Literaturgefluester

2015-06-20

Rund um die Burg, stark verkürzt

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:08
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Das Literaturfestival „Rund um die Burg“, das es, ich glaube, seit 1991, vierundzwanzig Stunden lang von Freitag sechzehn bis eigentlich Samstag siebzehn Uhr gegeben, hat mich immer sehr fasziniert, obwohl ich es, trotz einiger Versuche, leider nicht schaffte, dort einen Lesetermin zu bekommen, dafür ist es mir gelungen, die letzten Jahre Nonstop dort zu bleiben, gibt es ja leider nicht mehr in seiner „alten Form“.

2010 gab es die Gerüchte, daß es eingespart werden soll, dann gab es noch die Zwanzigjahrfeier im alten Stil, danach übernahm „Wien live“ die Präsentation, das erste Mal, noch im Herbst, aber mit Otto Schenk im Burgtheater und zwei Lesebühnen, in der Belle Etage, dem ehemaligen Salon Zuckerkandl, sowie im Keller des Cafe Landtmanns und im Cafe Landtmann selbst mit abwechselnden Programmen, so daß man ständig hin und her rennen mußte. Das Nonstopprogramm um war weg und als von der Belle Etage, leicht verspäter in den Keller zur letzten Veranstaltung, um ein Uhr früh kam, kam mir Andrea Grill entgegen, da sie angeblich keine Zuhörer hatte und das Theater war schon zugespert.

2013 war die Veranstaltung dann schon im Juni und noch etwas kürzer, aber mit zwei Bühnen, bzw. einem Zelt mit der Literatur und die Sachbücher in der Belle Etage, eine Kinderbim gab es, glaube ich, auch und im letzten Jahr, glaube ich, nur das Zelt und dafür die Lyrikbim und heuer stand das ganze unter einem Motto, nämlich Wien, obwohl das dann gar nicht so stringent eingehalten wurde und einer, wie sie mehrmals betonte, Piefke als Moderatorin nämlich der Schauspielerin Elke Winkes, die sich sehr bemühte, ständig auf die Sponsoren und darauf, daß man deshalb gratis das Festival besuchen dürfe, hinwies, sich aber selber einige Bücher reservieren ließ und die auch kaufte.

Zuerst gab esaber einen Kaffee beim Ö! Wagen und weil meine vier Uhr Klientin arbeiten mußte, konnte ich sogar pünktlich kommen und die Eröffnung mit Stadtrat Mailath- Pokorny miterleben. Dann wurde ein GeorgDanzer Buch vorgestellt, „Große Dinge, Erlebtes und Erzähltes“ mit Christian Schwarz und Andy Zahradnik und ich brauchte eine Weile, bis ich mitbekam, daß der Liedermacher schon vor acht Jahren, nämlich am 21. Juni 2007 an Lungenkrebs verstorben ist.

Danach kam ein Buch aus dem „Echo Media Verlag“ von einem Autor namens Wolfgang Schwarz, offenbar ein Celebritiesmanager, der sowohl Naomi Campell, als auch Stephanie vom Monaco nach Wien brachte und sich dann mit ihr besoff, bis es literarisch wurde und Gustav Ernst mit seiner „Unmöglichen Aussicht“ folgte.

Der las nur kurz, so daß Clemens Haipl mit seinen „Fifty Shades of Wien“, von dem ich schon ein „Holzbaum-Buch“ gelesen habe, noch gar nicht anwesend war, dann aber seinen Applaus mitbrachte und in fünfzig kurzen Kapitel seine Wien-rlebnisse schilderte, die er bei Einkäufen in Baumärkten, Spielzeuggeschäften, etc,machte.

Wilfried Steiner folgte mit einem Krimi „Die Anatomie der Träume“, wo es um einen Roman über Sigmund Freud ging, der für das Theater dramatisiert werden solltre und dann ging es noch einmal um das Theater, nämlich um Markus Muliar, dem Enkel vom Fritz, der sich in seinem Buch mit dem Großvater auseinandersetzte und vorher das Publikum fragte, wer es schon gelesen hätte?

Ein paar meldeten sich, ich hätte das nur bei Karin Peschkas „Watschenmann“ tun können und bei Martin Amanshauser „Falsch reisen“, hätte ich Helmut Schneider, den Kurator oder Programmdirektor, wie ihn Elke Winkens, glaube ich, nannte, gern gefragt, was die Reisegeschichten mit Wien zu tun haben?

Martin Amanshauser hat mich aber sehr beeindruckt, als er die Leute, die hinten beim Eingang mit den Weingläser in der Hand standen, es gab einen Heurigen, aufforderte, Platz zu nehmen, weil er sonst nicht lesen würde. Das hätte ich beim „Margaretner Fest für Kunst und Kultur“ auch  tun sollen.

Manfred Rumpl, von dem ich ‚Zirkusgasse“ und den Krimi „Jäger auf Hasenjagd“, den mir einmal Helmut Schneider zweimal schickte, weil ich „Wien live“ einen literarischen Tip gegegeben habe, folgte mit einem Roman über Einstein und Erwin Schrödinger in Amerika, wo ich den Bezug zu Wien auch nicht so ganz herstellen konnte, aber daraufgekommen bin, daß ich den 1960 in der Steiermark geborenen Autor, obwohl er mir durch sein Werk sehr bekannt ist, offenbar noch nie bei einer Lesung gesehen habe.

Danach kam die Erotiknacht oder das musikalische bzw. das unanständige Programm, nämlich die Präsentation des bei „Haymon“ erschienenen „Unanständigen Lexikon“, wo die Journalisten Christoph Winder und Robert Sedlaczek, offenbar alle Fäkal- und Sexualausdrücke des deutschen Sprachraums zusammengesammelt haben und daraus ein Kabarettprogramm machten, das sie gemeinsam mit Gabi Schuchter, Christian Spatzek und Markus Vorzellern an der Harmonika, präsentierten.

Das heißt, sie führten eine Szene aus der Josefine Mutzenbacher auf, sangen Stanzerln und Volkslieder bzw. boten sie die Mozart Kanons a la Jandl auf.

Das war sehr lustig und interessant, während ich mit Otto Brusattis Streifzug durch sein noch nicht erschienenes Buch „Das musikalische Opfer“ nicht so viel anfangen konnte.

Dann kam die Kriminacht in dem verkürzten Programm, nämlich Andreas Pittler, der sich einmal bei mir für meine ständige Berichterstattung bedankte mit seinem, ich glaube, siebenten Bronstein-Roman „Goodbye“, der im Jahr 1955 spielt und einen inzwischen pensionierten Major Bronstein beim Saufen, bezeihungsweise beim „Reblaus“ singen, schilderte und Christian Klinger stellte  seinen Text aus dem „Tatort Naschmarkt“ vor.

Das wars für Freitag. Am Samstag wird es literarischer von elf bis zwei mit Wilhelm Pevny, Isabella Straub, Elfriede Hammerl, Vladimir Vertlib und Tex Rubinowitz weitergehen, aber da werde ich in St. Pölten bzw. in Seewalchen am Attersee bei Luis Stabauers Buchpräsentation sein.

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2015-06-19

Ein vierter Abend für Elfriede Gerstl

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:21
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Am sechzehnten Juni 1932 wurde Elfriede Gerstl in Wien geboren, wo sie am neunten April 2009, also vor sechs Jahren starb und seit drei Jahren werden rund um ihren Geburtstag, die jeweiligen bei „Droschl“ erschienenen und von Christa Gürtler und Martin Wedl herausgegebenen Bände der Werkausgabe vorgestellt, die auf fünf Teile angelegt ist.

Der erste Band „Mittellange Minis“ vor drei Jahren in der „Alten Schmiede“, der zweite „Behüte behütet“ 2013 an einem sehr heißen Sommertag in ihrem Stammcafe dem Cafe Korb.

„Schwitzen für Elfriede Gerstl“, habe ich da, glaube ich dann bei Katharina Serles gelesen und im vorigen Jahr gab es im Literaturhaus eine Modeschau, denn Elfriede Gerstl war ja eine Kleidersammlerin.

„Haus und Haut“, haben die Werke von 1995-2009 geheißen und jetzt gab es zum vierten Band, den verstreut publizierten Texten „Tandlerfundstücke“ ein Archivgespräch im neuen Literaturmuseum und die Volksschauspielerin Erni Mangold trug ihre Texte vor.

Da der Veranstaltungsaal im Literaturmuseum eher klein ist und ich mich vor allem an das Gedränge im Cafe Korb vor zwei Jahren sehr deutlich erinnere, bin ich sehr früh in die Johannesgasse gegangen und dann war es gar nicht so arg, daß heißt die Mittelreihen waren schon ziemlich besetzt, beziehungsweise reserviert, an der Seite ganz vorn war aber noch alles frei und die Autorenschaft hat sich heute auch nicht so sehr  gedrängt, vielleicht weil es keine Brötchen gab, vielleicht weil das Literaturmuseum noch nicht so bekannt als Veranstaltungsort ist, ect.

Herbert J. Wimmer, Judith Nika Pfeifer, Gerhard Jaschke, Angelika Kaufmann, Konstanze Fliedl , Vera Albert, Maximiliian Droschl und noch einige andere waren aber da.

die Veranstaltung war auch prominent besetzt und, die um fünf Jahre ältere,  rank und schlanke Erni Mangold, die auf dem ersten Blick, fast wie ein junges Mädchen wirkt, ist auch eine eloquente Frau, die gleich das Wort ergriff, vom Publikum wissen wollte, wer Elfriede Gerstl gekannt hätte, fast alle würde ich schätzen, bis vielleicht die Studenten im Publikum und dann erzählte, daß Günther Grass sie im literarischen Quolloquium abgelehnt hätte und sie von  ihren Hüten sehr fasziniert war.

