Literaturgefluester

2015-09-22

Vom Fälschen und vom Flohmarktleben

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:35
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„Wiener Flohmarktleben“, heißt das Buch des 1945 in Stockholm geborenen und seit 1976 in Wien lebenden Journalisten und Schriftstellers Richard Swartz, der auch als Osteuropakorrenspondent tätig gewesen ist, deshalb waren, glaube ich, auch Martin Pollack und Annemarie Türk in der „Alten Schmiede“, als es heute dort vorgestellt wurde.

Kurt Neumann, der es einleitete, nannte es eine „Athmosphärenerzählung“ und schilderte lang und breit die beiden Erzählstränge, des auf Schwedisch geschriebenen, von Verena Reichel übersetzten Buches, das im „Zsolnay-Verlag“, aber noch nicht auf Schwedisch erschienen ist.

Das „Writersstudio“ würde es wohl eher Memoir nennen, denn es scheinen einige autobiographische Züge und Erinnerungen an die Großmutter in Stockholm enthalten sein, die mit einem Künstler oder Fälscher zusammenlebte, der an Bildern einige „Verbesserungen“ vornahm und dafür auch ins Gefängnis kam.

Ein solches Bild hängt auch in der Wohnung des Ich-Erzählers in Wien, in der Nähe des Raimundtheaters, der zu Beginn des Buches, einen Teppich von einem russischen Händler am Naschmarkt kauft. Diese Stelle hat Richard Swartz, der schon einige andere Bücher geschrieben hat, gelesen.

Dann gab es eine Diskussion wo er erzählte, daß er nur auf Schwedisch schreiben würde, obwohl er es gar nicht mehr so gut sprechen könne, weil er nicht oft in Schweden sei.

Michael Krüger ist, als er noch bei „Hanser“ war, auf ihn zugekommen und hat ein Buch über den Karst von ihm haben wollen, eine Geschichte über das Wiener Flohmarktleben ist es dann geworden, die auch zu den Sammelwohnungen in der Ägidigasse führt, von wo die Juden  nach Minsk deportiert wurden und der Junge, der in dem Buch ohne Namen erwähnt wird, schwärmte von seinem Onkel Ake, dem Fälscher, hat ihm dabei auch geholfen und Richard Swartz erzählte, daß ihm das als Kind sehr beeindruckt hätte.

Ein Mörder wäre ihm noch lieber gewesen, alle lachten, ich rümpfte ein bißchen die Nase, dann sagte er, daß das bei den Frauen wohl anders wäre, die würden sich nicht so für Mörder interessierten, was wohl so nicht stimmt, denn ich kenne einige, die ihnen Briefe ins Gefängnis schrieben und Jack Unterweger hat so auch einige Bekanntschaften gemacht.

Den erwähnte dann Kurt Neumann und es gab zum Abschluß noch eine Stelle aus dem Buch, die zurück nach Schweden führte, da wird der Fälscher, Richard Swartz nannte ihn Maistro aus dem Gefängnis entlassen, die Großmutter und der Junge holen ihn mit dem Taxi ab und das ergibt eine köstliche Szene und ein köstliches Gespräch mit dem Taxilenker, der zuerst sehr mißtrauisch ist und am Schluß gar keine Bezahlung will.

„Das Buch kaufen und signieren lassen!“, forderte Kurt Neumann am Schluß wieder auf, aber das habe ich Angesichts meiner langen Leseliste und der Tatsache, daß ich jetzt Clemens J. Setz Opus Magnum, das nächsten Donnerstag in der „Alten Schmiede“ vorgestellt wird, doch vom Verlag bekommen werde, nicht getan.

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