Literaturgefluester

2015-10-21

Fremde Welten

Heute wieder Entscheidungsvielfalt. In der Hauptbücherei der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan, der von Frankfurt wohl nach Wien geflogen ist, bei Petra Hartlieb stellte Cornelia Travnicek ihre „Jungen Hunde“ vor und im Literaturhaus gab es auch zwei Neuerscheinungen, nämlich Susanne Gregors bei „Droschl“ erschienene „Territorien“ und Anna Baars „Die Farbe des Granatapfels“.

Brigitte Schwens- Harrant, die im Rahmen der „Buch-Wien“den Staatspreis für Literaturkritik erhält, hat eröffnet und einleitende Worte über die beiden Autorinnen gesprochen.

„Die Klammer“ zwischen beiden Texte“, hat sie gemeint, wäre das Fremde, geht es doch bei  Susanne Gregors neuem Buch, die 1981 in der Slowakei geboren wurde, um eine umgekehrte Emigration.

Eine Wienerin folgt ihrem Mann nach Afrika und erlebt dort das Fremdsein und die 1973 in Zagreb geborene Anna Baar, schildert in ihrem Buch das Aufwachsens eines Kindes zwischen der kroatischen Großmutter und der Mutter in Wien.

Die Ferien verbringt sie in Kroatien, dann kehrt sie ihr Land zurück und die beiden Großmütter zerren sie hin und her, die eine spricht von Faschisten, die andere von Partisanen und das Kind kennt sich nicht aus oder doch vielleicht.

Dann haben die beiden Autorinnen gelesen, die mir nicht unbekannt sind.

Susanne Gregor kenne ich seit ich bei einer Buch-Wien ihr erstes Buch „Kein eigener Ort“, eher durch einen Irrtum bekommen habe, dafür war sie 2012 beim „Alpha“ nominiert, beziehungsweise bei den drei Finalisten.

Das Literaturhaus hat sie dann im Rahmen der „Auftritte“ vorgestellt und jetzt das zweite Buch, wo sie den Beginn, nämlich die Reise der Emma nach Afrika, weil Samuels Vater gestorben ist, gelesen hat und Anna Baar kenne ich, seit sie heuer mit einem Ausschnitt aus eben diesen Buch beim „Bachmannpreis“ nominiert war.

Es hat dann Spekulationen gegeben, ob sie damit auf die Longlist kommt? Sie kam nicht, war aber in Frankfurt bei der Buchmesse und jetzt hat sie drei oder vier Stellen gelesen um die Liebe des Kindes, der kleinen Annuschka, also wieder wahrscheinlich höchst autobiografisch zwischen der Großmutter zu belegen, die eine starke Raucherin ist und um die Liebe der kleinen in Wien aufwachsenden Enkeltochter buhlt, die dann größer geworden, nach Wien studierren geht, als gerade der Jugoslawienkrieg ausgebrochen ist und am Schluß hustet die Großmutter, sie schleppt sie zum Arzt, sie ist aber ganz gesund.

Nur wenig Publikum, aber viel Prominenz, so habe ich beispielsweise Josef Winkler gesehen, der eine Art Weihnachtsmütze trug  und eine sehr extravertierte Dame unterhielt sich mit Brigitte Schwens-Harrant über das neue „Literarische Quartet“, wo ja Ilija Trojanows neuer Roman, den ich ja eigentlich auch nur für durchschnittlich halte, sehr verißen wurde und erzählte dann Susanne Gregor über ihre Erfahrungen in Frankfurt wo sie letzte Woche gewesen ist und in Shanghai war sie auch.

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2015-10-20

Urgesteine der Poesie

Heute war ich lange unschlüßig, wohin ich am Abend gehen sollte?

Literaturhaus oder Gesellschaft für Literatur? Dann kam noch das Amtshaus Margareten mit der Andrea Pesata Lesung und Buchpräsentation hinzu und ich entschied mich für die Urgesteine, statt „En espanol per favour“, das heißt für Europa. Literatur eigentlich, denn Marianne Gruber, die Doyenne der „Gesellschaft“ stellte Manfred Chobot und Anton  G. Leitner, den Bayern und den Wiener oder Burgenländer vor, leitete sie als „kabarettreife Sprachlawinen“ ein, oder eigentlich taten sie das selber, denn Manfred Chobot, der fast Siebzigjährige eröffnete mit den Abschnittspartnerinnen seines Lebens, dem Dagmar und dem Brigitte Zeitalter, als Gegenpart zur Alt-oder Jungsteinzeit und Anton G.Leitner antwortete.

So ging es Schlag um Schlag und Marianne Gruber hat noch vorher erklärt, daß der Zuhörer beim Hören der Gedichte jede Freiheit hat, denn er kann es so oder so empfinden, kein Richtig oder Falsch, der einzige Tip, man soll Freude daran haben und vorher hat sie sich angesichts, der vielen Flüchtlinge noch gefragt, was machen wir denn da? Wir lesen Gedichte statt Windeln oder Zahnbürsten an die Bahnhöfe und an die Grenzen zu bringen?

Aber Gedichte können ja auch Freude bringen, so lag ein Folger am Büchertisch neben den Chobot und den Leitner Bänden, der zum Geldsammeln aufrief, damit man krebskranken Kindern einen Gedichtband schenken kann, damit sie wieder gesund werden können oder die Trennung von ihren Eltern und die Behandlungen leichter verschmerzen.

Zwei Urgesteine der Poesie, beide Herren, Jahrgang 19437 der eine,1961, der andere, waren mir bekannt.

Mir Manfred Chobot nicht unbedingt und nicht nur als Lyriker, kann ich mich doch erinnern, daß ich als blutjunge Studentin, noch mitten in meiner philosophischen Phase, meinem Vater immer am Samstag die AZ-Beilage klaute und da hat es einen Chobot-Essay gegeben, so ist der Name zu mir gekommen.

Einmal hat er mich dann in ein Symposium in die „Alte Schmiede“ eingeladen, als ich schon GAV-Mitglied war und als er seinen sechzigesten Geburtstag hatte, konnte die „Lesung zum Tag der Freitheit des Wortes“, glaube ich, nicht am zehnten Mai im Literaturhaus stattfinden.

Jetzt also Gedichte, Dialektgedichte und eine Geschichte über eine Lesung in Bayern oder sonstwo, wo der Maskenbildner zu den  Dichter kam und „Gemma pudern, meine Herren!“, sagte.

„Hui, wie lustig!“

Die Puderquaste war aber natürlich dabei und es gab keinen Gruppensex, sondern Maske, damit man im Fernsehen nicht so glänzt und  Anton G. Leitner, der Bayer bot für seine Gedichte auch eine hochdeutsche Übersetzung an.

Aber das Bayrische ist dem Wienerischen nicht so unähnlich, mit dem Sächseln oder dem Preußischen wäre es wohl schwerer und Anton G. Leitner habe ich einmal in der Alten Schmiede oder war es das Literaturhaus gesehen, als er seine Jahresgedichtesammlung „Das Gedicht“ vorstellte.

Da gibt es jetzt schon den Band dreiundzwanzig und das war eine Vorpremiere, weil es erst die offizielle Lesung geben wird.

Unter der Hnd konnte man sich das Bändchen, wo es um das Essen und Trinken gehen wird, aber schon kaufen und Anton G. Leitner, las dann noch, als der Schlagabtausch mit Manfred Chobot vorüber war, Gedichte von drei österreichischen Autoren, nämlich Gerhard Ruiss, Gerhard Rühm und Rudi Kraus vor, die in dem Band enthalten sind.

Nachher gabs noch eine Diskussion über das Oktoberfest, denn München hat seine Tore vor den Flüchtlingen geschlossen, um dort sein Fest auf der Theresienwiese abzuhalten, zu dem Anton G. Leitner gar nicht mehr so gerne geht.

