Literaturgefluester

2015-08-05

Wiener Grätzl-Siebensternviertel

Filed under: Bücher — jancak @ 00:32
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In der Sommerfrische zwischen Radfahrten auf den Feldern und dem Korrigieren des Sommerromanes, sich mit dem „Siebensternviertel“ zu beschäftigen, durch das ich ja immer gehe, wenn ich von meiner Praxis-Wohnung zum klinischen Mittag will, die Adventrundgänge finden dort statt, die „Poetnächte“ im Kulturcafe Siebenstern und es gibt auch von mir natürlich besonders gerne frequentiert, den „Offenen Bücherschrank“ und das Literaturhaus, in dem Buch, glaube ich nicht erwähnt, befindet sich, da, ist vielleicht schon ein bißchen seltsam, aber wenn der Grätzlführer im Kulturcafe Siebenstern bei einem „leckeren Frühstücksbuffet und köstlichen Erfrischungen“ vorgestellt wird und derMax wieder seine Knöllchen durch den Raum werfen wird, damit der glückliche Fänger die Überraschungsfrage beantworten kann, bin ichnicht am Ort und so surfe ich mich am Land durch den neuen“ Stadtbekannt-Guide“ und gehe in der Phantaisie shoppen, genießen, entdecken und mache auch solcherart meine Stadtspaziergänge, denn wie schon beschrieben, das „Siebensterngrätzl“, also das unregelmäßige Viereck im östlichen Teil von Neubau, dem siebenten Wiener Gemeindebezirk, zwischen Lerchenfelderstraße, Neubaugasse, Maria Hilferstraße, die ja glaube ich, vor kurzem auch mit einem großen Fest in ihrer neuen Fußgängerfreundlichkeit, gefeiert wurde und dem MQ ist mir bestens bekannt, wie eigentlich auch das „Wiener Grätzl -Josefstadt“, das ich um Weihnachten auch am Land besprochen habe und die anderen Stadtbekanntführer, die mir das Frühstücken, den Kaffee, etc schmackhaft machten und mein unnützes Wien-Wissen, das ich glaube habe, in verschiedenen Stufen teste.

Für die Konsumverweigerin die ich bin, ist die Auflistung der Cafes, Geschäfte, Galerien, Boutiquen, Restaurants, vielleicht ein wenig unnötig, aber einige der Schätze konnte ich schon entdecken und dafür auch anderes, wie den erwähnten Bücherschrank, das Literaturhaus, die Poetnächte, den Adventrundgang, etc, beisteuern, von denen „Stadtbekannt“, vielleicht keine Ahnung hat.

Aber erst einmal geht es ohnehin um die Historie, wie ist das Siebensternviertel entstanden?

Und da kommt man nicht um den Spittelberg herum, einmal ein Armenspital, dann ist das Viertel herabgekommen, diente den „lustigen Damen“ zum Unterhalt und sollte abgerissen werden. Ein kultureller Aufschrei folgte und jetzt ist es das schönste Viertel des Bezirks, bekannt für seinen  Weihnachtsmarkt und da gibt es ja das Amerlinghaus, wo ich eine Zeitlang meine Lesungen machte, als mich das Literaturhaus hinausgeschmissen hat, auch etwas, was „Stadtbekannt“ nicht weiß, meine Leser aber sicher schon und eines von den letzten zwei Kinos des Grätzels gibt es in dem Viertel auch. Das ist das Filmhaus Spittelberg und da war ich ja vor kurzem und habe mich mit Joseph Roth beschäftigt, das andere ist das Bellaria Kino ein Stückchen weiter entfernt und näher dem MQ gelegen und dort bin ich früher, als Studentin oder so sehr oft hingegangen und kann man heute noch die alten Filme aus den dreißiger, vierziger, fünfziger Jahren etc, erinnern und das Mobilar und das Outfit lese ich im Guide, soll immer noch so sein.

Vielleicht geht auch die Kassierin immer noch mit dem Fichtennadelduftspray spazieren, um die schlechte Luft im Raum zu verbessern und die alten Damen schauen sich verzückt, die alten Hans Moser Filme an.

