Literaturgefluester

2015-06-25

Vom Mandelbaum-Verlag in die Alte Schmiede

Heute hat es ja einen ganzen Veranstaltungsreigen zur Auswahl gegeben und dann hat mich gestern noch der Alfred darauf aufmerksam gemacht, daß es beim „Mandelbaum-Verlag“ in der Wipplingerstraße, einen Abverkauf mit Schmankerln und was zu trinken gibt und so bin ich vom „Rundum gsund – Vernetzungstreffen“ in der Wiener Gebietskrankenkassa in die Wipplingerstraße aufgebrochen, wo ich fast den Eingang nicht gefunden habe, denn das Haus Nummer dreiundzwanzig, ist ja bei der Brücke mit der Stiege und als ich die letzten Male dort war, bin ich glaube ich, unten hineingegangen.

Diesmal ging es durch den Hausflur und einer mit einer Bierflasche in der Hand, hat mir auch den Weg gewiesen, drinnen war es dann ein wenig verwirrend, zumindestest sagte mir die Dame, ich sonst beim „Perutz-Preis“ treffe, man würde hier sehr allein gelassen.

Es gab einen Tisch mit Büchern, dann die in den Regalen und um einen anderen Tisch, wo es Brot, Aufstrich, Kuchen etc gab, saßen ein paar Leute.

Der Verlagsleiter Michael Baiculescu, Elfi Resch, etc, Bier und Weißwein hat es auch gegeben, die Rotweinflasche war noch zu und Eva Geber, die ja auch ein paar Bücher im Verlag hat, ist später gekommen.

So habe ich mich bei den Büchern umgesehen, der Verlag weist sich auf seiner Seite als Sachbuchverlag aus und will keine Romanmanuskripte, meine „Wiener Verhältnisse“ habe ich ihm mal hingeschickt und die Ruth hat mir erzählt, Michael Baiculescu hätte sie in Leipzig darauf angesprochen und gemeint, daß es sich überlegt, es zu machen.

Es ist aber nichts daraus geworden und ich habe auf meine schüchterne Anfrage keine Antwort bekommen, so wurde es mein erstes „Digi-Buch“, das mir der Alfred 2000 zum Geburtstag „schenkte“ und ein paar literarische Sachen habe ich in den Regalen schon gesehen, so gab es ein Büchlein mit Mayröcker-Texten und eines mit denen von H.C.Artmann und die Rede der Marlene Streeruwitz auf Bertha von Suttner gab es auch, etc.

Es waren aber keine Preise auf den Büchern angeschrieben, so habe ich ein paar Brotscheiben und zwei Stück Kuchen gegessen, mich mit den Leuten, die ich kannte, unterhalten, einem Sachbuchautor zugehört und bin dann in Richtung „Alte Schmiede“ aufgebrochen, wo ja Friedrich Achleitner, die Veranstaltung vom 9. 3., die offensichtlich ausgefallen ist, nachholte.

Wieder sehr viele Leute in der „Alten Schmiede“ und fast alle Plätze besetzt, es wurde auch nach oben in den anderen Raum übertragen und interessant ist, bei der letzten Veranstaltung, wo es so voll war, bei der „Weltbefragung“, wo es um die Wahrheit ging, sagte Konrad Paul Liessmann, man müßte sich darauf verlassen können, daß die Leute die Wahrheit an und führte als Beispiel an, daß Kurt Neumann nicht einfach sagen könne, heute findet eine Veranstatlung statt und dann steht man vor der verschlossenen Tür, weil er weiß, daß, wenn er das dreimal macht, keine Leute mehr kommen.