Es gab aber ein Programm und eine Eröffnungsrede von Johanna Rachinger, dann stellten die beiden Herausgeber, den vierten Band vor, der fünfte und letzte wird in zwei Jahren erscheinen und in diesem sind, sowohl die frühen Texte, die in den „Neuen Wege“, sowie im „Jüdischen Echo“ erschienen sind, wie, wenn ich mich nicht irre, auch der posthum erschienene Band „Lebenszeichen“ mit den Textkrümel“ enthalten, die kurz vor ihrem Tod geschrieben wurden.

Dann begann die Mangold Lesung, wo man die literarische Entwicklung der Dichterin gut verfolgen konnte, die sie zwischendurch immer wieder kommentierte und der erste Text „Mein Lichtstrahl“, 1955 in den neuen Wegen publiziert, der das Überleben im Versteck in der Nazizeit schilderte, war auch sehr beeindruckend.

„Ein anderer würde einen Roman darüer schreiben, Elfriede Gerstl schafft es in wenigen Worten!“, hieß es dann in der Diskussion, in der auch auf dke „Spielräume“, hingewiesen wurde, der erst zehn Jahre nach seinem Erscheinen publiziert werden konnte, aber schon wichtige Elemente des feministischen Schreibens vorweggenommen hat.

Elfriede Gerstl, die Randfigur, ich habe ja schon vor zwei Jahren geschrieben, daß ich das eigentlich anders empfunden habe, als nach 1999 mit dem „Trakl- und dem Fried-Preis“ spät aber doch der Erfolg gekommen ist und für mich war sie mit ihren Hüten schon in den Siebzigerjahren in der Szene sehr präsent und nach 1999 wurde sie vor allem von den Lesetheaterfrauen immer wieder eingeladen, damit Publikum kommt, wenn sie am Programm steht, was sie sehr wohl wußte und vielleicht auch nicht sehr gut nein sagen konnte.

Sie war ja auch einmal bei einem meiner Geburtstagsfeste und wir haben öfter Bücher miteinander getauscht, da hat sie sich bei mir erkundigt, ob die „Wiener Verhältnisse“ um die es dabei  handelte, ein erzählendes Werk wären und mir dann gesagt, daß sie nicht so schreibe, Elfriede Gerstl, die Verdichter und Verknapperin, die sich in den fünfziger und in den sechziger Jahren, sowohl von der „Wiener Gruppe“, als auch von der „Gruppe 47“ nicht so angenommen gefühlt hat, die Rand- und die Kultfigur, von der ich  einige Gedichtbände habe und mir die erste „Wiener Mischung“  in ihrer Orignilaform kaufte, als ich noch in der Otto Bauer Gasse wohnte.

Nach der Lesung gab es eine Diskussion, eben das Archivgesrpäch mit Sabine Scholl und Elfriede Czurda, Franz Schuh wäre auch noch am Programm gestanden, sowie Christa Gürtler unter der Leitung der „Standard-Redakteurin“ Andrea Schurian, die alle diese Punkte zusammenfaßte und in Erinnerung rief.

Es gab  auch einen Büchertisch wo man  die Werkausgabe und noch einiges andere kaufen konnte, darunter einen Band mit sehr schönen Fotos, aber ein Gerstl-Bild habe ich  auch in diesem Blog, war sie ja eine, die nicht nur in der inneren Stadt von Kaffeehaus zu Kaffeehaus mit ihren Hüten herumspazierte, sondern auch regelmäßig am Wochenende vor Schulbeginn aufs Volksstimmefest und zu den Lesungen vom „Linken Wort“ ging, obwohl sie dort, wenn ich mich richtig erinnere, eher nicht gelesen hat.

2015-06-18

Von den dunklen Lebensgründen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:57
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Die „Alte Schmiede“ scheint einen neuen Moderator zu haben, stellte doch am Mittwoch Markus Köhle unter dem Titel „Dnkle Lebensgründe-erzählende Auflösungen“ zwei neue Bücher von zwei mir nicht unbekannten Autoren vor.

Dine Petrik und Friedrich Hahn und Dine Petrik, die Lyrikerin und Hertha Kräftner-Spezialistin hat einen Roman geschrieben „Flucht in die Nacht“, in der „Bibliothek der Provinz“ erschienen, der im „Mittwoch-Standard“ wegen seines Stakkatos gelobt wurde.

Vielleicht liegt es auch an der Vortragsweise, der 1942 geborenen Burgenländerin, die seit längeren in Wien lebt, aber die konnte der Rezensent nicht hören, Dine Petrika hat jedenfalls eine sehr eigene, abgehackte, Sprechweise, die auch Margit Heumann im Publikum auffiel und Markus Köhle gab in der Einleitung eine sehr genaue Inhaltsangabe, der dreizehn Kapitel, die im Jahr 2000 spielen.

Da habe ich auch einiges anzubieten, die „Wiener Verhältnisse“ spielen zu Silvester 2000, die „Radiosonate“ zu einem anderen und der Held des Buches ist ein Künstler namens Benjamin oder Ben, eine Szenefigur, Markus Köhle fragte nach dem Vorbild und ob das ein Schlüßelroman sei?

Dine Petrik verneinte, aber Haider kommt, glaube ich, vor, die schwarz blaue Angelobung nicht, da habe ich auch ein Buch, nämlich die „Viertagebuchfrau“ und interessant dazu, Dine Petriks Held hat auch vier Frauen, seine eigene, die in die Themse ging, seine Tochter und dann noch zwei Liebhaberinnen und von Schuld und Schuldgefühlen ist das Buch auch geprägt, das, wie Markus Köhle weiter erläuterte, auch als Wien Reiseführer oder Wien Liebeserklärung zu lesen ist.

Da habe ich auch einiges anzubieten, aber ich will ja nicht über meine Bücher Werbung machen oder doch natürlich ein bißchen, lebe ich ja von den Vergleichen und die interessieren mich auch sehr und interessant dazu, Therapeuten und Psychotherapien kommen in beiden Büchern vor und da bin ich schon bei Friedrich Hahn, den 1952 geborenen und „TextvorstellungenModerator„, bezüglich „Und trotzdem“ hat er mich auch einmal eingeladen.

Er hat schon viele Bücher geschrieben und zu seinem sechzigsten Geburtstag, wie er mir erzählte, eine Lesung aus allen seinen Büchern gemacht, diese Idee habe ich ihn dann ein Jahr später „gestohlen“ und Grünen-Bezirksrat im neunten war oder ist er auch, da gibt es auch literarische Bezirksspaziergänge und Emily Walton hat er einmal auch zur Stadtschreiberin „gemacht“, bzw. sie bei einer Veranstaltung in der Porzellangasse diesbezüglich vorgestellt.

Sein Roman „Der Setzkasten oder Erwin und die halben Luftballons“, in der „Edition Keiper“ erschienen, von dem ich schon einiges gelesen habe, scheint ein satirischer Roman zu sein oder Friedrich Hahn ein Satiriker.

Es hat ein Motto, nämlich ein Lied vom Hansi Lang, das es Eingangs zu hören gab und der Held des Buches heißt Einer und ist an seinem zwanzigsten Geburtstag aus einem Krankenhaus ins Leben entlassen worden. Vorher lang er im Koma oder hatte eine retrograde Amnesie, kann sich jedenfalls an nichts erinnern, sucht so seine Idetität und eine seltsame Ich-Störung scheint er auch zu haben, er kann nichts zu Ende machen, keine Bücherfertig lesen, keine Torten aufessen, denn wer braucht schon ein Ende?

So steckt er das letzte Tortenstück, das ihm seine Nachbarin buk in ein Erinnerungsregal und dort schimmelt es fröhlich vor sich hin.

Die Nachbarin heißt Gisela mit der Clivia und hat eine offenbar sehr liebevolle Beziehung zu ihrem Nachbarn, so schickt sie ihm auch zum Therapeuten, um seine Eigenheiten oder Macken zu bearbeiten. Aber er geht nicht hin, denn die Therapeuten fragen einemständig, wie es einem geht und woran einem seine Erlebnisse erinnern, welche Gefühle sie auslösen und ansonsten sind sie nur am Un-oder Unterewußten ihrer Klienten interessiert und beuten es nach Lust und Laune für ihre Romane und Bücher, die sie schreiben aus.

Da kann ich mich, ganz ehrlich, auch ein bißchen an der Nase nehmen.

„Wer tut das sonstnoch?“, hätte ich fragen können. Habe es aber nicht getan und es gibt ein Ende, erklärte Markus Köhle in der Diskussion, nämlich ein Happy End oder einen fröhlichen Dreier mit der Nachbarin und ihrer Freundin Jette, womit Friedrich Hahn nicht einverstanden war.

Denn die Schauspielerin Jette, es ist auch ein satirischer Künstlerroman, bekommt am Ende ein Kind von Einer, der im Laufe des Buchs auch seinen Vornamen, nämlich Erwin, wiederfindet, läßt ihn aber stehen und zieht mit Gisela zusammen.

„Wenn das ein Happy End ist, dann weiß ich nicht?“, sagte Friedrich Hahn und das war schon eine  Überleitung auf  den Büchertisch, um das Buch zu kaufen und selbst herauszufinden, wer nun recht hat?

