Literaturgefluester

2015-04-05

Häschen als Spitzenklöpplerin

Filed under: Bücher — jancak @ 00:30
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Zu Ostern, ein Osterbuch, diese Tradition beginne ich jetzt einzuführen und habe auch keine Ahnung, ob ich sie fortführen kann, denn Osterbücher gibt es nicht soviele, wie die, die um Weihnachten aus dem Boden sprießen und sich dann das Jahr über in den Schränken finden lassen.

Das heißt Bilder- und Kinderbücher gibt es natürlich und da stehen auch ein paar ganz alte in meinen Regalen und sogar solche, die noch von meiner Schwester stammen und der Anna, kann ich mich erinnern, habe ich vor fünfundzwanzig Jahren oder so, sie wird ja jetzt bald einunddreißig, eines von einem Osterfeuer vorgelesen.

Dann gibt es Thomas Glavinic „Kameramörder“, das ja auch zu Ostern spielt und das ich auf meiner Liste haben müßte, so daß ich es  zeitgerecht lesen kann und als ich die „Viertagebuchfrau“ geschrieben haben, in der Zeit der schwarz-blau Regierung ist das gewesen, hat mir einmal ein FPÖ-Werber ein blaues Osterei entgegengestreckt.

„Was haben Sie da Böses?“, habe ich ihn, glaube ich, gefragt, weil ich  auch mal witzig bin und rote Ostereier von der SPÖ gibt es  zu Hauf, gerade liegt ein solches in einem Schüßelchen am Küchentisch, gemeinsam mit einem Prospekt, das zur ersten Mai-Feier am Rathausplatz einlädt.

Über die blauen, roten, grünen Ostereier habe ich also in der „Viertagebuchfrau“ geschrieben, daraus beim ersten Osterspaziergang der LitGes, noch unter Alois Eder und mit Doris Kloimstein machte, vorgelesen und dann noch einmal bei einem des ersten Wiener Lesetheaters durch den dritten Wiener Gemeindebezirk.

Und am Dienstag bin ich in den „Reumannhof“ gegangen um mit Will Heimlich alles für die Lesung zum „Tag des Buches“ am dreiundzwanzigsten April vorzubereiten und am Rückweg beim „Wortschatz“ vorbeigekommen und da lag statt einem Osterei, ein kleines rotes Büchlein „Häschen als Spitzenklöpplerin“ mit einem Häschenbild auf einem Spitzendeckchen als Cover von Alison Uttley mit Bildern von Margaret Tempest aus dem „Anette Betz-Verlag“ darin und ich erfuhr am Buchrücken, daß es sich dabei um die berühmten Häschen-Bücher, der  1884 in Cromford geborenen englischen Autorin handelt.

Nein, das stand nicht dabei in den früher erschienenen Bücher gibt es ja keine biographischen Angaben, das erfuhr ich erst  in „Wikipedia“, das ich, obwohl darin meine neuesten Bücher fehlen, für einen Segen halte, daß „Little grey rabbit makes lace“, so der Originaltitel, 1950 erschienen ist.

Über hundert solcher Häschenbücher scheint es zu geben, auch eines, das „Häschen und die Ostereier“ heißt, das habe ich leider nicht gefunden, was  noch werden kann und Alison Uttley, erfuhr ich weiter, die als Alice Jane Taylor geboren wurde, hat in Manchester Physik studiert und 1911 James Arthur Uttley geheiratet, der 1930 starb, so mußte die alleinstehende Mutter Geld verdienen und begann, wie kann es anders sein, mit dem Schreiben von Kinderbücher, obwohl sie vorher Physik unterichtet hat.

„Häschen und seine zwei Freunde, Lampe, der Hase, und Fräulein Eichkatz, wohnen zusammen in Häschens kleinem Haus am Rande der großen Wiese. Von ihren Erlebnissen und Abenteuern, an denen auch Erdmann, der Maulwurf, Strubbel, der kleine Igel und die vielen anderen Tiere des Waldes Anteil haben, berichtet“, steht weiter am Buchrücken und die Geschichte, mit vielen bunten Bildchen illustriert, Meister Lampe im blauen Anzug, das Häschen mit Schürze ist ganz einfach“ und teilweise auch gereimt.

Da findet Häschen eines schönen Morgens ein Taschentuch und beschließt daraus Frau Schnauz, der Igelmutter ein Nachthäubchen zu nähen, damit sie sich nicht erkältet, wenn sie am Fenster sitzt und den Neumond beobachtet. Gesagt getan, der Hase geht mit dem Eichkätzchen inzwischen spazieren,  das Briefträger-Rotkehlchen kommt und kündet den Besuch, des kleinen Igels Strubbels an und die Idee Spitzen, um das Häubchen zu klöppeln wird auch geboren. Aber wie macht man das?

Das kann keines der Tiere im Wald und auf der Wiese sagen. Also traut sich der mutige Lampe in das Dorf, als die Kinder, die die Hasen jagen, in der Schule sind und trifft dort auf das Fräulein Susanne, eine alte Dame, die in der Sonne sitzt, Spitzen klöppelt und dazu singt „Königin Anne saß in der Sonne, dort wob sie Spitze voller Wonne!“, also redet sie der freundliche Hase, mit Königin Anne an und sie ist auch so nett, ihm das Spitzenklöppeln zu lehren, so daß er dieses Wissen dem Häschen lehren kann und alle Tiere des Waldes und der Wiese helfen mit, so daß es ein schönes Häubchen wird, das Frau Schnauz bekommt und als Fräulein Susanne, das ihren Nachbarn erzählt, glauben sie ihr das nicht und behaupten sie hätte geträumt.

Also klöppeln die Tiere ein Stückchen Spitze als Beweis, das dann ins Museum kommt und neben einem Schilling aus der Zeit von Königin Elisabeth und einer steinernen Pfeilspitze liegt.

So weit, so what und für Englands Kinder aus den fünfziger Jahren und auch für uns, das Büchlein ist 1984 erschienen, sehr erfreulich, beim Googlen findet man viele Bilder der Häschenbücher, allerdings fast alle im englischen Original und nun läßt sich Ostern feiern, beziehungsweise mit dem Rad nach Traismauer zum Donaugasthaus fahren und ich bin sehr gespannt ob ich noch und welche Häschenbücher finden werde?

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