmiede

Eine poetische Formulierung von Angelika Reitzer zu den ausgewählten literarischen Neuerscheinungen, die dort am Montag präsenitert wurden.

Die neuen Bücher von Hanno Millesi und Valerie Fritsch und der „Schmieden Raum“ ungewöhnlich voll, so daß ich gerade noch ein Plätzchen in der dritten Reihe erwischen konnte.

Ungewöhnlich, wenn nicht gerade die grande Dame Friederike Mayröcker liest oder Gustav Ernst bzw. Peter Henisch ihre Colloquien haben und bei Robert Menasse war sogar einmal sehr viel Platz zu bekommen, ungewöhnlich also bei zwei, der literarischen Öffentlichkeit vielleicht nicht so bekannten Autoren, könnte man schwafeln, aber der neue Roman der 1989 geborenen Valerie Fritsch „Winters Garten“ ist schon bei „Suhrkamp“ erschienen, Hanno Millesis Novelle „Venusathosphäre“ in der „Textlicht-Reihe“ bei „Atelier“ und Angelika Reitzer bemerkte in ihrer Einleitung, daß sie sich schon größeres Interesse erwartet hätte, aber soviele Besucher überraschten. Christian Jahl von der Hauptbücherei, Daniela Strigl, der Lehrer aus Retz und noch viele andere jüngere und ältere Besucher.

Hanno Millesi begann zu lesen und Angelika Reitzer hat noch auf die „Welt hat ihre Erinnerung verloren-Textvorstellung“ von 2010 hingewiesen, wo Millesi und Fritsch gemeinsam aufgetreten sind.

Da habe ich die hochbegabte junge Frau mit der dünnen „Bachmannstimme“, die vielleicht die Mayröcker- Andrea Winkler Nachfolge antreten wird, auf jeden Fall aber hochpoetisch ist, das erste Mal gesehen.

Den 1966 in Wien geborenen Millesi, habe ich, glaube ich, bei einem von Ernst Kostals „Wahnsinnssymposien“ kennengelernt, da hat er mich durch seine aussichtslosen Kindertexte sehr beeindruckt, vorher habe ich seinen Namen schon ein paar Mal auf den Briefen des BUMUKS gelesen, wenn das mir mitteilte, daß ich diesmal leider schon wieder kein Stipendium bekommen würde.

Er hat um den Bachmannpreis gelesen, da hat mir sein Text auch sehr gut gefallen, war bei einigen Buchpräsentation und habe ihn einmal sogar mit zu einer „Buchpreisprämie“ verhelfen können.

Seine letzten Bücher sind glaube ich bei „Luftschacht“ erschienen, die Novelle bei „Atelier“ und Angelika Reitzer erläuterte in ihrer Einleitung, daß es schon ein älterer Text sei, der hier veröffentlicht wurde. Es geht dabei um eine junge Frau, die nach einer durchzechten Nacht nackt im Bett aufwacht, neben ihr liegt ein Mann und sie kann sich an nichts erinnern.

Interessant interessant, wenn vielleicht als Idee nicht unbedingt neu und Hanno Millesi antwortete auf Angelika Reitzers Fragen auch, daß die ursprüngliche Idee, die Vereinigung vier solcher Novellen zu einem Buch gewesen wäre.

Das hat dann nicht geklappt und Stefans Zweig „Angstnovelle“ spielte auch dabei eine Rolle. Der dürfte 1910 ein ähnliches Sujet verarbeitet haben und spannend war die Geschichte allemal, auch wenn Hanno Millesi natürlich nicht das Ende verraten hat.

Dann kam Valerie Fritsch mit „Winters Garten“.

Ihr viertes Buch, nach den „Verkörperungen“ und „Die Welt ist meine Innerei“, dem Foto und Reiseband, mit dem sie 2013 auf der „Alpha Shortlist“ war.

Vielleicht war Christian Jahl deshalb im Publikum, da aber inzwischen noch ein Gedichtband von ihr erschienen ist, kann es wohl mit dem heurigen „Alpha“ nichts werden, da man da nur drei Bücher haben darf und ich hätte mich über den derzeit überall hochgelobten Roman, ich weiß gar nicht, ob es überhaupt einer ist, gefreut und habe von der jungen Frau, die, 2010 bei den „Textvorstellungen“ wie sich Angelika Reitzer noch erinnern konnte, sagte, daß sie nur über das schreibt, was sie kennt, auch schon einiges gelesen und die einmal bei den „Lockstoffen“ gehört. Den „FM4-Preis“ hat sie auch einmal gewonnen.

Bei den „Textvorstellungen“ ging es um eine Ärztin, die als Prostituierte arbeitete und Valerie Fritsch hat deshalb Bordelle besucht.

In „Winters Garten“ geht es um „Endzeiterfahrungen, um den Tod und das Sterben und um Anton Winter, der in einem paradiesischen Garten, bei seinen Groéltern aufwuchs, dann als Vogelbauer oder Züchter in die Stadt in ein Hochhaus zieht und wieder gibt es in dem Buch sehr schöne poetische Wendungen und Bilder, wie beispiesweise, die Föten der Fehlgeburten, die die Großmutter in Gurkengläsern aufbewahrt und die sich der kleine Anton dann eifrig anschaut.

Auf diese Idee muß man erst einmal kommen und um die Gattungsfrage zu beantworten, Valerie Fritsch meinte, es wäre ihr Romanähnlichstes Buch, als Angelika Reitzer fragte, ob man es auch lyrisch nennen könnte.

