Literaturgefluester

2015-12-15

Joeseph Roths Städtebilder

Im Literaturhaus gibt es eine Internationale Joseph Roth Gesellschaft, zumindestens ist Heinz Lunzer, der ehemalige Literaturhausleiter der Vorstand oder Präsident und es finden auch immer Veranstaltungen über den großen Dichter, der 1894 in Ostgalizien geboren wurde und 1939 in Paris gestorben ist und der schon zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das Kunststück zusammenbrachte, die Literatur mit dem Journalismus zu verbinden, statt.

Meine Jeseph Roth Geschichte, habe ich glaube ich, schon aufgeschrieben, im Bücherkasten meiner Eltern gab es den „Radetzkymarsch“, den habe ich lange ehrfürchtig angestarrt, bis ich das Buch 2012 gelesen habe, da hatte ich in den Siebzigerjahren aber schon die Michael Kehlmann Verfilmung gesehen und war entsetzt, nur eine einzige Frau und die ist eine Hure, eine Haushälterin gibt es, glaube ich, auch und dann das ewige Geschwafel vom Untergang der Monarchie.

Gott, war ich damals naiv, aber das sind wohl die Entwicklungsschritte einer schreibenden Psychologiestudentin aus einer nicht so beaugoisen Schicht, dann gabs irgendwann ein Gedenkjahr und ich habe mir gedacht, ich darf mir keine Bücher kaufen und habe mir dann das „Im Spinnennetz“, „Rechts und Links“ und „Hotel Savoy“ gekauft und wohl auch gelesen.

Die „Kapazinergruft“ habe ich  bewußt ausgelassen und hoffe, daß ich sie noch irgendwann finde und 1994 oder 1995, als ich mit der Betreuung meines Vaters bechäftigt war, habe ich mir von ihm einen Bildband, den, glaube ich, Heinz Lunzer herausgegeben hat, schenken lassen und zu dieser Zeit wäre ich mit Heinz Lunzer und der Gesellschaft fast auch auf eine Studienreise nach Lemberg mitgefahren.

2007 gab es im Literaturhaus, glaube ich, die große Joseph Roth Ausstellung oder war es 2008, ich habe jedenfalls noch nicht gebloggt und ein paar Bücher habe ich mir inzwischen auch gekauft und war bei ein paar Veranstaltungen im Literaturhaus, andere habe ich versäumt, so eine große Roth Spezialistin, Liebhaberin oder Fanin bin ich ja nicht, zu letzt war ich glaube ich im Spittelhauskino bei der Veranstaltung Joseph Roth und der Film und jetzt die „Städtebilder“.

Die letzten Wochen ist es in meiner Praxis und auch so ja ziemlich intensiv zugegangen, so daß ich einige interessante Veranstaltungen, beispielsweise das Symposium zur Sprachkunst auslassen mußte und auch heute hatte ich eine sechs Uhr Stunde, dann bin ich aber mit dem Bus ins Literaturhaus gefahren und ich bin gerade noch zu der Einleitung von dem französischen Literatrurprofessor, es ist ein Germanist, der an der Sorbonne lehrt, Stephane Pesnel zurechtgekommen, der erklärte, daß der Band, der gemeinsam mit den Lunzers und Erika Tunner herausgegeben wurde, auf Grund eines Symposiums, beziehungsweise einem Gespräch in der U-Bahn entstanden ist, denn Joseph Roth ist ja in verschiednen Städten aufgewachsen, beziehungsweise hat er in ihnen gelebt oder über sie geschrieben. Brody, Wien, Berlin, Paris und wahrscheinlich auch noch einige andere und der Professor zählte auch auf, daß bis zum achtzehnten Jahrhundert wenig über Städte geschrieben wurde.

Dann kam E. T. A. Hoffmann und etwas später Alexander Döblin mit Berlin, vorher noch Fontane, Zola über Paris oder Kafka über New York, das er nie bereiste und Joseph Roth war ja auch ein Journalist und hat über die verschiedensten Städte Artikel und Feuilletons geschrieben.

Der jetzt erschienene Baqnd ist auch ein Sammelband, wo die verschiedensten Aspekte von Städteschilderungen von Joseph Roth, Marseille zum Beispiele oder auch westunagrische Städte und Albanienreisen, etcetera von den verschiedensten Autoren beleuchtet wurden.

Stephane Pesnel führte durch das Buch, dann kam schon Heinz Lunzer und erzählte in seiner sehr empathischen Art, daß man den Band geschenkt bekäme, wenn man seinen Mitgliedsbeitrag für 2015 schon bezahlt hätte.

Sonst würde er im Buchhandel fünfzig Euro kosten, wenn man aber jetzt Mitglied wird, bekommt man ihm für fundundreißig, den Mitgliedsbeitrag und bekommt dann noch einen anderen Band der Gesellschaft hinzu, der auch einen ähnlichen Titel hat und über den referierte dann auch Heinz Lunzer, beziehungsweise löste er einen Krimi auf, den 1927 ist Joseph Roth in die SU gereist und hätte dafür für die FAZ vier Artikel schreiben sollen.

Er hat aber nur drei geschrieben, dann gibt es im „Interessanten Blatt“ aber einen, der mit t.- unterzeichnet ist und über Krigisen handelt.

„Die Herren der Steppen – Spezialbericht aus dem Land der Kirgisen“, der ist von Roth, kombinierte Heinz Lunzer messerscharf und teilte  den entsprechenden Artikel zum Nachlesen aus.

Interessant, interessant, nachher gab es Wein und was zum Knabbern und man konnte gleich bei Vikotia Lunzer, die mit ihrem Mitgliedsbuch beim Büchertisch saß, Mitglied werden.

Wurde ich nicht, denn ich bin,  wie bereits erwähnt, keine so große Roth Sepzialistin, wie ich auch Robert Huez sagte, der mich danach fragte.

„Ich trinke Rotwein!“, habe ich ihm geantwortet und offenbar mitverstanden und ja natürlich bin ich, das irgendwie oder sagen wir auf jeden Fall beeidruckt von dem großen Dichter, der sich offenbar aus Verzweiflung zu Tode gesoffen hat und das mit der Monarchie und den alten Herren, die da in einigen seiner Romane herumfstiefeln und um den verstorbenen Kaiser trauern, sehe ich jetzt auch ein wenig anderes und nächste Jahr haben wir  ein besonderes Jubiläum, nämlich Franz Josephs hundertsten Todestag und da habe ich gesehen, als wir gester von St. Pölten nach Wien gefahren sind, wird jetzt schon in Schönbrunn eine Ausstellung angekündigt, die auf dieses Ereignis hinweist.

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