Literaturgefluester

2016-01-06

Dies Herz, das dir gehört

Filed under: Bücher — jancak @ 00:44
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Jetzt gehts an den Anfang der 2016-Leseliste und zu einem Buch von Hans Fallada aus dem „Aufbau-Verlag“, das ich 2013 aus der „Abverkaufskiste“ von „Malota“, den es nicht mehr gibt, gezogen habe.

Dann habe ich es zuerst auf die 2013 Leseliste getan und dann irgendwie, wegen des Ungarn-Aufenthalts wahrscheinlich, umgetauscht und jetzt beginne ich das neue Jahr und meine „Alte Bücher Challenge“ mit einem Buch von Hans Fallada oder Rudolf Dietzen, wie der 1893 in Greifswald geborene, wirklich geheißen hat,  von dem ich, die Bücherschränke machen es möglich, schon einiges gelesen habe und einiges, wie beispielsweise den „Blechnapf“ oder die „Bonzen“ habe ich eher langatmig empfunden, dieses Buch überraschenderweise nicht, was vielleicht damit zu tun hat, daß es „Aufbau“ erst in den Neunzehnneunzigerjahren herausgegeben hat und daß es, wie im Klappentext steht, 1939 eigentlich ein Nazi-Propagandafilm mit Zarah Leander werden sollte. Der ist dann nicht zustande gekommen. Das Buch ist aber, wie ein Filmscript mit sehr viel Dialog geschrieben und das macht es es spannender, als das andere, das ich von Fallada gelesen habe.

Es geht, könnte man sagen, um die „Fallanda- Themen“, die kleinen Leute am Alexanderplatz oder auch um eine Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann aus gutem Haus und einem reschen feschen Fräuleinvom Land, beziehungsweise Verkäuferin in der Markthalle.

Hannes und Hanne und es geht gut aus, wie ein Märchen, steht im Klappentext und ich liebe ja Courths-Mahler. Ähnlichkeiten zum heutigen Leben gibt es auch, nicht nur, weil die Hanne ein Kopftuch trägt, wenn sie ihre Äpfel und Zitronen verkauft.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, der erste Teil beginnt mit einem Arbeiteraufstand. Eine Fabrik soll wegen Arbeitsmangel, auch sehr aktuell, geschlossen werden.

Die Arbeiter stehen davor und wollen hinein, da kommt der junge Herr Johannes, dem mit seiner Mutter und dem älteren Bruder, die Fabrik gehört und verspricht den Arbeiter das mit der Familie zu regeln.

Er kann sich gegen seinen Bruder aber nicht durchsetzen. So geht er nach Amerika, wird dort selber Arbeiter und fährt mit dem Scheck der Mutter wieder nach Haus, nachdem er es nicht aushält, am Fließband nur Muttern zu drehen.

Er kommt krank in Hamburg an, verpasst die Mutter, kommt dann nach Berlin, verläßt die Villa aber wieder, nachdem er hört, wie sein betrunkener Bruder über ihn spricht und geht in die Martkhalle am Alexanderplatz, um sein Schicksal, nämlich seine Hanne kennenzulernen.

Für sie schleppt er gleich Kisten, obwohl er doch Fieber hat, sie bringt ihn  in ihr Mädchenzimmer, im Haus der Tante, an deren Marktstand sie bedient.

Eine Intrige gibt es gleich auch und einen Diebstahl in den Hannes verwickelt wird. Das tapfere Mädchen läßt ihn aber nicht im Stich, so lebt sie mit ihm in wilder Ehe. Er wird Prokurist bei einem Händler,  will nicht nach Hause und kann sie deshalb nicht heiraten, weil er keine Papier hat.

Das geht bis zum dritten Akt gut, dann kommt wieder eine Intrige. Der Bösewicht schmeißt eine Kiste auf Hanne, er stürtzt sich vor, liegt darauf im Koma, so daß Hanne nicht umhin kommt, die Mutter zu verständigen, die sich ohnehin schon die Augen, um ihren Jüngsten ausgeweint hat. Alles wird gut und die Hanne eine resche fesche Fabriksbesitzerin mit „56  Lieferautos und 43 Buchhalter“ wie die Tante sagt.

Fein, daß kein Nazifilm daraus geworden ist und fein, daß „Aufbau“ Fallada jetzt wieder herausgibt. So ist „Jeder stirbt für sich allein“ vor ein paar Jahren erschienen. Das müßte ich noch lesen,  der „Trinker“ kursierte kürzlich im Netz und „Der kleine Mann“ steht, glaube ich, auf der Frühliings-Aufbau-Vorschauliste.

Und noch eine Verlinkung zu einem nie gedrehten Nazifilm

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