Literaturgefluester

2015-05-16

Alberta empfängt einen Liebhaber

Filed under: Bücher — jancak @ 00:08
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Weiter geht es mit den Liebesromanen, vom Harlander „Thalia-Abverkaufsstapel“, obwohl ich gar nicht sicher bin, ob Band sechzehn der „Brigitte Buch-Edition- Die Liebesromane“ wirklich ein solcher ist und in dem hundertzehn Seiten Büchlein, steht auch keine Gattungsbezeichnung.

Ich würde es eher für eine dreiteilige Erzählung halten und interessant, seltsamerweise geht es wie bei „Agnes“ und „Luft und Liebe“ auch ein wenig, um die Schreibprozesse, zumindest kippt die Geschichte, der 1956 bei Potsdam geborenen Birgit Vanderbeke , die in Südfankreich lebt, mit  „Das Muschelessen“, ein Buch das ich endlich lesen sollte, 1990 beim „Bachmannpreis“ gewonnen hat und von der ich „Geld oder Leben“ und „Sweet Seexteen“ gelesen habe, im zweiten Kapitel“ Jeanne-Philippe“, in das Leben der Schriftstellerin, wo sie vom Schreiben der Geschichte erzählt.

Aber wieder schön der Reihe nach, damit sich meine Leser auskennen und nicht über meine elendlangen Schachtelsätze stolpern:

„Seit sie Teenange sind und „Bis zum jüngsten Tag“ sind Alberta und Nadan füreinander bestimmt. Doch leider sind sie selbst nicht immer dieser Meinung. Und wenn, dann auch nicht immer gleichzeitig. So umkreist das verhinderte Traumpaar einander ein halbes Leben lang. Dabei könnte alles so einfach sein, wenn Männer und Frauen nur nicht so verschieden wären“, erfährt man am Buchrücken und im ersten Kapitel „Eine Mizzebill“ geht es damit los, das Alberta und Nadan  vor Himmelfahrt durchbrennen wollen.“

Sie haben nur das Problem, daß sie nicht genau wissen wohin, sie will nach Paris, weil sie Übersetzerin ist und sich dort mit ihrem Autor unterhalten könnte, er nach Amsterdam, weil Paris schmutzig ist und es dort Kakerlaken in den Zimmern gibt, das kann aber sie nicht leiden, weil dort die  Häuser Halbgardinen haben.

So wäre Kopenhagen noch eine Option, dann kippt es in das Ferienlager, wo sich die Beiden mit Fünfzehn kennenlernten und bei einer Nachtwanderung offenbar küssen wollten und das irgendwie auch nicht zusammenbrachten, dann taucht noch eine Bettina auf, mit der Nadan sich befreundet. Sie geht mit einem Rudi davon und später ist sie mit Rudi bei ihm und Bettina zum Essen eingeladen. Einige Jahre später bEschließen die Beiden durchzubrennen und übernachten in einem Hotel zwischen Ludwighafen und Mannheim, können aber nicht schlafen, weil sie die ganze Nahct husten muß, er Migräne bekommt, so flüchtet sie auf den Balkon und am nächsten Tag trennen sie sich, er geht nach Arizona, um dort Astrophysik zu studieren, sie nach Lyon, um zu unterrichten und zu übersetzen.

Kapitel zwei „Jean-Philippe“ beginnt mit den Worten „Es ist schon einige Jahre her, seit ich die Erzählung, „Eine Mizzebill“ schrieb. Ja richtig eine Mizeebill ist „so ziemlich das Übelste was einem Mann passieren kann“ und außerdem ist Alberta eine solche, zumindest behauptet Nadan, das vor Rudi und Bettina und nennt sie auch immer so.

Die namenlose Erzähler, vielleicht Birgit Vanderbeke, das ist ja immer die Frage, jedenfalls eine Schriftstellerin und Übersetzerin, die mit ihrem Mann Jean-Philippe und der kleinen Tochter bei den Schwiegereltern in T. lebt, zeigt ihm die Geschichte  und er sagt, sie ist noch nicht fertig.

Dann geht es in dem Kapitel, um verschiedenes anderes, um den Keuchusten der Tochter, um die Weinstöcke der Schwiegerteltern, auch um die Übersetzungen eines Herrn Vallot, der möglicherweise ein Plagiateur ist und der interessanterweise sowohl von Alberta, als auch von ihrer Schriftstellerin übersetzt wird.

Jean- Philippe fragt jedenfalls immer wieder in dem Kapitel nach, wie es Alberta geht und es endet damit, daß sie ihm antwortet „Oh Alberta empfängt einen Liebhaber.“

So heißt dann auch Kapitel drei, da kommt Alberta nach Hause und am Antrufbeantwortet hat Nadan ihr seinen Besuch angekündigt. Was sie in Aufregung versetzt, sie überlegt sich Sätze, was sie sagen oder nicht sagen soll, damit sie nicht in Streit getraten, schließlich fällt ihr ein, daß sie sich über „Vallot“ unterhalten könnten. Sie beginnt das Abendessen vorzubereiten, Taubensuppe, bekommt aber nur Wachteln, die Nachspeise mißlingt, für die Forellen kauft sie eine eigene Pfanne, damit sie sich nicht anlegen, dann öffnet sie ihm mit Hauspantoffeln und noch naßen Haaren und das erste was er macht, ist, daß er einen Viertelstunde telefoniert, bevor er ihr eröffnet, daß er einen Wagen braucht, weil seine Frau hochschewanger ist, dann geht er und im Epilog zeigt die Erzählerin die Geschichte Jean-Philippe,“ der sie las und dannkam er lachend und gut gelaunt heraus und sagte ironisch: Madame meine Hochachtung. Ich lachte auch  und sagte: Monsieur, heute abend bringen  Sie mal Ihre Tochter ins Bett.“

Am Buchrücken kann man noch „Genau beobachtet, gnadenlos komisch und ungemein lebensklug: die Geschichte einer großen Liebe mit Hindernissen“ lesen.

Ich würde es wieder eher etwas konstruiert und künstlich empfinden und kann als Bonmot noch anmerken, daß ich mich vor einigen Wochen in der „Gesellschaft für Literatur“, mit der Stammbesucherin, die immer die „Literatrischen Soirees“ besucht, über das Lesen unterhalten habe, wo sie mir sagte, daß sie „Alberta empfängt einen Liebhaber“ gelesen, ihr das Buch aber nicht gefallen hat.

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