Manfred Chobot stimmte ihm zu und im Publikum waren Gerhard Jaschke, Gerhard Jatzek, Herman J. Hendrich, einige interessierte ältere Damen und der jüngste dichter, der auch in der Gedichtesammlung enthalten ist, ich glaube es war ein Student der Sprachkunst und wieder was gelernt , obwohl ich mich für das Schnackseln und das Pudern in  Gedichten ja nicht so sehr interessiere.

2015-10-19

Nanowrimo-Recherche und kroatischer Roman

Heute habe ich wieder ein bißchen Recherche für meinen Adventkalender gemacht, den ich ja am ersten November im Rahmen des „Nanorimos“ beginnen will, gemacht.

Das heißt, ich bin die Mariahilferstraße zum Westbahnhof gegangen, um mir die Situation dort anzuschauen, beim „Thalia“ habe ich einen Stop eingelegt, zuerst nach Cornelia Travnices „Junge Hunde“ Ausschau gehalten, ein Buch, das am Mittwoch bei Petra Hartlieb vorgestellt wurde und gestern auch in Frankfurt präsentiert wurde und habe dann gesehen, daß es „Chucks“, ihren ersten bei „DVA“ erschienenen Roman um 1.99 gab.

Jtzt muß ich nur noch herausfinden, wann ich ihn lesen werde, wollte ihn aber eigentlich schon immer haben und die „Jungen Hunde“ wünsche ich mir natürlich auch, aber erst habe ich ja noch drei Bücher von der Longlist zu lesen, nachdem ich mit dem Peltzer gestern fertig wurde.

Aber weiter  mit der Recherche, beziehungsweise zum MC Donald, dort einen Cheeseburger mit Pommes frites gegessen und eine junge Frau neben mir fragen gehört, ob Amsterdam in Holland liegt?

Mir dazwischen aufgeschrieben, daß die Nika Weihnachtsfrau, wenn sie einen Hamburger essen gehen wird, ja den Sandler Gregor Stefan oder eigentlich ist es ein ehemaliger Lehrer mit Parkinson, treffen könnte und ein vorlautes kleines Mädchen namens Adriana, das laut „Weißt du nicht, Weihnachtsfrau, daß man von Zuckerl, Karies bekommt? Sie weiß es nicht, Mama!“, durch die Mariahilferstraße schreit.

Ja, ja, mit der ersten Planung meiner vierundzwanzig Adventkapitel, wenn jedes circa dreitausend Worte hat, geht es sich schön aus, begonnen und dazwischen ist auch die Buch-Wien, also wahrscheinlich wieder schreibefreie Tage. Zum Schreiben will ich diesmal aber erst am ersten November anfangen, in den Gerngroß, wo schon die Weihnachtsbäume stehen, bin ich aber schon gegangen und einen Mord in der Praxis ihrer Schwester soll es auch geben und einen Journalisten, den sie vielleicht während ihrer Arbeit trifft, der ihr beim Mord aufklären hilft und ihre Diplomarbeit über Thomas Bernhard, Ärger mit ihrer Chef, etcetera, etcetera….

Dann bin ich in meine Praxis gegangen und danach in die „Alte Schmiede“

Dort wurde ein sehr interessanter Roman, der 1946 in Zagreb geborenen Dasa Drindic vorgestellt.

Nämlich „Sonnenschein“, so heißt er auch auf Kroatisch, ist aber das erste auf Deutsch erschienene Buch der Autorin, die lange in Amerika und auch in Belgrad lebte und Englisch unterrichtete.

So fand das Gespräch zwischen ihr und Kurt Neumann auch auf Englisch statt und Kurt Neumann erklärte in der Einleitung, daß es sich um einen dokumentarischen Familienroman handelte und in dem Buch, das aus drei Teilen besteht, ist, das habe ich schon beim Durchblättern am Büchertisch gesehen, eine Art Telefonbuch enthalten, nämlich die Namen der aus Italien oder Kroatien deportierten Juden und, um eine dieser Familien geht es in dem Roman, der 2006 beginnt, in den ersten Weltkrieg zurückgeht. Diese Familie flüchtet sich, wie Kurt Neumann erklärte in den Faschismus und die Heldin Haya Tedesco bekommt von einem SS-Mann ein Kind, das wird ihr entführt, wächst in einer deutschen Familie auf und zweiundsechzig Jahre später. kommt es zu einer Begegnung zwischen Mutter und Sohn.

Dasa Drindic las ein paar Stellen auf Kroatisch, Kurt Neumann die auf Deutsch, eine Frau fragte sehr viel nach.

Es waren auch einige Prominente, wie Annemarie Türk im Publikum und wahrscheinlich auch viele Fans der Autorin, da sich anschließend eine lange Autogrammschlange bildete.

Ich ging nach Hause, habe ich ja genug zu lesen und die drei Finalisten des heurigen „Alphas“ wurde auf der www. buecher.at Seite auch bekanntgegeben.

Jetzt muß nur noch die Einladung für die Preisverleihung am siebzehnten November kommen, obwohl ich alle drei Bücher der Endnominierten schon gelesen habe und eigentlich auch nicht bezweife, daß Valerie Fritsch die heurige Siegerin werden wird, aber mal, sehen, es gibt ja immer wieder Überraschungen. Ich bin gespannt.

2015-10-18

Frankfurtsurfen und ein tolles Buchpaket

So hätte ich mir das jedenfalls gedacht, denn als ich am Dienstag mit meiner Diagnostik fertig war, war es halb fünf und ich habe gedacht, daß ich, bevor ich in die „Alte Schmiede“ gehe, ein bißchen  Recherchieren auf die Mariahilferstraße gehe, denn da soll ja der Roman spielen, den ich im November beim „Nanorimo“ schreiben will.

Als ich am Abend zurückgekommen bin, hatte ich einen Zettel an der Tür hängen.

„Wir haben uns verpasst, Sendung beim „Heimtierprofi“ abzuholen!“

„Was ist das?“, habe ich gedacht, ich wartete ja auf mein neues Buch, aber das war noch nicht fertig und sollte erst am Mittwoch zugestellt werden, also vielleicht doch die Büchersendung, die ich da von „Buzzaldrin“ gewonnen habe, weil ich im August eine halbe Stunde lang Verlagstitel Büchern zugeordnet habe.

„Das wird noch etwas dauern!“, hat Mara Giese mir geschrieben, denn sie volontiert ja in Hamburg, hat aber in Göttingen ihren Hund und auf ihrer Twitterseite, hat die zweite Gewinnerin schon ein Bild mit den Büchern gepostet.

Also kann ich mir die zehn oder neun Bücher, weil ich das der Alina Bronsky  schon gelesen habe, in meinem Schlafzimmer ausbreitem, wenn ich ab Mittwoch zwischen meinen Stunden Frankfurt Buchmessensurfen gehe.

Das mache ich  schon seit 2008 und da war ich sehr begeistert, was ich mir da alles in mein Wohnzimmer ziehen kann, habe Autoren wie Rafael Chirbes kennengelernt und seine Bücher inzwischen gelesen.

Inzwischen bin ich zwar ein bißchen desillusioniert, weil das wahre Leben in Frankfurt, die Beziehungen, die Parties etcetera ja an mir verüber geht, wenn ich mich da in meinem Zimmer aufs blaue Sofa setze oder bei ARD bzw 3Sat surfe.

Aber der Typ, der da mit seinem Buch von Stand zu Stand spazierengeht, bin ich sowieso nicht und auf Parties bin ich auch 2000 und 2002 nicht gekommen, denn da sind wir entweder nach Mainz oder Wiesbaden gefahren, weill in Frankfurt kein Zimmer.

Yu Sophie hat mich zwar einmal gerügt, daß ich stattdessen etwas Gescheiteres maches soll, aber was ist gescheiter?

Mein neues Buch ist sowieso gerade fertig und wird hier vorgestellt, nächste Woche lese ich im 7*, ich habe im letzten Monat Buchpreis gebloggt, fünfzehn der LLs gelesen und niemand hat es interessiert.

