Literaturgefluester

2015-09-19

Jack Unterweger Film und Open Hause

Seit 2010 gibt es glaube ich die „Tage der offenen Tür des Writersstudios“, das ich ja über einen Umweg über die „Sigmund Freud-Uni“ kennengelernt habe und jetzt pilgere ich regelmäßig zu den Schnupperworkshops und beobachte diese amerikanisch gefärbte Idee des kreativen Schreibens, die über „Freewriting“ und viel Feedback entstanden ist. jetzt schon jede Menge Seminare anbietet und einen Haufen Trainerinnen gibt es auch, am Anfang waren das ja nur Ana Znidar, Judith Wolfsberger und Irene Rauch. Irene Rauch ist nicht mehr dabei dafür gibt es ein und und und an jungen Frauen und auch eine Schreibtrainerausbildung

Seit einigen Jahren sind die Tage in „Texten im Beruf“ und „Passion Writing“ gegliedert und an einem Abend gibt es immer eine Veranstaltung mit Bagels, Muffins und einer Seminargutscheinverlosung, wo ich zwar nie etwas gewinne, aber immer hingehe, seit den Vorjahr lasse ich das berufliche Schreiben aus und so wollte ich gestern abend zu der Lesung gehen, wo einige der Abslventen ihre in den Workshops entstandenen Texte oder Bücher vorstellten. Aber dann rief mich die Anna an und sagte „Willst du mit mir nicht ins Kino gehen?“, denn sie wollte „Jack“, den Film über Jack Unterweger von Elisabeth Scharang sehen und der 1950 geborene, wegen Mords Verurteilte, der in Krems-Stein eine literarische Karriere begonnen, sowie die Literarturzeitschfrift „Wortbrücke“ einige Jahre herausgegeben hat, hat für meine literarische Entwicklung Bedeutung, denn ich habe  auch meine Texte zu ihm geschickt und dann 1989 wahrscheinlich, als ich für die „Hierarchien“ einen Verlag suchte, hat er das Buch gemacht, dazwischen wurde er entlassen, die GAV und die IG-Autoren haben sich sehr stark dafür eingesetzt. Da hat er dann  ein bißchen mit dem Buch gehudelt, sonst war die Zusammenenarbeit sehr gut, das kann ich nur betonen, nachher habe ich einmal mit ihm in der Berggasse gelesen, später ist er aus der GAv ausgetreten, weil sie ihm zu sozial war, dann ist er in den Verdacht von neun Prostituiertenmorden gekommen, wurde verurteil und hat sich 1994 in der Zelle in Graz erhängt.

Ein Buch hat es im „Redsidenz-Verlag“ über ihm gegeben, es gibt auch immer Frauen, die über ihn Bücher schreiben und der Film war sehr interessant, obwohl die Seite, die ich an ihm kannte, gar nicht oder kaum zur Sprache gekommen ist.

So bin ich also erst heute zum „Passion“ Writing in die Pramergasse marschiert.

Wieder war es sehr voll, es wahren auch mehrere Damen da, die extra aus Deutschland angereist kamen, was ich sehr spannend finde und begonnen hat es, wie im Vorjahr mit einem „Collage  Dream Writing“ von Johanna Vedral, die auch Psychologin ist und in dem vierzig Minuten Workshop ihre Collagen verteilte, zu denen man dann eine Morgenseite schrieb und dann wurde darauf noch ein Haiku gemacht.

In den letzten zwei Jahren habe ich  immer zu meinen jeweiligen „Works in Progress“, zur „Brüderschaft“ und „Im Namen des Vaters“ meinen anschließenden „Nanowrimos“ Texte geschrieben, diesmal war ich offen für alles und habe mich in das Thema eingelassen, dazwischen Tee getrunken, Kekse gegessen, geplaudert,etcetera.

Judith Wolfsgruber, die Studioleiterin und Begründerin brachte wieder etwas über den „Personal Essay“, da hat sie ja schon im Vorjahr über die Schulerlebnisse ihres Sohnes geschrieben, ich über die Post, als die mir sagte, meine Buchsendung kostet mehr, weil ich sie in ein oranges Kuvert gepackt habe.

Dann kam wieder „Poetry“ mit einer Ode an einen Alltagsgegenstand, war sehr lustig und entspannend, unter den Besuchern habe ich auch Edith Ulla Gasser von Ö1, einige Psychologinnen, eine Augenärztin, eine Lehrerin, etcetera, entdeckt, ein paar Männer gab es auch, allerdings keine Trainer und weiter ist es mit dem berühmten „Short Story Seminar“ von Ana Znidar dem Grundstein des Schreibens, „Show and not tell“, etcetera, gegangen.

Dieses Seminar ist das Einstiegsseminar, wenn man etwas anderes machen will, beispielsweise das „Memoir“ oder auch das „Travel Writing“, was wieder kam und wo ich versucht habe, meine sinnlichen Eindrücke von dem Domplatz in Ulm wiederzugeben.

Ana Ladurner machte wieder das „Livewriting“, das zum Unterschied zum „Memoir“ aus kürzeren Prosaskizzen entsteht und packte wieder ihre Zettelchen aus, wo ich eines erwischte, wo ich über meine Demonstration Erfahrungen schreiben sollte und ich ein bißchen mein Bedauern beschrieb, daß ich zwar am 31. 8. auf die Mariahilferstraße gegangen bin, aber dann nicht mehr auf den Westbahnhof um zu helfen, Windeln, Zahnbürsten, Bohnensuppendosen, etc zu verteilen, während der liebe Otto das sehr wohl tut.

Da muß ich mich wohl an der Nase nehmen, habe aber wenigstens darüber geschrieben und gespendet und dann ging es weiter mit dem Krimi, den wieder Michaela Muschitz, eine sehr extrovertierte Trainerin, die auch Businessseminare hält, moderierte und auch selbst schon zwei solche geschrieben hat.

Ich tue mir mit den Krimis ja immer etwas schwer, ein Szenarium habe ich aber entworfen, nämlich einen Toten der am Klo von der Putzfrau in einer psychologisch-psychotherapeutischen Praxis gefunden wird. Der Tote ist ein Klient ein Mißbrauchstäter und nun gibt es zwei Verdächtige, einmal das Mißbrauchsopfer, das das schon öfter angekündigt hat und dann ist der Mann der Psychologin eifersüchtig und verdächtigt seine Frau ihn mit Max Moser betrogen zu haben. Am Ende ist es wieder ein natürlicher Tod, ein Schlaganfall der zu einem Sturz mit anschließenden Verletzungen führte und das Ganze könnte die Nika Weihnachtsfrau in einer ihrer Adventgeschichten erleben, die ich ja im heurigen „Nanowrimo“ schreiben will.

Es gab wieder Infoblätter zu allen Seminaren und das Programm zu den Passions und Berufslehrgängen. Da gibt es auch Infotage, wo man sich genauer informieren kann und ich finde das Thema schreiben lernen ja sehr spannend und versuche in meinen Blog auch diesbezügliche Veränderungen zu beschreiben, stamme ich ja noch aus einer Generation, wo man glaubte, daß man es nicht lernen kann, es aber trotzdem irgendwie mußte.

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