Nun das ist mir schon passiert, bei Paul Nizon und dann bei Peter Henisch und Albert Drach, das letzte Mal bei Helmuth Schönauer, bei der Achleitner-Veranstaltung bin ich im März aber nicht gewesen und jetzt habe ich noch einen Platz in der dritten Reihe bekommen, Peter Rosei und Gerhard Jaschke die Hand gegeben, Bernhard Fetz der Leiter des Literaturmuseums ist ein paar Plätze neben mir gesessen, Herbert J. Wimmer war, da Brigitta Falkner und und viele Leute, die ich gar nicht oder nicht mit Namen kannte und Kurt Neumann leitete ein, daß es jetzt schon der fünft Kurzprosaband des 1930 geborenen Architekten und Mitglied der „Wiener Gruppe“ sei.

2003 sind die „einschlafgeschichten“ erschienen, 2004 die „wiener linien“ 2006 „und oder oder und“, 2009 „der springende punkt“, alles bei Zsolnay und jetzt der füfte Band das „wortgesindel“ und meinte, daß das eine besondere Leistung sei, obwohl Friedrich Achleitner wahrscheinlich sagen würde, daß ihm das einfach passiert sei und daß es sich so ergeben hätte.

Es wären Sprachspiele mit der Form und dem Inhalt und ganz kurze Texte, die alle hintergründig sind, Märchen, Fabeln, Briefe, Bewerbungen, etc und dann kamen auch schon die Textbeispiele der experimentellen Achleitner- Kurzprosa.

„Grenzen des Denkens“, ein Gespräch, war der erste Text, dann ging es um die Bewerbung eines Steines, der sich wünschte irgendwo, aber nicht irgendwo, schon an einem besonderen Ort aufgestellt zu werden und eine Fliege und eine Mücken huschen über einen Fernsehschirm und machen sich Gedanken über die Menschen.  Ein Mann wird von einem anderen in der U-Bahn Station angesprochen und für einen Raucher gehalten, obwohl er das gar nicht ist.

In der“ Hospitalisierung“ ging es um das Gespräch zweier Patienten in einem Krankenhaus, die als „Niere“ und „Schenkelhalsbruch“ von den Ärzten und den Schwestern angesprochen werden, im Gasthaus heißen sie dann  „Kalbsgulasch“ oder „Putenschnitzel“.

Ganz schön hintergründig, die Achleitnerischen Sprachbasteleien, die von Kurt Neumann zwischen Daniil Charms und Karl Valentin eingeordnet wurden.

Bei den „Träumen“ hat er sich  einige Male versprochen, was auf die Freudschen Abwehrmechanismen hindeuten konnte und dann gab es noch zwei Gespräche nach der Lesung, eine deutsche und eine österreichische Variante, wo das Publikum den Autor nach seinen Einfällen fragt.

„Und wie ist das nun mit den wortgesindel?“

„Dazu ist mir nichts eingefallen!“, las der Autor und es gab einen tobenden nicht endenwollenden Applaus.

„Buch kaufen und signieren lassen!“, forderte Kurz Neumann auf, was auch einige Leute taten, so daß sich beim Ausgang eine lange Schlange bildete, aber ich bin vorher wieder beim „Morawa-Abverkauf“ fündig geworden.

Clemens Meyer „Im Stein“, Alina Bronsky „Spiegelkind“, Alfred Paul Schmidt „Das andere Gestern“, Christoph W. Bauer „In einer Bar unter dem Meer“, eine sehr schöne Mischung, um  zehn Euro, wie ich finde, jetzt muß ich das alles lesen, von Friedrich Achleitner, habe ich, glaube ich, keinen der erwähnten Bände, war aber wahrscheinlich bei einigen Lesungen und  Elisabeth Reicharts „Das vergessene Lächeln der Amaterasu“ gab es in dem Bücherregal, im Twin Tower, neben der WGKK am Wiener Berg auch zu finden, so daß ich bestimmt keinen Lesenotstand habe, weil ich wegen meiner elendslangen Leseliste von „Deuticke“ und „Zsolnay“ keine Rezensionsexemplare bekomme, aber manchmal bei den „Hanser“ Gewinnspielen etwas gewinne.

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