Das heißt, die Verlage wahrscheinlich schon, den die haben mir die Bücher zur Hälfte geschickt und „Klett Cotta“ schickt auch weiter oder fragt mich an.

Das neue Buch der Isabella Feimer habe ich inzwischen auch bekommen, das der Andrea Wolfmayr gelesen und und….

Also am Mittwoch früh nach dem Lesen der „Lucia Binar“ in die Badewanne gehen, die Bücher holen und auf meinem Nachttisch ausbreiten, auf meine Leseliste stellen und dazwischen aufs blaue Sofa gehen.

Daß Salman Rushdie am Dienstag in Frankfurt vor verschärften Sicherheitsbedingungen, die Messe eröffnet hat und Freiheit forderte, habe ich in den Nachrichten gehört. Das Indonesien heuer Gastland ist, haben schon „Buzzaldrin“ und die „Klappentexterin“ gebloggt, im „Standard“ ist es auch gestanden.

Also los und sich auf das Lesen von Nora Bossong, Ruth Cerha, Matthias Nawrat, etc freuen.

Da habe ich zwar noch etwas zu warten, denn am Mittwoch hat der „Heimtierprofi“ seltsamerweise zu. Warum mußte ich da gestern eine Stunde auf die Mariahilfestraße spazieren? Aber, daß die Post um halb fünf noch kommt, hätte ich eigentlich nicht erwartet.

Also die Unterlagen für meine Wochendiagnostiken herräumen und dazwischen schon auf „ARD“ gehen, das ist die Bühne, wo Dennis Scheck sich ein bißchen mit Salman Rushdie unterhielt und dann die zehn Belletistrik- Bestseller entweder in den Müll hinunterschmieß oder auf den Lesestapel legte.

Das Buch der Nora Bossong, die dann bei „3 Sat“ war, kam auch an der Reihe und dann kam Judith Holofernes, das ist das Pseudonym einer, ich glaube, Sängerin, die jetzt Tiergeschichte schrieb und Adam Soboczynski, ein Journalist hat, glaube ich, auch ein neues Buch geschrieben.

Der neue Buchpreisträger wurde interviewt, man kann sein Buch jetzt der Enfachheit halber nur „Erfindung“ nennen und muß nicht den ganzen Schwanz anhängen und Laksi Pamuntjak setzte sich aufs „3Sat Sofa“ und erzählte, daß man in Indonesien eine Religion haben muß, weil man sonst für einen Kommunsisten gehalten wird. Laksi Pamuntjak, 1971 geboren, lebt in Jakarta und hat ein Buch namens „Alle Farben Rot“ geschrieben, das wurde vorgestellt.

Dann gibt es noch einen Autor namens Andrea Hirata, der hat ein Buch namens „Die Regenbogentruppe“ geschrieben. Sonst scheint es nicht sehr viel zu geben, die Indonesier habe ich gehört, scheinen nicht viel zu lesen und ich habe das auch nicht, obwohl ich ja einmal mit meiner Familie einmal ein paar Wochen in Bali war.

Auf das blaue Sofa kam dann ein Sänger, der auch ein Buch geschrieben hat, weil man sich damit selbst verwirklichen kann und die Lektoren schon korrigieren und Tips geben. Das tun in Frankfurt ja alle, die einen berühmten Namen haben und die anderen leben sich auf den Selfpublisherforen aus.

Darüber berichtet Wolfgang Tischer vom „Literaturcafe“ oder macht darüber Veranstaltungen und Martin Amanshauser, der lustige, hat sein neues Buch „Der Fisch in der Streichholzschachtel“ auch bei „ARD“ vorgestellt.

Feridun Zaimoglu kam aufs „Blaue Sofa“, mit dessen neuen Buch, ich mich ja vor kurzem beschäftigt habe. Die Literaturwissenschaftlerin Ursula März hatte ein Buch über die Internetpartnersuche.

Alain Claude Sulzers Roman „Post scriptum“ über drei homosexuelle Männer und einem jüdischen Künstler ist mir schon auf verschiedenen Blogs begegnet.

Am Donnerstag bin ich dann erstmal auf die Post und die Bank gegangen, um mein Pflichtexemplar an die NB zu schicken und die Buchrechnung zu bezahlen.

Dann hatte der „Heimtierprofi“ offen, so daß ich den neuen Roman von Matthias Nawrat, der ja eigentlich auch auf die LL kommen hätte können „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ eingetragen habe, während ich den 1979 in Polen Geborenen, den ich beim „Bachmannpreislesen“ kennengelernt habe, auf dem „Blauen Sofa“ darüber erzählen hörte.

Anschließend wurde der „Aspekte Literatur Preis“, für den auch Richard Schuberth nominiert war, der  an die für mich unbekannte Kat Kaufmann vergeben wurde, vorgestellt.

Der schwedische Autor Sven sem-Sandberg,der auch die „Elenden von Lodz“ geschrieben hat, hat ein Buch über den „Spiegelgrund“ und Dr. Heinrich Gross geschrieben und behauptet, daß er der erste wäre, der diese Ereignisse aufarbeitete und  Reinhold Messner saß auch wieder auf dem „Blauen Sofa“ berichte von einem Seil, das durchschnitten oder nicht beschnitten wurde und darüber ein Buch namens „Absturz des Himmels“ geschrieben hat.

Danach kam der LL-Autor Ilija Trojanow mit seinem „Macht und Widerstand“ über die bulgarische Vergangenheit und ihre Geheimakten.

Danach kam Charlotte Roche mit ihrem dritten Buch über Mütter, erzählte von ihren Gewaltphantasien und davon, daß sie ihrer dreizehnjährigen Tochter Tatoos verbietet, denn sie ist keine achtundsechziger Mutter, sie liest während sie schreibt nicht, aus Angst Plagiatorin zu werden, aber Max Frisch hat sie vor kurzem gelesen und sich selbst als Volker Hages Füllhorn oder ein Füllhorn von ihm bezeichnet.

Es gibt es Kurzvideo über Flüchtlinge, am Sonntag haben alle Flüchtlinge freien Eintritt in Frankfurt, wieviele da wohl kommen werden? Österreich hat seinen Stand eröffnet und die Blogger berichten von den Empfängen, die sie besuchten und lesen Trostbücher oder erhalten Trostplaster von Verlagen.

Dann kam noch Isabell Allende mit ihrem „Japanischen Liebhaber“, auch ein Buch, wo es ums Älter werden geht. Offensichtlich ein Thema, das viele Autoren beschäftigt und Alina Bronsky mit ihrer „Baba Dunja“, die ich ja schon öfter in Frankfurt hören oder sehen konnte. 2008 hat sie da ja auch gebloggt.

Und ab halb fünf gibt es auf dem „Blauen Sofa“ jetzt immer ein neues Format,“Die blaue Stunde.“

Und da gabs am Donnerstag eine Diskussion über Astrid Lindgren, über die jetzt einige Bücher, wie zum Beispiel die Kriegstagebücher erschienen sind.

Den „Story-Teller- Selfpublisher-Award“, hat,erfahre ich dann bei Wolfgang Tischer Philip P. Peterson mit seinem Science Fiction Roman „Paradox“ gewonnen.

Am Freitag war dann Clemens J. Setz bei 3 Sat und lobte das Buch des neuen Buchpreisträgers,

Dana Gricorcea saß auf dem blauen Sofa und Hans Ulrich Treichls Buch „Der Verlorene“, wo es um seinen verschwundenen  Bruder geht, wurde verfilmt.

Dann kam Dennis Scheck auf den ARD Stand, hielt Tommy Jauchs und Charlotte Roches neue Bücher in die Höhe und erklärte, daß er mit der heurigen Entscheidung des Nobelpreiskomitee einverstanden ist und oh Wunder, das was ich auch immer sagen, daß man Äpfel mit Birnen nicht vergleichen kann.

