Literaturgefluester

2015-11-30

Blumenberg

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Jetzt gehts wieder zum Long-beziehungsweise Shortlistenlesen, allerdings zu dem von 2011, denn mit 2015 bin ich ja schon fertig und zwar zu Sibylle Lewitscharoffs „Blumenberg“ das ich in einer der offenen Bibliotheken fand.

Die 1954 in Stuttgart geborene „Büchnerpreis-Trägerin“, bulgsrischer Abstammung ist mir seit ihrer „Bachmannpreislesung“ ein Begriff.

„Pong“ mit dem sie damals gewonnen hat, habe ich nicht gelesen, wohl aber „Montgomery“, das ich bei einem der Büchertürme der „Lyrik im März“ fand und das mir ein wenig unverständlich schien.

So habe ich Sibylle Lewitscharoff, die ich auch einmal in Wien in der „Alten Schmiede“ kennenlernte, eingeschätzt und war  als sie am „Blauen Sofa“ „Blumenberg vorstellte und erklärte, daß sie „Selbstmörder hassen würde“, erst einmal erstaunt, über ihre starken Worte.

„So was sagt man doch nicht!2

Damals wußte ich noch nicht, daß sich ihr Vater umgebracht hat, jetzt kann ichs verstehen, man sagts aber wahrscheinlich doch eher nur dem Therapeuten oder seinen Freunden denen man vertrauen kann, daß sie das nicht mißverstehen, außer man ist Schriftstellerin und ständig darauf geschult, das was man sagen und schreiben will, in den drastischsten Worten auszudrücken, weil das andere ja niemanden interessiert!

So deute ich es mir inzwischen, denn ich war über ihre scharfen Worte bezüglich „Amazon“ auf der „Buch-Wien“ auch etwas erstaunt und denke „Amazon“ ist zwar ein wahrscheinlich sehr geschäftstüchtiger Konzern, der keine Rücksicht auf seine Konkurrenten und Arbeitnehmer nimmt, er hat aber die „Selbstpublisher“ ein wenig aus der Schmuddelecke herausgebracht, ich publiziere  meine Sachen dort zwar nicht, hasse den Konzern aber nicht, ich kaufe dort nur kaum ein, was ich allerdings auch nicht bei Anna Jeller tue, außer sie würde mir etwas um einen Euro in die Kiste legen.

Das hat aber auch noch niemanden gerührt, bei ihrer Rede über die Retortenbabies die „Halbwesen wären“, war das  plötzlich anders. Da hat sich die Häme auf die Schriftstellerin gekippt. Sie wurde, glaube ich, „Dämliche schwäbische Hausfrau“ genannt, der man den Büchernerpreis wieder abnehmen sollte.

Sie hat es gelassen genommen und einen Krimi geschrieben, den ich dann in meinem „Schutzengelchen“ ein wenig verarbeitet habe.

Nun also „Blumenberg“, die Geschichte von dem Philosophen Hans Blumenberg, der in dem deutschen Städtchen Münster lehrte, wo er in den Neunzigerjahren verstorben ist, dem behauptete Sibylle Lewitscharoff, ist ein Löwe erschienen und führt das auf etwas über zweihundert Seiten  aus und ich schreibe es gleich, das Buch und die Sprache haben mir sehr gut gefallen, wenn man auch nachträglich betrachtet, sagen könnte, sehr viel ist da nicht passiert!

Oder doch natürlich, der ganze Miff einer deutschen Kleinuniversitätsstadt mit ihren WGs und Nachkriegstraumatisierungen wird da gekonnt und sehr spannend aufgerollt.

Also Hans Blumenberg sitzt nachts in seinem Studierstübchen und sortiert seine Karteikarten, als der Löwe auftaucht, der verfolgt ihn auch in seine Vorlesungen. Außer ihm kann ihm nur eine alte Nonne sehen, seine Studenten, das Mädchen Isa, das immer in der ersten Reihe sitzt,  Gerhard Baur, der in seine Sprechstunde kommt, der Außenseiter Hansi und auch Richard, der später nach Südamerika ausrückt und dort ermordet wird, aber nicht.

Hans Blumenberg führt, wie wahrscheinlich auch Kant, ein sehr geregeltes spartanisches Leben. Ach nein, er fährt einen Peugeot und da nimmt er einmal Isa, die in ihm verknallt ist mit, nimmt sie aber als Frau nicht wahr, sagt nur „Fräulein“ zu ihr und so legt sie ihm Blumen vor das Tor, die er nie bekommt, dann kleidet sie sich weiß, setzt sich aufs Fahhrad und läßt sich von einem Lastwagen der Firma Zapf überrollen.

Richard nimmt sich, wie schon geschrieben, zwei Jahre Auszeit, um nach Südamerika zu reisen, wird dort von der kindlichen Maria in die Falle gelockt und Gerhard wird nach Blumenbergs Tod Professor in einer anderen deutschen Stadt, Hansi wird verrückt, die Nonne stirbt, wie Blumenberg auch, der sich inzwischen an seinen Löwen gewöhnt hat und mit ihm sein Leben und seine Vergangenheit reflektiert und am Schluß treffen sich alle fünf in einer Höhle, um sich das Höhlengleichnis zu erzählen, sage ich nun einmal flapsig und habe mein Urteil über Sibylle Lewitscharoff revidiert.

Sie schreibt ein wenig schwülstig flapsig vielleicht, das aber sehr raffiniert und intelligent und konnte mit der etwas kitschigen Löwengeschichte, wie ich es nennen will, sehr scharf und klar das studentische deutsche Kleinstadtleben der Neunzehnhundertachtzigerjahre skizzieren, zumindest stelle ich mir vor, daß es so gewesen ist.

Von der LL 2011 habe ich „Verfahren„, „Der Hals der Giraffe“, „Die Schmerzmacherin“ und Eugen Ruges „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ gelesen, der auch der Preisträger war.

 

2015-11-29

Makabre und ernste Lyrik

Jetzt kommen zwei in österreichischen Klein- oder Mittelverlagen erschienene Gedichtbändchen, die mir zwei liebe GAV-Kollegen übergeben haben, die ich zu einer „Mittleren-Reihe“ einladen könnte, wenn ich eine solche für Männer machen würde.

Dietmar Füssels „eigentartige Gedichte – Menschenfleisch“, wie er sie selber nennt, 2014 in der „Edition Roesner“ erschienen, wo auch Anita C. Schaubs Frauenbuch erschienen ist, in dem ich ein Portrait habe und Axel Karners „Der weisse Zorn“, von beiden Autoren, habe ich schon Bücher gelesen und besprochen und Dietmar Füssel, auf dessen Website, man Monat für Monat eines seiner Werke gewinnen kann, nennt sich selbst, glaube ich, humoristischer oder satirischer Schreiber und ist als solcher auch höchst vielseitig, gibt es doch von ihm Romane, Satiren, Erzählungen, Gedichtbände, seinen ersten Krimi habe ich vor kurzem besprochen, der neueste Gedichtband fehlt noch in meiner Sammlung, aber „Menschenfleisch“ hat mich positiv überrascht, dachte ich doch, nach der Einleitung des Herausgebers, Erich Schirhuber, der ihn sogar, wenn auch etwas zögernd mit Morgenstern vergleicht, an eher platte Witzchen und es geht auch sehr viel um, wie schon der Titel besagt, um Kannibalentum. Die Sozialkritik läßt sich dabei aber nicht übersehen und, daß er eine originelle Weise hat, den Reim auf höchst moderne Art wiederzubeleben, hat auch Erich Schirhuber herausgearbeitet.

