Literaturgefluester

2015-10-31

Eigentlich müßten wir tanzen

Jetzt kommt buch neunzehn meines heurigen Buchpreisbloggens, nämlich Heinz Helles „Eigentlich müßten wir tanzen“, das dritte oder vierte Buch mit Endzeitstimmung von der Liste und wahrscheinlich, das brutalste, männlichste.

Valerie Fritsch war ja sehr poetisch, Ulrich Peltzers Globalisierungsroman, den man vielleicht auch diesbezüglich einordnen könnte, mir zu kompliziert geschrieben und Ulrich Lapperts „Über den Winter“, der wahrscheinlich, neben dem Setz, mein bisheriger Favorit wäre, ein Buch über die Midlifekrise, die dann ein wahrscheinlich positiveres Ende findet, aber das Leben ist endlich und irgendwann sterben wir alle und wenn wir das auch nicht in realen verlassenen Welten tun, kann man das im Gitterbett mit Alzheimer in einer überforderten Pflegestation oder wenn man zu Hause verhungert, vielleicht ähnlich empfinden…

Interessant ist sicher, daß soviel Winter beiden heurigen LL-Büchern vorkommt, soviel Endzeitstimmung, Jenny Erpenbeck zeigt vielleicht auch Ähnliches und die Flüchtlingswelle überrollt uns gerade, obwohl wir  noch oder auch wahrscheinlich weiterhin gut leben….

Der 1978 in München geborene und in Zürich lebende Heinz Helle, der das Schweizer Literaturinstiut absolvierte und 2013 beim Bachmannpreis mit „Wir sind schön“ gelesen und den „Ernst Willner Preis“ gewonnen hat, hat eine schöne, klar präzise Sprache, nicht so kitschig blumig, wie Valerie Fritsch, sondern hart, brutal, männlich, wie es bei einem Weltuntergang vielleicht sein muß, schildert er die Apokalypse und hat mir vielleicht gerade deshalb nicht so gefallen, denn ich bin ja nicht für das Brutale Aggressive und Marlen Haushofers „Wand“ ähnlich aussichtslos, ist vielleicht weiblicher geschildert.

Da sind fünf junge Männer für ein paar Tage auf eine Berghütte gezogen, um sich dort anzusaufen, sie machen das schon seit Jahren und als sie am letzten Tag mit ihren Kaffeebechern vor die Hütte treten, sehen sie hinab in ein brennendes Dorf und der Untergang hat begonnen.

Auf hunderteinundsiebzig Seiten,  in neunundsechzig sehr kurzen Kapiteln wird das nicht sehr chronologisch und auch nicht zusammenhängend geschildert, von der Stimmung her muß das wohl auch sein und ich würde es als einen sehr kalten,  harten Roman ohne viel Gefühle bezeichnen.

Es ist ja auch Winter oder auch nicht, denn irgenwann wird der April und das knospende grün der Bäume geschildert und einige der jungen Männer haben das Ganze auch ein paar Wochen überlebt, bevor sie  aufgeben uns sich mit einem Messer die Schlagadern aufschneiden.

Vorher passiert noch sehr viel und es sind wirklich schöne Bilder in denen das Brutale geschildert wird und natürlich ist das Ganze auch ein bißchen unlogisch, wahrscheinlich weil sich niemand ein Weltuntergangsszenario wirklich vorstellen kann. Die Häuser brennen, gut, aber wo sind die Menschen? Ein paar Leichen liegen herum ja, aber die Lebensmittel müßten überbleiben, gut sie sind verkohlt, aber schön der Reihe nach, obwohl es die ja nicht wirklich gibt, denn Heinz Helle springt gleich hinein und erzählt erst später nach und nach, wie das alles gekommen ist.

So beginnt es gleichmit einer Vergewaltigung, irgendwo liegt eine Frau und die Fünf,  darunter ein Molekularbilologe, ein Architekt, ein Pilot, ein Versicherungsmakler, einer der ein Exportgeschäft überwacht, stürzen sich auf sie und lassen sie dann zurück, ein Kind mit toten Eltern taucht auf  und Container mit Kühlschränken, verlassene Diskotheken und Supermärkte, in die man hineinkriechen kann, die fünf bewegen sich aber auch viel im Wald. Einer bricht sich bald das Bein und wird zurückgelassen.

Nach und nach wird es dann konkreter, man erfährt, von dem brennenden Dorf, das die Fünf von oben sahen, sie gehen hinunter, sehen eine Autoschlange, die sich im Kreisverkehr verknotete, die Menschen alle weg, auch die aus einem Bus, den sie später finden. Sie kommen zu einer Talstation und einem verlassenen Haus, finden dort noch Bier, alte Sandwiches, Gurken und Betten ohne Matrazzen. Dort tanzen sie die Nacht durch, später irren sie durch die Wälder, essen Tiere, machen Feuer, blenden in ihr früheres Leben zurück, stellen sich vor, was sie nachher machen werden, ein Pissoir für Frauen erfinden oder eine Fernsehshow, wo Häuser in Straßen mit furchtbaren Namen zu gewinnen sind.

Beim Aufstemmen des Containers mit den Kühlschränken kommt noch einer um, dann kehren sie zu der Hütte zurück, finden dort einen Mann im Bett, da stirbt der Dritte, die zwei andere schlagen den Schädel des Angreifers ein, vergraben ihn und verlassen dann nach Tagen halb verhungert die Welt, nicht ohne in die Vison von einem schönen Leben zurückzukehren: „Wenn eines Tages doch noch einmal ein ganzu normaler Montag kommen sollte, von mir aus auch im November, werde ich beim Signal des Weckers um sechs Uhr dreißig aus meinem Bett springen wie das Sankt Petersburger Ballet…“

Die Bücherblogger haben das Buch auf ihre Shortlist gesetzt, zwei von ihnen haben es auch gelesen und ich werde mein dBp-Bloggen jetzt vorläufig beenden, beziehungsweise auf mein Geburtstagstagsfest und darauf warten, ob mir die Trude den Frank Witzel bringt.

Dann gibt es noch ein Resumee, ansonsten kann ich auf meine bisherigen Artikel verweisen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12  und schreiben, das Buchpreisbloggen war sehr schön, interessant, informativ und ich habe viel dabei gelernt, aber natürlich nur neunzehn Bücher aus einer Flut von Neuerscheinungen gelesen.

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2015-10-30

Über den Winter

Der Endspurt naht, Rolf Lapperts „Über den Winter“ ist das achtzehnte Longlist- sowie, das fünfte auf der Shortlist das ich lese, eines das die Bücherblogger, nicht auf ihtre Shortlist setzten und dann, als sie es gelesen hatten, vermehrt den Preis zusprachen und ich schließe mich ihnen, glaube ich, an, obwohl ich Frank Witzel noch nicht gelesen habe und meine persönliche Shortlist eigentlich schon sechs Titel hat.