Interessant interessant und spannend, ob  es einmal zu mir kommt, obwohl ich selber ja mehr realistisch, als lyrisch bin und daher kurz zu einem eigenen Schreibbericht überblenden möchte, denn da hat sich in den letzten Tagen einiges getan.

So korrigiere ich das „Schutzengelchen“ derzeit in der Endphase und die „Bibliophilin“ hat einen neuen Namen bekommen und wird wahrscheinlich „Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch“ heißen, da bin ich mit dem zweiten Korrigierdurchgang vor ein paar Stunden fertig geworden und noch nicht so ganz mit allem zufrieden. Etwas über fünfundsiebzig Seiten und 36722 Worte sind es derzeit und vorallem die Thekla Szenen sitzen noch nicht so richtig. Da muß ich das mit dem Bücherloslassen und der Leseliste noch gehörig überarbeiten, da das, was ich habe, wahrscheinlich wirklich noch ein ziemlicher Rohtext ist, sehr unfertig und sehr angerissen und der Janusz und die Fritzi gehören vielleicht auch noch ergänzt.

Dagegen bin ich mit den Yasmin-Selma Szenen zufriedner und vielleicht bekomme ich es, wenn ich es bis zum Sommer bzw. November ordentlich korrigieren, so hin, daß ich damit zufrieden bin.

2015-04-26

Flug der Pelikane

Filed under: Bücher — jancak @ 19:21
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Es sind sehr poetische Geschichten, der kurze 2010, erschienene Roman des 1982 geborenen Benjamin Lebert, der mit seinem 1999 erschienenen Erstling „Crazy“ berühmt geworden ist.

Die Schilderung eines Sommes eines vierundzwanzigjährigen Altenpflegers, der im April beginnt, da er da, nachdem ihn seine Freundin verlassen hat, zu Onkel Jimmy nach New York aufbricht, um bis zu dessen plötzlichen Tod, in seiner Imbißstube Pfannkuchen zu backen.

Fast ein bißchen wie der neue Arno Geiger könnte man so sagen, zumindest stelle ich mir den so vor, habe ihn aber noch nicht gelesen und am Buchrücken kann man erfahren, daß die Kritiker, den „Flug der Pelikane“ für Leberts bestes Buch halten, vielleicht weil er daranin so vieles andeutet, von vorne nach hinten springt und, das steht auch irgendwo, in wenigen Sätzen und Worten eindrucksvolle Szenen schildert und damit diese kurze Geschichte vom Abschied, Ausbruch oder Änderungen aufbaut.

Anton ist vierundzwanzig, als sein Sommer beginnt. Er ist, erfährt man in einer dieser Szenen, in einer bürgerlichen Familie in Hamburg aufgewachsen, die Mutter Journalistin, der Vater Musiker, eine Schwester gibt es auch und ein abgebrochenes Studium und einen Psychiatrieaufenthalt bei dem er Eleonor kennenlernte, die ihm zu Beginn des Buches verläßt, so daß er sich zu dem Mexiakaner Jimmy aufmacht, der in Manhatten eine „Luncheonette“ mit drei Mitarbeitern betreibt. Auch das wird sehr genau betrieben und die hundertfünfzig Gerichte, Pfannkuchen, Hamburger, etc, die man dort bestellen kann.

Es ist nicht der echte Onkel, nicht einmal mit ihm verwandt, die Mutter hat ihn in ihrer Jugend im Zuge eines Praktikums kennengelernt und die Verbindung aufrechterhalten.

Jimmy quartiert ihm in einem Zimmer ein, läßt ihn am Morgen pünktlich um sieben antreten, um Pfannkuchen zu backen, sonst führt er ihn in seine große Schwärmerei ein. Denn Jimmy  lebte auch in San Diego, zumindest hat ihn da die Mutter kennengelernt und da gibt es dieses berühmte Gefängnis Alcatraz, das 1963 geschlossen wurde und 1962 gab es da einen Ausbruch von drei Gefangenen, von denen man seit dem nie wieder etwas hörte.

Kursiv werden immer wieder Beschreibung oder Schilderungen dieser Gefängnisinsel zwischen die Erlebnisse Antons in New York gesetzt.

Es gibt auch kleine Geschichten, etwa, was der damalige Gefängnisdirektor an dem Tag machte, als der Ausbruch bekannt wurde, etc.

Der Onkel hat ein Bild der drei Burschen, es gibt noch einen vierten, der eigentlich mitflüchten wollte, es dann aber nicht schaffte, in seiner Wohnung, zeigt es Anton und erzählt ihm diese Geschichte, die ihn interessiert, seit er ein kleiner Buch gewesen ist.

Am Schluß des Buches kann man lesen, daß die Geschichte frei erfunden ist. Den Ausbruch der drei Männer hat es zwar gegeben und in Manhatten auch einen ähnlichen Imbiß, aber dort mein Lebert, wurde sicher nie soviel über dieses Gefängnis gesprochen und eine schöne Metahpher für die Befreiung, den Ausbruch, das Erwachsenwerden, etc, ist es immerhin, beziehungsweise wurde es von Lebert sehr kunstvoll dazu geschlungen.

Spannend also diese Geschichte mit dem „Selbstportrait mit Flußpferd“ zu vergleichen und nachzuschauen, ob es wirklich Ähnlichkeiten in ihr gibt.

Aber dazu muß ich das Buch erst finden und das wird wohl noch einige Zeit dauern. Dazwischen kann ich auch noch etwas anderes von Benjamin Lebert lesen, habe ich, glaube ich „Der Vogel ist ein Rabe“ doch ebenfalls auf meiner Leseliste.

