Literaturgefluester

2016-01-17

Mord im Parlament

Filed under: Bücher — jancak @ 00:00
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Bei dem nächsten Buch „Ein konstruktivistischer Kriminalroman“, von Franz Josef Weißenböck, bin ich mir nicht ganz sicher,  ob ich es im Schrank gefunden habe oder, ob es vom Flohmarkt der „Gesellschaft für Literatur“ stammt, das letztere wahrscheinlich, denn vielleicht hat der 1949 in Niederösterreich geborene Autor, der Thelologie studierte und in verschiedenen Ministerien und Paralment als Pressesprecher, etcetera tätig war, dort einmal gelesen.

Erschienen ist das Buch im der „edition VaBene, die, wenn ich mich nicht irre, etwas mit Zuschuß zu tun haben könnte und das Titelbild weist schon auf vieles, was einem in dem Buch erwartet, hin.

Da gibt es ein rotes Meer oder einen Untergrund, in dem sich das österreichische Paralment spiegelt, eine Gondel auf dem Wasser darüber, gibt es auch und einen Gletscher, wie es sie in Island gibt und wahrscheinlich in den Krimis von Arnaldur Indrasaon und damit ist schon erklärt, daß konstruktivistisch von konstruieren kommt.

Franz Josef Weißenböck, der sich seit 2011 im Ruhestand befindet, ist sehr gelehrt hat hat sich von der „Odyssee“ bis zu Eva Rossmann hochgelesen und wieder zurück, dementsprechend auch ein wenig langatmig, was man den Krimi vielleicht vorwerfen könnte, daß er zu wenig Spannung und Handlung hat. Aber das ist, würde ich vermuten, Absicht und konstruiert.

Die Handlung spielt in einer Woche und beginnt am Samstag danach, da will der Kriminalkommisar, der sehr modern, den Namen seiner Frau nach der Hochzeit angenommen hat, gut frühstücken. Geht einkaufen und wird dann zu einem Toten ins Parlament geholt und die Handlung beginnt am Montag davor mit Thomas Thomas, das ist ein Paralmentsabteilungsleiter, der biografische Ähnlichkeiten mit seinen Autor hat. Hoffentlich nicht alle, wenn ich die Handlung richtig verstanden habe.

Der wird von seiner Sekretärin, sprich „Frau Sakristeidirektor“ gleich zum Parlamentsdirektor gerufen, denn es gibt Probleme.

In der Hofburg sollte nämlich eine große Krimikonferenz abgehalten werden. Aber da sind just dort die Luster von der Decke herabgefallen, wo die israelische Delegation sitzen sollte. Also wird die Tagung ins Paralment verlegt und Thomas Thomas soll sie vorbereiten. Der träumt sich aber während der Sitzung nach Venedig, wo er mit einer Jugendfreundin, er ist natürlich auch verheiratet, Honeymoon machen will und dam Abend oder in der Nacht wird dann ein toter Abgeordneter namens Carlo Malfatti im Möbeldebot gefunden.

Der Kongreß beginnt trotzdem und die Teilnehmer checken durch die Sicherheitsschleuse, durch die ich auch immer gehe, wenn ich zu einer „Ohrenschmaus-Sitzung“ in den Parlaments-Club will und die heißen, höre und staune, Allan Wilton, Guido Brunetti, Mira Valensky schlecht sich als Journalistin eine und eine Schäferin kommt sogar mit einer Reihe von Schafen, Erlendur Einborg,  habe ich schon erwähnt, Proteo Lautretti, Kurt Wallanda,  ein paar der bekannten Namen haben wahrscheinlich auch abgesagt und hatten andere Verpflichtungen.

Dazwischen gibt es immer wieder lateinische Passagen, Untersuchungen und Ränke zwischen den Paralemntsdirektoren und Präsidenten, Geschichten, wie die zu Todfeinden wurden und wie demokratische Entscheidungsfindungen passieren. Diskussionen über die Diskrimierung von Linkshändlern gibt es auch, man sieht schon, wie der Hase läuft.

Dazwischen wird ermittelt, verhört, Fingerabdrücke abgenommen, etcetera. Ein Freund vom Doppel Thomas, auch ein wichtiger Parlamentssprecher hatte just ein Panscherl zu der Zeit bei den Möbeln und daher jede Menge von Fingerspuren dort, die Polizei ermittelt aber ohnehin bezüglich der Maffia, denn der Ermordete hatte einen schlechten Ruf,  ein Frauenheld war er auch.

Aber wenn man die besten Ermittler aller Zeiten, Shelock Holmes und Dr. Watson hatten, glaube ich, abgesagt, am Ort hat, kann man auch die befragen und so finden sich die Protagonisten in der Wohnung von Mira Valensky ein und machen den Shaghettitest, der nicht entschieden werden konnte.

Welche Spaghetti schmecken besser, die, wo zuerst Salz oder zuerst Öl hineingegeben wurde?

Carlo Malfatti, das habe ich vergessen zu erwähnen, wurde mit dem Messer im Rücken erstochen aufgefunden. Selbstmord scheidet also aus oder? Diese Frage wurde auch diskutiert und ein Wachtraum von Thomas, der diese in den Sitzungen regelmäßig träumt, ist der von einer Pankreaskrebsdiagnose.

Ich weiß schon, ich komme jetzt vom hundersten ins tausendste, habe aber neun Zehntel von dem, was im Romna geschrieben steht, noch nicht erwähnt.

Am Freitagabend, als alles geklärt ist, es war wahrscheinlich die Maffia und nicht die Geliebte, die von dem Schuft verlassen wurde, nach dem sie ihren Mann betrogen hat, der dadurch zum Alkoholiker wurde, macht Thomas Thomas Überstunden, aber die Feuerwehrkontrollen gibt es ohnehin nicht mehr, dann nimmt er ein Messer vom seinem Schreibtisch und demonstriert, daß ma sich mit einem solchen im Rücken durchaus selber ermorden kann.

Eine herrliche Persiflage auf sämtliche Kriminalromane und eine herrliche Demonstrration von Franz Josef Weißenböcks großen Wissen, das „Show and not tell- Motiv“, wurde vielleicht nicht immer eingehalten.

Aber das passiert ja mir angeblich auch öfter und so kann ich das Buch, wenn es noch zu kaufen ist, jeden empfehlen, der wissen will, wie es im Paralment zugehen könnte oder vor einigen Jahren wahrscheinlich zugegangen ist und sich auch einen Überblick über die  Kriminalliteratur von  Sherlock Holmes bis zu Eva Rossmann, beziehungsweise das, was man in Stiftgymnasien lernte, machen will.

Hier ein Foto des Autors mit der verstorbenen Parlamentspräsidentin

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