Ein paar Beispiel gefällig?

„Immer wenn ich Flöhe sehe, wird mir ums Herz so wehe. Sie gemahnen mich daran, daß der Mensch von Anfang an Bis zum Tod vergeblich lebt und nach Eitlem stets nur strebt.

„Er ging zu Fuß nach Tulipan von Wardehoh nach Tulipan. Er kam nach Tulipan bei Nacht und lernte es nicht lieben und klagte laut, ach wär ich doch in Wadeloh geblieben!“

„Wirum warum wand, bist ein Asylant. Deine Haut ist schwarz oh Graus! Schubhaft und zurück nach Haus“

„Er hatte Glück im Spiele stets, nicht in der Liebe, er hatte AIDS“

„Was macht ihr da? So fragte er. Ich fürchte fast Geschlechtsverkehr! Erraten sagte seine Frau, mein Kompliment, du bist sehr schlau!“

„Sie ging in den Keller. Sie trug einen Teller. Sie ging zu der Truh und sah und sah: Leichenteile von einer Kuh und ein zerstückeltes Schwein. Oh ja!“

„Warum gehn in deinem Haus Kinder ein und nicht mehr aus? Das kann ich dir schon erklären: Kinder sind mein Lieblingsschmaus“

Und so weiter und so fort, manches klingt vielleicht wirklich etwas platt, aber vieles, vieles regt zum Nachdenken an und ist dennoch scheinbar lustig, so daß man, wenn man will und es einem nicht im Halse stecken bleibt, auch darüber lachen kann.

Wie passt da, der 1955 in Zlan geborene Axel Karner hinzu, der in Wien als Religionslehrer tätig ist, werden da die österreichischen Literaturexperten vielleicht fragen.

Und die Antwort ist zuerst pragmatisch, lassen sich in der Badewanne ja oft zwei oder mehr Gedichtbändchen auf einmal lesen und Axel Karners „Weißer Zorn“ hat nur siebenunddreißig Seiten und etwa zwanzig Gedichte, die von einem Prolog bis zum Epilog gehen. Die Sprache ist zugegeben ganz anders. Erhöht, abgehoben nicht so einfach makaber und dennoch, trotzdem, die Themen bleiben gleich und sind ja immerfort dieselben, weil sich das ganze Leben, um die Liebe und den Tod, Verrat und Eifersucht, etcetera dreht und man kann, wie es die beiden Gedichtbände beweisen so oder so sagen und wenn man beides mischt oder hintereinander liest, hat man über den Tellerrand hinausgeschaut und ein schönes Stück österreichischer Gegenwartslyrik mitbekommen.

„kanns fast so schön wie messers faust da oben töne machen der engel läuft die ganze Nacht sehen kann ich ihn“

„Den Allmächtigen kann ich schweigen hören am Ort der Wahrheit. Vor dem Haus des Großmauls. Der Lobpreis verebbt. Feixen Leute. Auf geht das Tor.“

„Schlug mit dem Schädel auf Eis. Da erzitterte der Spiegel. Sein Grinsen. Barst. Die Augen blitzen.“

„Der Wächter klopft die Hosen zu, richtet sein Geschlecht, danach das Holster. Schöne duftende Frau.“

„Lieber Gott, danke für die zehn gestrigen Gebote und den heutigen Ziewback.“

Man sieht der Kärtner Religionslehrer kann nicht weniger zynisch als der oberösterreichische Bibliothekar Dietmar Füssel sein, der sich, wie er mir immer wieder durch seine You Tube Filmchen beweist, auch politisch betätigt.

 

2015-11-28

Die besten Cartoons von Uwe Krumbiegel

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Nach dem Longlistenlesen kommt jetzt gleich wieder was aus dem „Holzbaum-Verlag“, dem Verlag, der mir den Humor beibrachte und der nicht nur auf der „Buch-Wien“ jetzt schon mit einem viel größeren Verlag vertreten war, nein, ich habe mir auch etwas Literarischen von Clemens Ettenauer, dem  Mitbegründer und Herausgeber mitgebracht, sein „Pro Verbis-Büchlein“ „Morbuso geht ab“.

Aber jetzt geht es um den 1962 geborenen Uwe Krumbiegel, der in Freiburg lebt und als Diplomingenieur tätig ist, sich aber seit 1988  nebenberuflich als Cartoonist betätigt und sich wahrscheinlich deshalb in seinen Zeichnungen auch sehr viel mit der Berufswelt beschäftigt und messerscharf herausfindet, was  passiert, wenn man die zu wörtlich nimmt und er nimmt mit seinem blau-roten kleinen Männchen mit der kreisrunden Brille auch gleich Meister Sisyphos aufs Korn, beziehungsweise besteigt der tapfere Wanderer den Berg und das Gasthaus Sisyphos ist „Heute geschlossen“.

„Gehts noch  besser? Natürlich, selbstverständlich, denn das ist erst das Coverbild.

„Ein Bombenentschärfer, der zuhause beim Öffnen des BHs seiner Frau ins Schwitzen kommt oder ein Musiker mit absoluten Gehör, der auf der Toilette die konsumierten Getränke heraushören kann – Uwe Krumbiegels präziser Blick geht in seinen Cartoons gern dahin, wo das Berufliche auf das Private trifft. Gegenwartsrelevante Alltagssituationen, expressive Gesichter zu minimalen Strichen und treffsichere Pointen aus allen Lebenslagen versammeln sich im Debüt des aufstrebenden Künstlers“, lockt so auch der Buchrücken und nun für alle Neugierige hinein ins Medias Res oder in die beschreibenden und wahrscheinlich grammatikalisch nicht ganz perfekten Worte der „Literaturflüsterin“, wer will kann sich die dazugehörenden Cartoons  im „Shop der komischen Künste“ ansehen, wahrscheinlich gibt es auch eine Buchpräsentation und unter den Weihnachtsbaum kann man es für alle lesemuffelnden Schwiegermütter, Frauen, Freundinnen, Ehemänner, etcetera sicher auch legen.

Da gibt es also, wenn wir schon bei den Berufen sind, den Urlaubsanimateur, der seine Angetraute per Megaphon ins Schlafzimmer bittet: „Love is in the air““ Wir finden uns in 10 Minuten im Schlafzimmer ein!!“

Der Chirurg baut einem gleich einen kleinen Sender in den Körper ein, „damit man in Zukunft auf das Händewaschen nicht mehr vergißt“- „Wenn ich als Chirurg einen Autoentwickler unterm Messer hätte!“, denkt sich da der Patient.

Es geht aber noch bissiger „Machst du endlich mein Essen Schatz?! Und nicht vergessen:Nur Bio Zutaten!!“, murrt der Ehemann vor dem Fernseher, während die Gattin schon hämisch schauend, die Packung mit dem „Bio-Rattengift“ in Richtung Suppentopf schwingt. Aber Vorsicht „Alle Zutaten stammen aus streng kontrollierten Anbau“, könnte auch bedeuten, daß vor den Anbaufeldern, ein grimmig dreinschauender Bewaffneter steht.

Der Tod erscheint am „Casual Friday nur im Hawai-Hemd mit der Sense“, noch makabrer wirds, wenn man statt zum Friseur zum kosmetischen Chirurgen geht und „Verkehrsdurchsagen für Choleriker“ gibt es natürlich auch.