Navid Kermani der neue Friedensbuchpreisträger ist Flüchtlingen entgegen gereist und berichtete darüber auf dem  blauen Sofa.

Die holländische Autorin, Musikerin und Psychoanalytikerin, Anna Enquist sprach über ihren Roman „Streichquartett“, der im Ärztemilieu spielt.

Dann kam der ukrainische Autor Serhij  Zhadan, der am Mittwoch auch in der Hauptbücherei  lesen wird,  der seinen Roman „Mesopotamien“ vorstellte, der eigentlich aus neun Erzählungen  besteht.

Frank Witzel, der neue Buchpreisträger, 1955 in Wiesbaden geboren, auch Musiker und Illustrator, der fünfzehn Jahre an seiner „Roten Armee-Fraktion“ gearbeitet hat, kam Freitags um halb vier auf den „3 Sat-Stand“ und erzählte, daß er in den letzten vierundzwanzig Stunden vierundzwanzig Interviews gegeben hat und sich darüber freute, aus der Isolation herausgekommen zu sein, denn er hat den Roman zweiundvierzig Verlagen, wie ich bei den „Hierarchien“ angeboten, bis ihn „Mathes und Seitz“ haben wollte.

Die israelische Bestsellerautorin Zeruja Shalev auf das „Blaue Sofa“ von der ich schon etwas gelesen habe, stellte dann ihren neuen Roman „Schmerz“ vor, in dem es um einen Anschlag auf einen Bus geht, der auch der Autorin vor elf Jahren passierte.

In der blauen Stunde ging es um das Thema Flucht. Karim El Gawary, Marina Naprushkina und Michael Richter diskutierten mit Hand Dieter Heimendahl, während die 1959 geborene Literaturkritikerin Iris Radisch ihre Gespräche mit Schriftsteller über den Tod und das Sterben „Die letzten Dinge“ vorstellte.

Um halb sieben wurde dann im Lesezelt der „Vierenschleudererpreis“ für den unter anderem auch Mara Giese nominiert war, vergeben, sowie, um neun im Frankfurter Literaturhaus der „Preis der Hotlist“, den Monika  Rincks, die ich ja, glaube ich, im Literaturhaus kennenlernte, für ihre Streitschriften „Risiko und Idiotie“ bekommen hat.

Anke Stelling hat mit ihren „Bodentiefen Fenstern“ auch einen Preis bekommen.

Am Samstag ging es dann wieder auf den Markt, Holz war abzuräumen, weil wir in Harland jetzt im Wohnzimmer einen Ofen haben, so hätte ich Lena Gorelik auf dem blauen Sofa versäumt, wenn man das nicht nachhören könnte, das habe ich auch mit der blauen Stunde vom Mittwoch getan, wo es auch um die russische Seele ging und zum Lesen habe ich inzwischen den Ulrich Peltzer angefangen, den ich bis jetzt überhaupt nicht unlesbar finde.

Am Nachmittag war dann der indonesische Autor Andrea Hirata am „3 Stat Stand“ die „Regenbogentruppe“ und  „Der Träumer“, wo es um die Autobiographie, die Armut und die Lehrer des Autors geht, geschrieben hat und  Indonesien in drei Worten mit  Toleranz, Lächeln und Lernbereitschaft vorstellte.

Um halb fünf ging es dann am „Blauen Sofa“, wie der Moderator sagte, in die  Niederungen des Alltags oder in die Realität des Literaturgeschmacks, nämlich zum „Krimi Speeding“, wo Ulrich Wickert, Ursula Poznanski, Petra Reski und Oliver Botrtini ihre neuen Thriller vorstellten.

Dann ging es wieder zu Wolfgang Tischers Podcast, der sich am Freitag in leere Gänge setzte, eine Literaturagentin, eine Selbpublisherin und eine Bloggerin, während eines „Meet an greets“ interviewte und Martina Gercke hat ja, glaube ich, auch schon ihre Goodies gepostet, die sie dort verteilte.

Mario Adorf war am Samstag auf der Messe, wo die Tore auch dem allgemeinen Publikum geöffnet waren. Also war es sehr voll und auf der „ARD-Seite“ gab es Tips, was man anziehen soll, nicht zu warm, bequeme Schuhe und wo man etwas essen kann und am Sonntag wurde um elf der Friedenspreis in der Paulskirche an den deutsch iranischen Schriftsteller Navid Kermani verliehen.

Die Blogger haben die Buchmesse da meistens schon verlassen, die zu Hause gebliebenen Blogger, haben sich mit einer „Leseparty“ getröstet und Mara Giese ist in Hamburg in eine Buchhandlung zum Trostkauf gegangen.

Das brauchte ich dank meines Buchgewinns von ihr, nicht tun, habe mir in Wien aber auch die „Falter-Messe-Buchbeilage“ auf das Tischchen neben dem Bett gelegt und als Goodies, die Leseproben, die ich am Montag in der Buchhandlung beim Reumannplatz gefunden habe, als ich meine Cousine Irmi, besuchte.

Am Donnerstag sind wir dann nach Harland gefahren, weil der Alfred schon in Altersteilzeit ist, also werde ich den „Friedenspreis-livestream“ falls es einen gibt, versäumen, weil wir ja in Harland Sonntags auf die Rudolfshöhe marschieren.

Und habe auch nur ganz kurz bei „3-Sat“ hineingeschaut, wo Cornelia Travnicek ihr neues Buch „Junge Hunde“, das auch am Mittwoch bei Petra Hartlib vorgestellt wird, präsentierte.

Vom Fleischknödel und dem Topfenstrudel zurückgekommen wurden dann auf dem „Blauen Sofa“ die fünf Kanditaten für den „Schweizer Literaturpreis vorgestellt“, den es seit 2008 gibt und der am  achten November in Basel vergeben wird.

Dana Gricorcea, die heuer, wie Monique Schwitter beim „Bachmannpreis“ gewonnen hat, Meral Kiureshy, Martin R. Dean und Ruth Schweikert wurden zuerst zu einem Essay von Lukas Bärfuß zur Schweizer Wahl, die heute stattfindet, befragt.

Die 1983 im ehemaligen Jugoslwaisen geborene Meral Kureyshi wurde mit ihrem Roman „Elefanten im Garten“ nominiert und war mir bisher ziemlich unbekannt, während ich über den Roman  der in Bukarest geborene Dana Gricorcea „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“, schon  einiges gehört habe.

Ruth Schweikert von der ich schon einige Bücher gefunden habe, ist mit der Familiengeschichte „Wie wir älter werden“ nominiert. Monique Schwitters Buch habe ich schon gelesen und der 1955 im Argau geborene Martin R. Dean, Sohn eines Trinidader Arztes, der mit „Verbeugung von Spiegeln“ nomiert wurde, war mir ebenfalls unbekannt.

Anschließend sollten die fünf Nominierten ihr Buch jeweils einem aus der Runde schenken. Monique Schwitters bekam, weil sie in Hamburg lebt gleich drei und schenkte ihres, dem „ER“, dem Mann in der Runde.

Spannend wer den Preis gewinnen wird und dann war es mit der „Blauen Sofa-Übertragung“ schon aus.

Ich habe mir noch ein paar Videos angeschaut, so hat Katharina Hacker, die ja auch einmal den dBp gewonnen hat, von der ich heuer auch schon was gelesen habe, ihr neues Buch „Skip“ vorgestellt, wo es um einen in Israel lebenden Mann geht, der Sterbende in den Tod zu begleiten scheint.

Rafik Shami war am Sonntag noch auf dem „Blauen Sofa“, Ianina Ilitcheva, eine der Debutantin von „Kremayr und Scheriau“, die in „183 Tage“ ein Experiment schildert und es waren wieder fünf intensive Tage, die ich in „Frankfurt verbracht“ habe und wenn ich, weil sich das eine Leserin einmal von mir wünschte, ein Resume geben darf, es ist toll, was man alles von dem Messegeschehen ins Wohnzimmer transferieren kann.

