Literaturgefluester

2015-07-18

Schreib- und Sommerfrischenbericht

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Der Montag und der Dienstag waren ein wenig hektisch. Vier Befunde, die Lesung, die noch vorbereitet mußte, Besuch der Linda, Besuch beim „Wolf“ und dann bin ich noch aufs Bezirksamt gegangen und habe für die Wien-Wahl im Herbst für „Wien anders“ unterschrieben und dem Manfred Lagler-Regall, der mein 1000 Kommentierer war, habe ich auch das versprochene Buch geschickt.

Da hat es mich ja sehr gefreut, daß ich in der Woche um meinen Bloggeburtstag, die fehlenden Zehn so schnell zusammenbekommen habe.

Der Gewinner hat mir zwar sehr direkt geschrieben, daß ihm lieber wäre, wenn ich seine Bücher endlich lesen und auf „Kathpedia“, „Read.me cc“, „Wikipedia“ oder bei mir bespreche.

„Amazon“ hat er dabei vergessen, aber er ist auch ein „Selbermacher“ , der noch das Wort „Eigenverlag“ verwendet. Das war zwar ein wenig kränkend, nach zweiundvierzig Jahre erfolglosen Schreibens und sieben Jahren bloggen darüber, habe ich mich aber schon daran gewöhnt, daß sich niemand für mein Schreiben interessiert und kann auch verstehen, daß das Egene wichtiger ist.

Aber die „Lektüre vor dem Schlafengehen“ liegt sowieso schon ganz vorne bei den Leseplänen. „Die alten und die neuen Häuser“ habe ich ein wenig reuig und ambivalent hervorgeholt, weil sie ja wirklich weit hinten gelandet waren, Andererseits werde ich ja nicht alles, was ich mir für heuer vorgenommen habe, schaffen und war bei der Durchsicht in schlaflosen Stunden dann auch erleichtert, da das zweite Buch eine Wiederholung, beziehungsweise Ergänzung des ersten, also schnell zu lesen sein wird.

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Die Post hat mich auch noch etwas verunsichert, als sie für das dünne Büchlein in dem orangen Kuvert plötzlich das doppelte Porto, als die letzten Male haben wollte und mir  erklärte, das wäre die Farbe des Kuverts und  am Mittwoch wieder auf das Land gefahren, um an meinen achtunddreißig Seiten Sommertext, den ich in der vorigen Woche wirklich flott vor mich hingeschrieben habe, weiterzumachen.

„Ist dir nicht fad?“, hat mich die Anna vor Jahren einmal bezüglich meiner Sommerfrischepläne gefragt.

Ist mir nicht, denn Lesen in der Badewanne, Radfahren an der Traisen ist ja schön und mein Sommerroman treibt mich auch voran, beziehungsweise heizen da ja auch die politschen Ereignisse, die heuer wirklich rasant auftreten, an.

Da ist vom Sommerloch heuer  keine Spur und es war nur etwas schwierig, nach den zwei turbulenten Arbeitstagen wieder in den Plot hineinzukommen.

Bin aber zuerst in den Traisenpark gefahren, habe für die Schwiegermutter zum Geburtstag und für mich je eine Packung Meeresfrüchte, statt der üblichen Katzenzungen, in der „Schokothek“ gekauft, in der Seedosen-Telefonzelle gab es für die Oma zwei der von ihr gewünschten „Reader`s-Digest-Sammelbände“, für mich gab es zwei Bücher wo ich nicht sicher war, ob ich nicht schon hatte.

Aber Paul Austers „Sunsetpark“ habe ich noch nicht gelesen., Wolfang Katzers „Yellowstone“ habe ich schon in Wien gefunden, die Schwiegermutter ist aber eine begnadete Krimileserin und Juli Zehs „Corpus Delicti“, das ich mir am Samstag vom Alfred doppelt kaufen lief, habe ich in den Schrank hineingelegt.

Ja langsam verliert man den Überblick und auf den Blogs wird heiß über Literatur diskutiert. So werden auf der einen Seite die Buchpreisblogger auf der dbp Facebookseite vorgestellt, auf der anderen wurde die  „Hotlist“, die alternative Buchpreisliste der unabhängigen Verlage, die es seit einigen Jahren als Ergänzung zum dBp gibt vorgestellt, da kann man seine Kanditaten wählen, das einzige Buch, das ich von dieser Liste kenne, war das Graphic Novel „Irmina“, das mir sehr gut gefallen hat.