Jetzt könnte ich die Alina Bronky als zu flapsig, zu sehr Allgemeingeschmack, wieder hinunterstreichen. Ich könnte sie aber darauf lassen, denn wer sagt, daß eine Shortlist nur sechs Bücher hat und meine Meinung ist auch ohnehin trivial und scheint niemanden zu interessieren.

Einer der Bücherblogger hat es, glaube ich, als ein tieftrauriges Buch bezeichnet oder das trauigste, das er je gelesen hat, ein anderer, daß das nur ein Buch für Fünfzigjährige sei und hätte er es mit zwanzig gelesen, hätte er es weggeschmissen.

Ein Satz der mich, der ich es ja nicht so mit den Bücherwegschmeißen habe, bedenklich macht, aber ich habe auch etwas länger gebraucht, mich in das Buch hineinzufinden.

Zuerst hätte ich es, wie das von Ralph Dutli ein wenig aufgesetzt gefunden, dann aber gedacht, daß es das hat, was ich gerne könnte, die Realität nämlich so abgehoben, daß es als literisch gilt und was mir beim Kay Weyandt ein wenig fehlte, zu schildern.

Also da ist Lennard Salm, an die Fünfzig, ein Konzeptkünstler, offenbar erfolgreich, obwohl das nirgend so genau steht, in New York lebend. Zu Beginn des Buches, ist er aber an irgendeinem Stand, wahrscheinlich in Italien, wo das Schwemmgut der Bootsflüchtlinge herangetrieben wird und er ist da, um das zu fotografieren und ein Kunstprojekt daraus zu machen.

Deshalb wohnt er in der seltsam heruntergekommenen Feriensiedlung seines Mäzens Wieland und diese Siedlung ist wirklich irgendwie seltsam. Zwar gehört sie Millionären, aber es ist alles verlassen, kaum jemand da, außer ein paar der Besitzer, mit denen Salm pokert und schon seine Uhr, sein Handy, seine Kamera, etcetea an sie verloren hat.

In der Nacht kommen auch Jugendliche, um Steine auf die Siedlung zu werfen, und die Polizei scheint sich um all das nicht zu kümmern. Ein sehr verlorenes Endzeitbild, wie die LL ja einige zu bieten hat.

Salm geht, als er seine Kamera wieder hat, an den Strand um zu fotografieren und findet dort ein toten Baby, das einfach begraben wird, weil die Polizei für tote Kinder offenbar nicht mehr zuständig ist.

Dann bekommt er einen Anruf seines Mäzens, seine Schwester ist gestorben und er muß nach Hamburg, von wo er herstammt, zum Begräbnis.

Auch da geht es bizarr weiter. Der Mäzen schenkt ihm am Flugplatz ein Handy und einen Mantel, denn in Hamburg ist es Winter und sehr kalt, quartiert ihn in einem guten Hotel ein. Er geht aber in eines namens „Babylon“, kauft sich bei einem türkischen Tandler einen schwarzen Anzug und fährt auf den Friedhof, wo er seine Familie wiedertrifft. Die Schwester Bille, auch eine verkappte Künstlerin, Regieassistentin, die im Laufe des Buches ihren Job verliert, den Vater Albert, der im heruntergekommenen Stadtteil Wilhelmsburg mit seiner polnischen Pflegerin Bascha lebt und damit er sie sich leisten kann, hat er die meisten Mäöbeln verkauft. Die Mutter eine Norwegerin, zu der Salm wegen ihrer Strenge ein sehr schwieriges Verhältnis hat, ist aus Amerika, wo sie jetzt lebt, gekommen und dann gibt es noch den jüngerne Bruder Paul, der aber nicht das Kind von Albert ist.

Bille will, daß Salm bei ihr wohnt, der Vater will das ebenfalls, so kommt er in das herabgekommene Viertel, wo es nur mehr einen alten Friseur, ein leeres Reisebüro und eine imbßbude gibt und als er das Haus betreten will, wird er von einem Jugendlichen mit einem Revolver bedroht. Ja so ist das offenbar in den heruntergekommenen Vierteln in unseren Krisenzeiten.

Der Junge heißt Lorenz und lebt mit seiner Mutter in der Wohnung der Großmutter, die liegt im Bett und hört den ganzen Tag klassische Musik, dann gibt es noch eine andere alte Frau in dem Haus, die im Verlauf des Buches stirbt und die in ihrer Wohnung alte Zeitungen angesammelt hat, um sich von der Kälte zu schützen und den Hausherrn und dessen Sohn Armin mit der Hasenscharte, den der Vater, weil man das, was Gott gibt, nicht wegmachen soll, nie oiperieren ließ und der deshalb zum Gespött der anderen wurde. Armin versogt den alten Mann, der im Bett liegt und dreht ihm zur Strafe auf sieben Fernsehern, die Musik auf, die er die er als Jugendlicher nicht hören durfte.

Man sieht schon, die ganze Bandbreite des Schnitzerlischen „Weiten Landes“ kommt hier zum Tragen und einen Koffer, der beim Flug nach Hamburg verloren gegangen ist, gibt es auch. Den schickt die „Alitalia“ durch die ganze Welt und sendet Salm immer wieder Mails mit der Nachricht wo er sich gerade befindet. Am Schluß bekommt er ihn zurück, aber da hat sich schon einiges verändert.

Der Junge hat ein Pferd gefunden, das er und Salm aufpäppeln und im Hof verstecken. Er  beginnt auch eine flüchtige Beziehung zu seiner Mutter, aber beide verlassen das Haus, denn die Großmutter ist schon längst gestorben und Nadja hat nur, um den Hausherrn zu täuschen, die Musik laufen lassen.

Jetzt geht sie zu ihrem Mann nach Kiel zurück, der Junge will nicht mit, hat aber keine Wahl und Salm will sich mit seiner Mutter eigentlich nicht versöhnen, obwohl die einen Rückzieher macht und ihren Kindern jetzt das „mit fünfzig all das schnekt, was sie mit fünf nicht haben durften.“

Und Salm will eigentlich als Hausmeister in dem Haus bleiben, das Pferd pflegen, Geld ausgeben, das er nicht hat und nicht mehr Künstler sein. Sich nicht mehr mit dem Irrsinn der Welt beschäftigen, in dem er tote Kinder und das Strandgut von Flüchtlingen in Galerien ausstellt, das dann von der Haut Voile mit Sekt beklatscht wird.

Aber wie soll das gehen, da Armin nur mehr auf den Tot des Vaters wartet, um das Haus zu verkaufen und sein Vater mit Bascha nach Polen zieht, wo es wärmer, schöner, größer ist, um seinen Lebensabend zu verbringen oder ein neues zu beginnen?

Man weiß es nicht, aber ich denke, daß hier das „Bessere Leben“ wahrscheinlich verständlicher geschildert wurde. Besser wahrscheinlich nicht, denn in einer Welt wie dieser, ist das wahrscheinlich gar nicht möglich.