Wenn man das getan hat, hat man noch ein Hahn-Buch gratis dazu bekommen, weil am Dienstag der Bloomesday war, den Zusammenhang habe ich nicht ganz verstanden, aber vielleicht war es eine werbewirksame Maßnahme und Dine Petrik hat noch Hans Höller und den Kräftner Bruder, der in Schweden lebt,  im Publikum, begrüßt, ansonsten waren Lisa Fritsch, Hilde Schnmölzer, Heinrich Hendrich, Margit Heumann und noch einige andere da und ich habe ich Bücher nicht gekauft, bin ich doch vorher wieder beim „Morawa“ vorbeigegangen, der schon wieder seinen Flohmarkt hatte und da gab es, um zwei beziehunsweise drei Euro Anna Katharina Hanhs „Am schwarzen Berg“, Peter Stamms „Nacht ist der Tag“, Die  Else Feldmann Neuauflage „Travestie der Liebe“ aus der „Edition Atelier“ und Terezia Moras „Der einzige Mann auf dem Kontinent“, also wieder einige dBp Bücher der letzen Jahre, die ich  wahrscheinlich in einigen Jahre lesen werde und interessant, das zwei Euro Buch der Anna Katharina Hahn, ist ein Leseexemplar „Bitte keine Rezuensionen vor dem 10. 3. 2012“ und ich dachte, die darf man nicht verkaufen!

2015-06-17

Ohrenschmaus-Brainstorming und musikalischer Spaziergang

Den Ohrenschmaus Literatur für und von Menschen mit Lern- sprich kognitiver Behinderung“ wird es bald zehn Jahre geben. Der liebe Otto hat mich 2007 in die Jury gebracht und seither sitze ich jeden Oktober über hundert Texten und Anfang Dezember, am Tag der Behinderten, wird dann im Museumsquartier der Preis vergeben. „Kein Mitleidbonus, sondern echte Literatur!“, sagen dann die Veranstalter und der Wissenschaftsminister und die für Unterricht und Kunst halten die Laudaties, geraten dabei in schwärmen und wiederholen ersteres solange, bis der letzte begriffen hat, daß das eben ein besonderer Preis, nämlich ein solcher im Ghetto der Behinderung ist. Niki Glattauer, der jetzt ein paar Jahre in der Jury war, hat wegen Überlastung seinen Sitz zurückgelegt und dazu gemeint, daß er kein Behindertenghetto will und so, wie die Behinderten jetzt in den Integrationsklassen sitzen und die Integrationslehrer, wenn der Klassenlehrer erkrankt ist, die Klasse übernehmen müssen und die Behinderten erst recht nicht zum Zug kommen, sollen, die mit den Behinderungen jetzt beim Bachmannpreis lesen, etc. Das ist ein alter Hut, das hat, glaube ich schon beim ersten Ohrenschmaus, als es noch die Pressekonferenz im Radiokulturcafe gegeben hat und ich anschließend zur Rattour mit der Ruth von Ybbs nach Regensburg aufgebrochen bin, gegeben, ich habe dann gemeint, daß man das vielleicht entfernen sollte, um nicht falsche Erwartungen und Hoffnungen zu wecken. Aber gut, ich bin ohnehin dafür, daß jeder schreiben, malen, dichten, etc, darf wie er will und an sich ist das Problem  leicht zu lösen, denn es hindert ja keiner, den mit den Lernbehinderungen, um Preise einzureichen und in der GAV um Aufnahme zu ersuchen. Anton Blitzstein hat das im letzten Jahr getan, aber der ist ja ein Sonderfall, weil, trotz Sonderschule, nicht nicht Lernbehindert, sondern eher einer mit Psychiatrieerfahrung und Franz Joseph Huainig, der Initiator des „Ohrenschmauses“ hat am Dienstag um zehn ins Parlament zu einem Brainstroming eingeladen, wie man den zehnten Geburtstag des Ohrenschmauses feiern soll. Dabei hat er selber Geburtstag gehabt, ich glaube es war sein fünfziger, denn zum vierzigsten ist ihm die Idee mit dem „Ohrenschmaus“ gekommen und so gab es Donuts zum Kaffee und einige Ideen, wie man den zehnten Jahrestag, dieses, wie ich glaube, doch sehr wichtigen Literaturpreises feiern könnte, sind auch gekommen. Und am Nachmittag hat Susanna Wouk wieder zu einem musikikalischen Geburtstag durch Margareten eingeladen. Es sind ja Festwochen und im vorigen Jahr gab es schon einen, wo wir mit drei Sängern durch den Berzikgegangen  und an jeder Ecke stehen geblieben sind um  Lieder von Mozart, Schubert oder Wienerlieder zu hören. Damals bvin ich nur ein Stückchen mitgegangen, weil anschließend das Lesetheater Berhta von Suttner gelesen hat, diesmal wäre der Bloomesday gewesen und im Literaturhaus gefeiert worden. Aber soweit bin ich nicht gekommen, sondern im Hotel Falkensteiner bei der Weinverkostung hängen geblieben, das ist das, zu dessen Eröffnung ich vor einenhalb Jahren eingeladen wurde, vorher wurde die Lebenshilfebibliothek an eine Uniinstitut feierlich vergeben und auf die Ohrenschmaustexte von 2013 habe ich auch gewartet, es gibt also so was wie Deja vue Erlebnisse und der musikalische Rundgang hat in der St. Josefskirche angefangen, wo Schubert beerdigt wurde. Es waren die gleichen Sänger, wie im letzten Jahr diesmal hatten sie aber musikalische Begleitung und Schubert haben sie in der Kirche, vom Hochwürden eingeleitet, auch gesungen. Dann ging es ins Bezirksamt, wo es eine kleine Ausstellung des Bezirksmuseums über die Margaretner Musiker gab. Falco ist der berühmteste und vor dem Bezirksamt wurde „Margareten nur du allein, sollst der Bezirk meiner Träume sein!“, gesungen, was ich ein wenig kitschig fand. Es ging aber gleich weiter und heuer gab es auch Überraschungsgäste und Überraschungseinlagen, so ein sehr kritisches Wienerlied in einem Modegeschäft und in der Pizzeria „La gondola“, gab es die erste Labung, Prosecco, Schinken und Käse zu verkosten und natürlich italienische Lieder, dann ging es wieder zu den Arbeitergesängen in den Kreisky-Park und alle durften „Bella Cia“ singen. Die japanische Sängerin  Yuko Mitani hatte sich Verstärkung mitgebracht und so wurde auch ein japanisches Arbeiterlied gesungen und dann ging es in das Haus, wo Bruno Kreisky geboren wurde und zu einem Augenoptiker, der mit Falco in die Schule gegangen ist. Der ist zwar jetzt in Kuba, hat aber einen Film gedreht und Sekt Orange und Knabberstangen in seiner Praxis aufgestellt und die letzte Station war im Hotel Falkensteiner, wo Wiener Lieder und Operretten „Wien Wien nur du allein“ oder „Im Prater blühen wieder die Bäume“ gesungen wurde. Da gab es dann auch eine Weinverkostung und was zu essen und richtig, das hätte ich jetzt vergessen, eine Tanzeinlage gab es auch und die Tänzer kann man wieder beim Wiedner Hauptstraßen Fest Anfang Juli bewundern, wo ich mich auch zum Lesen angemeldet habe. Und noch was Trauriges, Harry Rowohlt, der begnadete Übersetzer von „Angela Ashes“ und anderem, den ich vor einigen Jahren in St. Pölten im Cinema Paradiso hörte, ist gestorben.

2015-06-16

Gewalten

Filed under: Bücher — jancak @ 00:13
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Weiter geht es mit dem deutschen bzw. dem Leipzig lesen, denn ich habe mir ja für unseren Leipzig Kurzausflug zu Utes Geburtstagsfest Clemens Meyer „Gewalten-ein Tagebuch“ mitgenommen, ein Buch, das ich mir bei unserem letzten Deutschland Urlaub, der Donauradreise von Ulm nach Regensburg, vor ziemlich genau einem Monat, bei diesem „Thalia Abverkauf“ in Ulm  um einen Euro kaufte, dann mit dem Rad nach Regenburg und mit dem Zug zuerst nach Würzburg und schließlich nach Wien transportierte und zuerst auf eine viel spätere Leseliste setzte, es dann aber vorgezogen habe, denn in Leipzig ein Buch eines Leipziger Autors zu lesen, der noch dazu in dem kleinen Reclam-Stadtführer-Heftchen, als wichtiger Literaturvertreter angegeben war, passt ja gut.

Und von dem 1977 in Halle an der Saale geborenen Autor, der in Leipzig leben dürfte, habe ich schon einiges gehört. So hat er 2008 den „Preis der Leipziger Buchmesse“ gewonnen. Sein  „Die Nacht, die Lichter“ habe ich gelesen und weil ich ein wenig schlampig bin, habe ich nicht genau geschaut „Die Nacht der Lichter“ geschrieben und dafür prompt eine Rüge des Autors abgefangen, der  sehr energisch sein dürfte, so war er ja auch 2013 für den dBp nominiert, bzw. auf der Shortlist und soll bei der Preisverleihung an Terezia Mora, wie ich hörte, ziemlich verärgert den „Römer“ verlassen haben. Dafür hat er den „Bremer-Literaturpreis“ gewonnen und in Leipzig bei der Messe tritt er auch regelmäßig auf, bzw. bloggt er darüber und wenn ich mich nicht irre, hat er dort auch sein „Gewalten-ein Tagebuch“ vorgestellt, das 2012, bei S. Fischer erschienen ist und eine sehr interessante Textsammlung ist.

