Literaturgefluester

2015-11-24

Neues von der Exil-Edition

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:54
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Die „Exil-Edition“ deren gute Seele, wie Barbara Zwiefelhofer heute erklärte,  Christia Stippinger ist, hat eine besondere Verbindung zum Literaturhaus, stellt sie dort doch schon seit Jahren ihre Werke vor.

Da gibt es die Lesung der Exilpreisjuroren und die „Exilentdeckt-Reihe, wo sowohl die Debuts, als auch die Preisträgertexte vorgestellt werden, bei einigen dieser Veranstaltungen, die vom Amerlinghaus offenbar ins Literaturhaus abgewandert ist, war ich,  ich habe auch eine Reihe der Bücher gelesen und gehe auch regelmäßig zu den Exilpreisverleihungen, die vom Amerlinghaus, wo es einmal ein gutes Buffet gegeben hat, ja auch auf die „Buch-Wien“ abgewandert ist.

Christa Stippinger, die ich vor Jahrzehnten im Arbeitskreis schreibender Frauen kennenlernte, ihren Roman „Der Tschusch gelesen habe und ihren beim „Max von der Grün Preis“ geehrte Geschichte „Kress“ die auch im „Wespennest“ erschienen ist, vor einem Plagiat „retten“ konnte, beziehungsweise ein solches mal im „Augustin“ entdeckte, ist ja so nett mir die Bücher ihrer Edioton zu schenken und sie, die einmal den „Verein Exil“ gegründet hat, dann den Preis ausschrieb,  die Gewinner in eine Schreibwerkstatt einlädt, dann ihren ersten Roman verlegt und danach, wie sie immer stolz erzählt, versucht sie an die großen Verlage zu vermitteln, hat ja schon manches Talent aus ihrer Werkstatt herausgebracht. so gehörte ja Dimitre Dinev einmal zu den Gewinnern, Julija Rabinowich mit „Spaltkopf“, Susanne Gregor hat ihren zweiten Roman inzwischen bei „Droschl“ und jetzt wurde wieder ein Debut vorgestellt, nämlich der Roman der erste Roman der 1969 in Budabest geborenen Anna  Mwangi, die 1963 mit ihrer Familie nach Wien gekommen ist, als Hauptschullehrerin tätig war und 2012 gewonnen hat, nach dem ich heute verzweifelt suchte, denn wir fahren ja nächste Woche nach Ungarn und da wartet zwar noch die Hälfte der „Moderen Erzähler der Welt“ auf mich, aber da ich in Ungarn ja gerne Literatur aus Ungarn oder von Ungarn lese, dachte ich  „Die Kinder des Genossen Rakosi“ könnten passen, habe das Buch, das ich von der „Buch-Wien“ nach Hause brachte, in meinen Bücherbergen verzweifelt gesucht, zwar könnte ich auch Tereza Moras „Der einzige Mann auf dem Kontinent“, ein dBp bzw. Longlist Buch mitnehmen, aber da das Buch heute vorgestellt wurde, war es interessant und die Spannung und der Wunsch es zu finden stieg an.

Zuerst haben aber ohnehin noch zwei Preisträger gelesen und die habe ich ja schon ein bißchen auf der „Buch-Wien“ gehört, beziehungsweise habe ich die „Anthologie“ schneller entdeckt.

Der 1982 in rumänien geborene Ovidiu Pop, der Rumänisch und IT unterrichtet, hat mit seiner Erzählung „Der Exerzierplatz“ begonnen, die, glaube ich, die Gymnasialjahre von Plattenbaujugendlichen schildert, die sowohl von Offizieren, als auch von Lehrern unterrichtet werden, heimlich rauchen, sich nach Mädchen umschauen, das Übliche aufwachsen in Diktaturen oder anderen Gegenden halt.

Dann kam Anna Mwangi passend zu ihrem Buchcover im rotschwarz gestreiften Kleid, das hat mir dann das Auffinden des Buches erleichtert, denn ich habe, glaube ich, nach einem weiß-ioletten gesucht, die Covers der Edition Exil zieren ja immer sehr ästhetische Farbenspiele.

Die Autorin hat sehr schnell und wahrscheinlich gerade dadurch sehr packend gelesen, so gab es auch sehr viel Gelächter im Publikum, an  Stellen, die ich nicht unbedingt lustig fand, wurde ja die Flucht nach Österreich einer Diplomatenfamilie geschildert, die aus der Diplomatenwohnung ausziehen und in eine ungarische Flüchtlingssiedlung  ziehen muß, der Vater ist im Gefängnis, die Mutter und die Großmutter sehen sich von lauter Spionen umgeben.

Barbi Markovic aus Belgrad, die schon bei „Suhrkamp“ verlegte und deren neues Buch bei „Residenz“ erscheinen wird, wo ich ja leider keine Bücher mehr zu bekommen scheine, der zweiten Preisträgerin, hat das sehr gefallen, sie hat Anna Mwangi mehrmals gelobt und gemeint, sie solle mehr Krimis schreiben und dann aus ihrem Text „Walkthrough“ gelesen, wo es sowohl um Transgenderflüchtlinge, als auch um Computerspiele geht.

Da habe ich bei der „Buch-Wien“ schon ein bißchen daraus gehörtund nun kann ich nach dem „Jelinek Symposium“, dem „Sladky-Fototreffen“, wo ich dem Otto die zwei ausgeborgten LL-Bücher zurückgegen kann und meiner Laudatio bei der „Ohrenschmauspreisverleihung“ nächsten Dienstag einen ganzen Stapel Bücher ins Bad nach Bück mitnehmen und dort entsprechend lesen, wenn mich das Korrigieren nicht mehr freut oder ich den Badegästen mit meinem Computer zuviel Lärm mache.

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