Es gibt aber auch Bauwerke und Sehenswürdigkeiten und natürlich Kirchen, die St. Ulrichskirche wird wohl die bekannteste sein und da habe ich mal eine Führung gemacht, denn die Ruth Aspöck, die  auch in dem Grätzl wohnt und dort in einer sehr schönen Konditorei, die auch in dem Buch erwähnt wird und in die ich schon immer wollte, einmal ihren Geburtstag feierte, hat einmal auch am Augustinplatz ihre „Augustintage“veranstaltet, da habe ich meine „Letzter Versuch-Geschichte“ gelesen, die der Christa Nebenführ so gar nicht gefallen hat und am St. Ulrichsplatz gibt es immer noch Geschäfte, die man als Kulisse für einen Film aus der Nazi oder Zwischenkriegszeit nehmen könnte.

In der Burggasse 3, also etwas weiter unten und schon wieder nahe am MQ durch das ich auch sehr oft gehe, beispielswerise wenn ich zu Veranstaltungen ins Rathaus oder auf den Rathausplatz möchte, gibt es das „Kleinste Haus von Wien“ das nur sechs Fenster und und einen Grundriß von vierzehn Quadratmeter hat.

Der Uhrmacher oder Goldschmid „Schmollgruber“ ist dort schon seit 1872  drinnen und Parks, Gärten und Grüne Oasen gibt es in dem Grätzel natürlich auch.

Der bekannteste ist der Weghuberpark vis a vis vom Volkstheater mit dem Raimunddenkmal, das Hani Niese Denkmal, ebenfalls eine berühmte Volksschauspielerin gibt es dort auch, während der Dorothea Neff Park, das ist die Volksschauspielerin, die ihre jüdische Freundin vor den Nazis versteckte, sich an der Kreuzugn zwischen Seidengasse und Bandgasse, also wieder mehr in Literaturhausnähe befindet.

Brunnen gibt es auch, nämlich den schon erwähnten Augustinbrunnen am Augustinplatz und ich auch vorübergehe, wenn ich von meiner Praxiswohnung zum klinischen Mittag gehe.

Dann gibt es natürlich, für mich nicht so interessant, eine Reihe von Hotels, denn „Wo würde man bei einem Wien-Besuch, denn lieber als im siebenten Bezirk, mitten im kulturellen Zentrum der Stadt Wohnen“ und da fällt mir Andreas Unterwegers erstes Buch „Wie im Siebenten“ ein, das ich, glaube ich, auch im Amerlinghaus hörte und wahrscheinlich auch im Bücherschrank Zieglergasse gefunden, aber noch nicht gelesen habe.

Für „Kunstaffine“ gibt es eine Reihe von Gallerien, aber ich bin ja mehr literaturaffin und habe da schon einige Grätzlspezialitäten aufgezählt.

Es gibt das  Bezirksmuseum Neubau, das befindet sich auch im Amerlinghaus, allerdings auf der anderen Seite, als dort, wo ich beispielsweise immer zu den „Wilden Worten“ von Richard Weihs, auch ein Grätzeloriginal würde ich vermuten, obwohl er, glaube ich, im sechsten wohnt und dort war ich im vorigen Herbst bei einer Bezirksveranstaltung, wo die beiden Cousinen Stift gelesen haben und Andrea Stift hat mich glaube ich ja als erstes auf Andreas Unterweger und sein erstes Kultbuch aufmerksam gemacht.

Es gibt im Siebenten auch Spas und andere Schönheitsinstitute, für mich wieder weniger interessant, also den Guide kaufen oder am 7. 8. ab 9 Uhr zur Buchpräsentation gehen und dann kommen wir zum Kapitel „Siebensternviertel-genießen.“

Da habe ich das Amerlinghaus mit dem Amerlingbeisl schon erwähnt, da gehe ich im Winter mit der Anna und der Alfred immer meinen Punsch trinken und als der „Exilpreis“ noch im Amerlinghaus statt auf der  „Buchwien“ vergeben wurde, hat es dort auch immer ein tolles Buffet gegeben, das das Beisl gestiftet hat.