Buzzaldrin berichtete über eine Büchersendung und verlost ein paar Bücher davon, sie hat aber einen so großen Zugriff, daß ich wahrscheinlich nicht bei den Gewinnern bin, dafür habe ich vor zwei Wochen beim „Bücherschmaus“ den Clemens Haipl gewonnen, den ich  schon gelesen habe, obwohl ich gar nicht so genau wußte, daß ich da bei einem Gewinnspiel mtmachte, als ich über meinen Besuch in der neuen Buchhandlung bloggte.

Nach dem leicht griechischen Mittagessen, gebratene Melanizani mit Joghurt, Reis und gebratene Tomaten in Zwiebel und Knoblauch, versucht wieder in den Text zu kommen, die  dreizehnte und vierte oder fünfte Sandra Szene geschrieben. Da wechselt sich die Sandra ja immer mit jeweils einer ihrer Freundin ab und die war, bevor ich nach Wien zu den Lesungsvorbereitungen gefahren bin, an der Traisen schwimmen, beziehungsweise ist sie auf einem Badetuch mit einem Buch dort gelegen und wurde von der Pflegehelferin Stefania, die ihre Oma im Rollstuhl dorthin fuhr, besucht und ein Mail von der Eleni, ob sie sie mit ihrem Freund besuchen darf, wenn sie mit einem Hundetransport nach Wien kommt, ist auch gekommen. Der Anschluß, den ich gefunden habe war dann, daß die Sandra wieder nach Hause fährt und mit der Großmutter beim Fernsehen ein wenig plaudert und in der nächsten Szene, die ich am Mittwoch geschrieben habe, plant die Eleni mit dem Gioros ein paar Tage mit ihrem Hund Ouzo nach Wien zu kommen, beziehungsweise drängt sie Giorgos  den doch ein paar Stunden in seiner Wohnung zu besuchen und da ihr der Vater ein paar Kondome gegeben hat, kann ja nichts passieren.

So geht es weiter in der Sommerfrische, Radfahren, Mittagessen und dann am Nachmittag zwei Szenen auf der Terrasse schreiben.

Am Donnerstag war als Radtour wieder Wilhelmsburg geplant, wo es sich  an der Traisen sitzen läßt und bei einem beim „Spar“ gekauften Cafebecher und einem Croissant vom „Penny“ ein paar Szenen in das „Stadtschreiberbüchlein“ schreiben käßt und die Sandra kann  dann auch die „Sommer am Wasser-Tour“ wiederholen, in der Seedosen-Telefonzelle ein paar Bücher finden, ist sie ja sicher auch eine bibliophile Frau, auf die Aussichtswarte steigen und vielleicht begegnet ihr da, statt einem Kind auf den Schultern seines Opas, ein junger Mann, der ein bißchen mit ihr flirtet, während die Fatma, die inzwischen in Lampedusa angekommen ist, sich von Frau Leila und ihrem Enkel trennt und sich nach Wien durchschlägt und die Jelena hat ja auch ein Mail geschrieben und gefragt, was Sandra von den Heiratskatlogen hält?

Wie bitte? Aber deren Antrag auf ein Visum und ein Forschungssemester in Wien, damit sie ihre Dissertation über Bertha von Suttner weiterschreiben kann, wurde schon wieder abgelehnt. Da erzählte ihr eine Freundin von einem Heiratskatalog, in dem man sein Foto stellen und einen Mann in Österreich, Deutschland oder wo auch immer finden kann und vielleicht findet die Jelena, da einen pensiopnierten Deutschlehrer mit dem sie wegen ihrer Großmutter, die sie nicht verlassen will, wenigstens in Briefwechsel bleiben kann.

So weit so what, dreiundvierzig Rohseiten und 20 277 Worte gibt es derzeit schon und es flutscht wirklich flott dahin. Daneben schaue ich mir „You Tube-Filmchen“ über Griechenland, Donezk und die Flüchtlingssituation an, um mich über meinen Stoff zu informieren und das Coverfoto für „Selmas Kopftuch“ gibt es inzwischen auch.

Die schöne alte Puppe meiner Mutter mit den langen Zöpfen, der habe ich ein grünes Seidenkopftuch aufgesetzt und wahrscheinlich bekommt sie zu Weihnachten, die rote Weihnachtsmütze und dient als Cover für die „Nika Weihnachtsfrau“.

Ja, so dümpelt es dahin und während ich es auf der „Selfpublisherschiene“ mit der Handvoll Zuhörer und wenn es hoch kommt drei „Gefällt mir Kommentare“ in der Woche tue und mich mit alten Büchern im „Longlistenlesen“ übe, werden anderswo die Preise vergeben.

Wer heuer den „Veza Canetti Preis“ bekommen wird, weiß man offiziell noch nicht, zumindest habe ich das im Netz noch nicht gefunden, im Vorjahr hat das die Olga Flor sehr rasch auf ihrer Seite bekanntgegeben.

