Literaturgefluester

2015-11-23

Vierundvierzig Gedichte von Reinhard Priessnitz

Der 1945 geborene Reinhard-Priessnitz ist mir eigentlich hauptsächlich als Namensträger des „Priessnitz-Preises“ bekannt, der immer Ende Oktober zu seinem Geburtstag im Literaturhaus an einen meist  experimentell jüngere Autorin oder einen jüngeren Autor, vergeben wird, bekannt.

Stimmt nicht ganz, bei einem der Büchertürme die es bei der „Literatur im März“ einmal gegeben hat, habe ich einen seiner Werkbände gefunden, aber noch nicht gelesen und Anfang dieses Monats war ich im Literaturhaus bei der „In Memoriam-Lesung“, da hat Ferdinand Schmatz auch die „Vierundvierzig Gedichte“, das einzige zu Lebzeiten erschienene Priessnitz-Buch vorgestellt.

Ansonsten war  der Name für mich eine Legende, wie der von Norbert C. Kaser, der inzwischen, glaube ich, eher vergessen ist, da habe ich mir in den Neunzigerjahren einmal ein Buch gekauft, daß das bei Reinhard Priessnitz nicht  so passiert,  sorgt, glaube ich, der „Priessnitz-Preis, die „Alte Schmiede“ und der Nachlaßverwalter oder Werkherausgeber Ferdinand Schmatz, der diese „Stunde der literarischen Erleuchtung“ auch gemeinsam mit Konrad Priessnitz, den 1974 geborenen Sohn, der auch an der Sprachkunst studiert hat und inzwischen Sonette veröffentlicht hat, gestaltete.

Das heißt eigentlich hat er sie fast allein gestaltet, denn Konrad Priessnitz ist erst kurz vor Ende gekommen und hat ein paar der Gedichte gelesen, die Ferdinand Schmatz vorher schon kommentierte und Kurz Neumann hat eingeleitet und erzählt, daß Priessnitz kurz vor seinem Tod ein Symposium in der „Alten Schmiede“ unter dem Titel „Unvollendet“ oder so, vorbereitet hat.

Er hat auch öfter in der „Alten Schmiede“ gelesen. Ich glaube an die fünfzehn Mal in verschiedenen Rollen. Als Autor, Lektor und Kollegem wie Kurt Neumann betonte, der auch seine Kollegalität hervorgehoben hat. Ich war glaube ich, bei keiner dieser Lesungen, also fast ein Debut und auch eine Überraschung, denn nachdem ich bis jetzt gehört habe, habe ich mir einen sehr experimentellen Dichter vorgestellt und so hat ihn Ferdinand Schmatz, der das ebenfalls ist und Sprachkunstprofessor auch beschrieben und von Montage gesprochenm beziehungsweise einen Briefwechsel mit einem Freund vorgeselesen, wo Priessnitz sich auf sein Dichten bezieht und beschreibt, wie er monitert, neue Worte schafft, in dem er Silben verschiebt, Dialket und anderes einarbeitet, etcetera.

Dann gibt es aber durchaus Konventionelles unter den Gedichten zu hören, einiges was sich fast oder wirklich reimt, also eine Überraschung und ein Grund ihn zu lesen, vielleicht wenigstens die „Texte aus dem Nachlaß“, die in meinen Regalen  schlummern.

Ferdinand Schmatz, der Professor hat sehr viel erklärt und erläutert, von seiner Begegnung mit dem Dichter und dem Mißtrauen, das er damals gegen Gedichte hatte, gesprochen, was ich ich sehr interessant gefunden habe. Der Dame neben mir, ist es zu viel gewesen, so daß Sie „Fangen Sie doch endlich zu Lesen an!“, gerufen hat.

Da hatte Ferdinand Schmatz aber schon einiges gelesen und er hat auch mit dem Gedicht „Premiere“ begonnen.

Dann gibt es zwei „Schneegedichte“, die ich als konventionell interpretieren würde. In den Brief an den Freund, schreibt Priessnitz auch, daß einiges gelang, einiges nicht.

„Da wird sich die Literaturwissenschaft wohl fragen, was das nicht Gelungene ist!“, ätzte Ferdinand Schmatz.  Ging  zum letzten Gedicht über und „der blaue Wunsch“ wurde zweimal gelesen, zuerst von Schmatz, dann von Konrad Piessnitz.

Das Gedicht „Mund“ dürfte eher der konkreten Poesie angehören und Ferdinand Schmatz erwähnte auch den starken Bezug zur Wiener Gruppe, zu Ernst Jandl und Friederike Mayröcker.

Sehr spannend, diese Wiederbelebung und die Freunde oder Piressnitzfans waren im Publikum auch zu finden.

Hans Jörg Zauner, auch ein „Neue Texte-Autor,“ die Heimrad Bäcker „Edition“, die dann von „Droschl“ übernommen wurde, wo auch die „Priessnitz-Werke“ erschienen sind.

Angelika Kaumfann, Peter Rosei, Gerhard Jaschke, Judith Nika Pfeifer, Heinz R. Ungar und und…

Ich habe sicher einige vergessen und ebenso interessant, daß die Nicht-Lyrikerin, die ich ja bin, für meinen „Adventkalender“ vor einigen Tagen, beziehungsweise mitten in der Nacht ein Gedicht geschrieben hat, wo ich  auch  experimentiert beziehungsweise verdichtet habe:“

„Weihnachtswald, Weihnachtskind,

Weihnachtsmann, komm her geschwind

Weihnachtsfrieden, ach genau

Weihnachtsmann sucht Weihnachtsfrau“

Mit Priessnitz sicherlich nicht zu vergleichen, ich finde es aber auch sehr dicht.

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