Im Supermarktbüro können wir uns die Geheimcodes der Durchsagen anschauen, ebensolche gibt es auch im „Abenteuer-Erlebnisbad“.

Schlimm wirds wahrscheinlich, wenn der Feuerwehrmann zu homöopathischen Dosen greift, die „böse Überraschung“ kann aber auch kommen, wenn man auf einen  „Gerechtigkeits-Weihnachtsmann“ trifft.

Und so geht es weiter und so fort, bis wir schließlich an das Ende, beziehungsweise zur Werbedurchsage kommen: „Kunden, die dieses Buch gekauft haben, interessieren sich mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch für: , ist da höchstwahrscheinlich von „Amazon“ geklaut und „Noahs Fleischwaren“ habe ich, dank Clemens Ettenauer und dem „Holzbaum-Verlag“ selbstverständlich schon gelesen und angeschaut.

 

2015-11-27

Schreiben als Widerstand

Das interdisziplinäre Sympsium „Schreiben als Widerstand-Elfriede Jelinek & Herta Müller“,  veranstaltet vom Elfriede Jelinek Forschungszentrum fand am 26. und 27. November im MUSA statt

Elfriede Jelinek und Herta Müller zwei Nobelpreisträgerinnen, die wahrscheinlich in vielen ähnlich sind, die  1946 in Mürzzuschlag geborene Elfriede Jelinek hat den Preis 2004 bekommen,  die 1953 in Rumänien geborene Herta Müller, 2009,  sind beide sehr politische Autorinnen und haben in den Systemen, in denen sie lebten Gewalt erfahren, Herta Müller, die 1987 nach Deutschland ausreiste, durch die Securitate, die sie noch immer zu prägen scheint, Elfriede Jelinek in den Neunzehnneunzigerjahren durch Plakate der FPÖ „Lieben Sie Peymann, Jelinek oder Kunst und Kultur?“, beide haben ihre Formen gefunden politisch dagegen anzuschreiben und über beide und das ist ein Zufall, habe ich auch geschrieben.

Über Elfriede Jelineks Nobelpreis in „Die Stimmungen der Karoline Wagner oder Fluchtbewegung“, über den der Herta Müller in „Heimsuchung oder halb eins“, wahrscheinlich weil ich beide Reaktionen, Elfriede Jelinek ist ja nicht zur Preisverleihung nach Stockholf gefahren, Herta Müller hat ihre Teilnahme damals bei der „Literatur um Herbst“ abgesagt, als ähnlich empfunden habe und nun das Symposium, das am Donnerstag begonnen hat.

Organisiert wurde es von Pia Janke (und Teresa Kovacs), die schon einige Elfriede Jelinek Symposien versanstaltet hat,  sie hat auch eine Reihe von Organisationen zur Mitarbeit einbezogen, so sind Experten von vier rumänischen Universitäten dabei, Robert Huez, der Literaturhausleiter moderierte und die Philosophin Isolde Charim hielt den Eröffnungsvortag „Im Teufelskreis der Wörter: Wortbilder und Teekesselchen. Über politische Poetikstrategien und poetische Politstrategien“ und verwendete dabei Herta Müllers Nobelpreisrede, wo sie mit einem Taschentuch auf einer Stiege sitzt und sich an die Verhöre durchdie Securitate erinnert.

Dann kamen Christa Gürtler, die in Salzburg einiges im Literaturbereich veranstalt et und auch in der Elfriede Gerstl Forschung beziehungsweise Herausgabe tätig ist und erzählte etwas über die österreichische Literatinnen, ab der Fünfzigerjahren, beginnend von Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger.

Elfriede Jelinek hat 1972  „Wir sind Lockvögel Baby“ veröffentlicht, 1975 folgten die „Liebhaberinnen“ und verstörten, weil sie kein Subjekt und kein Mitleid mit den Personen kennen, das hat auch mich damals verwirrt, als ich Elfriede Jelienek, die damals noch öffentlich aufgetreten ist, sagen hörte, daß sie sich nur für Muster nicht für subjektive Schicksale interessiert.

Christa Gürtler lobte aber Marie Therese Kerschbaumers „Der weibliche Name des Widerstands“ als ein Beispiel  gelungener politischer Literatur, damit haben wir uns ja auch  im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ beschäftigt. Elisabeth Reichert, die im Dezember den Preis der Stadt Wien bekommt, hat sich mit „Februarschatten“ mit der Vergangenheit beschäftigt, in jüngster Zeit tut das Katrin Röggla und wenn man an Elfriede Jelinek denkt, kommt man an Marlene Streeruwitz nicht vorbei, die sich von der Theaterarbeit zurückzog, weil sie das Regietheater entäuschte, während Elfriede Jelinek ihre Texte den Regisseuren ja ziemlich freimütig zur Bearbeitung überläßt.

Beide Autoren publizieren viel im Internet, Elfriede Jelinek war ja eine der ersten, die ihre Texte dort hineinstellte, beispielsweise den Roman „Neid“, spannend, spannend und weil das Symposium als Dialog angelegt ist, kam Maria Sass von der Universität Sibiu und sollte  etwas über rumänische Autorinnen im Umfeld Herta Müllers erzählen. Leider verwendete sie kein Powerpoint, so habe ich die Namen nicht verstanden und kenne eigentlich auch nicht sehr viele rumänische Autoren.

Es kamen dann aber noch zwei Vorträge, einer von der Co-Veranstalterin Teresa Kovacs, der zweite von Graziella Predoiu von der Universität Temeswar über die „Machtstrukturen“ beziehungsweise  „Subversion bei Jelinek und Müller.“

Von Elfriede Jelinek habe ich  sehr viel gelesen „Die Ausgesperrten“, „Die Klavierspielerin“, „Die Kinder der Toten“, „Gier“ und „Neid“, „Die Liebhaberinnen“ und nicht alles verstanden, von Herta Müller „Die Atemschaukel“, wo sie, wie Isolde Charim in ihrem Vortrag erklärte,  dadurch Widerstand leistet, in dem sie die Gräuel des Lagerlebens vergegenständigt, und so beispielsweise von einer „Herzschaufel“ spricht.

Die anschließende Diskussion und die politischen Essays, die von Andrea Eckert und Anne Bennet gelesen wurde, habe ich, weil ich in meine Praxis mußte, versäumt, am Freitag ging es aber schon um neun mit drei Vorträgen von Historikern über „Totilarismus und Repression“ weiter.

So erzählte Roman Hutter wissenswertes über die „Politische Vereinnahmung der Rumänendeutschen“ und Dieter Siegert erzählte etwas über den „Staatssozialismus“

Dann ging es wieder in die Literatur und zu Herta Müller und zu Elfriede Jelinekm beziehunsweise de Teufelskreis der Dikturen in Literatur und Sprache.

Der rumänische Professor Andras  I. Balogh erzählte, daß Herta Müller noch als Studentin eine Erzählung über ihre Familie veröffentlichte und der ehemalige Operndirektor Ioan Hoender, der am  Abend  auftrat, stellte in Abrede, daß es Ähnlichkeiten zwischen Herta Müller und Elfriede Jelinek abgesehen vom Nobelpreis gäbe, ich denke aber schon, daß es die gibt und wurde durch die Diskussion und Referate auch darin verstärkt.

