Literaturgefluester

2015-04-25

Agent Storm

Filed under: Bücher — jancak @ 09:00
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Seit den Anschlägen in Paris im Jänner auf Charlie Hebdo boomen die Berichte über den radikalen IS-Terrorismus. Michael Köhlmeier hat am Freitag in den „Beispielen“ in „Ö1“ die Geschichte des John Walker Lindh oder des „amerikanischen Taliban“ gelesen und die „Müncher Verlagsgruppe“, mit der ich durch Judith Grohmanns Buch in Kontakt gekommen bin, hat auch zwei Bücher zu diesem Thema veröffentlicht, die mich interessieren, weil ich mich ja selber, wenn auch auf viel weniger radikalere Art gerade in der „Bibliophilin“ mit diesem Thema auseinandersetze.

So habe ich den „Konvertiten“, einem Thriller eines Ex Polizisten und Ex-Hooligans vor einer Woche gelesen.

„Agent Storm – Mein Doppelleben Al-Quaidia und der Cia“ von Morten Storm und den  Journalisten Paul Cruickshank und Tom Lister geschrieben folgt und es ist ein interessantes Buch, obwohl ich von den Geheimdiensten und, wie es dort zugeht nicht wirklich viel Ahnung habe und mich Thriller auch nicht wirklich interessieren.

Wenn man eine fünfzehnjährige Schülerin aber nach Syrien schicken will, sollte man schon ein wenig darüber wissen und ich habe zufälligerweise auch letzte Woche zwei Bücher über das Frauenbild des Islams in den Schränken gefunden, so daß meine Beschäftigung mit diesem derzeit sehr aktuellen Thema weitergehen und mein ursprünglich geplante Leseliste weiterdurcheinanderkommen wird.

„Agent Storm“, ein dickes rotes Buch auf dessen Cover ein dicklicher Mann mit Bart, weißer Tunika und Kalaschnikow zu sehen ist, erzählt die Geschichte des 1976 in Dänemark geborenen Morten Storm und belegt es mit vielen Beweisen in Form von Bildern, Protokollen und mehreren Anhangtafeln, die Auskunft über die handelnden Personen, über Radikale in Jemen, ein Agentenarchiv, etc und diese Geschichte gleicht dem, was man sonst so über das Hineinschlittern in die radikale Szene der Konvertiten hört.

Da ist also ein sehr umtriebiges Kind einer alleinerziehenden Mutter, das frühzeitig in der Schule durch seine Gewalttaten und Unruhe auffällt, das zuerst zu einem Kleinkriminellen wird, ins Gefängnis kommt und dann in die Bibliothek seiner Heimatstadt Korsor, davon gibt es zwei Fotos zu sehen, wo ihm ein Buch über den Islam in die Hände fällt und er beginnt zu lesen.

Offenbar sucht auch er Halt und Geborgenheit in dieser so rauhen Welt, findet sie im Islam, konvertiert, geht zuerst nach England, später in den Jemen, wo er mit dem Haßprediger Awlaki in Berührung kommt, beziehungsweise an dessen Studienkreise teilnimmt.

Er kehrt wieder nach England oder Dänemark zurück, verheiratet sich mit einer muslimischen Frau, bekommt von ihr zwei Kinder, die Ehe wird getrennt, weil die Frau ihn nicht aushält. Der Kontakt zu den Kindern bleibt aber und die Prediger, die man in England oder Dänemark so zu hören bekommt, gehen ihm bald auf die Nerven, so daß er sich zuerest dem dänischen Geheimdienst, dann den britischen und schließlich noch dem CIA anschließt.

Das wird in dem Buch sehr eindringlich geschildert, wie er sich mit seinen Betreuern trifft und zum Beweis für seine neuerliche Konvertierung anfängt Bier zu trinken und Schweinefleisch zu essen. Er besucht auch wieder Bordelle, was seiner zweiten verschleierten Ehefrau zu schaffen macht, die lange nichts von seinen Geheimdienstaktivitäten ahnt, er reist aber viel herum, unter anderen auch nach Wien um Alwaki eine kroatische Muslima als Ehefrau zu besorgen.

Damit kommt er in Schwierigkeiten mit dem CIA und als die dann noch Alwaki ausschalten, verschärft sich der Konflikt, so steigt er etwa 2012 aus den Geheimdiensten wieder aus, offenbart sich einer dänischen Zeitung, schreibt schließlich 2014 mit den beiden Journalisten das Buch, wird zum gesuchtesten Feind aller Seiten, erleidet ein posttraumatisches Belastungssyndrom, seine Kinder zeichnen Bilder, die den Vater, als Helden darstellen, die Mutter wird, wie die ehemaligen Freunde auch, wahrscheinlich erleichter sein und Morten Storm freut sich, daß er nicht mehr beten muß, um den anderen Radikalen nicht als Ausgestiegener aufzufallen und wieder Jeans und Leiberln tragen darf.

Ich bin ich nicht ganz sicher, was ich von der Authetinzität des Buches halten soll, habe ein bißchen nachgegooglet interessant ist es aber sich in Zeiten, wo wir soviel von der radikalen IS, den Geheimdiensten und den Dreizehnjährigen, die sich plötzlich nach Syrien oder in den Jemen aufmachen, hören, sicher, die Geschichte des Morten Storms zu lesen und sich Gedanken über seine und unsere Welt zu machen.

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