Wieder habe ich einiges mir bisher Unbekannte kennengelernt, obwohl ich es, ganz ehrlich, überhaupt nicht bedauere, nicht live am Ort gewesen zu sein und hängen bleiben wird auch, daß sehr viele Autoren sich mit dem Tod und mit dem Sterben, den Seniorenresidenzen und was man macht, wenn der Vater sein Geld statt es an die Kinder zu vererben, an seine Pflegehelferin weitergibt, beschäftigt haben.

Ja und 2016 wird es in Österreich auch einen Buchpreis und einen der besten Buchhandlungen geben, habe ich bei http://www.bücher gelesen.

Hier für alle Interessierte noch mein Frankfurt-Archiv:

2008 1 2 3, 2009 1  2 3, 2010 1 2 3 4, 2011 1 2, 2012, 2013 und 2014

Und jetzt werde ich in die Badewanne weiter  Ulrich Pelzer lesen um mein Longlistlese-Projekt demnächst mit oder ohne Frank Witzel zu beenden.

2015-10-17

Lucia Binar und die russische Seele

Filed under: Bücher,Buchpreisbloggen — jancak @ 00:48
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Jetzt geht es weiter mit dem Longlistlesen und mit den sechzehnten Buch das ich gelesen habe, nämlich Vladimir Vertlibs „Lucia Binar und die russische Seele“, eines der zwei Bücher das mir der liebe Otto, noch originalverpackt, borgte und das auf den Blogs ein wenig untergegangen ist.

„Zeilensprünge“ haben es schon recht früh besprochen, den offiziellen Bloggern war es wohl zu unbekannt österreichisch, aber mir ist der 1966 in Leningrad geborene und 1981 nach Österreich übersiedelte Vladimir Vertlib schon lang bekannt.

„Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur“, wo eine alte Dame gemeinsam mit Stalin schläft, habe ich gelesen, 2000, als in Österreich schwarz-blau herrschte, hat er einen Preis bekommen und gleichzeitig mit der Donnerstag-Demo im Rebulikanischen Club“ gelesen, ich bin glaube ich, zu beiden gegangen, er lehrt inzwischen, glaube ich, auch am Institut für Sprachkunst und als er einmal seinen Text für das Projekt „Die Welt in der ich schreibe“ in der „Alten Schmiede“ vorgestellt hat, habe ich ihn gegen Benedikt Lebedur verteidigt, der behauptete, daß man so nicht schreiben könne.

Stimmt, Vladimir Vertlib schreibt realistisch, im vorliegenden Roman mit einem Stück Surrealismus und das ist mir sehr sympathisch und das Buch, das schon im Frühling erschienen ist, ist ein bißchen an mir vorbeigegangen.

Ich war bei keiner Lesung, habe aber Ottwald John einmal wo getroffen, der mir erzählte, daß er zu einer gehen würde, „Denn das ist ein ganz besonderer Roman!“

Stimmt, einer, der es auf die Longlist schaffte und von einer alten Dame, einer Baba Lucia, handelt, die in Wien, im zweiten Hieb, in der großen Mohrengasse wohnt, für alle Nichtwiener, das kann man dem Buch vielleicht ein wenig anlasten, daß das zu wenig erklärt wird und die Namen Maria Vassilakou und H. C. Strache, beispielsweise einfach hingeworfen werden, das ist der zweite Bezirk, wo in Zeiten des Holocausts, die meisten Juden wohnten, bzw. von dort deportiert wurden.

Jetzt wohnen wieder solche dort, wahrscheinlich viele, die aus der ehemaligen UDSSR emigrierten und wieder schwarze Mäntel und Schäfenlocken tragen.

Lucia Binar, über achtzig, lebt schon lange dort und hat das alles miterlebt, war Lehrerin und eines Tages läutet es an der Tür und ein junger Mann oder ist es ein junges Mädchen, will von ihr eine Unterschrift, daß die Große Mohrengasse, in der sie lebt, politisch korrekt in „Große Möhrengasse“ umbenannt werden soll.

„Was ist denn das für ein Unsinn?“, ärgert sich die alte Dame und dann noch einmal darüber, daß an diesem Tag ihr „Essen auf Rädern“ nicht zugestellt wird.

Sie ruft bei einer Hotline an und eine unfreundliche Elisabeth rät ihr, doch statt zu jammern, Knäggebrot und Manner-Schnitten zu essen.

Sie geht dann bald auf Kur, denn sie hatte einen Unfall und als sie zurückkommt, lagern Obdachlose und Drogensüchtige in ihrem Haus und scheißen alles voll, denn der Hausherr, ein Willi Neff, den Lucia Binar, schon als Kind kannte, will die alten Mieter loswerden, um zu spekulieren.

Es gibt dann noch einen Russen namens Alexander, der eigentlich Moslem ist und der lernt in einem Lift, bei einem eher skurillen Unfall, die bewußte Elisabeth kennen und verdingt sich bei einem Maistro namens Viktor Viktorowitsch, mit ihr als Assistent.

Lucia Binar hat sich inzwsichen mit dem Studenten, der nicht mehr die Gasse umbenennen, sondern gegen den Hausherr kämpfen will, befreundet und besucht mit ihm die große Schow, in der sehr viel abenteuerliches passiert.

Der sehr aggressive Branko einer der Obdachlosen, der ständig stchimpft und Frauen vergewaltigt, wird in eine solche verwandelt, ein Bezirksrat nach Ulan Bator geschickt und die russische Seele wird auch geweckt, das heißt jeder der Zuschauer, der dreiundzwanzig Euro für den Eintritt zahlte, darf sich etwas wünschen und alles alles geht gut aus.

Lucia Binder darf wahrscheinlich in ihrem Haus in der Großen Mohrengasse sterben und die jüdischen Vorbesitzer bekommen es wahrscheinlich auch zurück.

Ein schönes Buch, auf dessen Lesen, ich mich schon sehr freute und wieder eines, wo ich mir nach dem Lesen dachte, „Das kann ich, wenn ich vielleicht ein Lektorat habe, daß mir ein paar surreale Elemente setzt und die Rechtschreibfehler verbessert, auch und ein paar komplizierte Redewendungen, die die wirkliche Luciar Binar, die ständig Gedichte, beispielsweise, die von Wislawa Szymborska, zitiert, wahrscheinlich doch nicht gebrauchen würde, gibt es, so daß es gar nicht so leicht zu lesen ist.

2015-10-16

Roter Spritzer

Filed under: Bücher — jancak @ 00:36
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„Der zweite Roman aus der Provinz“, der 1953 in Gleisdorf geborenen Andrea Wolfmayr, wieder bei „Keiper“ erschienen, der erste hat „Weiße Mischung“ geheißen und die Autorin hat ihn mit mir in den „Textvorstellungen“ vorgestellt und erklärt, daß in der Steiermark die Spritzer Mischung heißen würden.

Ich habe aus „Kerstins Achterln“ gelesen, wo es ja auch um Rotwein geht. Jetzt also doch ein Spritzer in dieser „Soap-Opera“ aus der Steiermark, in der eine Unzahl von Familien vorkommen, die sich lieben, mischen, streiten, das Gesetz umgehen, etcetera, das wirkliche Leben halt.

Daß sie dabei soviel Rotwein trinken würden, ist mir nicht aufgefallen, ging es da eher um härtere Getränke, aber auch um chinesischen Tee, denn die Buchhändlerstochter Barbara, hat sich mit einem chinesischen Apotheker vereinigt, der sie Wasser trinken lehrt und die vegane Küche ist offenbar auch in der Steiermark hoch in Mode, wie das Kinderkriegen.

Doch der Reihe nach oder besser im Anhang nachgeschaut, denn da sind die Familien, die in den Buch vorkommen und sich lustig untereinander vermischen, zur besseren Orientierung aufgereiht und wenn man das erste Buch nicht gelesen hat, tut man sich vielleicht etwas schwer.