Als ich übrigens, jetzt schon vor mehr als dreißig Jahren, im Sommer 1982 mein Inserat im „Falter“ aufgegeben habe, daß ich Anschluß suche und gerne jemanden kennenlernen möchte, habe ich mich mit den Anrufern bevorzugt auch im „Amerlingbeisl“ getroffen, mit dem Alfred, den ich auf diese Art und Weise auch kennenlernte, glaube ich, allerdings im Cafe Museum und das gehört nicht mehr zum Siebensternviertel.

Es gibt aber auch das Cafe Nil, da waren wir einmal nach den „Wilden Worten“ mit der SisiGlockner, der Gabriele Petricek und der Erika Kronabitter, mit der Ilse Kilic waren wir, glaube ich dort auch einmal und das Cafe Ludwig, das jetzt Fortuna heißt, wo sich die „Westbahn Spontan- Schreibegruppe“ immer trifft, gibt es in der Westbahnstraße auch, ist aber im Cafeteil des Gudies, glaube ich, ebenfalls nicht enthalten, dafür das Cafe Kandisky, wo die Irene Wondratsch einmal ihren Genußkrimi vorstellte und das wird auch bei den Stadtspaziergängen, die es auch in diesen Grätzelführer gibt, empfhohlen durch den Durchgang zu gehen, wo das Cafe Kandinsky und andere Lokalen liegen, ich tue das sehr gern, wenn ich beispielsweise von meiner Praxiswohnung zum klinischen Mittag gehe und einen Spaziergang dpeziell für mich, haben die Grätzelführer offenbar auch gefunden, nämlich den wo man vom sechsten durch den siebenten in den achten gehen kann, ich gehe dann noch ein Stückchen weiter bis zum neuen AKH in den neunten.

Einen Shopping guide gibt es, für mich wie schon beschrieben, wieder weniger interessant,  natürlich auch und den Rat, wenn man sich auf Einkaufstour durch den Siebenten macht, seine Kreditkarte nicht zu vergessen, denn da gibt es alles und es kann auch nichts passieren und nichts schiefgehen, außer daß man, wenn man vielleicht zuviel shoppt, seinen Kreditrahmen überzieht.

Das passiert mir wahrscheinlich nicht, ich schleppe nur zuviele Bücher nach Hause und mußmir dann beim „Leiner“ oder bei der „Grünen Erde“ ein neues Bücherregal kaufen, aber letzteres, liegt nicht mehr im Grätzel und hat die Humboldtregegalproduktion ohnehin schon eingestellt, weil die Leute jetzt offenbar alle lieber E-Books kaufen und daher keine Bücherschränke mehr brauchen.

Es gibt aber, das möchte ich vielleicht anmerken im Grätzel viele schone Schuhgeschäfte, wo ich glaube ich, zumindest schon einmal hineingeschaut habe, es gibt eine „Brillenmanufaktur“, die „Göttin des Glücks“, das Second Hand Geschäft „Humana“, da komme ich auch immer vorbei, es gibt ein Geschäft das „Kauf dich glücklich“ heißt, da muß ich an die „Schäppchenjägerin“ der Sophie Kinsella denken, das ich, wie ich ja immer schreibe, für eine der besten Beschreibungen der Kaufsucht halte, die ich kenne und es gibt „Schokov“, ein Schokoladengeschäft in der Siebensterngasse 20, in dem meine, nicht so konumverweigernde Tochter Anna öfter die Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke für ihre Familie kauft.

Dann gibt es, wie schon erwähnt die Stadtspaziergänge, wo man sich das alles anschauen, kaufen und genießen kann und wie schon geschrieben spazieren gehen kann man durch das Wiener Grätzl natürlich auch oder sich in das Museumsquartier setzen und dort gibt es die Museen und, das hätte ich jetzt fast vergessen, finden auch im Dezember die Ohrenschmaus-Preisverleihungen statt, zumindestens bis jetzt, da sie, wie ich hörte, ja vielleicht auch  mit der „Buch-Wien“ kombiniert werden.

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