Literaturgefluester

2015-05-19

Deutsches Lesen

Filed under: Bücher,Glosse — jancak @ 01:36
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Vor einiger Zeit bin ich ja auf die Idee gekommen, auf meine jeweiligen Reisen immer die Bücher einzupacken, die in dem Land, in das ich fahre, spielen oder  von dortigen Autoren geschrieben wurden. Also nach Polen Bücher polnischer Autoren, nach Ungarn ungarische, und so weiter und so fort. Da liegt es  auf der Hand nach Deutschland, die von Deutschen mitzunehmen, was ja ein Sonderfall ist, da ich meistens Deutsch lesen, obwohl ich sehr davon überzeugt bin, daß man in Österreich österreichisch spricht und ich auch von der österreichischen Literatur viel halte, sie von der deutschen unterscheide, aber zufällig auf meiner Leseliste bald einige Bücher von Bachmannpreisträgern oder Lesern oder solchen, die auf der dBp Liste standen, an die Reihe kommen, die ich mir  vor einiger Zeit bei diesem „Augustin-Flohmarkt“ kaufte. Also habe ich mir, als wir mit dem Zug und dem Klapprad nach Ulm gefahren sind, Bernhard Schlinks „Vorleser“ und einen Erzählband von der 1932 geborenenen Gabriele Wohmann eingepackt, dazu dann auch die „Picus-Lesereise-Donau“, obwohl die ja viel mehr in Bulgarien, Ungarn, Rumänien etc, als in Deutschland spielen. Auf meiner Leseliste kommt bald Lisa-Marie Dickmeisters „Vom Atmen unter Wasser“,  Sudabeh Mohafez „brennt“, Alina Bronskys „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ und Sabrina Janesch „Katzenberge“ an die Reihe, aber soviele Bücher kann man ja in zwei kleine Radtaschen nicht packen und so typisch Deutsch sind die Bücher wahrscheinlich auch nicht, obwohl die Autorinnen ja beim Bachmannpreis gelesen haben. Damit also losgefahren und im Zug schon mit der „Lesereise Donau“ begonnen, in Ulm sind wir dann spazierengegangen, haben herausbekommen, daß dort Susanne Heinrich, die auch schon beim Bachmannpreis gelesen hat, einen Poetry Slam veranstaltet und sind dann in fünf Buchhandlungen gelandet, die sehr viele Buchjournale liegen hatten und in der ersten, die auch sehr viele Schulbücher bzw. religiöse Literatur liegen hatte, aber auch Vea Kaisers neuen Roman,  hat es dann auch das Kinderbuch zum „Welttag des Buches“ „Ich schenk dir eine Geschichte“ gegebeben, das ich mir in Wien gar nicht mehr nehme, da ich aber mit dem „Donaubuch“ schon weit gekommen bin, hatte ich Angst mit meinen drei dünnen Büchern, in der Urlaubswoche vielleicht gar nicht auszukommen. Das könnte ich dann lesen habe ich gedacht und dann die zweite Buchhandlung besichtigt, die eine Mischung zwischen Antiquariat und Museum war, weil immer wieder auch Bücher in Glaskästen ausgestellt waren und es auch sehr viel antiquarisches gegeben hat und sich das Geschäft auch interessanterweise im „Unseld-Haus“ befunden hat. Die dritte Buchhandlung gehörte auch zu einer Kette bzw. einem Buchclub, dann kamen wir aber zum „Thalia“ und der verkaufte in großen Kisten, das, was es sonst um 3. 99 um einen euro ab, weil er offenbar geschlossen wird. dazu belauschte ich später ein Gespräch zwischen einer Kundin und einer Verkäuferin, die das sehr bedauerte, aber erst wühlte ich mich durch die Kisten, die schon ziemlich ausgesucht schienen, aber schließlich habe ich achtzehn Bücher zur Kasse getragen und einige von deutschen Autoren, die beim Bachmannpreis gelesen haben, bzw. auf der dBp-Liste standen waren auch dabei. Daniel Kehlmanns „Leo Richters Portrait“, beispielsweise, der zählt wahrscheinlich schon zu den österreichischen Autoren, lebt in Wien und Berlin und vielleicht New York, wurde aber in München geboren, dann gab es „verschwunden“ von Silvia Bovenschen,  „Gewalten“ von dem Leipziger Clemens Meyer, „Mit der Geschwindigkeit des Sommers“ von Julia Schoch, „Vier Äpfel“ von Davon Wagner, „Unter Paaren“ von Thomas Lang, Michael Lentz „Liebeserklärung“ und Jakob Heins „Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand“, also