Literaturgefluester

2015-04-27

Dichte und dicke Luft in der Alten Schmiede

Eine poetische Formulierung von Angelika Reitzer zu den ausgewählten literarischen Neuerscheinungen, die dort am Montag präsenitert wurden.

Die neuen Bücher von Hanno Millesi und Valerie Fritsch und der „Schmieden Raum“ ungewöhnlich voll, so daß ich gerade noch ein Plätzchen in der dritten Reihe erwischen konnte.

Ungewöhnlich, wenn nicht gerade die grande Dame Friederike Mayröcker liest oder Gustav Ernst bzw. Peter Henisch ihre Colloquien haben und bei Robert Menasse war sogar einmal sehr viel Platz zu bekommen, ungewöhnlich also bei zwei, der literarischen Öffentlichkeit vielleicht nicht so bekannten Autoren, könnte man schwafeln, aber der neue Roman der 1989 geborenen Valerie Fritsch „Winters Garten“ ist schon bei „Suhrkamp“ erschienen, Hanno Millesis Novelle „Venusathosphäre“ in der „Textlicht-Reihe“ bei „Atelier“ und Angelika Reitzer bemerkte in ihrer Einleitung, daß sie sich schon größeres Interesse erwartet hätte, aber soviele Besucher überraschten. Christian Jahl von der Hauptbücherei, Daniela Strigl, der Lehrer aus Retz und noch viele andere jüngere und ältere Besucher.

Hanno Millesi begann zu lesen und Angelika Reitzer hat noch auf die „Welt hat ihre Erinnerung verloren-Textvorstellung“ von 2010 hingewiesen, wo Millesi und Fritsch gemeinsam aufgetreten sind.

Da habe ich die hochbegabte junge Frau mit der dünnen „Bachmannstimme“, die vielleicht die Mayröcker- Andrea Winkler Nachfolge antreten wird, auf jeden Fall aber hochpoetisch ist, das erste Mal gesehen.

Den 1966 in Wien geborenen Millesi, habe ich, glaube ich, bei einem von Ernst Kostals „Wahnsinnssymposien“ kennengelernt, da hat er mich durch seine aussichtslosen Kindertexte sehr beeindruckt, vorher habe ich seinen Namen schon ein paar Mal auf den Briefen des BUMUKS gelesen, wenn das mir mitteilte, daß ich diesmal leider schon wieder kein Stipendium bekommen würde.

Er hat um den Bachmannpreis gelesen, da hat mir sein Text auch sehr gut gefallen, war bei einigen Buchpräsentation und habe ihn einmal sogar mit zu einer „Buchpreisprämie“ verhelfen können.

Seine letzten Bücher sind glaube ich bei „Luftschacht“ erschienen, die Novelle bei „Atelier“ und Angelika Reitzer erläuterte in ihrer Einleitung, daß es schon ein älterer Text sei, der hier veröffentlicht wurde. Es geht dabei um eine junge Frau, die nach einer durchzechten Nacht nackt im Bett aufwacht, neben ihr liegt ein Mann und sie kann sich an nichts erinnern.

Interessant interessant, wenn vielleicht als Idee nicht unbedingt neu und Hanno Millesi antwortete auf Angelika Reitzers Fragen auch, daß die ursprüngliche Idee, die Vereinigung vier solcher Novellen zu einem Buch gewesen wäre.

Das hat dann nicht geklappt und Stefans Zweig „Angstnovelle“ spielte auch dabei eine Rolle. Der dürfte 1910 ein ähnliches Sujet verarbeitet haben und spannend war die Geschichte allemal, auch wenn Hanno Millesi natürlich nicht das Ende verraten hat.

Dann kam Valerie Fritsch mit „Winters Garten“.

Ihr viertes Buch, nach den „Verkörperungen“ und „Die Welt ist meine Innerei“, dem Foto und Reiseband, mit dem sie 2013 auf der „Alpha Shortlist“ war.

Vielleicht war Christian Jahl deshalb im Publikum, da aber inzwischen noch ein Gedichtband von ihr erschienen ist, kann es wohl mit dem heurigen „Alpha“ nichts werden, da man da nur drei Bücher haben darf und ich hätte mich über den derzeit überall hochgelobten Roman, ich weiß gar nicht, ob es überhaupt einer ist, gefreut und habe von der jungen Frau, die, 2010 bei den „Textvorstellungen“ wie sich Angelika Reitzer noch erinnern konnte, sagte, daß sie nur über das schreibt, was sie kennt, auch schon einiges gelesen und die einmal bei den „Lockstoffen“ gehört. Den „FM4-Preis“ hat sie auch einmal gewonnen.

Bei den „Textvorstellungen“ ging es um eine Ärztin, die als Prostituierte arbeitete und Valerie Fritsch hat deshalb Bordelle besucht.

In „Winters Garten“ geht es um „Endzeiterfahrungen, um den Tod und das Sterben und um Anton Winter, der in einem paradiesischen Garten, bei seinen Groéltern aufwuchs, dann als Vogelbauer oder Züchter in die Stadt in ein Hochhaus zieht und wieder gibt es in dem Buch sehr schöne poetische Wendungen und Bilder, wie beispiesweise, die Föten der Fehlgeburten, die die Großmutter in Gurkengläsern aufbewahrt und die sich der kleine Anton dann eifrig anschaut.

Auf diese Idee muß man erst einmal kommen und um die Gattungsfrage zu beantworten, Valerie Fritsch meinte, es wäre ihr Romanähnlichstes Buch, als Angelika Reitzer fragte, ob man es auch lyrisch nennen könnte.

Interessant interessant und spannend, ob  es einmal zu mir kommt, obwohl ich selber ja mehr realistisch, als lyrisch bin und daher kurz zu einem eigenen Schreibbericht überblenden möchte, denn da hat sich in den letzten Tagen einiges getan.

So korrigiere ich das „Schutzengelchen“ derzeit in der Endphase und die „Bibliophilin“ hat einen neuen Namen bekommen und wird wahrscheinlich „Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch“ heißen, da bin ich mit dem zweiten Korrigierdurchgang vor ein paar Stunden fertig geworden und noch nicht so ganz mit allem zufrieden. Etwas über fünfundsiebzig Seiten und 36722 Worte sind es derzeit und vorallem die Thekla Szenen sitzen noch nicht so richtig. Da muß ich das mit dem Bücherloslassen und der Leseliste noch gehörig überarbeiten, da das, was ich habe, wahrscheinlich wirklich noch ein ziemlicher Rohtext ist, sehr unfertig und sehr angerissen und der Janusz und die Fritzi gehören vielleicht auch noch ergänzt.

Dagegen bin ich mit den Yasmin-Selma Szenen zufriedner und vielleicht bekomme ich es, wenn ich es bis zum Sommer bzw. November ordentlich korrigieren, so hin, daß ich damit zufrieden bin.

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