Literaturgefluester

2015-11-25

Marlen Haushofer statt Alma Johanna Koenig

Im Literaturhausprogramm war für heute eine „Frauen lesen Frauen Lesetheateraufführung“ von Alma Johanna Koenig, der 1942 von den Nazis ermordeteten jüdischen Dichterin „Schibes“, eine Hundegeschicte, angekündigt und da bin ich natürlich hingegangen, denn die 1887 in Prag geborene interessiert mich sehr.

Als das Antiquariat „Buch und Wein“ geschlossen hat und seine Bücher um drei Euro abverkaufte, habe ich mir „Die Geschichte vom Half dem Weib“ besorgt und noch nicht gelesen.

„Den jugendlichen Gott“ habe ich im Bücherschrank gefunden und über die Dichterin bei Eveline Polt-Heinzl, glaube, ich und in „Wikipedia“ einiges gelesen. So hat sie Oskar Jan Tauschinksi ja am Ende ihre Lebens betreut und auch ihren Nachlaß herausgegeben.

Also sehr interessant die Hundegeschichte, a la „Krambambuli“, die 1920 zuerst erschienen ist und über die Dichterin überhaupt zu hören.

Als ich dann ins Literaturhaus kam, war ich ein wenig erstaunt, Haushofer-Bücher am Büchertisch zu finden und habe mir noch gedacht, aha, von Alma Johanna König, die ja inzwischen fast vergessen ist, wird es nichts mehr geben.

Christa Nebenführ, Angelika Raubek und Gabriela Schmoll  saßen schon am Lesetisch, was auch ein wenig verwirrend war, weil im Programm etwas von Hilde Schmölzer und Judith Gruber-Rizy stand, dann kam noch Werner J. Grüner und steckte mir ein Programmzettel zu, wo „Wir töten Stella“ stand und ich schnallte, daß es um Marlen Haushofer geht und war ein wenig enttäuscht, denn die Erzählung, habe ich ja im nächsten Jahr auf meiner Leseliste, bezeihungsweise, die Lesetheaterfrauen schon vor Jahren, als  Erika Danneberg noch lebte, im Amerlinghaus, glaube ich, daraus lesen gehört.

Nun ja, nun ja, interessant trotzdem, die böse Geschichte, der 1920 geborenen und 1070 an Krebs gestorbenen Marlen Haushofer.

Vier Frauen haben gelesen, zu den drei Erwähnten kamen noch Elisabeth Krön, Hilde Schmölzer und Judith Gruber- Rizy saßen im Publikum und irgendwann vor kurzem habe ich auch, wo aus der Erzählungen lesen gehört, die böse böse Geschichte, wo die Ich-Erzählerin, während ihr Mann Richard mit den Kindern Annette und Wolfgang weggefahren ist, über Stella schreibt, dem jungen Mädchen, das ein Jahr lang bei ihr gewohnt hat und entweder einen Autounfall hatte oder selbst hineingelaufen ist.

Eine böse Geschichte, eine unglückliche Liebe, ein angedeuteter Inzest, Haß auf den Mann, Unterstellung von ihm betrogen zu werden. Es könnte alles auch ganz anders gewesen sein und trägt wahrscheinlich auch autobiographische Züge, der Zahnarztfrau, die sich von ihrem Mann scheiden ließ und diesen dann Jahre später nochmals heiratete.

Am Nachhauseweg habe ich Hilde Schmölzer und Elisabeth Krön  gefragt, warum im Programm etwas anderes gestanden ist und  erfahren, daß die Hundegeschichte rassistisch und frauenfeinlich ist, weil von einer Zigeunerin erzählt wird, die eine Hexe ist, nun, ich denke mir, im Nachhinein kann man wahrscheinlich alles anders interpretieren und Alma Johanna Koenig war vielleicht eine genauso konservative Frau, wie es wahrscheinlich auch Irene Harrand, deren Buch ich im Sommer gelesen habe, war.

Egal, ich habe ja zwei Alma Jonanna Koenig-Bücher und kann mich in die inzwischen vergessene Dichterin einlesen, die mich eigentlich genauso wie Oscar Jan Tauschinski interessiert, von dem ich „Madame Curie“ gelesen habe.

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