Mir ist es jedenfalls so gegangen, daß ich mich am Anfang, wo von Kapitel zu Kapitel, eine andere Familie und deren Schicksal aufgereiht wird, nicht recht ausgekannt habe.

Beginnen tut es mit einer Regina, die lebt mit einem Ludwig auf einem Bauernhof, hat aber im Lotto eine größere Summe gewonnen.

Sie hält das zuerst für einen Spam, Ludwig hat den Schein aber an das Casino geschickt, denn er kann das Geld für den Hof brauchen. Sie nimmt es aber und fährt damit ab und er wird sich später mit einer schönen Praktikantin trösten, die Landwirtschaft studierte.

Dann geht es schon weiter zu Agne,s einer Greißlerin, die bekommt ein Burn Out und wird später mit Wolfgang, das ist der Buchhändler nach Mallorca emigrieren. Migräne hat sie auch und Wolfgang hat drei Töchter, Barbara, Petra, Ami.

Barbara ist die mit dem Chinesen, Amy hat die Buchhandlung übernommen und eine Topchter namens Pearl von einem Musiker, der zuerst in Amerika die große Karriere machen will, dann aber reumütig zurückkommt und Musiklehrer wird.

Petra ist mit Juli verheiratet, der einen Buschenschank führt, in China große Geschäfte machen will, dabei auf schiefe Bahn gerät, beziehungsweise vom Bezirksgauner und seiner Edelnutte gehörig ausgenommen wird.

Man sieht, Andrea Wolfmayr, die selber einmal Buchhändlerin sowie Politikerin war, zieht alle Seiten und kennt sich aus in der Provinz.

Die Frauen werden immer dicker und bekommen alle Kinder, die am Ende von einem anderen Pfarrer getauft werden, denn der früherer, wird gerade selber Vater.

Der Bürgermeister bekommt, glaube ich, in der Kirche einen Schlaganfall und hat Schwierigkeiten mit seiner Bürochefin, die ihn mit Marillenzipfs fütterte und gerne  kurze rote Röckchen trägt.

Ja, die Männer gehen fremd und verlassen ihre mittelalterlichen aus der Form gehenden Frauen, die um die Ehe zu retten, vielleicht gerade noch Kinder bekommen können.

Homosexuelle Paarungen gibt es natürlich auch und einen ehemaligen Kulturreferenten, der sich hinuntergetrunken und versandelt hat. Einen Künstler, der von zwei Frauen, der eigenen und seiner Galeristin „gefangengehalten“ wird und nicht sagen darf, daß er Sonnenaufgänge liebt, denn er ist wahrscheinlich ein experimenteller Maler und das wäre dann kitischig.

Allmählich kommt man in das Buch, seine Veränderungen und Wandlungen hinein, kennt sich aus in der vorkommenden Personenschaft und ich habe zwischen meinem Buchpreisbloggen, wieder ein Stück österreichische Gegenwartsliteratur gelesen, die in einen steirischen Kleinverlag erschienen ist, der mir gelegentlich seine Bücher schickt, so daß ich auch in der literarischen Provinz ein bißchen bewandert bin.

Auf einen kleinen Fehler darf ich Verlag und Autorin auch aufmerksam machen, der November hat nur dreißig Tage, aber vielleicht war das so gewollt und ist satirisch zu interpretieren.

2015-10-15

Bücherlisten-Scheitern

Wenn man auf meine Bücherliste schaut, merkt man, daß ich da heuer nicht mehr zurande kommen werde.

Denn für 2015 stehen jetzt an die zweihundertzwanzig Titel darauf und sechzig oder siebzig, werde ich wahrscheinlich nicht lesen können und dabei war ich doch sehr stolz darauf mit meinen Listen eine Übersicht zu bekommen und alles Ungelesene zu lesen.

Es gibt eben zu viele und es werden, wenn man sich dafür interessiert auch immer mehr und mehr, neunzig- oder siebzigtausend kann man angeblich jetzt davon in Frankfurt finden und ich war schon immer eine Sammlerin.

Habe mir als Studentin viele Bücher gekauft, von den Lesetürmen der „Literatur im März“ Bücher mitgenommen und gehe, seit es die offenen Bücherschränke gibt, regelmäßig dort hin. So kam ich auch zu meiner Bücherliste. Aus hundert Büchern, die ich im Jahr lesen wollte, das war 2011 und 2013 habe ich das erste Mal über das Beschränken nachgedacht und  erstmal alles aufgeschrieben.

Vor den Bücherschränken habe ich etwa fünfzig Bücher im Jahr gelesen, wenn man meine Listen ansieht, merkt man daß es dann auf hundertfünfzig bis hundertsiebzig angewachsen ist.

Mehr ist nicht zu schaffen, so habe ich mir die Listen mit hundertfünfzig Stück angefüllt.

2013 das Soll dann auch gerade noch geschafft und im Vorjahr schon im Dezember zwanzig oder dreißig Stück aufs nächste Jahr verschoben und heuer habe ich dann tapfer angefangen, die alten angesammelten Krimis aufzulesen, die Bücher von Karin Struck und mich auf die Flohmarktkäufe von 2012 gefreut, im Sommer habe ich die dann gelesen.

Da kam  schon die Idee mit dem Buchpreisbloggen, bisher hatte ich mir das ja immer mit Verweise auf meine Leseliste verkniffen, mich aber heuer irgendwann entschloßen, die Verlage anzufragen und zu lesen.

Da war schon klar, ich schaffe die Liste nicht und suche mir nach dem LL nur noch die Gustostückerln heraus oder das, was ich unbedingt lesen will, das Buch der Nadine Kegele, voriges Jahr auf der „Buch Wien“ gewonnen beispielsweise, den „Circle“, ein Geburtstagsgeschenk vom letzten Jahr oder  auch das der Karin Ivanscisc, der Andrea Stift, der Doris Nußbaumer, die sie mir gegeben waren, aber keine Rezensionsexemplare waren.

Es gibt auch andere die ich gerne lesen wollte, den Haruki Murakami oder Evelyn Waugh zum Beispiel und wahrscheinlich nicht schaffe und jetzt habe ich von einem Gewinnspiel von Mara Giese auch noch zehn beziehungsweise neun Herbsterscheinungen, weil ich die „Baba Dunja“  schon habe, gewonnen, die ich auch nicht erst in zehn Jahre lesen wollte.

Also habe ich „Wenn schon denn schon!“, gedacht und mir sechs davon noch für heuer vorgenommen, wenn ich es schaffen sollte.

Lauter tolle Bücher, von denen ich auf den Blogs immer gelesen habe, Matthias Nawrat „Die vielen Tode unseres Opa Jureks“, das neue Buch von Harper Lee, das da plötzlich entdeckt wurde und von denen dann alle sprachen, Nora  Bossongs „36,9 Grad“, Meg Wollitzer „Stellung, Katharina Hartwells „Der Dieb in der Nacht“, Ruth Cerhas „Boa“ und und und…

Ich bin ja in der deutschen Gegenwartsliteratur ohnehin nicht so bewandert, weil ich bisher eher wenig deutsche Verlage angefragt habe und mir keine Neuerscheinungen kaufe, also kann ich da ein bißchen aufholen und dann schauen, wie es mit meiner 2016 Leseliste halte.

Da würde ich gerne ein wenig konsequenter sein und nicht zuviel daraufpacken und es gibt auch einen Vicki Baum Schwerpunkt, den ich da  vorhabe.

An sich ist es ja egal, ob ich etwas Altes oder etwas Neues lese. Allerdings will ich gerne meine angeseammelten Bücher auflesen, wenn ich das aber konsequent betreibe, kann ich nicht viel Neues lesen, was auch ein wenig schade wäre.