2015-04-25

Agent Storm

Filed under: Bücher — jancak @ 09:00
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Seit den Anschlägen in Paris im Jänner auf Charlie Hebdo boomen die Berichte über den radikalen IS-Terrorismus. Michael Köhlmeier hat am Freitag in den „Beispielen“ in „Ö1“ die Geschichte des John Walker Lindh oder des „amerikanischen Taliban“ gelesen und die „Müncher Verlagsgruppe“, mit der ich durch Judith Grohmanns Buch in Kontakt gekommen bin, hat auch zwei Bücher zu diesem Thema veröffentlicht, die mich interessieren, weil ich mich ja selber, wenn auch auf viel weniger radikalere Art gerade in der „Bibliophilin“ mit diesem Thema auseinandersetze.

So habe ich den „Konvertiten“, einem Thriller eines Ex Polizisten und Ex-Hooligans vor einer Woche gelesen.

„Agent Storm – Mein Doppelleben Al-Quaidia und der Cia“ von Morten Storm und den  Journalisten Paul Cruickshank und Tom Lister geschrieben folgt und es ist ein interessantes Buch, obwohl ich von den Geheimdiensten und, wie es dort zugeht nicht wirklich viel Ahnung habe und mich Thriller auch nicht wirklich interessieren.

Wenn man eine fünfzehnjährige Schülerin aber nach Syrien schicken will, sollte man schon ein wenig darüber wissen und ich habe zufälligerweise auch letzte Woche zwei Bücher über das Frauenbild des Islams in den Schränken gefunden, so daß meine Beschäftigung mit diesem derzeit sehr aktuellen Thema weitergehen und mein ursprünglich geplante Leseliste weiterdurcheinanderkommen wird.

„Agent Storm“, ein dickes rotes Buch auf dessen Cover ein dicklicher Mann mit Bart, weißer Tunika und Kalaschnikow zu sehen ist, erzählt die Geschichte des 1976 in Dänemark geborenen Morten Storm und belegt es mit vielen Beweisen in Form von Bildern, Protokollen und mehreren Anhangtafeln, die Auskunft über die handelnden Personen, über Radikale in Jemen, ein Agentenarchiv, etc und diese Geschichte gleicht dem, was man sonst so über das Hineinschlittern in die radikale Szene der Konvertiten hört.

Da ist also ein sehr umtriebiges Kind einer alleinerziehenden Mutter, das frühzeitig in der Schule durch seine Gewalttaten und Unruhe auffällt, das zuerst zu einem Kleinkriminellen wird, ins Gefängnis kommt und dann in die Bibliothek seiner Heimatstadt Korsor, davon gibt es zwei Fotos zu sehen, wo ihm ein Buch über den Islam in die Hände fällt und er beginnt zu lesen.

Offenbar sucht auch er Halt und Geborgenheit in dieser so rauhen Welt, findet sie im Islam, konvertiert, geht zuerst nach England, später in den Jemen, wo er mit dem Haßprediger Awlaki in Berührung kommt, beziehungsweise an dessen Studienkreise teilnimmt.

Er kehrt wieder nach England oder Dänemark zurück, verheiratet sich mit einer muslimischen Frau, bekommt von ihr zwei Kinder, die Ehe wird getrennt, weil die Frau ihn nicht aushält. Der Kontakt zu den Kindern bleibt aber und die Prediger, die man in England oder Dänemark so zu hören bekommt, gehen ihm bald auf die Nerven, so daß er sich zuerest dem dänischen Geheimdienst, dann den britischen und schließlich noch dem CIA anschließt.

Das wird in dem Buch sehr eindringlich geschildert, wie er sich mit seinen Betreuern trifft und zum Beweis für seine neuerliche Konvertierung anfängt Bier zu trinken und Schweinefleisch zu essen. Er besucht auch wieder Bordelle, was seiner zweiten verschleierten Ehefrau zu schaffen macht, die lange nichts von seinen Geheimdienstaktivitäten ahnt, er reist aber viel herum, unter anderen auch nach Wien um Alwaki eine kroatische Muslima als Ehefrau zu besorgen.

Damit kommt er in Schwierigkeiten mit dem CIA und als die dann noch Alwaki ausschalten, verschärft sich der Konflikt, so steigt er etwa 2012 aus den Geheimdiensten wieder aus, offenbart sich einer dänischen Zeitung, schreibt schließlich 2014 mit den beiden Journalisten das Buch, wird zum gesuchtesten Feind aller Seiten, erleidet ein posttraumatisches Belastungssyndrom, seine Kinder zeichnen Bilder, die den Vater, als Helden darstellen, die Mutter wird, wie die ehemaligen Freunde auch, wahrscheinlich erleichter sein und Morten Storm freut sich, daß er nicht mehr beten muß, um den anderen Radikalen nicht als Ausgestiegener aufzufallen und wieder Jeans und Leiberln tragen darf.

Ich bin ich nicht ganz sicher, was ich von der Authetinzität des Buches halten soll, habe ein bißchen nachgegooglet interessant ist es aber sich in Zeiten, wo wir soviel von der radikalen IS, den Geheimdiensten und den Dreizehnjährigen, die sich plötzlich nach Syrien oder in den Jemen aufmachen, hören, sicher, die Geschichte des Morten Storms zu lesen und sich Gedanken über seine und unsere Welt zu machen.

2015-04-24

Der Konvertit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:03
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Jetzt kommt ein Thriller des Spiegelbestsellerautors Stefan Schubert, ehemaliger Polizist und Hooligan, der schon einige Bücher über den Polizeieinsatz und kriminelle Banden Deutschlands geschrieben hat, der „Konvertit“ bei „Lago“ der „Müncher Verlagsgruppe“ erschienen, mit der ich durch Judiths Grohmann „In geheimer Mission“ in Verbindung gekommen bin, ein gerade erst erschiener Roman, was in Deutschland passieren könnte, in dem schon Charly Hebdo und die Anschläge in Kopenhagen erwähnt werden.