geographisch alles ziemlich durch- und auseinander, aber Deutschland ist ja sehr groß und wenn man auf meine elendslange Leseliste sieht, wird man merken, daß ich sobald ohnehin nicht zum lesen kommen werde, höchstens wenn ich früher fertig bin, habe ich gedacht, könnte ich ja mit dem dünnen Kehlmann Büchlein oder mit der Silvia Bovenschen etc, beginnen. So weit kam es dann nicht und am nächsten Tag in Gundelfingen, bin ich aus dem Gasthaus Sonne, wo wir übernachteten gegangen und gleich auf die Bücherkiste vor der Stadtbücherei gestoßen. „Zum Verschenken“ stand darauf und das waren auch Bücher über Witze und zur Schwangerschaft, es lag aber auch Canettis „Fackel im Ohr“ darin und für mich besonders interessant das „Weißbuch – Verführung zum Lesen“ eine Sammlung der schönsten Geschichten aus dem „Dtv-Verlag“ und da bin ich schon darauf gekommen, daß zu Ingoldstadt die Marie Luise Fleißer mit ihren „Pionieren aus Ingoldstadt“ etct passt. Vielleicht finde ich da was darin habe ich gedacht, war nicht so, aber Erzählungen der Gabriele Wohmann gab es zu finden und die sechzehn Erzählungen zur „Einsamkeit“ habe ich ja nach dem Donaubuch begonnen. In Ingoldstadt gab es , wie in Würzburg auch, einen Bücherfrühling und da lesen die bekannten Autoren wie Robert Seethaler, Michael Köhlmeier, Vea Kaiser, etc, man kommt den Österreichern in Deutschland also nicht aus und Vea Kaisers neuer Roman war auch in den meisten Buchhandlungen zu finden und dort bin ich dann auch in Regensburg viel herummarschiert, da gibt es auch die „Dombrowski-Buchhandlung“ der Büchergilde und die hatten auch sehr schöne Buchjournale, sogar eines über das „Reisen“ mit Texten unter anderen von Martin Pollack, also wieder kein Deutscher, aber es gab auch ein Heftchen mit Lyrik Empfehlungen, wo zwar Daniela Strigl Andrea Grill empfahl aber auch die „Regentonnenvariationen“ von Jan Wagner und „manual numurale“ von Judith Zander vorkamen. Vielleicht ist das Österreichische vom Deutschen doch nicht so leicht zu trennen.Ich habe aber jetzt wieder sehr viel Lesestoff und wenn wir demnächst wieder nach Leipzig zu Utes sechzigen Geburtstag fahren, werde ich mir wieder etwas entsprechendes mitnehmen, da könnte dann auch der Clemens Mayer passen und während ich jetzt wieder zwanzig neue Bücher habe, mit denen ich von Ulm nach Regensburg geradelt bin, was wahrscheinlich ziemlich einzigartig ist, lesen sich deutsche österreichische und schweizer Autoren durch über hundertsechzig deutschsprachige Neuerscheinungen um im August die Longlist für den neuen dBP bekanntzugeben und die Liste der vierzehn Autoren, die heuer in Klagenfurt lesen dürfen, da werden wahrscheinlich wieder mehr deutsche als österreichische dabei sein, wird es auch bald geben. So einfach ist das eine vom anderen doch nicht zu trennen, obwohl ich nach Leipzig nichts österreichisches mitnehmen werden, höchstens das, was ich der Ute als Geschenk mitbringe und das ist wahrscheinlich das „Miranda Schutzengelchen“, ich hatte aber auch Anna Migutschs „Zwei Leben und ein Tag“ im Gepäck, Christine Gräns „Helden sterben“, einen „irren Wien-Roman“, wie am Cover steht und Margit Schreiners „Eskimorolle“. Swpannend spannend und wahrscheinlich hätte ich auch noch genauer auf die byerische Literatur schauen sollen, also den Herbert Rosendorfer einpacken, wenn ich schon nichts von der Marie Louise Fleißer habe, aber vielleicht läßt sich das einmal im Wortschatz am Margaretenplatz oder in einem der offenen Wiener Bücherschränke finden.

Interessant dazu sind auch die „Gedanken für den Tag“, die Cornelius Hell diese Woche dem bayrischen Schriftsteller und Umweltaktivisten Carl Amery zum zehnten Todestag widmet, von dem ich mir einmal bei „Thalia“ in der Wienerstraße „Das Geheimnis der Krypta“ gekauft und gelesen habe, weil ich ihm natürlich mit dem Jean verwechselte.

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