Mal sehen, wie es gelingt. Der Vorsatz ist da und tolle Bücher in den Schränken stehenlassen, bringe ich wahrscheinlich nicht zusammen und ich bin auch eine, die keine Bücher wegwirft.

Da gab es gestern eine Radiosendung, wo auch einer der Bücherblogger war, wo es um das Bücherwegwerfen ging.

Es gibt ja Leute die das machen, die  ich dann in den Bücherschränken finde und das ist  auch das Tolle daran und da habe ich vor kurzem auch Bücher einer ganz alten Serie gefunden, einen alten Adalbert Muhr, eine alte Alma Johanna König beispielsweise.

Rare Gustostückerl, aber wenn ich zuviel Altes sammle und zuviel Neues anfrage, komme ich  auch nicht klar.

Mal sehen wie es geht. Heuer sehr viel überlassen und im nächsten Jahr ein bißchen selektierter lesen, so daß  nicht so viel überbleibt.

Buchpreisbloggen will ich allerdings wieder, vielleicht ein bißchen weniger verkrampft, also das Buchhandlungslesen und das Ausborgen wegglassen, aber die Verlage anschreiben.

Da habe ich dann wahrscheinlich wieder die Hälfte und die Gustostückerln, die dann überbleiben, kann ich mir zum Geburtstag schenken lassen, das hat dann den Vorteil, daß ich die Bücher, wenn ich sie in den Schränken finde, liegen lassen kann und man lernt auch viel dabei, wenn man seine Leselücken füllt.

Ich lese  jetzt auch ein wenig selektiver, nehme nicht mehr jeden Krimi und jedes ChickLit, aber, daß ich über den Tellerrand schaue und offen für vieles bin, ist   etwas, was mir gefällt.

Also sehen, wie die geplanten Kompromisse gelingen und ein bißchen durchmischen zwischen dem Neuen und dem Alten kann nicht schaden.

Schwarze Liebe, Schwarzes Meer

Filed under: Bücher — jancak @ 00:01
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Daß man die literischen Genres nicht vermischen darf, weil die Leser keine Bücher wollen, wo sich ein Krimi, als Liebesroman erweist oder umgekehrt, lernt man, glaube ich, in den Schreibseminaren und auch, daß man diese Regeln durchaus mal brechen darf und so hat sich der 1946 in Konya geborene Zülfü Livaneli, einer, wie im Klappentext steht, der bekanntesten Künstler, Sänger, Filmer der Türkei, in seinem neuen, mir freundlicherweise von „Klett-Cotta“ zur Verfügung gestellten Roman „Schwarze Liebe, Schwarzes Meer“ nicht daran gehalten, aber wahrscheinlich hat er gar keine Schreibseminare besucht und Schreibratgeber gelesen.

Ich bin ja auch eine, die sich für Neues und für Regelbrecher interessiert und so habe ich den stillen Roman mit dem Genremix sehr genoßen, obwohl nicht wirklich viel Neues in ihm zu lesen ist und man manches vielleicht auch als  kitischig interpretieren könnte.

Aber trotzdem interessiert mich ein in der heutigen Türkei spielender Roman, ich habe noch nicht sehr viele davon gegelesen und Feridun Zaimoglus „Siebentürmeviertel“ kann man wohl nicht wirklich echt türkisch benennen, sein Roman spielt auch in der Vergangenheit und die Beziehung zwischen einem jungen Mädchen und einem hier als alt, obwohl er erst Ende fünfzig ist, beschriebenen Mannes, klingt auch sehr interessant.

Zwei Beschreibungen, eine für den Krimi, eine für die Liebesgeschichte, kommt auch noch dazu. Verlag oder Autor machen es wirklich spannend, so daß ich lange nicht wirklich wußte, lese ich jetzt einen Krimi oder einen Liebesroman?

Wahrscheinlich beides oder auch nichts davon, sondern die Erzählungen des fast siebzigjährigen Autors, der sich  irgendwie mit der Scheherazade aus „Tausend und einer Nacht“ zu vergleichen scheint und raffiniert aufgebaut, sind diese Verwirrungen und Fallstricke auch.

Es geht in ein kleines Dörfchen bei Istanbul, am schwarzen Meer gelegen, wohin sich die reichen Istanbuler am Wochenende oder in den Ferien zurückziehhen.

Dort wohnt Ahmed, ein Ingenieur und Rentner, obwohl er erst Ende fünfzig ist und irgendwie ein seltsamer Mensch. Er geht wenig aus dem Haus, hat darin jede Menge Bücher und seinen Zimmer auch den Namen der jeweiligen Genres zugeteilt. So gibt es ein „Liebeszimmer, Eifersuchtszimmer, etcetera.

Das stimmt nun auch nicht ganz, denn er geht doch hinaus, einerseits mit seinem Hund Kerberus ans Meer spazieren, aber auch auf die Party von Arzu Kahraman, einer jungen Frau, die mit einem älteren Künstler verheiratet ist.

Dort zieht er sich bald in den Oberstock und zu Büchern zurück und am nächsten Morgen erfährt er von seiner Putzfrau, sie wurde ermordet.

Dann klopft die junge Journalistin Pelin Soysal, aus Istanbul, bei ihm an, die für ihre Zeitung über den Mord recherchieren will und er erzählt er,  wie einst Schererazade zwar nicht in tausend Nächten, aber in einigen, die Geschichte seines Zwillingsbruders Mehmet, der in seinem Leben keine Liebe finden konnte und nun einsam herum zu irren scheint.

Mit der Liebe von Ahmet scheint es auch ein wenig seltsam zu sein. Denn er verträgt keine Berühungen, hat im Keller aber einen Umarmungsapparat stehen, der offenbar für die Therapie von Auisten verwendet wird,  den er für sich selbst gebraucht.

Die beiden Brüder haben ihre Eltern sehr früh durch einen Autounfall verloren, sind bei den Großeltern aufgewachsen, Ingenieure geworden und nach Weißrußland gegangen.

Dort verliebte sich Mehmet in die schöne Olga, da sie kein Englisch und er kein Russisch spricht, brauchen sie zur Verständigung, die Dolmetscherin Ludmilla, was auch ein wenig seltsam ist und zu spannenden Geschichten anregen kann.

Mehmet will Olga zuliebe sogar konvertieren, sie nach Istanbul mitnehmen, aber zuerst fliegen sie nach Sotschi, die Brüder, Olga und die Dolmetscherin. Sie kommen aber nicht soweit, denn vorher wird Mehmet verhaftet, in ein Loch geworfen und harrt dort eineinhalb Jahre aus, bis ihm der Bart und die Haare bis an den Bauch reichen, ist das wirklich realistisch und sich die Verwechslung aufklärt?

Er wurde für einen tschetschenischen Terroristen gehalten und dann vergessen, nach einenhalb Jahren kommt er nach Weißrußland zurück und findet Olga, sowohl im Wahnsinn, als auch in den Armen einer anderen wieder, so daß er fortan herumirrt oder selber wahnsinnig wird.

Dazwischen die Krimigeschichte, die eigentlich keine wirkliche ist, obwohl die bulgarische Kinderfrau des Mordes verdächtigt wird und am Schluß gibt es noch einen Liebestod, sowie eine überraschende Wende, man sieht Zülfü Livaneli versteht zu plotten.

Briefe an den Staatsanwalt und die weisen oder auch listigen Sätze des Autors, beziehungsweise des Protagonisten „Vergessen Sie nicht, daß auch mein Bruder und ich nichts weiter als eine Geschichte sind!“

Wahrscheinlich genau das Buch, das man den berühmten Schwiegermüttern zu Weihnachten unterm Christbaum legen kann. Meiner würde es, glaube ich, gefallen.