Stefan Schubert ist also ein sehr schneller Meister und sein Thriller ist auch sehr interessant und spannend, aber da sehr vielschichtig angelegt, vielleicht nicht ganz einfach zu lesen.

Zumindest habe ich mir bei den verschiedenen Namen und Ebenen schwer getan, obwohl ich mir die Realistät des Ganzens durchaus vorstellen kann, obwohl ich keine Anhängerin von Verschwörungstheorien bin.

Es beginnt an einer deutschen Militärbasis. Da parkt ein Auto falsch und als der Wacheposten aus seinem Postenhäuschen tritt, wird er in die Luft gesprent, es war erfährt man, ein Konvertit, deutscher Abstammung, Carsten Bramschar a la Isam Ali Ahmed, hat er geheißen.

Dann schwenkt es um zu Toni Sander, das ist ein Polizist, der strafversetzt wurde, manchmal etwas abwesend wirkt, jetzt wird er in die Terrorabwehreinheit geholt und der Kollegin Karin Langenscheidt zugeteilt.

Der Kriminaldirektor heißt Vogts und es gibt noch einen scharfen Staatssekretär mit dem Spitznamen Edgar, der packelt mit den Amerikanern, sprich CIA und schon geht es los mit dem ersten Einsatz.

Ein Frankfurter Hochhaus wird observiert, in dem vorwiegend Sozialhilfeempfänger wohnen, dort war eine Terrorwohnung, die ist zwar inzwischen leer, aber das Gebäude wird wochenlang observiert, die Bewohner in ihrer Freiheit behindert, nur die junge Kommissarin kann vermittelnd eingreifen und Konflikte schlichten.

Dann gibt es noch einen zweiten Konvertiten, Mark Schmidt, mit der typischen Karriere, Schulabbruch, alleinerziehende Mutter, die sich Sorgen macht, aus lauter Schuldgefühlen zu Tabletten und Alkohol greift, aber sie hat sich mit ihrem Sohn zerworfen, als der von ihr verlangte, daß sie ebenfalls konvertieren sollte.

Die Radikalisierung erfolgt in einer bestimmten Moschee und die Kommissarin muß wieder vermittelnd eingreifen, die Mutter trösten, während ihr Kollege die Wohnung verwanzt, falls sich das Söhnchen melden sollte, der tut das aber nicht, sondern wird zum Trainingseinsatz nach Afghanistan ausgeflogen, dann fliegt er über Amsterdam zurück und fällt dort der Paßkontrolle auf, so wird nach ihm gefahndet, während er sich unter Bewachung mit einem anderen Konvertiten in Kaiserslautern in einem schäbigen Gebäude einmietet, einmal in der Woche einkaufen geht, ansonsten die Sterne beobachtet, denn es wurde auch eine Drohne eingeschleust und Kaiserlautern ist ein wichtiger amerikanischer Stützpunkt.

Die Polizei, bzw. die CIA und Edgar forschen unterdessen weiter, planen einen Anschlag auf einen Marokkaner, um an sein Handy heranzukommen, alles unverhältnismäßig und den Gesetzen nicht entsprechend, wie Schubert genau beschreibt, am Ende kommt es zu einem Kampf bzw. einem Kräftemessen, die Abwehreinheit ist den Konvertiten, die schon die Drohne starten auf der Spur. Sie werden regelrecht hingemetztelt, die Drohne geht trotzdem los und Zufall oder nicht, an der spannensten Stelle habe ich im Buch zwei Leerseiten und kann rätseln, was inzwischen geschehen ist.

Es kommt jedenfalls zu vielen Toten, Amerikanern und zivile Opfer, Toni Sanders reicht es, er droht mit einem Abschlußbericht, wird wieder strafversetzt und der Polizeidirektor, der von Edgar unter Druck gesetzt wurde, die Illegalität zuzulassen, muß zum Minister zum Report, Edgar steht stumm daneben, der Direktor wird entlassen und erschießt sich mit seiner Dienstpistole und wir stehen staunend daneben und denken wahrscheinlich wieder, daß wir gar nicht soviel von den geheimen Methoden der Terrorspezialeinheiten wissen wollen, weil wir dann nicht mehr schlafen könnten oder natürlich nicht, denn sonst wäre Schubert  kein Bestsellerautor und so wird warhscheinlich auch der „Konvertit“ auf der Spiegel Bestsellerliste landen und wir können nur hoffen, daß das nicht wirklich bei uns passiert und, daß wir wegen des IS Terrors nicht noch mehr an unserer persönlichen Freiheit verlieren, als wir seit nine elefen ohnehin schon veroren haben.

2015-04-23

Vom Büchertauschfest zur unmöglichen Aussicht

20150423-175958

Eva Jancak

Eva Jancak

Am 23. April ist der Welttag des Buches, der, glaube ich, in Österreich zum fünfundzwanzigsten Mal gefeiert wird und ich bin  wahrscheinlich 1997 auf ihn gestoßen, als ich wegen meiner „Frauenlesung“, die ich damals in der „Alten Schmiede“ organisierte, zur GAV über den Umweg in die Wollzeile gegangen bin, wahrscheinlich habe ich mir  schon damals die Gratisbücher des Buchhandels geholt, da gab es noch ein deutsches und ein österreichisches, in dem, glaube ich, auch ein Gerhard Kofler-Text enthalten war.