Elf Prosa Miniaturen, steht am Buchrücken, aha, also doch kein Tagebuch,wie der Umschlag denken lassen könnte? Aber so einfach ist es nicht, denn irgendwie hängen die Texte, die elf Geschichten, die alle. um das Jahr 2009 geschrieben worden sind, dafür hat Clemens Meyer auch eine Unterstützung bekommen, wie im Buch vermerkt steht, doch zusammen.

„Gewalten“ ist die erste und man wird gleich hineingeschmissen, in die Gewalt des Lebens, beziehungsweise in die Psychiatrie und das Besondere an den Geschichten ist wohl auch, daß sie alle Ich-Erzählungen sind und einen Helden namens Clemens Meyer habenund dieser hat offenbar zuviel getrunken, hat randaliert und ist dann in die Psychiatrie-Notaufnahme gelandet, gefesselt, an der Wand fixiert, seiner Freiheit beraubt, etc.

Starker Tabak, eine starke Sprache, eine starke Geschichte. Nicht alle der elf Erzählungen  haben ein so einheitliches Thema, bei manchen monologisiert der Autor einfacher vor sich hin, trifft am Hauptbahnhof von Leipzig, den er ziemlich genau beschreibt, einen Bekannten, verliert seinen Hund, dem die letzte Geschichte gewidmet ist.

Der alte Hund, der sich an den vergorenen vom Baum herabgefallenen Kirschen Kirschen besäuft, kommt aber öfter vor, irrt sozusagen durch das Buch, wie der Autor Clemens Meyer, der auch einmal „German Amok“ läuft und sehr viel von seiner Spiel-und Wettleidenschaft erzählt.

Ein Buch, das die Welt von unten schildert, ziemlich offen, ziemlich brutal und dann wieder viel an literarischen Wissen zu outen hat.

Eine starke Sprache, eine starke Stimme, die nicht nur Leipzig beschreibt, auch die Stadt M., beziehungsweise Berlin kommen vor und das sächsische Bergland wird auch aufgesucht.

Also doch ein Tagebuch, die Prosa Miniaturen des Jahres 2009, die aber auch von 2005 und viel mehr erzählen.

Eine interessante Stimme, die wie in der Beschreibung weiter steht „von Albträumen, jubelnder Euphorie, dem Wahnwitz der Zeit“ und noch viel mehr erzählt und ein passendes Buch für ein Leipzig Sommerwochenende,  das ich ein bißchen durch Bayern schleppte und das wahrscheinlich auch zum Karl Heine Kanal und seinem ehemaligen Fabriksgelände passt.

Spannend ist es vielleicht auch diesen Miniaturen-Band mit Gabriele Wohmanns Kurzgeschichten zu vergleichen, die mich auf meiner vorigen „Deutschland-Tour“ begleiteten.

2015-06-15

Zum Geburtstagsfest nach Leipzig

Filed under: Alltagsgeplauder,Bücher — jancak @ 23:23
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Der Alfred hat noch in DDR-Zeiten die Ute aus Leipzig kennengelernt und sie nach dem Fall der Mauer wiedergetroffen. Seither besteht Kontakt und gegenseitige Besuche und seit ca 1998 kommen wir mehr oder minder regelmäßig zur Buchmesse nach Leipzig, weil uns die Hundertmarks auf ihrem Dachboden schlafen lassen. Als die Ute fünfzig war, vor zehn Jahren, sind wir im Jänner zu einem Geburtstagsfest hingefahren und jetzt zehn Jahre später zum Sechziger, der diesmal wahrscheinlich des Wetters wegen im Sommer gefeiert wurde, noch einmal. Nach Leipzig zum Geburtstag feiern ist ja irgendwie ein Luxus und als wir Freitag Mittag losgefahren sind, war das Wetter auch sehr schön. In Wien war, glaube ich, das heißeste Wochenende seit langen und Ö1 hat am Samstag den ganzen Tag schon den Boomesday vorgefeiert und das Fest in Leipzig ist um halb drei am Samstg in einem Vereinshaus am Karl-Heine- Kanal losgegangen. Mit der ganzen Familie, Schwestern, Brüder, Kinder, Enkelkinder, Freundinnen, so an die fünzig Personen würde ich schätzen und das Schöste war, glaube ich, die Gegend. Der Kanal mit seinen Schauch- und anderen Booten und so bin ich immer wieder zwischendurch meine Runden am Kanal abgegangen. Mal mit dem Sekt- später mit dem Weinglas in der Hand, denn zuerst  gab es Rotkäppchensekt zur Begrüßung, dann Kaffee und Kuchen, dazwischen musikalische Darbietungen, einen Familienchor und der kleine Noah gab auch ein musikalisches Stück zum Besten.

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Am Abend gab es ein Nachtmahl, Geselchtes, Kraut und Knödel und zwischendurch sehr viele Blumen und einen Film über ein Projekt einer afrikanischen Schule für die man spenden konnte, gab es auch. Mich interessierte natürlich das literarische Leipzig  ganz besonders und so habe ich mir das kleine gelbe Reclam-Büchlein „Leipzig – Die Messe und Buchstadt“, das der Alfred auf der letzten Buchmesse bekommen hat, mitgenommen und Samstagvormittag, während ich  auf das Fest gewartet habe, durchgelesen. Ich war wohl schon etwa zwanzig Mal in Leipzig, das allererste Mal noch in der Brockhausstraße, wo die Ute vorher wohnte. Dann ist sie an den Stadtrand umgezogen und seither fahre ich, wenn Messe ist, von einem Stadtrand sozusagen zum anderen, wo die neue Messehalle liegt, mit Umsteigen am Hauptbahnhof. Ein paar Mal waren wir auch zu anderen Gelegenheiten in Leipzig und da bin ich auch ein bißchen in die Innenstadt gekommen, 2005 habe ich mir glaube ich den neuen Hauptbahnhof genauer angesehen und beim Bücherflohmarkt beim „Hugendubel“ eine Menge verbilligter Bücher eingekauft. Darunter das mit dem Briefwechsel der Aufbaulektoren zu ihren Autoren, wieThomas Mann, etc aus den Fünfzigerjahren, wo ich auch etwas über Ulrich Becher fand und dann den „Arcus- Verleger“  alarmisierte, als der  neuauflegen wollte.

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Nach Leipzig zum Geburtstag feiern ist ja irgendwie ein Luxus und als wir Freitag Mittag losgefahren sind, war das Wetter auch sehr schön, in Wien war, glaube ich, das heißeste Wochenende seit langen und Ö1 hat am Samstag den ganzen Tag schon den Boomesday vorgefeiert und das Fest in Leipzig ist um halb drei am Samstg in einem Vereinshaus am Karl-Heine- Kanal losgegangen. Mit der ganzen Familie, Schwestern, Brüder, Kinder, Enkelkinder, Freundinnen, so an die fünzig Personen würde ich schätzen und das Schöste war, glaube ich, die Gegend. Der Kanal mit seinen Schauch- und anderen Booten und so bin ich immer wieder zwischendurch meine Runden am Kanal abgegangen. Mal mit dem Sekt- später mit dem Weinglas in der Hand, denn zuerst  gab es Rotkäppchensekt zur Begrüßung, dann Kaffee und Kuchen, dazwischen musikalische Darbietungen, einen Familienchor und der kleine Noah gab auch ein musikalisches Stück zum Besten. Am Abend gab es dann ein Nachtmahl, Geselchtes, Kraut und Knödel und zwischendurch sehr viele Blumen und einen Film über ein Projekt einer afrikanischen Schule für die man spenden konnte, gab es auch. Mich interessierte natürlich das literarische Leipzig  ganz besonders und so habe ich mir das kleine gelbe Reclam-Büchlein „Leipzig- Die Messe und Buchstadt“, das der Alfred auf der letzten Buchmesse bekommen hat, mitgenommen und Samstag Vormittag, während ich  auf das Fest gewartet habe, durchgelesen. Ich war wohl schon etwa zwanzig Mal in Leipzig, das allererste Mal noch in der Brockhausstraße, wo die Ute vorher wohnte. Dann ist sie an den Stadtrand umgezogen und seither fahre ich, wenn Messe ist, von einem Stadtrand sozusagen zum anderen, wo die neue Messehalle liegt, mit Umsteigen am Hauptbahnhof. Ein paar Mal waren wir auch zu anderen Gelegenheiten in Leipzig und da bin ich auch ein bißchen in die Innenstadt gekommen, 2005 habe ich mir glaube ich den neuen Hauptbahnhof genauer angesehen und beim Bücherflohmarkt beim „Hugendubel“ eine Menge verbilligter Bücher eingekauft, darunter das mit dem Briefwechsel der Aufbaulektoren zu ihren Autoren, wie thomas Mann , etc aus den Fünfzigerjahren, wo ich auch etwas über Ulrich Becher fand und dann den Arcus Verleger alamisierte, als der „Kurz nach vier“ neuauflegen wollte.