Ein Gemeinsames ist sicher auch die Senibilität mit der die Beiden gegen die Diffamierungen, die ihnen begegneten, reagieren, die eine geht nicht mehr aus dem Haus, die andere fühlt sich noch immer verfolgt und beide inszenieren das inzwischen wahrscheinlich auch ein bißchen.

Um das ging es dann am Nachmittag, da wurde über „Tabubruch und Nestbeschmutzung“ referiert und diskutiert und Daniela Strigl hatte den genauen Wortlaut des FPÖ Plakates aufgeschrieben „Lieben Sie Scholten, Jelinek, Häupl, Peymann, Pasterk oder Kunst und Kultur“, hat es geheißen, heute würde sich das die FPÖ nicht mehr trauen, vermutete Daniela Strigl, da hat der Nobelpreis sicher sehr geholfen.

Am Schluß wurde es wieder politisch,  da wurde mit Ioan Holender, Karin Cervenka, der ehemaligen Leiterin des Kulturinstituts in Bukarest, einem Professor und einem Historika über die Folgen von 1989 diskutiert.

Ioan Holender erwies sich wieder als Avocat Diabolo, wies aber auf das rumänische Kulturinstitut hin, wo ich schon manche interessante Literaturveranstaltungen hörte,  Karin Cervenka erzählte von der Demostration in Bukariest vor wenigen Tagen, der sie beiwohnte und die zum Rücktritt des Präsidenten führte und ich denke, es war sehr interessant  mein Elfriede Jelinek und Herta Müller Wissen aufzufrischen und ebenfalls interessant, daß die Beiden in den letzten Jahren den Nobelpreis bekommen haben, sovielen noch relativ jungen Frauen passiert das ja nicht.

2015-11-26

auf watte

Es ist eine „Legende des heiligen Trinkens“ oder eine über die Trauer, die GAV-Kollegin Andrea Stift, auch eine Mittlere, 1976 in der Steiermark geboren, da in kurzen sprachlich sehr brillanten, manchmal etwas boshaften Kapiteln, da über die Härten unseres Lebens erzählt.

Roman steht nicht in dem „Leykam-Büchlein“, es ist wahrscheinlich auch keiner, eher eine Prosakizzenansammlung über einen Lebensweg.

Da ist einer, der namenlosen Ich-Erzählung, junge Frau steht am Klappentext, der Vater weggestorben;

„Was ich nicht kann: über meinen Vater schreiben. Er ist tot. Mein Vater hat sich selbst getötet, bvevor es der Krebs tun konnte.“

Damit ist schon alles gesagt oder doch nicht ganz, denn da gibt es den Haß auf die Mutter, einer Trinkerin, mit der die Erzählerin offenbar zusammenlebte, das nun nicht mehr tun will, sie in ein Heim abschiebt und deshalb vielleicht auch Schuldgefühle hat: „Man gibt seine Mutter nämlich nicht ins Heim.“

Aber ein Zusammenleben wäre unmöglich und würde sie, wie sie schreibt, nicht ertragen. Trotzdem fährt sie oft mit dem Fahhrad in das private Pflegeheim, das von einer Arztgattin, von allen Feldwebel genannt, geleitet wird und wird von den Bewohnern  liebevoll aufgenommen, die alle das tun, was man in diesem Heim offenbar darf, nämlich rauchen und trinken.

So geht sie vorher in den billigen Supermarkt, im Heim wird der Alkohol nur verteuert abgegeben, aber die Heimkosten sind so hoch, das nur ein wenig Taschengeld überbleibtbleibt, das die Feldwebelin dann auch noch in Raten ausgeben läßt, kauft „sechs Dosen Bier, zwei Flaschen Sekt und ein paar Magenbitter“ ein und verstaut sie in ihre Fahrradtaschen.

Im Heim lernt sie auch Cornel, einen rumänischen Tänzer, mit stark verbandagierten Füßen kennen und verliebt sich in ihm.

Sonst geht es viel ums Trinken und um die Selbsteinschätzung, daß man ja jederzeit aufhören kann, sich verschätzt, zu schwach dazu ist, zuerst noch ein paar Tage lang nichts trinkt, dann aber immer mehr und immer öfter und der Gang zur Bank, wo man der Beraterin etwas von einem Job vorlügen muß, den man bald bekommen wird, ist sehr unangehehm.

Sie verliert auch bald ihren Job, geht aber und das ist vielleicht ein bißchen unrealistisch nicht aufs AMS, sondern putzen, weil sie vom Behördenkram nichts hält, geht auch in die  Erinnerung zurück. Kindheitsstationen werden geschildert, wie die Mutter in einer Trinkerheilanstalt war und sie von ihr einen Teddybär geschenkt bekam, wie sie nach dem Tod des Vaters die Wohnung putzte, wie sie ihn schon einmal im Krankenhaus besuchte und und und…

Sie landet sie selber in dem fröhlichen Trinkerheim, das wahrscheinlich gar kein solches ist, denn die Feldwebelin will nur das Geld ihrer Klienten. So steht es im Klappentext und ist wahrscheinlich auch oft so in der Realität.In dem Buch selber gar nicht so, da wird zwar umgebaut und es gibt billiges Essen, davon aber dreimal am Tag und zwischendurch noch Jausen, so daß alle aufquellen und weitertrinken.

Am Schluß stirbt Cornel und hinterläßt einen Abschiedsbrief indem er sich für all die großen Lügen entschuldigt „denen ich und alle anderen verfallen waren. Das war der Traum von Cornel, dass er einmal Balletttänzer werden würde. Stattdessen wurde er Trinker.“

Und damit das nicht so tragisch endet, gibt es auf der letzten Seite noch ein „Alternativ“ das mit “ Ich brauche ein Aspirin“ endet und ich bleibe ein wenig ratlos zurück, denn wahrscheinlich ist das Buch für mich  ein wenig zu hart gewesen, zu gefühllos oder auch zu satirisch von den Härten dieses Lebens erzählt.

Vielleicht ist der schonungslose Ton Andrea Stift von der ich schon „Reben“, Klimmen“, „Wilfert und der Schatten des Klapotetz“ und „Elfiriede Jelinek spielt Gameboy“ gelesen habe, doch nicht so  das meine, obwohl ich mich mit dem Trinken und, wie man damit umgehen kann, schon literarisch beschäftigt habe und mit dem Leben in Demenz und Altersheimen auch.

Eine Alternative, wo es auch um das grausame  Leben in Altersheimen und dem Trinken dort geht, wäre Max Bläulich, der das Ganze vielleicht noch etwas grotesker erzählt.

 

2015-11-25

Marlen Haushofer statt Alma Johanna Koenig

Im Literaturhausprogramm war für heute eine „Frauen lesen Frauen Lesetheateraufführung“ von Alma Johanna Koenig, der 1942 von den Nazis ermordeteten jüdischen Dichterin „Schibes“, eine Hundegeschicte, angekündigt und da bin ich natürlich hingegangen, denn die 1887 in Prag geborene interessiert mich sehr.

Als das Antiquariat „Buch und Wein“ geschlossen hat und seine Bücher um drei Euro abverkaufte, habe ich mir „Die Geschichte vom Half dem Weib“ besorgt und noch nicht gelesen.

„Den jugendlichen Gott“ habe ich im Bücherschrank gefunden und über die Dichterin bei Eveline Polt-Heinzl, glaube, ich und in „Wikipedia“ einiges gelesen. So hat sie Oskar Jan Tauschinksi ja am Ende ihre Lebens betreut und auch ihren Nachlaß herausgegeben.