Walter Famler hat für die Zeitschrift „Wespennest“ bzw. für „Amadeus“ auch eines gemacht und seither verfolge ich die Aktionen zum Welttag, die sich durchaus verändert haben.

Man könnte ätzen, es wurde daran gespart, so gibt es das deutsche Büchlein nicht mehr und das österreichische hat seit einigen Jahren das Wort „Erlesen“ im Titel, „Erlesene Reisen“, „Erlesenes Europa“, „Erlesenes Menü“, „Erlesenes Waldviertel und Theater“, heuer waren die Krimis dran, herausgegeben von Eva Rossmann und Rotraud Schöberl und Anna Jeller hat zum zweiten Mal in ihr Schaufester hundert verpackte Bücher gelegt und zum Blinddate aufgefordert, so daß ich heute sehr beschäftigt war.

Kurz nach neun in das Schaufenster gegriffen und ich habe etwas gelernt, wenn ich nach einem etwas dünneren greife, erwische ich vielleicht ein mehr literarischeres, habe ich gedacht und mit Ludwig Lahers „Bitter“ recht behalten, dann zum „Morawa“ marschiert und da noch zwei der kleinen Büchlein erwischt, in die man etwas schreiben kann, die es seit zwei Jahren zusätzlich gibt.

Dann bin ich noch zum „Wortschatz“ gegangen, wenn schon „Welttag des Buches“ ist und da lag, oh Freude, Andrea Winklers „Hanna und ich“ darin, im Vorjahr habe ich Peter Stamms „Seerücken“ gefunden.

Danach bin ich vorerst in meine Praxis und habe Mittag gegessen und für den Nachmittag hatte ich auch etwas vor, denn der fünfte Bezirk ist ja bezüglich Feste für Kunst und Kultur, Kreativenstammtischen und Bücherregalen sehr rührig und so wurde bei den „Wohnpartnern“ im Reumannhof mit einem „Büchertauschfest“ eine „Büchertauschbörse“ eröffnet und ich wurde gemeinsam mit Harald Pesata, der die „Fünfer-Edition“ herausgegeben hat und noch einigen anderen zum Lesen eingeladen.

Um sechzehn Uhr wurde das Fest, das im Hof des schönen alten Gemeindebau stattfand, von der Bezirksvorsteherin eröffnet, die sich, wie  kann es anders sein, als große Leserin outete, die keinen Tag vergehen läßt ohne ein Buch vor dem Einschlafen wenigstens in die Hand zu nehmen.

Ingrid Müller

Ingrid Müller

Hilla M. Faseluka

Hilla M. Faseluka

Dann konnte man sich das Bücherregal, das sich im Büro befindet, ansehen, im Hof gab es einen Tisch, wo man sich maximal zwei Bücher entnehmen konnte und einen anderen, wo die „Eine Stadt- ein Buch-Restexemplare“, die es noch zu geben scheint, von der Bezirksvorsteherin, der Stadt Wien oder von wem auch immer, gespendet wurden, die habe ich ja ziemlich vollständig, bis auf die Anna Gavalda, die ich schon früher im Bücherschrank gefunden und gelesen habe und aus Platzgründen habe ich darauf verzichtet, die Gratisbücherreihe zu vervollständigen.

Um fünf ging es  los mit der Lesung von Harald Pesata, der unter dem Motto „Heitere Geschichten im Wiener Dialekt“, seinen Text aus der „Fünfer Edition“ von dem Baugerüst in der Pilgramgasse und den vom Tod des Ernst Hinterberger, aber auch den von einem Greißler, den es einmal im fünften oder vierten Bezirk gegeben hat, vorlas und dann las er noch aus seinem „Wienerischen Struwelpeter“, den er inzwischen auch geschrieben hat und in einer großen Lesetour vorzustellen scheint.

Danach folgte ich mit dem „Gruftiemädel“ und der „Taubenfütterungszene“ aus der „Absturzgefahr“ und dann kam eine Lyrikerin, die im Reumannhof wohnhaft ist, wie sie von Willi Heimlich, dem Organisator vorgestellt wurde.

Ingrid Müller, eine Kärtnerin, wie sie erzählte. Die zweite Lyrikerin war Elisabeth Chovanec, die inzwischen in ein Seniorenwohnhaus gleich in der Nähe gezogen ist und die ich ja auch von den Lesefesten des Bezirks, den Poet- Nächten kenne und die ich auch einmal zu den „Mittleren“ eingeladen habe, als ich die noch machte.

Hilla M.Faseuluka, die auch eine Hausbewohnerin zu sein scheint, hat dazwischen auch gelesen, war bei dem Fest doch jeder eingeladen, seine Lieblingstexte vorzustellen, da die „Wohnpartner“ ja die Kommunikation zwischen den  Hausbewohnern herstellen, fördern bzw. verbessern wollen. Schachnachmittage, Spielfeste, etc veranstalten und so gab es auch viele Kinder in dem Hof, die ebenfalls ein Spiel vorbereiteten, es gab auch ein Buffet mit Saft, Kaffee, Bagels und Kuchen und danach war noch Zeit doch noch in die „Alte Schmiede“ und zu Gustav Ernst zu schauen, der um halb acht von Franz Schuh interviewt wurde, beziehungsweise, wie im Programm angekündigt war, eine Soloperformance veranstaltete.

Elisabeth Chovanec

Elisabeth Chovanec

20150423-181051

Es war aber doch ein Dialog, zu der Ernstenschen Ausdrucksform sehr passend und der drehte sich um die Siebzigerjahre, wo sich die beiden in der „Wespennest-Redaktion“ getroffen haben und ganz unterschiedliche Erwartungen hatten.