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Ein bißchen habe ich also in dem“Reclam Städtführer“ über die tausendjährige Geschichte der Stadt Leipzig nachgelesen. Von seinen vier berühmten Kirchen, dem Thomaskantor Bach und Felix Mendelsohn Bartholdy, der ihn und seine Werke etwas später wiederentdeckte. Ja, richtig, das „Bach-Festival“ ist ja derzeit auch, davon habe ich nicht viel mitbekommen, nur gehört, daß einer  der Neffen, der Pastor an einer der berühmten Kirchen ist, dort eine öffentliche Messe hielt und die Sabine hat in der anderen Kirche Flöte gespielt. Ich bin aber, wie geschrieben, mehr an der Literatur interessiert und da wurden in dem „Reclam-Büchlein“ bei den Autoren  Clemens Meyer und Angela Krauß genannt und die ist, glaube ich, eine Freundin von Kerstin Hensel, die bevor sie nach Berlin zog, auch in Leipzig lebte, da habe ich sie noch nicht gekannt.Die Ute hat mir aber erzählt, sie hätte in der Kanalnähe gewohnt, die inzwischen ein aufgelöstes ehemaliges Fabriksgelände ist und sehr alternativ mit einem sehr teueren Restaurant, wie sich das offenbar so genhört. Von Clemens Meyer, der ja,  glaube ich, den ersten „Leipziger Buchpreis“ gewonnen hat, hatte ich das „Fischer-TB-Büchlein“ „Gewalten“ mit, das ich mir bei meiner letzten Deutschlandreise bei diesem „Thalia-Abverkauf“ in Ulm gekauft habe.

Aber zuerst habe ich mich durch die Leipziger Geschichte gelesen, mein Wissen aufgefrischt und erweitert. Da gab es ja den Brockhaus mit seinem berühmten Wörterbuch und das Verlagshaus Reclam, das sich in DDR Zeiten aufteilte, ein Teil ist glaube ich, nach Stuttgart gegangen, der andere Teil wurde wohl weiter in Leipzig verlegt, da habe ich vor kurzem in den Schränken zwei schöne alte Bändchen gefunden. In dem Führer gibt es ein Foto vom Stammhaus in der Inselstraße, das glaube ich, inzwischen zu anderen Zwecken benützt wird, ein Foto von der deutschen Bibliothek, die  immer meine Bücher anfordert, gibt es auch und eines von der Glashalle der neuen Messe Leipzig. Seit 1996 gibt es die ja in Leipzig Seehausen, vorher war sie im Zentrum und während der DDR hat es wahrscheinlich auch die Konkurrenz zu Frankfurt gegeben bzw. die Geschichte von den Büchern, die die westdeutschen Verlage nach Leipzig mitnahmen, damit sie sich die Ostbürger klauen konnten.

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Vom Leipziger Literaturinstitut, das die Wende überlebte, steht nichts in dem Städteführer, aber ich kenne einige, die dort studierten, zu DDR Zeiten Kerstin Hensel, Katja Lange-Müller, danach Clemens Meyer, der ja ziemlich regelmäßig auf der Buchmesse auftritt, dort seine neuen Bücher vorstellt, bzw. über die Messe bloggt.

Es gibt also einige Kapitel in dem Buch, das die „Kunst-und Kulturstadt“ bzw. die tausendJahre Stadtgeschichte kurz skizziert. Die Stadtgeschichte in Daten von der Jungstein-und Bronzezeit bis zur Wende mit den Friedensgebeten und den Montagsgebeten gibt es auch und dann den Kulturkalender, wo man erfährt, daß es im März die Buchmesse mit dem Lesefest von dem ich meistens nicht sehr viel mitbekomme gibt, im Juni das Bachfest, imDezember den Weihnachtsmarkt, etc.

Dann gibt es noch einige Anregungen für Rundgänge Leipzig in drei bis sieben Tagen etc. Wie gesagt, in etwa habe ich das alles gemacht, war ein oder zwei mal im Auerbachskeller, wo der Goethe ja ein Denkmal setzte oder eines hat, war beim Völkerschlachtdenkmal und auch in einigen der Buchhandlungen. Im Gewandhaus war ich nicht in der Nioclai- und Thomaskirche glaube ich schon.

Und diesmal zweimal in dem Vereinshaus am Karl-Heine-Kanal, am Samstag Nachmittag und Abend zum Geburtstagsfeiern und dann am Sonntag nach der Messe noch einmal zum Aufräumen und Restlessen, einen kleinen Spaziergang in Großzschocher um den See und zu einem Kirschenbaum haben wir dann am Sonntagabend auch noch gemacht, bevor wir am Montag wieder zurückgefahren sind und ich mein „Deutsches Lesen“ mit dem Clemens Meyer wieder um ein Stück erweitert habe, ein Stück Leipzig kennenlernte, das wohl nicht bei den Rundgängen steht und mit einer Freundin Utes, die sich sehr für Literatur interessiert und mir meine zwei Bücher, die ich wie immer in der Tasche hatte, abkaufte, habe ich mich auch unterhalten.

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2015-06-14

Alles nur k (ein) Mann

Filed under: Bücher — jancak @ 00:55
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Jetzt kommt ein Chick Lit und ein E-Book und in Richtung „Deutsches Lesen“ geht es auch ein Stückchen weiter, denn Martina Gercke und Katja Gschneidt, die beiden Autorinnen, kommen aus Hamburg, bzw. Frankfurt und von Martina Gercke habe ich über Wolfgang Tischers Literaturcafe gehört. Da gab es ja einmal ein Interview bezüglich ihres Erfolges mit „Holunderküsschen“, an erster Stelle des Kindle Direkt Publishing und Verkaufszahlen in schwindender Höhe, wo ich ja immer ein bißchen skeptisch bin, dann kam die Plagiatsmeldung, ich habe die Angelegenheit verfolgt und darüber geschrieben, vor zwei Jahren, als ich gerade in die Sommerfrische aufbrach, hat sich Martina Gercke bei mir gemeldet und mir „Glücksstern mit Schwips“ als E-Book geschickt.

Denn sie hat sich von den Empörungswellen nicht unterkriegen lassen, „Champagnerküsschen“ und „Hollunderküsschen“ von den Fremdstellen bereinigt und wieder bei „Amazon“ angeboten, dann ein Buch allein geschrieben und danach angekündigt, sie würde sich mit einer anderen Autorin zusammentun.

So ist „Alles nur k(ein) Mann entstanden und da gab es eine Blogtour, wo man das Buch gewinnen konnte, wenn man einen Lösungssatz erstellte und ich habe es, obwohl die Aktion wahrscheinlich für jüngere Frauen und Mädchen war und ich dazu noch ein Säckchen Goodies, wie schnecklige Lesezeichen, Armbändchen, etc bekommen habe, also etwas für das Enkelkind, das ich nicht habe.

Ich bin aber sehr neugierig, lese auch gerne ChickLits, obwohl man da aufpassen muß, manche sind aus der Idee geboren, sie müssen lustig sein, um die Leserin zu unterhalten, wirklich ein bißchen blöd und vor allem kommen die Heldinnen mit einer Katastrophe nach der anderen, so dabei weg.

Ein bißchen ist das auch bei diesem Buch, das mir aber, ich schreibe es gleich, gut gefallen hat, warhscheinlich sogar besser als „Glücksstern mit Schwips“, aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil der Eindruck ja frischer ist.

Da gibt es also Greta und Marie, eine achtundzwanzig, die andere neunundzwanzig, Buchhändlerin und Ärztin vom Beruf und die leben in einer WG mit Lisa. Aber die geht nach München, als Lektorin, so suchen die beiden Mädels eine neue Mitbewohnerin, geben im Inserat aber nicht an, daß sie nur eine Frau wollen, weil das ist ja eh selbstverständlich.

So melden sich auch Männer, aber die sind nicht richtig, weil die wollen gleich einen Dreier und die Frauen sind das auch nicht, weil rassistisch oder noch nicht so gefestigt und so entscheiden sie sich für Tim, denn der ist schwul und das ist ja keine Gefahr für die Frauenehre.

So weit ist oder wird es klischeehaft, denn die Mädels sagen zu of, „Er ist schul, wie die Friseure“, obwohl er umwerfend und sehr männlich aussieht, aber gut kochen kann, damit kocht er die Mädels ein und als er beim Antrittsbesuch erscheint, öffnet sich bei einer gleich zufällig der Bademantel, das sind die ChickLit-Szenen die ich nicht mag, denn so blöd sind Assistenzärztinnen und Buchhändlerinnen nicht.

Tim zieht also ein, läßt beim Einzug ein Handbuch für Journalisten fallen und den Mädels fällt ein, sie wissen nicht, was für einen Beruf ihr Schwuli hat, der sagt es ihnen später. Er ist Foodstylist, offenbar sind das die Schwulen so und nimmt Marie in sein Studio mit, Greta besucht das dann später und trifft nur seinen Freund Leon, den Fotografen, der Greta eigentlich etwas sagen will, aber sie weiß ja schon, schwul ist Tim nicht, denn er hat sie in ein Restaurant eingeladen und da kam es zu einem Kuß.

Bei Marie macht er es genauso und geht mit ihr ins Bett bzw. in die Badewanne und verbietet ihr Greta davon zu erzählen, denn beide Mädels haben sich in ihm verliebt und haben nun Schuldgefühle, daß sie das der anderen nicht erzählen dürfen.

Lisa kommt auf Besuch und bringt Zeitschriften aus dem Flugzeug mit, darunter ein Männermagazin, mit einem Artikel „Wie ich als schwuler Mann zwei Frauen verführte!“, Autor ist Tim und es kommt zu einem großen Eklatat zwischen den Mädels. Lisa muß trösten und vermitteln. Sie schmeißen Tim hinaus, Greta verschwindet, Lisa bleibt allein zurück und geht nicht in das italienische Restaurant, zu dessen Besuch Tim sie per Handy aufgefordert hat. Er wird jeden Tag dort warten, bis sie kommt und er alles aufklären kann.