Der 1958 in Zürich geborene Rolf Lappert, der schon einmal auf der Shortlist stand und von dem ich schon die „Gesänge der Verlierer“ gelesen habe, ist das, ich will nicht sagen meisterhaft, weil mir das zu kitschig klingt und ich auch nicht die Phrase „überzeugt“ mag, aber doch sehr eindringlich gelungen.

Also ein neuer Favorit in meinem Buchpreisranking und jetzt wartet  noch ein Buch eines in der Schweiz Lebenden mit Weltuntergangsstimmung auf mich.

2015-10-29

Ohrenschmaus-Jurysitzung

Um fünf hat es im Parlament wieder die Jurysitzung bezüglich des „Ohrenschmaus-Literatur für und von Menschen mit Lernbehinderungen“ gegeben. Außer mir waren noch Ludwig Laher und Felix Mitterer als Juroren anwesen.

Andrea Stift scheint irgenwie verschwunden sein, der neue Juror Franzobel hatte keine Zeit, Barbara Rett war krank, wir hatten aber eine Handyschaltung, Heinz Janisch hat sich entschuldigt.

Seoit 2007 gibt es diesen Preis, wo ich die Ehre habe, in der Jury zu sein, der liebe Otto hat mich hineingebracht, beziehungsweise hat er mich angefragt, wie man mit dem Literaturhaus Kontakt aufnimmt, da habe ich gesagt „Ich  will auch!“, es hat geklappt und ich habe seither viel gelernt.

Renate Gradwohl war die erste Preisträgerin mit ihrem Gedicht „Küssen lernen“, die mich sehr stark an Ernst Jandl erinnerte, jetzt habe ich schon lange nichts mehr von ihr gehört.

Eine der nächsten Preisträgerinnen war Sarah Lutschaunig, die ja leider, wie Michaela König, das Vorbild für meine „Mimi“ verstorben ist.

David Sylvester Marek und Peter Gstöttmaer reichen immer wieder ein und gewinnen Preise oder kommen auf die sogenannte Ehrenliste.

Anton Blitzstein würde gerne teilnehmen, passt aber als Psychiatrie Betroffener vielleicht doch nicht so ganz in die Zielgruppe und Niki Glattauer der ein paar Jahre in der Jury war, man sieht die Jury ist immer prominet besetzt, hat sich im Vorjahr mit dem Argument zurückgezogen, daß er keinen eigenen Behindertenpreis will.

Natürlich wir leben im Zeitalter der sogenannten Integration, trotzdem wird es wahrscheinlich mit dem Bachmannlesen, wie die Veranstalter,  der Nationalratsabeordnete Franz Josef Huainigg schon im ersten Jahr wünschte, höchstwahrscheinlich so leicht nichts werden.

Für das nächste Jahr, das ist dann das zehn Jahre Jubilääum, ist aber eine große Veränderung geplant, dafür haben wir uns schon in zwei Sitzungen getroffen, der Preis soll nicht mehr Anfang Dezember anläßlich des des Tags der Behinderung, sondern schon im November im Rahmen der Buch Wien vergeben werden.

Es soll auch ein Symposium oder eine Diskussionsveranstaltung zum Themea „Literatur und Behinderung“ stattfinden und ein neues Buch mit den Preisträgertexten soll es auch geben, sowie ein Stipendium das an einen besonders talentieren Teilnehmer vergeben werden soll.

So weit die Zukunftsvision, bis dato wird alles beim Alten bleiben, die Preisverleihung für den heurigen Ohrenschmaus wird am ersten Dezember um achtzehn Uhr im Museumsquartier sein und wir haben nach längerer Diskussion und einer Telefonschaltung zu Barbara Rett die neuen Preisträger festgelegt.

Wer die sind verrate ich natürlich nicht, nur so viel, einer Preisträger ist ein alter Bekannter und der wird wahrscheinlich auch das Stipendium bekommen, die beiden anderen Preisträger haben, glaube ich, noch nicht so viel eingereicht und einen Text für die Zotter-Schokolade, die man dann ja aufessen kann und die sehr gut und süß schmeckt, wird es  auch geben.

Und eine Ehrenliste, die anderen Teilnehmer bekommen eine Urkunde und eine Zotter-Schokolade und ich kann alle Interessierten, die vielleicht wissen wollen, was Menschen mit einer sogenannten Lernbehinderung schreiben, schon jetzt einladen zur Preisverleihung ins Museumquartier zu kommen, dann wird auch das Geheimnis um die Preisträger und die Preisträgerinnen gelüftet werden, bis dahin kann man gespannt sein und die Laudatio für den alten Bekannten, für den ich schon einmal eine solche geschrieben habe, werde ich auch verfassen.

2015-10-28

Die neue Volksstimmeanthologie

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Eva Jancak

Eva Jancak

Werner Lang

Werner Lang

Elfi Resch

Elfi Resch

Während in der „Alten Schmiede“ Fritz Widhalm und Ilse Kilic ihr „Fröhliches  Wohnzimmer vorstellten und im Literaturhaus Konstanze Fliedl ihren sechzigsten Geburtstag feierte, ging es in das Wohnzimmer des Kulturcafe Siebensterns beziehungsweise in den neugestalteten Extraraum, denn Christoph Kepplinger stellte dort die Volksstimme-Anthologie von 2014 mit dem Thema „Zeitgeschichte“ vor.

Katrin Forstner, Gerald Jatzek, Axel Karner, Markus Köhle, Werner Lang, Elfie Resch, Eva Schörkhuber und ich stelten ihre Texte vor. Begonnen hat die 1989 in Wolfsberg geborene Katrin Forstner mit ihrer Geschichte „Unkokplizier“, wo es um das Kinderkriegen, neue Beziehungen, die Zeitgeschichte des Yuppie-Lebens halt ging.

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Axel Karner

Axel Karner

Dann hat sie noch einen Text von Peter Clar angelesen und dann kam schon ich, mit einem kurzen Gedicht von Isabella Breier, bevor es zu den „Dreizehn Kapiteln“, beziehungsweisen die „Gesprengten Gräber und die Lebensgeschichte des Erwin Schwarz ging.

Werner Lang, der Arbeiter aus Hönigsberg, las aus dem Alltag eines Arbeiters, der statt die SPÖ zu wählen, bei den Kommunisten unterschrieb, was im Betriebsrat großen Unmut erregte.

Die 1948 in Tribuswinkel geborene Elfie Resch, erzählt in dem Buch ein Stück Zeitgeschichte ihrer Eltern, das vom ersten bis in den zweiten Wltkrieg hinüberreicht und damit endet, daß ihr Vater die Gewerkschaftskartei über den Krieg  rettete.

Markus Köhle

Markus Köhle

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Axel Karner hatte Gedichte oder einen Prosatext aus dem „Rosaroten Balkon“ und las dann noch Stefan Eibel-Erzbergs Gedichte vor und Markus Köhle las nicht seinen Text aus dem Buch, da seine Belegexemplare an eine nicht mehr existierende Adresse geschickt wurden, sondern einen, den er für die Bibliothekswoche, die vor ein paar Tage stattgefunden hat, geschrieben hat, wo er von der „Leseratte“ und dem „Leswurm“ ausgehend, die Leser in das ganze Tier- und sogar ins Gemüsereich hinüberzieht und dann mit einem allgemeinen Aufruf zum Lesen endete.