Franz Schuh hat sich eine lebenslange Freundschaft vorgestellt, der Realist Ernst hat die Konkurrenz zwischen denanderen Dichter vorausgesehen und erzählte, daß das Schreiben für jeden einzelnen von ihnen wichtiger, als die Zeitschriftenherausgabe war.

Die sollte nebenbei laufen, bzw für sie eine Publikationsmöglichkeit darstellen, die sie sonst nicht hatten und nach dem Gespräch kam die Lesung aus Gustav Ernst neuem, bei „Haymon“ erschienenen Roman „Zur unmöglichen Aussicht“, der wieder eine spezielle Erzählstruktur hat.

Wahrscheinlich ist es gar kein Roman, sondern eine Geschichtenansammlung, die auf ganz raffinierte Art erzählt wird.

Erzählt der Ich-Erzähler doch von seinen Begegnungen in einem Kaffeehaus mit einem Herrn namens Kagraner und der erzählt ihm wie aus tausend und einer Nacht, eine Menge Geschichte, wie beispielsweise, die von einem Koffer, von einer Frau die im Zug Karotten ißt, Geschichten übers Altern, über das Beobachtetwerden durch Überwachungskameras, etc.

Ein neuer Gustav Ernst mit einem neuen Erzählton und ich habe sehr viel über die Ernstsche Schreibweise gelernt. Kurt Neumann kündigte am Schluß noch an, daß das Ganze wieder in Buchform der literarischen Öffentlichkeit zugängig gemacht werden soll und Gustav Ernst bedankte sich mit leiser Ironie, daß er sich schon freue über sich sehr viel Neues zu erfahren.