Greta bekommt inzwischen ein Mail von Leon, er ist in Afrika. Sie fliegt, weil ihr nichts anderes einfällt, auch dorthin. Da gibt es, es gibt ja einige sehr interessante Suzenen, eine im Flugzeug, neben Greta sitzt ein Mann mit Flugangst, redet vom Abstürzen, während der Flieger durch ein Gewitter fliegt. Eine schöne blonde Stewardesse rauscht vorbei und bittet sich anzuschnallen und ich mußte an Martina Gercke denken, die ja vom Beruf Purserin ist und groß und blond.

Greta trifft in Windhoek in einem Biergarten Leon und verliebt sich in ihm bzw. wird von ihm geküßt und Marie betrinkt sich einmal, eine von Martina Gerckes Schwächen scheint ja der viele Sekt und Prosecco zu sein, den ihre Mädels immer trinken. So kommen die Eltern vorbei, räumen auf und schicken Marie zum Friseur, denn eine Veränderung muß her. So bekommt man eine unglückliche Liebe aus dem Herzen, das habe ich vor mehr als dreißig Jahren auch einmal gemacht, Guido serviert ihr Sekt und schneidet, er ist offenbar ein schwuler Figaro mit großen Händen, ihr die Haare ab und als sich Marie mit der neuen Frisur sieht, ist sie bereit, zum Italiener zu gehen und auch Greta vom Flughafen abzuholen, die ihre Rückkehr ankündigt.

So weit das happy end und ein interessanter Roman mit interessanten Szenen. So gibt es zum Beispiel einen Oberarzt Obermeier und Obermarsch, der Marie immer in den OP verdammt, wenn sie eigentlich schon nach Hause will und die Mutter ruft an und sagt „Wann wirst du endlich Oberärztin? Dein Bruder hat ja auch schon zwei Jahre nach Ende seines Studiums eine Firma übernommen?“

Und Szenen übers Lesen gibt es auch bzw. Diskussionen zwischen den beiden Buchhändlerinnen Sabrina und Greta, die sich das „Bücherreich“ den kleinen lieben Laden um die Ecke, wo man die Bücher riechen, schmecken, tasten, fühlen oder was auch immer kann, die von der E-Book Bedrohung reden und das ist interessant, denn Martina Gercke und Katja Gschneidt sind ja E-Book Autorinnen.

Interessant ist auch die Schreibweise, das gemeisame Schreiben eines Buches, sowieso schon einmal und die Beiden dürften sich das, wenn ich richtig verstanden habe, so geteilt haben, daß es in den einzelnen Kapiteln immer die Sichtweisen von Greta und von Marie gibt.

Sehr interessant, die Beiden haben inzwischen  noch ein gemeinsames Buch geschrieben und Martina Gercke noch ein oder zwei andere allein und von Katja Gschneidt habe ich vor kurzem im Zuge meines Lesens für die „Bibliophilin“ oder „Selmas Kopftuch“, „Gefangen in Deutschland“ gelesen, ihren Bestseller, mit dem sie offenbar berühmt geworden ist, den als Printform, denn er lag im „Wortschatz“.

Bei „Amazon“ hält sich die Begeisterung der Leserinnen übrigens ins Grenzen, sie meinen, es wäre ein sehr leichtes Buch und sehr vorraussehbar.

Da bin ich mir nicht einmal so sicher, denn als ich merkte, daß es der tolle Tim, der natürlich, die Szene beherrscht und seine Mädels öfter zum Rotwerden bringt, mit Beiden treibt, war ich eine Zeitlang ratlos und wußte nicht, wie das jetzt weitergehen könnte?

Der Kunstgriff mit dem Leon kam dann ziemlich bald und dann verlief es auch in vorausschaubaren Bahnen und löste sich gnädig auf und noch etwas bemängeln, die „Amazon Leserinnen“.

Die vielen Fehler im Buch, da ist mir zwar aufgefallen, daß die Sabrina einmal an Schnupfen leidet und dann ist es ein geschwollener Knöchel, warum Greta in den Laden muß und zumindest in meiner E-Book Version, stimmten die Abteilungen öfter nicht, so daß da ein R oder ein O eines Wortes auf der nächsten Zeile stand, wo es nicht hingehörte.

Die bemängelte S Schreibung ist mir nicht aufgefallen, weil ich die ja selber nicht so beherrsche und mir das eigentlich auch egal ist.

Martina Gercke, deren Facebookseite, ich öfter lese, dürfte aber ein Lektorat benützen und eine literarische Agentur hat sie auch.

2015-06-13

Vom Atmen unter Wasser

Wie bewältigt man Trauer, wie ist zum Beispiel als Familie, der plötzlichen Tod, der sechszehnjährigen Tochter bzw. Schwester, zu verkraften?

Etwas, was ich ein bißchen wissen wüßte, habe ich als Psychologiestudentin, kurz nach dem Tod meiner Großmutter,  1978, meine um elf Jahre ältere Schwester durch einen Autounfall verloren, die, wie ich noch immer meine, von meiner Mutter, wenn auch aus anderen Gründen, genauso vorgezogen wurde, wie es die Krankenschwester und Mustermutter Anne Bergmann bei Sarah tat und so lautet der erste Satz von Lisa-Mari Dickreiters Buch auch:

„Mit sieben Jahren beschloss ich meine kleine Schwester für immer loszuwerden.

„Vom Atmen unter Wasser“, eine weiße Bettdecke ziert das Cover des 2010 bei Bloomsbury Berlin, 2010, erschienen, Trauerbewältigungsroman und oben darauf sind ein paar Stofftiere, darunter ein Teddybär zu sehen und Thomas Wollinger, dessen Blog ich 2010 ja sehr intensiv verfolgte und auch eifrig kommentierte, hat es dort vorgestellt.

Hat er doch, glaube ich, mit der 1978 in Furth am Wald geborenen Autorin, gemeinsam die „Leondinger Akademie“ besucht und ohne genau zu wissen, warum es in dem Buch geht, hat mich das Cover sehr beeindruckt und neugierig gemacht, so daß ich 2013 bei diesem „Augustin-Flohmarkt“ begierig nach dem Buch griff, als ich es dort in den Regalen sah.

Von Lisa-Marie Dickreiter, die auch die Filmakademie besuchte, das Buch ist, glaube ich, auch ein Film geworden, habe ich seither nicht viel gehört, keine Longlist, kein Bachmannlesen, wie bei den anderen Büchern, die ich von dem Flohmarkt mitgenommen habe und im Netz, wo ich nachgegooglet habe, gibt es auch nicht viel zu finden, außer, daß Lisa-Marie Dickreiter jetzt Kinderbücher schreiben dürfte.

Roman steht, unter der Bettdecke am Cover, natürlich, heutzutage heißt ja alles so, auch wenn es in Wahrheit Lyrik, etc, ist. Das hier würde ich in die Gattung „Krisenbewältigung“ einordnen und der „Romantherapie“ empfehlen, denn man kann das Buch sicher zur Bibliotherapie empfehlen und werde das gegebenfalls, ich habe manchmal Trauerbewältigungsklienten, auch tun.

Das Buch ist sehr kunstvoll, man merkt die Filmstudentin, geschrieben, beziehungsweise konzipiert, am Ende gibt es auch eine ganze Menge Danksagungen an Helfer und in Kapitel aufgeteilt, die die Namen der Familienmitglieder, Simon, das ist der um vier Jahre ältere Bruder, der Medizin studiert, Jo, der Vater, Sozialarbeiter und Bewährungshelfer, Anne, die Mutter und wir taumeln durch die Trauerarbeit, erleben die Trauerreaktionen, wenn ich ich wieder vielleicht ein wenig kritisch anmerke, daß das Resultat, natürlich erhöht und künsterlich aufgemoppelt ist, die wirkliche Trauerarbeit, wenn die sechszehnjährige Tochter vom Heimweg nach einer Party ermodert wird, wird wahrscheinlich platter, patscherter, unbeholfener, etc aussehen.

Meine Mutter hat zum Beispiel an die Gemeinde Wien einen Brief geschrieben, daß sie gerne will, daß der Fall, meine Schwester ist von einem Müllauto von hinten überrollt worden, untersucht wird, die etwas barsche Antwort, Abwehr von Gefühlen, war, das das nicht möglich ist und nicht „Tut uns leid, wir entschuldigen uns, auch wenn der arme Teufel nichts dafür konnte!“ und heute wahrscheinlich automatisch zum KAV-Psychologen geschickt würde.

Am eindringlinsten ist der Prolog gelungen, wo der siebenjährige, die sich sehr schlecht benehmende nervige Schwester packt, sie in einen Bus setzt, sie nimmt noch seine letzten fünfzig Pfennig, für die er sich eigentlich Eis kaufen wollte, dann steigt er aus und denkt, das Problem ist gelöst und er muß sich für die Mutter nur eine Erklärung ausdenken. Als er mit der stolz zurückkommt, steht eine fremde Frau im Garten, die Schwester an einem Eis schleckend an der Hand und die Mutter gibt ihm eine Ohrfeige. Er hat zulang gewartet, wie blöd, daß Sarah schon ihre Adresse wußte.

Dreizehn Jahre später, geht sie früher von einer Party heim und wird ermordet und ein Jahr später, Simon will gerade mit einem Mädchen im Bett, läutet das Telefon. Es ist der Vater, die Mutter hat versucht sich die Pulsadern aufzuschneiden.

So weit die Ausgangslage, dann wird es komplizierter, denn wir werden hineingestoßen in die Gefühlswelt der drei und die ist natürugemäß nicht eindeutig, sondern sehr durcheinander.