Der Text der 1982 in St. Pölten geborenen Eva Schörkhuber, die mit ihrem letzten Buch eine Buchprämie bekomen hat, hieß „Rot ist eine stumme Farbe“ und war sehr poetisch, dann kam noch Gerhard Jatzek mit der Gitarre und sang aus seinen Reisegedichten den Song „Eh net  vo n do“ „a Sarg aus Metall roit durch die Wachau“, den er auch in der „Alten Schmiede“ gesungen hat.

Dann gabs ein Buffet, ähnlich wie das, wie damals bei der Verlagsparty von „Kremayr und Scheriau“, es waren nur nicht so viele Leute gekommen, die sich an den Kartoffelscheiben, der Salami, den Aufstrichen und den Käse delegieren wollten und  den neuen Gedichtband von Axel Karner habe ich auch bekommen, da habe ich wieder etwas zu rezensieren.

2015-10-27

Priessnitz-Preis an Anna Elisabeth Mayer

Den „Reinhard Priessnitz-Preis“, zu Ehren des 1985 verstorbenen Dichters, verfolge ich schon lang.

Ich bin, glaube ich, das erste Mal ins Literaturhaus gekommen, als ihn Sabine Gruber bekommen hat und sagte, daß sie lange überlegte, ob sie ihn nehmen soll, weil sie damals oder vielleicht auch noch heute, die Freundin des Jurors Robert Schindel sei, der ja mit Gustav Ernst, den Preis an jüngere meist experimentelle Dichter und Dichterinnen vergibt und diesmal hat ihn die 1977 in Salzburg geborene Anna Elisabeth Mayer bekommen, die ja wie Katja Gasser, die Laudatorin sagte, weder so richtig realisitsch, noch experimentell schreiben würde und ich war auch ein wenig überrascht, als ich den Namen der heurigen Preisträgerin gelesen habe, passt sie ja irgendwie nicht  so  zu Thomas Ballhausen, Judith Nika Pfeifer, Andrea Winkler, Michael Hammerschmid, obwohl Anna Weidenholzer schreibt auch realistisch und hat  gewonnen und irgendwie hat Katja Gasser mit ihrer Einschätzung recht, denn Anna Elisabeth Mayer, die in Leipzig Literatur studierte und  mit ihrem Roman „Fliegengewicht“ 2011 den „Alpha-Literaturpreis“ gewann, schreibt wohl wirklich gegen jedes Genre und ihren eigenen Ton, denn „Fliegengewicht“ ist sowetwas wie ein Arztroman, zumindest spielt er in einem Krankenzimmer.

In Ö1 habe ich, glaube ich, einmal einen Ausschnitt daraus gehört und dann haben sie mich beim „Alpha“ hinausgeschmissen, als ich an der Preisverleihung teilnehmen wollte, deshalb habe ich den Roman noch immer nicht gelesen, was mir sehr leid tut, weil ich es gerne würde und 2014 kam dann ein anderer „Die Hunde von Montpellier“, wo es wieder um medizinische Themen geht, nämlich um einen Arzt, der in Frankreich, die Menschen aufschneidet, um ein Bild davon zu bekommen, wie es unter der Haut zugeht.

Man sieht, Anna-Elisabeth Mayer, die ich mit diesen Roman, glaube ich, einmal sowohl im Ex-Libris als auch in Göttweig hörte, bleibt ihren Themen treu und im Literaturhaus versammelte sich auch eine illustre Gesellschaft, die sich aus Freunden und der Familie der Preisträgerin zusammen gesetzt haben schien.

Andrea Grill war mit ihrem Baby ebenfalls da und Elisabeth Wandeler-Deck, sowie Gerhard Jaschke, die beiden Juroren fehlten, obwohl sie ja eine Begründung geben sollten. Gustav Ernst hat sich entschuldigt, Robert Schindel erschien gerade, als Robert Huez  die Urkunde, den Blumenstrauß und die Flasche Wein, Sekt oder was immer in der Verpackung steckte, übergeben hat.

Vorher hat  Katja Gasser die Laudatio gehalten und wieder auf die gute und die schlechte Literatur hingeweisen, Anna-Elisabeth Mayer schreibt, obwohl sie sichnicht in Genres einordnen läßt, die gute und gab auch eine Kostprobe aus ihren „Hunden von Montpellier“ mit denen sie heuer wieder für den „Alpha“ nominiert war, aber nicht auf die Shortlist gekommen ist.

Ich schätze ja auf eine Preisträgerin namens Valerie Fritsch, mal sehen, ob ich mich irre und im Literaturhaus lud Robert Huez  zu dem gewohnten Umtrunk ein und ich unterhielt mich lange mit einer Schweizer Stammbesucherin, von der ich inzwischen weiß, daß sie Monika heißt, Sängerin war und jetzt Französisch unterrichtet.

Der Vater der Preisträgerin, ein sehr extrovertierter Herr, stieß hinzu und im „Bücherschrank“ ist heute wieder besonders viel zu finden gewesen. So zum Beispiel ein kleines altes Büchlein „Liebesexpress“ von einem Hubert Winkels, ob das wohl der bekannte Literaturkritiker ist?

Robert Huez hat es mir bestätigt, 1955 in Gohr geboren, ich hätte ihm nach dem Foto in der 1985 erschienenen Ausgabe nicht erkannt und dann noch „Reise- und Aufenthaltsgedichte“ von Peter Paul Wipplinger und von meinem GAV- Kollegen, demKlagenfurter Richter Janko Ferk „Recht ist ein Prozeß – Franz Kafkas Rechtsphilopspophie“ erschienen in der Edition Atelier, sowie einen noch originalverpackten Katolog vom jüdischen Museum.

Jetzt muß ich das alles noch lesen und wenn möglich auch noch meine 2016 Leseliste  einigermaßen einhalten und die 2015 noch geplanten Bücher schaffen.

Aal sehen ob es mir gelingt. Anna-Elisabeth Mayers Vaters hat mir das Buch seiner Tochter versprochen, mal sehen, ob es zu mir kommt?

Ansonsten habe ich  genug zu lesen und habe gestern auch meine Badezimmerstapel umgeräumt.

2015-10-26

Das bessere Leben

Wieder mal ein Buch, das mich etwas ratlos macht, das ich wahrscheinlich nochmals lesen müßte, um es  zu verstehen.

Aber eigentlich steht alles schon im Klappentext, dazu kann man dann „No na!“, sagen und wozu braucht man dann die vierhundertvierundvierzig Seiten, mit den roten Fäden die nirgenwohin führen?

Die Fallstricke durch die Geschichte, in der nicht nur ein Herr Becher und ein Herr Kurella in Moskau bei einer Schriftstellertagung auftauchen, von beiden habe ich Bücher gelesen oder in den Regalen, der eine ist in Stalins Zeiten durch Moskau gefahren, hat es sehr globt und Bücher darüber geschrieben, die in der DDR erschienen sind, der andere war DDR Kulturminister und ein in der DDR berühmter Nationaldichter.

Aber das ist nur ein Nebenstrang, einer von vielen, den ich besser verstanden habe, als das andere, über das ich nur drüber gelesen habe und blöderweise, habe ich mir Ulrich Peltzers „Das bessere Leben“, ein Buch das nicht nur auf der Longlist, sondern auch auf der Shortlist des dBP 2015 stand, vom lieben Otto ausgeborgt, also konnte ich nicht, wie sonst, mir alles anstreichen und da ich es in der Badewanne gelesen habe und das Buch nicht naß machen wollte, sind auch die Notizen weggefallen.

Aber, die braucht man offensichtlich für das Buch, das in der schönen neuen Globalisierungswelt, in Amsterdam, Moskau, Wien, San Paolo, Turin und, wo noch immer spielt und das auch noch durch ein ganzes Jahrhundert lang tut.

Ich bin ja eine geduldige Leserin, die alles verstehen will und selten oder eigentlich nie, Bücher abbricht.

Tobias Nazemi, einer der Bücherblogger, hat das nach sechzig Seiten getan, weil er sich als Leser verarscht fühlte und sich vom Autor nicht länger hinhalten wollte.

Andere, wie Birgit Böllinger bringen Vergleiche mit dem „Faust“ und sprechen vom besten Shortlistbuch.

Das ist für mich nach wie vor Clemens J. Setz, der es gar nicht darauf schaffte und das ist ja auch ein sperriges Buch mit einem grandiosen Inhalt.

In diesem geht es, wie im Klappentext steht, um die enttäuschten  Ideale, der Leute, die in den Siebzigerjahren studierten, Ulrich Peltzer ist Jahrgang 1956, die Welt besser machen wollten und jetzt Anfang des neuen Jahrtausends durch die Welt jetten, jede Nacht in einem anderen Hotel schlafen, Versicherungen oder Maschinen verkaufen, überall ihre Freundinnen haben, Geld verschieben, ihre Hoffnungen verloren haben und sich dabei noch manchmal fragen, was das bessere Leben ist?

So weit verständlich und dazu brauche ich gar nicht die vierhundertvierundvierzig Seiten, auf denen viel oder auch  nichts erklärt wird.

In den „Amazon-Rezensionen“ steht, daß jüngere Personen, ohne „Wikipedia“, das Buch nicht lesen können, in den Blogs, sind auch die Abbrecher zu finden, die sich ihre Lesezeit nicht stehlen lassen wollen.

Bei „Amazon“ steht auch etwas von der schönen Sprache und dem stimme ich zu, ein intellektuelles Buch, gekonnt geschrieben, aber was passiert da eigentlich?

Wieder viel und nichts.

Eine der drei Hauptpersonen, es gibt noch andere, zum Beispiel zwei Nebenfiguren in Wien, heißt Jochen Brockmann, ist um die fünzig und hastet sich durch seine Midlifekrise.

Er verkauft für eine Turiner Firma Maschinen nach Asien, legt in Zürich für seine Tochter ein Gelddepot an, hat eine geschiedene Frau, eine Schwester, Eltern, eine Freundin, ein kaputtes Knie, weil früher zuviel Sport gemacht und Pech im Geschäft, denn er bekommt keinen Kredit mehr, wird von der Firma hinausgelehnt und am Ende gekündigt und am Schluß bekommt er ein unmoralisches Angebot von einem Teufel, wie der Klappentext andeutet.

Birgit Böllinger zitiert Mephisto und ich muß gestehen, ich habe die Machenschaften von Sylvester Lee Fleming, der sich schlaflos in einem Hotelzimmer in San Paolo wältzt, nicht verstanden.

Allerdings auch nicht das Teuflische an ihm, er handelte aber in seiner Jugend offenbar mit Drogen.

Es gibt auch Anspielungen von Polizeiüberfällen und einen Angel. Einen Dr. Engel gibt es auch ( wie war das mit den sprechenden Namen, die man nicht verwenden soll?) und schließlich trifft Sylvester Lee Fleming Joachim Brockmann in San Paolo, lädt ihm ein, drückt ihm ein Kuvert in die Hand, das er nach Wien zu den zwei schon erwähnten Typen schicken soll und überweist ihn dafür achttausend Euro, die er nicht zurückschicken kann.

Brockmann hat sich inzwischen in die Reederin Angelika Volkhart, aus der DDR, die früher Russischlehrerin war, aber das kann man in globalen Zeiten nicht mehr brauchen, verliebt und bricht mit ihr in neue Gefilde auf.

Offen bleibt, habe ich in den Blogs gelesen, ob Brockmann das Angebot annimmt und sich für das bessere Leben, was das wohl ist, kann man wiederum diskutieren, entscheiden wird?

„Die letzten Sätze lauten jedenfalls „Darf ich mich Ihnen vorstellen?“, sagt plötzlich der Mann auf dem Nebensitz.

„Warum nicht“

Daß man dem Teufel wiederstehen muß, lernt man, glaube ich schon im Kindergarten, dafür braucht es keine vierhundert Seiten und ein raffiniertes Spiel des Autors, der übrigens studierter Psychologe ist, mit seinen Lesern, die, weil inzwischen soviele Analphabeten, vielleicht das Lesen nicht mehr richtig können und auch nicht die Geduld haben, mehr als sechzig Seiten von Dingen zu lesen, die sie nicht verstehen.

Und, daß sehr viele Studenten, die 1968 für das Gute kämpften, ihre Ilussionen verloren haben,  korrupte Politiker, Salesmanager, Banker und was auch immer wurden, habe ich auch vorher gewußt.

Ich muß gestehen, daß ich die Fallen, denen die drei erlegen sind, nicht so ganz verstanden ist und was das bessere Leben ist, erscheint mir auch klar.

Ganz naiv „Edel hilfreich und gut“ und sich nicht in unseriöse Geschäfte verwickeln lassen, von denen wir in globalisierten Zeiten, nicht nur seit 1989, dem Fall der Mauer umgeben sind, auch vorher war es schon korrupt genug, haben die Nazis und Stilin geherrscht und den Vietnamkrieg kann man wahrscheinlich auch nicht edel nennen.

Davon sind die vorher so aufrechten Idealisten traumatisiert worden und nun kommt Ulrich Peltzer daher und erzählt auf vierhundervierzig sehr komplizierten Seiten eine Geschichte, die der Klappentext auf ein paar Zeilen erklärt.

Ich habe das Buch nicht abgebrochen, hätte es wahrscheinlich weder auf die Long- und die Shortlist gesetzt und habe von Ulrich Peltzer, von dem ich mich, wenn ich mich nicht irre, erinnern kann, Sigrid Löffler einmal sehr enttäuscht war, daß er mit einem anderen Buch nicht auf die LL kam, noch zwei andere Bücher auf meiner Leseliste.