Also sehr interessant die Hundegeschichte, a la „Krambambuli“, die 1920 zuerst erschienen ist und über die Dichterin überhaupt zu hören.

Als ich dann ins Literaturhaus kam, war ich ein wenig erstaunt, Haushofer-Bücher am Büchertisch zu finden und habe mir noch gedacht, aha, von Alma Johanna König, die ja inzwischen fast vergessen ist, wird es nichts mehr geben.

Christa Nebenführ, Angelika Raubek und Gabriela Schmoll  saßen schon am Lesetisch, was auch ein wenig verwirrend war, weil im Programm etwas von Hilde Schmölzer und Judith Gruber-Rizy stand, dann kam noch Werner J. Grüner und steckte mir ein Programmzettel zu, wo „Wir töten Stella“ stand und ich schnallte, daß es um Marlen Haushofer geht und war ein wenig enttäuscht, denn die Erzählung, habe ich ja im nächsten Jahr auf meiner Leseliste, bezeihungsweise, die Lesetheaterfrauen schon vor Jahren, als  Erika Danneberg noch lebte, im Amerlinghaus, glaube ich, daraus lesen gehört.

Nun ja, nun ja, interessant trotzdem, die böse Geschichte, der 1920 geborenen und 1070 an Krebs gestorbenen Marlen Haushofer.

Vier Frauen haben gelesen, zu den drei Erwähnten kamen noch Elisabeth Krön, Hilde Schmölzer und Judith Gruber- Rizy saßen im Publikum und irgendwann vor kurzem habe ich auch, wo aus der Erzählungen lesen gehört, die böse böse Geschichte, wo die Ich-Erzählerin, während ihr Mann Richard mit den Kindern Annette und Wolfgang weggefahren ist, über Stella schreibt, dem jungen Mädchen, das ein Jahr lang bei ihr gewohnt hat und entweder einen Autounfall hatte oder selbst hineingelaufen ist.

Eine böse Geschichte, eine unglückliche Liebe, ein angedeuteter Inzest, Haß auf den Mann, Unterstellung von ihm betrogen zu werden. Es könnte alles auch ganz anders gewesen sein und trägt wahrscheinlich auch autobiographische Züge, der Zahnarztfrau, die sich von ihrem Mann scheiden ließ und diesen dann Jahre später nochmals heiratete.

Am Nachhauseweg habe ich Hilde Schmölzer und Elisabeth Krön  gefragt, warum im Programm etwas anderes gestanden ist und  erfahren, daß die Hundegeschichte rassistisch und frauenfeinlich ist, weil von einer Zigeunerin erzählt wird, die eine Hexe ist, nun, ich denke mir, im Nachhinein kann man wahrscheinlich alles anders interpretieren und Alma Johanna Koenig war vielleicht eine genauso konservative Frau, wie es wahrscheinlich auch Irene Harrand, deren Buch ich im Sommer gelesen habe, war.

Egal, ich habe ja zwei Alma Jonanna Koenig-Bücher und kann mich in die inzwischen vergessene Dichterin einlesen, die mich eigentlich genauso wie Oscar Jan Tauschinski interessiert, von dem ich „Madame Curie“ gelesen habe.

2015-11-24

Neues von der Exil-Edition

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:54
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Die „Exil-Edition“ deren gute Seele, wie Barbara Zwiefelhofer heute erklärte,  Christia Stippinger ist, hat eine besondere Verbindung zum Literaturhaus, stellt sie dort doch schon seit Jahren ihre Werke vor.

Da gibt es die Lesung der Exilpreisjuroren und die „Exilentdeckt-Reihe, wo sowohl die Debuts, als auch die Preisträgertexte vorgestellt werden, bei einigen dieser Veranstaltungen, die vom Amerlinghaus offenbar ins Literaturhaus abgewandert ist, war ich,  ich habe auch eine Reihe der Bücher gelesen und gehe auch regelmäßig zu den Exilpreisverleihungen, die vom Amerlinghaus, wo es einmal ein gutes Buffet gegeben hat, ja auch auf die „Buch-Wien“ abgewandert ist.

Christa Stippinger, die ich vor Jahrzehnten im Arbeitskreis schreibender Frauen kennenlernte, ihren Roman „Der Tschusch gelesen habe und ihren beim „Max von der Grün Preis“ geehrte Geschichte „Kress“ die auch im „Wespennest“ erschienen ist, vor einem Plagiat „retten“ konnte, beziehungsweise ein solches mal im „Augustin“ entdeckte, ist ja so nett mir die Bücher ihrer Edioton zu schenken und sie, die einmal den „Verein Exil“ gegründet hat, dann den Preis ausschrieb,  die Gewinner in eine Schreibwerkstatt einlädt, dann ihren ersten Roman verlegt und danach, wie sie immer stolz erzählt, versucht sie an die großen Verlage zu vermitteln, hat ja schon manches Talent aus ihrer Werkstatt herausgebracht. so gehörte ja Dimitre Dinev einmal zu den Gewinnern, Julija Rabinowich mit „Spaltkopf“, Susanne Gregor hat ihren zweiten Roman inzwischen bei „Droschl“ und jetzt wurde wieder ein Debut vorgestellt, nämlich der Roman der erste Roman der 1969 in Budabest geborenen Anna  Mwangi, die 1963 mit ihrer Familie nach Wien gekommen ist, als Hauptschullehrerin tätig war und 2012 gewonnen hat, nach dem ich heute verzweifelt suchte, denn wir fahren ja nächste Woche nach Ungarn und da wartet zwar noch die Hälfte der „Moderen Erzähler der Welt“ auf mich, aber da ich in Ungarn ja gerne Literatur aus Ungarn oder von Ungarn lese, dachte ich  „Die Kinder des Genossen Rakosi“ könnten passen, habe das Buch, das ich von der „Buch-Wien“ nach Hause brachte, in meinen Bücherbergen verzweifelt gesucht, zwar könnte ich auch Tereza Moras „Der einzige Mann auf dem Kontinent“, ein dBp bzw. Longlist Buch mitnehmen, aber da das Buch heute vorgestellt wurde, war es interessant und die Spannung und der Wunsch es zu finden stieg an.

Zuerst haben aber ohnehin noch zwei Preisträger gelesen und die habe ich ja schon ein bißchen auf der „Buch-Wien“ gehört, beziehungsweise habe ich die „Anthologie“ schneller entdeckt.

Der 1982 in rumänien geborene Ovidiu Pop, der Rumänisch und IT unterrichtet, hat mit seiner Erzählung „Der Exerzierplatz“ begonnen, die, glaube ich, die Gymnasialjahre von Plattenbaujugendlichen schildert, die sowohl von Offizieren, als auch von Lehrern unterrichtet werden, heimlich rauchen, sich nach Mädchen umschauen, das Übliche aufwachsen in Diktaturen oder anderen Gegenden halt.

Dann kam Anna Mwangi passend zu ihrem Buchcover im rotschwarz gestreiften Kleid, das hat mir dann das Auffinden des Buches erleichtert, denn ich habe, glaube ich, nach einem weiß-ioletten gesucht, die Covers der Edition Exil zieren ja immer sehr ästhetische Farbenspiele.