2015-10-14

Neue literarische Stimmen

In den „Textvorstellungen“, der „Alten Schmiede“, präsentierte Friedrich Hahn, diesmal drei neue literarische Stimmen, junge noch nicht so bekannte Literatur aus Österreich, zwei unveröffentlichte, ein veröffentlichter Text, die er aus Literaturzeitschriften kennengelernt und angeschrieben hat, obwohl gar so besonders jung sind die  zwei Frauen und der eine Mann mit den Geburtsdaten 1980,  1986, 1988, geboren, gar nicht.

Viel junges und älteres Publikum,  Nadine Kegele, Thomas Wollinger, Luis Stabauer und die 1980 in Graz geborene Britta Wedam, die mir, wie der nach ihr lesende Autor unbekannt war, hat mit einer  Kurzgeschichtenlesung begonnen, wovon die Erzählung „Im Wendekreis des Pfaues“ im Etcetera erschienen ist.

Da hat sie Friedrich Hahn entdeckt, die Autorin angeschrieben und die Geschichte erinnert ein bißchen an Gertraud Klemms.

Eine Frau backt für den Kindergarten  Muffins, steckt Smarties hinein und der Mann fragt, nach den Haaren in der Bettwäsche. Die sind von ihrem Liebhaber, denn das Eheglück ist schon schal und während die Frau im Elend versinkt, findet sie dann noch irgendwo ein rotes Haar.

„Das Jahr mit dem traurigen Clown“ war  ein sehr poetischer, fast lyrischer Text und im „Zoo“ geht es wieder um das Betrügen und das sich Verlassen eines Ehepaars, während die Kinder die Tiere betrachten und schließlich mit der Mutter Eis essen gehen.

Friedrich Hahn stellte dann Fragen nach dem Schreiben, ob es schon Verlagserfahrungen, Verlagskontakte und Ideen die Kurzgeschichten in einem Erzählband herauszugeben gibt?

„Keine Zeit!“, antwortete die Autorin, die gerade ihr Germanistikstudium abeschloßen und vielleicht selber Kinder hat.

Der 1988 Osttiroler Mathias Klammer hat dagegen schon drei Bücher im „Arovell-Verlag“ veröffentlicht und las zwei Szenen aus „Ein guter Tag zum Fliegen“, wo der Protagonist mit seinem toten Bruder spricht, sich Vorwürfe macht, sich nicht früher, um ihm gekümmert zu haben und dann mit einem krebskranken Mädchen auf Reisen geht.

„Wie weit autobiografisch?“, fragte Friedrich Hahn, seine wie er es nannte „Elke Heidenreich-Fragen?“

„Alles erfunden?“, antwortete der Autor.

„Hat alles nichts mit mir zu tun?“

Die Städte die beschrieben werden, hat er dann allerdings schon bereist.

Die dritte Lesende, die 1986 in Meran geborene Tanja Raich, war mir dann bekannt, allerdings nicht in ihrer Eigenschaft als Autorin, sondern als Programmleiterin, der neuen Literaturschiene von „Kremayr und Scheriau“.

Sie hat allerdings auch die „Leondinger Akademie“ besucht, hatte ein „Rom Stipendium“, war in „Palliano“ und da hat sie ein Monat mit einer Katze verbracht und einen Text darüber geschrieben.

„Die Katze ist ein fleischfressendes Tier“.

Auch eine unveröffentlichte Erzählung, die von einer Frau auf einer Insel handelt, die immer wieder von einer Katze besucht wird, die sie gar nicht mag, sie sinkt in eine Paranoia, wird menschenscheu und verschroben und am Schluß ißt sie die Katze auf, obwohl sie  Vergetarierin ist.

„Makaber!“, habe ich zu einer Besucherin gesagt, die mich beim Weggehen angesprochen hat. Sie hat der Text an Kafka erinnert, was möglich ist, da Tanja Raich ebenfalls Germanistik studierte.

Ich kenne mich bei Kafka aber nicht so aus und habe noch nicht soviel gelesen und hätte meinen psychologischen Blick eher auf das Innenleben und die Verstörung der Protagonistin geworfen.

Friedrich Hahn fragte auch nach dem Veröffentlichen und Verlegen. Da arbeitet Tanja Raich an einem Roman, den sie nicht bei „Kremayr und Scheriau“ verlegten wird, weil das ein „don`t“ ist, wie sie sagte.

Jetzt ist es nur noch spannend zu beobachten, wie sich die drei  Stimmen weiter entwickeln werden und ob sie eine solche Karriere, wie die auch in Neunzehnachtzigern geborenen, wie Valerie Fritsch, Clemens J. Setz, Anna Weidenholzer, Cornelia Travnicek, etc, erwartet.

2015-10-13

Sonntagskind oder Kriegsroman

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:33
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Nachdem ich mir am Montag die Vergabe des „Deutschen Buchpreises“ per Livestram angesehen habe, bin ich in die „Alte Schmiede“ gegangen, weil da, um acht Jan Koneffke, seinen nicht auf LL gekommenen, neuen Roman „Ein Sonntagskind“ vorstellte und von Jan Konnefke, der 1960 in Darmstadt geboren ist, habe ich ja „Paul Schatz im Uhrenkasten“ gelesen.

Ein Buch also, das mich interessierte, Buzzaldrin hat es, glaube ich, auch bei ihren Bücherbergen liegen.

So habe ich das „Buchpreisbloggen“ auf später aufgeschoben und war dann etwas erstaunt, die „Alte Schmiede“ relativ leer zu finden.

Die Autogrammsammlerin war da, aber sonst eigentlich wenige Besucher, obwohl auf einigen Plätzen Reservierungsschildschen lagen. Aber vielleicht sind die meisten schon in Frankfurt und eine Dame, die von Erich Klein, dem Moderator einen Büchersack bekommen oder ihm übergeben hat, hat auch erwähnt, daß sie sich bald dorthin begibt.

Jan Konffeke war aber noch in Wien und wurde von Kurt Neumann eingeleitet.

„Das Sonntagskind“ ist, wenn ich es recht verstanden habe, der dritte Teil einer Familiensaga, wo es um die Familie Kannmacher geht.

In diesem Buch geht es um Konrad Kannmacher, einem Philosophen und Lehrer, 1928 geboren, der von seinem Vater Ludwig in den Vierzigerjahren abgehalten wird, sich freiwillig in die SS zu melden.

Er kommt dann zur „gewöhnlichen Wehrmacht“, gerät dort in Schuld, sieht Erhängte auf den Bäumen baumeln, hat später viele Frauenerlebnisse, macht 1968 durch, beschäftigt sich mit Kant und sein Sohn Lukas findet eines Tages Briefe, die sich auf seine Kriegsvergangenheit beziehen.

Der ist der Erzähler und Jan Koneffke hat bei seinem Vater auch einen dreißigseitigen Brief über seine Kriegserlebnisse gefunden. Das war der Auslöser dem dritten Teil der Trilogie diese Wende zu geben, erzählte er Erich Klein im Gespräch, das sehr lang und ausführlich gewesen ist.

Geht es in dem ebenfalls sehr dicken Buch, um Schuld und Sühne und natürlich auch um die Söhne, die die Kriegsvergangenheit ihrer Väter entdecken.

Solche Romane gibt es, glaube ich, sehr viele und sie werden offensichtlich immer noch geschrieben.

Einen sehr berühmten hat Peter Henisch, wie Erich Klein auch erwähnte, geschrieben.

Ralf Rothmann, der sich nicht auf die Longlist setzen ließ, hat mit „Im Frühling sterben“ einen anderen geschrieben und es war sicher sehr interessant, mich nach und vor meiner Buchpreisbeschäftigung, auch mit diesem Roman, der sonst vielleicht an mir vorbeigegangen wäre zu beschäftigen und bin gespannt, ob ich ihn einmal finden und lesen werde.

Wieso das Buch „Ein Sonntagskind“ heißt, wird, wie Erich Klein verriet, auf Seite dreihundert verraten.

Der Autor hat diese Stelle auch gelesen, es hat, glaube ich, etwas mit einem Lungenschuß zu tun, den er im Feld bekommen hat.

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