Jetzt bin ich gespannt, wie ich mit ihnen zurecht komme und denke, daß ein Autor natürlich kompliziert schreiben  und ein Leser, das Buch natürlich abbrechen kann, wenn er es nicht mehr versteht.

Aber dann kommen, die zwei nicht zusammen und die Kommunikation stimmt nicht. Interessieren würde mich auch, wieviele  Leute dieses wahrscheinlich doch hochgelobte „Germanistenbuch“ wirklich lesen?

Ich bin weder enttäuscht, noch verärgert, fange nur nicht sehr viel damit an, weil ich vieles überlesen habe und mir angesichts meiner überlangen Leseliste, nicht mehr Zeit nehmen will, gebe also Tobias Nazemi vielleicht ein bißchen recht.

Bei Arno Schmidt habe ich auch einmal etwas Ähnliches geschrieben und empfunden.

Richard Obermayr dann doch mehr verstanden und schwieriger zu lesen war wahrscheinlich der Zaimoglu, dann hat  es mir gefallen, hier bin ich nicht ganz sicher, ob der Autor nicht vielleicht doch etwas sehr Einfaches, bewußt kompliziert erzählt, weil es die Germanisten, die Verleger, er selber, etcetera, so haben wollen?

Dem Otto scheint das Buch gefallen zu haben.

2015-10-25

Trophäen

Es ist eine seltsame, schwer verständliche Geschichte, die Isabella Feimer, in ihrem neuen, bei „Braumüller“ erschienenen Roman da erzählt.

So schwer verständlich, daß ich es zweimal lesen mußte, um mir einen Reim zu machen, bin ich ja eine, die alles ganz genau verstehen will.

Eine Verhaltenstherapeutin und keine Psychoanalytikerin, obwohl das, für Isabella Feimers Poetik, ihren Nacht- und Schattengewächsen hilfreich sein könnte.

Um nicht zu untertreiben, einiges habe ich schon verstanden, beziehungsweise mir zusammengereimt, obwohl es am Anfang nur die schönen Worte, Sätze, Sprachbilder waren, die haften blieben und mich  der  unerwartete aggressive Inhalt störte.

Damit habe wohl ich meine Schwierigkeiten, mit der Gewalt des Unbewußten, obwohl man in seiner Kindheit ja nicht nur Schönes erlebt, so daß man seine Narben, Wunden, Verletzungen mit sich trägt und oft auch, die Messer in sich spürt, die die Narben schnitzen.

Da sind zwei Schwestern oder eine Ich- Erzählerin, beziehungsweise ein sie, die machmal die Ich-Form schreibt, eine Namenlose, wenn ich alles verstanden habe und es am Ende, nicht vielleicht doch nur eine war, die auf die andere ihre Wünsche, Ängste, Abgründe überträgt.

Natalia ist jedenfalls das Feindbild, die Kranke, die fast gestorben wäre, die auch Narben mit sich trägt, die alleinerziehende Mutter, weil ihr alle Männer davongelaufen sind.

Sie im Hochzeitskleid haben stehen haben lassen, so kümmert sie sich scheinbar liebevoll um ihren Steffen. Er mag das, wie Kinder  eben sind, anders sehen und sie, die nicht Henriette heißt, denn das war, wenn ich richtig verstanden habe, die Jugendfreundin, vielleicht auch eine lesbische Liebe, die die böse Schwester ins Wasser stieß, lernt am Beginn des Buches in einem Zwischenreich, einen Maler und Tierpräparator kennen.

Geht mit ihm in den Zoo, stößt dort auf die Schwester, die sie nur hämisch „Schwesterlein“ nennt, die will die Beiden zum Essen einladen, will auch, daß sie zu Weihnachten kommt und sich um Steffen, der nur wertvolle Geschenke bekommt und seine Videospiele verstecken muß, kümmert, wenn sie für eine mögliche Hochzeit ein Brautkleid kaufen will.

Ein Mann ist zwar nicht in Sicht, aber es ist ja auch eine untergründiche, psychoanalytische Geschite, eine, die an E. T A. Hofmann erinnern könnte und den habe ich ja als Psychologiestudentin gern gelesen, die Isabella Feimer da erzählt.

Sie stellt sich jedenfalls ihren ebenfalls namenlosen Maler, als Henriette vor, lügt ihn an, es gibt auch einen Marco, der sie in dem Hotel besucht, in dem sie in der Nacht als Rezeptionistin arbeitet und bringt Steffen in das Zwischenreich, das ist das Lokal einer Hilla, in dessen Hinterzimmer, der Präparator seine Tiere ausstellt.

Natalia ist entsetzt, als sie das erfährt und liegt schließlich am Tisch, um sich vom Präparator malen oder vom Maler die Haut abziehen zu lassen und verschwindet schließlich im Schatzkästchen der Erinnerung ihrer Schwester, die sich dadurch vielleicht von ihrer Vergangenheit, Ängstn und Dämonen befreien kann.

Vielleicht auch nicht, denn die sind, wie auch die Verhaltenstherapeutin weiß, ja hartnäckig und die Seele ein weites Land, tief und unergründlich, wie schon Arthur Schnitzer formulierte.

„Wunden heilen, sage ich,

sagst du mir deinen Namen? fragt er

ja sage ich,  beuge mich zu ihm

er lacht, vielleicht war es doch nur ein Spiel,

ich sage

lüge, lüge  nicht,

war kein Spiel, ist vielleicht Liebe“, lauten jedenfalls die letzten Sätze.

Die 1976 gebore Isabella Feimer, hat jedenfalls 2012 beim Bachmannpreis gelesen, war 2013 mit dem „Afghanischen Koch“ beim „Alpha“ nominiert und ist es heuer mit ihrem zweiten Roman „Zeit ist etwas sonderbares“ wieder“

Ihre poetischen Reisenotizen hat sie vor kurzem im Literaturhaus vorgestellt, da habe ich von ihrem neuen Roman erfahren, der am 21. 10 vorgestellt wurde.

Regisseurin ist sie auch und sehr poetisch, wenn auch eine, die diesmal mit den dunklen Seiten des Lebens spielte und es mir mit dem Lesen daher nicht ganz leicht machte.

 

2015-10-24

Autorenversammlung

Am Wochenende gab es wieder die GAV-GV, die am Freitag, wie schon seit einigen Jahren üblich, mit einem Treffen des kulturpolitischen Arbeitskreises, den Ruth Aspöck organisiert, begann.

Diesmal mit dem Thema Film. Die 1947 geborene feministische Regisseurin Käthe Kratz hielt das Impulsreferat und erzählte, daß es in den Neunzehnsiebzigerjahren keine weiblichen Regisseure gegeben hätte und sieeigentlich auch nur als Cutterin auf die Akademie aufgenommen wurde.

Dann hat sie aber doch Drehbuch und Regie studiert und kleine Arbeiten für Regisseure übernommen und einmal ihren erstem Fernsehfilm, den Herr Bacher gar nicht haben wollte. Dann ging es aber doch und es wurde ein Erfolg. So hat sie eine ganze Werkliste hinuntergedreht, bis sie vor zwölf Jahren infolge eines Burn-Outs damit aufgehört hat.