Die Autorin hat sehr schnell und wahrscheinlich gerade dadurch sehr packend gelesen, so gab es auch sehr viel Gelächter im Publikum, an  Stellen, die ich nicht unbedingt lustig fand, wurde ja die Flucht nach Österreich einer Diplomatenfamilie geschildert, die aus der Diplomatenwohnung ausziehen und in eine ungarische Flüchtlingssiedlung  ziehen muß, der Vater ist im Gefängnis, die Mutter und die Großmutter sehen sich von lauter Spionen umgeben.

Barbi Markovic aus Belgrad, die schon bei „Suhrkamp“ verlegte und deren neues Buch bei „Residenz“ erscheinen wird, wo ich ja leider keine Bücher mehr zu bekommen scheine, der zweiten Preisträgerin, hat das sehr gefallen, sie hat Anna Mwangi mehrmals gelobt und gemeint, sie solle mehr Krimis schreiben und dann aus ihrem Text „Walkthrough“ gelesen, wo es sowohl um Transgenderflüchtlinge, als auch um Computerspiele geht.

Da habe ich bei der „Buch-Wien“ schon ein bißchen daraus gehörtund nun kann ich nach dem „Jelinek Symposium“, dem „Sladky-Fototreffen“, wo ich dem Otto die zwei ausgeborgten LL-Bücher zurückgegen kann und meiner Laudatio bei der „Ohrenschmauspreisverleihung“ nächsten Dienstag einen ganzen Stapel Bücher ins Bad nach Bück mitnehmen und dort entsprechend lesen, wenn mich das Korrigieren nicht mehr freut oder ich den Badegästen mit meinem Computer zuviel Lärm mache.

2015-11-23

Vierundvierzig Gedichte von Reinhard Priessnitz

Der 1945 geborene Reinhard-Priessnitz ist mir eigentlich hauptsächlich als Namensträger des „Priessnitz-Preises“ bekannt, der immer Ende Oktober zu seinem Geburtstag im Literaturhaus an einen meist  experimentell jüngere Autorin oder einen jüngeren Autor, vergeben wird, bekannt.

Stimmt nicht ganz, bei einem der Büchertürme die es bei der „Literatur im März“ einmal gegeben hat, habe ich einen seiner Werkbände gefunden, aber noch nicht gelesen und Anfang dieses Monats war ich im Literaturhaus bei der „In Memoriam-Lesung“, da hat Ferdinand Schmatz auch die „Vierundvierzig Gedichte“, das einzige zu Lebzeiten erschienene Priessnitz-Buch vorgestellt.

Ansonsten war  der Name für mich eine Legende, wie der von Norbert C. Kaser, der inzwischen, glaube ich, eher vergessen ist, da habe ich mir in den Neunzigerjahren einmal ein Buch gekauft, daß das bei Reinhard Priessnitz nicht  so passiert,  sorgt, glaube ich, der „Priessnitz-Preis, die „Alte Schmiede“ und der Nachlaßverwalter oder Werkherausgeber Ferdinand Schmatz, der diese „Stunde der literarischen Erleuchtung“ auch gemeinsam mit Konrad Priessnitz, den 1974 geborenen Sohn, der auch an der Sprachkunst studiert hat und inzwischen Sonette veröffentlicht hat, gestaltete.

Das heißt eigentlich hat er sie fast allein gestaltet, denn Konrad Priessnitz ist erst kurz vor Ende gekommen und hat ein paar der Gedichte gelesen, die Ferdinand Schmatz vorher schon kommentierte und Kurz Neumann hat eingeleitet und erzählt, daß Priessnitz kurz vor seinem Tod ein Symposium in der „Alten Schmiede“ unter dem Titel „Unvollendet“ oder so, vorbereitet hat.

Er hat auch öfter in der „Alten Schmiede“ gelesen. Ich glaube an die fünfzehn Mal in verschiedenen Rollen. Als Autor, Lektor und Kollegem wie Kurt Neumann betonte, der auch seine Kollegalität hervorgehoben hat. Ich war glaube ich, bei keiner dieser Lesungen, also fast ein Debut und auch eine Überraschung, denn nachdem ich bis jetzt gehört habe, habe ich mir einen sehr experimentellen Dichter vorgestellt und so hat ihn Ferdinand Schmatz, der das ebenfalls ist und Sprachkunstprofessor auch beschrieben und von Montage gesprochenm beziehungsweise einen Briefwechsel mit einem Freund vorgeselesen, wo Priessnitz sich auf sein Dichten bezieht und beschreibt, wie er monitert, neue Worte schafft, in dem er Silben verschiebt, Dialket und anderes einarbeitet, etcetera.

Dann gibt es aber durchaus Konventionelles unter den Gedichten zu hören, einiges was sich fast oder wirklich reimt, also eine Überraschung und ein Grund ihn zu lesen, vielleicht wenigstens die „Texte aus dem Nachlaß“, die in meinen Regalen  schlummern.

Ferdinand Schmatz, der Professor hat sehr viel erklärt und erläutert, von seiner Begegnung mit dem Dichter und dem Mißtrauen, das er damals gegen Gedichte hatte, gesprochen, was ich ich sehr interessant gefunden habe. Der Dame neben mir, ist es zu viel gewesen, so daß Sie „Fangen Sie doch endlich zu Lesen an!“, gerufen hat.

Da hatte Ferdinand Schmatz aber schon einiges gelesen und er hat auch mit dem Gedicht „Premiere“ begonnen.

Dann gibt es zwei „Schneegedichte“, die ich als konventionell interpretieren würde. In den Brief an den Freund, schreibt Priessnitz auch, daß einiges gelang, einiges nicht.

„Da wird sich die Literaturwissenschaft wohl fragen, was das nicht Gelungene ist!“, ätzte Ferdinand Schmatz.  Ging  zum letzten Gedicht über und „der blaue Wunsch“ wurde zweimal gelesen, zuerst von Schmatz, dann von Konrad Piessnitz.

Das Gedicht „Mund“ dürfte eher der konkreten Poesie angehören und Ferdinand Schmatz erwähnte auch den starken Bezug zur Wiener Gruppe, zu Ernst Jandl und Friederike Mayröcker.

Sehr spannend, diese Wiederbelebung und die Freunde oder Piressnitzfans waren im Publikum auch zu finden.

Hans Jörg Zauner, auch ein „Neue Texte-Autor,“ die Heimrad Bäcker „Edition“, die dann von „Droschl“ übernommen wurde, wo auch die „Priessnitz-Werke“ erschienen sind.

Angelika Kaumfann, Peter Rosei, Gerhard Jaschke, Judith Nika Pfeifer, Heinz R. Ungar und und…

Ich habe sicher einige vergessen und ebenso interessant, daß die Nicht-Lyrikerin, die ich ja bin, für meinen „Adventkalender“ vor einigen Tagen, beziehungsweise mitten in der Nacht ein Gedicht geschrieben hat, wo ich  auch  experimentiert beziehungsweise verdichtet habe:“

„Weihnachtswald, Weihnachtskind,

Weihnachtsmann, komm her geschwind

Weihnachtsfrieden, ach genau

Weihnachtsmann sucht Weihnachtsfrau“

Mit Priessnitz sicherlich nicht zu vergleichen, ich finde es aber auch sehr dicht.

2015-11-22

Stimmen aus dem Iran

„Die „Literatur im Herbst“, deren Eröffnungsveranstaltung ich wegen der „Poet-Night“ leider versäumte, hat sich heuer ein ganz besonders brisantes Thema ausgesucht.