2015-04-22

Die Dialoge des Gustav Ernst

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:35
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Am Mittwoch und am Donnerstag wird und wurde an zwei Nachmittagen und Abenden in der „Alten Schmiede“ Gustav Ernst im Portrait vorgestellt, beziehungsweise ein Colloquium oder Symposium über den großen Realisten abgehalten. Kurt Neumann erklärte in der Einleitung, das wievielte literarische Portrait das schon wäre, er zähle  keinen Namen auf, aber bei dem über Peter Henisch bin ich gewesen und bei den Geburtstagsveranstaltungen der Friederike Mayröcker und Gustav Ernst, das habe ich, glaube ich, schon öfter geschrieben, zählt neben Peter Henisch sicher zu meinen Lieblingsautoren, da ist es der Realismus und das Politische, das mich anzieht, die manchmal zu starke Sprache und die Männerphantasien eher nicht. Aber dazu komme ich noch später, erst begann der Germanist Walter Hinderer, der auch Präsident der „Fried Gesellschaft“ ist oder war, deshalb waren wahrscheinlich auch die Lunzers, Robert Huez und Anne Zauner im Publikum, aber auch Daniela Strigl, Alexandra Millner, Julia Danielcyk, der liebe Rudi, Dine Petrik, Herbert J. Wimmer und und und, mit seinem Vortrag „Theatralität als amimetisches Erzählen“ heißen hätte sollen, dann aber etwas über das „Produzieren und von Produzenten“ im Titel hatte und den Realismus des 1944 geborenen Autors, der 2013 den „Preis der Stadt Wien“ bekommen hat, an Hand von drei Romanen, nämlich „Trennungen“, 2000, „Beste Beziehungen“, 2011 und  „Grundlsee“, 2013, erläuterte und Kurt Neumann hat vorher, glaube ich, noch von den „Wiener Vorlesungen“ etwas erzählt, die Gustav Ernst in der „Alten Schmiede“ gehalten hat und wahrscheinlich auch von seinem Debutroman „Einsame Klasse“, der in den Siebzigerjahren erschienen ist, von dem Dichter Korsch und seiner Frau, einer Malerin handelt und sich auch auf die „Arena Besetzung“ 1976 bezieht, da war Gustav Ernst ja im „Literaturmuseum“ zu sehen und den Roman im „Verlag der Autorenproduzenten“ habe ich mir in den Siebzigerjahren auch gekauft und Gustav Ernst wahrscheinlich über die Zeitschrift „Wespennest“ kennengelernt, die er mit Peter Henisch, Helmut Zenker, E.A.Richter, Josef Haslinger und anderen herausgab und wo ich  auch sehr lange meine ebenfalls realististischen Texte hingeschickt habe. Dann kamen Ulrike Krawagna, die über die „Einsame Klasse“ dissertierte, Hans Höller, ein Germanist, der über Thomas Bernhard etc forschte, und Martin Kubaczek und stellten die „Einsame Klasse“, den Monolog „Die Frau des Kanzlers“ und eben „Grundlsee“ vor. In „Einsame Klasse“ geht es um den Literaturbetrieb der Siebzigerjahre und um seine Bedingungen, damals hat sich ja die GAV aus Protest gegen den konservativen PEN gegründet, Gustav Ernst war Gründungsmitgied, die Zeitschrift „Wespennest“ für brauchbare, sprich realistische exte, wurde gegründet und in dem Dichter Korsch und seiner malenden Frau läßt sich sicher auch viel autobiografisches entdecken, war Gustav Ernst ja damals mit Elisabeth Ernst verheiratet. „Die Frau des Kanzlers“ 2002  erschienen ist eine Reaktion auf Schwarz-Blau und das Stück wurde 2003 in einer Galerie auf der Westbahnstraße, glaube ich, von Eva Dithe vorgeführt, da hält die Frau des Kanzlers eine Schimpftirade, während ihr Mann daneben sitzt und Mozart spielt. Ein Stück, das ich nicht gelesen habe, aber mich von seiner politischen Kompenente wegen sicherlich am meisten interessiert. Die neuen Romane, wie „Grundlsee“ habe ich gelesen, das wurde von den Germanisten, als das poetischste bezeichnet, es ist sicher auch ein sanfterer Familienroman als „Beste Beziehungen“, wo ein Mann, der von seiner Frau unterdrückt wird, am Ende Amok läuft, hier geht es um den Tod und das Sterben, die Kinder stellen sich vor, wo sie einmal neben ihren Eltern im Grab liegen werden und dann stirbt von Kapitel zu Kapitel jemand weg, am ersten der Vater, aber der ist sozusagen als Gespenst bis am Schluß des Buches vorhanden, wenn er auch immer schwächer wird und sich an immer weniger erinnern kann. Gustav Ernst las je ein paar kurze Stellen aus den Büchern, danach folgten die wissenschaftlichen Erläuterungen und nach einer Pause mit Getränken folgte Markus Köhle und erzählte in zwanzig Minuten von den Zeitschriftenherausgeber, „Wespennest“ bis 1995, „Kolik“ gemeinsam mit Karin Fleischanderl ab 1997, erzählte kurz etwas von den Konflikten und von den Veränderungen, die die „Zeitschrift für brauchbare Texte“ im Laufe der Jahre machte, irgendwann kam Walter Famler dazu, verwandelte sie in eine Essaysammlung, stellte das Geld auf, um die Zeitschrift zu finanzieren, die Gründungsmitglieder zogen sich nach und nach zurück, zuletzt Gustav Ernst und jetzt gibt es die „Kolik“, den „Kolik Slam“ und die „Kolik Lounge“, wo auch Realisten, wie Anna Weidenholzer, Rudi Lasselsberger, Harald Darer, aber auch andere Autoren wie Michael Hammerschmid, Robert Prosser etc, die später vielleicht den Priessnitz-Preis, zu dessen Juroren Gustav Ernst ja gehört, gewinnen. Danach kam noch einmal ein Referat eines Literaturwissenschaftler über die „Realistik bei Gustav Ernst“ und erläuterte sie an den Romanen „Trennungen“ und „Frühling in der Via Condotti“ und „Grado“ „Trennungen“ habe ich nicht gelesen, ich glaube, aber einmal in der „Alten Schmiede“ gemeinsam mit Helmut Eisendle eine Lesung daraus gehört und, ich glaube, mich auch zu erinnern, daß ich in der Diskussion sagte, daß das gemeinsame zwischen beiden Autoren wäre, daß zwei alten Männer über die Liebe und den Tod reden würden. Gustav Ernst ist ja sehr dramatatisch, verwendet oft die direkte Rede,  Monologe und“sagte er“,“ sagte sie“. In „Trennungen“ erzählt ein Mann, daß er von Rom kommt, wo ihn seine Frau mit einem Architekten betrügt und nach Wien zu seiner sterbenden Mutter fährt, in der „Via Condotti“ fährt ein Ehepaar zum zwanzigsten Hochzeitstag nach Rom, um dort die Hochzeitsreise wieder zu erleben und wird enttäuscht, weil es die schönen Erinnerungen nicht mehr findet, sehr interessant hier den Bezug zur Realität herzustellen und „Grado“ ist ein Text, den ich auch nicht gelesen habe, der mir aber wahrscheinlich nicht gefallen würde, denn da lädt einer eine Frau zum Essen ein und hält ihr einen Monolog, daß er nicht mit ihr schlafen, sondern nachher nach Hause und onanieren gehen wird. En bißchen a la Bernhard, würde ich vermuten und auf dem Buch steht drauf, daß es erst für Leser ab achtzehn empfohlen wird. Danach gab es es Diskussionsrunde mit Wolfgang Straub, der fragte, ob Gustav Ernst Ekel oder Entzücken bei den Lesern auslöste und da verwunderten mich die Herren Höller und Hinderer, die ins Entzücken kam und von der Romatik und von Hofmannsthal schwärmten, so würde ich Gustav Ernst nicht empfinden, sondern als einen politischen Realisten mit einer starken Sprache und stark männlichen Themen. Ulrike Krawagna sagte, daß sie „Beste Beziehungen“ weglegen hätte müßen. Ich habs zu Ende gelesen und stimmte einer Stimme aus dem Publikum zu, daß das wohl eine eher weibliche Reaktion ist, mit den starken Männerphantasien nicht soviel anfangen zu können. Martin Kuabczek verwies noch auf einen anderen Ernst Roman „Helden  der Kunst, Helden der Liebe“, wo zwei Dichter nach Frankfurt fahren, bei jedem Autobahnrestaurant Rast machen und da auch endlos über alles schwadronieren. Die Frage wurde aufgeworfen, wie filmisch oder dramatisch Gustav Ernst sei? Kurt Neumann meinte, er hätte sich von seinem Realismus wegentwickelt und würde jetzt andere Themen haben und jedes seiner Bücher wäre nach einem eigenen  Konzept geschrieben. Die Abschlußfrage war die nach dem Lieblingsbuch, da wurde „Grundlsee“ als das poestischte am öftesten genannt. Mich hat die Veranstaltung auf „Die Frau des Kanzlers“ neugierig gemacht und Morgen geht es weiter mit „3 Interpreatationen zur Theaterarbeit“, denn Gustav Ernst ist ja auch Dramatiker und einige Stücke. wie „Tausend Rosen“ habe ich im Volkstheater auch gesehen. „Herzgruft“ habe ich einmal gekauft oder gefunden und das Programm von der Uraufführung am 10. April 1988. im Künstlerhaus lag  zur freien Entnahme auf. Ulf Bierbaumer, Gabriele Mathes, und Tom Kleijn werden Vorträge über „Die große Wut des Gustav Ernst“ oder „Gustav Ernst auf der Bühne“ halten, aber da werde ich  beim Büchertauschfest im Reumannhof sein und zwei meiner eigenen realistischen Texte lesen. Nachher kommt ein Interview mit Franz Schuh, der auch zur „Wespennest-Redaktion“ gehört und ganz am Schluß liest Gustav Ernst aus seinem neuen Roman „Zur unmöglichen Aussicht“, der auch wieder ein Monolog in einem Gasthaus zu sein scheint.