Nur eine kleine Gruppe Teilnehmer, Sven Daubenmerkl, der sich als großer Filmfan entpuppte, Magdalena Knapp Menzel, die neue Generalsekretärin, Ilse Kilic, Daniela Beuren von der Grauenfruppe, später kam noch Mila Haugova aus Bratislava dazu und das Thema Film ist eines, das mich nur am Rande interessiert, dafür aber die Frage, ob ich jetzt eine Amateuerin bin, wenn ich blogge und meine Bücher selber drucken lasse?

Manchmal fühle ich mich ja  so und die Tatsache, wieviele Leute, die dicken Bücher, die beispiesweise in diesem Bücherherbst erschienen sind, wirklich lesen, interessiert mich auch.

Käthe Kratz warf die Frage von Literaturverfilmungen auf, in eineinhalb Stunden den ganzen „Radetzkymarsch“ beispielsweise und die meisten Romanverfilmungen, mit Ausnahme einer Donna Leon, die ich gesehen habe, waren schlechter als das Original, so daß ich beispielsweise gar nicht so gerne haben würde, das mich jemand verfilmt.

Alois Eder hat das einmal bei der „Globalisierungsnovelle“ vorgeschlagen. Er hat wahrscheinlich gemeint, daß das Buch damit besser werden würde, aber in Echt interessiert das wahrscheinlich ohnehin niemanden und  bis die Neuaufnahmelesung begann, ging ich ein bißchen mit Ruth Aspöck am Graben spazieren.

Sie zeigte mir ein Pferd, das dort mit einem Soldaten, eine französische Istallation, vorübergehend aufgestellt ist und lud mich  auf ein Achtel ins Cafe Europa ein. Dann ging es schon los mit dem Neunerpack, je zehnminütigen Lesungen, würde ich mal schätzen, der im Vorjahr neuaufgenommenen Mitglieder, um die wir uns vielleicht gestritten haben und die „Alte Schmiede“ war sehr voll von den Mitgliedern, die zur Generalversammlung angerist waren.

Dietmar Füssel hat mir seinen neuen Krimi gegeben, den ich demnächst lesen will, mit Margot Koller habe ich mein neues Buch getauscht und die 1969 in Bremen geborene und in Linz lebende Corinna Antelmann, von der ich einmal vom „Resistenz-Verlag“ ein Buch gewonnen habe und die inzwischen einige Preise gewonnen hat und bei „Septime“ verlegt, lasein Stück aus ihrem neuen Roman „Hinter der Zeit“.

Dann folgte Anton Blitzstein, bei dem ich ja vor kurzem bei einer Vernissage seiner „Wohnhausbilder“ gewesen bin, mit vier kurzen Texten und der 1980 geborene Florian Gantner  las ein Stückchen aus seinen „!Sternstunden der Menschheit“, skurille Stückchen von Leuten die über die Mariahilferstraße gehen, in Gefängnissen sitzen, etcetera und dann noch sehr prägnanten Namen haben.

Die 1957 geborene Gertrude Maria Grossegger las Auszüge aus einem Langgedicht und die Linzerin Marianne Jugmaier ein Stück aus ihrem „Tortenprotokoll“.

Augusta Laar, die Organisatorin vom „Schamrock-Festival“, die in München lebt, las Gedichte, beispielsweise das vom „Tod in Ottakring“ und der sowohl in Berlin als auch in Ottensheim lebende, man sieht viele der neuen GAV-Mitglieder sind Oberösterreicher, Stephan Roiss las einen sehr kurzen Text über eine Frau, die eigentlich nicht geboren werden sollte, dann kam Britta Steinwendter, 1942, geboren, die lange die Rauriser Literaturtage organisierte und las ein paar Gedichte, die auch ins Englische übersetzt sind und ein Stück aus dem Künstlerroman, den ich schon vor einem Jahr in der „Gesellschaft für Literatur hörte.

Die letzte Lesende war die 1983 geborene und wie ich glaube, in St. Pölten lebende Magda Woitzuck, die schon einige Hörspielpreise gewonnen hat und von der ich Erzählungen gelesen habe.

Dann war es aus und ich fuhr mit Ruth Aspöck zur Hauptbücherei, weil dort im Cafe Oben, Alfred sein zweites Geburtstagsfest veranstaltete, es gab Getränke und Fingerfood und außerdem wurde gerade ein Film mit  Josef Hader gedreht.

Am Samstag ging es dann zur Generalversammlung wo es um die geplanten Veranstaltungen des nächsten Jahres ging und die Neuaufnahmen diskutiert wurden.

Renate Aichinger, Michael Amon, Rene Bauer, Ines Birkhan, Bettina Gärtner, Michaela Hinterleitner, Nadine Kegele, Hildegard Kogarnig, Markus Lindner, Doris Nußbaumer, Anne Marie Pircher, Bruno Pisek, Marcus Pöttler, Stefan Reiser, Stefan Schmitzer,Wolfgang Schöner, Susanne Schweiger-Wanderer, Angelika Stallhofer, Elisabeth Strasser und Erich Wimmer sind jetzt neue Mitglieder.

Am Abend ging es wieder ins Gasthaus Pfudl, wo es diesmal besonders große Portionen gab.

2015-10-23

Buchpräsentation

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Ein bißchen nach der Buchmesse oder nach Frankfurt und vor Wien kann ich es präsentieren, mein, ich glaube,  sechsunddreißigstes, selbstgemachtes Buch:

 „Im Namen des Vaters“

Zu dem mir im Sommer 2014 die Idee gekommen ist, nach dem ich Ernst Lothars „Die Mühle der Gerechtigkeit“ gelesen und mich über die Darstellung der Frauenfigur geärgert habe.

Das wollte ich ein wenig anders machen, die krebskranke Frau aktiver agieren und so ist die Veronika Sieberer herausgekommen, eine Behandlungsverweigerin und keine Selbsttöterin.

Ich präsentiere stolz und mit großer Freude mein neues Buch und löse die Gewinnspielfragen aus der „Vorschau“ auf:

1. Das Buch wurde im vorigen November im Ramen des „Nanowrimos“ und teilweise in Bük im Bad in Ungarn geschrieben.

2. Hans Lothar „Die Mühle der Gerechtigkeit“

3. Die Stoff beziehungsweise Stricktiere, sie stammen aus dem Spielzimmer in meiner Praxis und den blauen Elefanten hat glaube ich meine Freundin Elfi einmal im Rahmen einer Ergotherapie gestrickt und das rosa Tierchen stammt, glaube ich mich ebenfalls zu erinnern, aus Annas Kindergruppenzeit und auf dem Cover sind sie weil die Veronika in einem Strickwarengeschäft Wolle kaufte, um für ihr noch ungeborenes Enkelkind etwas zu stricken und sich auch Oma Rosa Stricktiere von ihr wünscht.

