Literaturgefluester

2015-10-14

Neue literarische Stimmen

In den „Textvorstellungen“, der „Alten Schmiede“, präsentierte Friedrich Hahn, diesmal drei neue literarische Stimmen, junge noch nicht so bekannte Literatur aus Österreich, zwei unveröffentlichte, ein veröffentlichter Text, die er aus Literaturzeitschriften kennengelernt und angeschrieben hat, obwohl gar so besonders jung sind die  zwei Frauen und der eine Mann mit den Geburtsdaten 1980,  1986, 1988, geboren, gar nicht.

Viel junges und älteres Publikum,  Nadine Kegele, Thomas Wollinger, Luis Stabauer und die 1980 in Graz geborene Britta Wedam, die mir, wie der nach ihr lesende Autor unbekannt war, hat mit einer  Kurzgeschichtenlesung begonnen, wovon die Erzählung „Im Wendekreis des Pfaues“ im Etcetera erschienen ist.

Da hat sie Friedrich Hahn entdeckt, die Autorin angeschrieben und die Geschichte erinnert ein bißchen an Gertraud Klemms.

Eine Frau backt für den Kindergarten  Muffins, steckt Smarties hinein und der Mann fragt, nach den Haaren in der Bettwäsche. Die sind von ihrem Liebhaber, denn das Eheglück ist schon schal und während die Frau im Elend versinkt, findet sie dann noch irgendwo ein rotes Haar.

„Das Jahr mit dem traurigen Clown“ war  ein sehr poetischer, fast lyrischer Text und im „Zoo“ geht es wieder um das Betrügen und das sich Verlassen eines Ehepaars, während die Kinder die Tiere betrachten und schließlich mit der Mutter Eis essen gehen.

Friedrich Hahn stellte dann Fragen nach dem Schreiben, ob es schon Verlagserfahrungen, Verlagskontakte und Ideen die Kurzgeschichten in einem Erzählband herauszugeben gibt?

„Keine Zeit!“, antwortete die Autorin, die gerade ihr Germanistikstudium abeschloßen und vielleicht selber Kinder hat.

Der 1988 Osttiroler Mathias Klammer hat dagegen schon drei Bücher im „Arovell-Verlag“ veröffentlicht und las zwei Szenen aus „Ein guter Tag zum Fliegen“, wo der Protagonist mit seinem toten Bruder spricht, sich Vorwürfe macht, sich nicht früher, um ihm gekümmert zu haben und dann mit einem krebskranken Mädchen auf Reisen geht.

„Wie weit autobiografisch?“, fragte Friedrich Hahn, seine wie er es nannte „Elke Heidenreich-Fragen?“

„Alles erfunden?“, antwortete der Autor.

„Hat alles nichts mit mir zu tun?“

Die Städte die beschrieben werden, hat er dann allerdings schon bereist.

Die dritte Lesende, die 1986 in Meran geborene Tanja Raich, war mir dann bekannt, allerdings nicht in ihrer Eigenschaft als Autorin, sondern als Programmleiterin, der neuen Literaturschiene von „Kremayr und Scheriau“.

Sie hat allerdings auch die „Leondinger Akademie“ besucht, hatte ein „Rom Stipendium“, war in „Palliano“ und da hat sie ein Monat mit einer Katze verbracht und einen Text darüber geschrieben.

„Die Katze ist ein fleischfressendes Tier“.

Auch eine unveröffentlichte Erzählung, die von einer Frau auf einer Insel handelt, die immer wieder von einer Katze besucht wird, die sie gar nicht mag, sie sinkt in eine Paranoia, wird menschenscheu und verschroben und am Schluß ißt sie die Katze auf, obwohl sie  Vergetarierin ist.

„Makaber!“, habe ich zu einer Besucherin gesagt, die mich beim Weggehen angesprochen hat. Sie hat der Text an Kafka erinnert, was möglich ist, da Tanja Raich ebenfalls Germanistik studierte.

Ich kenne mich bei Kafka aber nicht so aus und habe noch nicht soviel gelesen und hätte meinen psychologischen Blick eher auf das Innenleben und die Verstörung der Protagonistin geworfen.

Friedrich Hahn fragte auch nach dem Veröffentlichen und Verlegen. Da arbeitet Tanja Raich an einem Roman, den sie nicht bei „Kremayr und Scheriau“ verlegten wird, weil das ein „don`t“ ist, wie sie sagte.

Jetzt ist es nur noch spannend zu beobachten, wie sich die drei  Stimmen weiter entwickeln werden und ob sie eine solche Karriere, wie die auch in Neunzehnachtzigern geborenen, wie Valerie Fritsch, Clemens J. Setz, Anna Weidenholzer, Cornelia Travnicek, etc, erwartet.

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