Der Sohn ist inzwischen ausgezogen, weil es ja Spannungen gab, der Vater bittet ihn vorübergehend zurückzukommen, denn die Mutter, die mit der Auflage, eine Psychotherapeutin zu besuchen, bald entlassen wird, soll nicht allein zu Hause bleiben. Sie darf aber nicht wissen, daß es zu ihrer Überwachung ist, aber Simon muß sowieso für das Physikum lernen und da hat er es zu Hause angeblich ruhiger.

Natürlich nicht, wenn er nie sicher sein kann, was die Mutter gerade macht, die seit dem das mit Sarah passierte, das eheliche Schlafzimmer verließ und jetzt in deren Zimmer wohnt. Hier versucht sie sich an ihren Geruch zu erinnern, hat Angst ihre Stimme zu vergessen, etc, so daß der Vater brutal oder hilflos Sarahs Kleider wäscht, um den Geruch „Zu seiner Sicherheit, Liebes!“, wegzubekommen. Der Sohn schlägt der Mutter vor, einen Film über Sarah zu drehen, um sie wiederherzuholen und der Vater gibt ihm eine Ohrfeige.

Aber der Bewährungshelfer, der seine drogensüchtigen Klientinnen auch schon mal aus einem Springbrunnen herausholen muß, hat inzwischen eine Freundin. Er hätte es sonst nicht ausgehalten, der Sohn erwischt ihm im Kino mit ihr, verlangt vom Vater eine Entscheidung. Der verläßt dann die Mutter, die sich, sie hat die Leiche damals nicht gesehen, den Obduktionsbericht beschafft, um sich und ich denke, das ist auch psychologisch richtig, endlich von Sarah verabschieden zu können.

Sie spricht mit dem Freund, mit dem Sarah damals auf der Party war und bekommt heraus, sie hat diese früher verlassen, weil Gero mit Elena, die ist inzwischen Simons Freundin und fährt die Fahrradritschka in der Stadt Freiburg, in der die Handlung spielt, geknutscht hat, so kauft Anne Elena ein Kettchen. Sie hat ihres damals Sarah geborgt und die wurde dann damit beerdigt und verlangt von ihr dafür, daß sie die Beziehung mit Simon beendet. Starker Taback das Irrbad der Gefühle durch die Lisa-Marie Dickreiter ihre Familie schickt. Im wahren Leben wird es vielleicht nicht ganz so dramatatisch und dennoch grauslich genug sein.

Spannend, spannend und nach den ersten Trauerbewältigungsreaktionen sicher zum Lesen sehr zu empfehlen.

„Eine bewegende Geschichte über Verlust und Liebe. Schmerzhaft und wunderschön.“, schreibt Syblle Knauss am Buchrücken. Das Letztere würde ich nicht so unterschreiben, denn wenn man das Buch so empfindet, dann wäre man sehr brutal!

2015-06-12

Eröffnung des Wiener Bücherschmauses

Seit einiger Zeit steht auf meinen Regalen eine Karte mit einer altmodischen Fotografie wo ein kleines Kind mit einem Löffel in der Hand auf einem Polster sitzt und freundlich oder erwartungsvoll lächelt.

„Wiener Bücherschmaus – Macht Gusto auf Literatur!“, steht danaben und ganz ehrlich, so ganz habe ich nicht gewußt, was das ist und was ich damit anfangen soll?

Die Karte ist, glaube ich von Petra Öllinger gekommen, auch eine „mittlere Kollegin“ mit der ich vielleicht Texte in den „Milena-Anthologien“ oder dem „Women Science faction-Sammelband“ habe.

Kennengelernt habe ich sie wahrscheinlich durch den Frauenverlag, Ende des letzten oder Anfang des neuen Jahrtausends, beziehungsweise sind wir, glaube ich, beide zu der „Schreibwerkstatt der Gewerkschaft“ gegangen, die Eveline Haas in dem Gewerkschaftspalais bei der Strudelhofstiege, veranstaltet hat und und zu der ich eingeladen wurde, nachdem ich das erste Mal bei den „Luitpold Stern Preisen“ gewonnen habe.

Dann bin ich ihr durch ihren Blog den „Duftenden Doppelpunkt“ wiedergegegnet, wo ich einmal eine „Anthologie“ gewonnen habe und es öfter sehr schwierige Gewinnspiele zur Arbeiterliteratur gibt, bei denen ich schon mitgemacht habe.

Zum ersten Weltkrieg, dem Schwerpunktthema des vergangenen Jahres gab es wieder so ein Rätsel, da habe  ich  Anfang des Jahres ein Buch gewonnen und da ist, glaube ich die Karte mitgekommen, mit der Aufforderung mich für den „Bücherschmaus“ zu engagieren, Werbung dafür zu machen, etc.

Weil ich nicht genau gewußt habe, was das ist, ist die Karte am Regal stehengeblieben und ich habe darauf vergessen. Aber vor einiger Zeit bin ich durch diese immerwährende Blogger Diskussion, was ein guter Blog ist, auf eine österreichische Germanistin, namens Judith Massar gestoßen, die auf ihrem Blog dem „leseloop“ erstens Ratschläge erteilte, wie man gut bloggt:  keine Rechtschreibfeher, den Übersetzer nennen und nicht spoilern, aber auch nicht verreißen, ect.

Da kann man unterschiedlicher Meinung sein und es gab darüber auch eine größere Diskussion. Ich bin aber auch daraufgekommen, sie bloggt vor allem über die österreichische Gegenwartsliteratur und das ist ja mein Thema und so habe ich ich auf ihrer Facebookseite erfahren, daß vor ein paar Tagen in Wien eine neueB uchhandlung mit einem mehrtägigen Eröffnungsfest eröffnet wird und es da einige Veranstaltungen und ab Donnerstag, den regulären Verkaufsbetrieb gbt und das war der „Wiener Bücherschmaus“ in der Garbergasse.

Da war ich noch immer nicht viel klüger, bin am Mittwoch aber, als es dort Workshops gegeben hätte, mit meiner „Selma“ auf der Terasse gesessen und bis Seite achtundvierzig gekommen, ohne einen Fehler zu finden. Woi ich dann schon frohlockte, das geht sich aus, ich schreibe dann schnell den Text, und ab in die Garbergasse.

Meine Leser wissen wahrscheinlich schon, mitnichten nichts davon, die Fehler sind  schon gekommen und ich bin noch immer nicht fertig,  wollte am Donnerstag aber wieder zum klinischen Mittag, meine psychologisch- psychotherapeutischen Fortbildung, die ich ja auch brauche, gehen und da ist die Garbergasse kein zu großer Umweg.

Also losgestampft und dabei den Stadtplan vergessen, aber weil ich einmal, sowohl in der Otto Bauergasse. als auch in der Gumpendorferstraße wohnte, werde ich es schon finden, habe ich gedacht und bin zuerst einmal in dem Antiquariat in der Kirchengasse über eine Ein Euro Kiste gestolpert, in dem ein Buch aus dem Jahr 1946 „Adalbert Stifter und Wien“ gelegen ist. Jetzt liegt es dort nicht mehr und ich bin weitergegangen, zur ehemaligen „Buchlandung“ in der Lerchenfelderstraße, die heißt schon länger anders, ist aber das gleiche Konzept und sie strukturieren offenbar schon wieder um. So daß es einige Ein Euro Regale gab und ich dann  mit einer großen Papiertragtasche ins AKH gekommen bin.

Danach gehe ich ja immer über die Schränke zurück und weil ich nicht so genau wußte, wo die Garbergasse liegt,, bin ich zuerst den Gürtel entlang und zu dem am Brunnenmarkt gegangen, dann aber doch zur Zieglergasse und durch den Hausdurchgang bei der „Konditorei Aida“ auf der Mariahilferstraße zur Schmalzhofgasse.

Dort habe ich dann gefragt und gefragt. Keiner hatte eine Ahnung, bin aber die Schmalzhofgasse immer weiter in Richtung Westbahnhof gegangen, bis mir ein Mann erklärte, das ist die nächste Gasse.

Da stolperte ich dann gleich über das Gassenlokal, bzw. einen Hund, mit dem sich Petra Öllinger beschäftigte, die ich zuerst gar nicht erkannte. So bin ich in das Geschäft hineingegangen und habe gesehen, daß das eher ein Antiquariat sein dürfte. Regale mit Büchern und beispielsweise bei einem Fach alle von der Irmgard Keun aus den Siebzigerjahren aufgereiht, bei einem anderen lagen viele Eva Rossmann-Bücher.

Ein Herr erklärte mir  das Konzept.

„Der Wiener Bücherschmaus“ ist ein Sozialprojekt, das sich um die Leseförderung kümmert. Das heißt, sie sammeln Bücherspenden, tun sie in eine Kiste und schicken sie an ausgewählte Schulen und die Bücher in dem Geschäft scheinen auch solche Spenden zu sein.

Man kann aber, erklärte er mir, jedes Buch zum normalen Buchpreis bestellen und sie besorgen es dann. Nun ich hatte  eine Büchertragetasche in der Hand und jetzt fast vergessen, daß ich in dem kleinen altmodisch wirkenden Geschäft, in der Lerchenfelderstraße, das immer einige verstaubte Kisten vor der Auslage stehen hat, diesmal bei den Ein Euro Stücken, Stefan Thomes „Grenzgang“ fand, der, glaube ich, vor ein paar Jahren auf der dBp Longlist stand.

