Literaturgefluester

2015-07-02

Mein Mann, der Kommunist

Filed under: Bücher — jancak @ 00:40
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Ich bin, schreibe ich immer, keine besondere Freundin der großen Amerikaner, die bei uns  so hoch gehalten und als Vorbild für unsere Literatur gepriesen werden.

Richard Fords „Kanada“ und James Salters „Lichtjahre“, der kürzlich gestorben ist, habe ich für langatmig empfunden und bei Philiph Roth, von dem ich das erste Mal etwas hörte, als ich bei der „Libro-Bestseller-Aktion“, das „Amerikanische Idyll“ nicht gefunden habe, danach den „Menschlichen Makel“ und „Exit Ghost“ gelesen habe, ist es mir ähnlich gegangen.

Ausnahme sind John Updikes „Hasenherz“ und Sylvia Plaths „Glasglocke“, aber bei Frauen ist das vielleicht anders und nun, den, wie ich irgendwo gelesen habe „besten“ Roth Roman.

Philiph Roth rechnet mit der Mc Cartny Ära ab. Tut das wieder sehr langatmig auf fast vierhundert Seiten, verwendet dabei alle möglichen Katasthrophen die einem so passieren können und verwendet auch noch einen doppelten Erzählstil dabei, also ganz schön routiniert natürlich, wie es sich für einen, der jedes Jahr auf den Nobelpreis warten soll, ja gehört.

Philip Roths Alter Ego oder Erzähler ist, glaube ich, der Schriftsteller Nathan Zuckerman und der bekommt von seinem, inzwischen neunzigjährigen Englischlehrer, die Geschichten dessen Bruder Ira Ringold erzählt, wie Sheherazade tut er das in einigen Tagen, geht von vorne  zurück und wieder nach vorn und baut so Sämtliches ein, was in nur in einem Roman passieren kann und dabei hätte ich gedacht, ich habe keinen Erfolg, weil ich zu langatmig bin und nicht genug verdichte, bei den Amerikanern ist das offensichtlich anders und, um nicht mißverstanden zu werden, ich finde die amerikanische Geschichte sehr interessant, zu weitschweifig war es mir aber erzählt und ich habe auch recht lang mit dem Lesen gebraucht und weiß beim Nacherzählen jetzt auch nicht, wo ich anfangen soll?

Wahrscheinlich in den Fünfzigerjahren, wo MC Cartney eine Kommunistenhatz betrieb und da ist Ira Ringold, ein Jude aus nicht ganz so guten Haus, aus dem Krieg nach Hause gekommen, mit kommunistischen Ideen, die sind mir bei all den Verwicklungen nicht so ganz klar geworden. Er wurde aber von einem O Day indoktriniert, lebte auch sehr einfach in einer Hütte und da hat er auch den jungen Nathan kennengelernt und ihn eingeladen, einige Sommer mit ihm dort zu verbringen. Der besorgte Vater unterzieht ihm einem Verhört, fragt  ob er ein Kommunist sei?

Ira verneint, so gibt es einige schöne Sommer auf dem Land, Ira verheiratet sich dann mit Eve Frame, einer Schauspielerin, die schon drei Männer und mit einem einem Homoseuxuellen eine Tochter namens Sylphid hat. Er zieht zu ihr nach New York, wird Rundfunksprecher und lebt in nichtkommunistischen Luxus.

Die Ehe ist aber nicht sehr gut, Sylphid sperrt sich dagegen und zwingt die Mutter zu einer Abtreibung, was Ira ihr nicht verzeiht, der hat Bandscheibenprobleme, so braucht er eine Physiotherapeutin, das ist eine Estnin, die kommt zu ihm mit ihrem Behandlungstisch und macht bei ihm offensichtlich auch noch etwas anderes, als Massage und Eve, die beiden haben sich inzwischen getrennt und Ira ist zu seinem Bruder gezogen, bestellt sie einmal zu sich, um Ira einen Brief zu überbringen.

Dort läßt sie Helgi warten, weil sie den Brief immer wieder neu beginnt, so daß diese sich allmählich betrinkt und sie dann wüst beschimpft.

Das ist der Anfang der Geschichte, beziehungsweise der Titel des Buchs.

Eve hat nämlich sehr antikommunistische Freunde und die zwingen sie angeblich in ihrem Namen das Buch „Mein Mann der Kommunist “ schreiben zu lassen, das Ira wüst diskriminiert, als sowetischen Spion, Verführer, etc diskriminiert, seine Karriere ist vorbei, der Bruder muß sich auch einige Zeit als Staubsaugervertreter verdingen und Nathan auf einen Collegeplatz verzichten, er bekommt Weinkrämpfe und wird von dem besorgten Bruder in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Dort besucht ihn Eve, wird selbst hysterisch und in eine Zwangsjacke gepackt, das finde ich schon mal übertrieben.

Dann geht Ira wieder aufs Land zurück und verkauft fortan als Mienenarbeiter Steine an Touristen, er hegt auch Mordpläne an Eve, denn er hat, es wird wirklich immer komplizierter, schon einmal einen Menschen umbegbracht., Eve stirbt aber in den Sechzigerjahren an den Folgen des Alkohols, nachdem Sylphid sie verlassen und zu ihrem homesexuellen Vater nach Frankreich zurückgegangen ist. Ira stirbt ein paar Jahre später,  Nathan Zuckerman bringt seinen neunzigjährigen Lehrer, nachdem die Geschichte zu Ende erzählt ist, in sein Haus zurück und resumiert über das Leben und den Kommunismus, indem er auf die Sterne schaut.

„Die Sterne sind unentbehrlich.“, lautet so auch der letzte Satz des Buchs.

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