Der oder die Erich Friedpreisträgerin wird auch erst im September verlautet, aber Reinald Goetz konnte man vorige Woche lesen, der der sich beim Bachmannlesen mit der Rasierklinge ritzte, mit „Abfall für alle“ und „Klage“ ein früher Blogger war und 2012 mit „Johann Holtrop“ auf der Longlist stand, wird der neue Büchner-Preisträger sein. Den „Reinhard-Priesnitz“ Preis 2015 wird für mich überraschend, die zweite „Alpha-Preisträgerin“ Anna-Elisabeth Mayer, erhalten, hätte ich die doch nicht für so experimentell gehalten.

Aber Anna Weidenholzer ist ja auch „Priessnitz-Preisträgerin“, dafür bekommt eine Lyrikerin nämlich Barbara Hundegger den „Anton Wildganspreis“ 2014, denn der wird ja immer ein Jahr verspätet, wahrscheinlich auch im Oktober vergeben und ich werde weiterschreiben, beziehungsweise in die Badewanne lesen gehen.

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4 Kommentare »

  1. Hallo Eva,
    ich bin schon seit längerer Zeit stille Leserin deines Blogs und immer wieder beeindruckt wie du es schaffst, so viel zu lesen und gleichzeitig auch an deinen Büchern zu schreiben.
    Wolfgang Katzer ist mir als Bamschabl natürlich ein Begriff, wusste jedoch nicht, dass er auch Schriftsteller ist. Ich habe mir die Kurzbeschreibung zu „Yellowstone“ bei Amazon angesehen und, weil es interessant klingt, schon mal auf meine Leseliste gesetzt. Bevor ich es bei meinem Buchhändler bestelle, denn lagernd hat er es vermutlich nicht, warte ich aber noch auf deine Rezension. Die vermutlich, so rasch wie du liest, bald zu lesen sein wird.
    Liebe Grüße, Gabi

    Kommentar von Gabi — 2015-07-18 @ 17:43 | Antwort

  2. Uje, das wird, fürchte ich, ein wenig dauern, da ich ein wenig unersättlich bin, bei Büchern schlecht nein sagen kann und daher schon eine sehr lange Leseliste habe.
    Vielleicht die „Amazon-Rezension“ anschauen. Mir ist der Autor eigentlich unbekannt, kenne aber den „Echo-Media-Verlag“ und nehme daher Bücher von dort, wenn ich welche finde, gern.
    Ja, ich lese gern und viel und praktiziere das auch beim Schreiben.
    Über eine stille Leserin freue ich mich sehr und natürlich auch, sie kennenzulernen, weil es ja sehr spannend ist, zu erfahren, wer eine liest und welche Leser man hat!

    Kommentar von jancak — 2015-07-18 @ 19:06 | Antwort

  3. Liebe Frau Jancak,

    ich bitte um Verzeihung, wenn ich Sie gekränkt habe, wegen meiner „Wichtigmacherei“ als „Schreiberling“! Ich bin manchmal in einer gewissen Weise sehr direkt, naiv, und ungeduldig!

    Ich bedanke mich für die Mühe, die Sie sich gemacht haben, meine schwierig zu lesenden Bücher zu rezensieren, und über diese einen zweiseitigen Kommentar verfasst haben.

    Sie haben sehr wohlwollend, positiv und rücksichtsvoll meine Bücher beurteilt. Vielen Dank!

    Ich bedanke mich sehr für ihren Preis für den 1000. Kommentar, ihr Buch „Miranda Schutzengelchen“.

    Ich habe darin gelesen, und ich finde es Wert auch darüber zu schreiben, denn es informiert mich über die derzeitige Krise in der Ukraine, von einem anderem „Erfahrungshorziont“ aus.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute als „Vielschreiberin“ weiterhin!

    Ihr Manfred Lagler-Regall

    Kommentar von Manfred Lagler-Regall — 2015-08-19 @ 12:08 | Antwort

  4. Haben Sie nicht wirklich! Sie haben mich nur zweimal auf eine Ungenauigkeit aufmerksam gemacht, das war zwar ein wenig ärgerlich, aber ich habe offenbar nicht so genau hingeschaut und, daß es einem Autor wichtig ist, daß sein Buch besprochen und richtig zitirt wird, ist schon klar.
    Also weiter schönes Schreiben und über Ihre Kommentare freue mich mich jedesmal sehr, wünsche mir weitere Rückmeldungen und vielleicht auch Bücher von Ihnen und jetzt mache ich mich auf zum Longlistenlesen bezüglich des deutschen Buchpreises 2015.
    Interessiert Sie das auch?

    Kommentar von jancak — 2015-08-19 @ 12:17 | Antwort


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