So habe ich mich noch mit Petra Öllinger unterhalten und einige meiner Literaturgeflüsterkarten in dem Geschäft abgelegt, um auch ein bißchen Werbung für mich zu machen und mich im Veranstaltungsverteiler eingetragen und kann hier mitteilen, Wien hat wieder einen literarischen oder kulturellen Nahversorger mehr und eine andere, neue Buchhandlung, nämlich in der Seestadt Aspern, wo ich vor einem Jahr schauen war, aber nicht viel mehr als eine riesige Baustelle fand. Jetzt gibt es einen Artikel bei http://www.buecher.at  und den Wunsch an die Verlage, daß sie die Bücher teuerer machen soll, damit sich das Geschäft rentiert.

Mir ist das zwar egal, weil ich  keine Normalpreisbücher kaufe, weiß aber nicht, ob das wirklich so eine gute Idee ist, den Leuten, die sich ihre Bücher  kaufen und nicht als Rezensionsexemplare beziehen oder sich aus den Schränken ziehen, die Karotte noch ein Stücken weiter von der Nase zu entfernen?

Aber natürlich sehr viele Kunden wird es in der Seestadt Aspern, die ja glaube ich, immer noch nicht sehr fertig oder bewohnt ist, geben.

Und bei den fünf Büchern, die ich in der ehemaligen „Buchlandung“ gefunden habe, war  eines von Roswitha Haring , und die wurde in Leipzig geboren, passt also gut zum deutschen bzw. Leipziger Lesen, das jetzt bald kommt.

2015-06-11

Hier im Regen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:03
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Darf man ein zweites Buch nach dem ersten lesen oder sollte man angesichts der Bücherflut nicht überhaupt bei dem einen Buch pro Autor bleiben und wie ist das mit den Rezensionsexemplaren bei Bloggern? Das ist eine Frage, die „Buzzaldrin“ kürzlich wieder stellte, scheinen, die doch Neid zu erregen und da schwirren dann Sätze wie die vom „Bücher abstauben“ oder „Ich würde auch all das lesen, wenn ich die Bücher nachgeschmissen kriege!“, durch die Runde und es gibt Blogs, die schreiben groß darauf, daß sie keine solchen nehmen.

Nun  „Bei 30 Grad im Schatten“ ist ein Rezensionsexemplar, Anna Jung hat es mir im letzten Jahr freundlicherweise zur Verfügung gestellt und Lorenz Langeneggers Erstling „Hier im Regen“ ist das auch oder eher ein Leseexemplar, mit dem Aufdruck, daß man es nicht vor dem 24. 2. 2009 besprechen sollte und in dem Buch, ob gelesen oder ungelesen,  konnte ich nicht herausfinden, lag ein Brief und eine Karte von „Jung und Jung“ an die Buchhändlerin Anna Jeller in der Margaretenstraße, mit der Vermutung, daß sie das Buch interessieren und sie es bestellen könnte.

Ob sie das gemacht hat, wieder keine Ahnung, ich bin zu dem Buch jedenfalls durch den „Augustin-Flohmarkt“ gekommen, das mir dieses und noch einige schöne andere, die alle vor einigen Jahren auf der dBP Liste standen oder in Klagenfurt gelesen wurden, bescherte, die ich jetzt der Reihe nach hinunterlesen will, denn von Lorenz Langenegger habe ich das erste Mal etwas gehört, als er 2009 in Klagenfurt gelesen hat, sein Text, der mir gut gefallen hat, ist, glaube ich nicht sehr gut angekommen und als dann im Vorjahr das zweite Buch herauskam, war ich neugierig und habe bei „Jung und Jung“ angefragt, das erste habe ich 2012 auf die 2015 Leseliste gesetzt, denn ich habe ja leider oder glücklicherweise eine elendslange Leseliste, die einmal die „Deuticke-Pressedame“ irriterte, ich aber sehr ernst nehme, denn ich will ja möglichst alle Bücher lesen, obwohl ich inzwischen zu begreifen anfange, daß das nicht gehen wird.

Und um die Frage vom ersten oder zweiten Buch zu beantworten, das habe ich ja auch bei Grace Metalious einmal so gemacht.

Man soll nicht, ist die Antwort die ich mir wieder gebe, denn ich denke, obwohl ich mich an die Eindrücke von „Bei 30 Grad im Schatten“ nicht mehr so genau erinnern kann und ich den Autor kurz darauf in Göttweig und in Krems persönlich kennenlernte, denke ich  mit „Hier im Regen“ ist dem 1980 in Zürich geborenen Autor etwas Besonderes gelungen und ich würde sogar so weit gehen, ihn mit John Updikes „Rabbit“ zu vergleichen.

Da habe ich nur den ersten Band gelesen, würde aber vermuten, die Serienbände reichen nicht daran heran und „30 Grad im Schatten“ wahrscheinlich auch nicht, aber wie gesagt, das ist Spekulation, denn jetzt stehe ich ja unter dem Eindruck von Lorenz Langeneggers ersten Roman, der mir in seiner genauen Sprache, in der er die Alltäglichkeiten des Lebens erzählt, sehr sympathisch ist und ich ja selber auch so schreiben will, obwohl ich dann oft höre, „Da passiert ja nichts!“ „Oder das ist viel zu banal!“ und Literatur, das habe ich ja unlängst erst bei Sigrun Höllriegl wieder gelesen muß überhöht sein und übertreiben, denn sonst ist sie nicht gut.

Ich glaube, das nicht, habe das nie geglaubt und nach der Langenegger Lektüre, bin ich erst recht davon überzeugt, daß man auch das Banale erzählen kann und das wird im Klappentext auch so angesprochen.

„Unspekulärer kann das Setting eines Romans kaum sein, um nicht zu sagen langweiliger.“

Lorenz Langenegger ist das nicht, wie der Klappentexter gleich weiter ausführt und ich fange mit dem Nacherzählen, beziehungsweise dem Spoilern, das ja eine Spezialtät meiner Rezensionen oder Besprechungen ist, an.

Da ist wieder Jakob Walter, ich kenne ihn ja schon, Steuerbeamter, seit fünf Jahren verheiratet, in Bern wohnend und der wacht eines Morgens auf und fragt sich, warum er in Bern wohnt und was er dort macht?

Seine Frau Edith weiß das auch nicht und als er zum Zeitungsfach geht, wundert er sich, die Zeitung ist nicht da, der Nachbar erklärt es ihm gleich, es ist ja heute der erste August, der Schweizer Nationalfeiertag und Freitag ist es auch, warum ist Walter dann so früh aufgestanden?

Das weiß seine Frau, denn sie will ihre Eltern in Winterthur besuchen und am Abend zurückkommen, so geht Walter aus dem Haus, kauft ein Erstverkaufsabzeichen, bekommt eine Autogrammkarte zugesteckt, will seinen Freund Rolf besuchen, ein Kneipenwirt, mit dem ihm eine Freunschaft verbindet, obwohl er ihn schon länger nicht gesehen hat. Aber der ist nicht da, die Kneipe zu und Ruth, eine Alkoholikerin und Stammgästin erklärt ihm, er ist seit einer Woche verschwunden und wahrscheinlich in der Aare ertrunken.

Walter geht zum Bahnhof, bekommt von einer älteren Frau erklärt, wie man den Fahrscheinautomaten bedient, will sich ein Halbpreisabo kaufen und fährt dann zum ganzen Preis nach Locarno, dort geht er in eine Wirtschaft, mietet sich in ein Zimmer ein, das früher wohl vom Großvater des Wirtes bewohnt war, jedenfalls liegen noch seine Kleider im Kasten. Er will noch eine zweite Nacht bleiben, wird von einem ehemaligen Arbeitskollegen angesprochen, der ihn in sein Sommerhaus mitnimmt und ihm dort das Gastzimmer anbietet.

Und weil ein Roman wahrscheinlich trotzdem ein wenig abgehoben sein muß um „Jung und Jung“ zu überzeugen, geht Walter in sein Zimmer, um sein Gepäck zu holen, obwohl er keines hat und packt des Großvaters Hemd und ein italienisches Buch in eine Plastiktüte, gut, das ist ein bißchen unlogisch, wie auch Walters plötzliche Krankheit, als er statt in dem Gastzimmer zu übernachten, wieder nach Bern zurückfährt, denn im Fernsehen, sieht er die Aare ist übergegangen, offenbar der Fluß in Bern und er  bildet sich ein, Rolfs Leiche zu sehen.

So will er zurück, der Kollege bringt ihn zum Zug und dort ist er plötzlich krank, weil er in die Aare gesprungen ist. Habe ich etwas überlesen? Aber ich streiche mir ja ohnehin immer alles an.

Er fährt jedenfalls zurück, geht zu Barbara, die mit Rolf befreundet war, erfährt, der war mit einer Anna verheiratet und Walter hat das nicht gewußt.

Die Leiche wird dann auch gefunden und Walter geht wieder in seine Wohnung zurück, um Edith zu erwarten, die einen Tag länger bei ihren Eltern geblieben ist.

Die wundert sich über das Ersttagsabzeichen und die schmutzige Jacke. Walter lügt ihr auch vor, die Wohnung die drei Tage nicht verlassen zu haben und das Leben geht weiter. Die Midlifekrise mit Dreißig ist vorbei. Walter wird am nächsten Morgen wieder ins Steueramt gehen und ein paar Jahre später, statt zu einer Tagung zu fahren, einen anderen Ausflug machen, von dem ich im vorigen Jahr gelesen habe und in zwei drei Jahren wieder ein anderes Abenteuer bis zu seiner Pensionierung erleben, aber das ist jetzt wieder Spekulation. Das weiß ich nicht so genau, denn es gibt ja erst zwei Langenegger- Romane, obwohl ich den Autor, glaube ich, heuer wieder in Krems und Göttweig gesehen habe.

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