Literaturgefluester

2015-11-11

Experimentelle und persönliche Veröffentlichungen

Statt zur Eröffnung der „Buch Wien“ und  zur anschließenden „Langen Nacht der Bücher“ mit dem Bücherquiz mit Günther Kaindlsdorfer und heuer mit Franzobel, wo ich im Vorjahr zwei Bücher gewonnen habe, die ich noch lesen muß, bin ich in die „Textvorstellungen“ der „Alten Schmiede“, auch eine Veranstaltung im Rahmen der Lesefestwoche mit Christian e. Zintzen und Sissi Tax gegangen, denn mit Christiane Zintzens Blog „Inadäquat“, den sie 2007 in Graz im Rahmen der GAV-Vollversammlung vorstellte und den ich allmählich gerne las und meine literarischen Informationen von dort bezog, ist eine Veränderung vor sich gegangen.

„Sperriges Blog!“ hat die 1966 in Moosburg an der Isar geborene Christine Zinzten, die auch langjährige Assistentin der „Alten Schmiede“ war, gesagt, da unter der Reihe „Neues von Freunden“ auf Veranstaltungen von meist experimentellen Autoren hingewiesen, einmal, 2008, als ich schon bloggte, hat sie auch die „Linke Wort Volksstimmelesung“ angekündigt und mir auch als erstes einen Kommentar geschickt und mich in der Bloggerwelt willkommen geheißen.

Sie hat das Projekt „Mit Sprache unterwegs“ kuratiert und vieles anderes und ich habe ihren Blog, obwohl er mir vielleicht ein bißchen zu exeperimentell war, gern gelesen und mich auf meinem Blog auch immer wieder darauf bezogen.

Inzwischen hat der Blog sich verändert, nennt sich  „Acheronta movebo“ und Christiane Zintzen, die sich jetzt Chris Bader nennt, erzählt aus ihrem Leben.

Eine Mischung zwischen persönlicher Aufarbeitung und Literatur, interessant, der Grenzgang zwischen Kunst und Psyche. In diesem Fall es es wohl beides und ich habe ich noch nie einen ähnlich verstörenden, sowohl experimentellen, als auch persönlichen Blog gelesen und als solcher war er in der Veranstaltung, die von Michael Hammerschmid kuratiert wurde, auch angekündigt:

„Christian.e Zintzens vielgestaltiges überlandbekanntes Forum Forum für Literatur, tritt in eine neue Phase radikaler Wahrheitssuche und multimedial aufgelockerten lustvollen Selbstentwurf, in dem Ovid und Musikvideos direkte Benennungsversuche und transversale Verbindungsmanöver energetisch hochaufgeladnenen Sprach- und Ausdrucksstoff liefern.“

Die Psychologin würde es vielleicht anders formulieren und interpretiert vielleicht auch nicht nur die experimentellen Seite, aber erst einmal kam  die 1954 in Graz geborene Siss Tax, die seit langem in Berlin lebt , die ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, als sie dort am Bachmannpreis teilnahm.

Ihre Bücher sind bei „Droschl“ erschienen und Michael Hammerschmid meinte über ihr Prosawerk „vollkommen unvollkommen“:

„Auch Sissi Tax setzt ihre Auseinandersetzung mit Sprache und Welt fort und geht den Grat zwischen Spiel und Forschung, zwischen Anarchie und Ironie, sowie zwischen Opposition und Positionierung höchst höchst lustvoll und denkerisch-poetisch weiter.

Sie las im Stehen ihre sehr schönen Textpassage, wo die Worte fast in Reimen und immer wieder ein bißchen dialektdurchzogen erklangen und hatte am Schluß auch eine Reihe Worte, die in ihren Texten nicht vorkommen, wie „Faschingskrapfen und Reichsschriftkammer“.

Dann kam Chris Zinten-Bader,  gab Einblick in seine Videos und spielte dabei selber mit, las ein paar der Blogpassagen, von denen er sagte, daß er den Blog bald löschen wird.

Ein interessantes Projekt, für mich noch nicht so ganz zuordbar,  ich lese seit September wieder regelmäßig  hinein und werde den Lebenslauf der Literaturwissenschafterin, die sich jetzt, glaube ich, als Coach betätigen will und auch im Grazer Literaturhaus ihren Blog vorstellen oder eine disbezügliche Veranstaltung moderieren wird, weiterhin verfolgen.

Angelika Kaufmann, Herbert J. Wimmer, Elfriede Czurda, auch Kurt Neumann, E.A. Richter und ich denke es war eine sehr eindruckvolle Präsentation und Transformation, die ich sicher weiterlesen möchte.

 

Advertisements

5 Kommentare »

  1. Gefällt mir, dass und wie Sie sich auf Sich-Wandelndes und Sich-Transformierendes beschreibend einlassen: Selbst ich als Autor, Subjekt und Objekt meines Neuen Narrativs, bin mir der Richtung des Neuen Wegs 100% sicher, weiss aber nicht, wohin die Reise letztlich geht und ob es diesen Ort in diesem Land für mich auch wirklich geben kann.
    Auch kann ich nicht wissen, was von Seiten der in Österreich lebenden „Familie“ noch kommen wird: Wer 50 Jahre straffrei blieb, wird es auch weiter bleiben. Recht-Sprechung gibt es für Opfer, die ein Leben lang körperlich, psychisch und ökonomisch missbraucht wurden, de facto nicht. Daher auch keine Entschädigung. Und keine Hilfe.

    Kommentar von Chris Zintzen-Bader — 2016-02-24 @ 19:11 | Antwort

  2. Freut mich, daß Sie mich gefunden haben und mein Eintrag gefällt, danke auch für die Korrektur, das passiert mir ja immer wieder, daß ich mich vertippe und verschreibe!

    Kommentar von jancak — 2016-02-24 @ 22:18 | Antwort

    • Jedem und jeder passiert das versehentliche Veschreiben von Namen: Speziell bei der hohen Namensdichte in Texten wie den Ihren. – Ich halte Ihre Berichterstattung für richtig und wichtig.

      Kommentar von Chris Zintzen-Bader — 2016-02-25 @ 14:40 | Antwort

      • Das ist fein und freut mich sehr!

        Kommentar von jancak — 2016-02-25 @ 16:07

  3. VeRscreiben

    Kommentar von Chris Zintzen-Bader — 2016-02-25 @ 14:41 | Antwort


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: