Literaturgefluester

2016-01-11

Wieder zu den Wilden Worten

Richard Weihs

Richard Weihs

20160111-211803

Die neuen Jahr Veranstaltungen haben nach der Schreibgruppe am letzten Donnerstag für mich mit den „Wilden Worten“ angefangen, wo ich, glaube ich, schon länger nicht mehr war, aber gleich alte Bekannte, nämlich Erika Kronabitter die schon einmal hier gelesen hat und  Marianne Jungmaier, deren Debutroman ich vor kurzem las, die von Erika Kronabitter und Petra Ganglbauer herausgegebene Anthologie „Aus Sprache“, wo immer fünf ältere Autorinnen mit fünf jüngeren Autorinnen einen Dialog führten, vorstellten.

Ausgehend von  einem Friederike Mayröcker Zitat haben Erika Kronabitter und Marianne Jungmaier ihren  poetischen Dialog,  in Briefform geführt, denn die  1985 in Linz geborene Marianne Jungmaier scheint sich viel auf Reisen zu befinden,  ist auch jetzt aus Berlin gekommen und gleich nach Linz weitergefahren, wo das Buch morgen  nochmals vorgestellt wird.

Begonnen wurde der Dialog im Oktober 2014 zu einer Zeit, wo Friederike Kronabitter gerade ihr „Friederiken-Buch“ zum neunzigsten Geburtstag zusammen stellte und in dem Zitat, geht es ums Schreiben und, um die Demut, die FM davor, empfindet, während sich andere Schriftsteller „voll Arroganz und Stolz von dem ihrem“ sprechen.“

Die beiden Autorinnen erläuterten  ihre Sicht auf das Schreiben und wie es ihnen damit ging, dazwischen kamen immer wieder Landschaftsbeschreibungen von Marianne Jungmeier, die inzwischen Spanien, Brasilien, Amsterdam etcetera bereiste und im Jänner 2015 kam für Erika Kronabitter der politische Schock durch die Anschläge in Paris und verschiedene Meldungen über Gewalt an Frauen, die sie in dieser Zeit erfuhr.

Schlag um Schlag ging der Mailwechsel zwischen den beiden Autorinnen hin und her, „denn wenn man von wo ausgeht, weiß man nie wo man ankommen wird“, hat Richard Weihs die Veranstaltung sinngemäß eingeleitet, die heuer schon in das zwanzigste Jahr ihres Bestehens geht.

Erika Kronabitter

Erika Kronabitter

Marianne Jungmaier

Marianne Jungmaier

Nachher gab es eine Diskussion, wo der anschließend lesende Anton Mantler, die Mischung zwischen Poesie und Politik sehr lobte und sich auch von dem Mayröcker Zitat mit der Demut vor dem eigenen Schreiben sehr angetan zeigte. Ich denke dagegen, daß ein bißchen Stolz auf seine Arbeit schon sehr wichtig ist, denn wenn man immer nur in Demut verharrt, kommt man vielleicht nicht weiter und die Frau Mayröcker hat ja bereits das höchste Niveau erreicht.

Außer Erika Kronabitter und Marianne Jungmaier sind noch Petra Ganglbauer und Sophie Reyer, Patricia Brooks und Judith Nika Pfeifer, Karin Ivancsics und Katharina Tiwald, sowie Ilse Kilic und Melamar in dem Buch vertreten, also einige Autorinnen, die auch schon bei den „Wilden Worten“ gelesen haben. Sehr künstlerische aber auch sehr verfremdete Fotos, so hätte ich Petra Ganglbauer fast nicht erkannt, gibt es auch in dem Band.

Nachher las wie schon erwähnt der ehemalige Wien-Bibliothek Bibliothekar und GAV-Mitglied Anton Mantler seine Gedichte und die Wunschgedichte vom letzten Mal gab es natürlich auch und da habe ich mir gleich vorausschauend für mein „Work on Progress“, von dem ich stolz erzählen, daß es schon vier Szenen und  5276 Worte gibt, ein Gedicht zum Thema „Transgender“, das mit den Worten „Paul und Paula“ beginnt und die Worte rotes Seidenkleid, schwarze Stöckelschuhe und Schirmmütze enthält, gewünscht.

Mal sehen, vielleicht ergibt sich, wie in der „Anna“ ein Wunschgedicht als Motto und was das Schreiben an meinem Romanprojekt betrifft, kann ich sagen, es geht gut voran.

Es gibt jetzt keinen Prolog, sondern abwechselnd eine Paul beziehungsweise Paula Szene, die ersten vier spielen in einem Szenelokal namens „Villa“, dann wird Paul seine Schwester Irene besuchen, Paula über den Donaukanal joggen und dort angemacht werden und am Donnerstag singt  Paul im schwarzen Seidenkleid für Paula „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, den berühmten Zarah Leander Hit.

So hantle ich mich von Szene zu Szene voran und es wird immer plastischer, verschiedene kleinen Szenen fallen mir ein, die ich verwenden kannte, obwohl ich, wohin es gehen wird, ob die Beiden sich bekommen werden beispielsweise oder nicht, noch immer nicht sehr klar ist.

So gesehen geht es mir ganz wie Tillmann Rammstedt, der  sein Romanprojekt „Morgen mehr“  begonnen hat und im ersten Kapitel auch darüber schreibt, daß er schon alles  weiß, „den Anfang, den Mittelteil und den Schluß es  aber doch ein Problem gibt…

Bei mir ist nicht so viel klar, einige Details aber schon und es macht Spaß sich durch die Geschichte zu hanteln, mal sehen, wie weit ich komme, und wann ich das nächste Mal anstehen werde?

Von den heutigen Wilden Worten im „Amerlinghaus“ ist noch zu sagen, daß außerdem noch Margit Heumann und Judith Gruber-Rizy, die ihr neues Buch im Februar bei „Thalia“ auf der Mariahilferstraße vorstellt, gekommen waren und Roman Ludwig Fleischer das nächste Mal bei den Wilden Worten lesen wird.

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