„Literatur aus dem Iran“,  von der ich, obwohl ich ja eigentlich sehr belesen bin und auch über den Tellerrand hinausschaue, nicht viel weiß und so waren mir die Namen auf dem Programm auch mehr oder weniger unbekannt.

Mit ausnahme von Ilija Trojanow, einem der Kuratoren natürlich,  dessen LL-Buch „Macht und Widerstand“ auch so ziemlich eines der wenigen auf dem Büchertisch, das ich kannte.

Stimmt nicht ganz, denn dieses iranische Comic „Persepolis“ wurde, glaube ich noch bei der „Literatur im März“ einmal vorgestellt, aber der Eröffnungsredner, der 1956 in Teheran geborene Amir Hassan Cheheltan war mir unbekannt, zum Glück ist aber seine Rede nicht nur im „Wochenend-Standard“ abgedruckt, sondern er stand gleich um fünf mit seinem neu auf Deutsch erschienenen Roman „Iranische Dämmerung“ am Programm.

Vorher konnte ich noch beobachten, daß die iranische Gemeinde in Wien sehr groß sein dürfte, denn sie strömte zahlreich herein und hat dann, glaube ich auch, den „Brigitte Salanda Stand“ ziemlich leer gekauft.

Amir Hassan Cheheltan absolvierte in England ein Studium der Elektrotechnik, lebt in Teheran und das Gespräch mit Ilija Trojanow drehte sich unter anderem um die Zensur.

Da gibt es in dem präsentierte Roman zum Beispiel eine Stelle mit einem homosexuellen Vater, das wurde aber so verklausuliert beschrieben, daß die es nicht bemerkte, sondern ihm eine andere Stelle mit einem Mädchen hinausstrich.

Nun ja zu Zeiten Nestroys hat es das, glaube ich, auch bei uns gegeben und der zweite Autor, der dann folgte, der 1959 geborene Sharam Rahimian, ist ebenfalls sehr jung zum Studium ins Ausland, nämlich nach Deutschland gegangen, nach der Revolution aber in Hamburg geblieben, so daß er inzwischen schon auf Deutsch Kriminalromane schreibt.

Andere seiner Romane liegen aber noch wie im Programm steht, bei der iranischen Zensurbehörde.

Vorgestellt wurde „Dr. N. liebt seine Frau mehr als Mossadegh“, wo es, wie der Autor betonte hauptsächlich um die Liebe geht. Es geht aber auch um ein Interview zu dem Dr. N. gezwungen wurde, wo er  seinen Chef verriet, daran  hat er dann sehr zu leiden, bezeihungsweise ist das der Romangegenstand.

Dann folgte eine Frau, nämlich die inzwischen in Amerika lebende, 1946 geborene Soziologin, Shaharnush Parsipur, deren Roman „Frauen ohne Männer“ verfilmt wurde und der sowohl realisitische als auch surrealistische Elemente zu beinhalten scheint, so geht es um Männer ohne Köpfe und um Bäume, aber vor allem wahrscheinlich, um Frauen, die sich von der Männerherrschaft befreit haben.

Nach einer Pause gab es dann noch „Eine poetische Reise durch die klassische Lyrik aus dem Iran“, die von Ufuk Özturk ausgewählt und präsentiert wurde.

Begleitet wurde er davon musikalisch durch Nariman Hodjaty und Amirkasra Zandian und in fünf Stationen ging es durch die Gedichte von Attar, Hafez, Saadi, etcetera.

Ufuk Özturk hat die Stationen, beispielsweise das Tal der Liebe, das der Bedürfnislosigkeit, der mystischen Erkenntnis oder der Verwirrung genau erklärt. Einen noch gründlicheren Streifzug durch die iranische Literatur kann man aber auch in einem Aufsatz von Maryam Moayedpour im „Hammer“ finden, den es wieder  als Spezialausgabe gab.

„Also sehr interessant!“, wie die neben mir sitzende Dame zu mir sagte, die mir erzählte, daß sie sich inzwischen nur mehr von iranischen Brot ernährt, das sie sich aus einem Spezialgeschäft im zwanzigsten Bezirk besorgt und die  sich gleich von einigen der Iranerinnen  einiges erklären ließ.

Am Sonntagvormittag ist es dann mit einem Werkstattgespräch in der „Alten Schmiede“ zum Thema Lteratur und Macht zwischen Monireh Baradaran, das ist eine 1955 in Teheran Geborene, die inzwischen in Deutschland lebt und viel über Folter und ihre Jahre im Gefängnis geschrieben hat, den in Teheran lebenden und in deutschen Zeitschriften publizierenden Amir Hassan Cheheltan und Josef Haslinger, 1955 in Zwttl geboren, inzwischen Co-Direktor in Leipzig und Präsident des deutschen PEN, was mir zwar ein bißchen unverständlich ist, weil ich dachte, als GAVler darf man nicht beim PEN sein, beim deutschen PEN aber offenbar doch und  erzählte viel über das „Writer in Prison Programm“, für das sich der PEN sehr einsetzt, gab Beispiele und meinte, daß es am schwersten sei, sich für die Rechte der Blogger einzusetzen, weil man Blogs löschen kann, während Bücher  nicht zu übersehen wären. Daran spann sich eine Diskussion, weil Blogs ja wieder eine Möglichkeit sind, seine Stimme zu erheben, wenn man sonst keine hat, wie ich das beispielsweise betreibe und Monireh  Baradaran meinte, daß es manche Bücher nur über „Amazon“ zu bekommen wären.

Das wurde dann auch sehr diskutiert und der Diskussionsleiter fragte Amir Hassan Chelltan dann noch, wie er es schaffe, in Teheran zu leben und trotzdem kritisch zu sein?

Das läge wahrscheinlich am Bekanntheitsgrad meinte der und weiter, daß es in Teheran zwar verbotene Bücher gäbe, man diese aber sehr leicht am Schwarzmarkt kaufen könne, wobei es ihm natürlich lieber wäre, offiziell erscheinen zu können, weil er auch verdienen will.

Am Nachmittag ging es dann mit zwei Frauen weiter, nämlich mit der 1966 geborenen, in Teheran lebenden Sara Salar, die als einzige der Frauen ein Kopftuch trug und von Jutta Himmelreich als junge Wilde bezeichnet wurde, in ihrem Roman „Hab ich mich verirrt“, der zuerst in großer Auflage erschien, dann von der Zensur verboten wurde, geht es um eine junge Frau, die einen Tag durch die Stadt fährt, um ihr Kind vom Kindergarten abzuholen und dabei über ihr Leben reusumiert.

Monideh Baradaran, die jahrelang im Gefängnis saß, gab dann ein Beispiel aus ihrem Bericht „Erwachen aus dem Alptraum“ und zuletzt kam noch, der ebenfalls in Deutschland lebende Abbas Maroufi, der in Berlin eine Buchhandlung betreibt und ein Internetprojekt für schreibende Iraner startete. Er las mit Ilija Trojanow im Duett die Erzählung „Totenklage“, wo aus der Sich eines Jungen, der seinen Großvater begleitet, erzählt wird, wie eine Familie versucht ihren hingerichteten Sohn zu begraben.

Wirklich sehr beeindruckend, die iranische Literatur, die uns WalterFamler da vermittelte, jetzt müßte ich das alles oder einiges daraus, nur noch lesen.