2015-04-21

Lesetheateraufführung Irmgard Keun

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:07
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Eigentlich habe ich ja heute in die Hauptbücherei zur Präsentation des Kafka-Buchs, das für den Leipziger Sachbuchpreis nominiert war, gehen wollen und gestern doch in die „Alte Schmiede“ zu Robert Streibel und Erich Hackl, dann habe ich aber gesehen, daß in der Hauptbücherei Marlene Schachinger ihre bei „Septime“ erschienene Anthologie präsentiert und Ruth Aspöck, die ich angerufen habe, um ihr zu erzählen, daß sie im „Literaturmuseum“ in einer Endlosschleife zu sehen ist, sagte mir, daß am Dienstag im Literaturhaus ihre Lesetheateraufführung zu Irmgard Keuns „Nach Mitternacht“ stattfindet und als ich am Montag in die Hauptbücherei gekommen bin, streckte mir Ottwald John das diesbezügliche Flugblatt entgegen und erzählte mir stolz, er hätte am Sonntag der Warteschlange vor dem „Literaturmuseum“ etwa hundert solche Zettel verteilt.

Also umdisponiert, obwohl ich Irmgard Keun schon gelesen und bereits wieder vergessen habe, denn in den Siebzigerjahren hat sich die brave Psychologiestudentin in der Otto Bauer Gasse, die Zeitschrift „Emma“ gekauft und da wurde die 1905 geborene und 1982 verstorbene Irmgard Keun wiederentdeckt, ihre Bücher wieder herausgegeben, die ich mir kaufte, eines davon oder mehrere sind auch als Fortsetzungen in der Zeitschrift „Frau“ erschienen, die meine Mutter ja regelmäßig gelesen hat.

Inzwischen ist die Keun wieder vergessen, Ruth Aspöck war aber im Sommer in der Schriftstellerwohnung in Venedig, die einmal Anita Pichler gehört hat und hat da „Nach Mitternacht“ entdeckt, sie hatte seltsamerweise noch nie etwas von der Schriftstellerin gehört, war aber begeistert und bereitete eine Lesetheateraufführung mit Ottwald John, Christa Nebenführ, Andrea Pauli, Birgit Schwaner und Helga Golinger vor und brachte eine sehr genaue Einführung in das Leben der Autorin, die einem nichtjüdischen Bürgerhaushalt entstammte, Stenotypistin war und dann wahrscheinlich mit „Gilgi eine von uns“ begonnen hat, einen aufmüpfigen neuen Frauenroman zu schreiben, den die Nazis, als sie an die Macht kamen verboten haben, so daß sie nach Ostende fliehen mußte, dort in den Kreis der Emigranten aufgenommen wurde, mit Joseph Roth befreundet war, den Krieg dann versteckt bei ihren Eltern unter falschen Namen überlebte, „Nach Mitternacht“ ist in einem Exilverlag erschienen, dann gibt es noch „Das kunstseidene Mädchen“, „Das Mädchen mit dem die Kinder nicht verkehren durfgten“ und und und.

Wie geschrieben, die meisten Romane habe ich gelesen und schon wieder vergessen und war so überrascht über den frechen Ton, in dem sich die junge Frau über die Nationalsozialisten lustig machte und die Geschichte eines jungen naiven Mädchens namens Sana erzählt, die von der neuen Zeit und der Politik überrascht wird, obwohl sie sich eigentlich nur für die Liebe und das Leben interessiert.

Die Politik kommt ihr aber in die Quere und ihr Freund Franz wird von einem Denuzianten als Kommunist vernadert, als er  um zu heiraten einen Zigarettenladen aufmachen will, als er aus dem Gefängnis freikommt, bringt er den Verräter um und muß mit ihr nach Mitternacht nach Rotterdam fliehen.

Das Literaturhaus sehr voll, Erika Brunngraber, Frau Widhalm, die literarisch interessierte Dame, die ich in der „Gesellschaft für Literatur“ kennenlernte, Christian Katt, den ich schon vorher beim Bücherschrank, in dem einiges sehr interessantes zu finden war, getroffen habe, Ingeborg Reisner, die selbst ein Buch geschrieben hat, Werner Grüner und und und.

Die Ruth hat einen Teil ihrer Edition mitgebracht, die man sich gegen Spenden nehmen konnte, es gab nachher wieder Gespräche und Wein und eine junge Frau, die sich für das Lesetheater zu interessieren scheint, wurde von allen Seiten angeworben und es istauch eine interessante Sache, denn die Keun, ist inzwischen wieder sehr vergessen, hat aber einen wirklich interessanten frischen Ton, obwohl sie das Leben dann offenbar selber nicht so frisch fröhlich schaffte, sondern dem Alkohol und den Tabletten zugegriffen hat und auch mehrere Jahre in geschlossener Spitalsbehandlung war.

 

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