Die Fragen sind jetzt aufgelöst, das Buch gibt es also  nicht mehr zu gewinnen, nur zu kaufen oder als Rezensionsexemplar zu beziehen, wenn mir jemand was darüber schreiben will.

Auf der Website wird es bald das Probekapitel geben und ein Gewinnspiel beziehungsweise die Vorschau auf das nächste Buch „Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch“ gibt es auch schon. Da kann man sich noch beteiligen, die Fragen auflösen und das Buch gewinnen, sobald es erschienen ist.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen von Buch und Probekapitel und eines habe ich auch schon in den „Wortschatz“ am Margaretenplatz eingestellt.

2015-10-22

Nanowrimo-Recherche mit Anton Blitzstein, ohne Anna Weidenholzer

Da meine zehn Uhr Diagnostik heute ausgefallen ist, konnte ich den Tag wieder zu einer Mariahilferstraßenrecherche nützen, denn da wird die Nika Horvath, nicht Richter im Dezember als Weihnachtsfrau verkleidet stehen und Zuckerln, beziehungsweise Flugblätter verteilen und im November werde ich das schreiben.

Täglich mindestens 1600 Worte, beziehungsweise jweils einen Tag, damit werde ich auch heuer ein bißchen regelmäßiger schreiben und nicht schon am Tag fünf fertig sein.

Ich kann die Geschichten ja länger werden lassen. Aber Schluß ist der vierundzwanzigste beziehungsweise der einunddreißigste Dezember und damit mir das Ambiente zwischen dem Kaufhaus Gerngroß und dem ehemaligen Herzmansky, wo sich das Ganze abspielen wird, vertraut ist, ist es gut, da ein bißchen herumzumarschieren.

Im Gerngroß war ich jetzt schon einmal und am Montag auch am Westbahnhof, denn die Flüchtlinge werden ja auch ihre Rolle spielen und so bin ich wieder die Straße hinuntergelaufen, habe in einem Asia Shop Nudeln gegessen, eine große Portion sogar, kleine hat es nicht gegeben und beim Mc Donald Kaffee getrunken.

Dann packte mich die Mittagsmüdigkeit, beziehungsweise tat ich mir schwer mit der Planung der Krimihandlung. Denn da wird ja in derPraxis einer Therapeutin, die Leiche eines Klienten am Klo gefunden, aber ist jetzt Nikas Schwester oder deren Freundin die Therapeutin?

Dazu müßte ich in den „Dreizehn Kapiteln“, wo das ja schon vorkommt, nachschauen und das Buch hatte ich nicht mit.

Also nach Hause und da, oh Freude habe ich die Einladung zum „Alpha Literaturpreis“ am siebzehnten November vorgefunden.

Da habe ich zwar schon alle drei Bücher der Finalisten, die dort vorgestellt werden, gelesen und wer den Preis gewinnt, glaube ich, auch zu wissen, aber schön, daß das klappt, jetzt müßte mir noch die Frau Müller von der „Buch Wien“ antworten und mich auf alle Listen setzen, damit ich auch da bloggen kann, die Frau Führer macht ja nicht mehr die Pressearbeit.

Also war ich ein bißchen beschäftigt und abgelenkt und um drei ging es wieder auf die Mariahhilferstraße oder in die Nähe, nämlich zur Vernissage von Anton Blitzsteins Hausbildern „Vom Luftschloß zum sozialen Wohnen“, im Nachbarschaftszentrum in der Bürgerspitalgasse und der, der ja jetzt GAV-Mitglied ist und morgen seine Antrittslesung in der „Alten Schmiede“ hat, hat mich dorthin eingeladen.

Jetzt gehe ich zwar nicht mehr sooft zu Vernissagen, aber diesmal machte ich eine Ausnahme und in diesem Nachbarschaftszentrum bin ich auch schon vor Jahren mit meiner Freundin Elfi gewesen.

Es sammelten sich bald die Leute, der Josef, ebenfalls GAV-Mitglied, wie ich glaube, ein paar Damen, die meisten mit Anton Blitzstein bekannt, der ein grünes Mousse au Chocolat stiftete, mit Kürbiskernöl und weißer Schokolade gemacht, nicht mit  Spinat, wie ich vermutete.

Schmeckte sehr gut und es gab auch eine Führung durch die Real-und Fantasiebilder, die in  zwei Räumen ausgestellt waren.

Anton Blitzsteins Katzen habe ich mir ja schon einmal angeschaut und im Otto Wagner Spital hatte er auch eine Ausstellung, als die dort ihr Jubläum feierten, dann habe ich ihn persönlich bei den „Ohrenschmaus-Preisverleihungen“ kennengelernt und ihn einmal auch als Leser zu meinem Geburtstagsfest eingeladen.

Aber er ist mehr Maler, Autodidakt, wie er in der Einleitung erwähnte, als Literat und seine Wohnhausbilder sind sowohl Abbildungen des Wassertumrms, des Karl Marx Hofes, der Kirche am Steinhof, als auch Phantaiebilder, zum Beispiel ein Katzenhaus, in dem er gerne wohnen würde.

Die Ausstellung war bald erklärt, eine Führung hat es auch gegeben und dann hatte ich noch einige Stunden Mariahilferstraßen Flanieren vor mir, denn ich wollte ja am Abend ins Literaturhaus gehen.

Einige prägnanten Impressionen, nämlich wahrscheinlich syrische Familien, die mit Sack und Pack vielleicht ins Kolpinghaus zogen oder beim Cu.A Winterkleidungt einkauften, hat es auch gegeben.

Ich bin ja sehr ungeduldig, so habe ich meine Runde dann bald wieder abgebrochen und gedacht, schaue ich noch ein bißchen länger zum Bücherschrank, bevor ich ins Literaturhaus gehe, wo Anna Weidenholzer im Gespräch mit Fritz Ostermayr, dem numehrigen Direktor der „Schule für Dichtung ihre Musikvorlieben vorstellen würde.

Der soll in meinem Adventkalender zwar nicht so vorkommen, obwohl es da schon einen „Bücheradventkalender“ gibt, aber immerhin, sich dort ein bißchen hinzusetzen, alles anzuschauen und sich ausruhen kann nicht schaden, dachte ich, habe dann auch den ersten Dimitre Dinev, noch in der „Edition Exil“ erschienen, gefunden und einen Konzeptband von Judith Fischer, auch GAv-Mitglied und als ich überlegte, ob ich für die Schwiegermutter ein paar Edgar Wallace-Krimis mitnehmen soll, sprach mich ein älterer Mann an, sagte, daß er zwar keine Zeit zum Lesen hätte, sich den offenen Bücherschrank aber gerne einmal anschauen wollte.

Dann ging ich zurück zum Literaturhaus, es war dreiviertel und noch alle Türen zu, wie vorhin und erst jetzt bemerkte ich den Zettel mit der Mitteilung, daß die Veranstaltung wegen Erkrankung ausfällt, aber nachgeholt werden wird.

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