 

2015-11-21

Der Advent war im November

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 11:54
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Hurrah, hurrah, ich bin fertig mit dem „Nanowrimo“.

52.122 Worte steht auf meiner Statistikseite, wenn ich auf meinen Rechner gehe, steht da ein wenig weniger, nämlich 50.168 und so mußte ich wieder ein wenig schummeln und das vierte Kapitel der „Dreizehn“, nämlich die „Weihnachtsfrau, für alle Fälle“, dazu kopieren, denn das sich mein Zählwerk von dem der „Nanowrimoseite“ unterscheidet, habe ich schon in den vorigen Jahren festgestellt.

Trotzdem habe ich dieses Jahr verhältnismäßig wenig geschummelt, wenn man davon absieht, das ich jedes Kapitel einmal korrigiert habe und am Anfang auch alles, was ich bis dahin hatte, um mit dem Schreibfluß weiterzukommen und mich nicht allzu sehr zu verhedern, wobei insgesamt sicher einige tausend Worte weggefallen sind, so daß ich nicht wirklich geschummelt habe.

Und ich habe es ja schon bei meinen früheren Nanowrimoberichten erwähnt, es ist mir beim Schreiben diesmal sehr gut gegangen.

Die Struktur des Dezembers beziehungsweise des Adventkalenders, die ich hatte, hat mir geholfen nicht über das Ziel hinauszuschießen und zumindest am Anfang bei täglich einer Szene zu bleiben.

Später hat sich das dann geändert, denn ich bin ja ein paar Tage nicht zum Schreiben gekommen, die „Buch-Wien“ hat mich auch aus dem Flow herausgebracht, ich wollte aber nicht ales nochmals durchkorrigieren, weil ich erstens fürchtete, daß ich dann nicht rechtzeitig fertig werde und zweiters auch, daß dann wieder einige Wort wegkommen werden. Die Kapitel sind aber gegen Ende immer kürzer geworden, so daß bald klar war, das geht über den vierundzwanzigsten Dezember hinaus.

So habe ich den Titel inzwischen auch in „Nika Weihnachtsfrau oder ein Dezember“ umgewandelt und das stimmt auch nicht ganz, denn das letzte Kapitel, spielt am ersten Jänner und da am frühen Morgen, so zwischen drei und vier, als die Nika mit dem Harald Schwabeneder, vom Jazzland kommend, wo sie Silvester gefeiert haben, nach Hause geht und dabei noch einige Bekannte trifft.

Da war ich dann auch noch nicht ganz fertig, so habe ich, wie auch bei „Beim Sterben sollte man zu Hause sein“ ein Nachwort angefügt, wo ich das mit dem „Nanowrimo“ erklärte und auch, daß die „Nika Weihnachtsfrau“ eigentlich der dritte Teil der Trilogie ist, denn die Fatma Challaki kommt ja auch schon in der „Pensionsschockdepression“ und im „Sommernanowrimo“ vor.

Es wird auch ein ähnliches Cover geben, wenn das Buch erst fertig ist, nämlich, bei der „Weihnachtsfrau“, die alte Puppe meiner Mutter mit einer Weihnachtsmannmütze über den Zöpfen, während die bei der „Selma“ ein Kopftuch trägt.

Beim „Sommernanowrimo“ soll dann der Hund Ouzo, Annas Hund, das Titelbild zieren.

So weit so gut und ganz spannend und eigentlich bin ich sehr stolz auf mich. Jetzt muß ich natürlich schauen, daß meine Trilogie, die Jahresproduktion von 2015, fertig wird und die „Nika Weihnachtsfrau“ muß ich natürlich noch korrigieren und korrigieren, weil es mit dem Handlungsfaden, da ich das Ganze noch nicht richtig durchkorrigiert habe, noch nicht ganz stimmen wird.

Die zugegeben, etwas hatscherte Krimihandlung, von dem Toten in Vera Mosebachs Klo und dem Kindesvater Joe Prohaska, der sich unbedingt um die kleine Zoe-Philpha kümmern will, obwohl ihn Ruth Horvath  nicht haben will.

Vielleicht kann ich das ein bißchen straffen, so daß es doch ganz spannend wird und dann wirds vielleicht im nächsten Jahr fertig sein und läßt sich als Adventkalenderbuch im Dezember verschenken und ja richtig, eine Lesung gibt es im Read!!!ingroom , wo ich ja auch den „Sommernanowrimo“ vorgestellt habe, am siebzehnten Dezember auch.

Ich lade alle herzlich dazu ein und dann stehe ich wahrschienlich wieder an mit meiner Romanproduktion und weiß nicht weiter, weil ich, wenn mans pessimistisch sieht, höchst wahrscheinlich schon so ausgeschrieben bin, daß ich mir denke, wozu tue ich mir das an, wenn das ohnehin niemand lesen will und die Spamer, wenn ich auf meinen Blog darüber schreibe, nur posten „Wow so etwas Schlechtes habe ich noch nie gelesen!“

„Stimmt wahrscheinlich nicht, Freunde, wird schon durchschnittlich sein!“, ist inzwischen meine Antwort, an die ich glaube und „psychologisch realistisch!“

Der Alltag einer Psychotherapeutin halt, die seit Jahren am Volksstimmefest liest und nicht der Text, einer experimentellen Autorin, aber ob ich  im Frühjahr wieder den Mut habe, etwas Neues anzufangen oder mir etwas Diesbezügliches einfällt, weiß ich nicht, beziehungsweise kann ich es mir jetzt nicht vorstellen.

Denn die Tatsache, daß ich mir meine Bücher selber drucken lasse, scheint auch in Selfpublisherzeiten, wo schon ganze solche Hallen, die Buchmessen füllen, zu hemmen und die Blogger schreien noch immer „Bitte kein Selbstgemachtes, das wollen wir nicht lesen!“

Die Voruteile scheinen groß zu sein und nicht zu verändern, obwohl „Hanser“ jetzt damit wirbt, daß Tllmann Rammstedt, der Bachmannpreisträger von 2008, ab Jänner täglich ein Romankapitel schreibt, das man sich abonnieren und auf sein Handy laden lassen kann.

Nun gut, bei „Hanser“ wird es wohl trotzdem erscheinen und scheine das Pech zu habe, obwohl ich mich so anstrenge und schon solange schreibe, immer ganz unten und die letzte zu sein, da kann ich machen was ich will, obwohl ich schon bald vierzig selbstgemachte Bücher habe und und…

Macht ja nichts und ist eigentlich sehr schön, kann man alles nachlesen und das amerikanische Modell, wo man wenn man die fünfzigtausend Worte hochgeladen kann,  ein Jubelgeheul hören kann, ist eigentlich auch sehr schön und über den schon wieder in drei Wochen im Rohkonzept geschriebenen Roman bin ich auch sehr stolz, obwohl ich mir, wie meine Leser wissen, für das nächste Jahr schon wünsche, da vielleicht wirklich den ganzen November zu brauchen und länger als gefordert zu werden.

Aber ob ich da überhaupt mitschreiben werde, ist ja, wie ich vorhin schrieb, ohnehin nicht klar und diesen Advent habe ich ja inzwischen schon im November verbracht, beziehungsweise habe ich ihn vorverlegt.

Jetzt werde ich die letzte Novemberwoche korrigieren und  im Dezember wahrscheinlich auch, so daß es abgesehen von allem anderen, auch ein sehr intensives Weihnachtsmonat geworden ist.

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