Literaturgefluester

2015-07-07

Das Verhängnis

Filed under: Bücher — jancak @ 00:24
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Weiter geht es mit dem Lesen mit John Knittel und einem beziehungsweise drei Bücher, aus dem Bücherkasten meiner Eltern.

„Via Mala“ ein berühmter Titel, der in den Ohren klingt und wahrscheinlich längst vergriffen, aber öfter in den Bücherschränken zu finden ist, für die Schwiegermutter habe ich einmal einen Band herausgeholt und mich nun selber an die drei Leinenbände, der „Büchergilde Gutenberg“ von 1937 herangemacht.

„Das Verhängnis“, „Das Schicksal“,“Die Erlösung“, es war gar nicht so einfach, die richtige Reihenfolge der Trilogie herauszufinden. Auf meiner Leseliste steht es auch falsch angeschrieben, denn in den Büchern steht „Via Mala“ Roman und auf der nächsten Seite dann einer der oben genannten Titel und das I II II kann man nur ganz klein in den Fußnoten entdecken.

So war das bei den Büchern des vorigen  Jahrhunderts, keine Inhaltsangabe, keine Biographie, etc und nachgooglen konnte man auch nichts. Wie haben das die Leser damals gemacht, könnte man fragen, während sich heute die Blogger darüber streiten, ob ein seriöser Blog, den Übersetzer eines Buches angeben muß?

Wenn man bei „Wikipedia“ nachschaut, erfährt man auch nichts von der richtigen Reihenfolge der Bände, nicht einmal, daß es ein Roman in drei Teilen ist und über John Knittel ist auch nicht sehr viel zu finden, aber doch soviel, daß er ein 1891 in Indien geborener schweizer Autor ist, 1979 in Graubünden gestorben, der seine Werke in Englisch schrieb und offenbar mit „Via Mala“ berühmt wurde.

Erstaunlich global könnte man meinen und nun hineingesprungen, nachdem ich  herausbekommen habe, daß, die „Erlösung“ offenbar doch nicht der Romanbeginn ist.

Leicht ist das Lesen über das Schicksal der “ schlechten Straße“, die von der Stadt Andruss bis zum Yzolla-Hospitz, beziehungsweise der Familie Lauretz, trotzdem nicht, denn John Knittel springt hinein in das Geschehen und man denkt, die ganze Zeit man kennt sich nicht aus oder liest vielleicht doch den falschen Band.

Das ist also der Sägewerkbeseitzer Lauretz, ein schlechter verkommener Mensch, ein Trinker, der ständig mit der Peitsche um sich schlägt, Frau und Kinder verprügelt, die sich vor ihm fürchten, dann aber doch widersprechen, ziemlich widersprüchig. Den Sohn Niklaus hat er zum Krüppel geprügelt, als dieser die Mutter schützen wollte, weshalb er wehruntauglich ist und sich dafür schämt, dann gibt es den behinderten „Mannli“, weil offenbar im Suff gezeugt, die Schwestern Hanna und Silvelie und der Vater hat in der Stadt noch andere Kinder von anderen Frauen und kommt nur gelegentlich in die Sägemühle, um zu prügeln oder in seinem verstaubten Büro nach Plänen für eine Brücke zu suchen, die er bauen soll.

Es herrscht Armut in der Familie, die sich hauptsächlich von Brot und Kartoffeln ernährt und der Vater darf nicht wissen, daß sich Silvelie im Hospitz verdingt, um der Mutter Geld zu bringen. Es gibt auch einen berühmten alten Maler zu dem Silvelie ein besonderes Verhältnis hat und einen Tagelöhner, der den Tyrannen am liebsten erschlagen will, gibt es auch.

Der Alte wird dann verhaftet und wegen „Gotteslästerlichkeit, Sittenlosigkeit, Trunksucht, sowie Ehebruch und Konkubinat“, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Silvelie erbt von dem Maler, der an einem Herzschlag stirbt, sein Haus und fünftausend Franken, da sie aber noch nicht volljährlig ist, nimmt der Vater, der inzwischen aus dem Gefängnis entlassen wurde, das Sparbuch an sich und fährt nach Zürich, das Geld abzuheben.

Silverlie fährt auch hin, der Rechtsanwalt und guter Freund des Malers, der sie betreut, kann aber nicht viel ausrichten, so waren in den Neunzehnhundertdreißigerjahren, wo das Buch zu spielen scheint, es gibt Automobile und Silvelie geht in Zürich ins Kino, die Gesetze.

Der Taglöhner  Jöry und Niklaus werden, als der Alte in der Nacht betrunken mit dem Geld zurückkommt aktiv und erschlagen ihn im Beisein der Mutter und der Schwester Hanna,  vergraben seine Leiche. Silvelie wollen sie sagen, er wäre, als er sie nicht angetroffen hat, wütend geworden, hätte fünfhundert Franken auf den Tisch geworfen und geschworen, nie mehr zurückzukommen.

Schließlich erfährt sie das Geheimnis doch, Niolaus stellt sie vor die Wahl, den Mund zu halten oder zum Richter zu gehen und sie alle anzuzeigen. So nimmt sie am nächten Tag ihren Korb und einen Teil des Geldes und verläßt das Haus.

Damit endet der erste Teil.

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